Jasmin Schreiber
Gebundenes Buch
Da, wo ich dich sehen kann
Roman. 'Ein tief berührender, sehr klarer Roman über einen Femizid - aber gleichzeitig ein Buch über das Weiterleben.' NDR Buch des Monats
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Ein Roman über das Echo von Gewalt, über strukturelles Versagen - und darüber, wie eine Gemeinschaft ins Wanken gerät, wenn ein Femizid alles erschüttert. Erzählt aus mehreren Perspektiven entfaltet sich das Panorama einer Familie im Ausnahmezustand und einer Gesellschaft, die dem strukturellen Kern der Gewalt noch immer ausweicht.Die neunjährige Maja wächst in einer zerrütteten Familie auf - ein tyrannischer Vater, eine liebevolle, aber unterdrückte Mutter, dazwischen viel Schweigen und Dinge, die ihr keiner erklärt. Als Frank, Majas Vater, ihre Mutter tötet, reißt er ein Loch in...
Ein Roman über das Echo von Gewalt, über strukturelles Versagen - und darüber, wie eine Gemeinschaft ins Wanken gerät, wenn ein Femizid alles erschüttert. Erzählt aus mehreren Perspektiven entfaltet sich das Panorama einer Familie im Ausnahmezustand und einer Gesellschaft, die dem strukturellen Kern der Gewalt noch immer ausweicht.Die neunjährige Maja wächst in einer zerrütteten Familie auf - ein tyrannischer Vater, eine liebevolle, aber unterdrückte Mutter, dazwischen viel Schweigen und Dinge, die ihr keiner erklärt. Als Frank, Majas Vater, ihre Mutter tötet, reißt er ein Loch in die Welt - für Maja, aber auch für alle anderen, die zurückbleiben.Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Zwischen Trauer, Sorgerechtsstreit und Bürokratie wird Maja zum Spielball und verliert inmitten von Anträgen und Zuständigkeiten ihre Familie, ihr Zuhause, das Gefühl von Sicherheit und die Gewissheit, zu wem sie gehört.Ihre Patentante Liv wird Majas einziger Lichtblick: Liv arbeitet als Astrophysikerin und begeistert Maja für die Wunder des Universums. Gleichzeitig ringt sie mit eigenen Unsicherheiten, alten Ängsten und der Überforderung, plötzlich Verantwortung übernehmen zu müssen. Und doch wachsen Liv und Maja zusammen: beim Blick durchs Teleskop und beim Versuch, im endlosen Weltraum Antworten zu finden, die ihnen niemand sonst geben kann. Die erste Auflage erscheint exklusiv mit wunderschönem Farbschnitt
Jasmin Schreiber, 1988 in Frankfurt/Main geboren, ist Biologin, Schriftstellerin und Wissenschaftsjournalistin. Wenn sie nicht gerade Expeditionen zu Farn und Gliederfüßern macht, schreibt sie sich auf die Bestsellerliste und erzählt Geschichten aus Wissenschaft und Natur im Podcast Bugtales.fm. Bei Eichborn erschienen die Romane MARIANENGRABEN, DER MAUERSEGLER und ENDLING. Auf Instagram findet man sie unter @lavievagabonde, ihre Natur-Kolumne gibt es per Mail auf schreibersnaturarium.de.
Produktdetails
- Verlag: Eichborn
- Artikelnr. des Verlages: 0223
- 1. Aufl. 2025
- Seitenzahl: 432
- Erscheinungstermin: Oktober 2025
- Deutsch
- Abmessung: 230mm x 144mm x 40mm
- Gewicht: 600g
- ISBN-13: 9783847902232
- ISBN-10: 3847902237
- Artikelnr.: 73833614
Herstellerkennzeichnung
Eichborn Verlag
Schanzenstraße 6-20
51063 Köln
telefonmarketing@luebbe.de
»Jasmin Schreiber erzählt präzise und tief bewegend von einem Femizid und seinem Nachhall.« Woman »Großartig! Ein berührender und auch hoffnungsvoller Roman.« Hamburger Morgenpost »Einfühlsam erzählt Schreiber, welches Echo häusliche Gewalt im Leben aller hervorruft - und warum wir darüber reden müssen.« Emotion
Gewalt in der Familie, Femizid, und die Auswirkungen auf das nahe Umfeld
In diesem Roman geht es um die neunjährige Maja, die ihre Mutter Emma verloren hat. Emma wurde vom eigenen Ehemann, von Majas Vater, getötet. Zuvor hat Maja über Jahre die Probleme zwischen den Eltern und die …
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Gewalt in der Familie, Femizid, und die Auswirkungen auf das nahe Umfeld
In diesem Roman geht es um die neunjährige Maja, die ihre Mutter Emma verloren hat. Emma wurde vom eigenen Ehemann, von Majas Vater, getötet. Zuvor hat Maja über Jahre die Probleme zwischen den Eltern und die Gewalt miterlebt.
Es geht in der Geschichte aber auch um Liv, die beste Freundin von Emma aus Kindertagen und Patentante von Maja, die sich Vorwürfe macht und sich fragt, was sie anders hätte machen können.
Das Buch wirft auch einen Blick auf die Großeltern von Maja mütterlicherseits, die zunächst ein vorübergehendes Zuhause für Maja sind und mit den neuen Lebensumständen für sich selbst und auch das Kind kämpfen, sich aber ebenfalls fragen, was sie übersehen haben oder hätten tun können.
Und dann sind da noch einige andere Personen aus dem Familienumfeld, die im Roman eine Rolle spielen.
Die Autorin Jasmin Schreiber hat hier einen Roman über Gewalt in der Familie, über einen Femizid, zu Papier gebracht. Dabei versteht sie es die Leserschaft emotional tief zu berühren. Die Darstellung der einzelnen Personen aus ihren jeweiligen Blickwinkeln und die Betrachtung dieser Personen von außen führt uns als Leser ganz nah heran an die Problematik. Man leidet mit den Opfern und Opfer ist hier nicht nur die getötete Emma. Man möchte helfen und ist dennoch einfach nur fassungslos. Die Verzweiflung der Angehörigen ist einfach zu deutlich, aber auch ihr Wille weiterzumachen und wieder in eine Normalität zurückfinden zu wollen.
Das Besondere an diesem Roman ist der Aufbau. Viele Personen kommen zu Wort, viele Aspekte werden beleuchtet, auch Zeitungsartikel, gemalte Bilder und Rückblicke in die Vergangenheit verschaffen der Leserschaft einen Gesamtüberblick.
Ein trauriges Thema, dem die Autorin mit dieser Geschichte mehr Aufmerksamkeit schenken möchte, ist hier wirklich gut zu Papier gebracht.
„Da, wo ich dich sehen kann“ bekommt von mir eine ganz klare Leseempfehlung.
Copyright © 2025 by Iris Gasper
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Mehr als eine traurige Geschichte
Inhalt:
Frank Kopmann drangsaliert seine junge Frau Emma psychisch und physisch - bis er sie eines Tages umbringt. Damit stürzt die ganze Welt der neunjährigen Tochter Maja in sich zusammen. Sie muss von Hamburg ins weit entfernte Glauberg zu Emmas …
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Mehr als eine traurige Geschichte
Inhalt:
Frank Kopmann drangsaliert seine junge Frau Emma psychisch und physisch - bis er sie eines Tages umbringt. Damit stürzt die ganze Welt der neunjährigen Tochter Maja in sich zusammen. Sie muss von Hamburg ins weit entfernte Glauberg zu Emmas Eltern ziehen, die sie kaum kennt. Auch Majas Patentante, Emmas beste Freundin Liv, lebt dort in der Nähe. Die drei Erwachsenen bemühen sich um das traumatisierte Mädchen, kommen dabei aber mit ihrer eigenen Trauer und ihren Schuldgefühlen nicht wirklich klar.
Meine Meinung:
Wie gewohnt konnte mich Jasmin Schreiber auch mit ihrem neuesten Werk begeistern. Das schwere Thema liegt ihr persönlich am Herzen; das spürt man in jeder Zeile. Zunächst empfand ich den Schreibstil als relativ distanziert und war sehr froh darüber. Mich tiefer in die Geschichte hineinziehen zu lassen, wäre mir nicht gut bekommen, denke ich. Gegen Ende wird es doch noch sehr emotional, was an dieser Stelle dann aber auch gut ist. Eingestreute Zeitungsartikel, Gerichtsurteile und Ähnliches lassen den Roman sehr realistisch erscheinen.
Die Charaktere, vor allem Liv und Maja, aber auch Emma, die wir in Rückblenden näher kennenlernen, sind tiefgründig ausgearbeitet und offenbaren von Seite zu Seite immer mehr ihrer Facetten. Sowohl die Hauptfiguren wie auch die diversen Nebenfiguren wirken authentisch und realitätsnah. Als Astrophysikerin erzählt Liv Maja viel über die Sterne. Dies war durchaus auch für mich lehrreich.
In kurzen Kapiteln mit wechselnden Perspektiven (Liv, Maja, Brigitte, Per) begleiten wir die Hinterbliebenen in ihrer Trauer. Alle fühlen sich dabei auch irgendwie schuldig an Emmas Tod. Hätten sie ihn verhindern können, wenn sie an irgendeiner Stelle genauer hingeschaut, mehr nachgefragt, anders reagiert hätten? In drei schwarz hinterlegten Kapiteln, die eine alternative Realität aufzeigen, erfahren wir, was eventuell möglich gewesen wäre. Doch Brigittes Therapeutin bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt:
»Wenn eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet wird, ist niemand schuld, Brigitte. Niemand außer dem Mann, der die Tat begeht.«
Die Autorin untermauert ihren literarischen Aufruf an die Gesellschaft, Femizide zu stoppen, mit Zahlen und Fakten. Für Betroffene und Angehörige sind im Anhang diverse Telefonnummern und Webseiten aufgeführt, wo man Hilfe bekommen kann.
Fazit:
Ein sehr berührender und bedrückender Roman, der stark an der leider grausamen Realität orientiert ist. Absolut lesenswert und wichtig!
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Wichtiges Thema
"Da, wo ich dich sehen kann" von Jasmin Schreiber ist ein wichtiges Buch, ein Buch, dass in mir noch länger nachhallen wird.
Es geht um Verbrechen, ja Mord, an Frauen und die Folgen, die Opfer und was es mit ihnen macht. Es geht um Themen, bei denen öfter noch …
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Wichtiges Thema
"Da, wo ich dich sehen kann" von Jasmin Schreiber ist ein wichtiges Buch, ein Buch, dass in mir noch länger nachhallen wird.
Es geht um Verbrechen, ja Mord, an Frauen und die Folgen, die Opfer und was es mit ihnen macht. Es geht um Themen, bei denen öfter noch weggesehen und weggehört wird, in der Gesellschaft, aber auch in der Familie.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Maja, neun Jahre alt. Sie ist Freundin, Tochter, Enkeltochter, Schülerin und ein verängstigtes Kind. Denn Emma, die Mutter von Maja, wurde ermordet. Ermordet von ihrem geliebten Vater.
Das ist eine schwierige Ausgangslage und wir lesen hier abwechselnd die Gedanken von wichtigen Menschen in Emmas Leben. Zu Wort kommen ihre Freundin, ihre Mutter, ihr Vater, ihre Schwiegereltern, ja auch Emma selbst.
Durch das abdrucken von amtlichen Meldungen, dem Notruf, dem Obduktionsbericht, verschiedene Anwaltsschreiben und Gerichtsbeschlüsse bekommt das Buch noch eine viel realere Note, es geht noch tiefer unter die Haut.
Natürlich ist Maja hier am meisten betroffen, sie kann das alles nicht verarbeiten, ist aus ihrem Leben gerissen, hat beide Elternteile verloren und geht an eigenen Schuldgefühlen fast zugrunde.
Es gibt auch einige "was-wäre-wenn"-Kapitel, mit denen Schuldgefühle dargelegt werden, Gedanken die Tat verhindern zu können. Gerade diese gehen noch mehr unter die Haut und man macht sich beim Lesen so seine eigenen Gedanken dazu.
Manchmal verfällt die Autorin in einige Klischees, die es gar nicht bräuchte, die Botschaft wird auch so gut rübergebracht. Wenn man darüber hinwegsieht, ist es ein gut geschriebenes Buch mit viel Einfühlungsvermögen, dass bewegt und nachdenklich macht.
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Hat mich emotional mal wieder total fertig gemacht
Jasmin Schreiber erwischt mich mit ihren Büchern echt immer eiskalt und auch bei diesem Buch hab ich direkt nach wenigen Seiten schon wieder die Taschentücher rausholen müssen. Ich fand das Thema häusliche Gewalt/Femizid …
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Hat mich emotional mal wieder total fertig gemacht
Jasmin Schreiber erwischt mich mit ihren Büchern echt immer eiskalt und auch bei diesem Buch hab ich direkt nach wenigen Seiten schon wieder die Taschentücher rausholen müssen. Ich fand das Thema häusliche Gewalt/Femizid unfassbar gut gewählt und sehr nahbar rüber gebracht. Mit ihrem Buch macht die Autorin ein Thema sichtbar, über das eigentlich nicht genug gesprochen werden kann.
Der Erzählstil ist sehr besonders. Nicht nur werden hier einige Perspektiven der Hinterbliebenen eines Femizids beleuchtet, es gibt auch Rückblicke aus Sicht des Opfers selbst. Dazwischen gibt es einiges an Zusatzmaterial wie Zeitungsartikel, Anwaltsbriefen und Gutachten, die die Geschichte auskleiden und somit authentischer und beängstigend realistisch werden lassen. Generell hat die Geschichte so eine Nahbarkeit an sich, dass man sich gut vorstellen kann, dass sie real ist, im eigenen Umfeld spielt oder man morgen davon in die Zeitung lesen könnte.
Ich habe die Geschichte stellenweise auch als emotional belastend empfunden, für mich ist das kein Buch, das man mal eben weg liest. Es regt zum Nachdenken, Reflektieren und aktiven verarbeiten an und ich hatte teilweise wirklich an dem Gelesenen zu knabbern. Es ist einfach eine Geschichte die hängen bleibt und mich auch nach Beenden noch weiter beschäftigt.
Durch die vielen Perspektiven ist jetzt keine besonders prägnant oder herausragend, viel mehr ergibt sich ein Gesamtbild der Leere und des Verlusts, eine Seelenlandschaft voll Schmerz, Wut und Hilflosigkeit. Und dann haut dieses Buch ab und an so ein paar Erkenntnisse und Weisheiten raus, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, mich aber trotzdem jedes Mal kalt erwischt haben.
Ein tolles Buch über ein unfassbar wichtiges Thema.
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Emma Kopmann wurde in Hamburg von ihrem Ehemann Frank getötet. Die neunjährige Tochter Maja hatte ihre Mutter leblos aufgefunden und den Notruf verständigt. Doch für Emma kam jede Hilfe zu spät. Frank Wolf wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Maja …
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Emma Kopmann wurde in Hamburg von ihrem Ehemann Frank getötet. Die neunjährige Tochter Maja hatte ihre Mutter leblos aufgefunden und den Notruf verständigt. Doch für Emma kam jede Hilfe zu spät. Frank Wolf wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Maja wohnt nun bei ihren Großeltern mütterlicherseits, die sich liebevoll um ihre Enkelin kümmern. Noch Monate später sitzt der Schmerz tief. Trauer und Wut sind bei den Hinterbliebenen allgegenwärtig. Auch Emmas beste Freundin Liv leidet schwer unter dem Verlust. Alle, selbst die kleine Maja, machen sich Vorwürfe und haben mit Schuldgefühlen zu kämpfen. Jeder denkt darüber nach, ob der sinnlose Tod nicht hatte vermieden werden können, wenn sie mehr hingesehen oder mehr zugehört hatten.
"Da wo ich dich sehen kann” ist ein persönlich motivierter Roman und das ist auf jeder Seite zu spüren. Der Autorin ist es ein Anliegen, auf häusliche Gewalt und Femizide aufmerksam zu machen und stellt eindrücklich die Folgen für alle Beteiligten dar.
Der Roman ist in kurzen Kapiteln aus der Sicht von Emmas Hinterbliebenen, aber rückblickend in kurzen Abschnitten auch aus Emmas Sicht geschrieben. Die Gefühle aller Beteiligten sind nachvollziehbar und der Schmerz über den Verlust sowie die Wut auf den Mörder und die damit einhergehenden Schuldgefühle und Versagensgedanken spürbar. Originell sind die alternativen Realitäten, wenn die Figuren sich Gedanken machen, was passiert wäre, wenn sie an einem Punkt anders reagiert hatten.
Jeder von ihnen trauert anders, macht den Schmerz mit sich selbst aus oder Sucht sich Hilfe. Neben den seelischen Auswirkungen werden auch die körperlichen Folgen des Traumas beschrieben. Der Roman berührt, integriert aber auch Fakten und Sachinformationen zur Thematik. Zeitungsartikel zu häuslicher Gewalt und Tötung von Frauen sowie juristische Schreiben im Zusammenhang mit der Aushandlung des Sorgerechts über Maja unterstreichen die Authentizität des Romans.
Es ist eine fiktive Geschichte mit fiktiven Personen, die jedoch stark faktenbasiert ist. Der Roman entwickelt sich dabei wenig überraschend und verzichtet auf Dramatik, denn der Ausgangspunkt mit dem Mord an einer Ehefrau und Mutter durch den eigenen Mann ist bereits schlimm genug.
Spannung darf man insofern nicht erwarten. Auch kann die Geschichte aufgrund der Vielzahl an Perspektiven und darüberhinausgehenden Problemen, die angesprochen werden, nicht in die Tiefe gehen.
Der Roman muss vielmehr als Aufschrei verstanden werden, nicht wegzusehen und (sich) Hilfe zu holen. Es ist ein Appell an Politik und Gesellschaft mehr zu tun, um Frauen vor Unterdrückung, Erniedrigung und Gewalt zu schützen. Diesbezüglich werden am Ende des Romans zahlreiche Anlaufstellen und Ansprechpartner für Hilfe im deutschsprachigen Raum genannt.
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Ein Roman der aufschreckt und nachdenklich macht
Die neunjährige Maja findet ihre Mutter Emma tot auf, getötet durch ihren Vater Frank. Nun wohnt Maja bei den Großeltern ihrer Mutter. Der Schock sitzt tief, auch bei Liv, der besten Freundin von Emma und Patentante von Maja. Jeder …
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Ein Roman der aufschreckt und nachdenklich macht
Die neunjährige Maja findet ihre Mutter Emma tot auf, getötet durch ihren Vater Frank. Nun wohnt Maja bei den Großeltern ihrer Mutter. Der Schock sitzt tief, auch bei Liv, der besten Freundin von Emma und Patentante von Maja. Jeder fühlt sich irgendwie schuldig und überlegt was er hätte anders machen können oder was hätte anders laufen können. Inmitten dieses Gefühlschaos, der Trauer und der Wut steht die kleine Maja, die neben ihrer Mutter auch das Gefühl von Sicherheit und ihr Zuhause verloren hat. Zum Glück ist da Liv, die ihr ein wenig Halt gibt und die für sie da ist.
Jasmin Schreiber spricht hier ein Thema an, das in der Öffentlichkeit viel zu wenig Aufmerksamkeit findet. Es geht um Femizid, häusliche Gewalt und die Folgen für die Betroffenen.
Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erfahren wir welche Auswirkungen das auf die Familie und Freunde hat. Besonders die Sicht der kleinen Maja geht ans Herz.
Das Buch steckt voller Emotionen und zeigt wie hilflos unsere Gesellschaft der Gewalt durch Angehörige entgegensteht. Das entsetzliche Schweigen muss gebrochen werden.
Die Ereignisse dieses Romans sind fiktiv, aber leider finden sie jeden Tag in ähnlicher Form statt.
Es ist wichtig, dass unsere Gesellschaft nicht wegschaut, sondern so wie die Autorin in ihrem Buch, aufmerksam damit umgeht.
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Schonungsloser Blick auf die Folgen eines Femizids
Im Leben der neunjährigen Maja ist von einem Tag auf den anderen nichts mehr wie zuvor. Der von ihr geliebte Vater hat ihre Mutter Emma getötet und sitzt dafür im Gefängnis. Während das Umfeld versucht, Maja aufzufangen, …
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Schonungsloser Blick auf die Folgen eines Femizids
Im Leben der neunjährigen Maja ist von einem Tag auf den anderen nichts mehr wie zuvor. Der von ihr geliebte Vater hat ihre Mutter Emma getötet und sitzt dafür im Gefängnis. Während das Umfeld versucht, Maja aufzufangen, kämpfen sie selbst mit den Folgen. Emmas Eltern haben ihr einziges Kind verloren und verzweifeln an ihren Schuldgefühlen, während sie gleichzeitig versuchen, Maja ein neues Zuhause zu geben. Liv hat mit Emma ihre beste Freundin seit Jugendtagen verloren und bereut die Entfremdung, die sich zwischen den beiden eingeschlichen hatte. Als Astrophysikerin zeigt sie Maja die Geheimnisse des Universums und übernimmt unfreiwillig zunehmend Verantwortung für ihr Patenkind, obwohl sie selbst nie Kinder wollte.
Dieser Roman gibt einen schonungslosen Blick auf die Folgen von Gewalt gegen Frauen. Die Tat selbst steht nicht im Zentrum der Handlung und gleichzeitig ist sie allesbestimmend. Es geht nicht um den Täter und was genau wie passiert ist, sondern es geht vor allem um die Folgen für die Hinterbliebenen.
"Menschen hinterlassen mehr als Erinnerungen, sie hinterlassen Schwarze Löcher, die dich gnadenlos anziehen und in den Abgrund reißen, wenn du ihnen zu nahe kommst. Wenn jemand geht, fehlt nicht nur die Person, sondern auch ein Stück von jedem, der bleibt." Und genau das setzt dieser Roman perfekt um. Das Schwarze Loch und die fehlenden Stücke bei jeder der Figuren sind intensiv spürbar. Regelmäßig hatte ich einen Kloß im Hals, weil die Autorin die Gedanken und Emotionen von Emmas Eltern, Liv und Maja so lebensnah dargestellt hat. Besonders anschaulich wird die Geschichte durch zusätzlich eingestreute Zeichnungen von Majas Bildern, aber auch für die erwachsenen Figuren gibt es jeweils einen Abschnitt, der einer imaginierten alternativen Realität nachspürt, in der die Figuren darüber nachdenken, was hätte sein können, hätten sie an entscheidenden Punkten anders reagiert. Ein Transkript des Anrufs bei der Polizei, gerichtliche Dokumente und die Unterlagen weiterer Institutionen und Hilfeeinrichtungen lassen das ganze wie einen echten Fall wirken.
Dieses Buch ist wirklich geeignet, einem das Herz zu brechen. Es widmet sich einem wichtigen gesellschaftlichen Thema und richtet den Blick auf die, die in Berichten über Femizide in der Presse und True-Crime-Podcasts selten eine Stimme bekommen. Es zeigt das Leid, das durch den Mord an einer Frau erzeugt wird extrem anschaulich und nachfühlbar und war mit das Schwerste und gleichzeitig Beste, was ich dieses Jahr gelesen habe.
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Für die neunjährige Maja bricht von einem Tag auf den anderen, ihre Welt zusammen. Ihr Vater hat ihre Mutter Emma getötet, und Maja lebt nun bei Pia und Brigitte den Großeltern mütterlicherseits.Auch ihre geliebte Patentante Liv ,ist vorübergehend wieder dort …
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Für die neunjährige Maja bricht von einem Tag auf den anderen, ihre Welt zusammen. Ihr Vater hat ihre Mutter Emma getötet, und Maja lebt nun bei Pia und Brigitte den Großeltern mütterlicherseits.Auch ihre geliebte Patentante Liv ,ist vorübergehend wieder dort eingezogen.Alle sind in ihrer Trauer gefangen ,jeder geht auf seine Weise damit um,Maja und Brigitte gehen zur Therapie.Alle versuchen für Maja dazusein und in ein halbwegs normales Leben zurückzufinden.Ihre Schuldgefühle und die Frage, ob sie die Tat hätten verhindern können, schwebt wie ein Damoklesschwert über Ihnen.
Während in den meisten Romanen der Fokus auf den Täter,die Täterin gerichtet ist, hat die Autorin hier bewusst einen anderen Weg gewählt und stellt die Hinterbliebenen in den Mittelpunkt des Romans. In kurzen Kapitel kommt jeweils eine Person zu Wort, wodurch man eine enge Beziehung zu den Beteiligten entwickelt. Unterbrochen wird das durch Gerichtsprotokolle, Zeitungsartikel und manchmal auch durch kindliche Zeichnungen.
Obwohl die Autorin, sehr sensibel, mit diesem schwierigen Thema umgegangen ist, bleibt die Tatsache, dass es sich bei diesem Roman um schwere Kost handelt.mit der manche Leser/ Leserinnen vielleicht überfordert sind.
Auch wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt,begegnet uns das Thema in der Realität sehr häufig,was durch entsprechende Statistiken belegt ist.
Mir hat das Buch gut gefallen, ich vergebe vier Sterne.
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"Trauer hat die unangenehme Eigenschaft, einen einzukapseln und irgendwie abzuspalten von allen anderen. Es ist ein zutiefst persönliches Gefühl, das eine Art unsichtbareMembran um einen zieht."
Inhalt
Maja findet ihre leblose Mutter im Wohnzimmer und verständigt den …
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"Trauer hat die unangenehme Eigenschaft, einen einzukapseln und irgendwie abzuspalten von allen anderen. Es ist ein zutiefst persönliches Gefühl, das eine Art unsichtbareMembran um einen zieht."
Inhalt
Maja findet ihre leblose Mutter im Wohnzimmer und verständigt den Notarzt. Als die Sanitäter kommen, offenbart sich Ihnen ein Familiendrama - der Vater hat die Mutter stranguliert, die 9-jährige Tochter steht fassungslos daneben und sucht all die Schuld bei sich, denn eigentlich hatte sie Papa viel lieber als Mama und die beiden haben immer so laut gestritten, ganz gewiss wegen ihr. Nun ist Mama tot und Papa ein Mörder. Die kleine Welt des Kindes zerbricht von jetzt auf gleich. Zunächst kommt Maja zu den mütterlichen Großeltern, auch wenn die viele Kilometer weit weg wohnen, nach dem richterlichen Beschluss jedoch zu den Großeltern väterlicherseits. Das Kind fängt an, sich selbst zu verletzen, wegzulaufen und sich in ernste Schwierigkeiten zu bringen. Nur Mamas beste Freundin Liv, die selbst maßlos trauert, schenkt Maja ein bisschen Geborgenheit und erklärt ihr nicht nur das Universum, sondern auch, warum sie keine Schuld an den Entwicklungen trägt und ihre Mama sie ganz gewiss lieb hatte ...
Meinung
Von der Autorin habe ich bereits zahlreiche Bücher gelesen, die ich alle gern mochte, deshalb war ihr neuester Roman förmlich "Pflichtlektüre" für mich. Außerdem ist die Thematik des Femizids eine ganz besondere, die deutlich macht, wie schlimm das Leben mancher Frau unter der Hand eines gewaltätigen Mannes ist. Und dabei kann man die zahlreichen Familiendramen, die fast täglich durch die Medien flimmern, als Außenstehender vielleicht ausblenden, oder die Opfer bemitleiden, warum sie es nicht geschafft haben, sich von den Fesseln der Partnerschaft zu befreien, doch so einfach ist es nicht.
Im vergangenen Jahr hat in meinem Bekanntenkreis ein ähnliches Verbrechen stattgefunden. Opfer und Mörder waren zwar erst Anfang 20, aber die zurückgewiesene Liebe des einen, hat den anderen vorsätzlich zur Tat verleitet - letztlich sind zwei junge Menschen dem Mord bzw. Selbstmord zum Opfer gefallen und keiner der Hinterbliebenen hätte diese Entwicklung kommen sehen, geschweige denn verhindern können - die Ohnmacht der Trauernden ist auch in diesem Roman die grundlegende Komponente.
Gerade die Perspektivenvielfalt verleiht dem Text eine immense Tiefe, jede Zeile ist harter Tobak und ich musste ganz oft die Tränen wegblinzeln . Die psychologische Betreuung der Hinterbliebenen scheint mir enorm wichtig und wird auch hier angesprochen und gelebt, auch wenn man sieht, wie schwer der Zugang zu den Menschen herzustellen ist, die sich immer selbst in der Verantwortung für das große Unglück sehen.
Fazit
Ich vergebe 5 Lesesterne für dieses bemerkenswerte Buch, welches sehr nahbar und ehrlich die Schrecken in scheinbar "ganz normalen" Familien heraufbeschwört. Fraglich bleibt, ob irgendwer hätte die Tat verhindern können, doch letztlich kann man keine Antwort auf diese Frage finden. Es hat mich froh gestimmt, dass trotz der traurigen Grundstimmung und des vorherrschenden Schmerzes so viel Zusammenhalt zwischen den Menschen existiert, dass zumindest in diesem Fall ein Kind einen sicheren Zufluchtsort findet und sich irgendwann mit den unbeschreiblichen Taten angstfrei auseinandersetzen kann. Der Text ist zudem abwechslungsreich gestaltet, beinhaltet Kinderzeichnungen, psychologische Gespräche, Gerichtsurteile und Gutachten - viele Personen wirken mit, wenn es heißt, wieder einen Alltag zu bewerkstelligen, obwohl die Trauer das dominante Gefühl aller zu sein scheint und geliebte Menschen unwiderruflich ihren Status verlieren oder das Leben selbst.
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Das ist ein Teil der Widmung diesen Buches und dieser sowie der folgenden Geschichte merkt man an, dass die Autorin ein Thema ins Rampenlicht rücken will, über das sie unbedingt mehr aufklären will und über das viel zu wenig gesprochen wird: Femizide.
Man begleitet in kurzen …
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Das ist ein Teil der Widmung diesen Buches und dieser sowie der folgenden Geschichte merkt man an, dass die Autorin ein Thema ins Rampenlicht rücken will, über das sie unbedingt mehr aufklären will und über das viel zu wenig gesprochen wird: Femizide.
Man begleitet in kurzen Perspektiven die Hinterbliebenen von Emma.
Emma, die von ihrem Ehemann ermordet wurde.
Emma, von der alle wussten, dass sie gestresst ist, aber das ist ja nichts ungewöhnliches bei einer Mutter, aber niemand wusste, dass ihr Ehemann sie systematisch unterdrückt und psychisch sowie körperlich misshandelt.
Ihre Angehörigen überlegen sich, ob sie etwas hätten ahnen können, den Lauf der Dinge verändern können, wer die Schuld dafür trägt. Die Geschichte begleitet sie in ihren individuellen und gemeinsamen Trauer. Gleichzeitig wird immer wieder auch faktisch über Femizide und die strukturelle männliche Gewalt und ihre Folgen aufgeklärt. Das kam mir wenn es nicht als Artikel sondern in die Perspektive einer Person eingeflochten war, manchmal etwas hölzern vor. Leider fand ich auch die "Was wäre wenn ich anders reagiert hätte"-Kapitel zwar eine clevere Idee aber mir etwas zu konstruiert, was aber vielleicht auch in der Natur der Sache liegt.
Ansonsten hat mich dieses Buch aber zutiefst berührt, Tränen verdrücken lassen und mich so wütend gemacht auf ein System, das diese Art Gewalt toleriert.
Die Autorin hat zudem eine ganz tolle Art Charaktere zu schreiben, denn dieses Buch hat keine spannungsreiche Handlung mit Plottwist nach Plottwist nötig, sondern man begleitet diese liebenswerten vielschichtigen großartig ausgearbeiteten Charaktere, lernt sie in allen Facetten immer besser kennen, trauert mit ihnen und schaut ihnen mitleidend aber irgendwie auch gerne über die Schulter.
Jasmin Schreiber hat ein unfassbar wichtiges und feinfühliges Buch geschrieben, das sich seinen Platz in jedem feministischen Bücherregal verdient hat und darüber hinaus hoffentlich seinen Weg in jedes Bücherregal findet, denn je mehr Menschen, dieses Buch lesen, umso mehr werden hoffentlich wütend über dieses kaputte System und möchten etwas daran ändern.
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