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Benutzername: Buchwerkstadt
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Bewertungen

Insgesamt 43 Bewertungen
Bewertung vom 23.11.2021
Mord am Watzmann
Leibrock, Felix

Mord am Watzmann


ausgezeichnet

Die wunderschöne naturbelassene Alpenlandschaft in Berchtesgaden hat es mir seit jeher angetan. So manch einer weiß um die Vielzahl von Sagen und Geschichten, die sich rund um den Watzmann seit jeher abgespielt haben. Und dann sind noch diese vielen Unfälle, bei denen die Wanderer und Bergsteiger in die Tiefe stürzen. Ausgerutscht oder unglücklich gestolpert? Oder wurde gar nachgeholfen und es war Mord?

Diese Frage muss sich auch der Polizeibergführer Simon Perlinger stellen: Das Ehepaar Wineke aus Lübeck begibt sich anlässlich ihrer Silberhochzeit auf eine Gratwanderung über den Watzmann. Ein Unwetter zieht auf – kurz danach stürzen sie unterhalb der Mittelspitze in den Tod. Für die örtliche Polizei steht schnell fest: Es war ein Unfall ohne Fremdeinwirkung. Doch Simons Instinkt – und einige Zeugenaussagen – sagen ihm das Gegenteil. Er beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und stößt bei seinen Ermittlungen auf Hinweise und dunkle Geheimnisse, die „den Fall“ plötzlich in ein völlig anderes Licht rücken.
Schon der Titel des Buches „Mord am Watzmann“ des Autors Felix Leibrock lässt erahnen, dass es sich nicht um einen Unfall sondern um Mord handeln könnte. Der Protagonist und Ermittler, Simon Perlinger ist ein junger ehrgeiziger, aber auch durchaus sympathischer Polizeibergführer. Getrieben von seinem eigenen Kindheitstrauma beginn er auf eigne Faust zu ermitteln, wohlwissend, dass ihm das seinen Job kosten könnte, doch er fühlt sich den beiden Kindern des verunglückten Ehepaares, Alina und Malte, sehr verbunden. Zu Beginn des Buches stellt der Autor alle Personen vor, die in diesem Buch eine Rolle spielen, das finde ich generell sehr gut, da man ansonsten schnell den Überblick verlieren kann – wobei ich aber auch getrost ohne diese Übersicht ausgekommen wäre, da hier als Einführung in einzelnen Kapiteln auf alle Personen und deren Lebensumstände kurz eingegangen wird. Danach wird’s auch schon sehr spannend, denn spätestens nach dem Sturz des Ehepaares möchte man wissen? Was ist oben auf dem Watzmann passiert? Schnell merkt man: Verdächtig ist jeder, alle hätten ein Motiv. Der Autor schafft es wirklich, den Spannungsbogen bis zum Ende zu halten. Es geht dabei nicht nur selbst um den Unfallhergang selbst, sondern parallel auch um die Ereignisse, die sich in Simons Kindheit ereignet haben. Auch hier lohnt es sich, bis zum Schluss durchzuhalten, um zu erfahren, was Simon innerlich antreibt, hier privat zu ermitteln.

Ein bisschen Klischee wurde schon reingepackt, das Ehepaar ist politisch sehr bekannt und zudem Betreiber einer eigenen Reederei – da hat man es doch oft mit Neidern, Feinden und politischen Gegnern zu tun. Generell sind die Charaktere in diesem Buch sehr gut durchmischt, von intrigant, bis hinterlistig, fürsorgend, ehebrechend, skurril, ehrgeizig - man findet wirklich alles und das macht es so abwechslungsreich.
Dass das Setting unglaublich schön ist, steht außer Frage. Berchtesgaden ist immer eine Reise wert und mich wundert es, dass es nicht vielmehr Berchtesgaden-Krimis gibt – gut, dass der Autor mit diesem Krimi sein Debüt feiert und wir uns wohl noch über weitere Fälle rund um Berchtesgaden freuen können. Ein bisschen Lokalkolorit hat der Autor ebenfalls eingebaut, aber einziger Kritikpuntk: für mich hätte es sogar noch ein bisschen mehr sein können, hat das Alpenland doch noch so viel mehr zu bieten als den Watzmann. Eine Leiche mitten im Nationalpark, im Königssee oder in den Tiefen des Salzbergwerks. An Tatorten dürfte es nicht mangeln und darauf freue ich mich schon sehr. Schön finde ich, dass der Autor auch ein bisschen Berchtesgadener Geschichte mit einfließen lässt. Von mir aus darf es auch hier ein bisschen mehr sein. So ist doch der Großvater von Simon Historiker und hält vielleicht noch ein paar vergangene Ereignisse für uns bereit.
Der Autor hat zwar viele falsche Fährten gelegt, doch hatte ich nicht das Gefühl, dass die Story bewusst in die Länge gezogen wurde. Auch muss man wirklich bis z

Bewertung vom 22.11.2021
Winter auf der Hummelinsel
Stein, Svenja

Winter auf der Hummelinsel


ausgezeichnet

Wer träumt nicht davon? Winterferien auf einer hübschen kleinen verschneiten Insel in Schweden? Dann solltet ihr unbedingt die Hummelinsel kennenlernen.

Nachdem die Freunde Selma, Maja und Marre im Sommer Freundschaft auf der Hummelinsel geschlossen haben, freuen sich nun alle auf ein Wiedersehen in den Herbstferien. Natürlich lässt das erste Abenteuer nicht lange auf sich warten: Im Wald finden sie ein junges Eichhörnchen, das aus seinem Nest gefallen ist. Zum Glück hat die Bäuerin Linnéa auf ihrem Hof eine Eichhörnchen-Pflegestation und erlaubt den Kindern, ihr beim Aufpäppeln des kleinen Tierchens zu helfen. Weihnachten steht auch schon sehr bald vor der Tür, da gibt es wieder einiges zu erleben: Das Wichtelfest, eine nächtliche Schneewanderung – und mit Oma Erikas Wichtelkeksen kann ja dann nichts mehr schiefgehen. Ob diese sogar die kleinen Wichtel anlocken?

Meine Meinung: Das Buch „Winter auf der Hummelinsel“ der Autorin Svenja Stein hat mich von Anfang an wirklich begeistert. Schon das Cover erweckt einen fröhlichen Eindruck und hält, was es verspricht: viele fröhliche Abenteuer und tolle hyggelige Momente. Sobald man das Buch aufschlägt ist man schon mittendrin im Abenteuer, denn es zeigt eine bunte zweiseitige Landkarte von der Hummelinsel, mit all seinen hübschen Schwedenhäusern, Annegrets Leuchturm, dem Marktplatz und vieles mehr. Auch im Buch finden wir zahlreiche wunderschöne farbige Illustrationen von Naeko Walter, die einfach Spaß und dieses Buch zu einem wahren Schatz machen. Auch die Geschichte selbst ist einfach herrlich für die herbstwinterliche Zeit. Protagonisten sind die drei Freunde Selma, Maja und Marre, die sich im Sommer (in Band Nr. 1) auf der Sommerinsel kennengelernt haben. Mit dabei natürlich der Berner Sennenhund Kasimir. Das liebevolle Miteinander unter den Kindern und Erwachsenen ist vor allem beim Stromausfall sehr deutlich zu lesen. Am liebsten hätte man sich bei Kerzenschein und knisternden Kamin dazu gesetzt, während es draußen stürmt und schneit oder mit ihnen gemeinsam die tollen Kekse gebacken oder Traumfänger gebastelt, das ist nämlich möglich, denn nach jedem Kapitel gibt es entweder eine Bastelanleitung (z.B. Tipi-Laterne, Traumfänger), leckere Backrezepte (z.B. Wichtelkekse) oder gar eine Spielanleitung für einen tollen Parcour zum Selbermachen. Die Kapitel selbst sind nicht zu sehr in die Länge gezogen, so dass sich das Buch herrlich zum Vor- oder Selbstlesen eignen. Ich habe das Buch wirklich in einem Rutsch verschlungen und war am Ende traurig, dass die Ferien – wie im wahren Leben auch - so schnell vorbei waren. Am liebsten hätte ich danach meine Koffer gepackt und wäre selbst zur Hummelinsel gefahren. Man merkt, dass das Autoinnenherz für Schweden und deren Bräuche schlägt, so gibt sie viel Wissenswertes mit – wie z. B. über das Wichtelfest oder Santa Lucia. Ich denke, ab sofort werde ich auch ein Wichtelfest machen und ein Schälchen Milchreis nach draußen stellen. ;)

Obwohl ich Band 1 - Sommer auf der Hummelinsel - nicht gelesen habe (was ich aber nach diesem Buch definitiv noch nachholen werde), fiel mir der Einstieg nach ein paar Seiten recht leicht. Ich finde, dass die Autorin auch tolle spannende Themen wählt: Ob Naturschutz, Ängste, Freundschaft, Bräuche alles wird wunderschön und kindgerecht geschrieben. Selbst für Erwachsene finden sich unter den ganzen Basteltipps ein paar tolle Anregungen.

Ich hoffe wirklich sehr, dass es noch reichliche viele Geschichten rund um die Hummelinsel geben wird, so dass Kinder das schöne Land Schweden wieder ein bisschen mehr kennenlernen. Erschienen ist das Buch übrigens im WooW Books Verlag.

Fazit: Für mich ein rundum gelungenes Kinderbuch, dass ich gerne auch noch ein zweites Mal (vor-)lese und von dem ich mir noch viele Fortsetzungen wünsche.

Bewertung vom 28.10.2021
Das katastrophal peinliche Leben von Lottie Brooks
Kirby, Katie

Das katastrophal peinliche Leben von Lottie Brooks


ausgezeichnet

Du glaubst, dein Leben sei chaotisch? Dann tauche ein in „Das katastrophal peinliche Leben von LOTTIE BROOKS“.

Das Leben der (fast) 12-Jährigen Lottie wird so ziemlich auf den Kopf gestellt. Ihre Eltern findet sie superpeinlich, ihr kleiner Bruder nervt sie auf unentwegt. Und dann muss sie auch noch nach den Sommerferien eine neue Schule besuchen, leider ohne ihre beste Freundin Molly, denn sie ist mit ihren Eltern nach Australien gezogen. Natürlich möchte sie dort einen guten Eindruck hinterlassen, doch wie soll das funktionieren? Sie findet sich selbst langweilig, wird schnell rot und ihre lästigen Spitznamen wie KitKat Chunky oder Gurkenmädchen wird sie auch irgendwie nicht los. Da hilft nur eins: Sie muss sich neu erfinden und als cooles It-Girl punkten!

Meine Meinung: Das Buch „Das katastrophal peinliche Leben von Lottie Brooks“ der Autorin Katie Kirby hält was es verspricht: Lottie vertraut ihr chaotisches Leben ihrem Tagebuch an und unterstreicht dies mit ihren witzigen Strichmännchen-Zeichnungen, die dem Buch definitiv diesen liebevollen Charakter verleihen. Die Idee ist nicht neu, viele kennen das bereits aus Büchern wie „Lotta Leben“, YOLO, Pippa etc. und dennoch ist es immer wieder schön.
Der Autorin ist es gut gelungen, Witz und Charme in das Buch zu bringen und uns das manchmal schwierige Leben eines fast Teenagers näher zu bringen. Da sind zum Beispiel die Probleme mit dem ersten BH, der sich ändernde Kleidungsstil von Kind zu Teeny, Probleme mit Social Media, die erste Verliebtheit und natürlich will man bei den neuen Klassenkameraden auch gut ankommen. Man verbündet sich mit den Falschen und vertraut nicht mehr den Richtigen. Und die Eltern sind auch nur noch peinlich. Als Leser:in leider man hier schon ab und zu mit und würde der lieben Lottie mit Rat und Tat zur Seite stehen, wie ihre Nachbarin, die nun in Australien lebende Molly oder ihre neue Freundin Jess.
Auch finde ich den Schreibstil sehr gut. Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchlesen, weil es einfach Spaß macht, an der Geschichte teilzuhaben. Mag an der ein oder anderen Stelle etwas übertrieben dargestellt zu sein (möchte an der Stelle nicht spoilern), aber immer wieder ist es einfach amüsant zu lesen.
Das Buch endet schon fast mit einem Cliffhanger, so dass es natürlich nach einer Fortsetzung ruft. ;)
Das Buch eignet sich hervorragend zum Vor- oder Selbstlesen für Kinder ab 10 Jahre.

Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich freue mich daher schon sehr auf Band 2 „Lottie und das verflixte Gefühlswirrwarr“, das voraussichtlich im März 2022 beim Atriumverlag erscheinen wird.

Bewertung vom 31.08.2021
Emma Charming - Nicht zaubern ist auch keine Lösung
Birchall, Katy

Emma Charming - Nicht zaubern ist auch keine Lösung


sehr gut

Hexengeschichten kennen wir reichlich: Von dem Klassiker „Die kleine Hexe“ oder Bibi-Blocksberg bis hin zu Flora Flitzebesen oder Petronella Apfelmus. Die Liste ist lang. Und nun kommt noch ein weiteres Buch dazu: Emma Charming. Ich habe lange überlegt, ob ich eine weitere Hexengeschichte lesen möchte, doch das Buch mit dem hinreißenden Cover war stärker…..

Handlung: Emma Charming kann es kaum erwarten: Nachdem Sie achtmal durch ihre JHP (Junghexenprüfung) gefallen ist, hat sie diese endlich bestanden und darf somit ab sofort eine normale Schule besuchen mit normalen Menschen, jedoch nur unter einer Bedingung: Sie darf keine Magie anwenden. Emma hofft auf viele neue Freunde, doch leider gestaltet sich der Anfang schwieriger als gedacht und dank eines Streiches ihres „Vertrauten“ Merlin sehen die Schulkameraden sie eher als Freak und meiden Emma. Bis auf Oscar, der in der Bücherei seines Vaters arbeitet. Doch Emma möchte dazugehören, und dann ist da noch dieser Tanzwettbewerb, und so hilft sie mit einwenig Magie nach, denn auch der gemeine Felix braucht eine kleine Lektion und so wird aus kleinen Hexereien bald ein riesen Chaos. Ob Emmas Geheimnis nun auffliegt?

Meine Meinung: Wie anfangs erwähnt gibt es zahlreiche Hexenbücher, da ist es sehr schwer, eine Handlung zu erfinden, die es in irgendeiner Weise noch nicht gab. So ist es im Prinzip auch mit Emma Charming, die aus der Zauberfeder der Autorin Katy Birchall stammt. Dennoch überzeugte mich das Buch in einigen Punkten: Der Schreibstil ist in der Ich-Form geschrieben und passt somit perfekt zu Emmas witziger Art, er ist schön zu lesen, vor allem mag ich den Humor, der dieses Buch dominiert. Die Charaktere sind allesamt liebevoll. Emma war mir direkt sympathisch, ein bisschen unbeholfen tollpatschig, chaotisch, leider an manchen Stellen auch einwenig egoistisch, aber irgendwie auch ein ganz normaler Teenager, der einfach nur gut in der neuen Schule ankommen und coole Freunde finden möchte. Oscar fand ich auch sehr sympathisch. Mit einem Freund wie ihn an der Seite hat Emma „eigentlich“ nichts zu befürchten…ehrlich, klug und vernünftig und im Gegensatz zu Emma der „Ruhepol“. Dass alle Hexen einen „Vertrauen“ haben, der sich immer wieder in verschiedene Tiere verwandeln kann, ist schön, wäre es in Emmas Fall nur nicht Merlin, der sie immer wieder auf dumme Gedanken oder in verzwickte Situationen bringt. Dennoch liebe ich seinen Sarkasmus und dieser verleiht der Geschichte damit viel Heiterkeit. Auch die weiteren Charaktere in Form von Mutter Maggie als auch ihre Tante Dora sind klasse. Vielleicht hätte ich mir noch einen Papa an Emmas Seite gewünscht, denn man erfährt diesbezüglich leider nichts, aber das kann ja noch in weiteren Bänden der Fall sein, denn zumindest ist eine Fortsetzung im Frühjahr 2022 beim KJB Verlag geplant. Ich würde fast tippen, dass dieser ein Zauberer ist, aber lassen wir uns mal überraschen! ;)

Für mich gab es in diesem Buch keine überraschenden Wendungen, was ich schade finde, da dies ein bisschen Spannung reinbringt, insofern war alles sehr vorhersehbar. Dennoch macht es einfach Spaß, die Geschichte zu lesen und ich habe sie innerhalb von zwei Tagen durchgesuchtet.

Das Cover, illustriert von der lieben Eva Schöffmann-Davidov ist natürlich der absolute Hingucker und Kaufmagnet, keine Frage. Es ist kunterbunt und strahlt eine gewisse Lebensfreude aus, die wirklich bezaubernd ist und zur Protagonistin passt. Auch wurde Emma mit viel Liebe zum Detail gezeichnet. Für mich gibt’s für das Cover volle Punktzahl.

Fazit: Eine neue Hexe ist geboren und somit eine Auftaktreihe, die uns sicherlich noch viele witzige und amüsante Geschichte hervorzaubern wird. Ich bin gespannt und freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung im Frühjahr 2022. 4,5 Punkte

Bewertung vom 04.03.2021
Sommer auf Solupp
Scheffel, Annika

Sommer auf Solupp


sehr gut

Nach einer schweren Krankheit von Maris Vater beschließt die Mutter, die Sommerferien auf dieser kleinen Insel zu verbringen, seltsam nur, dass dieser Ort auf keiner Landkarte zu finden ist? Ganz zum Unmut von Mari, die viel lieber im Fußballcamp wäre, auch ihr großer Bruder Kurt und der kleine Bela, der lieber in den Freizeitpark wollte, sind alles andere als begeistert. Doch kaum auf der Insel angekommen, rufen schon die ersten Abenteuer nach ihnen. Die Zimmer in diesem rosenumrankten Ferienhaus scheinen wie für sie gemacht. Zudem duftet es überall nach leckeren Zimtbrötchen und fruchtigem Solbeereis. Und schon dann erfahren sie von einem Schatz und das Wort „Keilkliff“ begegnet ihnen nahezu überall. Wie hängt das alles zusammen? Ein mysteriöses und spannendes Abenteuer für die Geschwister beginnt….

Als ich mit dem Lesen des Buches begonnen habe, dachte ich mir zunächst– Solupp scheint ein bisschen zu sein wie Mary Poppins. Es ist ein Ort, den du nirgendwo findest, aber er finde dich, wenn du ihn am meisten brauchst. So schien es auch der Familie Fröhlich gegangen zu sein. Irgendwie weiß diese Insel genau, was ihre Besucher brauchen; vor allem, nachdem die Familie Fröhlich sich teilweise durch die Krankheit des Vaters entzweit hat. Schon das Setting ist absolut zum herrlich, denn wer fühlt sich nicht wohl, in einem rosenumrankten Ferienhaus, in der Nähe das glitzernde Meer, ein alter Leuchtturm, man hört das Rauschen der Wellen, in die man einfach nur hineinspringen möchte - manchmal etwas aus dem Meer zieht, womit man gar nicht rechnet (mehr dazu im Buch). Dass es auf dieser Insel nicht einmal Handyempfang gibt, scheint bei all den Abenteuern nicht einmal mehr wichtig, sondern eher wie ein Segen. Was mir persönlich wieder gezeigt hat, dass man öfter mal das Handy daheimlassen sollte, um all die schöne Natur zu genießen. Die Autorin Annika Scheffel hat hier wirklich eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen, bei der ich mich rundum wohl gefühlt habe. Nicht nur der Duft von Zimtwaffeln und Solbeereis brachte mir in dieser kalten Jahrenzeit den Sommer auf die Couch. (Habe das Buch im Winter gelesen). Generell ist der Erzählstil des Buches toll, er ist wohl etwas an den von Astrid Lindgren angelehnt, aber mir persönlich hat er an manchen Stellen nicht gefallen. Sie Sätze waren zuuuuu lang und sehr kindlich, klar, schließlich wird die Geschichte von Mari selbst erzählt. Aber durch fehlende Kommas musste ich manche Sätze zweimal lesen, um weil es zu irritierend war. Gerade beim Vorlesen hat das sehr gestört. Sehr schade, schließlich ist es ein Kinderbuch, da sollten die Sätze doch etwas kürzer gehalten werden und nicht über zehn Reihen gehen. Aber das ist das einzige, was ich an diesem Buch zu kritisieren habe und zum Ende hin, ist mir das dann auch nicht mehr so aufgefallen.
Die Charaktere in diesem Buch sind allesamt wirklich sehr liebevoll. Auch Kurt, der anfangs sehr zurückgezogen ist, öffnet sich immer mehr. Der kleine Bela wird so ein bisschen zum Held, auch wenn er in der Familie manchmal unterzugehen scheint und klar, Mari ist eine Protagonistin, die einfach nur wie ein normaler Teenager ist. Generell erfahren alle dort eine wunderschöne Entwicklung, selbst die Eltern (daher der Vergleich mit Mary Poppins).
Das Buch ist an sich eine abgeschlossene Geschichte, dennoch könnte ich mir vorstellen, dass auch andere Familien mit Problemen diese Insel besuchen, um diese wieder glücklich zu verlassen, vielleicht mal im Herbst, im Winter, an Weihnachten. Potenzial ist jedenfalls vorhanden.
Zum Schluss möchte ich noch unbedingt hervorheben, dass das Buch von Thienemann-Esslinger Verlag eine wunderschöne Aufmachung hat. Nicht nur das Cover ist ein absoluter Hingucker, sondern auch der blaue Buchrücken aus Halbleinen incl. Lesebänden.

Bewertung vom 22.02.2021
Elchtage
Klingenberg, Malin

Elchtage


gut

Das Buch hat mich sehr neugierig gemacht? Was verbindet ein Teenager mit einem Elch und Popcorn? Und wie hilft er ihr beim Erwachsenwerden?

Für Johanna, ein junges Mädchen aus Schweden, hat die Mittelstufe begonnen, und ihre beste Freundin Sandra verbringt ihre Freizeit nun lieber mit den angesagten Mädchen ihrer Klasse anstatt in der gemeinsamen Hütte im Wald, die sie einst zusammen erbaut haben. Dort kann Johanna aber die Natur genießen, Tiere beobachten und über all die Veränderungen in ihrem Leben nachdenken. Plötzlich beobachtet sie Elche vor der Hütte, direkt am See. Ein Elch hat es ihr besonders angetan: Angelockt von ihrem Popcorn, wird er ihr immer zutraulicher; sie nennt ihn Wildstern, wegen des Flecks an seinem Fell. Doch bald beginnt die Elchjagd beginnt und Johanna muss Wildstern unbedingt schützen. Zudem begegnet ihr eine komische Tierschützerin und auch und auch ein seltsamer Junge wird plötzlich Teil ihres Abenteuers.

Meine Meinung:
Das Cover des Buches hat zuerst meine Neugier geweckt, das Mädchen mit dem Elch, direkt in der Natur von Schweden, wo natürlich die Geschichte spielt. Es vermittelt aber auch Vertrauen und Freundschaft, und genau darum geht es auch in diesem Buch. Johanna steckt mitten in der Pubertät, aber sie verbiegt sich nicht, sie muss nicht sein wie alle anderen und sich Lusse, dem beliebten Mädchen der Clique, anschließen wie es ihre beste Freundin Sandra macht. Sie bleibt sich und ihrem Stil treu, auch wenn das bedeutet, dass man manchmal Abschied von liebgewonnenem nehmen muss, denn Sandra ist das Leben in der Hütte, der Kleidungsstil von Johanna und vieles mehr einfach nur noch peinlich. Johannas Treue zu sich selbst hat mir an diesem Buch sehr gut gefallen und sollte als Vorbild für viele junge Teenager:innen dienen. Das Setting, die Hütte im Wald direkt am See, die Natur, die Stille… ich hätte diese auch nie gegen eine spießige Mädchengruppe tauschen wollen. Auch fand ich das Thema Tierschutz sehr wichtig, es geht meiner Meinung nach leider komplett unter. Vielleicht war das der komischen jungen Tierschutzaktivistin selbst geschuldet. Sie hat das Bild von Tierschützern sehr negativ vermittelt. Auch dass man Elche mit viel Geduld und nach einer Zähmung Elche reiten kann ist meiner Meinung nach kein Tierschutzthema. Hier geht’s zwar mehr um die Jagd, doch bleibt die Frage auch offen, wie es am Ende mit den Elchen weitergeht? Konnte Johanna etwas erreichen? Ich hätte mich gefreut, wenn auch Johanna ihre Eltern mit diesem Thema konfrontiert, sie überzeugt. Das ist leider nicht passiert. Hier hätte ich mich gefreut, wenn die Geschichte tiefgründiger gewesen wäre. Auch das Verhalten einiger Protagonisten hat mich am Ende irritiert – und so bleiben nach dem Kapitel viele Fragen offen – zumindest kam das Ende auch überraschend schnell, während die Geschichte zuvor eher etwas dahinplätschert und nichts wirklich Spannendes passiert. Das Buch hat jedoch einen sehr schönen Schreibstil und so liest sich der Text wirklich angenehm, aber eben komplett ohne Spannungsbogen. Ich kann mir denken, dass das Buch auch einigen Lesern sehr gut gefällt, eventuell war meine Erwartungshaltung einfach zu hoch.

Das Cover, gestaltet von Max Meinzold, ist unglaublich toll und wertet die Geschichte sehr auf. Ich konnte mir Johanna so gut vorstellen und auch beim Lesen habe ich ab und zu eine verträumte „Coverpause“ gemacht. Hier gibt’s es ganz klar wieder volle Punktzahl.

Fazit: Eine kurzweilige schöne Geschichte über das Älterwerden und die Phasen eines Teenagers, gespickt mit dem Thema Tierschutz – die viel Potenzial hat, aber nicht komplett ausgeschöpft wurde. Dennoch lesenswert und 3,5 Punkte!

Bewertung vom 18.01.2021
Der Buchspazierer
Henn, Carsten

Der Buchspazierer


ausgezeichnet

Das Buch „Der Buchspazierer“ von Carsten Henn hat mich von der ersten Seite an begeistert. Es beginnt mit den Worten „Es heißt, Bücher finden ihre Leser – aber manchmal brauchen Sie jemanden, der ihnen den Weg weist.“ Und so war es bei mir auch: Dank Lovely-Books habe ich dieses tolle Buch gewonnen – und so hat es seinen Weg zu mir gefunden – ich schlug sie ersten Seiten auf – und befand mich wieder in der alten aber hübschen Buchhandlung „Am Stadttor“. Diese Buchhandlung ist besonders, denn der Buchhändler Carl Christian Kollhoff bringt seinen Kunden ihre bestellten Bücher nach Hause, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Stadt. Diese Menschen sind für ihn mit der Zeit wie Freunde geworden – heimlich hat er ihnen sogar Namen aus bekannten Buchwerken gegeben, wie z.B. Mr. Darcy oder Frau Langstrumpf. Aber auch sie sehen Carl als einen guten Freund, als eine enge Verbindung zu ihrem teils schrägen, traurigen, einsamen Leben. Auf seiner täglichen Tour begleitet ihn eines Tages überraschend ein neunjähriges Mädchen – die kleine Schascha. Alle Versuche, das kleine smarte und aufgeweckte Mädchen abzuwimmeln, scheitern. Als Carl eines Tages dann seine Anstellung bei der Buchhandlung verliert, und er sich komplett zurückzieht, ist es wieder einmal Schascha, die eine brillante Idee hat….
Meine Meinung: Der Autor bezeichnet dieses Buch als „Wohlfühlbuch“ und wenn man das Buch liest oder gelesen hat, versteht man, was er damit meint. Carsten Henn hat hier für sich, aber auch für seine Leserschaft ein Herzensbuch geschaffen – weil es sich so wunderschön liest, weil in vielen Zeilen so wundervolle Zitate stecken, weil es einen berührt und man sich wünscht, die Geschichte würde niemals enden. Die Protagonisten, Buchhändler Kollhoff und die kleine Schascha habe ich direkt ins Herz geschlossen. Die Dialoge sind lebendig und bringen einen zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken. Dass das Buch voller Emotionen steckt, bemerkt man spätestens, wenn man sich die Kunden des Buchhändlers betrachtet; jeder hat seine eigene berührende Geschichte. Man fühlt mit und würde dem alten Kohlhoff ebenfalls gerne durch seine Streifzüge begleiten. Am meisten hat mich die Szene des Buchhändlers berührt, das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Am liebsten hätte ich ihn in den Arm genommen und ihm gesagt, dass wir genauso solche Menschen wie ihn lieben und brauchen und er die Menschen mit all den Büchern jeden Tag glücklich macht. Auch die Trauerszene hat mich zutiefst bewegt, der Autor hat auch hier gefühlvolle Szene einfließen lassen, die mich wirklich berührt hat. Ab und zu hatte ich wirklich einen Kloß im Hals – aber dann waren da wieder all die Dialoge mit der kleinen Schascha, die der Geschichte wieder so viel Farbe verliehen haben. Unglaublich schön geschrieben!
Das Setting, dieses kleine Städtchen, fand ich ebenfalls sehr gut dargestellt. Ja, hier ist dem Autor wirklich ein Wohlfühlbuch gelungen, dass vielleicht nicht allen Lesern 100 % gefällt, denn wie man schon in diesem Buch gelesen hat, findet jedes Buch seinen Leser und nicht jedes Buch ist für jeden Leser geschaffen. Dennoch bin ich überzeugt, dass diese Geschichte eine große Leserschaft mit seinem empathischen, gefühlvollen, berührenden und auch witzigen Stil einfangen und begeistern wird.
Wenn man bedenkt, dass dieses Buch ein Debüt-Roman ist, so kann man nur den Hut ziehen: Chapeau!
Das Cover sollte nicht unerwähnt bleiben: Es zeigt wohl eine Szene des Buchhändlers Kohlhoff und der kleinen Schascha. Für mich ideal getroffen.
Fazit: Das perfekte Buch zum Wohlfühlen, chillen und genießen. Kompliment an den Autor für dieses tolle Debüt. Hoffentlich bekommen wir noch mehr zu lesen.

Bewertung vom 28.07.2020
Geburtstag in geheimer Mission / Edda aus dem Moospfad Bd.2
Schaudinn, Jasmin

Geburtstag in geheimer Mission / Edda aus dem Moospfad Bd.2


ausgezeichnet

Was war die Freude groß, als ich endlich die kleine „Edda aus dem Moospfad“ – Band 2 in den Händen halten konnte. Ich war bereits schon von Band 1 absolut angetan und so habe ich mich direkt ins Leseabenteuer der sechsjährigen Edda gestürzt. Naja, noch ist sie sechs, denn ihr 7. Geburtstag steht vor der Tür und da gibt es doch einiges zu planen: Zum Beispiel das Motto ihrer Feier. Schnell ist die Lösung gefunden, als Edda mit ihrem Freund Matti auf dem Sperrmüll alte Computersachen findet. Angetan vom „Agenten-Fieber“ möchte Edda zu einer Detektivparty einladen mit Beschatten und geheimen Missionen – und natürlich einem Agentenausweis ihre Gäste. Doch wen soll sie alles einladen? Ob Milele, die Neue in Eddas Klasse,auch eine Einladung erhält? Schließlich war der Start der beiden nicht so gut, wie man sich manchmal wünscht….

Was für ein supersuperschönes Kinderbuch! Band 2 hat meine Erwartung wieder einmal voll übertroffen, wie es bei Band 1 schon der Fall war. Der Autorin Jasmin Schaudin gelingt es mit einer leichten verständlichen und kindgerechten Sprache, Kindergedanken, Freude und Sorgen gut verpackt in Geschichten einzubinden, dass diese am Ende nicht nur lehrreich, sondern auch unglaublich schön und spannend sind. Sie wagt sich an Themen wie dieses Mal z. B. „Rassismus“ und „Flüchtlinge“ heran und wickelt sie so geschickt ein, dass Kinder verstehen, was es überhaupt bedeutet und dass Menschen, die aus einem anderen Land kommen und anders aussehen als wir selbst, nicht gleich auch anders sind. Eddas Gedanken hierzu sind genau die einer Sechsjährigen und das ist so unglaublich toll zu lesen. Ich habe diese Kapitel wirklich geliebt. Außerdem geht es natürlich um den Geburtstag - und was wünscht sich ein Kind in diesem Alter? Klar: Ein eigenes Haustier. Auch hier hat die Autorin das Thema wieder supersüß umgesetzt. Ebenso habe ich die Kapitel rund um die „Aufgabe der Großeltern“ geliebt. Oft habe ich an die eigene Kindheit zurückgedacht und festgestellt: Manche Dinge ändern sich nie. Auch die vielen Spiel-Ideen für Kinder sind immer wieder geschickt in die Geschichten mit eingeflossen. Hier sollte auf jeden Fall für jedes Kind das ein oder andere zum Nachmachen dabei sein. Das Buch lebt wirklich von den unterschiedlichen Emotionen eines Kindes: Freude, Spaß, Sorgen, Ängste, Wut, Kummer – jedes Kapitel spiegelt auf spielerische Art und Weise die Gedanken eines Kindes so gut wieder, dass sich die Kinder beim Lesen sicher mit Edda oder ihren Freunden identifizieren können – gleiches gilt übrigens für die manchmal genervten Eltern! ;) Edda kann schon eine kleine Zicke sein, dann aber auch wieder so zuckersüß! Auch die Gedanken, das Handeln und Tun der Eltern / Großeltern ist hier wunderschön wiedergegeben, daher finde ich das Buch auch ideal, um es gemeinsam mit den Kindern zu lesen und mit ihnen über das ein oder andere Thema zu „diskutieren“.
Ein großes Lob gibt es natürlich auch wieder für die Illustratorin Iris Hardt. Nicht nur, dass uns das Cover total verzückt und uns Vorfreude auf Eddas „Agenten-Geburtstag“ schenkt – auch im Buch selbst sind viele wunderschöne farbige Illustrationen, die man sich gerne auch mal länger anschaut. Großes Kompliment!
Das Buch eignet sich hervorragend für Kinder ab 6 Jahren zum Vorlesen – zum Selbstlesen vielleicht eher ab 7.
Band 2 kann übrigens für sich allein gelesen werden – Band 1 empfehle ich dennoch, weil man darin erfährt, wie Edda in die Schule kommt und wie sie Mattis kennengelernt hat.

Fazit: Die Kinderbuchreihe „Edda aus dem Moospfad“ kann ich absolut empfehlen.

Bewertung vom 30.06.2020
Südtiroler Leibgerichte
Perwanger, Hanna

Südtiroler Leibgerichte


sehr gut

Wer noch nicht in Südtirol war, hat definitiv etwas verpasst: atemberaubende Landschaften, zeitgenössische Kunst, zahlreiche Burgen und Schlösser und natürlich die vielfältige leckere Spitzenküche mit top Weinen. Genuss pur! Daher musste ich einfach dieses Kochbuch haben, um mir die „Südtiroler Küche“ nach Hause zu holen.

Die Südtiroler Leibgerichte, erschienen im Athesia Tappeiner Verlag schien mir hier genau richtig, denn hier handelt es sich um eine Sammlung zahlreicher Rezepte, die einst von der Großmutter der Perwangers, Hanna Perwanger bereits schon 1967 veröffentlicht wurden. Die Gerichte sind noch auf der Speisekarte des Zirmerhofs in Radein zu finden. Der absolute Klassiker der Südtiroler Kochbücher bietet für jeden Geschmack die beliebtesten Spezialitäten des Landes wie Knödel, Nocken, Nudeln und Plenten. Die Rezepte enthalten detaillierte Angaben zum Nachkochen und farblich liebevoll dargestellt.

Meine Meinung:

Vom ersten Eindruck her war ich sehr begeistert. Nach einer kleinen Einleitung und Geschichte Südtirols folgen Kapitel wie Gemüse, Salate, Vorspeisen und Soßen. Das Buch ist dann in folgende Rezeptkategorien untergliedert:

Suppen
Knödel, Nudeln, Nocken, Plenten
Allerlei Gesottenes und Gebratenes
Südtiroler Obstspezialitäten und Süßspeisen
Kuchen, Torten, Strudel und Zelten
Törggelen- Köstenessen oder was man alles aus Kastanien machen kann
Südtiroler Brot
Südtiroler Küchensprache, hier werden etliche Begriffe in den Rezepten erläutert
Register A-Z

Hier hatte man beim Blättern der Seiten wirklich das Gefühl, dass alle Rezepte vorhanden sind, die ein Südtiroler Kochbuch ausweisen muss: Frittatensuppe, Topfenknödel, all die leckeren Nocken – und sogar meine heißgeliebten Vinschgerl waren darin zum Nachbacken enthalten. Zudem gibt es noch reichlich neue Rezepte, die wir zwar schon kennen – aber nach Perwanger Art einfach mal nachgekocht haben (Risotto). Zwar hatten wir mit den Mengenangaben anfangs ein paar Probleme, aber man kommt gut rein. Was direkt auffällt: Hier wird an Kalorien nicht gespart. Was anfangs auch im Buch erwähnt wurde, die Rezepte wurden inzwischen dem heutigen Bedarf etwas angepasst, früher hatte man eben weniger und man hat fettreicher / reichhaltiger gekocht.

Womit ich jedoch mein Problem habe ist mit der Kategorie: Allerlei Gesottes und Gebratenes. Okay, ich gehöre generell nicht zu den großen Fleischessern, habe mir aber im Urlaub schon hin und wieder mal Leberknödel gegönnt oder etwas Wildschwein. Doch hier fallen Gerichte auf, die so gar nichts meins sind: Hirnpavesa (Kalbshirn), Kalbsnierenbraten, Kalbskopf gebacken, Fasan gebraten.... muss nicht sein! Oftmals braucht man Zutaten, die bei uns in der Metzgerei gar nicht erhältlich sind (Kutteln, Kalbslunge). Das Buch ist so an die Region gebunden, dass man diese Zutaten hier nur schwer erhält (Fasan, Gamsfleisch). Zudem würde ich all die Gerichte aus Innereien auch nicht in Südtirol bestellen, und sind mir auch in den hiesigen Restaurants nie auf den Speisekarten aufgefallen. Insofern ist das natürlich sehr schade. Da ich mich aber wie schon erwähnt eh lieber vegetarisch ernähre, ist das für mich nicht weiter schlimm, denn in allen anderen Kategorien habe ich tolle Gerichte gefunden, die mir auch sehr gut geschmeckt haben.

Fazit: Jemand, der die alt-traditionelle Südtiroler Küche schätzt und auch keine Probleme mit deftiger Kost hat, der ist hier genau richtig. Schön, dass uns Hanna Perwanger an all den leckeren Gerichten teilhaben lässt.

Bewertung vom 30.06.2020
Das Antiquariat der Träume
Simon, Lars

Das Antiquariat der Träume


ausgezeichnet

„Bücher können einen Menschen und die ganze Welt verändern, sie können einem zum Lachen bringen, sie können einen zum Weinen bringen, sie können einen verzaubern und sogar die Seele retten, davon bin ich überzeugt.“

Meine Meinung: Das Buch „Antiquariat der Träume“ vom Autor Lars Simon konnte mich von Anfang an mitnehmen. Sprachlich ist es sehr gut gelungen, die Worte fließen mit den Zeilen nur so dahin und man saugt sie förmlich auf. Die Idee, fiktive literarische Figuren hier einzubauen, ist sicherlich nicht neu, aber dennoch durch die verschiedenen ausdrucksstarken Charaktere sehr gut umgesetzt. Auch das Setting fand ich sehr gut ausgesucht, das beschauliche, eher ländliche und ruhigere Hedekas passt perfekt als Rückzugsort, der gravierende Unterschied zum belebten Stockholm wurde in Kapitel 2 umso deutlicher. Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt, wobei es in den Jahren immer wieder hin und her springt, was den Lesefluss zwar meiner Meinung nach nicht beeinflusst, aber ich persönlich nicht so mag. Auch die Protagonisten sind sehr sympathisch, Agnes, eine treue Seele an der Seite von Johann verzaubert das Café seines Antiquariats immer mit köstlichen Kuchen mit tollen literarischen Namen. Auch deren Bruder, der Pfarrer, ist Johan immer wohlgesonnen. Einzig seine Selbstgespräche irritieren beide immer wieder und als Leser fragt man sich schon selbst: Erscheinen die Figuren ihm wirklich oder hat er Halluzinationen? Johan konnte ich mir jedoch nicht wirklich vorstellen, er erschien mir selbst etwas blass – wie ein angestaubter Antiquar, hier hätte ich ihn mir doch etwas „lebhafter“ gewünscht. Seine Liebe zu Lina begleitet das ganze Buch und man fragt sich, war sie auch nur eine fiktive Figur? Der Epilog am Ende klärt zum Schluss des Buches auf und war für mich auch der aussagekräftigste Teil, der mit den wahren Worten schließt: „Es lohnt sich immer, nach guten Menschen und guten Büchern die Augen offen zu halten“. Das trifft hier wirklich zu. Dieses Buch hat meine Liebe zu Büchern nochmal bestätigt!
Das Cover gefiel mir nicht ganz so gut, doch wenn man bedenkt, dass die Geschichte in den 80er Jahren spielt, ist es dieser Zeit wohl etwas angepasst. Für mich hätte es dennoch etwas moderner sein können.
Hervorzuheben sind an dieser Stelle aber noch all die wunderschönen Zitate im Buch, die der Autor Lars Simon mit viel Liebe in die Buchzeilen hat einfließen lassen; eines davon habe ich ja eingangs erwähnt! Hier ist defintiv ein Autor am Werk mit viel Liebe zur Literatur, dem Schreiben und zu seinen Büchern! ;)
Fazit: Ein Buch, das die Liebe zu den Büchern neu erstrahlen lässt und dir zeigt, dass es sich lohnt, um das zu kämpfen, was einen wichtig ist, sich nicht vom Weg abbringen zu lassen und auf die innere Stimme zu hören – egal, ob schwarz oder weiß! ;) 4,5 Punkte!