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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Jackiistz
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Bewertungen

Insgesamt 29 Bewertungen
Bewertung vom 13.10.2021
Wildtriebe
Mank, Ute

Wildtriebe


gut

Der Roman „Wildtriebe“ von Ute Mank behandelt das Thema der Familie mit all ihren gemeinsamen Eigenarten und all ihren Mitgliedern und deren eigenen Eigenarten. Ein schönes Buch, um wieder einmal mehr zu sehen, dass verschiedene Generation einer Familie nicht immer den gleichen Weg einschlagen müssen.

Auf dem Betches Hof wurde von Anbeginn der Zeit immer schon hart gearbeitet. Auch die Frauen packten kräftig mit an, sodass der Betches Hof einer der größten und reichsten Höfe im Dorf wurde. Für Lisbeth war es immer so gewesen und sie war der festen Überzeugung, dass es auch für ihre nachfolgenden Generationen so sein würde. Denn in der Regel ist es so, dass eine Frau auf den Hof ihres zukünftigen Mannes einheiratet. Oder wie bei Lisbeth der Mann auf den Hof der Frau. Zusammen mit ihrem Mann Karl hatte Lisbeth ein paar sehr schöne Jahre und mit ihrem Sohn Konrad sollte der Hof einen Erben und der Fortbestand gesichert sein. Auch Konrad geht auf dem Hof voll auf uns erledigt die Arbeiten, so wie es seit jeher gemacht wird. Nur als auch er endlich heiratet, kommt eine Frau auf den Hof, für die das alles eine ganz neue Welt ist. Marlies möchte sogar selbst in der Stadt arbeiten gehen. Ein Unding für eine Frau, die auf einen Hof eingeheiratet hat- Dort hat sie andere Pflichten und der Mann verdient das Geld. Aber Marlies ist anders. Sie möchte ihre eigenen Träume leben, arbeitet hart und fleißig in einem Modegeschäft und macht sogar ihren Jagdschein. Das Geschwätz im Dorf ist natürlich sehr groß, ganz zum Leidwesen von Lisbeth. Trotzdem werden die Kämpft der beiden Frauen zu Hause im Stillen ausgetragen. Wer setzt sich durch? Als Marlies‘ Tochter Joanna geboren wird, kommt mit ihr eine weitere Frau auf den Betches Hof. Und die Kämpfe zwischen Lisbeth und Marlies hören nicht auf. Denn Lisbeth mischt sich auch in die Erziehung von Joanna ein. Denn Joanna soll es einmal besser als ihre Mutter machen. Sie soll die Zukunft des Betches Hof sein. Deshalb wird sie von ihrer Großmutter schnell an das Leben auf dem Hof gewöhnt, ihre Mutter jedoch möchte, dass sie ihren eigenen Weg geht. Doch dieser wird nachher ein ganz anderer sein, als es sich die beiden Frauen je vorstellen konnten.

Das Buch ist gutgeschrieben. Ein flüssiges Lesen ist hier gar kein Problem. Ich finde es persönlich sehr spannend zu erfahren, welchen Weg die Enkelin, Joanna, auf dem Hof einschlagen wird. Dieser Teil der Geschichte war für mich am spannendsten und wird auch wirklich erst so richtig gegen Ende aufgeklärt. Es ist auch immer wieder krass zu sehen, wie sich manche Generationen voneinander unterscheiden können. Da ist zum einen Lisbeth mit ihrem konservativen Bild einer Frau. Sie ist ihr ganzes Leben lang in der Rolle dieser Frau geblieben und man wird es vermutlich auch nicht mehr aus ihr herausbekommen. Und zum anderen gibt es da Marlies, die eine junge, emanzipierte Frau, die gerne ihr eigenes Geld verdient und sich auch für ihre Tochter ein Leben fernab des Hofes wünscht. Identifizieren kann ich mich persönlich natürlich besser mit Marlies. Jedoch liegt die Geschichte des Betches Hof schon viele Jahre zurück, weshalb ich auch verstehen kann, wie schwer es für Lisbeth sein muss, einen solchen Wandel der Frau zu beobachten. Die Männer im Buch spielen meiner Meinung nach eher Nebenrollen. Karl ist immer sehr ruhig und hält sich mit Aussagen zurück. Auch Konrad wirkt auf mich eher so, als würde der Konflikte vermeiden wollen. Alles in allem fand ich dieses Buch nicht schlecht. Auch wenn ich mir ein paar Aussprachen oder kleinere Konflikte gewünscht hätte. Mit Reden hätte man vielleicht das ein oder andere Problem aus dem Weg schaffen können.

Bewertung vom 22.07.2021
Freiflug
Drews, Christine

Freiflug


sehr gut

In dem Roman „Freiflug“ von Christine Drews geht es um eine junge Frau, die für ihr Recht kämpft und alles dafür gibt, um ihren großen Traum leben zu können: Pilotin bei der Lufthansa zu sein! Dabei erhält sie Unterstützung von einer anderen, starken Frau, die auch lange für ihren Traum kämpfen musste. Den Traum einmal eine eigene Kanzlei als Anwältin zu führen. In den 70er Jahren sind das alles andere als realistische Träume für Frauen.

Rita Maiburg ist geschockt, als sie die Absage der Lufthansa auf ihre Bewerbung hin erhält. Viele Jahre tat sie alles für ihren Traum um selbst Pilotin zu werden. Die vielen Flugstunden, der sehr teure Flugführerschein und der Spott und Hohn anderer (vor allem der, der Männer) waren der Preis, den sie dafür zahlen musste. Und nun das. Die Begründung? Nun, heute wohl undenkbar, in den 70er Jahren harte Realität: Die Lufthansa stellt generell keine Frauen als Piloten ein. Diese Ungerechtigkeit möchte sich Rita allerdings nicht gefallen lassen und verbündet sich mit einer anderen Frau, welcher ihrer Karriere auch viele Steine in den Weg gelegt wurden. Katharina Berner kommt aus gutem Hause, wollte aber schon immer alles anders machen als ihre beiden Schwestern Hanna und Eva. Die haben nämlich gut geheiratet und verbringen ihr Dasein als Mütter. Gar keine Option für Katharina! Sie will Anwältin werden und hat es letztendlich auch geschafft. Auch dieser Preis war hoch, schon im Studium wurde sie von ihren Kommilitonen belächelt und von ihren Professoren dazu angehalten aufzugeben. Nach dem sehr erfolgreichen Studium startete sie ihre Karriere in einer Kanzlei, in welcher sie auch immer nur belächelt wurde. Schließlich wagt sie den großen Schritt und macht sich selbstständig. Rita Maiburg und Katharina Berner finden sich und auch Katharina ist der Meinung, dass man bei der Absage der Lufthansa nicht tatenlos zusehen sollte. Sie gehen es an und verklagen die Lufthansa. Ein großer Schritt zu dieser Zeit und viele Menschen glauben nicht daran, dass die beiden Frauen etwas bewirken können. Ob Rita die Klage gegen die Lufthansa am Ende gewinnen wird, verrate ich an dieser Stelle nicht.

Das Buch hat mich wirklich sehr gefesselt. Eigentlich nicht mein Genre, allerdings konnte ich es einfach nicht aus der Hand legen. Ich schwankte viel zwischen dem totalen Entsetzen über die Zustände in den 70er Jahren und der Bewunderung für Katharina Berner und Rita Maiburg. Mir war gar nicht so bewusst gewesen, wie Frauen in den 70ern noch behandelt wurden. Kaum eine Frau arbeitete in einem anderen Beruf, als die für sie „vorgesehenen Berufe“, wie beispielsweise Kassiererin, Krankenschwester oder Stewardess. Den meisten schien das auch recht zu sein. Oft werden Katharina und Ria von anderen Frauen konfrontiert und gefragt, warum sie überhaupt diesen Aufwand betreiben. Als Hausfrauen und Mütter wären sie mit einem guten Mann doch prima aufgehoben. Furchtbar entsetzt war ich auch darüber, dass es in diesen Jahren noch hieß „Vergewaltigung in der Ehe gibt es nicht“. Ein Gesetzt dazu wurde erst einige Jahre später eingeführt. Für mich wirklich ein großer Schock. Ich dachte wir wären in der Gesellschaft zu dieser Zeit schon weiter… Generell erfährt man viel über diese Zeit, was sehr interessant ist. Wie die Familien so lebten und was sich gehörte und was nicht. Dieses Buch basiert auf einer wahren Geschichte, was es für mich umso stärker und intensiver gemacht hat. Ich bewundere beide Frauen gleichermaßen und wüsste nicht, ob ich selbst damals zu dieser Zeit den Mut für diesen Schritt gehabt hätte. Das Buch mit seinen 350 Seiten lässt sich gut und flüssig lesen. In erster Linie gefällt mir selbst die Geschichte um das Recht der Frauen zu dieser Zeit am besten. Es kommt aber auch ein wenig Liebe und Freundschaft dazu, die das Buch noch abrunden. Das Ende war für mich wirklich ein kleiner Gänsehautmoment, da ich weiß, dass es sich hierbei um eine wahre Geschichte handelt. Das Buch ist wirklich empfehlenswert!

Bewertung vom 13.04.2021
Der Verdacht
Audrain, Ashley

Der Verdacht


ausgezeichnet

„Der Verdacht“ von Ashley Audrain ist ein Roman, der mich wirklich von Seite eins an total gefesselt hat. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen!

In diesem Roman geht es um Familienbande, Verstrickungen und darum, dass man seine Vergangenheit und die der Eltern schlecht leugnen kann.

Das Glück von Blythe und ihrem Mann scheint mit dem Wissen ihre erste Tochter zu erwarten, perfekt zu sein. Doch in Blythe wachsen nach der Geburt immer mehr Zweifel, denn sie sieht schon in den ersten Momenten ihrer Tochter nur Ablehnung in deren Augen. Ablehnung ihr gegenüber. Auch Blythe spürt diese Ablehnung in sich ganz deutlich und je älter ihre Tochter Violet wird, desto mehr Angst bekommt sie vor ihr. Ihr Mann Fox versucht das alles herunterzuspielen, denn er und Violet sind ein Herz und eine Seele. Deshalb kann er auch nicht nachvollziehen, warum seine kleine Tochter eine so große Abneigung gegenüber ihrer Mutter haben sollte. Doch die Ablehnung von Violet wächst ins Unermessliche und auch Blythe merkt immer mehr, dass sie niemals eine richtig, innige Beziehung zu ihrer Tochter haben wird. Deshalb drängt sie auch so auf ein zweites Kind und mit ihrem kleinen Sohn Sam scheint dann alles richtig zu sein. Sie liebt Sam abgöttisch und fällt in ein tiefes Loch, als mit ihm etwas Schreckliches passiert… Auch ihr Mann Fox wendet sich im Laufe der Geschichte immer mehr von ihr ab. Als immer seltsamere Dinge passieren, wischt er diese nur mit einer Handbewegung weg und schlägt seiner Frau eine Therapie vor. Von ihm scheint also keine große Hilfe mehr zu erwarten.

„Der Verdacht“ behandelt das Thema Familienbande sehr intensiv und da auch ich schon einiges über die Stränge in der Familie gehört oder gelesen habe, fand ich dieses Thema sehr interessant. Es ist gut, dass es ein solches Buch gibt, welches auch diese Thematik behandelt. Man fühlt mit Blythe mit, denn sie kommt einfach nicht aus ihren Familiensträngen heraus. Und das ist auch absolut kein Wunder. Denn in „Der Verdacht“ wird nicht nur über Blythes Geschichte mit ihren Kindern erzählt. Es gibt diverse Zeitsprünge in die Kindheit ihrer Mutter und sogar deren Mutter. Liest man sich in deren Geschichten rein, kann man sich gut vorstellen, warum Blythe von Anfang an diese Gefühle hat und trotzdem noch den verzweifelten Versuch unternimmt, aus diesen Banden auszubrechen. Denn ihre Mutter und deren Mutter hatten eine schwierige Kindheit und auch Blythes Kindheit ist keine besonders glückliche gewesen. Oftmals zieht sich das über Generationen hinweg, bis sich jemand entscheidet auszubrechen und diesen Strängen ein Ende zu bereiten. Ob dies Blythe letztendlich gelingt und wie die Zukunft ihrer kleinen Familie weitergeht, verrate ich an dieser Stelle nicht. Eines ist jedoch sicher: Am Ende wurde ich sehr überrascht und würde mir eigentlich eine Fortsetzung dieses Buches wünschen. Denn für mich lässt es viele Fragen offen und man möchte einfach so sehr wissen, wie es mit Violet, Fox und natürlich Blythe weitergeht.

Der Schreibstil war einfach zu lesen, was auch ein Grund war, warum ich so schnell durch dieses Buch kam und es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Natürlich hat mich auch die Geschichte selbst total gepackt gehabt, was ich beim Lesen des Klappentextes erst gar nicht gedacht hätte. Doch das Buch hält viel Spannendes bereit und mit jedem „Puzzleteil“, welches sich durch die einzelnen Geschichten aus Blythes Familie zusammensetzte, wollte ich mehr erfahren.

Bewertung vom 12.02.2021
Die Farbe des Nordwinds
Jahn, Klara

Die Farbe des Nordwinds


weniger gut

„Die Farbe des Nordwinds“ von Klara Jahn ist ein Roman, der auf den Halligen-Inseln spielt. Es geht um die Suche nach einer Heimat und nach sich selbst.

Ellen kehrt nach vielen Jahren wieder zurück auf die Hallig, wo ihre Mutter mit ihr als Kind einst der Liebe wegen hinzog. Lange hielt es Ellens Mutter jedoch nicht dort und sie verließen ihren Lebensgefährten und dessen Tochter Liske wieder. Ellen und Liske haben sich damals prima verstanden und haben wie Schwestern zusammengelebt. Dass Liske nicht besonders begeistert ist von Ellens Rückkehr nach all den Jahren merkt man deutlich. Denn Liske fühlte sich verraten von Ellen und ihrer Mutter. Sie wollte so gerne einmal die Halligen verlassen und dann wurde sie von ihrer „Schwester“ und „Mutter“ verlassen. Ellen versucht alles, damit Liskes und ihr Verhältnis wieder zu dem von damals wird, allerdings verwehrt Liske sich ihr und lässt sie nicht an sich ran. Ellen ist auf die Hallig zurückgekehrt um als Lehrerin die Hallig-Kinder zu unterrichten. Das stellt sich auch schwerer raus, als anfangs gedacht. Denn obwohl es nicht besonders viele Kinder sind, um die sie sich kümmern muss, verlangen diese ihr doch einiges ab. Besonders der kleinen Metha, die nie zur Schule gehen möchte, will Ellen helfen. Als dann auch noch ein Wettbewerb für ein Projekt auf der Hallig ansteht, bei dem es um ein Preisgeld geht, wird die Sache zwischen Liske und Ellen noch komplizierter.

Neben dieser Geschichte rund um Ellen als Lehrerin auf der Hallig, spielt das Buch noch in einer weiteren Zeitepoche. Im 19. Jahrhundert gab es auch einen Lehrer auf der Hallig, den es zuerst von seiner Heimat auf das Festland zog, um dann letztendlich auf die Hallig zurückzukehren. Dabei ist es sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich und doch gleich die beiden Lehrer sind. Und auch die Hallig-Bewohner könnten damals und heute nicht unterschiedlicher sein. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die nicht zu leugnen sind. Dies am Ende des Buches zu bemerken war wirklich spannend. Allerdings war es auch fast das einzige, was mir an diesem Buch gut gefallen hat.

Ich bin zu Anfang schon nur ganz schwer in dieses Buch hineingekommen. Man wird von Fachbegriffen rund um die Halligen wortwörtlich erschlagen. Der Text war für mich so leider nicht flüssig zu lesen und hat einige Stolpersteine bereitgehalten. Andererseits ist es so auch ganz interessant gewesen, etwas über die Traditionen der Halligen zu erfahren. Die Charaktere fand ich sehr gut dargestellt und beschrieben. Jeder Charakter hatte so seine Eigenart und das mochte ich sehr. Man konnte sich zum Beispiel gut in Ellen hineinversetzen, die einfach nur sich selbst und ihre Heimat finden wollte. Auch die Abneigung Liskes gegenüber Ellen war greifbar und man konnte sie gut nachvollziehen. Auch die Kinder in der Schule hat man gut dargestellt. Jedes ist auf seine Art anders. Die Geschichte an sich ist jedoch gar nicht meins gewesen. Ich habe mich eher durch das Buch gequält, als dass ich Spaß daran gehabt hätte. Das lag zum einen natürlich an den vielen Hallig-Begriffen und zum anderen eben an der Geschichte der Halligen selbst, die mich leider gar nicht interessiert. Wer sich aber für die Inseln mit ihrer Landschaft interessiert, wird sicher viel Freude an dem Buch haben.

Bewertung vom 13.10.2020
Das Verschwinden des Dr. Mühe
Hilmes, Oliver

Das Verschwinden des Dr. Mühe


ausgezeichnet

Im Kriminalroman „Das Verschwinden des Dr. Mühe“ von Oliver Hilmes, welcher in den 30er Jahren Deutschlands spielt, geht es um einen verschwundenen Arzt aus Berlin, dessen Fall ein waschechter Cold Case ist. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten basiert und aus dem Berliner Landesarchiv stammt.

Dr. Erich Mühe ist ein gut angesehener Arzt mit seinen eigenen Praxisräumen, einer Ehefrau und eigenen Hausangestellten. Seiner Familie geht es gut und er hat keine Sorgen im Leben. So scheint es jedenfalls. Denn von einem Tag auf den andern verschwindet der Doktor plötzlich und ist einfach nicht mehr aufzufinden. Es wird vermutet, nicht zuletzt von seiner Ehefrau, dass er in einem See ertrunken sein könnte. Die Polizei findet allerdings keine Leiche und steht generell vor mehreren, großen Rätseln, was diesen Fall betrifft. Die Zeugenaussagen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht und als eine Leiche, die nicht der Doktor ist, an dessen verschwundenem Auto gefunden wird, weiß die Polizei gar nicht mehr in welche Richtung der Fall eigentlich noch geht. Es gibt eine Spur, die nach Spanien führt. Diese wird aber nicht weitere verfolgt. Hätte man hier Antworten finden können? Alles viel zu wage für die Berliner Polizei, die sowieso mit anderen Dingen zu kämpfen hat. Die Nazis kommen so langsam aber sicher an die Macht und auch für die Polizei in Berlin ist das keine einfache Situation. Doch der Kriminaler Ernst Keller will den Fall nicht so einfach aufgeben. Auch wenn er am Ende dazu gezwungen wird. Er ermittelt gemeinsam mit seinem Kollegen Schneider in diesem Fall, befragt sämtliche Zeugen wie Dienstmädchen, andere Ärzte und Familie der Mühes. Es bleibt alles erfolglos, auch wenn ein paar interessante Details ans Licht kommen, die nur leider niemals bewiesen und belegt werden können.

Vorab, das Buch ist wirklich sehr spannend geschrieben! Ich konnte es nicht aus der Hand legen und musste einfach erfahren, wie es zu Ende geht. Die Charaktere der Protagonisten werden gut beschrieben. Lediglich bei Schneider hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Über ihn erfährt man sehr, sehr wenig. Hier wären ein paar Hintergrundinformationen über ihn, sein Leben und vor allem sein Leben nachdem er bei der Polizei war, schön gewesen. Ernst Keller, Charlotte Mühe, die Ehefrau des verschwundenen Arztes, dessen Schwester und auch der Gesangslehrer von Frau Mühe, spielen in diesem Roman bedeutende Rollen und die wurden auch perfekt erzählt. Diese Charaktere habe ich wirklich gut „spüren“ können.

Es ist außerdem interessant diese Hintergrundinformationen über die Zeit in den 30er Jahren Deutschlands in diesem Roman genannt zu bekommen. Vieles wusste ich so noch nicht und so war das Lesen des Buches für mich auch eine kleine Geschichtsreise. Man bekommt ein Gefühl für die Zeit und wie sich langsam alles zugespitzt hat. Schrecklich, das alles in diesem Buch noch einmal miterleben zu müssen, allerdings auch wirklich spannend.

Das Buch „Das Verschwinden des Dr. Mühe“ hat mir sehr gefallen. Eigentlich ist diese Art von Roman nicht mein Ding, aber hier konnte ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen und musste wissen, wie es weitergeht.

Bewertung vom 24.06.2020
Die nach den Sternen greifen / Das Grand Hotel Bd.1
Benedikt, Caren

Die nach den Sternen greifen / Das Grand Hotel Bd.1


ausgezeichnet

Im Buch „Das Grande Hotel – Die nach den Sternen greifen“ von Caren Benedikt, geht es um eine Hoteliersfamilie in Binz und Berlin. Die von Presows führen prunkvolle Hotels, die ihren Urlaubern alle Wünsche erfüllen. Luxus, Partys, Varietés, alles was das Herz begehrt.

Das Buch spielt im Jahre 1924 und versprüht auch genau diesen Charme. Die Familie von Presow mit ihren Mitgliedern Bernadette, Josephine, Alexander mit seiner Frau und seinen Zwillingen und Constantin führt seit vielen Jahren ihre Hotels sehr erfolgreich. Bernadette und ihr ältester Sohn Alexander das Grande Hotel in Binz und Constantin das Astor in Berlin. Um an den Erfolg dieser Hotels zu kommen, war jedoch schon einiges nötig. Auch unschöne Dinge mussten erledigt werden, damit die von Prewsos soweit kommen konnten, wie sie es heute sind. Besonders der Sohn Constantin, der das Oberhaupt des Berliner Rings ist, schreckt vor gar nichts zurück um sich und seine Familie zu schützen. So kommt es schon vor, dass Schutzgelderpresser verschwinden und mit einer Kugel im Kopf aus dem Meer gefischt werden. Constantin ist skrupellos und auch seine Mutter Bernadette geht sehr weit um ihr Hotel voranzubringen. Im Buch geht es genau darum zu erklären, was die Familie alles tut um ihren Willen zu bekommen und auch wie sich die einzelnen Charaktere im Buch nach und nach entwickeln. Eine Entwicklung ist bei so ziemlich jeder Figur deutlich zu spüren. Auch ein Geheimnis scheint die ganze Familie zu umgeben. Dieses soll jedoch niemals ans Licht kommen und so versucht Bernadette auch hier die Kontrolle zu haben. Man darf also sehr gespannt auf Band Nr. 2 sein!

Alexander von Prewso und seine Schwester Josephine sind etwas anders. Alexander hält Anteile am Grande Hotel und arbeitet für seine Mutter. Josephine studierte in Paris Kunst. Als sie von ihrem Aufenthalt dort zurückkommt, möchte sie nur noch fort aus Binz und rein nach Berlin zu ihrem Bruder. Bernadette lässt sie allem Anschein nach gerne ziehen und schickt sie nach Berlin um dort ihre Kunst ausleben zu können. Bernadette habe ich als starke, selbstsichere Frau kennengelernt, die von ihren Angestellten sogar gefürchtet wird. Sie wirkt kühl, hat allerdings auch ihre Momente im Buch in denen sie einem richtig herzlich und mitfühlend erscheint. Josephine wirkt zu Anfang des Buches sehr kindisch und dickköpfig. Sie macht im Laufe des Buches jedoch eine Wandlung durch und kommt als reife Frau zurück nach Binz. Alexander ist mir hier gar nicht sympathisch geworden. Er ist eher die Marionette von Bernadette und hat nicht wirklich etwas zu sagen. Er versucht zwar ab und an sich durchzusetzen, das gelingt ihm jedoch nicht. Constantin ist ein unberechenbarer Mann, mit dem man es sich nicht verscherzen möchte. In Berlin kontrolliert er alles. Sein Hotel, seine Angestellten, die Mädchen die für ihn arbeiten und auch das Drogengeschäft. Im Hotel Astor passieren interessante Dinge, die auch mal sehr gefährlich werden können. Spannung ist hier auf jeden Fall vorprogrammiert. Auch Josie erlebt in Berlin allerhand und lernt das Leben so kennen, wie sie es vorher nicht kannte. Wichtig zu erwähnen ist auch Marie Reidel. Sie ist ein Zimmermädchen im Grande Hotel und eine gute Freundin von Josie. Maries Mutter arbeitete schon im Hotel bevor sie starb und Marie führt ihre Arbeit dort weiter. Ihr Vater ist Trinker und sie muss sich mit um ihre kleine Schwester kümmern. Bis auch Maries Leben eine bedeutsame Wendung nimmt und sie sich einmal um 180° dreht. Auch Maries Geschichte scheint noch sehr spannend zu werden und ich kann es kaum erwarten den zweiten Teil zu lesen.

„Das Grande Hotel – Die nach den Sternen greifen“ ist wirklich sehr gut geschrieben. Man kommt schnell durch und auch die Spannung verliert sich in keiner Sekunde des Buches. Die verschiedenen Protagonisten erleben alle ihre ganz eigenen Geschichten, die immer wieder in den Hotels zusammenlaufen. Ich kann das Buch wirklich nur sehr empfehlen und fiebere dem zweiten Teil

Bewertung vom 07.02.2020
Es beginnt / Beastmode Bd.1
Wekwerth, Rainer

Es beginnt / Beastmode Bd.1


sehr gut

Das Buch „Beast Mode – Es beginnt“ von Rainer Wekwerth handelt von fünf Jugendlichen, die alle besondere und sehr außergewöhnliche Fähigkeiten haben. Jeder ist auf seine Weiße besonders und einzigartig, jeder hat mit sich und seinem Leben irgendein Problem. Sie scheinen so unterschiedlich, haben jedoch eine Gemeinsamkeit. Sie sollen die Welt und somit die gesamte Menschheit retten. Dafür werden sie auf eine geheimnisvolle Mission durch ein Energiefeld geschickt, welches kein anderer Mensch bisher lebend wieder verlassen hat.

Die fünf Jugendlichen sind Amanda, eine Jahrtausende alte Götting, Damon, ein vor hunderten vor Jahren beschworener Dämon, Jenny, halb Mensch, halb Kampfmaschine, Wilbur, ein Junge, der von oben bis unten mit seltsamen Runen tätowiert ist und die Zeit für ein paar Sekunden anhalten kann und Malcom, einem Jungen, dem man seine Fähigkeit auf den ersten Blick nicht ansieht. Er hat jedoch die Gabe in gefährliche Situationen hineinzugeraten, ohne dabei ernsthaft verletzt zu werden oder sogar umzukommen. Zu Anfang möchte sich die Gruppe nicht wirklich mit sich und der Mission nicht auseinandersetzen. Doch schnell merken die fünf, dass sie ohne einander nicht auskommen werden und sich brauchen, um die Mission abzuschließen und somit die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Sie sind alle so verschieden, wie es nur sein kann. Doch ziehen sie nicht alle an einem Strang, ändern sich die Vergangenheit, die Gegenwart und auch die Zukunft. Zeit spielt hier eine wichtige Rolle und die Zeit spielt auch gegen die Jugendlichen. Die Zeit ist allerdings nicht die einzige Gefahr. Auch andere haben sich schon aufgemacht um die Zeit zu verändern und somit die Welt aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ob es den fünf „Helden“ vor dem Feind gelingen wird, die Welt zu retten?

Mich hat das Cover des Buches von vorneherein schon super neugierig gemacht. Und auch der Klappentext hörte sich sehr spannend an. Der Schreibstil ist einfach zu lesen und auch die Tatsache, dass die Kapitel alle recht kurzgehalten sind, hat mir gut gefallen. So kam man schnell von einem zum anderen Kapitel. Auch wurde dieses Buch nicht nur aus einer Sichtweise geschrieben. Man bekommt von jedem der fünf Jugendlichen einen guten Eindruck. Man erfährt einiges über deren Gefühle und deren Geschichten, die sie geprägt haben und aus ihnen gemacht haben, was sie heute sind. Allerdings bleiben zu Anfang auch noch viele Fragen, die auch zum Ende des Buches hin noch nicht aufgelöst wurden. Da diese Geschichte jedoch mehrere Teile hat, schätze ich, dass wir nach und nach erfahren werden, wie die fünf zu ihren Fähigkeiten kamen und wie sie dann doch alle zusammenpassen. Leider hatte ich nach den ersten 100 Seiten gar keine Lust mehr weiterzulesen, da sich die Geschichte am Anfang doch sehr gezogen hat und sehr, sehr lange in ein und derselben Zeit gespielt hat. Deshalb bekommt dieses Buch von mir nur 4 von 5 Sternen. Zum Ende des Buches hin jedoch kam noch einmal so richtig Spannung auf und ich war fast schon ein wenig traurig, dass „Beast Mode – Es beginnt“ zu Ende ist. Ich bin nun auf jeden Fall sehr gespannt auf den zweiten Teil, der im August dieses Jahres erscheinen wird. Die letzten fünfzig Seiten des Buches haben auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht.

Bewertung vom 05.11.2019
Dear Evan Hansen
Emmich, Val; Levenson, Steven; Pasek, Benj; Paul, Justin

Dear Evan Hansen


ausgezeichnet

Das Buch „Dear Evan Hanson“ von Emmich, Val; Levenson, Steven; Pasek, Benj; Paul, Justinist auch die Vorlage für ein preisgekröntes Musical und aus diesem Grund macht es mich recht neugierig auf den Inhalt. Bisher habe ich noch kein Buch gelesen, welches auch als Musical aufgeführt wird.

In dem Roman „Dear Evan Hanson“ geht es um Evan Hanson, einen jungen Menschen mit ganz eigenen Problemen, die er Tag für Tag zu bewältigen versucht. Er lebt zwar, aber nicht richtig. In der Schule wird er kaum beachtet und Freunde hat er auch keine. Evan besucht mehr oder weniger regelmäßig einen Psychologen auf, der ihm eine Methode beigebracht hat, mit der er sich täglich selbst aufmuntern soll. Er soll sich jeden Tag selbst einen Brief schreiben, adressiert an Evan Hanson und erklären, warum dies ein guter Tag werden könnte. Der 17jährige Teenager findet diese Methode alles andere als hilfreich, schreibt aber auch seiner Mutter zuliebe jeden Tag weiter. Evans Leben scheint sich aufgrund dieser Briefe schlagartig zu ändern, denn durch ein äußerst seltsames Zusammentreffen mit Connor, einem ebenfalls unbeliebten Mitschüler, bewirkt einer seiner Briefe etwas, was in die völlig falsche Richtung geht. Connor begeht Selbstmord, behält Evans zuletzt geschriebenen Brief davor jedoch für sich. Connors Eltern finden diesen Brief nach seinem Ableben und denken anhand der Begrüßung „Dear Evan Hanson…“, dass es sich hierbei um einen Abschiedsbrief an Connors letzten und einzigen Freund handelt. Da auch Connor nie wirklich Freunde hatte und auch sonst nicht gerade offen gegenüber seinen Eltern, klammern diese sich an seinen „Freund“ Evan und an die Hoffnung darauf, mehr über ihren verstorbenen Sohn zu erfahren. Dinge, die er ihnen so vielleicht nie erzählt hätte. Wie er im Umgang mit seinem „Freund“ war, was er alles in seiner Freizeit unternommen hat. Während Connors Eltern Feuer und Flamme sind Evan quasi zu einem Familienmitglied zu machen, ist Connors Schwester Zoe skeptisch und glaubt nicht so wirklich an die Freundschaft der beiden Jungs. Und um allem noch die Krone aufzusetzen, ist Evan schon seit Ewigkeiten unsterblich in Zoe verliebt. Er steht also im Konflikt mit sich selbst die Sache frühzeitig aufzuklären und Connors Familie beizubringen, dass alles nur ein Missverständnis ist oder mitzuspielen und sich als Connors einzigen Freund auszugeben. Er weiß natürlich, dass dies ein Fehler ist, doch er möchte Connors Familie auch helfen und ihnen mit der Lüge ein besseres Gefühl geben. Zoe findet auch immer mehr Vertrauen zu Evan und hört ihm gerne zu, wenn er über seine gemeinsame Zeit mit Connor berichtet. Was aus einer vermeintlich „kleinen“ Lüge alles entstehen kann, erfahrt ihr in dem Buch „Dear Evan Hanson“, denn es ist ein Paradebeispiel dafür. Die Sache scheint aus dem Ruder zu laufen und droht mehrfach aufzufliegen. Wie Evan am Ende mit dieser Lüge lebt und ob und wie er sie offenbart, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Was ich euch allerdings sagen kann ist, dass mich dieses Buch vom ersten Moment gefesselt hat. Damit hätte ich persönlich nicht gerechnet, da es eigentlich nicht die Art von Buch ist, in der ich regelrecht versinke. Jedoch hatte ich diesen spannenden Roman innerhalb von zwei Tagen gelesen gehabt. Auch wenn mir die meisten Personen eher unsympathisch waren, wie beispielsweise Evan selbst, der einfach nicht die Wahrheit sagen kann, hat mir der Roman echt gut gefallen, da man regelrecht mit Evan mitgefiebert hat und sich ständig fragte, wie die Sache denn jetzt ausgehen mag. Das Buch ist in einer recht jugendlichen Sprache geschrieben, weshalb es für mich auch relativ leicht zu lesen war.

Bewertung vom 11.07.2019
Das Erbe
Sandberg, Ellen

Das Erbe


ausgezeichnet

In dem Roman „Das Erbe“ von Ellen Sandberg, geht es um die Frage das Richtige zu tun oder an sich selbst und somit ein sorgloses Leben zu wählen. Außerdem kommen Gier, Neid und Hass zum Vorschein, die erscheckender nicht sein könnten.

Mona Lang lebt mit ihrem Langzeitfreund Bernd in Berlin, als sie die erfreuliche Nachricht eines Erbes erreicht. Zunächst ist sie verwundert, warum ausgerechnet ihre entfernte Verwandte Klara ihr etwas hinterlassen möchte. Schnell erinnert sie sich an die letzte Begegnung mit ihrer Großtante auf dem 70. Geburtstag ihres Vaters. Die beiden Frauen haben sich gut verstanden und lange gequatscht. Ob dies allerdings für das alleinige Erbe ausreicht? Es scheint so, denn als Mona in München dem Steuerberater von Klara gegenübersitzt, erfährt sie, dass sie die alleinige Erbin ist und ihre Familie keinen Cent von dem vorhandenen Geld sehen wird. Da ist Ärger vorprogrammiert, denn Mona kommt mit ihren Eltern und den beiden Geschwistern Julian und Heike sowieso nicht so gut aus. Als sich dann noch herausstellt, was Mona alles erbt und dass dazu ein sehr altes Herrenhaus in München, das Schwanenhaus, gehört, dreht sich ihr allein schon von der Vorstellung mit ihrer Familie konfrontiert zu werden, der Magen um. Lange lassen die auch nicht auf sich warten und versuchen Mona etwas vom Erbe abspenstig zu machen. Mona jedoch genießt ihr neues, sorgenfreies Leben und lässt sich zunächst einmal nicht beirren. Das einzige, was ihr zu schaffen macht, ist die Aussage von Klara, die in ihrem Testament meinte, dass Mona schon das richtige tun würde. Auch ihre Mutter wirft ihr etwas an den Kopf, mit dem sie nicht so wirklich klarkommt. Das Erbe würde ihr kein Glück bringen. Es scheint mehr hinter diesen Aussagen zu stecken und da Mona Mona ist und dieser Sache auf den Grund gehen möchte, kommt schnell eine alte, grausame Geschichte ans Tageslicht. Denn das Erbe des Schwanenhauses ist nun wirklich kein großes Glück. Es gehörte in der Vergangenheit nämlich einem jüdischen Ehepaar und deren Tochter Mirjam, den Roths. Als Hitler jedoch an die Macht kam, wollten die Roths noch schnell aus Deutschland verschwinden und haben ihr Haus Klaras Familie, den Hackers verkauft. Nun ranken sich Mythem um den Verkauf des Hauses und ob damals alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Mona geht der Geschichte der Roths und auch der Familie Hacker auf den Grund. Dabei kommt so einiges ans Tageslicht und sie scheint längst nicht mehr die einzige zu sein, die etwas vom großen Kuchen des Erbes abhaben möchte.

Ich persönlich finde, dass sich der Roman sehr gut lesen lässt. Es ist auch schön etwas über die damalige Zeit im 2. Weltkrieg zu erfahren und wie eine jüdische Familie um ihren ganzen Besitz und schließlich ihr Leben gebracht wurde. Für mich eine grausame Vorstellung. Nicht jeder von uns hätte so intensiv geforscht, wie es Mona in diesem Fall getan hat. Sie hat nicht lockergelassen und wollte alles aufdecken, was der Familie Roth damals wiederfahren ist. Mona war es jedoch wichtig dies zu tun. Eigentlich ist dies nicht die Art von Buch, die ich für gewöhnlich lese und spannend finde. Das Buch ist aber bis zum Ende hin super spannend geworden und hatte noch so ein paar Überraschungen auf Lager. Am Ende ist es auch für Mona gut ausgegangen und sie hat ihren Frieden gefunden. Genauso wie Klara, die zu Lebzeiten nicht in der Lage war eine Auflösung des Falles zu geben. Das Buch vereint so viele, menschliche Verhaltensweisen und zeigt uns wieder einmal, wie grausam, gierig und egoistisch Menschen sein können, wenn es um Geld geht.

Bewertung vom 07.05.2019
Ich werde fliegen
Czapnik, Dana

Ich werde fliegen


gut

Der Roman „Ich werde fliegen“ von Dana Czapnik ist ein Buch über ein junges Mädchen namens Lucy Adler, die mit ihrer Familie in New York lebt. Sie ist jung, intelligent und sehr sportlich. Sie liebt es Basketball zu spielen und das am liebsten mit ihrem besten Freund Percy. Seit sie denken kann, ist sie in Percy verliebt, der hat bisher ihre Liebe jedoch nicht erwidert. Er sieht sie nur als einen seiner Kumpel und geht (nach Lucys Meinung) immer mit den falschen Mädchen aus. Ihm zu sagen, dass sie in ihn verliebt ist, würde sie sich aber niemals trauen. Auch bei ihren Mitschülern kann sie nicht wirklich glänzen, außer eben beim Basketball. Der Sport ist quasi ihr Leben und auf diesen baut sie auch ihre Zukunft auf. Begehrt sind jedoch immer nur die „schönen, oberflächlichen“ Mädchen. Sie beginnt sich zu fragen, warum sie so gar nicht in diese Welt hineinpasst. Dabei ist sie ein sehr interessantes Mädchen, was viel über das Erwachsenwerden und über das Bild der Frau nachdenkt. Beeinflusst wird sie da außerdem noch von ihrer Cousine Violet und deren Mitbewohnerin. Ihre Gedanken sind tiefgründig und oftmals philosophiert sie viel. Sie glaubt an das Gute in der Welt und auch das Gute in den Menschen. Dennoch wird sie in manchen Lebenslagen bitter enttäuscht und muss feststellen, dass das Leben doch nicht immer so schön oder fair ist, wie man es sich wünscht.

Lucy ist so ganz anders, als ich es in meiner Jungend war, weshalb ich mich leider nicht wirklich mit ihr identifizieren kann. Ich finde es aber schön, auch mal die Sichtweiße eines anderen Teenagers zu sehen und wie dieser seine Jungend in der Schule erlebt hat. Was mir leider gar nicht an dem Buch gefällt ist, wie es teilweiße geschrieben war. Es fallen sehr viele Begriffe aus dem Basketball, die ich gar nicht kannte und die mich dann eben auch ein wenig langweilten. Außerdem finden über das ganze Buch verteilt viele Aufzählungen statt, die es für mein Dafürhalten nicht gebraucht hätte. Dennoch war das Buch recht gutgeschrieben und flüssig zu lesen. Ich hatte es innerhalb von wenigen Tagen durch. Dass mir das Buch nicht gefallen hat, liegt wohl zum großen Teil daran, dass viele Begriffe verwendet wurden, die ich nicht kannte. Sowohl die Begriffe aus dem Sport Basketball, als auch bestimmte Orte, die sich in New York befinden. Auch die Geschichte an sich ist nicht wirklich mein Ding gewesen. Meiner Meinung nach ist dies jedoch Geschmackssache und da ich im Anschluss an das Buch noch eine Weile über Lucy und ihr Leben nachdenken musste, bekommt dieser Titel von mir drei von fünf Sternen.