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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Jackiistz
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Bewertungen

Insgesamt 21 Bewertungen
Bewertung vom 11.07.2019
Das Erbe
Sandberg, Ellen

Das Erbe


ausgezeichnet

In dem Roman „Das Erbe“ von Ellen Sandberg, geht es um die Frage das Richtige zu tun oder an sich selbst und somit ein sorgloses Leben zu wählen. Außerdem kommen Gier, Neid und Hass zum Vorschein, die erscheckender nicht sein könnten.

Mona Lang lebt mit ihrem Langzeitfreund Bernd in Berlin, als sie die erfreuliche Nachricht eines Erbes erreicht. Zunächst ist sie verwundert, warum ausgerechnet ihre entfernte Verwandte Klara ihr etwas hinterlassen möchte. Schnell erinnert sie sich an die letzte Begegnung mit ihrer Großtante auf dem 70. Geburtstag ihres Vaters. Die beiden Frauen haben sich gut verstanden und lange gequatscht. Ob dies allerdings für das alleinige Erbe ausreicht? Es scheint so, denn als Mona in München dem Steuerberater von Klara gegenübersitzt, erfährt sie, dass sie die alleinige Erbin ist und ihre Familie keinen Cent von dem vorhandenen Geld sehen wird. Da ist Ärger vorprogrammiert, denn Mona kommt mit ihren Eltern und den beiden Geschwistern Julian und Heike sowieso nicht so gut aus. Als sich dann noch herausstellt, was Mona alles erbt und dass dazu ein sehr altes Herrenhaus in München, das Schwanenhaus, gehört, dreht sich ihr allein schon von der Vorstellung mit ihrer Familie konfrontiert zu werden, der Magen um. Lange lassen die auch nicht auf sich warten und versuchen Mona etwas vom Erbe abspenstig zu machen. Mona jedoch genießt ihr neues, sorgenfreies Leben und lässt sich zunächst einmal nicht beirren. Das einzige, was ihr zu schaffen macht, ist die Aussage von Klara, die in ihrem Testament meinte, dass Mona schon das richtige tun würde. Auch ihre Mutter wirft ihr etwas an den Kopf, mit dem sie nicht so wirklich klarkommt. Das Erbe würde ihr kein Glück bringen. Es scheint mehr hinter diesen Aussagen zu stecken und da Mona Mona ist und dieser Sache auf den Grund gehen möchte, kommt schnell eine alte, grausame Geschichte ans Tageslicht. Denn das Erbe des Schwanenhauses ist nun wirklich kein großes Glück. Es gehörte in der Vergangenheit nämlich einem jüdischen Ehepaar und deren Tochter Mirjam, den Roths. Als Hitler jedoch an die Macht kam, wollten die Roths noch schnell aus Deutschland verschwinden und haben ihr Haus Klaras Familie, den Hackers verkauft. Nun ranken sich Mythem um den Verkauf des Hauses und ob damals alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Mona geht der Geschichte der Roths und auch der Familie Hacker auf den Grund. Dabei kommt so einiges ans Tageslicht und sie scheint längst nicht mehr die einzige zu sein, die etwas vom großen Kuchen des Erbes abhaben möchte.

Ich persönlich finde, dass sich der Roman sehr gut lesen lässt. Es ist auch schön etwas über die damalige Zeit im 2. Weltkrieg zu erfahren und wie eine jüdische Familie um ihren ganzen Besitz und schließlich ihr Leben gebracht wurde. Für mich eine grausame Vorstellung. Nicht jeder von uns hätte so intensiv geforscht, wie es Mona in diesem Fall getan hat. Sie hat nicht lockergelassen und wollte alles aufdecken, was der Familie Roth damals wiederfahren ist. Mona war es jedoch wichtig dies zu tun. Eigentlich ist dies nicht die Art von Buch, die ich für gewöhnlich lese und spannend finde. Das Buch ist aber bis zum Ende hin super spannend geworden und hatte noch so ein paar Überraschungen auf Lager. Am Ende ist es auch für Mona gut ausgegangen und sie hat ihren Frieden gefunden. Genauso wie Klara, die zu Lebzeiten nicht in der Lage war eine Auflösung des Falles zu geben. Das Buch vereint so viele, menschliche Verhaltensweisen und zeigt uns wieder einmal, wie grausam, gierig und egoistisch Menschen sein können, wenn es um Geld geht.

Bewertung vom 07.05.2019
Ich werde fliegen
Czapnik, Dana

Ich werde fliegen


gut

Der Roman „Ich werde fliegen“ von Dana Czapnik ist ein Buch über ein junges Mädchen namens Lucy Adler, die mit ihrer Familie in New York lebt. Sie ist jung, intelligent und sehr sportlich. Sie liebt es Basketball zu spielen und das am liebsten mit ihrem besten Freund Percy. Seit sie denken kann, ist sie in Percy verliebt, der hat bisher ihre Liebe jedoch nicht erwidert. Er sieht sie nur als einen seiner Kumpel und geht (nach Lucys Meinung) immer mit den falschen Mädchen aus. Ihm zu sagen, dass sie in ihn verliebt ist, würde sie sich aber niemals trauen. Auch bei ihren Mitschülern kann sie nicht wirklich glänzen, außer eben beim Basketball. Der Sport ist quasi ihr Leben und auf diesen baut sie auch ihre Zukunft auf. Begehrt sind jedoch immer nur die „schönen, oberflächlichen“ Mädchen. Sie beginnt sich zu fragen, warum sie so gar nicht in diese Welt hineinpasst. Dabei ist sie ein sehr interessantes Mädchen, was viel über das Erwachsenwerden und über das Bild der Frau nachdenkt. Beeinflusst wird sie da außerdem noch von ihrer Cousine Violet und deren Mitbewohnerin. Ihre Gedanken sind tiefgründig und oftmals philosophiert sie viel. Sie glaubt an das Gute in der Welt und auch das Gute in den Menschen. Dennoch wird sie in manchen Lebenslagen bitter enttäuscht und muss feststellen, dass das Leben doch nicht immer so schön oder fair ist, wie man es sich wünscht.

Lucy ist so ganz anders, als ich es in meiner Jungend war, weshalb ich mich leider nicht wirklich mit ihr identifizieren kann. Ich finde es aber schön, auch mal die Sichtweiße eines anderen Teenagers zu sehen und wie dieser seine Jungend in der Schule erlebt hat. Was mir leider gar nicht an dem Buch gefällt ist, wie es teilweiße geschrieben war. Es fallen sehr viele Begriffe aus dem Basketball, die ich gar nicht kannte und die mich dann eben auch ein wenig langweilten. Außerdem finden über das ganze Buch verteilt viele Aufzählungen statt, die es für mein Dafürhalten nicht gebraucht hätte. Dennoch war das Buch recht gutgeschrieben und flüssig zu lesen. Ich hatte es innerhalb von wenigen Tagen durch. Dass mir das Buch nicht gefallen hat, liegt wohl zum großen Teil daran, dass viele Begriffe verwendet wurden, die ich nicht kannte. Sowohl die Begriffe aus dem Sport Basketball, als auch bestimmte Orte, die sich in New York befinden. Auch die Geschichte an sich ist nicht wirklich mein Ding gewesen. Meiner Meinung nach ist dies jedoch Geschmackssache und da ich im Anschluss an das Buch noch eine Weile über Lucy und ihr Leben nachdenken musste, bekommt dieser Titel von mir drei von fünf Sternen.

Bewertung vom 14.02.2019
Mein Jahr mit Dir
Whelan, Julia

Mein Jahr mit Dir


gut

In dem Roman „Mein Jahr mit Dir“ von Julia Whelan geht es um die junge Ella, die ihr Leben von klein auf fest geplant hat. Sie wusste schon als kleines Kind, dass sie unbedingt nach Oxford zum Studieren gehen wollte. Außerdem hat sie eine große Karriere in der Politik geplant, die sie auch sicher zu erreichen scheint. Ella ist ziemlich erfolgreich, zielstrebig und fokussiert. Trotz einer unfassbar guten Stelle in Amerika, möchte sie trotzdem nach England gehen und ein Jahr in Oxford verbringen. In Ellas Leben gibt es nur sie und ihre Mutter. Ihren Vater hat sie als kleines Kind durch einen Unfall verloren. Einen festen Freund oder eine richtige Beziehung interessiert sie nicht. Sie möchte nur ihre Ziele verfolgen. Da sie auch nie geplant hatte, eine feste Beziehung zu führen, kommt ihr der Gedanke erst gar nicht sich mal so richtig zu verlieben. Die Rechnung hat sie allerdings ohne die Liebe selbst gemacht. Denn aus einem One-Night-Stand wird schnell eine heiße Affäre. Und dann kommen auch noch Gefühle ins Spiel, mit denen Ella nie gerechnet hätte. Ihre Affäre mit Jamie Davenport, der zu allem Überfluss auch noch einen ihrer Kurse leitet, sind beide nur unter der Bedingung eingegangen, dass es bei einer Affäre ohne Gefühle bleibt. Aber sowohl Jamie, als auch Ella entwickeln mit der Zeit mehr füreinander. Doch eine richtige Beziehung möchte Jamie nicht führen und das hat einen geheimnisvollen und sehr traurigen Grund. Jamie ist unheilbar krank. Genau wie sei Bruder Oliver, erkrankte er an einer sehr aggressiven Form von Krebs und hat kaum Überlebenschancen. Ella weiß von alledem nichts und glaubt, dass Jamie sie hintergeht oder einfach nichts mehr von ihr wissen möchte. Als sie es erfährt, bricht eine Welt für sie zusammen und das erste Mal in ihrem Leben muss sie eine richtige Entscheidung treffen. Entscheidet sie sich für die Liebe zu Jamie und steht ihm bei seinem schweren Kampf bei oder fährt sie im Juni, nach ihrem Jahr in Oxford wieder zurück nach Amerika und tritt dort ihren Traumjob an? Die Entscheidung fällt ihr nicht leicht, denn bisher gab es für Ella ja nur die Entscheidung zur Karriere. Doch mit Jamie ist nun alles anders…

Ich finde, dass das Buch sehr gut geschrieben ist. Der Text ist flüssig und ich hatte es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Ab und an bin ich über Fachbegriffe aus der englischen Literatur gestolpert, aber ich finde, dass diese Begriffe ganz eindeutig in das Buch hinein gehören. Leider finde ich, dass alles ein wenig vorhersehbar geschrieben ist. Man konnte sich direkt denken, was als nächstes passiert und wie die einzelnen Personen zueinander finden werden. Neben den Hauptdarstellern Jamie und Ella, gibt es außerdem noch den toten Bruder Oliver, Ellas Mutter, Jamies Eltern Antonia und William, Ellas neue Freunden aus Oxford, Maggie, Charlie und Tom. Außerdem spielt eine gewisse Cecilia eine Rolle in dem Buch. Sie ist mit Jamie und seiner Familie vertraut. Ich persönlich finde, dass Maggie, Charlie und Tom im Buch genug beschrieben werden. Cecilia kommt, meiner Meinung nach, allerdings zu kurz. Man erfährt zwar, was sie mit Jamies Familie zu tun hat, allerdings hätte man ihre Rolle in dieser Geschichte noch weiter ausführen können. Insgesamt ist mir die Geschichte etwas emotionslos geschrieben und da man eben so ziemlich alles vorhersehen kann, auch etwas langweilig.

Das Ende des Buches werde ich euch jetzt nicht verraten. Ich kann euch nur so viel sagen, dass Ella eine Entscheidung getroffen hat. Wie es mit ihrem Leben und ihrem Träumen weitergeht, erfährt man allerdings nicht so wirklich.

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Bewertung vom 31.10.2018
Hybris / Lene Jensen & Michael Sander Bd.4
Jacobsen, Steffen

Hybris / Lene Jensen & Michael Sander Bd.4


ausgezeichnet

Das Buch „Hybris“ von Steffen Jacobsen ist ein spannender Krimi, der sich um die beiden Hauptrollen Lene Jensen und ihren Mann Michael Sander dreht. Die beiden sind verheiratet, ihrer Ehe steht jedoch kurz vor dem Aus, da Michael einen folgeschweren Fehler begangen hat. Lene arbeitet als Kommissarin und Michael ist ein privater Ermittler. Beide sind in ihrem Job mehr als gut. Durch das Verschwinden einer jungen, erfolgreichen Musikerin und das Auffinden einer jungen Frauenleiche, haben die beiden aber immer wieder gewisse Berührungspunkte, an denen sich ihre beiden Fälle kreuzen. Eine junge Frau wird tot aufgefunden. In ihre Haut hat sie sich kurz vor ihrem Tod ihr Geburtsdatum geritzt. Das Kuriose ist, dass sie wenige Monate zuvor auch noch ein Kind geboren hat. Von dem Kind keine Spur. Lene Jensen wird mit dem Fall beauftragt und nähert sich langsam aber sicher einem reichen, größenwahnsinnigen Geschäftsmann, den auch Michael sehr gut kennt. Michael wird unterdessen von einem jungen Mann aufgesucht, der mehr als verzweifelt ist. Seine Freundin, eine berühmte Musikerin, ist seit Monaten spurlos verschwunden. Michael möchte den Fall erst gar nicht annehmen, da sich bisher jeder daran die Zähne ausgebissen hat. Letztendlich tut ihm der junge, verzweifelte Mann aber so leid, dass er es doch tut. Auch ihn führen die Spur der Entführten zu dem reichen Geschäftsmann und seiner eigene Insel. Im Laufe des Buches ahnt man, was die beiden Fälle miteinander zu tun haben. Man möchte es aber gar nicht glauben, da diese Geschichte nach dem Werk eines Wahnsinnigen klingt. Nachdem Michael und Lene beide den Zusammenhang zu einer Kinderwunschklinik festgestellt haben, geht alles ganz schnell und man weiß, welche kranke Idee der Milliardär hatte. Sowohl Michael, als auch Lene geraten dabei in Gefahr und müssen selbst um ihr eigenes Leben bangen. Dabei merken sie allerdings, wie nahe sie sich noch stehen und wie groß ihre Gefühle zueinander eigentlich sind. Werden die beiden überleben? Wird Lene ihrem Mann verzeihen? Und die wohl wichtigste Frage, die sich auch ein wenig durch das gesamte Buch zieht, gibt es sogenannte „Einhörner“? Quasi Übermenschen, deren Gene einfach nur perfekt sind?

Ich finde den Inhalt des Buches sehr spannend und hatte es auch kaum aus der Hand legen können. Es war bei mir super schnell durchgelesen gewesen und ich kann es echten Krimi-Fans nur empfehlen. Bisher hatte ich noch kein Buch von Steffen Jacobsen gelesen, werde aber auf diesen Autor in Zukunft mal ein Auge haben und mir auch seine bisherigen Werke mal genauer ansehen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Man bekommt vom Erzähler immer mal wieder Einblicke in die verschiedenen Charaktere und mir wurde dabei nicht langweilig. Die Geschichte an sich ist auch sehr interessant, da ich bisher noch nichts Vergleichbares gelesen habe. Von mir gibt es eine klare Empfehlung für dieses Buch!

Bewertung vom 16.08.2018
Nacht über Tanger
Mangan, Christine

Nacht über Tanger


sehr gut

„Nacht über Tanger“ von Christine Mangan ist ein Roman, der gut zu lesen war und mich in so manchen Situationen sprachlos gemacht hat. Dabei geht es um die Geschichte von Alice Shipley im Jahre 1956, die versucht in Marokko ihrer Vergangenheit zu entfliehen. Leider gelingt ihr dies nicht.

Alice stammt aus England und hat in ihrer Vergangenheit schon viele Schicksalsschläge erlebt. Als sie noch ganz klein war, sind ihre Eltern ums Leben gekommen und sie wurde letztendlich von ihrer Tante Maude großgezogen. Sie ist ein adrettes, reiches Mädchen, welches aber doch sehr mit dem Tod ihrer Eltern kämpfen muss. Im Internat lernt sie Lucy Mason kennen. Lucy wird zu ihrer einzigen und besten Freundin. Sie teilen alles miteinander und schmieden wilde Zukunftspläne. Bis eines Tages ein schrecklicher Unfall passiert, der alles ändert. Alice verliert wieder einen geliebten Menschen und kommt von dem Gedanken einfach nicht los, dass Lucy etwas damit zu tun haben könnte. Ein ganzes Jahr denkt Alice nicht an Lucy und lernt einen Mann namens John kennen. Mit ihm zieht sie nach Tanger in Marokko. John geht dort total auf, aber für Alice wird Tanger nie ihre Heimat. Trotzdem ist sie zufrieden und hat sich mit diesem Leben abgefunden.

Eines Tages steht jedoch eine alte Bekannte vor der Tür: Lucy. Sie möchte an die schöne Zeit anknüpfen und die Freundschaft zwischen Alice und sich wieder aufleben lassen. Alice lässt sich, zu Anfang doch widerwillig, darauf ein und bekommt von Lucys Plänen nichts mit. Die hat nur eins im Sinn und das ist nichts Gutes. Leider ist das Ende nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Ein bisschen mehr Gerechtigkeit wäre nett gewesen, aber die Realität ist ja manchmal auch nicht nett ;).

Ich konnte das Buch sehr gut lesen und habe mich auch total in die Geschichte hineinversetzten können. Leider ist mir keiner der Charaktere sympathisch geworden. Alice ist sehr sensibel und lässt sich alles gefallen. Das ist der Grund, warum mir dieser Charakter nicht gefällt. Sie kämpft nicht und lässt alles einfach so mit sich machen. Als sie dann zum Ende des Buches hin anfängt zu kämpfen, ist es leider schon zu spät. Ihr Mann John überträgt für mich auch keine Sympathie. Er ist eingebildet, hochnäsig und nutzt Alice in meinen Augen nur aus. Lucy ist ein Mensch, dem ich selbst nie im Leben begegnen wollte. Sie ist böse und hat eindeutige, psychische Probleme. An vielen Stellen im Buch dachte ich mir, dass das doch jetzt nicht wahr sein kann. Warum passiert das? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Wie kann ein Mensch mit so etwas durchkommen? Ich war entsetzt und schockiert über die Gerissenheit von Lucy und wie sie sich durch ihr Leben mogelt. Die Ungerechtigkeit in diesem Buch ist deutlich zu spüren und das finde ich sehr gut. Wenn ein Buch solche Gefühle in mir auslöst, hat der Autor (in diesem Fall die Autorin) alles richtig gemacht.

Gut finde ich auch, dass man das Buch mit 368 Seiten sehr schnell durch bekommt. Es lässt sich leicht lesen und die Geschichte wird nicht durch unnötige und sinnlose Texte in die Länge gezogen. Die Geschichte ist klar strukturiert. Ich kann das Buch „Nacht über Tanger“ weiterempfehlen.

Bewertung vom 08.06.2018
Wahrheit gegen Wahrheit
Cleveland, Karen

Wahrheit gegen Wahrheit


sehr gut

In der Geschichte „Wahrheit Gegen Wahrheit“ geht es um eine Spionageabwehr-Analystin der CIA, Vivian Miller, die in ihrem Beruf nur ein Ziel hat: Russische Spione in den USA zu entlarven. Für diesen Job hat sie ziemlich viel aufgegeben und unter anderem ihre vier Kinder schwer vernachlässigt. Sie ist gut in ihrem Job, leider wohl zu gut, wie sich schon ziemlich am Anfang heraus stellt. Denn sie findet auf dem Rechner eines russischen Agentenbetreuers fünf Fotos von sogenannten „Schläfern“. Eines lässt ihr jedoch den Atem stocken und bringt sie in eine Situation, aus welcher sie unmöglich alleine herauskommen kann. Mit einem Mal stellt sich ihre Welt komplett auf den Kopf und sie weiß nicht, ob ihre Familie jemals wieder die sein kann, die sie vor nicht allzu langer Zeit war. Kann sie ihrem Mann nach dem Fund auf dem Rechner des Agentenbetreuers noch trauen? Ist er der perfekte Lügner? Mit diesen und ähnlichen Fragen quält Vivian sich durch das komplette Buch. Und als sie Matt, ihren Mann, mit ihrem Fund noch konfrontiert, scheint das Chaos perfekt zu sein. Denn er ist nicht unwissend und auf gar keinen Fall überrascht über ihren Fund auf dem Rechner von Juri, dem Agentenbetreuer. Aber was hat Matt mit Juri und den Russen zu tun? Arbeitet er vielleicht für sie? Gehören sie zu seiner Familie? Alles Fragen, auf die Vivian vor dem Fund der Fotos definitiv mit „nein“ geantwortet hätte. Nun ist sie sich aber nicht mehr so sicher…

Sie ist immer wieder hin und hergerissen und kann sich nicht wirklich entscheiden, wie sie nun weiter vorgehen möchte. Meiner Meinung nach ist sie sehr naiv und das nicht nur in ihrer aussichtslosen Lage. Nein, auch in ihrer Vergangenheit, über die man einiges im Buch erfährt, lässt sie sich zu leicht von Matt beeinflussen und ändert ihre Meinung zu Gunsten seiner Meinung. Deshalb ist für mich auch völlig klar, warum sie immer weiter in die Geschichte mitreingezogen wird und sich keine Hilfe von ihren Kollegen und den Behörden sucht. Sie denkt, dass es immer noch einen anderen Ausweg geben kann. Dass ihr Mann der ist, den sie seit über zehn Jahren kennt und mit dem sie vier Kinder hat. Und auch wenn sie immer kurz davor ist die Wahrheit zu erkennen, vertraut sie Matt und wirft ihre Sorgen über Bord.

Das Buch an sich ist sehr spannend geschrieben. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive, also Vivians Sicht. So erfährt man eine Menge über die Person selbst und auch ihre Familie. Die weiteren, genannten Personen im Buch neben Vivian, Matt und Juri sind die vier Kinder Luke, Ella, Caleb und Chase. Außerdem lernt man Vivians Eltern kennen und auch einige ihrer Kollegen. Zum Beispiel ihren Mentor Peter und ihren engsten Kollegen und Freund Omar. Ich muss gestehen, dass mich keiner der Charaktere gepackt hat. Vivian und Matt waren mir einfach nicht sympathisch und alle anderen Figuren waren für mich nicht greifbar, da man nicht allzu viel über sie erfahren hat. Der Schreibstil aus der Ich-Perspektive ist jedoch gut gelungen. Die Kapitel sind nicht sehr lang und sind durch den Erzählstil schnell durchgelesen. Jedes Kapitel endet recht spannend und man kann das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen, da man wissen möchte, wie es mit Vivian und dieser verzwickten Situation weiter geht. Das Ende des Buches war für mich keine große Überraschung, da sich eine solche Geschichte eigentlich schon das ganze Buch über angebahnt hat. Es könnte sicherlich eine Fortsetzung des Buches geben, da das Ende offen ist. Im Großen und Ganzen ist „Wahrheit Gegen Wahrheit“ kein schlechtes Buch. Es ist recht spannend und gut und schnell zu lesen. Die Personen haben mir nur einfach nicht gefallen. Die Geschichte an sich ist aber sehr gut und lässt sich bestimmt auch prima verfilmen.

Bewertung vom 08.03.2018
Was bleibt, sind wir
Santopolo, Jill

Was bleibt, sind wir


ausgezeichnet

In dem Roman „Was bleibt sind wir“ von Jill Santopolo geht es um die Liebe zweier junger Menschen, die sich am 11. September 2001 kennen und lieben lernen. Dieser Tag prägt die beiden besonders, da sie die Tragödie des 11. Septembers zusammen erleben und somit für immer miteinander verbunden sind. Ihre Liebe ist etwas ganz Besonderes und die beiden scheinen in ihr regelrecht zu ertrinken. Es geht um Lucy und Gabe, die seit diesem Tag nicht mehr ohne einander können, sich gegenseitig respektieren und die Wünsche des anderem akzeptieren. Diese Liebe scheint perfekt zu sein, bis Gabe eines Tages beschließt sein Leben in einem fernen Land, weit weg von Lucy weiterzuführen. Seine Berufung treibt ihn dort hin und er lässt Lucy die Wahl. Soll sie hier alles aufgeben, mit ihrer großen Liebe ins Ausland ziehen, ihre eigenen Träume somit begraben oder bleibt sie in New York, lebt hier ihren Traum als Produzentin einer Kinderserie und führt ein erfolgreiches Leben ohne Gabe? Sie entscheidet sich für ihren Traum und die Karriere und so verlieren sich die beiden aus den Augen. Lucy kommt nur schwer mit der Trennung klar und glaubt nicht so recht daran, noch einmal die große Liebe zu finden. Doch es kommt manchmal anders als man denkt und so lernt sie einen charmanten Mann kennen, den sie sogar heiratet und mit dem sie dann auch zwei Kinder bekommt. Ihr Leben scheint perfekt, doch Gabe tritt immer wieder in ihr Leben und ihre Wege kreuzen sich. Gabe hat, genau wie Lucy auch, nie aufgehört sie zu lieben. Was soll man also tun, wenn die große Liebe so nah und doch so fern ist? Wenn sie einen anderen Mann geheiratet hat und eine ganze Familie mit im Spiel ist?

Das Buch hat mich von Anfang an gepackt. Auch wenn mich das Cover, der Titel des Buches und auch der Klappentext nicht so recht überzeugen konnten. Geschrieben ist die Geschichte aus der Perspektive von Lucy, die sie gerade aktuell erzählt. Sie richtet die das Geschriebene direkt an Gabe. Nur an ihn und sonst niemand anderen. Sie fragt Gabe auch oft etwas und möchte von ihm wissen, wie er in ihrer Situation gehandelt hätte. Aber wird sie die Antworten von Gaber jemals bekommen? Wird sie ihm die Chance geben, ihr eine Antwort auf all ihre Fragen zu geben? Die Kapitel sind recht kurz gehalten, was mir gut gefallen hat. So endete ein Kapitel immer recht spannend und man wollte gleich weiterlesen. Man spürt die Emotion im Buch und fühlt mit Lucy mit. Weniger gut gefallen hat mit der Charakter von Gabe. Er war für mich immer der kalte, auf sich selbst bezogene Gabe. Seine Rolle in dem Buch gefiel mir so gar nicht und ich konnte nie richtig verstehen, was Lucy eigentlich an ihm findet.

Das Buch „Was bleibt sind wir“ hatte ich innerhalb weniger Tage komplett durchgelesen. Die Emotionen kamen deutlich herüber und als ich das Buch fertig gelesen hatte, musste ich erst einmal einen Moment schlucken und es ein wenig sacken lassen. Denn das Ende ist doch anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich kann euch so viel schon einmal verraten, es wird nochmals sehr emotional.

Auch wenn ich die Liebe zwischen Lucy und Gabe nicht verstehen kann, finde ich doch, dass dieses Buch sehr lesenswert ist. Mir gefallen der Schreibstil und die Gefühle, die in diesem Buch stecken sehr. Ich kann diesem Buch auf jeden Fall empfehlen und sicher können die, die schon einmal unter großem Liebeskummer gelitten haben, sich in Lucys Lage gut hineinversetzten.

Bewertung vom 28.11.2017
Acht Berge
Cognetti, Paolo

Acht Berge


weniger gut

Das Buch „Acht Berge“ von Paolo Cognetti, handelt von einer Freundschaft, die tiefer geht, als man es eigentlich erwarten würde. Es handelt von Bergen in Italien, der Einsamkeit in diesen und dem Sinn des Lebens. Ein Buch, was ich mir so sicher nicht gekauft hätte. Der Klappentext spricht mich persönlich nicht an, jedoch muss ich sagen, dass ich sehr gut durch das Buch mit nur lediglich 244 Seiten. Ich hatte es innerhalb von einer Woche durchgelesen.

Pietro reist mit seinen Eltern jedes Jahr in ein kleines Dorf am Rande einer Bergkette, denn besonders seinen Vater zieht es schon seit frühester Kindheit in die Berge. Er hat schon so viele erklommen, dass es fast krankhaft wirkt weitere Berge zu besteigen. Seinen Sohn Pietro nimmt er dabei immer mit, auch wenn dieser oftmals gar nicht so begeistert vom Bergsteigen ist. Ihm wird dort oben meist schlecht. In einem Sommer, den die Familie nicht in Mailand verbringt, in welcher Stadt sie eigentlich lebt, lehnt der kleine Pietro Bruno kennen. Einen Jungen aus dem Dorf, den einzigen Jungen wohlgemerkt. Beide freunden sich gleich an, so als wären sie schon immer die besten Freunde gewesen. Sie erkunden zusammen das Dorf, die Wälder darum herum und steigen sogar zusammen mit Pietros Vater auf die Berge. Pietros Mutter sorgt sich um Bruno, da sie davon ausgeht, dass er keine richtige Schulbildung in diesem winzigen Dorf erhält, in dem es sonst keine anderen Kinder gibt. Deshalb nimmt sie ihn unter ihre Fittiche und lernt mit ihm in den Sommern jeden Tag. Auch Bruno und Pietros Vater verstehen sich hervorragend, ganz zum Missfallen von Brunos Vater. Denn eines Tages kommt dieser und nimmt seinen Sohn mit. Er möchte, dass er wie er auf dem Bau als Mauerer arbeitet. Pietros Familie kommt jedes Jahr zurück in das kleine Dorf, aber Pietro und Bruno sehen sich eine lange Zeit nicht, bis sie eines Tages wieder zusammen geführt werden. Sie verstehen sich gleich wieder auf Anhieb, so als wären sie nie voneinander getrennt gewesen. Als Pietros Vater stirbt, hinterlässt dieser den beiden (mittlerweile sind sie zu echten Männern herangewachsen) ein Projekt in den Bergen, um welches sich beide kümmern. Das schweißt sie wieder zusammen und lässt beide merken, wie sehr sie die Berge doch lieben. Unterschiedlich sind sie aber trotzdem, denn der eine lebt jetzt fest in den Bergen auf einer Alm und der andere reist in der Welt umher und besteigt Berge. Dies könnte ihnen aber zum Verhängnis werden…

Das Buch ließ sich, wie schon gesagt, recht gut lesen. Ich kam schnell darin voran, trotz vieler italienischer Bergriffe. Die Geschichte an sich ist nicht so mein Fall. Sie ist zwar schön geschrieben, packt mich aber einfach nicht so sehr. Das Ende hat es leider für mich nicht besser gemacht, da es so abrupt kam und man das Gefühl hatte, dass der Autor hier schnell zum Ende kommen wollte. Auch die Personen im Buch konnten mich leider nicht packen, sie blieben mir doch alle recht fremd und ich fühlte mich keiner Person so richtig nahe. Für Zwischendurch war es aber nicht schlecht und da es eben nur 244 Seiten hat, auch keine große Zeitverschwendung. Wer auf die alltäglichen Geschichten steht, sollte es sich ansehen. Wem der Alltag meist aber zu langweilig ist, für den wird dieses Buch nichts sein.

Bewertung vom 25.08.2017
Das Vermächtnis der Familie Palmisano
Nadal, Rafel

Das Vermächtnis der Familie Palmisano


weniger gut

Das Buch „Das Vermächtnis der Familie Palmisano“ ist ein Roman von Rafael Nadal, der nicht wirklich nach meinem Geschmack ist. Das Buch an sich ist mit seinen 384 Seiten schnell durchgelesen. Aber das war auch das einzig Positive für mich an diesem Buch.

Hierbei geht es um die Familie Palmisano, die im 1. Weltkrieg all ihre Männer verliert. Es erscheint den Familienmitgliedern und auch allen Dorfbewohnern wie ein Fluch, der diese Familie heimsucht und plagt. Die Familie Palmisano hat große Angst vor diesem Fluch und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass er enden mag. Es scheint auch so, als ob einer der Palmisano-Männer überlebt. Vito Oronzo Palmisano hat den Krieg schon fast überstanden, muss aber mit seinem besten Freund Antonio Convertini nochmals in den Krieg losziehen. Der Waffenstillstand ist eigentlich schon unterzeichnet, doch da fallen die beiden Männer an der Front und der Fluch hat sich wieder einmal erfüllt. Was alle anderen aber nicht wissen ist, dass sowohl Francesca Convertini, als auch Donata Palmisano, die beiden Frauen von Vito Oronzo und Antonio ein Kind erwarten. Da Donata aber große Angst davor hat, dass sich der Fluch auch auf ihr Kind übertragen wird, nimmt sie ihrer Cousine Francesca das Versprechen ab das Kind als ihres auszugeben, wenn es denn ein Junge wird. Und wie es das Schicksal so will, gebärt Donata einen Jungen. Sie übergibt ihn direkt nach der Geburt an Francesca, die ein Mädchen geboren hat. Beide Kinder wachsen zusammen als Zwillinge auf und dürfen auch nach dem Tod ihrer Mutter bei Donata, ihrer Zia, bleiben. Die Geschwister Vitantonio (benannt nach seinen beiden „Vätern“) und Giovanna erleben eine schöne Kindheit als Convertini, werden so manches Mal aber auch mit der Strenge ihrer Nonna, Angela Convertini, konfrontiert. All die Jahre geht es den Zwillingen gut, bis der 2. Weltkrieg ausbricht und sie beide in ihn verwickelt werden. Die Angst um Vitantonio ist groß, denn man weiß nicht, ob er diesen Krieg überleben wird oder ob sich der Fluch der Palmisano auch bei ihm bewahrheitet. Beide sehen schreckliche Dinge während des Krieges, finden aber glücklicherweise immer wieder zueinander und kommen sich dabei auch immer näher. Obwohl die beiden in der Zwischenzeit herausgefunden haben, dass sie keine Geschwister sind, plagt sie ein schlechtes Gewissen und sie wissen nicht, ob die Liebe die sie verbindet, erlaubt ist.

Für mich war es in diesem Buch sehr wichtig zu erfahren, ob Vitantonio den Krieg überlebt und somit den Fluch der Palmisano bricht. Das Ende des Buches hat mich jedoch überrascht, da ich es mir so gar nicht vorgestellt hatte. An sich kam ich, wie oben schon geschrieben, ziemlich schnell durch das Buch. Allerdings gab es auch viele Stolpersteine, die mir zu schaffen machen und auf die ich gerne verzichtet hätte. Es sind viele italienische Begriffe gefallen, die ich zum Teil gar nicht aussprechen kann. Es ist natürlich selbstverständlich, dass man Namen von Städten oder Dörfern erwähnen muss, da sie für die Geschichte eine große Rolle spielen. Aber dass es so viele Begriffe waren, fand ich dann doch ein wenig zu übertrieben. Dennoch kann ich nicht leugnen, dass das Buch flüssig zu lesen ist und man es dank seiner geringen Seitenzahl schnell durch bekommt. Für Roman-Liebhaber ist es vielleicht DAS Buch schlechthin, aber mir hat es alleine von der Geschichte her nicht sehr gefallen. Es wird viel über die Weltkriege (vor allen den 2. Weltkrieg) berichtet, was mich in einem Buch für die Freizeit nicht so interessiert.

Bewertung vom 12.06.2017
Die Bestimmung des Bösen / Hall & Hellstern Bd.1
Corbin, Julia

Die Bestimmung des Bösen / Hall & Hellstern Bd.1


sehr gut

„Die Bestimmung des Bösen“ ist ein Thriller, in welchem es um die Hauptfigur Alexis Hall geht, die bei der Kriminalpolizei arbeitet und sich aktuell mit einem sehr schwierigen und besonders brutalen Fall befassen muss. Sie leitet die Ermittlungen in einem doppelten Frauenmord, der brutaler nicht sein könnte. Die Opfer werden tagelang gequält, dann bestialisch ermordet und anschließend noch gedemütigt, indem sie fast nackt an ihrem Fundort abgelegt werden. Der Täter hinterlässt kaum Spuren, weshalb die Ermittlungen nur langsam vorankommen und es nur eine Frage der Zeit ist, bis es weitere Morde gibt. Denn in dieser Sache sind sich alle einig: Es handelt sich um einen Serienmörder und es WIRD noch weitere Morde dieser Art geben.

Als wäre das nicht schon belastend genug für Alexis, kämpft sie nebenbei noch mit den Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Denn als kleines Mädchen verlor sie beide Elternteile auf schreckliche Weise. Ihre Eltern waren Verbrecher und wurden quasi vor ihren Augen erschossen. Anschließend wurde sie von einem Wissenschaftler aus Deutschland, Kasper Hall, und seiner Frau adoptiert. Ihr Adoptivvater sah in ihr aber nicht nur eine Tochter, sondern auch ein kleines Experiment. Da ihre Eltern beide Verbrecher waren und man sie mit schlimmen Mordfällen in Verbindung brachte, will Kasper Hall das sogenannte „Kill:gen“ in Alexis aufspüren und somit beweisen, dass auch das Mädchen zu bösartigen Taten fähig sein könnte. Das belastet Alexis natürlich sehr. So sehr, dass sie sich sogar einredet das Gen wirklich in sich zu tragen. Sie schämt sich so wegen ihrer Vergangenheit, dass sie nicht einmal ihrer besten Freundin und ihrem vertrautesten Kollegen etwas davon erzählt. Als dann noch weitere Frauenleichen auftauchen und diese sogar bekannte Details der Mordopfer ihrer Eltern aufweisen, dreht Alexis völlig durch. Sie kann sich nicht mehr erinnern, was sie zur Tatzeit getan hat und hat auch sonst große Gedächtnislücken, die sich einfach nicht füllen lassen. Hat sie tatsächlich etwas mit den Morden zu tun? Oder spielt ihr irgendjemand aus der Vergangenheit übel mit? Trägt sie das „Kill:gen“ in sich?

Das Buch ist spannend geschrieben, wobei die Spannung sich erst zum Ende des Buches hin so richtig aufbaut. Man meint, dass das Buch dort schon zu Ende ist, aber es kommt auf den letzten Seiten noch eine große Überraschung auf den Leser zu. Für mich war es zu Anfang ein wenig schwierig in die Geschichte hinein zu kommen. Das liegt unter anderem an den vielen wissenschaftlichen und biologischen Fachbegriffen, die im Zuge der Ermittlungen auf den Leser zukommen. Meist habe ich solche Worte gar nicht richtig gelesen, da sie mir zu kompliziert waren. Das dämpft die Lust auf die Geschichte ein wenig. Anderen Lesern geht es da vielleicht anders. Die Biologie ist interessant und besonders bei einer solchen Ermittlung sehr spannend. Alexis spielt die Hauptrolle im Buch. Neben ihr findet man auch noch viele Charaktere aus ihrem Ermittlungsteam, ihrer Familie und ihrem Freundeskreis. Dazu zählt Karin Hellstern, Alexis beste Freundin. Sie ist gleichzeitig Kriminalbiologin und arbeitet zusammen mit Alexis an diesem Fall. Auch Alexis‘ Kollege Oliver Zagorny spielt eine zentrale Rolle im Buch und steht ihr bei, obwohl sie sich ihm nie ganz anvertrauen möchte. Leider hat mich keine der Figuren vom Charakter her zu 100 % überzeugen können. Sie blieben mir trotz einiger Erklärungen fremd. Die Geschichte an sich gefällt mir gut. Auch wie sie aufgebaut ist, finde ich nicht schlecht (vor allem der Aha-Effekt am Ende ist der Autorin wirklich gut gelungen). Nur leider bleiben für mich noch ein paar Fragen offen und einiges kann ich nicht so recht nachvollziehen. Um niemandem etwas vorweg zu nehmen, gehe ich auf diese Punkte hier jetzt nicht ein. Alles in allem fand ich das Buch recht gut. Es fehlt nicht an Spannung (trotz vieler Fachbegriffe), die Geschichte ist interessant und das Ende überrascht, was ich am meisten an einem Buch schätze.