Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: katikatharinenhof


Bewertungen

Insgesamt 117 Bewertungen
Bewertung vom 15.03.2019
Bestimmt schön im Sommer
Fleißig, Marlene

Bestimmt schön im Sommer


schlecht

Die trügerische Schönheit von Galiciens Küste hat eine traurige Geschichte- Adela ertränkt sich und lässt ihre Familie ratlos zurück. Ihre Schwester Maria flüchtet nach Deutschland, gibt sich dort für sie aus und studiert Medizin. Jahre später kehrt Maria nach Hause zurück und stellt sich der Vergangenheit…

Ich lasse mich oft und gerne von tollen Covern zum Lesen eines Buches verleiten, wenn dann auch noch die Leseprobe stimmt, habe ich meist einen Volltreffer gelandet.
Doch hier bei diesem Buch ist alles ganz anders. Das Cover und die Leseprobe täuschen komplett über den negativen Grundkonsens der Geschichte hinweg, lassen mich sogar im Glauben, dass ich eine farbenfrohe und heitere, teils humorvolle Geschichte lesen soll.
Doch dem ist nicht so. Die Erzählung ist von Grund auf mit vielen depressiven Szenen belastet, zieht mich so mit runter und lässt mich ratlos zurück, weil ich das Gefühl habe, das Buch und seinen Hintergrund nicht verstanden zu haben.
Der Roman gleicht eher einem Tagebuch, das dazu benutzt wird, all die negativen Erlebnisse aufzuschreiben und so irgendwie zu verarbeiten. Es entsteht so kein richtiger Lesefluss.
Die Personen wirken wie die früher die Püppchen aus Pappe, denen man Kleider aus Papier angezogen hat. Es ist fast so, als würde man hier diesen Pappfiguren eine Geschichte zwanghaft überstreifen, damit diese nicht ganz so nackt und hilflos durchs Geschehen tapsen müssen.
Ich kann mich mit keinem der Charaktere identifizieren, da sie kein Leben in sich tragen und mir ihre Handlungen viel zu verworren und nicht nachvollziehbar erscheinen. Warum hat Maria erst die Identität ihrer Schwester angenommen, um dann doch später wieder alles auffliegen zu lassen ?
Eine Message habe ich schmerzlich vermisst, da hier vieles wirkt wie einfach lose hingestreut, ohne den wirklichen Sinn zu erkennen ( die Frage, warum sich Adela umgebracht hat, wird auch nicht wirklich geklärt) und die Fäden werden am Ende nicht miteinander verknüpft. Ein Buch ohne Aussage, ohne Charme, ohne Lesespaß :-(

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.03.2019
Das unglaubliche Hochbeet
Kampas, Doris

Das unglaubliche Hochbeet


ausgezeichnet

Dieses Buch macht Lust, sich sofort die Gartenclogs anzuziehen, die Gartenhandschuhe überzuziehen und sofort loszulegen.
Viele, viele hilfreiche Tipps und Tricks machen Lust auf Gemüse aus dem eigenen Garten und man möchte am liebsten sofort loslegen.
Da ist wirklich für jeden etwas dabei - tolle Bauanleitungen für das selbstgewerkelte Hochbeet aus Holz, viele Fotos für Alternativen aus Stein, Metall oder sogar alte Bäckerkisten. Das Highlight für jeden-DIY-Liebhaber ist das Hochbeet aus Palettenholz. Da schlägt das Herz eines jeden Selbstmachers doch gleich höher - die Bauanleitung ist verständlich geschrieben, wie überhaupt alles im Buch.
Durch die direkte Anrede fühlt man sich gleich wohl und es ist fast so, als würde man sich mit einer guten Nachbarin über den Gartenzaun unterhalten und sich gegenseitig Tipps austauschen.
Auch die die vielen Hinweise und Ratschläge zum richtigen Bepflanzen, welches Sorte verträgt sich mit welcher und auch die richtigen Saat- und Erntezeitpunkte lassen den Tatendrang und die Energie wachsen, sofort beim nächsten Sonnenstrahl in den Garten zu flitzen und mit dem Anlegen bzw Bauen des Hochbeetes anzufangen.
Wer keinen Garten hat, auch kein Problem. Doris Kampas zeigt in ihrem Buch, dass es für den Balkon auch andere Möglichkeiten als das klassische Hochbeet gibt. Hier ist vor allen Dingen wichtig, auf die Füllmenge und das Gewicht zu achten, damit der Bewohner der Wohnung unter dem Hochbeetgärtner nicht plötzlich bröckelnden Putz auf seinem Balkon vorfindet :-)
Die Motto-Beete im Buch lassen keine Wünsche offen und so ist wirklich für jeden Geschmack und für jeden Gemüseliebhaber etwas dabei.
Tolle Zeichnungen, die "Einkaufsliste" fürs Beet und der Anbau- & Erntekalender vervollständigen dieses Highlight für Gartenliebhaber und Beetneulinge.
Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen und das eigene Hochbeet zu planen und in die Tat umzusetzen. Wer sagt denn, dass es bei einem bleiben muss ?! *gg*

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.03.2019
Im Schatten der Vergangenheit
Büchle, Elisabeth

Im Schatten der Vergangenheit


ausgezeichnet

Hanna ist auf der Suche nach ihren Eltern und ihren Geschwistern, doch keiner glaubt ihre Geschichte. Zugegeben, es hört sich alles sehr skurril und unglaubwürdig an, doch Hanna lässt sich von nichts und niemand davon abbringen, das da irgendetwas nicht stimmt.
Die Spurensuche führt letztendlich nach Amerika und dort steht ihr Chris zur Seite, doch Hanna ist sich nicht sicher, ob sie ihm wirklich vertrauen kann/soll. Irgendwie gibt es mehr Hindernisse und Fallstricke auf dem Weg zur Wahrheit, seit sie mit ihm gemeinsam auf die Suche gegangen ist.
Und dann stellt Hanna fest, das nichts ist, wie es bisher scheint...

Sie kann es einfach ! Elisabeth Büchle ist für mich der Garant für Bücher, die unter die Haut gehen, die nicht mehr loslassen und das Buch erst aus der Hand legen lassen, wenn tatsächlich der letzte Buchstabe gelesen und das Buch mit einem Seufzer zugeklappt ist.
Mit ihrem neuen Roman "Schatten der Vergangenheit" hat sie ein Meisterwerk erschaffen, das für Herzklopfen, Gefühlschaos und Spannung am laufenden Band sorgt.
Die Geschichte überzeugt mit Ideenreichtum und Tiefgründigkeit, lässt ihre Akteure in einem Strudel aus Schein und Sein agieren und spricht brisante Themen an. Elisabeth Büchle scheut nicht davor, Rassenhass, dem Wahnsinn des Ku-Klux-Clans und Amokläufern hier ein Gesicht zu geben und mit in ihren Roman einzuflechten. Auch gibt sie dem christlichen Glauben eine Plattform, um dem Leser wieder nach all den ketzerischen Missetaten ein wenig zum Luftholen und aufatmen zu verhelfen. Dieses Buch ist anders als all die Bücher, die ich bisher von der Autorin gelesen habe. Es geht noch tiefer unter die Haut, verführt noch mehr zum Nachdenken und lässt so die Fragen nach dem Sinn des Lebens präsenter auftauchen denn je.
Ich mag es, wie Büchle ihre Akteure zeichnet - sie wirken immer echt und authentisch, so als könnten sie mit ihrer Hand aus den Seiten greifen und mich direkt in ihre Geschichte hineinziehen. Es fällt mir unendlich leicht, mich in sie hineinzuversetzen und dieser spannenden und aufwühlenden Erzählung zu folgen und mit ihnen über ihre Grenzen hinauszuwachsen. Bis ins kleinste Detail stimmt hier alles - selbst die Nebencharaktere und ihre Schauplätze sind perfekt ausgereift und ergänzen scheinbar mühelos das ohnehin stimmige Bild .
Dieses Buch ist unberechenbar, aufwühlend, atmosphärisch dicht und einprägsam erzählt und für mich das Beste, was die Autorin bisher geschrieben hat.
Mir bleibt nur, mich vor ihr zu verneigen und meinen Hut zu ziehen!

Herzlichen Dank an Clarissa Gröschen und dem Verlag Gerth-Medien für die kostenfreie Bereitstellung dieses Leseexemplares. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.

Bewertung vom 08.03.2019
Hundeherz und Liebesglück (eBook, ePUB)
Schier, Petra

Hundeherz und Liebesglück (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Flugbegleiterin Elke hat endlich, endlich Urlaub und sehnt sich nach Ruhe, Entspannung dem vollen Verwöhnprogramm, dass sie für sich im Wellnesshotel gebucht hat. In Lichterhaven angekommen, macht ihr ein Wasserrohrbruch einen Strich durch die Rechnung und sie muss mit einem Ersatzquartier vorlieb nehmen.
Statt Wellness und steht jetzt Urlaub auf dem Bauernhof auf dem Programm und Elke fragt sich, wie um Himmels willen sie das 6 Woche aushalten soll. Und dann ist da auch noch Landwirt Bruno, der nicht nur verdammt gut aussieht, sondern auch noch Elkes Herz zum stolpern bringt...

Petra Schier hat mit dem Kurzroman "Hundeherz und Liebesglück" eine perfekte kleine Auszeit vom stressigen Alltag aufs Papier gezaubert und entführt mich nach Lichterhaven, damit ich die wunderschöne Liebesgeschichte von Bruno und Elke kennenlernen darf.
Ich mag die beiden Hauptfiguren, denn sie spielen erst Katz und Maus miteinander, bevor sie merken, dass sie sich ineinander verliebt haben.
Der Roman wird als Rückblende erzählt und ist so eine kleine Liebeserklärung an die Ehe von Bruno und Elke und lässt mich die Entwicklung ihrer Beziehung miterleben.
Die Autorin spielt geschickt mit den Gefühlen der beiden, kleine Kabbeleien würzen das Ganze wie das Salz in der Suppe und auch ein Hund ist wieder mit von der Partie.
Die enge Verbindung zwischen Mensch und Hund wärmt mir das Herz und ich muss gestehen, dass auch ich Ania sofort liebgewonnen habe.
Leider, leider ist dieser Kurzroman viel zu schnell ausgelesen und ich lege das Buch mit einem Seufzer zur Seite.
Wer Lust auf eine kleine Auszeit mit Möwengeschrei, Wellenglitzern und Sand zwischen den Zehen hat, der ist mit dieser liebevollen Romanze bestens versorgt :-)

Bewertung vom 07.03.2019
Blutlauenen
Gasser, Christof

Blutlauenen


ausgezeichnet

Viele Jahre ist es her, dass Cora gemeinsam mit ihrer Jugendclique schöne Zeiten erlebt hat. Ein spontanes Treffen auf einem Jagdhaus bietet die perfekte Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen und die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen.
Cora soll auch von Berufs wegen einige Recherchen betreiben, denn ihr Chef ist einer heißen Geschichte auf die Spur gekommen und Sora findet die Idee grandios, Angenehmes mit dem Nützlichen zu verbinden.
Doch spätestens, als der erste Tote im Jagdhaus Einzug hält wird klar, dass dieses Treffen anders ist, als es auf den ersten Blick scheint...

Hast du schon einmal gespürt, wenn sich die unbarmherzige Hand des Todes nach dir ausstreckt und dich in ein Buch zieht, dort mit all ihrer Macht festhält und dir eiskalte Schauer beim Lesen über den Rücken jagt ?
Genau das ist es, was "Blutlauenen" mit mir macht, wenn ich in der Geschichte versinke und mich in den Seiten verliere.
Christof Gasser erzählt einen atmosphärisch unheimlich dichten Krimi, der wirklich alles zum Vorschein bringt, was es an Spannung, dramatischen Ereignissen und verblüffenden Wendungen gibt.
Seine Akteure lassen sich auf den ersten Blick nicht in die Karten schauen, bleiben auf gewisse Weise geheimnisvoll und geben mir immer wieder Rätsel auf. Viele Spekulationen führen ins Nichts, sodass ich immer wieder überlegen muss, wer hier der Täter ist und den Figuren nach dem Leben trachtet. Eine Geschichte, die heimtückische Rachegelüste, böswillige Täuschungen und Raffgier an den Tag bringt, alte längst vergessene Wunden wieder aufreißt und Geheimnisse ans Tageslicht fördert, die besser im Verborgenen geblieben wären.
Ein Blick in den Abgrund einer menschlichen Seele, der wirklich das bösartige in Person hervorruft.
Eine ungeheure Spannung breitet sich über den ganzen Roman aus, streckt ihre Klauen nach mir aus, hält mich über die komplette Geschichte gefangen und gibt mich erst wieder frei, wenn der letzte Nebelschleier verzogen ist.
Die Erzählung lebt von den Rückblenden, die stückweise die Ereignisse von damals freilegen und so auch einen Blick in das Leben der Beteiligten bietet. Irgendwie hängt alles zusammen, doch der Autor platziert seine Charaktere wie Schachfiguren auf dem Spielbrett. Nie ahnt man den nächsten Zug und so bleibt der Wettkampf gegen einen Unbekannten nervenzerreißend und spannungsgeladen. Er spielt mit der beklemmenden Angst seiner Akteure und genau diese Angst ist es, die auf mich überspringt und mich atemlos und gebannt die Seiten umblättern lässt. Es geht ein regelrechter Sog von den Seiten aus, der mich immer tiefer in die Psychospielchen mit hineinzieht - ein echter Pageturner eben.
So geht Krimi !!

Ich vergebe hier gerne 5 Sterne, 10 hätte das Buch verdient !

Bewertung vom 07.03.2019
Limonadentage
Stone, Annie

Limonadentage


gut

Avery und Cade waren immer unzertrennlich und haben alles geteilt, was es an wunderschönen Kindheitserinnerungen zu erleben gibt: den ersten eigenen Limostand, die erste Liebe, erste zarte Kuss und auch der erste Liebeskummer. Doch dann haben die gemeinsamen Erinnerungen plötzlich einen bitteren Beigeschmack, denn Cade macht aus heiterem Himmel Schluss und verschwindet aus Averys Leben.
Jahre später stehen sich beide wieder gegenüber und Avery stellt sich die Frage, was wäre wenn ?

Das ist mal wieder ein Buch, das mich mit seinem Cover regelrecht zum Lesen verführt und mich neugierig auf die ganze Geschichte gemacht hat. Also, mal wieder mit Feuereifer in das Buch gestürzt und angefangen zu lesen.
Das Buch ist gut, ohne Frage, aber nur was die Schilderungen aus der gemeinsamen Vergangenheit von Avery und Cade betrifft. Diese Rückblicke sind mit ganz viel Herz und Gefühl geschrieben, wecken Erinnerungen an die erste Jugendliebe und lassen mich mit einem warmen Gefühl im Bauch die Seiten lesen.
Doch dann kommt der Schritt ins Hier und Jetzt und damit fangen meine Probleme an. Habe ich anfangs noch gedacht, dass sich hier eine Jugendliebe wieder auffrischt, muss ich allmählich feststellen, dass es sich hier nicht wirklich um eine Liebesgeschichte dreht, sondern es wird mehr oder weniger die Geschichte von einem Technik-Freak (Cade) erzählt, der nur noch die Vermarktung seiner App im Sinn hat.
Außerdem ist mir der erwachsenen Cade einfach zu unsympathisch, zu berechnend und zu egoistisch. Der Cade von heute hat kein Herz im Leib, er sieht nur Dollarzeichen und kann mein Leserherz nicht mehr für sich einnehmen. Auch Avery kann als Erwachsene nicht mehr bei mir punkten und ich frage mich, was mir die Autorin mit dem ersten Teil dieses Fortsetzungsromans eigentlich sagen möchte. Aufgewärmte Liebe schmeckt nicht ? Lass deine Kindheitserinnerungen da, wo sie sind - in deinem Herzen ?
Ich weiß es nicht und ehrlich gesagt, möchte ich den zweiten Teil auch nicht lesen, denn bittersüße Liebesgeschichten mit fahlem Beigeschmack sind nicht ganz so mein Fall. Diese Buch wird sicherlich seine Liebhaber finden - mein Herz hat es nur zum Teil berührt, daher leider nur 3 Sterne.

Bewertung vom 07.03.2019
Für immer in meinem Herzen
Wiggs, Susan

Für immer in meinem Herzen


ausgezeichnet

Susann Wiggs hat mit ihrem neuen Roman "Für immer in meinem Herzen" ein außergewöhnliches Thema angepackt und zu einer wunderschönen, ergreifenden Liebesgeschichte verarbeitet.
Der leichte, lockere Schreibstil entführt sofort in die beiden Welten, die im Roman aufeinander prallen und so für einige Irrungen und Wirrungen sorgen. Der Einblick in das Leben und Wirken einer Amish-Gemeinde ist interessant und abwechslungsreich gestaltet, gut recherchiert und bietet einiges an Information über diese besondere Glaubensgruppe. Der Blick hinter die Kulisse ist Susann Wiggs sehr gut gelungen, denn ehrlich gesagt, habe ich mich bisher noch nicht mit den Amish-People befasst und habe durch das Buch viele neuen Erkenntnisse gewonnen. Die Autorin belehrt nicht, hebt nicht mahnend den Zeigefinger, sondern gibt in diesem Buch den Mitgliedern der Amish-Gemeinde eine Plattform, um einmal etwas genauer hinzuschauen, ohne ein Urteil zu fällen.
Die Figuren sind von der Autorin sehr facettenreich angelegt, vom nach dem Unfall gehandicapten Jonah über ein echtes Ekel namens Asa ist alles dabei, was es zu einem guten Buch braucht. Doch mit Reese und Caleb ist Wiggs ein echtes Traumpaar gelungen. Die beiden Schlüsselfiguren sind so lebendig und authentisch gestaltet, sodass es mir unendlich leicht fällt, in ihre Haut zu schlüpfen und den Kampf gegen alle Konventionen mit ihnen auszufechten.
Ein Buch, das beim Lesen ein echtes Wechselbad der Gefühle hervorruft und durch sein Anders-sein besticht. Daher absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 06.03.2019
Sommer bei Gesomina
Beckerhoff, Florian

Sommer bei Gesomina


ausgezeichnet

Mitten in Berlin lebt eine kleine eingeschworene Gemeinschaft ihr Leben und doch geht jeder seinen weg. Gesomina und ihre Bekannte haben alle Lebensträume, die irgendwie nie in Erfüllung gegangen sind und doch sind sie auf ihre Art glücklich.
Als ona zur Ferienbetreuung zu Gesomina kommt, sie war früher sein Kindermädchen, steht das Viertel Kopf, denn Jona mischt das Leben der Bewohner ordentlich auf, gibt ihnen Hoffnung, Zuversicht und das verbindet...


"Sommer bei Gesomina" ist so viel mehr als ein gewöhnlicher Roman - es ist der gelungene Einblick in das Leben und die Seelen der Bewohner des Berliner Viertels und in das Herz eines kleinen Jungen. Florian Beckerhoff gelingt es scheinbar mühelos, seine Figuren zum Leben zu erwecken und sie so für mich greifbar zu machen. Es ist, als würde mich Jona an die Hand nehmen und durch seine Geschichte führen, mir die Ecken des Viertels zeigen und mich so zu einem Teil der Bewohner zu machen.
Mit viel Gespür für Feingefühl und dem Sinn des Lebens erzählt Beckerhoff die Lebensgeschichte der einzelnen Figuren, die durch das kindliche Nachfragen von Jona immer mehr von der eher anonymen Nachbarschaft zu einem Kreis guter Freunde werden. Das Leben im Viertel wird dadurch vom Autor sehr schön illustriert, bekommt durch Jona und Gesomina erst Herz und Seele und ich erlebe mit, wie sich das Leben im Verlauf der Tage, die Jona bei Gesomina verbring, vor Ort verändert.
Nicht zuletzt von den vielen Köstlichkeiten, die Gesomina für Jona zaubert, bin ich angetan. Als Jona noch kleiner war, hat er den Gerichten aus ihrem Kochbuch wirklich witzige Namen gegeben und ein Gericht begleitet nicht nur mich, sondern auch die Darsteller durch dieses Buch - die Quatschlappen :-)
Ich mag Beckerhoffs Figuren, denn egal ob Jona, Gesomina, Tom, Milan oder Herr Dong - alle Charaktere sind so einzigartig gestaltet, dass sie einem sofort ans Herz wachsen und mich mit ihren Auftritten in den einzelnen Szenen berühren.
Dieses Buch ist das beste Bespiel dafür, dass aus vielen unterschiedlichen Nationalitäten gute Freunde werden können - durch gegenseitigen Respekt und Verständnis für einander. Ein Buch voller kleiner besonderer Augenblicke.

Bewertung vom 05.03.2019
Mörder mögen keine Matjes
Koch, Krischan

Mörder mögen keine Matjes


ausgezeichnet

Die Idylle in Fredenbüll bekommt einen Riss, denn es wird ein Container mit Elektroschrott angespült und zwischen all dem Mist liegt ein Toter. Alles deutet darauf hin, dass der Container aus Hamburg stammt und so macht sich Thies auf in die Großstadt, um den Täter dingfest zu machen. Doch Thies ist nicht alleine - die eingeschworene Gemeinschaft aus der Hidde Kist unterstützt Thies auf der Suche nach dem Bösen...

"Mörder mögen keine Matjes" ist für mich das beste Buch aus der Reihe um den Fredenbüller Polizisten Thies.
Krischan Koch hat hier eindeutig bewiesen, dass er immer noch eine Schippe Spannung und Ideenreichtum mehr drauflegen kann und geizt auch nicht mit schrägen Szenen.
Der Mordfall ist ziemlich verzwickt angelegt, strengt meine kleine grauen Zellen ordentlich an und ich rätsel fleißig mit, wer dem Detektiv das Licht ausgemacht hat.
Viele Spuren führen ins Nichts und ich muss mit meinen persönlichen Ermittlungen wieder von vorne beginnen.
Der Autor verpackt eine supergute Story mit viel Witz und Charme, scheut sich auch nicht aktuelle Themen wie illegale Entsorgung von Gefahrgut und verloren gegangene Container anzusprechen und gibt so dem ohnehin brisanten Fall noch ordentlich Zündstoff mit.
Seine Figuren sind mir über die Dauer der Serie so sehr ans Herz gewachsen, dass ich schon ein stummes Mitglied der Hidden-Kist- Clique geworden bin. Ich liebe die schrägen Charaktere, die alle ihre liebgewonnenen Eigenarten auf ganz besondere Art und Weise im Buch präsentieren dürfen. Sie gehören dazu wie das Salz in der Suppe.
Das Buch liest sich weg wie geschnitten Brot - die Geschichte ist spannend und aufregend, verzwickt und bietet einiges an Geheimnissen, die es zu lösen gilt.
Ein Hoch auf Krischan und seine guten Einfälle - hoffentlich gibt es noch viele, viele dieser Art !
Ich lege das Buch mit einem Seufzer zur Seite und habe dabei Heidi Kabels Lied im Ohr " In Hamburg sagt man Tschüss" - Tschüss, Thies, bis zum nächsten Fall.

Bewertung vom 04.03.2019
Die Stunde der Inseltöchter
Morgan, Sarah

Die Stunde der Inseltöchter


ausgezeichnet

Ich liebe, liebe die Bücher von Sarah Morgan, denn sie vereinen immer eine fesselnde Familiengeschichte mit ganz viel Gefühl und Geheimnissen, die manchmal besser im Verborgenen geblieben wären. Die Autorin weiß von der ersten Seite an mich in ihr Buch direkt hineinzuziehen und mich von ihrer Geschichte zu begeistern, bis ich mit einem Seufzer das Buch zuklappe, wenn der letzte Buchstabe gelesen ist.
Die Einblicke in Laurens Gefühlsleben machen mich sprachlos - so nah war ich noch nie einer Figur in einem Roman und ich konnte ihre Gedanken fast hören, so echt hat sich alles angefühlt. Durch die Perspektivenwechsel variiert die Erzählung, bleibt immer spannend, aufwühlend und bewegend und bietet alles auf, was ein Gefühlskarussell im Verlauf eines Buches zum Rotieren bringen kann.
Ich habe mit den Figuren gelebt, geliebt, gelacht und geweint - ich bin Lauren und erfahre am eigenen Leib, wie es ist, ein solch schwerwiegendes Geheimnis mit sich herumzutragen.
Ich bin Nancy, boxe mich für meine Karriere durch und vergesse so das Wichtigste im Leben - meine Kinder.
Ich bin selten so sehr mit den Charakteren verschmolzen wie in diesem Buch - das Auftauchen in die Wirklichkeit war schon fast schmerzhaft, weil alles vorbei ist.
Sarah Morgan zeichnet wunderschöne, malerische Landschaftsbilder, es ist fast so, als würde ein großes Wandgemälde zum Leben erweckt werden und ich kann mit einem Schritt in dieses Gemälde eintreten und so vor Ort alles miterleben.
Für mich gibt eine nur eine Gleichung, die diesem Buch gerecht wird : Heimlichkeiten + große Gefühle = absolute Leseempfehlung !