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Tara
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Ratingen

Bewertungen

Insgesamt 1486 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Ziebula, Thomas

Waldmann


ausgezeichnet

Spannender Auftakt einer neuen Krimireihe

„Waldmann: Flucht in den Tod“ ist ein fesselnder Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors Thomas Ziebula mit dem Kommissar Thomas Waldmann.

Die Handlung startet mit einer verstörenden Situation im Jahr 2016, in der Hannes Waldmann seine Frau Maria in Lagos verliert. Dieser Verlust hat Spuren hinterlassen, so dass Waldmann eine Auszeit benötigt.
Im Anschluss geht es im Jahr 2022 weiter.
Kommissar Hannes Waldmann kehrt in den Dienst der Bonner Mordkommission zurück.
Er soll den Mord an einem Lokalpolitiker in einem Bordell aufklären.
Gleichzeitig recherchiert die Journalistin Pia Luninger über Frauenhandel und Zwangsprostitution. Sie wendet sich an Waldmann, dem das Schicksal der Frauen aufgrund seiner eigenen Vergangenheit sehr nahe geht.

Der Schreibstil von Thomas Ziebula ist lebendig und fesselnd. Nachdem ich einmal angefangen hatte zu lesen, wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Kapitel sind kurz - 63 auf 448 Seiten. Das sorgt durch wechselnde Perspektiven für einen enormen Sog, da sich immer schnell noch ein weiteres Kapitel lesen lässt.

Thematisch ist das Buch leider sehr aktuell, da es um Menschenhandel, Prostitution, ukrainische Flüchtlinge und Ausbeutung geht.
Es ist aber nicht allein der Kriminalfall, der mich hier gefesselt hat. Vielmehr waren es die interessanten und vielschichtigen Charaktere. Dabei hat mir der Kommissar ebenso gut gefallen wie sein Therapeut oder die engagierte Journalistin. Hier steht jeder für sich. Der Autor zeichnet seine Figuren facettenreich, menschlich und authentisch.

An Spannung wird hier nicht gespart und wer temporeiche Kriminalromane mit authentischer Handlung, aktueller Thematik und interessanten Charakteren mag, liegt mit diesem Buch richtig.
Ich bin jedenfalls schon gespannt auf den nächsten Fall mit Hannes Waldmann.

Bewertung vom 10.01.2026
Riedel, Sabine

Ein Pakt aus Asche und Blut


ausgezeichnet

Ein spannender & mystischer historischer Roman

„Ein Pakt aus Asche und Blut“ ist ein spannender und mystischer Roman der Autorin Sabine Riedel.

Die Handlung beginnt in der Gegenwart. Der Feuerwehrmann Mark hat einem Einsatz bei einem heftigen Waldbrand in Ratingen, bei dem er spürt, dass eine fremde Macht auf ihn übergreift.
Im Anschluss gibt es einen Zeitsprung in die Vergangenheit und es folgen Ereignisse, die bereits mehr als 500 Jahre zurückliegen. Zu dieser Zeit kämpft die Heilerin Helene um das Leben ihrer Schwester Anna, die der Ketzerei bezichtigt wird. Um sie zu retten, lässt sie sich auf einen teuflischen Pakt ein, der die Jahrhunderte überdauert.

Der Handlungsort ist zum größten Teil in Ratingen, womit das Buch für mich ein direktes Heimspiel war. Ich bin in Ratingen aufgewachsen, kenne den Wald und die Umgebung. Von daher habe ich die Erwähnungen und Ortsbeschreibungen geliebt und mir war klar, dass auch die Autorin sich hier gut auskennen muss.
Durch den permanenten Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit lesen sich die Ereignisse spannend und ich war gespannt wie sich die beiden Zeitebenen miteinander verknüpfen lassen.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, jeder hat seine eigene Geschichte, lebt und handelt in seinem eigenem Tempo. Auch die düstere Atmosphäre, die sich durch die Handlung zieht, kam direkt bei mir an.
Schön ist auch die optische Gestaltung des Buches, da durch diese, die Kapitel der Vergangenheit von denen in der Gegenwart abgehoben wurden.

Ich habe das Buch ausgesprochen gerne gelesen, kann es allerdings keinem Genre zuordnen. Es ist spannend, historisch, mystisch und fantastisch zugleich. Wer solch einen Genremix mag, dem wird das Buch bestimmt gefallen und wer in Ratingen wohnt, kann eine neue Seite seiner Heimat kennenlernen.

Bewertung vom 02.01.2026
Nesbø, Jo

Minnesota


ausgezeichnet

Menschliche Abgründe

„Minnesota“ ist ein spannender Kriminalroman und der erste Band mit dem Ermittler Bob Oz des norwegischen Autors Jo Nesbø.

Die Handlung beginnt 2022 in Minnesota. Der Autor Holger Rudi ist aus Oslo nach Minnesota gereist, um über Morde aus dem Jahr 2016 zu recherchieren. Er möchte einen True-Crime-Roman herauszubringen und begibt sich dafür auf Spurensuche.
Im Anschluß gibt es einen Zeitsprung in das Jahr 2016, in der der größte Teil der Handlung spielt und wir Bob Oz kennenlernen.
Bob Oz ist ein genialer Ermittler, allerdings menschlich ein ziemliches Wrack. Es fällt ihm schwer seine Emotionen in Zaum zu halten und sich an Regeln zu halten. Nach tragischen privaten Verlusten ist seine Arbeit zu seinem Lebensinhalt geworden.

Die Handlung ist gut mit dem aktuellen Zeitgeschehen verwoben und Jo Nesbø lässt gesellschaftspolitische Ereignisse geschickt mit einfließen.

Die Kapitel sind sehr kurz - auf gerade einmal 416 Seiten sind es 55 Stück - und tragen Überschriften, die neugierig machen. Die Perspektiven wechseln, so dass beim Lesen ein wenig Konzentration erforderlich ist. Gleichzeitig ist die Story so genial, dass man gar nicht von ihr abschweifen kann. Meine Gedanken waren dermaßen gefesselt, dass ich beim Lesen die Zeit total vergessen habe. Die Handlung war für mich nicht vorhersehbar und dennoch sind die Ereignisse in sich absolut stimmig und schlüssig.

Nach seinen Harry-Hole-Fällen hat der Autor hier wieder einen ausgesprochen interessanten Protagonisten erschaffen, wobei der Täter der Verbrechen ihm in nichts nachsteht.

Ich fand das Buch großartig, da ich gerne in menschliche Abgründe schaue und das Gänsehautfeeling, das während des Lesens eines guten Kriminalromans entsteht, liebe. Für schwache Nerven ist das Buch allerdings nichts. Aber Liebhabern von Thrillern und Krimis kann ich es durchaus empfehlen.

Bewertung vom 02.01.2026
Suchanek, Andreas

Der Tod wischt mit / Tilly Blich ermittelt Bd.2


ausgezeichnet

Spannender und amüsanter Cosy-Crime

„Der Tod wischt mit“ ist der zweite Band aus der Reihe „Ein Fall für Tilly Blich“ des Autors Andreas Suchanek. Die Fälle können unabhängig voneinander gelesen werden, aber ich würde die Reihenfolge einhalten, da es Spaß macht, die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen.

Tilly Blich hat sich mit einer Reinigungsfirma „Plitz und Blank“ in Untertannbach selbstständig gemacht. Ihr neuster Auftrag ist die Reinigung der Schule von Untertannbach. In der Sporthalle stolpert sie direkt über eine Leiche und steht damit vor ihrem nächsten Fall. Wieder ist Kriminalhauptkommissar Stubs zuständig, mit dem Tilly schon bei ihrem ersten Fall aneinandergeraten ist und wieder beginnt Tilly zu ermitteln.

Es geht direkt sehr lebendig und spannend los, so dass ich schon nach wenigen Seiten mitten im Geschehen war. Der Schreibstil von Andreas Suchanek liest sich locker und leicht, dadurch bin ich nur so durch die Seiten durchgeflogen.

Mit Tilly hat er eine sehr liebenswerte und sympathische Protagonistin erschaffen. Sie ist schlagfertig, weiß was sie will, und hat das Herz am rechten Fleck. Auch die anderen Charaktere werden gut beschrieben. Jeder hat etwas Besonderes und hebt sich ab. Natürlich ist auch wieder der Basset Muffin mit dabei, der für jede Menge Chaos und Lacher sorgt.

Die Auflösung konnte ich nicht vorhersehen und hatte Spaß beim Rätseln. Letztendlich war sie stimmig und passend. Für mich war es genau die richtige Kombination aus Spannung und Humor.

Mich haben die Ereignisse in Untertannbach bestens unterhalten und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Einsatz von Tilly, ihrem Team und Muffin.

Bewertung vom 30.12.2025
Hoersch, Judith

Niemands Töchter


ausgezeichnet

Über Herkunft & Identität

„Niemands Töchter“ ist das Debüt der in Berlin lebenden Drehbuch-und Romanautorin Judith Hoersch.
Im Vordergrund der Handlung stehen Alma, Gabriele, Isabell und Marie. Vier Frauen, von denen jede aus ihrer Sicht über ihr Leben berichtet. Sie leben in unterschiedlichen Jahrzehnten und Handlungsorte sind Berlin und die Eifel. Jede der Frauen hat ihr eigenes Leben und geht ihren eignen Weg. Ihre Leben sind voll von Konflikten.
Alma wächst in den 1980er Jahren bei ihrer Mutter Gabriele in der Eifel auf und Isabell bei ihrer Mutter in Berlin. 40 Jahre später suchen Alma und Marie nach ihrer Herkunft. Beide spüren eine innere Leere, die sie füllen möchten.
Das Buch ist angenehm geschrieben, aber trotzdem nicht unbedingt leicht zu lesen, da durch die vielen Zeitwechsel ein wenig Konzentration erforderlich ist. Dadurch hatte ich zunächst Schwierigkeiten in die Handlung hineinzukommen, da mir die Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Lebenswegen fehlten und die Ereignisse nicht chronologisch berichtet werden. Letztendlich ging es aber gar darum, sondern um die Suche nach der eigenen Identität, der Herkunft, den unterschiedlichen Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern und welchen Einfluß diese auf den weiteren Verlauf des Lebens haben.
Die Charaktere werden facettenreich beschrieben. Sie wirken authentisch, da sie nicht perfekt sind, Geheimnisse haben, an sich zweifeln und verletzlich sind. Ihre Entwicklung wird anschaulich und nachvollziehbar dargestellt.
Es ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt und deutlich macht, wie sich die Vergangenheit auf die Gegenwart auswirken kann. Ich habe ihn gerne gelesen und er wird mich noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben.

Bewertung vom 29.12.2025
Blake, Matthew

Sophie L.


sehr gut

Fesselnd und brillant geschrieben

„Sopie L.“ ist nach „Anna O.“ der zweite Thriller des Autors Matthew Blake, mit dem er mich ebenso gefesselt hat wie mit seinem ersten Buch.

Die Gedächtnisexpertin Olivia Finn lebt mit ihrem Sohn in London. Als sie einen Anruf aus Paris erhält, dass ihre Großmutter Josephine verwirrt, unter einem ihrer Bilder in einem Hotel auftaucht, behauptet Sophie zu heißen und dort einen Mord gesteht, macht sich Olivia umgehend auf den Weg.

Der Schreibstil von Matthew Blake liest sich leicht und angenehm. Die Handlung wird in großen Teilen aus der Ich-Perspektive von Olivia erzählt, wechselt aber auch immer wieder in die Vergangenheit in das Jahr 1945. In diesen Rückblenden geht es um Josephine und Sophie. Durch die kurzen Kapitel - 92 auf 384 Seiten - entsteht ein richtiger Lesesog.

Die Anzahl der Charaktere ist recht hoch. Leider bleiben diese zum Teil recht blass und ich konnte lange keine Zusammenhänge erkennen. Dennoch hat mich der Roman gefesselt, da der Autor abwechslungsreich schreibt und auf unbequeme, historische Themen eingeht.

Ein wenig enttäuscht hat mich, dass es nur wenig Hintergrundinformationen zu den bereits im Klappentext angesprochenen verlorenen Erinnerungen gibt. Da wäre - in Kombination mit Olivias Beruf als Gedächtnisexpertin - mehr möglich gewesen.
Trotz dieses kleinen Kritikpunktes habe ich auch dieses Buch von Matthew Blake wieder innerhalb kurzer Zeit gelesen und bin gespannt auf weitere Werke des Autors.

Bewertung vom 25.12.2025
Korten, Astrid

REBECCA - Schatten über Buchan Manor (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Düster, atmosphärisch & fesselnd

„Rebecca - Schatten über Buchan Manor“ ist ein fesselnder Psychothriller der Autorin Astrid Korten.

Handlungsort ist Buchan Manor, ein altes Schloss an der Küste Schottlands. Nach einem brutalem Überfall ziehen Die Psychologin und Bestsellerautorin Fiona Ross und ihr Mann Callum in dieses Schloss - das ein Erbe von Callums Familie ist. Von Anfang an hat Fiona das Gefühl, dass das Haus ihr etwas zuflüstert, zwei Namen: Maisie und Rebecca, zwei Frauen, die vor über 100 Jahren auf Buchan Manor gelebt haben. Ein alter Zeitungsartikel über Rebecca veranlasst Fiona Nachforschungen anzustellen, obwohl es Callum lieber wäre, wenn sie die Vergangenheit ruhen ließe.

Die Ereignisse werden im Wechsel aus der Vergangenheit - zu Beginn des 20. Jahrhunderts - und der Gegenwart aus der Ich-Perspektive von Maisie und Fiona erzählt. Beide Zeitebenen haben mich durch den eindringlichen, atmosphärischen Schreibstil gleichermaßen gefesselt. Bei mir hat sich ein richtiges Gänsehautfeeling eingestellt.
Durch die zahlreichen Wendungen und die kurzen Kapitel - 77 Kapitel auf 314 Seiten - entstand beim Lesen ein richtiger Sog. Es war mir fast unmöglich das Buch aus der Hand zu legen. Ich musste unbedingt erfahren, was in der Vergangenheit vorgefallen war und wollte wissen, warum Callum möchte, dass Fiona die Vergangenheit auf sich beruhen lässt.
Was hier zu Tage kommt und welche Geheimnisse verborgen wurden, ist einfach unglaublich. Die Charaktere sind sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart lebendig gezeichnet und gut ausgearbeitet.

Für mich war dieses Buch ein großartiges Leseerlebnis. Wer gute Nerven hat, eine düstere Stimmung und Spannung mag, dem kann ich diesen Roman nur empfehlen. Ich bin auch nach diesem Buch wieder einmal sehr gespannt, was Astrid Korten als nächstes veröffentlicht.

Bewertung vom 23.12.2025
Stadler, Eva;Ingala, Jutta M.;Lammert, Andrea

KUNTH Konnichiwa Japan


ausgezeichnet

Die Vielfalt Japans - sehr inspirierend

„Konnichiwa Japan: Echte Herzensorte zwischen Manga und Matcha“ ist ein vielfältiger und inspirierender Bildband der Autorinnen Eva Stadler, Jutta M. Ingala und Andrea Lammert.

Auf meiner Reisewunschliste steht Japan ganz weit oben und mit diesem Bildband konnte ich auf eine wunderbare Art und Weise in die Welt meines Sehnsuchtsziels eintauchen.

Japan ist ein kontrastreiches Land und genau das spiegelt sich hier wider.
Schon das kunstvoll gestaltete Cover und die Kirschblüten im Innencover machen Lust auf mehr und wirken in sich wunderbar stimmig.
Die Informationen sind nach Gebieten von Nord nach Süd - von Hokkaido bis Okinawa - unterteilt. Die ausgesuchten Orte wecken Reiselust.
Neben atmosphärischen Bildern, die die Stimmung vor Ort gelungen einfangen, gibt es zahlreiche Informationen über das Land, die Menschen, Traditionen, Kulinarik und vieles mehr.
Die zahlreichen Fotos sind bunt und lebendig, sie fangen das Leben vor Ort direkt ein und machen Lust auf mehr.

Zusätzlich gibt es Informationen zu Herzensdingen, die so ziemlich jeder von Japan kennt und liebt. Diese Informationen zu den für uns typisch japanischen Dingen fand ich sehr aufschlussreich und interessant.

Wer einzigartige Fotografien liebt, sich gerne in fremde Länder träumt oder einen Urlaub plant, den dürfte dieser besondere Bildband begeistern.

Bewertung vom 20.12.2025
Herron, Mick

Down Cemetery Road


sehr gut

Spannende Unterhaltung mit tollen Protagonistinnen

„Down Cemetery Road“ ist der erste Band des in Oxford lebenden Autors Mick Herron mit den Protagonistinnen Zoë Boehm und Sarah Tucker. Die Handlung hat er in seiner Heimat Oxford angesiedelt.

Sarah Tucker lebt mit ihrem Mann Mark in einem ruhigen Vorort von Oxford. Als Hausfrau ist Sarah für den reibungslosen Ablauf ihrer Dinnerpartys zuständig und hat mit der Einladung ihrer Gäste für eine explosive Mischung gesorgt. Das ist allerdings nicht das einzige, was an diesem Abend explosiv ist. In der Nachbarschaft kommt es zu einer Gasexplosion, bei der zwei Menschen ums Leben kommen und lediglich ein kleines Kind - Dinah - durch einen glücklichen Zufall überlebt. Als Sarah das Mädchen im Krankenhaus besuchen möchte, ist es verschwunden. Sarah will Antworten und wendet sich an einen Privatermittler wodurch sie in der Folge auf Zoë Boehm stößt.

Der Schreibstil von Mick Herron liest sich leicht und flüssig. Dennoch dauert es bis es erste Zusammenhänge gibt, da sie Schauplätze immer wieder wechseln und eine recht große Anzahl an Charakteren eingeführt wird.

Die zahlreiche Dialoge machen die Handlung lebendig und durch den schwarzen Humor des Autors habe ich beim Lesen permanent vor mich hingegrinst. Bis sich Spannung aufbaut und auch bis Zoë Boehm auftaucht, dauert es allerdings ein wenig länger.

Sarah und Zoë sind zwei sehr kontrastreiche Protagonistinnen. Während Sarah zunächst eine etwas planlose, gelangweilte Hausfrau ist, die unter den antiquierten Ansichten ihres Manns Mark leidet, ist Zoë hartnäckig und ein wenig eigenwillig. Beide sind keineswegs perfekt und wirken dadurch authentisch.

Das Buch ist weniger ein Thriller, sondern eher ein komplexer Spannungsroman, den ich gerne gelesen habe und der mich nun gespannt auf die Fortsetzung warten lässt.

Bewertung vom 19.12.2025
Lane, Soraya

Die verlassene Tochter / Die verlorenen Töchter Bd.6


ausgezeichnet

Spannend, emotional & herzzerreißend

„Die verlassene Tochter“ ist bereits der sechste Band der Familiengeheimnis-Saga der in Neuseeland lebenden Autorin Soraya Lane. Die Handlung ist jedes Mal in sich abgeschlossen und es ist nicht notwendig die anderen Bände vorab zu lesen.

In 32 kurzen Kapitel, die zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wechseln, erzählt die Autorin auch dieses Mal wieder zwei Liebesgeschichten.

Die Gegenwart beginnt in London. Die Anwältin Rose hat im letzten Jahr sowohl ihre Mutter als auch ihre Großmutter verloren. Zudem hat sie sich von ihrem Freund getrennt und kommt sich ziemlich verloren vor. Als sie vollkommen überraschend erfährt, dass sie von ihrer Mutter ein Gut in Argentinien geerbt hat, hält sie nichts und sie macht sich mutig auf den Weg.

Die Vergangenheit führt nach Argentinien in die 1930er Jahre und es dreht sich alles um die 17-jährige Valentina, deren Vater eine große Ranch besitzt.

Soraya Lanes Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Sie versteht es Gefühle lebendig werden zu lassen, beschreibt ihre Charaktere authentisch und sympathisch. Ich habe sowohl mit Rose als auch mit Valentina sehr gelitten und immer gehofft, dass sich für sie alles zum Guten wendet.

Der stetige Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen sorgt für Spannung und mich haben die Ereignisse in der Vergangenheit ebenso gefesselt wie die in der Gegenwart. Die Autorin hat Gegenwart und Vergangenheit wieder einmal gekonnt miteinander verwoben.
Die unterschiedlichen Erzählperspektiven und Zeitebenen machen die Ereignisse abwechslungsreich.

Nicht nur inhaltlich sondern auch optisch hat das Buch einiges zu bieten. Abgesehen von dem stimmungsvollen Cover und Innencover beginnt jedes Kapitel mit einer kleinen stimmigen Illustration. Eine Kleinigkeit, die das Leseerlebnis für mich gelungen abgerundet hat.

Wer Familiengeschichten, tiefe Emotionen, spannende Geheimnisse mag und gerne in die Atmosphäre Argentiniens eintauchen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt wohin uns die Autorin in ihrem nächsten Band entführen wird.