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Benutzername: Bücherfreundin
Wohnort: Leipzig
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Bewertungen

Insgesamt 121 Bewertungen
Bewertung vom 20.10.2018
Helle Tage, helle Nächte
Baier, Hiltrud

Helle Tage, helle Nächte


sehr gut

In dem Roman "Helle Tage - helle Nächte" von Hiltrud Baier bekommt Frederike von ihrer krebskranken Tante Anna den Auftrag einen wichtigen Brief zu einem gewissen Petter Svakko persönlich zu bringen. Sie wundert sich zwar über den ungewöhnlichen Wunsch, aber macht sich doch auf den Weg in den einsamen Norden.

Der Roman wird abwechselnd aus Sicht von Anna und Frederike erzählt. So erfährt der Leser nach und nach die Lebensgeschichte von Anna, besonders an ihre Kindheit mit einer samischen Mutter erinnert sie sich sehr deutlich. Nach und nach erfährt man auch mehr über die Beziehung zu Petter und die Beweggründe für den Brief.

Auch über Frederike erfährt man so einiges. Als sie endlich in der Einsamkeit von Lappland ankommt, wird sie zunächst von Petter tagelang alleine in einer Berghütte gelassen. Er muss zu einem Notfall mit Tieren und so bekommt Frederike ungeplant ausführlich Gelegenheit und Zeit über ihr bisheriges Leben nachzudenken. Unbeabsichtigt kommen doch einige Gemeinsamkeiten der beiden Frauen zu Tage, die doch sehr unterschiedliche Lebenswege hatten.

Das Buch hat mir gut gefallen und regt auch bei so manchen Stellen an über sein eigenes Leben nachzudenken. Welche "Lebenslüge" trägt man selber mit sich rum und ist es nicht manchmal besser sich für andere zu öffnen, anstelle sich immer in sein Schneckenhaus zurückzuziehen?

Bewertung vom 29.09.2018
Die letzte Terroristin
Georgi, André

Die letzte Terroristin


gut

"Die letzte Terroristin" von Andre Georgi erzählt die Geschichte der dritten RAF-Generation, die einen Anschlag auf den Treuhandchef planen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht einer RAF-Terroristin und einem BKA Beamten erzählt, der versucht das Attentat in letzter Sekunde zu verhindern. Darüber hinaus gibt es noch die Assistentin des Treuhandchefs, die sich als Spitzel der RAF entpuppt.

Eigentlich hatte ich mir einen tieferen Einblick in die RAF Strukturen erwartet, denn schließlich gehört diese zur jüngeren deutschen Vergangenheit der letzten 40 Jahre. Allerdings wurde ich mit der Geschichte nicht wirklich warm und musste mich zum Ende hin ziemlich durch quälen. Mir hat auch irgendwie die Spannung gefehlt, so dass ich persönlich dieses Mal keine Leseempfehlung geben kann.

Bewertung vom 07.09.2018
Wir sehen uns im Sommer
Hellberg, Åsa

Wir sehen uns im Sommer


sehr gut

Die drei Freundinnen Susanne, Meggan und Rebecka erfüllen in "Wir sehen uns im Sommer" den letzten Wunsch ihrer toten Freundin Sonja. Als diese vor mittlerweile 7 Jahren verstorben ist, hat sie eine Anwaltskanzlei beauftragt, ihren drei Freundinnen 10 verschiedene Briefe nach und nach zu kommen zu lassen. Die drei Frauen sollen dabei immer ein wenig von Sonjas Asche an verschiedenen Orten verstreuen.

Die 10 Briefe führen die drei auf eine Reise um die Welt, wobei es alles Orte sind, zu denen Sonja in ihren Leben eine ganz besondere Beziehung hatte. Sie erfahren, dabei viel von Sonjas Lebensgeschichte, wovon ihnen einiges bisher noch nicht bekannt war.

Aber die Reise ist nicht nur eine Abschiedstour für Sonja, sondern Susanne, Meggan und Rebecka erfahren und überdenken ihr eigenes Leben ebenso. Alle drei leben in unterschiedlichen Ländern und scheinen ein glückliches Leben zu haben. Nach und nach müssen alle drei erkennen, dass dies nicht so ganz der Wahrheit entspricht. Um dies zu ändern, müssen sie sich auf sich selber besinnen und begreifen, dass sie alles erreichen können, wenn sie nur selber an sich glauben.

Asa Hellberg ist es in ihrem neusten Roman wieder einmal gelungen, starke Frauen über 50 zu zeigen, die beweisen, dass es nie zu spät für einen neuen Lebensweg ist. Das Wichtigste ist, das man sich selbst treu bleibt und das Glück in die eigene Hand nimmt.

Bewertung vom 02.09.2018
Das rote Adressbuch
Lundberg, Sofia

Das rote Adressbuch


sehr gut

Der Debütroman "Das Rote Adressbuch" von Sofia Lundberg, erzählt das bewegende Leben der älteren und später einsamen Doris.

Sie lebt einsam in Stockholm und ihre Großnichte lebt mit ihrer Familie in Amerika und beide haben zunächst nur bei Skype Kontakt miteinander. Später kommt sie allerdings nach Stockholm, da Doris nach einem Schwächeanfall im Krankenhaus liegt.

Dabei findet sie ein rotes Adressbuch von Doris, was schon sehr alt zu sein scheint und sehr viele durchgestrichene Namen enthält. Sie stehen alle für Menschen, die Doris in ihrem Leben etwas bedeutet haben und mittlerweile verstorben sind. Anhand dieser Menschen wird das Leben von Doris erzählt, welches sie aus Stockholm nach Paris und später nach New York führte, ehe sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte.

Einerseits führte Doris in jungen ein glamouröses Leben als Modell, anderseits musste sie auch viele tragische und traurige Verluste verkraften. Nach und nach vereinsamt Doris immer mehr, was besonders in ihrem hohen Alter sehr traurig rüberkommt.

Ich fand die Idee mit dem Adressbuch ein ereignisreiches Leben nach zu zeichnen sehr interessant und auch insgesamt gut umgesetzt. Auch der ständige Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hat mit gut gefallen, obwohl ich leider mit der Zeit das Gefühl hatte, dass das Leben von Doris "oberflächlicher" dargestellt und weniger ausführlich und einfühlsam wie zu Beginn dargestellt wird.

Auch wenn das das Buch kein Happy End hatte, so hat es die Autorin doch geschafft, es mit einem guten Gefühl zu beenden. Zum einen war Doris bei ihren letzten Momenten doch nicht einsam und allein und zum anderen konnte sie ihre große Liebe doch noch einmal kurz sehen und mit ihr sprechen. So ging einer ihrer letzten großen Wünsche mit jahrelanger Verspätung doch noch in Erfüllung.

Bewertung vom 31.07.2018
Familie und andere Trostpreise
McDonagh, Martine

Familie und andere Trostpreise


weniger gut

Sunny ein junger Mann mit ziemlich vielen Neurosen und Phobien erbt nicht nur zu seinem 21. Geburtstag ein kleines Vermögen, sondern er bekommt auch 5 Briefe, die ihm zu seinen Wurzeln sollen.

Also begibt er sich auf die Reise nach England, um seine Verwandtschaft zu treffen und sich die Originalschauplätze seiner Lieblingsfilme anzuschauen.
Er trifft dabei alte Bekannte und Weggefährten, die seine Eltern und besonders sein Vater von früher kennen. Sein Vater war ein selbsternannter Guru gewesen, der eine Sekte gegründet hatte. Seine Mutter war eine seiner Jüngerinnen, die später aber ihren Sohn freiwillig weggeben hat.
Nicht nur seine Eltern waren ziemlich skurril und ungewöhnlich, sondern auch Sonnys Leben. Er wurde nach Brasilien geschafft und wurde später von seinem wegen Mordes vorbestraften Vormund Thomas irgendwie großgezogen. Dadurch ist es nicht wirklich verwunderlich, dass Sonny so ein verkorkster junger Mann wurde.

Auf Grund des Klappentextes hatte ich eine ungewöhnliche und interessante Familiengeschichte erwartet, aber das war nicht der Fall. Wahrscheinlich war der Humor für mich einfach zu skurril, denn ich konnte nicht wirklich mit ihm warm werden. Ehrlicherweise musste ich mich sehr durchquälen und war froh, als es zu Ende war.

Bewertung vom 29.07.2018
Nie wieder Amore!
Hennig, Tessa

Nie wieder Amore!


ausgezeichnet

Moni ist eine rüstige Rentnerin, die durch einen Zufall dass ihre Jugendliebe in Italien gar nicht tot ist, wie sie jahrelang geglaubt hat. Spontan begibt sie sich mit ihrem Enkel Jan auf Spurensuche nach Sizilien.

Dort angekommen, wird sie allerdings schnell mit anderen Problemen konfrontiert. Die Besitzerin des Hauses, die den Hinweis auf die Jugendliebe gefunden hat, möchte gerne eine Sprachschule eröffnen. Allerdings hat auch die Mafia ein Auge auf das Objekt geworfen und so werden ihr allerlei Steine in den Weg gelegt. Allerdings haben sie nicht mit dem weiblichen Kampfgeist und dem Ideenreichtum gerechnet, um alle Schwierigkeiten niederzukämpfen.

Als Monis Tochter Tanja auch unverhofft in Italien auftaucht, könnte das Chaos nicht größer werden. Aber trotzdem erkennen alle 3 Generationen (Moni, Tanja und Jan) nach und nach, dass es nie zu spät ist um seinen eigenen Lebenstraum zu verwirklichen. Manchmal gibt das Leben einen eine 2 Chance, die man auch nutzen sollte und nie wieder Amore ist auf Dauer auch keine Lösung.

Der neue Sommerroman von Tessa Hennig ist wieder eine gelungene Mischung aus Humor, Liebe und ein bisschen Spannung. Er liest sich locker und leicht und durch die gelungenen Beschreibungen von Italien, bekommt man fast das Gefühl selber vor Ort zu sein. Der Roman ist der perfekte Italienurlaub für zwischendurch.

Bewertung vom 27.07.2018
Das Jahrhundertversprechen / Jahrhundertsturm Trilogie Bd.3
Dübell, Richard

Das Jahrhundertversprechen / Jahrhundertsturm Trilogie Bd.3


sehr gut

Der letzte Band der Jahrhunderttrilogie von Richard Dübell "Das Jahrhundertversprechen" dreht sich um die Familie von Otto von Briest. Zusammen mit seiner Ehefrau Hermine betreibt er in Berlin der 20ger Jahre eine Detektei und versucht gleichzeitig das Familiengut vor dem finanziellen Ruin zu retten. Die einzige Tochter Luisa träumt von einer Schauspielkarriere, während der Ziehsohn Max ein großes Talent bei Autorennen beweist. Gemeinsam müssen die 4 schwierige wirtschaftliche und politische Zeiten überstehen.

Anders als in den Vorgängerromanen geht es dieses Mal nicht um eine "spektakuläre" neue Idee, sondern eher allgemein um das Lebensgefühl der Menschen zwischen 2 Weltkriegen. Sie müssen sich in schwierigen Zeiten irgendwie durchkämpfen und auch alte Familienfeindschaften erschweren teilweise die Situation.

Man muss nicht die Vorgängerromane kennen, denn die vorherigen Hauptpersonen werden maximal in kurzen Nebensätzen erwähnt, die nicht wesentlich für das Verständnis sind. Dies ist auch einer der Kritikpunkte der Trilogie von mir, da man nicht mitbekommt, dass es eine Familiengeschichte über mehrere Generationen ist.

Positiv aufgefallen ist mir wieder, die detaillierten Schilderungen
der damaligen Gesellschaft mit ihrer besonderen politischen und wirtschaftlichen Situation. Man merkt, dass sich Richard Dübell intensiv mit der damaligen Zeit auseinandergesetzt hat. Es ist ein gelungenes geschichtliches Abbild, wo man auch einiges über die Geschichte Deutschlands vor knapp 100 Jahren erfahren kann.

Insgesamt habe ich mich bei allen 3 Bänden gut unterhalten gefühlt und so einiges geschichtliches Neues dabei erfahren. Aus diesem Grund vergebe ich gute 4 Sterne, da mir ein wenig der Bezug zu den vorherigen Generationen gefehlt hat.

Bewertung vom 27.07.2018
Sehnsucht / Dream Maker Bd.1
Carlan, Audrey

Sehnsucht / Dream Maker Bd.1


sehr gut

"DreamMaker - Sehnsucht" von Audrey Carlan ist der Auftakt einer neuen Serie um 3 Männer, die zusammen die "International Guy" Agentur führen. Es gibt zum einen den "DreamMaker" Parker, der so was wie die Hauptperson im Buch ist. Zum anderen gibt es noch seine besten Freunde "LoveMaker" Bo und den "MoneyMaker" Royce. Die Agentur unterstützt zahlungskräftige Frauen in nahezu allen Lebenslagen um sie selbstbewusster und erfolgreicher zu machen. Jeder der 3 hat sein Spezialgebiet, welches sich auch auf die Spitznamen auswirkt.

Im Band 1 übernimmt Parker 3 unterschiedliche Aufträge in Paris, New York und Kopenhagen. Es dauert nicht lange, bis er sich in seine 2. Kundin verliebt. Das Buch ist vor allem aus Sicht von Parker geschrieben, wobei später auch kurze Sichtweisen von Skyler (die 2. Kundin) hinzukommen.

Audrey Carlan hat eigentlich nur eine männliche Version ihrer erfolgreichen Calender Girl Serie veröffentlicht, so dass man bereits ahnt worauf die Geschichten hinauslaufen. Ich bin gespannt, ob in den weiteren Bänden die anderen Mitglieder der Agentur in den Vordergrund rücken oder ob weiterhin Parker als Hauptperson zu den unterschiedlichen Einsatzorten jettet.

Für Fans von Audrey Carlan, die die Calender Girl Serie lieben, ist es das passende Gegenstück. Für alle anderen kann es eine lockere Sommerlektüre seink, die man auch ohne Vorkenntnisse der anderen Serie gut lesen kann.

Bewertung vom 01.07.2018
Zu nah / Frankie Sheehan Bd.1
Kiernan, Olivia

Zu nah / Frankie Sheehan Bd.1


gut

Olivia Kiernan Debütroman "Zu nah" ist ein überraschender Thriller, bei dem während der polizeilichen Ermittlungen immer mehr die Grenze zwischen Opfer und Täter verwischen.

Frank Sheehan von der irischen Polizei soll den Tod der Wissenschaftlerin Eleanor Costello aufklären. Am Anfang deutet viel auf ein Selbstmord, aber schließlich gibt es doch Hinweise die auf weitere Personen am Tatort hindeuten. So fängt er an intensiver zu ermitteln, besonders da der Ehemann als Verdächtigter sehr gut ins Bild passen würde. Allerdings ist er spurlos verschwunden und wird später nur als Leiche gefunden. Somit scheint er nicht mehr als Täter in Frage zu kommen.

Allerdings kommen während der Ermittlungen immer mehr Indizien ans Licht, die das so scheinbare perfekte Bild von Eleanor ins wanken bringen. Ist sie wirklich nur das unschuldige Opfer oder war ihr Tod nur ein "Unfall" bzw. unerwünschter Nebeneffekt während eines perfiden Machtspiels?

Irgendwie konnte mich der Thriller nicht wirklich fesselnd, so dass ich mich eher durch kämpfen musste. Es gaben mir zu viele "Verdächtige" und falsche Spuren, die sich manchmal als eher störend entpuppten anstatt das sie den Thriller für mich spannender machten. Die Story hatte dadurch unnötige Länge, die mir das Lesen erschwert haben.

Bewertung vom 01.07.2018
Mr Fixer Upper
Score, Lucy

Mr Fixer Upper


gut

Gannon King ist der sexy Star einer Einrichtungsshow, während Paige als Aufnahmeleiterin versucht sich in einer Männerdomäne zu behaupten. Insgesamt dreht sich die ganze Liebesgeschichte der beiden um diese Thematik.

Paige will sich auf keinen Fall auf den sexy Star einlassen, da sie um ihre weitere Karriere fürchtet. Allerdings kann sie dem Charme und Sexappeal von Gannon nicht lange widerstehen, denn von Anfang an sprühen heftig die Funken zwischen den beiden. So tut Paige alles um ihre heimliche Beziehung geheim zuhalten, was natürlich nicht lange gutgehen kann. Wie berechtigt ihre Angst gewesen ist, zeigt sich sehr deutlich, als die Sache doch an die Öffentlichkeit gelangt. Gannon wird es nicht übel genommen, obwohl der für die Medienöffentlichkeit eine "offizielle" Freundin hat, während Paige anschließend keinen neuen Job nach Ende der laufenden Staffel erhält. Vielmehr wird alles von den Fernsehmachern dafür getan, um die Herz-Schmerz-Geschichte noch medientauglich auszuschlachten.

Die Liebesgeschichte zwischen Paige und Gannon war insgesamt sehr vorhersehbar und teilweise ging mir ihre Angst um ihre Karriere doch ziemlich auf die Nerven. Trotz allem ist es immer noch sehr erschreckend zu sehen, wie sehr Frauen zum einen nur über ihr Privatleben beurteilt werden und zum anderen wie schwer sie in der Medienbranche über mehr als eine Assistentin hinaus sich behaupten müssen.

Auch wenn der Story "Hintergrund" mal ein anderer war, ist es für mich leider nur eine mittelmäßige Liebesgeschichte für zwischendurch, die keinen größeren Eindruck hinterlässt.