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Benutzername: 
LadyIceTea
Wohnort: 
Castrop-Rauxel

Bewertungen

Insgesamt 530 Bewertungen
Bewertung vom 20.05.2024
The Fort
Korman, Gordon

The Fort


ausgezeichnet

Ein überraschendes Highlight

So ganz wusste ich nicht, was mich bei Gordon Kormans „The Fort“ erwarten wird, ich habe mich einfach mal in die Geschichte gestürzt und mich darauf eingelassen und ich wurde wirklich nicht enttäuscht.
Der Schreibstil ist überraschend klar und erwachsen, obwohl das Buch ab 11 Jahren gedacht ist. Aber er ist auch nicht so erwachsen, dass er für die Kids zu viel wäre. Ich glaube, der Autor hat hier die perfekte Mischung gefunden. Jüngeren Kindern rate ich von dem Buch aber ab.
Die Kapitel sind abwechselnd aus den unterschiedlichen Sichten der fünf Jungs geschildert, wodurch wir als Leser wirklich tiefe Einblicke in die Figuren und deren Erlebnisse bekommen. Die Jungs finden nach einem Hurricane im Wald einen alten Atomschutzbunker eines reichen Typen, der nicht mehr lebt und ernennen es zu ihrem Fort. Ihrem Rückzugsort und Schutzraum.
Sie brauchen alle einen solchen Ort, denn jeder von ihnen hat ein Päckchen zu tragen. Die Kids kämpfen mit Scheidung der Eltern, Drogensucht in der Familie, Zwangsstörung, Ausgeschlossenheit und häuslicher Gewalt. Alles Themen, die heutzutage leider oft Alltag sind, wie ich aus der Jugendarbeit nur allzu gut weiß. Der Autor nähert sich dem Ganzen aber feinfühlig und teils ein bisschen flapsig, eben passend für die Zielgruppe. Er beschönigt nichts, überdramatisiert nicht und wird nicht belehrend. Er nimmt die Themen wie sie sind und lässt seine Figuren damit umgehen. Das hat mir richtig gut gefallen.
Die Geschichte hat ein bisschen was von „Breakfast Club“ mit einer Prise „Herr der Fliegen“, garniert mit einem Hauch „Fünf Freunde“.
Abgesehen vom Fund des Forts passiert nicht viel Außergewöhnliches im Leben der Jungs und doch hat der Autor eine Geschichte geschrieben, die mich nicht mehr losgelassen hat. Ich wollte wissen ob die fünf ihr Fort verteidigen können, ob sie mit ihren Problemen zurechtkommen und welche Lösungen es geben wird. Ich wollte immer mehr über sie erfahren und hatte immer wieder das Gefühl mit dabei zu sein. Mit im Wald, im Fort und auch in ihren Häusern.
Für mich ist dieses Buch ein wirklich überraschendes Highlight und eine klare Empfehlung!

Bewertung vom 20.05.2024
Das Wiegenlied: Thriller
Shepherd, Catherine

Das Wiegenlied: Thriller


ausgezeichnet

Wieder eine spannende Fortsetzung!

Gegenwart: Als Kriminalkommissar Oliver Bergmann zu einem Doppelmord gerufen wird, bietet sich ihm ein schreckliches Bild. Ein Ehepaar wurde brutal ermordet. Es scheint sich nicht um einen Raubmord zu handeln, denn offenbar hat der Täter nichts aus dem Haus entwendet. Ganz im Gegenteil, er hat etwas für Oliver zurückgelassen. Neben der Toten steht ein Lautsprecher, aus dem ein bekanntes Kinderlied erklingt. Ein jahrhundertealtes Wiegenlied, das Oliver zu einem schrecklichen Geheimnis in der Vergangenheit führt.
Zons 1504: Mitten in der Nacht hört Schwester Agnes ein Lied. Als sie vor der Kapelle nachsieht, macht sie einen grauenhaften Fund. Eine Ordensschwester liegt leblos auf der Klosterwiese. Die Nonnen glauben, dass der Leibhaftige im Kloster umgeht, denn ihre Mitschwester wurde nicht nur erstochen, sondern auch mit einem Teufelssymbol gebrandmarkt. Stadtsoldat Bastian Mühlenberg entdeckt einen geheimen Klostergang, durch den der Mörder sich Zutritt verschafft hat. Doch Bastian ist zu spät, denn der Täter hat bereits eine weitere Nonne in seiner Gewalt. Mit jeder Stunde, die vergeht, wird Bastian immer verzweifelter. Gelingt es ihm, den Serienmörder aufzuhalten und das Kloster aus diesem Albtraum zu befreien?

„Das Wiegenlied“ ist der 13. Band der Zons-Reihe von Catherine Shepherd.
Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden. Ich finde sie aber umso besser, wenn man die Figuren ein bisschen kennt. Aber es ist kein muss.
Wir springen wie immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
In der Gegenwart ermittelt Oliver Bergmann mit Hilfe seiner lieben Emily und in der Vergangenheit ist Bastian Mühlenberg mit seinem Kumpanen Wernhardt unterwegs.
Wer die Bücher kennt, kennt auch das grobe Prinzip. Wir haben einen Fall in der Vergangenheit, den Bastian mit den damaligen Mitteln versucht zu lösen und wir haben einen Fall in der Gegenwart, der immer einen Bezug zum damaligen Fall hat und bei der Lösung Oliver oft von seiner Freundin Emily Unterstützung bekommt.
Dieser Fall beginnt im damaligen Nonnenkloster und ist bei Bastian und Oliver gleichermaßen vertrackt und spannend. Es gibt viele Hinweise und Verdächtige aber lange ist nichts so richtig zielführend.
Ich fand es wieder klasse, Bastian und Oliver bei ihren unterschiedlichen Ermittlungen zu verfolgen. Durch den tollen Schreibstil war ich von Anfang bis Ende auf jeden Fall mit Spannung dabei.
Die Fälle entwickeln sich beide unheimlich fesselnd und auch die jeweilige Auflösung hat mir gefallen. Alles war schlüssig und zufriedenstellend.
Wir erfahren natürlich auch ein paar Neuigkeiten zu unseren liebgewonnenen Figuren und wie sich so ihre Leben weiterentwickelt haben.
Ich liebe diese Reihe und bin auch bei Band 13 nicht weniger begeistert. Einfach klasse!

Bewertung vom 20.05.2024
Das Verbot: Thriller
Shepherd, Catherine

Das Verbot: Thriller


ausgezeichnet

Band 14 der Zons-Thriller

Gegenwart: Eine beliebte Kinderpsychologin wird tot in ihrer Praxis aufgefunden. Kriminalkommissar Oliver Bergmann erkennt sofort, dass dieser Mord alles andere als gewöhnlich ist. Der Täter hat sein Opfer in einer bizarren Pose am Schreibtisch drapiert, die Arme weit ausgebreitet. Schon bald wird klar, dass die Psychologin eine heimliche Affäre hatte. Wurde sie ermordet, weil sie etwas Verbotenes getan hat? Doch bevor Oliver ihren Liebhaber mit dem Verbrechen konfrontieren kann, geschieht ein weiterer Mord. Kurz darauf erhält Oliver eine kryptische Nachricht vom Täter. Er muss ein uraltes Geheimnis lüften, wenn nicht noch mehr Unschuldige sterben sollen.
Zons 1505: Vor den Toren des Franziskanerklosters liegt ein ermordeter Mönch. Stadtsoldat Bastian Mühlenberg entdeckt eine unheimliche Botschaft an dem Pfeil, der in der Brust des Toten steckt. Im Kloster rätselt man über das Vermächtnis der schweigenden Mönche, das in der geheimnisvollen Nachricht erwähnt wird. Nur der Bibliothekar scheint mehr darüber zu wissen. Doch er hüllt sich in Schweigen, selbst als der nächste Mönch aus der Mitte des Ordens gerissen wird. Bastian findet einen goldenen Schlüssel, mit dem er die Botschaft entschlüsseln muss, ehe ein weiteres Leben erlischt.

„Das Verbot“ ist der 14. Band der Zons-Reihe von Catherin Shepherd und wieder einmal eine gelungene Fortsetzung.
Ich bin schon lange ein Fan der Autorin und auch von jeder ihrer Reihen aber auf die Zons-Bücher freue ich mich immer besonders.
Wer die Bücher noch nicht kennt, kann sie aber unabhängig voneinander lesen, denn es gibt nur Kleinigkeiten, die sich durch die Bücher ziehen. Ich persönlich mag es aber am liebsten, Reihen in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Wieder einmal treiben in Gegenwart und Vergangenheit grausige Mörder ihr Unwesen. Oliver Bergmann muss im heute ermitteln und Bastian Mühlenberg im damals. Wer die Reihe kennt ahnt es, dass die Fälle natürlich irgendwie verknüpft sind und Oliver wieder auf Hilfe seiner lieben Emily angewiesen ist.
Auch wenn das Konzept in allen Büchern gleich ist, finde ich es dennoch jedes Mal richtig spannend. Ich liebe es mitzuverfolgen, wie Bastian den Originalfall mit den damaligen Mitteln aufklären muss und wie Oliver jedes Mal mit Emilys Hilfe in die Zonser Stadtgeschichte abtaucht und so dem Verbrecher auf die Spur kommt.
Man merkt, dass die Autorin viel über das damalige und das heutige Zons weiß.
Die Figuren habe ich mittlerweile sehr ins Herz geschlossen. Mit jedem neuen Band gibt es bei unseren Charakteren kleine Weiterentwicklungen, die dem Ganzen Leben einhauchen.
Der Fall sorgt in diesem Buch wieder für Gänsehaut. Bastians Ermittlungen im Mönchskloster sind ebenso spannend wie Olivers Ermittlungen in der Kirchengemeinde.
Mir hat der Fall wieder richtig gut gefallen und ich bin durch den tollen Schreibstil einfach nur durch die Seiten geflogen.
Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Bewertung vom 02.05.2024
Die kleine Gärtnerei in den Highlands (eBook, ePUB)
Lucas, Rachael

Die kleine Gärtnerei in den Highlands (eBook, ePUB)


sehr gut

Wiedersehen auf Applemore

Beth Fraser, energische alleinerziehende Mutter von Zwillingen, hat sich ihren Traum erfüllt und eine Gärtnerei auf Applemore eröffnet. Die Geschäfte laufen gut an, als sie erfährt, dass nebenan ein Outdoor-Camp entstehen soll. Und natürlich passiert sogleich ein Unglück, als beim Bau eines Baumhauses ein Ast vom Nachbargrundstück auf ihren Pflanzentunnel fällt.
Jack MacDonald, der charismatische Leiter des Camps, versucht zwar die Situation zu entspannen, aber ihre erste Begegnung endet in einer lautstarken Auseinandersetzung. Dennoch kommen die beiden sich näher, aber Jack trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum. Und als eine Filmgesellschaft an die beiden herantritt, um einen Film über Applemore, die Gärtnerei und das Camp zu drehen, brechen alte Wunden auf, und Jack muss sich seiner Vergangenheit stellen.

„Die kleine Gärtnerei in den Highlands“ ist der zweite Band der „Applemore“-Reihe von Rachael Lucas. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, spoilern aber in der falschen Reihenfolge ein bisschen.
Das Buch hält genau das, was der Klappentext verspricht. Es geht genau um das, was dort steht und so kann man sich richtig gemütlich zurücklehnen und einfach mit den Figuren treiben lassen.
Rachael Lucas Schreibstil ist leicht und luftig und passt perfekt für solche Cozy-Romance Bücher.
Ich kannte die Figuren schon aus dem ersten Band und fand es schön, eine Weiterentwicklung zu sehen und zu erfahren, wie es allen ergangen ist. Seit dem ersten Band sind ein paar Jahre vergangen.
Ich mag die Figuren auch weiterhin und auch unsere Neuzugänge waren mir sehr sympathisch. Manchmal brauche ich einfach Bücher, wo ich quasi weiß, wie sie ausgehen und wo keine der Figuren wirklich unbequem ist.
Die Geschichte ist toll und Beth und Jack harmonieren gut zusammen. Ich habe ihre Abenteuer gerne verfolgt.
Das Ende löst sich auch gut auf, so dass alles passend zusammengreift.
Schöne lockere Sommergeschichte.

Bewertung vom 21.04.2024
Not Worth Saving / Brooke & Noah Bd.1
Niebler, Marie

Not Worth Saving / Brooke & Noah Bd.1


ausgezeichnet

Toller erster Band der Dilogie

Noah könnte ihren Sommer retten. Das ist zumindest Brookes Hoffnung, als sie nach zwei Jahren notgedrungen in ihre Heimatstadt an der Westküste Neuseelands zurückkehrt. Der attraktive Fremde wäre die perfekte Ablenkung von ihren Problemen – wäre er nicht der beste Freund ihres Bruders und somit tabu. Ausgerechnet mit den beiden soll Brooke sich drei Monate lang um das Repair-Café ihres Vaters kümmern. Und während zwischen ihr und ihrem Bruder die Fetzen fliegen, sprühen bei Noah trotz aller guten Vorsätze verbotene Funken. Es scheint unmöglich, sich von ihm fernzuhalten. Erst recht, wenn er der Einzige ist, der versteht, warum Brooke damals die Flucht ergriffen hat.

„Not worth saving“ von Marie Niebler erzählt uns die Geschichte von Brooke und Noah. Brooke ist aufgrund eines schlimmen Ereignisses ewig nicht auf der Farm ihres Vaters gewesen und ist ihm und ihrem Bruder aus dem Weg gegangen, während sie bei ihrer Mutter lebte. Jetzt ist ihr Vater im Krankenhaus und Brooke zurückgekehrt. Dort lernt sie den besten Freund ihres Bruders kennen und direkt funkt es zwischen ihr und Noah.
Leider legt ihr sturer und engstirniger Bruder ihnen immer wieder Steine in den Weg.
Direkt vorweg: Wer Bücher mit offenen Enden nicht mag, sollte dieses nicht lesen.
Brooke ist ein sympathischer Hauptcharakter und Noah sowieso. Er ist einfach nur zum Gernhaben. Brooke hat ihre Macken und ist nicht perfekt aber sie versucht ihr Bestes und entwickelt sich weiter.
Noah ist loyal, ehrlich und lieb. Er hat auch keine einfache Vergangenheit und ist trotzdem super zu Brooke und ihrem Bruder.
Ihr Bruder Grey ist einer dieser Charaktere, die ich einfach nicht mögen kann. Ich verstehe, dass er für sein Verhalten seine Gründe hat und auch er hat mal nette Momente aber es gab so oft Stellen, an denen ich ihn am liebsten gewürgt hätte.
Aber genau das hat mir an dem Buch auch gefallen. Nicht alles ist perfekt. Konflikte sind nun mal genau das: Konflikte. Sie sind schwierig zu lösen und nicht immer nur durch ein einziges Gespräch zu klären und genau so bringt die Autorin Spannung in das Ganze.
Ich war von Anfang bis Ende so sehr in der Geschichte drin, dass ich laut geflucht habe, als das Buch plötzlich zu Ende war. Ich kann die Fortsetzung nicht mehr erwarten.

Bewertung vom 21.04.2024
Die Influencerin
Russ, Rebecca

Die Influencerin


gut

Gute Idee, die mich nicht ganz überzeugen konnte

Am Höhepunkt ihrer Online-Karriere verliert die Lifestyle-Influencerin Sarah Rode alles, wofür sie jahrelang gearbeitet hat. Die Online-Welt gibt ihr die Schuld am Tod einer Followerin. Nach einer Flutwelle aus Hass löscht Sarah all ihre Social-Media-Apps und verkriecht sich in ihrem Haus. Doch der Hass sickert bald über die Grenzen der Online Communities hinaus bis über ihre Türschwelle. Sie fühlt sich bedroht und verfolgt. Dann erscheint ein neuer Instagram-Account in Sarahs Namen. Wer steckt hinter dem Fake-Account? Wie kann es sein, dass der Betreiber ihre persönlichen Geheimnisse zu kennen scheint? In einem atemlosen Rausch kommt Sarah der erschütternden Wahrheit Schritt für Schritt näher.

„Die Influencerin“ von Rebecca Russ macht mit dem aktuellen Thema Social Media direkt neugierig. Es geht um die Fitness-Influencerin Sarah, die mit mehreren tausend Followern auf dem Weg nach oben war. Doch als sich eine Followerin wegen Sarah umbringt, schlägt die Liebe ihrer Follower in Hass um und noch während Sarah selbst mit den Schuldgefühlen klarkommen muss, bricht ihr Leben auseinander. Es wird ein Fakeaccount in ihrem Namen erstellt, der Dinge weiß, die er nicht wissen kann und Sarah dazu bringt, an allen in ihrem Umfeld zu Zweifeln. Dazu wird sie gestalkt und bedroht und auch ihre Ehe kriselt.
Viele lose Erzählstränge, die sich alle nach und nach verknüpfen, um sich am Ende wieder aufzulösen.
Die Idee des Buchs finde ich richtig gut und es gab wirklich einige spannende Stellen. Ein paar Dinge waren vorhersehbar, ein paar andere haben mich doch überrascht.
Keine der Figuren war mir besonders sympathisch und oft war mir alles doch irgendwie ein bisschen zu dramatisch gestaltet.
Insgesamt ein solider Thriller aber nicht so überzeugend, wie ich gehofft habe.

Bewertung vom 21.04.2024
Schicksalsjahre. Die Frauen vom Neumarkt
Heiland, Julie

Schicksalsjahre. Die Frauen vom Neumarkt


ausgezeichnet

Toller historischer Roman

Dresden ist vollkommen zerstört. Die junge Lotte gehört zu den Frauen, die die Stadt mit bloßen Händen wieder aufbauen. So sehr sich Lotte nach einem Neuanfang sehnt, so verzweifelt ist sie auf der Suche nach ihrem Geliebten. Als sie eines Abends einen jungen Mann vor dem Tod bewahrt, kehrt ihre Zuversicht zurück: Jakob weckt in ihr Gefühle, die sie verloren geglaubt hatte. Doch das Schicksal greift auch nach dieser Liebe, und erst Jahrzehnte später wird Lottes Enkelin Hannah die Wahrheit über ihre tragische Familiengeschichte erfahren.

Julie Heiland hat mich mit „Schicksalsjahre. Die Frauen vom Neumarkt“ wirklich begeistert und mitgenommen. Die Autorin erzählt die Geschichte einer der Trümmerfrauen der Nachkriegszeit direkt aus zwei Perspektiven. Einmal aus Lottes Sicht selbst, wie sie den Angriff auf Dresden erlebt hat und wie es ihr in den Zeiten danach ergangen ist und aus der Sicht ihrer Enkelin, die Jahre später die Dresdner Frauenkirche wieder aufbaut.
Die Autorin konzentriert sich vor allem auf die Vergangenheit und auf die Ereignisse damals. Als Leser erfahren wir von der Arbeit der Trümmerfrauen, von der Zerrüttung, der Furcht, der Trauer aber auch der Hoffnung und dem wiederkehrenden Leben in den Menschen.
Auch der Hass gegen Juden und die sich wieder verschlechternden Bedingungen durch die Mauer sind ein wichtiger Teil dieses Buches.
Die Autorin hat wirklich gut recherchiert und bringt sowohl die Figuren als auch die damalige Geschichte sehr gut rüber. Ich war gefesselt und traurig, als das Buch schon zu Ende war.
Von mir gibt’s eine klare Empfehlung für dieses Buch!

Bewertung vom 21.04.2024
Der Nachtläufer
Fossum, Karin

Der Nachtläufer


weniger gut

Enttäuschend

In einer norwegischen Kleinstadt geht die Angst um: Drei Menschen haben die Überfälle des Einbrechers, den man „Nachtläufer“ nennt, überlebt – aber wie lange noch, bis der Erste stirbt? Kommissar Eddie Feber ist sicher, dass die mysteriösen Zahlenkombinationen an den Tatorten einen Hinweis darauf geben – doch wird er das eiskalte Rätsel rechtzeitig lösen? Was Feber nicht ahnt: Ganz in seiner Nähe hat auch der junge Meidel Jonsson das Gefühl, vor Angst ersticken zu müssen: Immer näher rückt der Tag, an dem sein Vater aus dem Gefängnis nach Hause zurückkehren wird – und mit ihm das Böse.

„Der Nachtläufer“ von Karin Fossum hat mich durch den Klappentext neugierig gemacht und dann leider doch enttäuscht.
An sich ist das Buch wie ein Krimi aufgebaut. Wir haben einen Täter, wir haben Opfer und wir haben einen Ermittler. So weit, so gut. Doch leider hat das Buch oft nicht das, was ein Krimi benötigt. Wir befinden uns als Leser schnell in einer Art allwissenden Position, da wir sehr früh erfahren, wer der Täter ist und was ihn zu den Taten treibt. Obwohl so richtig verstanden habe ich es bis zum Schluss nicht.
Wir sind den Ermittlern wissenstechnisch immer mehrere Schritte voraus und da kann Kommissar Eddie Feber noch so sympathisch sein, viel von seinen Ermittlungen bekommen wir nicht mit. Er taucht zwar auf und er macht auch Dinge aber so richtig bereichern tut er die Geschichte nicht unbedingt. Seine Familienszenen sind aber ganz süß.
Das ganze Buch hat viel Potenzial und genauso viel Potenzial auch verschenkt.
Leider sehr enttäuschend.

Bewertung vom 21.04.2024
Neue Träume am Strand / Küstenzauber Bd.1
Oswald, Susanne

Neue Träume am Strand / Küstenzauber Bd.1


sehr gut

Kleiner Leseurlaub

Moin in der kleinen Hafenstadt Kiekersum! Das malerische Städtchen an der Nordseeküste ist Bentjes Heimat. Auch wenn sie inzwischen in Hamburg lebt, zieht es sie immer wieder hierhin zurück. So auch aktuell während ihres Urlaubs. Bentje besucht ihr großmütterliche Freundin Finna im Lüttje Glück. Das direkt am Deich gelegene Reetdachhaus war der Wohnsitz des ersten Leuchtturmwärters und ist das älteste Haus des Ortes. Während sie Tee trinken und stricken, erzählt Finna Bentje, dass ihr die Arbeit mit der Pension und dem Apfelgarten zu viel wird. Sie denkt darüber nach, ihren Besitz zu verkaufen und zu ihrem Sohn nach Australien zu ziehen.
Kiekersum ohne das Lüttje Glück – unvorstellbar für Bentje! Sie muss sich entscheiden: In Hamburg bleiben und die Karrierechance ergreifen oder das Wagnis eingehen und das Lüttje Glück übernehmen. Ihre Familie ist wenig begeistert von der Idee. Und dann gibt es da auch noch Jasper, mit dem sie mehr als eine Jugendliebe verbindet. Bentje fasst einen Entschluss, der ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt.

Susanne Oswald hat mit „Neue Träume am Strand“ einen kleinen Leseurlaub geschaffen.
Wir dürfen mit Bentje nach Kiekersum reisen und dort das Lüttje Glück und ganz viele nette Menschen kennen lernen. Man fühlt sich mit den Figuren direkt wohl und die Umgebungsbeschreibungen haben mich direkt in Urlaubsstimmung versetzt.
Die Geschichte ist nicht besonders überraschend. Eigentlich weiß man schon beim Lesen des Klappentextes wo es hingehen und wie es enden wird. Aber ganz ehrlich? Wer das nicht mag, der darf dieses Genre nicht lesen.
Ich liebe es, mich einzukuscheln und mich einfach an der Geschichte ohne unnützes Drama und großen Überraschungen zu erfreuen. Der Schreibstil sorgt auf jeden Fall für die richtige Stimmung und macht einfach Freude.
Ein kleines bisschen Drama gibt es in Bentjes Familie. Da hätte ich mir vielleicht eine etwas andere Begründung gewünscht aber die Auflösung dieses „Dramas“ hat mir dann doch gefallen.
Ich finde, „Neue Träume am Stand“ hält genau was es verspricht und schenkt dem Leser richtig schöne Wohlfühlstunden. Ein kleiner Leseurlaub eben.

Bewertung vom 17.04.2024
Murder in the Family
Hunter, Cara

Murder in the Family


sehr gut

Eine neue Art des Krimis
Es war ein Fall, der die ganze Nation bewegte und doch nie aufgeklärt wurde: Dezember 2003, Luke Ryder wird ermordet im Garten des Familienhauses in London aufgefunden und hinterlässt eine wohlhabende ältere Witwe und drei Stiefkinder. Niemand hat etwas gesehen. Doch jetzt, Jahre später, werden die Geheimnisse live vor der Kamera gelüftet. Eine Gruppe von Experten untersucht in der True-Crime-Show ›Infamous‹ erneut die Beweise – mit schockierenden Ergebnissen. Weiß das Team mehr, als es zugegeben hat? Liegt die Wahrheit vielleicht ganz nahe? Und vor allem: Kannst du den Fall vor den Experten lösen?

Ich habe zunächst nur den Klappentext von Cara Hunters „Murder in the family“ gelesen und war nicht ganz angetan. Doch dann habe ich in die Leseprobe reingeschaut und die besondere Form des Buchs entdeckt und musste es unbedingt lesen.
Das Buch ist kein wirklicher Fließtext, wie man ihn eigentlich kennt. Die Ereignisse und Gespräche werden als Transkript dargestellt, unterbrochen von Zeitungsartikeln, Chatverläufen und Forendiskussionen. Jedes Kapitel startet mit dem Cover des True-Crime-Show, dem Drehplan für den Abschnitt und besteht dann aus Mitschriften der Gespräche des Expertenteams. Für den Leser ist es so, als würde er eine Mitschrift der TV-Show „Infamous“ vor sich haben.
Dies zieht die Autorin auch sehr gut und gekonnt von Anfang bis Ende durch. Dadurch kommt es zwar zu keinen tiefgreifenden Personen- oder Ortsbeschreibungen und auch die Nebenhandlungen sind kaum vorhanden aber es hat einen ganz eigenen Reiz.
Lediglich die Gespräche der Schwestern des Regisseurs fallen aus dem Muster, denn die kann der Leser mitverfolgen, ohne dass sie Teil der Show wären.
Der Fall ist spannend und wird wirlklich direkt von Anfang an von den Experten aufgerollt. Dabei kommen viele ungeahnte Details ans Tageslicht. Sowohl über den Fall, als auch über unsere Figuren.
Ein paar Sachen waren mir besonders gegen Ende ein bisschen zu sehr forciert und dadurch etwas übertrieben und an manchen Stellen hätte es ein bisschen schneller voran gehen können aber abgesehen davon, war ich wirklich mit Spannung dabei und hatte doch große Freude an der Aufmachung des Buches. Ich muss nicht immer solche Bücher lesen aber zwischendurch ist eine andere Schreibart sehr reizvoll.
Mich konnte das Buch überzeugen, auch wenn es knapp an den fünf Sternen vorbeigerutscht ist.