Benutzername: Suhani
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Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 20 Bewertungen
12
Bewertung vom 14.10.2017
Seeblick kostet extra
Kördel, Christiane

Seeblick kostet extra


ausgezeichnet

Ines Fox, durchgeknallt wie eh und je ;)

Durchgeknallt?
Ja!
Aber im absolut positiven Sinn.
Ines ist eigentlich die Chefin einer kleinen IT-Firma mit einer handvoll Angestellten, aber irgendwo in ihr muss ein Kriminalisten-Gen sich verlaufen haben, das immer wieder bei ihr querschlägt.
Wo andere lieber in Deckung gehen, kann Indes nicht anders und muss ihre Neugier befriedigen. Und genau deswegen gerät sie immer wieder mit den „bösen Buben“ zusammen – nur das diese bösen Buben von der Mafia sind; und nicht nur ein paar Ladendiebe oder Handtaschenräuber.

Im Klappentext steht schon worum es geht und ich möchte auch nichts mehr vom Inhalt erzählen, aber jeder der das Buch liest, sollte sich im Klaren sein das dies eine KrimiKOMÖDIE ist.
Also hier wird die Komödie größer geschrieben als der Krimi.
Allerdings ohne dabei lächerlich zu werden!
Aber eben auch nicht so kriminalistisch spannend, um vor Spannung Fingernägel zu kauen oder vor Schreck den Tee oder Kaffee zu verschütten.
Ines ist aber nun mal Ines und sie schafft es immer wieder in brenzlige Situationen zu geraten, wo ich ihr am liebsten „NEIN! Lass das!“ oder ähnliches zugerufen hätte.
Wenn ich jetzt Ines im Einzelnen beschreiben sollte, wüsste ich gar nicht wo ich anfangen sollte, aber liebenswert, verrückt und sehr neugierig würden auf jeden Fall dabei sein.
Man muss Ines Fox einfach selbst erleben!
Sie ist so knallig wie das Buchcover, man muss sie einfach gern haben.
Ich hab weder im ersten Teil noch jetzt im zweiten Teil was an ihr auszusetzen. Ines schafft es sogar ihre außerkörperlichen Erfahrungen nach ihrer Logik zu erklären, ohne das ich ihr den Vogel zeige.
Das gehört einfach zu ihr, wie ihre knallrotes Haar.
Auch wenn ich mit solchem esoterischen Kram nichts am Hut hab, Ines nehme ich es sofort ab.

Natürlich sind die anderen Charaktere auch wieder mit dabei.
Allem voran Dr. Frieder von der Nordseeküste, mit seiner ruhigen Art und nordisch trockenem Humor.
David, ihr Ex vom BKA.
Nicht genug der Kriminalfall, nein, müssen auch noch die beiden Herren Ines im Privatleben tüddelich machen.
Eigentlich sind alle aus Teil 1 wieder mit von der Partie und es gibt auch neue Charaktere.
Da besonders Godehard Gruber. - Ich find den einfach knuffig! -
Ein Berliner Original, das an den Bodensee versetzt worden ist und nun als Ines Leibwächter beordert wird.
Außerdem eine neue Büroangestellte, die noch für eine Überraschung sorgt.
Na und die „Bösen Buben“ sind nach wie vor böse, aber selbst die sind noch höflich …. Oder doch nicht?

Geschrieben ist das alles wieder sehr leicht und spritzig mit ganz viel Kopfkino.
Die Autorin schafft es jeder Figur einen eigenen Wortwitz und Charaktereigenschaften zugeben, so das die Geschichte voller unterschiedlicher und lebendige Personen sind und doch alle zusammen passen und miteinander harmonieren.
Mir ist an keiner Stelle langweilig geworden und ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Und ich hab mich total über den allerletzten Satz gefreut!

"E N D E.
Aber nur vorerst."

Mein Fazit:
Der zweite Teil von Ines Fox kann auch unabhängig vom Ersten gelesen werden – Aber es wäre nicht das Gleiche!
Ines Fox ist wieder in ihrem Element und man muss sie einfach selbst erleben.
Sollte ich mal an den Bodensee kommen, würde es mich nicht wundern, wenn Ines Fox mir leibhaftig über den Weg läuft.
Volle Kaufempfehlung für alle die in Urlaubslaune sind und / oder einfach nur Spaß beim Lesen wollen!

Bewertung vom 29.07.2017
Nächster Halt: Thailand / Lonely Hearts Travel Club Bd.1
Colins, Katy

Nächster Halt: Thailand / Lonely Hearts Travel Club Bd.1


ausgezeichnet

Nachdem ich in letzter Zeit viel Thriller und Krimis gelesen habe, war dies Buch wirklich wie ein frischer Urlaub in der Sonne.
Bei Georgia ist wirklich alles schief gelaufen, was nur schief gehen konnte.
Verlobter hat sich kurz vor der Hochzeit aus dem Staub gemacht. Im Job kommt sie auch nicht weiter, obwohl sie sich den Allerwertesten aufreißt und wirklich gut ist.
Da bleibt nur noch eins. Ihre etwas chaotische Freundin Marie nimmt sie kurzer Hand zu einem Last-Minute Urlaub in die Türkei mit. Dort soll Georgia eine andere Sicht auf alles bekommen. Marie besteht darauf, das Georgia eine Liste machen soll.
Auf diese Liste soll sie alles schreiben, was sie in ihrem Leben noch erleben will.
Leider fallen Georgia in der derzeitigen Lage nur Dinge ein, die sie nie wieder erleben will. Aber daraus ergibt sich dann noch eine Liste mit guten Dingen.

Nachdem sie sich, wieder Zuhause, über einige Dinge klar geworden ist, bucht Georgia tatsächlich eine Reise, um den aller ersten Punkt auf ihrer Liste abhaken zu können.
In einem Reisebüro das total anders ist, als die neumodernen mit ihren überdrehten Personal. Dem „Erinnerungen fürs Leben“ mit der liebenswerten Trisha als Inhaberin.
Was jetzt kommt sind Hochs und Tiefs für Georgia. Situationen an denen sie wieder zweifelt noch bei Sinnen zu sein – und dann wieder, wo sie merkt das mehr in ihr steckt.
Sie boxt sich durch und wird immer mutiger.
Bis sie auf eigene Faust das Paradies entdeckt!

Es war so schön, als Leser mit Georgia diesen Trip zu machen. Zu sehen wie aus einer grauen und unsicheren Maus eine selbstsichere Frau wird, die sich auch nicht unterkriegen lässt als ein Schicksalsschlag sie von jetzt auf gleich aus dem Paradies katapultiert.
Am Ende läuft sie zu Höchstform auf und ist stärker als je zuvor.

Das Ganze in einem Schreibstil, der mich nur so durch das Buch hat fliegen lassen und mein Kopfkino ruckelfrei laufen ließ.
Was ich auch sehr gut fand, waren die Überschriften der einzelnen Kapitel.
Es war immer ein Wort, das dann wie im Duden erklärt wurde. Aber genau das war es dann immer, wie Georgia sich in dem Kapitel gefühlt hat, bzw. konnte man schon ahnen worum es in dem Kapitel geht.
Alles in allem eine leichte Lektüre, in der mehr als nur oberflächlicher Urlaub unter Palmen steckt.

Mein Fazit:
Ein FeelGood in toller Kulisse, in dem mehr als Party und Urlaub steckt.
Teil 2 steht schon auf meiner Wunschliste!

Bewertung vom 24.07.2017
Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte
Bergstrand, Mikael

Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte


sehr gut

Aus der Autoren-Vita geht hervor, das der Autor den gleichen Beruf wie der Hauptprotagonist Göran Borg hat und ebenfalls von Malmö nach Delhi für einige Jahre zog. Genau wie Göran war auch der Autor dort freier Auslandskorrespondent für skandinavische Zeitungen.
Deswegen kam es mir doch immer wieder so vor, das wohl einiges vom Autor selbst mit in die Geschichte geflossen ist – wobei nicht mal sagen kann was, halt so ein Gefühl.
Aber das macht die Geschichte auch so authentisch. Ich war auf jeden Fall mit Göran mittendrin im indischen Chaos. Das bunte, laute Indien, wo die Extreme sich nicht abwechseln, sondern sich vermischen.
Die Behördenwillkür und die indische Auslegungssache aller Dinge.

Ob ich selbst schon mal da war?
Nein, leider nicht. Aber ich habe Bekannte, die genau das alles schon hautnah miterlebt haben. Eine davon hat sogar einen indischen Mann geheiratet.
Und genau weil ich durch diese Leute auch weiß wie Indien im Alltag ist, konnte ich mir das innere Augenrollen nicht ganz bei dieser Geschichte verkneifen.
So hautnah auch die Geschichte war, so war sie doch an manchen Stellen wieder so klischeehaft wie Bollywood auf RTL 2.
Musste denn unbedingt ein Shah Rukh Khan (es gibt noch so viele und mindestens genauso GUTE Schauspieler in Indien!) eingebaut werden?
Und auch wenn ich es immer gut finde, wenn Tatsachen in fiktive Geschichten mit eingebaut werden – aber wenn, dann sollten die Tatsachen auch Tatsachen bleiben.
Ja, Shah Rukh Khan hat eine Cricketmannschaft, aber die heißt „Kolkata Knight Riders“ und nicht „Kolkata Knight Rangers“. Das nur als Beispiel, wobei es noch andere falsche „Tatsachen“ gibt.

Ok, das macht die Geschichte in keiner Weise jetzt kaputt und ich behaupte mal, das es vielleicht 95% der Leser gar nicht auffällt – aber wenn Tatsachen, warum dann die dann doch wieder verfälschen?
Aber davon ab, das Buch hat mir wirklich gefallen!

Göran als leidendes Häufchen Elend wie er im Buche steht.

Zitat Seite 80:
Tod im Hotel. Von und mit Göran Borg. Eine Tragödie ohne absehbares Ende.
So fühlte ich mich zwei Tage später am Abend: wie in einem richtigen schlechten Trauerspiel.

Er verliert nicht nur Frau, sondern auch Job und „heult“ nur noch vor sich hin.
Seine Zeitrechnung besteht nur noch aus Tage-Stunden-Minuten seit seine Frau ihn verlassen hat. Erst als er sich aufraffen kann und sich mit alten Freunden in der Stammkneipe trifft, gibt ihm das eine Wendung in seinem Leben.
Eine seiner Freunde ist Reiseführer für eine Indienreise und Göran lässt sich überreden mitzukommen.
Anfangs total hilflos entwickelt sich Göran immer mehr zu einem (wieder) selbstständigen Wesen und bleibt wider Erwarten in Indien. Er hat dort einen Inder zum Freund gefunden und hat mit seiner Hilfe – und nicht immer ganz legalen Mitteln – einen Job, eine Aufenthaltsgenehmigung, eine Wohnung und sogar eine neue Liebe gefunden.
Das Leben kann so schön und aufregend sein.
Kann, muss aber nicht ….

Aber Göran hat ja seinen Freund, Yogendra Singh Thakur – kurz Yogi, seinen besten indischen Freund.
Durch und wegen ihm durchlebt Göran nicht nur ein neues und friedvolles Leben. Im Gegenteil, durch Yogi manövriert er sich auch immer wieder in brenzliche oder völlig unnötige Situationen. Aber Yogi wäre nicht Yogi, wenn er die nicht wieder ganz auf indische Art und mit indischen Weisheiten ausbügeln könnte.
Und irgendwann stellt Göran fest, das sein Leben wieder einen Sinn hat und vergisst ganz seine eigene Zeitrechnung, weil er wieder im Hier und Jetzt angekommen ist.
Er erlebt viel und gewinnt noch viel mehr.

Mein Fazit:
Trotz einiger Klischees immer noch authentisch. Für mich ein tolles Buch mit liebenswerten Charaktere. Mir haben alle gefallen, Hauptprotagonisten wie Nebencharaktere. Das alles im lauten, bunten und gegensätzlichen Indien. Leicht geschrieben mit viel Kopfkino und doch sind leise ernste Töne mit dabei.
Ein Buch das ich empfehlen kann!

Bewertung vom 04.07.2017
Leons Erbe
Theißen, Michael

Leons Erbe


gut

Katja und ihr Mann Markus haben sich nicht mehr viel zu sagen.
Während Katja zuhause in ihrer Trauer allein ist, stürzt sich Markus in seine Arbeit und lässt nichts unversucht den Autofahrer zu finden.
Der Autofahrer, der nachts Leon überfahren hat und einfach weiter gefahren ist.
Aber der Tot ihres Sohnes ist nicht alles, womit Katja kämpft.
Da ist auch noch ihre Schwester, der sie sehr nahe stand, die einfach spurlos verschwunden ist.
Und obwohl Katja nicht wirklich ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern hat, verbindet sie die zwei Schicksale wieder.
Doch als der Notar bei ihr anruft und sie was von Leon bei ihm abholen soll, gerät sie in einen Strudel der alles durcheinander wirbelt. Während Katjas Mutter nicht mehr daran glaubt dass ihre andere Tochter noch lebend wieder gefunden wird, fragt sich Katja was ihr 16 jähriger Sohn bei einem Notar für sie hinterlassen haben soll.
Aber da wird alles noch dubioser.
Sie soll die Sache mit dem Notar verschweigen, da es kein offizielles Erbe ist. Aber warum sollte Leon einem Notar einfach so diese kleine Kiste zugeschickt haben?
Als sie den Inhalt sieht, wird ihr schwarz vor Augen.
Wie kam Leon an das Armband ihrer Schwester?
Es war ein Geschenk von ihr, welches die Schwester seit dem immer trug.

Nachdem sie an der frischen Luft wieder klarer denken kann, ist die Kiste weg und Katja versucht den Fall selbst zu klären.
Dabei tauchen immer mehr Fragen auf und sie gerät immer tiefer in die Familiengeheimnisse.
Was ist mit Leon wirklich passiert?
Wieso hat er sich Zuhause so ganz anders gegeben?
Was hat das Ganze mit dem Armband ihrer Schwester zu tun?
Und ihre Eltern?
Auch da liegt einiges im Argen und nach und nach merkt Katja, das auch da einiges nicht zusammen passt.

Es scheint ein ganzer Sumpf zu sein, in dem Katja da hinein gerät und das baut die Spannung der Geschichte auf.
Auch wenn ich bei einigen Situationen mich gefragt habe, warum Katja gerade SO handelt.
Es schien mir nicht logisch, warum Katja in einer bestimmten Situation nicht zur Polizei geht – jede andere hätte sofort die Polizei gerufen, aber Katja nicht.
Auch in anderen Situationen verhält sie sich nicht so, wie jeder es sonst getan hätte.
Aber auch wenn ich mich das beim Lesen in solchen Situationen gefragt habe, hat es mich als Ganzes der Geschichte nicht so gestört, das ich sie nicht mehr spannend fand.
Kann auch sein das die Spannung dadurch etwas gefördert wurde, weil ich dann schon so Gedanken hatte wie: „Mensch mach DAS nicht, sonst ….“.
Aber vielleicht war das ja auch die Absicht des Autors.

Egal ob es nun ein Stilmittel oder unabsichtlich war, im Gesamtpaket hat es mich nicht gestört. Alles hat sich am Ende aufgelöst und mit der Wendung am Ende habe ich echt nicht gerechnet.
Ich persönlich würde das Buch zwar nicht unter „Psycho-Thriller“ einordnen, aber unter Thriller auf jeden Fall.

Mein Fazit:
Ein Debütroman der mich unterhalten hat und deren Wendung einiges zutage bringt.
Ein Debüt das noch gesteigert werden kann und ich auf ein weiteres Buch vom Autor gespannt bin.
Empfehlen kann ich dieses Buch jedem, der sich nicht an kleine Ungereimtheiten festhält, sondern eine Geschichte im Ganzen sieht.

Bewertung vom 18.06.2017
Harry und das tödliche Finale
Kahn, C. Harry

Harry und das tödliche Finale


ausgezeichnet

Diese Geschichte ist der 2. Krimi vom Ermittlerduo Watson und Harry und spielt abwechselnd in Vancouver und in Deutschland zur WM 2006.

Als ich das Buch bekam, habe ich es wie jedes Andere auch, erst einmal durchgeblättert um zu schauen wie das Buch aufgeteilt ist.
Sind die Kapitel nummeriert oder haben sie einen Titel?
Gibt es ein Vor- oder Nachwort, einen Anhang oder eine Vorschau auf andere Bücher?
Das sind so meine ersten Interessen, wenn ich ein neues Buch in der Hand halte – vom eigentlichen Buch mal abgesehen, sonst würde ich es ja gar nicht erst in der Hand halten.
Als ich dies Buch also so durchblätterte viel mir sofort die doch sehr ungewohnten Titel der Kapitel auf, die da lauten:

Die Lage
Letztes Kapitel
Erstes Kapitel
Erstes Zwischenkapitel
Zweites Kapitel
Zweites Zwischenkapitel
[………]
Allerletztes Kapitel

Mein erster Gedanke ….. öhm….. was das?
Muss ich das Buch noch lesen, wenn ich nach der “Lage“ gleich schon das “Letzte Kapitel“ noch vor dem ersten lese?
Ja natürlich!
Sonst hätte ich ja nie erfahren was es mit den Zwischenkapiteln auf sich hat, wie es zu dem letzten Kapitel gekommen ist und warum es dann ganz am Ende doch noch ein allerletztes Kapitel gibt.

Schnell wusste ich was es mit diesen Kapiteln auf sich hat und ich fand die Erzählweise einfach toll. Hab ich so noch nie gehabt und es handelt sich hier um eine Geschichte über ein Buch. Also quasi ein Buch in einem Buch.
Watson wollte einfach nur mit seinem kleinen Hund Harry und der Fotografin Sally, die er im ersten „Harry + Watson Krimi“ kennen lernte, nach Deutschland, die EM besuchen und diese in Bildern festhalten um einen Bildband über diese herauszubringen.
Und um diesen Bildband und seiner Veröffentlichung geht es in diesem Buch.
Aber es wäre kein „Harry und Watson Buch“, wenn das alles glatt und ohne Krimifall verlaufen wäre!
Auch bei so einem harmlosen Vorhaben geraten Watson und Harry wieder mitten hinein, in das Verbrechen und müssen nicht nur um das Leben vieler Fußballfans bangen, sondern auch selber aufpassen, um am Leben zu bleiben – was manches Mal nur um Haaresbreite gelingt….

Mit diesem Abenteuer des „Sechsbeinigem“ Duo hab ich mich wieder sehr gut unterhalten. Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig, sowie bildhaft, das man einfach von Anfang bis Ende mit dabei ist. Die Protagonisten sind authentisch und liebenswert, man muss sie einfach gern haben.
Wer hier einen Krimi mit Hochspannung und professionelle Ermittler sucht, der ist hier falsch.
Hier gibt es zwar Spannung und auch ein echter Fall für die zwei, aber Watson und Harry haben ihre eigene Art einen Fall zu lösen. Obwohl Watson nur ein Fotograf ist, stolpert er auch hier wieder ungewollt in einen Kriminalfall rein und das er da hereinstolpert hat er eigentlich seinem Hund Harry zu verdanken. Dieser konnte es nämlich gar nicht ab, das so ein Grobian in fast getreten hätte und Watson lässt natürlich nichts auf seinen Terrier kommen – und schon legen sie sich mit einem Terroristen an – welches sie da natürlich noch nicht ahnten.
Gemeinsam mit der Polizei kommen sie dem Täter immer näher, aber schaffen sie es noch rechtzeitig, bevor die Bombe hochgeht?
Welche Rolle spielt dabei das Fotobuch?
Diese und noch weitere Fragen müssen Watson und Harry lösen, und das tun sie auf ihre ganz besondere Art.

Mein Fazit:
Ich hab mich wirklich sehr über das Buch gefreut. Ich mag die Art von Watson, wie er mit an der Auflösung des Falls beteiligt ist, das Verhältnis zu seinem kleinen Terrier und die ganze Art, wie er mit seinem Umfeld und deren Menschen umgeht.
Ein Protagonist, den ich gerne mal persönlich kennen lernen möchte.
Ein Watson und Harry Krimi ist ein Krimi der besonderen Art!

Der 3. Teil von dem Duo ist schon bestellt – nur muss ich leider auf einen Nachdruck warten und weiß noch nicht wann er bei mir ankommt.

Bewertung vom 04.03.2017
Hingabe
Verhoef, Esther

Hingabe


sehr gut

Wieder ein Buch, das mein „Sherlock-Gen“ getrotzt hat!
Wobei ich dieses Buch eher in das Genre Frauen-Thriller gepackt hätte, statt Thriller oder auch Psychothriller.
Dies ist kein Thriller mit großem Knalleffekt, sondern eher mit ruhig verlaufender, hintergründiger Spannung.

Als ich das Buch entdeckte hat der kurze Klappentext mich sofort neugierig gemacht – wobei ich auf Preisauszeichnungen und „Schlagzeilen“ auf Klappentexte nichts gebe.
Aber diese kurzen Sätze über ‚Sie’ und ‚ER’ ließen irgendwie schon mein Kopfkino anspringen.

Margot (SIE) ist eine junge Frau, die gerade eine schwierige Trennung hinter sich hat und nun endlich noch einmal neu anfangen will. Vor allem will sie ihr Selbstbewusstsein zurück haben und fängt schon mal mit einer neuen, selbst eingerichteten Wohnung an, in der sie alleine bestimmen kann. Außerdem bucht die spontan mit einer befreundeten Arbeitskollegin einen Kurztrip übers Wochenende nach London.
„Einkaufen, spazieren gehen, vergessen.“
Aber dann sagt die Kollegin ab und Margot entschließt sich nach langer Überlegung doch allein zu fliegen. Unsicher tritt sie ihre Reise an. Auf einem Fensterplatz in einer Dreierreihe hebt sie ab in Richtung London. Als der gutaussehende Typ am Gang sie auf harmlose Art anspricht flattern ihr vor lauter Unsicherheit die Knie, nimmt aber den Zettel mit seiner Telefonnummer an und steckt ihn ein.
Als sie dann in London ihre Unterkunft aufsucht bekommt sie Panik. „Billighotel“ ist hier mehr billig als Hotel und auch der schmierige Besitzer macht es nicht besser.
Voller Verzweiflung ruft sie den sympathischen Typ aus dem Flieger an, in der Hoffnung er kann ihr auf der Suche nach einer besseren Bleibe helfen, da sie sich überhaupt nicht in London auskennt und mit der Situation total überfordert ist.
Von da an ändert sich Margots Leben in rasanter Geschwindigkeit. Leon, der Typ aus dem Flieger, zeigt ihr eine ganz neue Welt und hilft ihr ihre Träume zu verwirklichen.
Das sie ihre Vorgängerin sehr ähnelt – die das gleiche „Manko“ hatte wie sie selbst, erfährt sie erst später. Aber ist es da vielleicht schon zu spät?

Das Buch ist aus zwei Perspektiven, jeweils in der Ich-Perspektive, geschrieben. Hauptsächlich ist da Margot, aber dann taucht immer wieder ein Kapitel auf und das ist dann „ER“.
Aber wer ist ER?
Ja, er ist ein Mörder, denn er lässt den Leser an seine Gedanken und Morde teilhaben. Er zelebriert diese Morde in allen Einzelheiten. Für ihn sind es echte Kunstwerke und er geht dabei sehr selbstsicher und gründlich vor, plant alles akribisch.

Der Kapitelwechsel ist optisch gleich zu erkennen, da die Kapitel bei „ER“ in römischen Zahlen unterteilt und auch in eine andere Schrift gedruckt sind. So weiß man immer gleich ob es sich um Margot oder „ER“ im nächsten Kapitel handelt.

Ich bin nur so durch die Kapitel „geflogen“, weil ich immer wieder wissen wollte, wie es mit der anderen Person weitergeht.
Auf der einen Seite bin ich Margot gefolgt durch ihr neues, aufregendes Leben, konnte sehen wie sich immer selbstbewusster und immer mehr in der Künstler-Highsociety Fuß fasste, der Leon angehörte. Aber Leon fördert nicht nur, er fordert auch….. in allen Bereichen ihres Lebens und langsam beherrscht er sie immer mehr.
Auf der anderen Seite wollte ich einfach wissen wie es mit diesem „ER“ weitergeht und vor allem WER er ist. Eigentlich war ich mir sicher wer er ist, meine grauen Zellen waren im Hinterkopf immer wieder am rattern und mein „Sherlock-Gen“ lief auf Hochtouren – und am Ende lag es (ich) doch daneben!

Mein Fazit:
Ein Buch, das mein „Sherlock-Gen“ in die Irre führt, bekommt von mir volle Punktzahl und kann ich nur weiter empfehlen!
Ein Thriller ohne Knalleffekt der trotzdem mich von Anfang bis Ende fesseln konnte. Und auch wenn die Erotik in der Geschichte leicht in Richtung von einem „“Mr. Grey“ geht, passte aber alles zusammen.

Bewertung vom 26.11.2016
Der Angstmann / Max Heller Bd.1
Goldammer, Frank

Der Angstmann / Max Heller Bd.1


sehr gut

4,5 Punkte von 5 für ein gelungener Auftakt zu einem Mehrteiler!

Hier treffen Wirklichkeit und Fiktion aufeinander!
Mitten im Kriegsgeschehen des zweiten Weltkrieges, speziell im November 1944 bis zum 13.Februar 1945, als britische Bomben Dresden völlig zerstörten und anschließend die Russen im Mai 1945 die Macht übernahmen, jagt Kriminalinspektor Max Heller einen Serienkiller.
Beides wird sehr gut geschildert.
Die Angst, wenn wieder Alarm ist und alle dicht gedrängt im Keller Schutz suchen, wie sie von da die Einschläge der Bomben hören und die die Erschütterungen spüren.
Die Angst vor dem nächsten Bombenangriff, die überfüllten Krankenhäuser und all die Flüchtlinge.
Die tägliche Suche nach Nahrung, niemanden mehr trauen können, weil man nie weiß auf welcher Seite das Gegenüber steht. All das spürt man als Leser, denn die bedrückende Stimmung wird sehr gut vermittelt.

Als der Krieg vorbei ist hat die Lage sich auch nicht gebessert. Jeder muss sich mit wenig bis fast gar nichts durchschlagen, alles liegt in Schutt und Asche und der Russe hat die Macht übernommen.
Nun heißt es lieber unsichtbar zu bleiben und bloß nicht auffallen.
Aber Heller ermittelt weiter, denn der Angstmann hat wieder zugeschlagen!
Und er bekommt sogar Hilfe von einem Russen, wobei dieser aber andere Ambitionen hat.
Trotz des ungleichen Paares von Heller und Andrej Saizev ergänzen sich die beiden gegenseitig und passen auf ihre Art doch zusammen. Heller nimmt was er kriegen kann und bleibt nach allen Seiten so neutral wie möglich, um seine Lage nicht zu verschlechtern, bleibt aber seiner Sache treu und setzt sich auch durch wenn es mal sein muss.

Das Buch war sehr gut zu lesen und ich bin von Anfang an in der Geschichte drin gewesen.
Heller ist ein sympathischer Typ, der trotz privater Sorgen und Kriegssituation in seinem Beruf aufgeht und die Mordfälle aufklären will, auch wenn Klepp von der Gestapo ihm immer wieder Steine in den Weg legt.
Der Schreibstil ist sehr bildlich. Ich hatte die zerstörte Stadt vor Augen, obwohl ich sie nicht kenne. All die Ruinen und Trümmerberge, in dem jeder versucht so gut zu überleben wie es geht.
Geschickt streut der Autor immer wieder neue Verdachtsmomente ein und mein „Sherlock-Gen“ war ständig am arbeiten. Immer wenn ich gerade wieder einen als Täter im Hinterkopf hatte, kam ich auch schon wieder ins Grübeln, weil schon wieder was Anderes verdächtig war.
Das Ende kam dann doch ganz anders und war auch schlüssig – wo ich aber eben so gar nicht drauf gekommen wäre.
Und auch wenn dieser fiktive Kriminalfall in einer schlimmen, echten Zeit spielt, so ist doch beides meiner Meinung nach gelungen. Weder der Kriminalfall noch der Krieg nehmen den größten Teil der Geschichte ein, sondern sind miteinander verbunden, wie ich finde.
Ein bisschen mehr von Heller, seiner Frau und die beiden Söhne – die als Soldaten an der Front sind – hätte ich mir noch gewünscht, aber trotzdem eine runde Geschichte.

Zitat:

"Dumm ist es, einem Führer bedingungslos bis in den Tod zu gehorchen [Seite 282]

Dem ist nichts mehr hinzu zufügen!

Mein Fazit:
Eine schlimme Zeit, die sich nie wiederholen darf, mit einem fiktiven Krimifall kombiniert zu einer runden und spannenden Geschichte, ohne was zu beschönigen und mit gut recherchiertem Hintergrund.
Ein Kriminalfall, der mein „Sherlock-Gen“ gut in die Irre geführt hat und ich schon auf die Fortsetzung gespannt bin, die (leider) erst im Herbst 2017 heraus kommen soll.

Bewertung vom 26.10.2016
Die böse Lust
Schnell, Axel

Die böse Lust


sehr gut

*4,5 von 5 Sternen*

In diesem Thriller geht es um die alten, nordischen Götter, dem Jan Godewill verfallen ist.
Um in die Götterwelt als einer von ihnen aufzusteigen sammelt er Runen. Diese findet er aber nicht irgendwo fertig, nein, die muss er selber anfertigen – und zwar alle 24, um das alte „F-U-P-A-R-K“ Runenalphabet zu bekommen.
Nur diese Runen werden nicht aus oder in Holz geschnitzt …..
Jede Rune ist eine weitere blutige Tat eines Ritualmords und ihm fehlen noch ein paar, um seine Verwandlung vollziehen zu können.

Das Buch ist in zwei Perspektiven geschrieben.
Die jetzigen Handlungen und Ereignisse sind in der Erzählweise geschrieben. Dann gibt es noch eine Sicht aus der Vergangenheit in der Ich-Perspektive von Jan, als er in Island mit den nordischen Göttersagen und deren Anhänger in Berührung kommt, die ihn dann so faszinieren, das er dem Götterglauben verfällt.
Wo Morde passieren, da ist natürlich auch ein Ermittlerteam nicht weit.
Das besteht zu Anfang aus Kriminalhauptkommissar Harry Haller und der Kommissarsanwärterin Anna.
Die Beiden haben mir echt gut gefallen. Haller, der etwas väterliche Typ, ganz nach dem Motto: „Bei mir wirst du was lernen“ und Anna, die weiß wie sie ihren unmittelbaren Chef in dieser Rolle bestätigen kann.
Zunächst ermitteln die Beiden allein und werden natürlich von den Kollegen im Präsidium unterstützt. Schnell stellt sich aber raus, das es diese Ritualmorde auch in andere Städte gibt und der Täter nur in Gemeinschaftsarbeit zu fassen ist. Dabei bleibt Haller allerdings immer an erster Stelle, was ich sehr gut finde. Bei ihm laufen immer alle Fäden zusammen.
Als die Ermittlungen ins Stocken geraten, fordert Haller den Täter öffentlich heraus, indem er ihn beleidigt und in seiner Ehre kränkt.
Das hat Wirkung und der Täter nimmt über Email Kontakt mit Haller auf und spielt ab da ein Katz-und-Maus-Spiel mit Haller.
Er ist so von sich überzeugt, dass er ihm immer mehr Hinweise gibt.

Das Buch hat mir wirklich gefallen, auch wenn ich die Aussage in der Danksagung:

Zitat:
[…] musste diese Lektüre leider abbrechen, weil er es mit der Angst bekam. [...]

nicht nachvollziehen.
Ähnliche Aussagen findet man übrigens auch im Netz.
Wie gesagt, kann ich nicht nachvollziehen, aber als “PR-Gag“ keine schlechte Werbung.

Für mich ist die Geschichte einfach spannend, wie sie sich mit Jan Godewill entwickelt und parallel dazu die Ermittlungen. Außerdem finde ich die Aspekte mit den nordischen Götter, deren Geschichte und die Bedeutung der Runen total interessant.
Im Anhang sind auch die Bedeutungen der Figuren, die in der Geschichte eine Rolle spielen, erklärt und auch das Runenalphabet ist dort aufgeführt.

Leider fand ich den Schluss nicht ganz so gelungen.
Haller hatte schon so viele Hinweise vom Täter selbst bekommen, das er gut allein drauf gekommen wäre – zumal er den Täter schon als sehr Verdächtigen im Auge hatte und im schon auf den Versen war. Da erschien mir das Ende wie es letztlich gelöst wurde etwas zu sehr hergeholt.
Ein paar Seiten mehr und es hätte ein spannenderes Ende mit „Showdown“ werden können.
Schade dass es nicht so war.

Mein Fazit:
Eine spannende Geschichte mit interessanten Aspekten der nordischen Götter und wie weit ein Gotteswahn führen kann.
Ein Buch das mich gut unterhalten hat und das ich trotz kleiner Bemängelung empfehlen kann.

Bewertung vom 21.09.2016
Falscher Ruhm
Schultze, Michael A.

Falscher Ruhm


sehr gut

Dieses Buch kann man nicht einfach mal eben so weglesen, wie der kurze Klappentext vermuten lässt, dafür ist es viel zu komplex mit Hintergrundwissen über Land und Leute.
Die Geschichte um Maren und Kai reißt zwar nie ab und der rote Faden bleibt durchweg erhalten und doch ist das Buch gleichzeitig fast wie eine Doko über Laos und einem bestimmten Rebellenvolk, den Hmong. Immer wieder schafft es der Autor ausführliches Hintergrundwissen sowohl über das Land, deren politischen Lage selbst und im Bezug auf die Nachbarländer und der laotischen Bevölkerung einzuflechten. Das alles auch mal in längeren Passagen, aber ohne den Anschluss zur Kerngeschichte zu verpassen.
Die tatsächlichen Fakten werden immer dann eingestreut, wenn bei Maren und Kai gerade nichts Spannendes passiert, wenn sie z. B. gerade mit dem Bus zum nächsten Ort unterwegs sind, oder wenn sie im Gespräch mit Landsleuten sind. Wenn der Bus dann sein Ziel erreicht hat, ist man aber sofort wieder bei den Beiden. Ohne das der eine oder andere Teil abgehackt wirkt.

Ich würde sagen, dass es ein Reisebericht mit einer spannenden Handlung ist.
Wobei ich jetzt gar nicht sagen kann, was mir besser gefallen hat, denn auch wenn ich immer ein bisschen Abstand zu Maren und Kai hatte, so fand ich die Geschichte nicht weniger spannend.
Ziemlich naiv kamen mir Beide, jeder auf seine Art, vor. Diese Naivität ist es auch, die Beide in arge Schwierigkeiten bringt.
Da gab es Situationen wo sich mir die Nackenhaare kräuselten und ich am liebsten „NEIN, lass die Finger davon“ rufen wollte.
Wo Maren ehrgeizig-naiv war, lebte Kai eher in den Tag hinein und nahm den Tag so wie er kam. Irgendwie kam er mir nicht ganz so ehrgeizig vor wie Maren, obwohl ja eigentlich Beide aus demselben Grund die Reise unternommen hatten.

Insgesamt hat mir das Buch gefallen, auch wenn – wie schon erwähnt – ich nicht wirklich nah bei Maren und Kai war, sonder die Geschichte „nur beobachtet“ habe.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, in einer lockeren Ausdrucksweise in den Dialogen der Protagonisten, ohne dabei unglaubwürdig zu erscheinen.
Die Beschreibungen von Land und Leute sehr detailliert und bildlich. Die politischen und landestypischen Hintergründe sind ebenfalls sehr ausführlich und trotzdem schafft es der Autor eine runde Geschichte aus allem zu machen.
Für mich war beides spannend zu lesen, denn von Laos wusste ich bis her nur, das es mit vielen Regenwäldern und Bergen auch viele Tempel und vor allem vielen liegenden Buddhas gibt. Dieses Buch hat mir einen kleinen Einblick in das Land gegeben.
Zwar keinen touristischen, dafür aber vom Land und von einer einheimischen Gruppe und wie sie leben. Das hat mir gefallen, da ich andere Kulturen immer interessant finde. Aber auch die Geschichte um Maren und Kai hat mir gefallen und wie der Autor beides zusammen führt.
Wenn ich als Leser auch noch persönlich näher an Maren und Kai herangekommen wäre, wäre das Buch für mich perfekt.
Aber vielleicht klappt es ja in der nächsten Geschichte von Kai Kurzbein.

Mein Fazit:
Ein Buch mit viel informativen Hintergründen mit einer interessanten Idee, alles in einer spannende Geschichte eingebunden. Ein Buch, das ich jedem empfehlen kann, der mal kein „trockenes“ Sachbuch über Land und Leute lesen will, aber trotzdem einen Einblick dergleichen schätzt und sich dabei noch von einer fiktiven Geschichte unterhalten lassen will.

Bewertung vom 04.09.2016
Harry und der Tod am Regenberg
Kahn, C. Harry

Harry und der Tod am Regenberg


ausgezeichnet

Mit diesem Buch bekam ich einen Kanada-Krimi und ich bin total begeistert!
Harry ist ein kleiner Hund, kleiner als manche Katze und lebt mit seinem Herrchen „Dr.“ Watson zusammen.
Die Beiden sind ein eingeschweißtes Team, was das Zusammenleben angeht und ihrer beider Gewohnheiten ergänzen sich perfekt.
John Watson ist ein freischaffender Fotograf, der in Vancouver einmal ausgiebig Pause machen möchte.
Als Harry bei einem Waldspaziergang eine Leiche findet ist es allerdings aus mit der Ruhe der Beiden. Watson muss nicht nur eine Aussage über seinen Fund machen, er wird auch kurzer Hand zum Tatortfotograf angeheuert, da der polizeiliche grad nicht erreichbar ist.
Dann meldet sich auch noch ein ehemaliger Auftraggeber von Watson, der ihn damals allerdings mit seinem Honorar übers Ohr gehauen hat.
Nach er ersten Ablehnung nimmt Watson doch den neuen Auftrag an. Er soll mit seinen Fotos dokumentieren, dass der Bau der Olympiaeinrichtungen der Umwelt nicht schadet.
 
Aber tun sie das wirklich nicht?
Warum ist Watsons Vorgängerin bei diesem Auftrag die Tote?
Und was hat das Ganze mit Mr. Tao und den Squamish- Indianern zutun?
 
Spannende Fragen, spannende Geschichte.
Eine Geschichte die von einem Schreibstil getragen wird, den ich so noch nicht gefunden habe.
Er ist leicht zu lesen, sehr bildlich, voller Humor und Anspielungen, auch ohne reißerische Szenen, aber mit viel Persönlichkeit und ohne immer alles deutlich beim Namen zu nennen – OHNE das etwas fehlt.
Als Beispiel:
Bei einer wirklich gefährlichen Flucht beschreibt der Autor sehr bildlich wie der Fahrer des Fluchtautos am Fluchen ist, ohne auch nur ansatzweise einen Fluch zu benennen.
Ich habe trotzdem die ganze Palette der Flüche „gehört“ und hab selbst im Fluchtauto gesessen!
Was andere Autoren namentlich aufschreiben, klappt durch den Erzählstil hier ganz ohne.
Was nicht heißen soll, das andere Szenen nicht genau benannt werden.
 
Das Gesamtpaket ergibt eine Mischung aus allem und ist wie ein Spiel mit Worten und Ausdrucksweisen, die man zwar alle kennt, aber im Alltagstrott so nicht benutzt – ohne das es sich dabei abgehoben, überheblich oder gestelzt anhört.
Auch wenn viele lustige Bemerkungen zu gewissen Szenen fallen, so ist die Geschichte nicht weniger spannend und gefahrlos für das Duo Harry und Watson und deren Helfer.
Bei nur 160 Seiten gilt auch hier: Am Ende sind keine Fragen mehr offen und Fall gelöst.
Die einzige Frage, die doch noch bleibt: In welches Abenteuer die Beiden als nächstes hineinstolpern, denn dies war erst der erste Fall des Duos. 
Und wem da jetzt ein paar Namen bekannt vorgekommen sind, der erfährt auch im Buch wie es sich damit verhält. ^^
 
Mein Fazit:
Ich war und bin immer noch von dem Duo begeistert.
Ein Krimi mit Herz, Witz und Spannung, der einiges aufdeckt was vielleicht in Wirklichkeit gar nicht so abwegig war, zum Bau der Einrichtungen für die Olympischen Winterspiele 2010.
Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der mal keine trockene kriminalistische Profilerarbeit lesen will!

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