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Benutzername: Curin
Wohnort: Bielefeld
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Danksagungen: 12 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 281 Bewertungen
Bewertung vom 23.02.2019
In Ordnung
Carlson, Julie; Guralnick, Margot

In Ordnung


sehr gut

Ordnung und Übersichtlichkeit im eigenen Zuhause wünscht sich sicherlich jeder, doch oft ist es schwierig, weil nur wenig Platz und kein richtiges Konzept vorhanden ist. In diesem Bildband findet man viele Ideen und Tricks, wie man schnell und übersichtlich Dinge verstauen und anordnen kann und dabei auch noch auf Plastik verzichtet.
Mir hat bei diesem Buch gleich gefallen, dass man wirklich für jeden Raum originelle und einfache Lösungen zum Ordnung halten präsentiert bekommt. Nicht alles hat meinen Geschmack getroffen, aber man kann sich ja das heraussuchen, was einem am besten gefällt.
Zwischendurch gibt es auch immer wieder Expertenseiten, wo beispielsweise die Tricks von Hoteliers, Bootsbauern usw. für aufgeräumte Zimmer verraten werden. Es ist schon erstaunlich, wie man mit nur kleinen Veränderungen oft eine große Wirkung erzielt und so auch optisch für mehr Gemütlichkeit und Wohlbefinden sorgt.
Am Ende des Bildbands werden auch hilfreiche Adressen genannt, wo man bestimmte Regalsysteme, umweltfreundliche und schöne Dinge zum Verstauen usw. bestellen kann.
Wichtig fand ich auch, dass auch das Thema Entrümpeln angesprochen wird. Wahrscheinlich hat jeder ein paar Dinge angesammelt, die nur Platz wegnehmen, aber gar nicht mehr gebraucht werden. Auch hier werden Möglichkeiten aufgezeigt, was man mit noch intakten und gut erhaltenen Gegenstände machen und wo man sie in gute Hände weitergeben kann.
Erwähnen möchte ich auch, wie qualitativ hochwertig dieser Bildband gestaltet ist. Durchgängig gibt es Farbfotos mit einigen Texterläuterungen, so dass man alleine schon durch das Anschauen inspiriert wird und Lust auf das Aufräumen und Umgestalten bekommt.
Insgesamt ist ,,In Ordnung" ein toller und auch optisch sehr ansprechender Ratgeber, indem man viele Tricks und Tipps für das eigene Zuhause findet. Gerne empfehle ich den Bildband hier weiter.

Bewertung vom 23.02.2019
Die unnahbare Miss Ellison
Miller, Carolyn

Die unnahbare Miss Ellison


sehr gut

1813 in Gloucestershire : Die Pfarrerstochter Lavinia Ellison hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die vernachlässigten und armen Menschen im Dorf einzustehen. Dabei hat sie selbst schon früh ihre Mutter verloren und wird nun mit der Rückkehr des jungen Grafen von Hawkesbury wieder mit dem schrecklichen Unfall von damals konfrontiert... .
Die Autorin Carolyn Miller hat hier einen wunderbaren christlichen Roman geschrieben, der von der Handlung her an Jane Austens Werk ,,Stolz und Vorurteil" erinnert. Auch wenn sie an die britische Schriftstellerin nicht ganz heran kommt, hat mich das Buch gut unterhalten und mir viele schöne Lesestunden beschert.
Besonders gut hat mir gefallen, dass hier der christliche Glaube im Mittelpunkt steht. Die junge Lavinia lebt christliche Nächstenliebe ganz praktisch aus und zeigt nicht nur durch fromme Worte, sondern durch Taten, wie die Nachfolge aussehen kann. Ich mochte sie sehr gerne und musste beim lesen oft über ihre schlagfertige und etwas freche Art schmunzeln. Gerade in den Gesprächen mit dem Grafen von Hawkesbury ist sie keineswegs auf den Mund gefallen und leistet sich den einen oder anderen Schlagabtausch.
Hawkesbury konnte ich anfangs nicht richtig einschätzen. Er wirkte auf mich zwar sympathisch, aber irgendwie auch ein bisschen überfordert mit seiner Rolle als Graf. Doch spätestens, als er sich über einige Standesschranken hinweg setzt und wirklich auch seine Pflichten als Verwalter wahrnimmt, gewinnt er den Leser für sich.
Beim lesen ist es besonders amüsant mitzuerleben, wie er und Lavinia miteinander debattieren und sich häufig dabei auch missverstehen. So ist es Carolyn Miller gelungen, einen tollen christlichen Roman mit einem gut lesbarem Schreibstil zu entwickeln. Dabei werden auch viele wichtige Themen wie die Entscheidung, mit Jesus zu leben und Nächstenliebe angesprochen.
Auch wenn man natürlich ahnt, wie die Geschichte ausgeht, ist es doch unterhaltsam und zum Teil sogar spannend mitzuerleben, wie sich Miss Ellison und Nicolas langsam einander annähern und dabei den anderen immer wieder missverstehen.
Insgesamt ist ,,Die unnahbare Miss Ellison" ein gut geschriebener christlicher Roman, der mich gut unterhalten, aber auch nachdenklich gemacht. Ich wünsche dem Buch viele Leser und empfehle es sehr gerne hier weiter.

Bewertung vom 20.02.2019
Die Glocke im See (Ungekürzt) (MP3-Download)
Mytting, Lars

Die Glocke im See (Ungekürzt) (MP3-Download)


sehr gut

1880: Mitten im Gebirge von Norwegen liegt das kleine Dorf Butangen. Dort befindet sich eine Stabskirche, um deren Glocken sich eine besondere Legende rankt, die unmittelbar mit der Familie Hekne zusammenhängt. Astrid, die älteste Tochter ist anders als die anderen Mädchen und träumt von einem ganz andren Leben. Doch wird sie ihre Träume wahr machen können?
Nachdem ich von Lars Mytting mit viel Begeisterung bereits das Buch ,,Und die Birken wissen´s noch" gelesen hatte, war ich auch neugierig auf sein neustes Werk und wurde auch hier nicht enttäuscht. In dieser Geschichte wird man in das Norwegen von 1880 mitten in ein kleines abgeschiedenes Dorf mitgenommen und erlebt dort den Alltag der Menschen. Sehr präzise und mit vielen Details wird das Leben der Leute dort beschrieben, aber der Fokus liegt sehr oft auf der Stabskirche, die noch aus dem Mittelalter stammt und durch die vielen Holzarbeiten wunderbar aussehen muss.
Die Handlung wird aus der Sicht von drei verschiedenen Figuren geschildert. Da ist Astrid, die mit ihrer so ganz anderen und direkten Art die Leute im Dorf verwundert, aber bei dem jungen Pfarrer Kai Schweigaard dadurch Bewunderung und auch Gefühle auslöst. Dazu kommt noch der junge deutsche Architekturstudent Gerhard, der die Stabskirche nach Dresden versetzen soll und sich bei seiner Arbeit in Astrid verliebt.
Die Drei sind mir beim lesen richtig ans Herz gewachsen und so wie alles erzählt wird, könnte man meinen, vieles davon sei so wirklich passiert.
Lars Mytting hat hier wieder eine besondere Geschichte geschrieben, deren Handlung man keineswegs vorhersehen kann. Mich persönlich hat vieles, was passiert, sehr erschreckt und ich hatte mit einigen Wendungen überhaupt nicht gerechnet. So ist dies ein Buch, indem auch viel Leid vorkommt und sich nicht alles so entwickelt, wie man es sich als Leser gewünscht hätte.
Die Handlung lebt auch von den vielen detailreichen Beschreibungen des Autors. Er schafft es wirklich einem die Stabskirche vor Augen zu malen und das einmal aus der Sicht von Astrid, des Pfarrers und aus der Architektensicht von Gerhard. Manchmal waren mir jedoch die Legende und die alten Gebräuche im Dorf irgendwie zu unheimlich.
Da ich die Geschichte als Hörbuch gehört habe, möchte ich auch die Sprecherin Beate Rysopp lobend erwähnen. Sie trägt mit ihrer angenehmen Stimme dazu bei, dass man sich wirklich nach Norwegen versetzt fühlt und gar nicht mehr aufhören will, der Handlung zu lauschen.
Insgesamt ist ,,Die Glocke im See" ein spannendes, aber auch sehr berührendes Hörbuch, welches mich auch jetzt noch gedanklich beschäftigt. Gerne empfehle ich es hier weiter.

Bewertung vom 20.02.2019
Glauben. Lieben. Ernten.
Jebakumar, Augustine (Brother)

Glauben. Lieben. Ernten.


gut

Der Inder Brother Augustine Jebakumar entscheidet sich für ein Leben mit Jesus und wird dazu berufen, in der Region Bihar eine Missionsarbeit aufzubauen. Doch dort gibt es neben sehr viel Armut nur wenig Interesse am Evangelium. Umso erstaunlicher ist es, was heute dort entstanden ist... .
In diesem Buch erzählt der Missionar neben seiner Arbeit auch viel über seine Familie, seinen Werdegang und auch darüber, wie er Gott kennengelernt und viele erstaunliche Dinge mit ihm erlebt hat.
Mich persönlich haben die Schilderungen des Autors oft etwas zwiegespalten zurück gelassen. Auf der einen Seite sieht man bei ihm, wie Gott selbst hoffnungslose Situationen verändern kann, wenn Menschen sich ihm ganz hingeben und ihm vertrauen. Auf der anderen Seite fand ich es oft ein wenig seltsam, dass er so viel durch Visionen und andere Dinge geleitet wurde, die ich nicht immer ganz einschätzen konnte. Er gehört auch der Pfingstbewegung an, deren Ansichten ich auch nicht ganz teile.
Vom Schreibstil her ist das Buch leider etwas schwergängig und oft ein wenig zäh zu lesen. Viele Erlebnisse und Veränderungen werden einfach aneinandergereiht und haben mich an bloße Aufzählungen erinnert. Hauptsächlich in den ersten Kapiteln des Buches, wo man viel über Brother Augustines Familie und seinen Werdegang erfährt, war das Gelesene für mich richtig nachvollziehbar und (wenn man das so sagen kann) auch spannend.
Jetzt nach der Lektüre bin ich zwar sehr beeindruckt davon, was der Missionar dort in Bihar aufgebaut hat, aber irgendwie lässt mich das Buch mit einem komischen Gefühl zurück.
Insgesamt ist ,,glauben, lieben, ernten" zwar ein interessantes Buch über das Leben und die Missionsarbeit in Indien, doch es konnte mich nicht richtig mitnehmen. Ich empfehle es daher nur teilweise weiter.

Bewertung vom 19.02.2019
Ich bringe dir die Nacht
Howard, Catherine Ryan

Ich bringe dir die Nacht


sehr gut

Seit 10 Jahren sitzt Will Hurley wegen mehrfachen Mordes hinter Schloss und Riegel. Doch ist er wirklich der brutale Kanal-Killer oder hat ihm jemand die Taten geschickt angehängt? Als wieder ähnlich zugerichtete Frauenleichen gefunden werden, weigert sich Will mit der Polizei zu sprechen und will nur seiner damaligen Freundin Alice erzählen, was er weiß... .
Die Autorin Catherine Ryan Howard hat hier einen spannenden Thriller geschrieben, der mich bis auf wenige Längen sehr gut unterhalten hat. Von Anfang an bis zur Auflösung kann man die Handlung nur zum Teil durchschauen und ich war mir nie ganz sicher, ob Will wirklich der Täter ist oder ob er unschuldig verurteilt wurde.
Das Buch lebt wirklich von den gut ausgearbeiteten Figuren, die allesamt richtig echt und auch authentisch rüber kamen.
Gerade Alice, aus deren Sicht die meiste Zeit über das Geschehen geschildert wird, wirkt einfach indem was sie tut, sehr glaubwürdig. Man nimmt ihr als Leser einfach alles ab und ich konnte nachvollziehen, warum sie noch immer so unter den Geschehnissen leidet. Gerade in den Momenten, wo sie Will das erste Mal wiedersieht, habe ich mit ihr mit gebangt und auch danach zittert man mit ihr mit.
Will dagegen wirkte auf mich total undurchschaubar. Einerseits wirkt er psychisch sehr labil, aber andererseits traute ich ihm auch irgendwie die schrecklichen Morde nicht zu.
Die Autorin hat die Figuren wirklich gut ausgearbeitet und auch sonst die Handlung geschickt so konstruiert, dass man die eine oder andere Überraschung erlebt. Besonders gut gefallen hat mir, dass es auch zwischendurch immer wieder Sequenzen gibt, wo man dem Täter der aktuellen Morde begegnet und aus seiner Sicht erlebt, was er gerade plant und tut.
Auch macht man zwischendurch eine Reise in die Collegezeit von Alice und Will, die auch sehr aufschlussreich ist und nochmal ein anderes Licht auf die Sache wirft.
Ich persönlich hätte mir jedoch noch mehr Spannung und mehr Tempo von diesem Thriller gewünscht und denke, die Autorin hätte noch mehr aus der Geschichte heraus holen können.
Insgesamt hat mich ,,Ich bringe dir die Nacht" gut unterhalten. Auch wenn nicht alle meine Erwartungen an das Buch erfüllt wurden, empfehle ich es hier gerne weiter.

Bewertung vom 16.02.2019
Lichtfängerin
Bee, Zoë

Lichtfängerin


sehr gut

Schon als Kind erlebt Zoe zu Hause und in ihrem Umfeld viel Gewalt und wenig Zuwendung. So sucht sie immer nach Liebe und Erfüllung und probiert dabei verschiedene esoterische und schamanische Richtungen aus, die sie jedoch nie ganz befriedigen und ihr jede Menge Alpträume bescheren... .
Zoe Bee gibt hier einen tiefen Einblick in ihr Leben und zeigt, was sie in esoterischen Szene alles erlebt und wie sie letztendlich bei Jesus Christus Ruhe gefunden hat.
Schon von der ersten Seite an war ich schockiert, was Zoe schon als Kind alles durchmachen musste. Neben Gewalt im Elternhaus wird sie auch schon früh von einem Mann missbraucht und ist durch ihre etwas unangepasste Art schnell das schwarze Schaf der Familie.
So stürzt sie sich ins Leben und erlebt in beruflicher Hinsicht einige Erfolge, aber in ihren Beziehungen scheitert sie wiederum.
Immer wieder schildert Zoe ihre Erfahrungen im esoterischen Bereich. Dabei beginnt sie scheinbar harmlos mit Kartenlegen usw. aber gerät dann immer tiefer in bestimmte Kreise, aus denen sie sich dann wieder löst, um dann wieder eine andere Richtung einzuschlagen. Mich hat beim lesen oft erschreckt, wie sie davon berichtet, wie sie ihren Körper verlässt, merkwürdigen Wesen begegnet und danach zu Hause von unheimlichen Erlebnissen und Alpträumen gequält wird.
Zoe Bee hat einen ungewöhnlichen Schreibstil, den ich als etwas provokant und ein bisschen ungeniert empfunden habe. Sie gibt wirklich einen ehrlichen Einblick in ihre Vergangenheit und zeigt dabei deutlich, dass selbst oft scheinbar harmlose Dinge okkulte Bindungen auslösen und einen schneller herab ziehen als gedacht. Man sieht bei ihr aber auch, wie Jesus sie verändert hat und wie sie dabei einen ganz klaren Schnitt zu ihrem alten Leben machen musste.
Mich persönlich hat das Buch sehr angesprochen, aber gerade die okkulten Sachen, von denen sie hier berichtet, fand ich ganz schön heftig. So ist dies auch keine leichte Lektüre, sondern schon harte Kost.
Insgesamt ist ,,Lichtfängerin" eine Biographie, die an vielen Stellen schockierend und beängstigend ist, aber letztendlich zeigt, dass nur Jesus letztlich Ruhe und Erfüllung bietet. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

Bewertung vom 14.02.2019
Cainstorm Island - Der Gejagte
Golien, Marie

Cainstorm Island - Der Gejagte


sehr gut

Emilio lebt auf Cainstorm Island, wo die Menschen nicht nur arm sind, sondern auch von den ,,Las Culebras", der sogenannten Schlangengang terrorisiert werden. Um etwas mehr Geld zu verdienen, hat sich Emilio von dem Unternehmen ,,Eyevision" einen Chip einsetzen lassen, der alles filmt, was er sieht und live überträgt. Als er bei den Aufnahmen zufällig auf ein Gangmitglied trifft und sich aus Notwehr verteidigen muss, wird er zum Gejagden... .
Die Autorin Marie Golien hat hier einen sehr rasanten und actionreichen Thriller geschrieben, der sehr spannend ist und dem Leser kaum Zeit zum Verschnaufen gibt. So mochte ich das Buch immer nur ungerne zur Seite legen, weil es immer wieder Momente gab, wo ich unbedingt wissen musste, wie es mit Emilio weitergeht.
Die Geschichte hat auch viele dystopische Züge und das Setting erinnert etwas an einen Slum, wo die Menschen kaum etwas besitzen und Gewalt an der Tagesordnung steht.
So wundert es einen nicht, dass sich Emilio mit der Hoffnung, etwas Geld zu verdienen auf Eyevision eingelassen hat. Mir hat beim lesen sehr gefallen, dass seine Familie ihm wirklich wichtig ist und er auch sonst einen guten Kern hat. Manche seiner Charakterzüge wirkten auf mich allerdings etwas zu unrealistisch auf mich. Er ist manchmal einfach zu mutig und viele Sachen, die macht, sind einfach zu waghalsig.
Marie Golien schreibt gut lesbar und hat es wirklich geschafft, sehr viel Spannung und Action einzubauen. So gibt es keine Langeweile, aber leider auch sehr viel Gewalt. Mir war die Handlung an vielen Stellen einfach zu brutal und ich fand es einfach ein bisschen heftig für ein Jugendbuch.
Ansonsten gibt es viele Überraschungen und unerwartete Wendungen, was mir wieder sehr gefallen hat.
Insgesamt ist ,,Cainstorm Island" ein spannender Thriller, den ich hier gerne weiterempfehle.

Bewertung vom 11.02.2019
I can see U
Morgenroth, Matthias

I can see U


sehr gut

Mit ,,I can see u " hat Matthias Morgenroth einen Jugendroman geschrieben, der ein hochaktuelles Thema behandelt. Es wird dargestellt, wie schnell alleine durch Datenklau und manipulierte Bilder Menschen zu Mobbingopfern werden können und kaum mehr eine Chance haben, sich zu Wehr zu setzen.
Die Handlung selbst habe ich als ein wenig schleppend und wenig spannend empfunden. Man erlebt aus Maries Sicht, wie mit sich mit Ben auf einmal die ganze Atmosphäre in der Klasse langsam zu verändern beginnt. Gerade dieser Prozess wird einfach sehr langatmig dargestellt und man hat das Gefühl, seitenweise passiere einfach nichts.
Marie ist ein typischer Teenager, der sich schnell verliebt und dabei mit der rosaroten Brille auf der Nase lange nicht bemerkt, dass mit Ben einfach etwas Grundlegendes nicht stimmt.
Herr Morgenroth schreibt gut lesbar, aber er hat es bei mir nicht geschafft, mich mitzureißen und richtig zu begeistern. Dafür fehlt es einfach an Spannung. Dennoch denke ich, dass hier teilweise genau die Probleme beschrieben werden, die heutzutage nicht nur in Schulen vorhanden sind. Man sieht, wie schnell Fotos manipuliert oder private Dinge öffentlich werden können, wenn man nicht sorgsam damit umgeht.
Insgesamt ist ,,I can see u" ein aktueller Jugendroman, dem ein bisschen mehr Spannung gut getan hätte. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

Bewertung vom 11.02.2019
Das Erwachen / H.O.M.E. Bd.1
Siegmund, Eva

Das Erwachen / H.O.M.E. Bd.1


gut

Zoe ist Schülerin an einer Eliteakademie, wo sie für eine spätere Mission ausgebildet wird. Als sie dann plötzlich in einem Krankenhaus aufwacht, meint sie erst, eine weitere Prüfung ihrer Lehrer bestehen zu müssen. Jedoch muss sie erfahren, dass sie angeblich schon seit Jahren im Koma liegt und sich wohl alles nur eingebildet hat. Doch sagt man ihr wirklich die Wahrheit?
,,H.o.m.e. - Das Erwachen" ist eine Dystopie, die mitten in Deutschland spielt und das Thema Wasserknappheit aufgreift. Ich erwartete vor dem Lesen eine spannende Handlung mit vielen Überraschungen, doch leider blieb die Geschichte meistens flach und bis auf wenige gute Momente konnte mich die Autorin nicht überzeugen.
Alles wird aus der Sicht von Zoe geschildert und man bekommt anfangs einen kleinen Einblick in die Zeit in der Akademie und erlebt auch mit, wie sie plötzlich aus dem Koma erwacht.
Was hier noch so vielversprechend beginnt, entwickelt sich schnell zu einer vorhersehbaren Handlung, die für mich nicht immer ganz logisch war. Es gibt jedoch immer wieder gute Szenen, wo gerade die Auswirkungen der Wasserknappheit im Alltag der Berliner Bevölkerung richtig verdeutlicht werden. Gerade diese Momente sind immer wieder schnell vorbei und werden nicht ausgebaut, wodurch aus meiner Sicht viel Potenzial verschenkt wird.
Zoe ist ein junges Mädchen, die einen sehr merkwürdigen Charakter hat. Auf der einen Seite wirkt sie taff und stark, aber dann wieder nachgiebig und fast schon hilflos. Ich wurde mit ihr nicht warm und fand auch ihre Beziehung zu Jonah, einem jungen Mann aus der Academy mehr als seltsam.
Sympatisch waren mir nur ihr kleiner Bruder und Kip, der zwar ein bisschen schräg, aber irgendwie nett und nicht so verbissen rüber kommt. Er wirkte auf mich am authentischsten.
Eva Siegmund schreibt passend für ein Jugendbuch sehr kurzweilig und gut lesbar. Leider verschenkt sie viel Potenzial durch oftmals unlogische und vorhersehbare Teile in der Handlung und Figuren, die nicht echt rüber kommen. Generell finde ich die Idee zu dem Roman sehr gut, aber es hapert doch deutlich an der Umsetzung. Gerade das Ende habe ich als haarsträubend und wenig überzeugend empfunden.
Insgesamt ist ,,H.o.m.e - Das Erwachen" eine Dystopie, die aus meiner Sicht noch nicht ganz ausgreift ist. Ich empfehle sie deshalb nur bedingt weiter.

Bewertung vom 07.02.2019
Das Tal der Puppen
Susann, Jacqueline

Das Tal der Puppen


sehr gut

1945: Die junge Anne möchte ihrer Heimatstadt entfliehen und träumt von einem unabhängigen Leben in New York. Dort beginnt sie, bei dem bekannten Staranwalt Henry Bellamy zu arbeiten und lernt Neely und Jennifer kennen, die beide ganz nach oben wollen. Bald schon geraten alle drei in einen Strudel des Erfolgs, der nicht nur gute Seiten in ihnen hervorbringt... .
Jacqueline Susan hat diesen Roman vor über 50 Jahren veröffentlicht, aber er hat nichts an Aktualität und Brisanz verloren. Auch wenn viele Szenen darin die Leute heute nicht mehr so schockieren wie früher, sieht man doch noch sehr deutlich, wie schwer der Aufstieg zum erfolgreichen Star ist und zu welchen Mitteln dabei gegriffen wird.
Anne ist die eigentliche Protagonistin des Buches und war auch meine Lieblingsfigur. Sie kommt zwar gerade zu Anfang ein wenig naiv rüber, aber sie hat das Herz am rechten Fleck und ist für die damalige Zeit sehr modern eingestellt. Sie möchte nicht wie alle anderen Frauen in ihrem Alter jung heiraten, sondern unabhängig sein. Leider gerät sie im Verlauf der Handlung immer wieder an falsche Menschen und begegnet dem verhängnisvollen Lyon Burke.
Während Anne einfach Klasse besitzt, sind ihre Freundinnen Neely und Jennifer immer nur auf ihren eigenen Vorteil aus. Gerade an den beiden kann man später sehr gut sehen, wie schnell der Erfolg einem zu Kopf steigen kann und das dann oft nur noch Drogen und Schlafmittel helfen, um tagsüber die gewohnte Leistung abrufen zu können.
Jacqueline Susann schreibt sehr flüssig und obwohl das Buch mit seinen ca. 600 Seiten sehr dick ist, kann man es verhältnismäßig schnell durchlesen. Man möchte einfach immer wissen, wie es mit den Figuren weitergeht und was als nächstes passiert. So ist das Buch nie langatmig, sondern regelrecht spannend und auch unterhaltsam.
Jedoch gibt es auch Stellen im Roman, wo ich kurz das Buch zuschlagen musste, weil es dann doch ein bisschen viel war.
Insgesamt ist ,,Das Tal der Puppen" ein spannender und wie ich finde auch realistischer Roman, der einfach zeigt, wie es oft wirklich im Showbusiness aussieht. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.