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Benutzername: Liebe Dein Buch
Wohnort: Köln
Über mich: Ich bin Jacki, ein leidenschaftlicher Bücherwurm. Wenn euch meine Rezensionen gefallen, schaut doch auch meinem Blog vorbei: https://liebedeinbuch.blogspot.de/
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Bewertungen

Insgesamt 153 Bewertungen
Bewertung vom 14.08.2019
Die Welt durch deine Augen
Heine, Sarah

Die Welt durch deine Augen


sehr gut

"Sehr geehrte Frau Unterberger, haben Sie vielen Dank für Ihr nettes Manuskriptangebot, das für eine Verlagsveröffentlichung in unserem Hause leider nicht infrage kommt." (S. 9) …

… mit diesen Worten steigen wir ein in die Welt von Enya Unterberger - eine junge Autorin, die uns Lesern einen tiefen und interessanten Einblick in die Lebens- und Gefühlswelt einer jungen Schriftstellerin gibt. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass sehr viel von Sarah selbst in der Geschichte steckt und das macht es sehr authentisch.

Noch etwas, was von Sarah in die Erzählungen eingeflossen ist, ist ihr wunderbarer Schreibstil. Er ist auf der einen Seite sehr locker leicht und auf der anderen poetisch, ganz besonders in der eingebauten Geschichte - in Enyas Buch. "Die Welt durch deine Augen" ist nichts, was man "nur" nebenbei liest, sondern etwas, das man wirklich erfassen muss, tief in sich drin.

Denn Enyas und Janosch Liebesgeschichte ist eine besondere. Von Anfang an merkt man, dass Janosch ein Geheimnis verbirgt und ich hatte durchaus meine Theorie, aber als er sich offenbart, war ich wirklich überrascht. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten. Außer: Es macht die Geschichte besonders. Janoschs Geheimnis bringt einen ganz anderen Blickwinkel in das Kennenlernen von zwei Person hinein. Einen, der mir in anderen Büchern bisher nicht begegnet ist.

Leider gab es aber auch etwas, an dem ich mich wirklich gestört habe: Die Tatsache, dass Enya große Teile der Geschichte in einer Beziehung zu einem anderen Mann ist und sich auch erst sehr spät trennt. Dadurch konnte ich die Annäherung von Enya und Janosch nicht richtig genießen und Enya selbst hat es auch ein paar Sympathiepunkte gekostet. Ich finde Fremdgehen sollte nicht romantisiert werden, auch wenn ich verstehe, warum die Geschichte so konstruiert wurde. Ich denke aber, dass auch eine andere Lösung möglich gewesen wäre und dann hätte mich das Buch bestimmt nahtlos überzeugt.

Fazit: Die Geschichte von Enya und Janosch hat mich aus vielen Gründen überzeugt. Sie ist besonders, authentisch, schön geschrieben und der Einblick in die Lebenswelt einer Jungautorin fand ich überaus interessant. Allerdings kann ich trotzdem nicht ganz über die Fremdgeh-Thematik hinwegsehen. Ohne hätte mir "Die Welt durch deine Augen" noch besser gefallen.

Bewertung vom 04.08.2019
Berühre mich. Nicht. / Luca und Sage Bd.1
Kneidl, Laura

Berühre mich. Nicht. / Luca und Sage Bd.1


gut

Inhalt: Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen ...

Meine Meinung: "Berühre mich. Nicht." war nach "Someone New" mein zweites Buch von Laura Kneidl und ehrlich gesagt, war ich etwas skeptisch, da ich doch ein paar Kritikpunkte beim letzten Buch hatte. Anfangs schien dieses Geschichte aber deutlich besser zu werden, doch noch eine Weile stellten sich bei mir die gleichen Probleme ein wie beim vorherigen Laura-Kneidl-Buch.

Aber erstmal zu den Aspekten, die mir durchgehend gut gefallen haben. Da wäre zu einem der Schreibstil, der einen lockeren und angenehmen Lesefluss ermöglicht. Wenn man das Buch einmal in der Hand hatte, flog man regelrecht durch die Seiten. Außerdem werde die Gefühle extrem gut transportiert. Wenn Sage ihr Ängste verspürt, war es so, als würde auch ich sie fühlen.

Das war nicht immer angenehm, denn Sage hat eine wirklich schlimme Vergangenheit, ist sehr verschlossen und vertraut nur wenigen. Nur nach und nach wird ihr trauriges Geheimnis gelüftet. Luca als männlicher Gegenpart fiel ebenfalls in die Kategorie "sensibel mit schwieriger Vergangenheit". Dadurch wird kein großer Kontrast zu Sage gebildet, wie es in dem Genre oft üblich ist und das fand ich sehr erfrischend. Ganz im Gegenteil - Luca verhält sich sehr einfühlsam und drängt Sage niemals mehr Preis zu geben oder weiter zu gehen, als sie bereit ist.

Doch nach und nach hat genau das bei mir Problem verursacht. Natürlich verschwinden Sages Ängste nicht von heute auf morgen, aber ein bisschen mehr Handlung wäre schön gewesen. Stattdessen wird die Geschichte durch detailreiche und nicht unbedingt relevante Szenen, wie den Besuch von Sages bester Freundin, künstlich in die Länge gezogen. Ohne im Plot voranzukommen. Das gleiche Problem hatte ich bereits mit "Someone New". Vielleicht bin ich einfach nicht für Laura Kneidls Erzählstil gemacht.

Das Ende hat mich auch nicht vom Gegenteil überzeugen können. Ich konnte die Handlungen von Sage überhaupt nicht nachvollziehen, empfand ihre Aktionen als egoistisch und unlogisch. Mir hat das nur gezeigt, dass sie sich im Verlauf der Geschichte kein bisschen weiterentwickelt hat. Alles in allem habe ich wirklich mehr erwartet von diesem Buch.

Fazit: Zu Beginn hat mir "Berühre mich. Nicht" wirklich Spaß gemacht. Der Schreibstil war toll, die Emotionen wurden super transportiert und der Plot war interessant. Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger passierte. Die Handlung kam nicht vorwärts, wurde stattdessen künstlich in die Länge gezogen und das Ende hat mir persönlich gar nicht gefallen. Schade, denn anfangs schien wirklich viel mehr Potenzial vorhanden.

Bewertung vom 30.07.2019
Love to share - Liebe ist die halbe Miete
O'Leary, Beth

Love to share - Liebe ist die halbe Miete


sehr gut

Liebesgeschichten wurden schon oft erzählt und deshalb ist jedes Buch, das es schafft aus der Masse herausstechen, ein Highlight. Ich fand die Idee, dass sich zwei Menschen eine Einzimmerwohnung teilen, sehr originell und sie hat mir gut gefallen. Eine solche Wohnkonstellation kann ja nur amüsant werden.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir bei Tiffys Erzählperspektive sehr leicht. Ihre Sprache war jung, modern und lustig. Bei Leons Parts hatte ich anfangs meine Probleme. Seine Perspektive beinhaltet sehr kurze Sätze, oft ohne Pronomen - ich mag es dann doch etwas vollständiger. Ich vermute, dass dieser Schreibstil im Englischen besser funktionieren könnte. Mir hat er bis zum Ende nicht zu 100 Prozent gefallen.

Dafür mochte ich die Charaktere sehr gerne. Tiffy und Leon sind beide sehr außergewöhnlich in ihrem Geschmack und ihrer Persönlichkeit. Sie sind besonders und das macht sie eben besonders sympathisch. Außerdem haben beide Humor. Ich musste beim Lesen häufiger mal lachen - besonders wegen Leons stumpfen (Selbst-)Humor. Auch bei den Nebencharakteren hat sich Beth O'Leary viel Mühe gegeben und liebevolle Freunde, Patienten und Familienmitglieder erschaffen.

Diese vielen Nebencharaktere sorgen für einige Handlungsstränge, die neben der zarten und langsamen Liebesgeschichte in den Vordergrund treten und mit ihr verwoben werden. Beispielsweise die Suche nach dem alten Geliebten eines kranken Patienten, die Gerichtsverhandlung von Leons Bruder Richie oder die Aufarbeitung einer toxischen Ex-Beziehung. Dadurch wird es auch auf 480 Seiten nicht langweilig oder zäh. Die Autorin findet dabei eine gute Balance zwischen lustigen und tiefgründigen Momenten. Trotzdem haben die Charaktere für mich die meiste Zeit zu wenig Emotionen gezeigt.

Dennoch steht natürlich die Beziehung zwischen Tiffy und Leon im Vordergrund. Die beiden sind eigentlich sehr unterschiedlich, aber trotzdem harmonieren sie total schön zusammen. Der Austausch durch die Post-It's war nicht nur originell, sondern auch wirklich goldig. Man merkt, wie sie sich dadurch immer besser kennenlernen, ohne sich jemals begegnet zu sein. Das Ende ist dann wirklich Zucker, ohne dabei zu kitschig zu werden. Es passte einfach zu Tiffy und Leon - zwei besonderen Persönlichkeiten, bei denen ich nichts dagegen hätte, noch mehr von ihnen zu hören.

Fazit: "Love to share - Liebe ist die halbe Miete" ist definitiv ein Buch, das sich aus der Liebesroman-Masse abhebt Die Geschichte bietet einen außergewöhnlichen Plot und Charaktere, die durch ihre besonderen Persönlichkeiten herausstechen. Insgesamt hätte ich mir zwar mehr Emotionen gewünscht und der Schreibstil in Leons Perspektive war doch sehr gewöhnungsbedürftig, aber dennoch hatte ich sehr viel Spaß mit dieser schönen, originellen und humorvollen Liebesgeschichte.

Bewertung vom 29.07.2019
Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte
Freytag, Anne

Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte


sehr gut

Schon nachdem ich ein paar Seiten in "Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte" gelesen hatte, war für mich eines bereits klar: Anne Freytag hat mich wieder einmal mit ihrem Schreibstil beeindruckt. Die Autorin schreibt mit viel Gefühl, mit Tiefe und sehr poetisch. Durch ihren Erzählstil bekommt man einen sehr tiefen und detaillierten Einblick in die Welt und die Seele ihrer Charaktere. Durch den Perspektivenwechsel gelingt das auch bei allen drei Hauptfiguren: Rosa, Frank und David.

Dennoch hatte ich einige Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen. Am Anfang haben mich die vielen Zeitsprünge in der Erzählung überfordert. Ich hatte das Gefühl, nicht mit den Gedanken der Protagonisten und der Handlung Schritt halten zu können. Nach und nach habe ich aber immer mehr in diesen Roadtrip hineinfinden können.

Die Reise und damit die Geschichte von Rosa, Frank und David ist tiefgründig und interessant. Sie regt zum Nachdenken an und ist keine leichte Kost für Zwischendurch. Die Drei erscheinen im ersten Moment sehr verschiedene Charaktere zu sein und doch eint sie dieselbe Suche. Die Suche nach sich selbst, nach dem Sinn des eigenen Lebens. Immer die schwierige Vergangenheit im Blick. Und dann auf den zweiten Blick erscheinen Rosa, Frank und David gar nicht mehr so verschieden. Diese bedeutenden Lebensfragen schweißen die drei zusammen, sind der Grund, warum sie sich immer näher kommen.

Ich denke, dass man merkt, wie interessant ich den Kern dieser Geschichte finde. Denn (fast) jeder von uns hat sich einmal an diesem Punkt befunden. Am Scheideweg zwischen dem Ende der Schulzeit und dem weiteren Lebensweg. Insgesamt hat mir aber leider der rote Faden gefehlt. Die Handlung entwickelt sich recht langsam fort und erst am Ende konnte sie mich mitreißen. Die Reise mit Rosa, Frank und David habe ich zwar dennoch genossen, aber für mich wäre mehr Potenzial vorhanden gewesen.

Fazit: Anne Freytag begeistert mit einem poetischen und tiefgründigen Schreibstil, besonderen Charakteren und einem Plot, der Erinnerungen in mir wach ruft und mich zum Nachdenken anregt. Bei der Verbindung der einzelnen Lebensgeschichten, der Reise und den wachsenden Beziehungen hat mir allerdings der rote Faden gefehlt.

Bewertung vom 22.07.2019
Einfach plastikfrei leben: Schritt für Schritt zu einem nachhaltigen Alltag
Schüler, Charlotte

Einfach plastikfrei leben: Schritt für Schritt zu einem nachhaltigen Alltag


ausgezeichnet

Cover & Gestaltung: Das Buch ist sehr liebevoll gestaltet. Die schönen, thematisch passenden Fotos auf dem Cover, ziehen sich durch das ganze Buch. Dadurch hat man beim Lesen ein viel besseres Bild vor Augen und kann sich den plastikfreien Alltag besser vorstellen. Besonders toll finde ich, dass das Buch nachhaltig auf Apfelpapier gedruckt wurde. Das verdeutlicht die Botschaft des Buches!

Meine Meinung: Ich interessiere mich schon länger für das Problemthema Plastik und dessen Vermeidung. Doch wenn es an die Umsetzung kommt, fühlt man sich schnell erschlagen, weil einfach ÜBERALL im Alltag Plastik lauert. Daher bin ich froh "Einfach plastikfrei leben" entdeckt zu haben, denn für mich war es das perfekte Buch für den Einstieg in ein plastikfreieres Leben!

Zum Anfang führt einen die Autorin Charlotte Schüler grob in das Thema Plastik ein. Was ist Plastik? Warum ist es so ein großes Problem für uns und unserer Umwelt? Was muss gegen dieses Problem getan werden? Natürlich gibt es noch viel mehr zu diesem Thema zu erfahren, aber für den Einstieg in das Buch, fand ich die Informationen gut gewählt und ausführlich genug.

Im nächsten Teil folgt dann ein Vier-Schritte-Programm mit Tipps zur bewussten Plastikvermeidung. Diese sind jeweils in vier verschiedene Bereiche aufgeteilt: Lebensmittel, Bad, Haushalt und Unterwegs. Beim Lesen habe ich mir sehr viele Notizen gemacht und habe Dinge aufgeschrieben, die ich selbst demnächst umsetzen oder auf die ich bewusst achten möchte. Für einige Punkten, bei denen ich vorher dachte, wie man hier überhaupt Plastik vermeiden kann, habe ich jetzt durch Charlotte Schüler Anregungen bekommen. Insgesamt kann man sagen, dass ich sehr viel aus diesem Buch für mich mitgenommen habe.

Die Worte der Autorin, die selbst mit bestem Beispiel vorangeht, geben einem Mut bei diesem manchmal aussichtslosen Unterfangen. Die Botschaft gilt: Nicht verzagen, sich nicht selbst in seinem Leben beschränken, sondern die Plastikvermeidung so gut es geht in seinen Alltag einbinden, denn: Jedes Plastikteil, was vermieden wird, zählt!

Fazit: Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für die Thematik Plastikvermeidung interessiert und/oder selbst diesen Schritt in ein plastikfreieres Leben gehen möchte. Besonders für "Anfänger" auf diesem Gebiet liefert Charlotte Schüler hilfreiche Tipps und Anregungen, aus denen ich sehr viel mitnehmen konnte. Informativ, hilfreich und unterstützend.

Bewertung vom 14.07.2019
Drei Schritte zu dir - Five Feet Apart
Lippincott, Rachael; Daughtry, Mikki; Iaconis, Tobias

Drei Schritte zu dir - Five Feet Apart


sehr gut

Mit ihrem Buch "Drei Schritte zu dir" lenken die drei Autoren auf ein sehr wichtiges Thema, das noch viel Forschung bedarf: Die unheilbare Krankheit Mukoviszidose. Ich finde es toll, dass sie sich diesem Thema widmen und es mit diesem Buch/Film so groß machen, denn viele mögen den Namen der Krankheit bereits einmal gehört haben, aber wenige kennen Details. Die Geschichte von Stella und Will gibt uns einen guten Einblick, welches Leid auf die erkrankten Patienten zukommt und welche Einschränkungen in ihrem Leben bestehen. Ich finde die Art toll, durch die das Buch über Muko aufklärt. Die Krankheit wird nämlich in eine interessante Geschichte verpackt, die Spaß macht und manchmal auch emotional ist.

Wir Leser begleiten Stella und Will, bei ihrem zeitgleichen Krankenhausaufenthalt. Der Einstieg in ihre und Wills Welt fiel mir dabei leicht. Der Schreibstil ist sehr locker und jugendlich. Es wird viel erklärt und durch die wechselnde Perspektive bekommt man in beide Gefühlswelten einen guten Einblick.

Stella ist sehr pedantisch, was ihren Behandlungsplan angeht. Sie will mit allen möglichen Mitteln am Leben bleiben und ihren Eltern keine Sorgen bereiten. Will ist das genaue Gegenteil. Er schert sich nicht um seine Behandlung, will endlich raus aus dem Krankenhaus, um die Welt zu sehen. Anfangs hat mich sein Verhalten sehr erschreckt, da es ihn nicht zu interessieren scheint, wie tödlich er für andere Mukos ist. Doch beide Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter, werden reifer und erhalten ganz andere Blickwinkel auf ihr Leben und ihre Krankheit. Sie öffnen sich gegenseitig die Augen.

Stella und Will waren auf ihre Art sehr süß gemeinsam. Sie suchen ständig nach Möglichkeiten, um trotzdem zusammen Zeit zu verbringen. Stets drei Schritte zwischen ihnen. Immer darauf bedacht, denn anderen nicht zu berühren. Dadurch gibt es einige rührende Szenen, denn ihre gemeinsame Nähe ist eine Gefahr, doch das voneinander getrennt Sein eine Qual. Allerdings hätte ich mir insgesamt mehr Emotionalität und eine größere Nähe zu den Charakteren gewünscht. Ich hätte erwartet, dass die Geschichte viel emotionaler ist und mich mehr mitnimmt. Doch außer in den wirklich traurigen Szenen, kamen bei mir selten Gefühle an. Vielleicht lag es daran, dass zuerst das Drehbuch und dann erst das "richtige" Buch geschrieben wurde.

Fazit: Mukoviszidose ist eine schreckliche Krankheit und dieses Buch lenkt den Fokus darauf. Es klärt einen über dieses Thema auf und generiert mehr Aufmerksamkeit für das Leid der Patienten. Die Botschaft, die die Autoren vermitteln wollen, fand ich toll. Insgesamt hat mir auch die Geschichte drumherum gut gefallen. Sie war interessant und hat Spaß gemacht, aber ich hätte mir mehr Emotionalität gewünscht. Gefühle kamen zu selten bei mir an, um mich tiefer in die Geschichte hineinzuziehen.

Bewertung vom 24.06.2019
The Opposite of You / Opposites Attract Bd.1
Higginson, Rachel

The Opposite of You / Opposites Attract Bd.1


ausgezeichnet

Ich liebe Geschichten, in denen es irgendwie ums Thema 'Essen' geht. Sie schaffen eine ganz besondere, heimelige Atmosphäre und „The Opposite of You“ steht dem in nichts nach. Zwei talentierte Köche, ein Sterne-Restaurant und ein Foodtruck sorgen dafür, dass einem beim Lesen das Wasser im Mund zusammenläuft. Es wird wunderbar kulinarisch und obendrauf gibt es auch noch eine tolle Story.

Der Anfang war noch etwas zäh, da die Protagonistin Vera sehr in Selbstmitleid schwelgt ohne dabei viel über den Grund zu verraten und ihre Gedanken sich oft im Kreis drehen. Doch die Geschichte entwickelt sich schnell ins Positive, als Killian Quinn auf dem Plan tritt. Der mürrische und zufällig sehr gut aussehende Sternekoch von gegenüber. Die beiden können sich von Minute eins nicht ausstehen. Der anschließende und unvermeidlich immer wiederkehrende Schlagabtausch war sehr unterhaltsam. Rachel Higginson hat genau meinen Humor getroffen und mir etliche Lacher entlockt.

Irgendwann schleicht sich in das Unterhaltsame etwas Süßes. Es gibt kleine Gesten und Aufmerksamkeiten, das Streiten und Ärgern wird zum gegenseitigen liebevollen Necken. Vera ertappt sich immer öfter dabei, wie sie an Killian denkt. Die körperliche Anziehung wird immer größer und dann kann ich euch eins versprechen: Es wird heiß - und das nicht nur am Herd. Die Chemie zwischen Vera und Killian stimmt einfach. Denn meiner Meinung nach sind sie gar nicht so verschieden, wie der Klappentext und der Titel es uns weismachen wollen. Sie teilen die gemeinsame Leidenschaft fürs Kochen und sind beide Kämpfer, denn sie haben bereits etwas sehr schlimmes in ihrem Leben erlebt und haben die Kraft gefunden weiterzumachen.

Genau in diesem Punkt konnte mich das Buch überraschen. Es wird viel emotionaler, als ich es erwartet hätte. Vera verarbeitet im Lauf der Geschichte eine sehr toxische Beziehung und offenbart echte und tiefe Gefühle. Es geht um Angst, Vertrauen, Selbstzweifel und Schuld. Durch Killians Beharrlichkeit öffnet sie sich immer mehr, gibt alles preis und dabei sind bei mir einige Tränchen geflossen.

Zum Ende hin zieht sich die Geschichte dann einen Hauch zu sehr in die Länge, weil die Handlung und die Spannung nach dem großen „Showdown“ abflauen, aber alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Ich freue mich schon sehr auf die Folgebände, denn „The Opposite of You“ hatte einige interessante und sympathische Nebencharaktere zu bieten.

Fazit: „The Opposite of You“ ist wunderbar kulinarisch, viel emotionaler als erwartet und bietet mit Vera und Killian zwei tolle Charaktere, zwischen denen die Chemie einfach stimmt. Diese Geschichte war unterhaltsam, witzig, süß, sexy und doch tiefgründig und emotional. Sie hat mir Lacher, aber auch Tränen entlockt. Schade ist nur, dass sich die Handlung am Anfang und am Ende jeweils etwas zu sehr zieht - sonst wäre sie perfekt gewesen. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil.

Bewertung: 4,5 Sterne

Bewertung vom 18.06.2019
Lustvolles Erwachen / Lotus House Bd.1
Carlan, Audrey

Lustvolles Erwachen / Lotus House Bd.1


schlecht

Inhalt: Die Yoga-Lehrerin Genevieve Harper findet nach dem tragischen Unfall ihrer Eltern Halt und Kraft im Lotus House. Als der attraktive Baseballspieler Trent Fox auftaucht und Privatstunden bucht, ist ihr zunächst alles andere als nach einem heißen Abenteuer. Doch sie ahnt nicht, dass Trent ihr zeigen wird, wie sinnlich die Kunst des Yogas sein kann …

Meine Meinung: Ich sage das wirklich nicht gerne, da ich weiß, wie viel Arbeit und Liebe in einem Buch steckt, aber "Lotus House - Lustvolles Erwachen" ist mit einigem Abstand das schlechteste Buch, das ich je in diesem Genre gelesen habe. Es mag teilweise an der Übersetzung gelegen habe, da mich vor allem die Ausdrucksweise der Charaktere gestört hat (das ist allerdings nur eine Vermutung), aber auch mit den Charaktere an sich bin ich überhaupt nicht klargekommen.

Doch fangen wir bei den wenigen positiven Dingen an. Zwei haben es immerhin auf meine Liste geschafft. Erstens: Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Zweitens: Den Yoga-Bezug fand ich spannend und interessant. Es war mal etwas neues im Erotik-Genre. Allerdings muss ich auch hier sagen, dass mir persönlich die Einbeziehung der Chakren dann doch zu esoterisch war und die Yoga-Szenen ab der Mitte fast gänzlich aus der Erzählung verschwinden.

Anfangs war ich der Geschichte tatsächlich aber noch nicht so sehr abgeneigt. Genevieve als Protagonistin schien sehr vielversprechend. Eine starke, kluge und sympathische Persönlichkeit, die alles für ihre kleinen Geschwister tun würde. Das Problem ist nur, dass anscheinend ihr Gehirn aussetzt, sobald es um Sex geht. Und in Trents Welt dreht es sich um nichts anderes als Sex. Wie man sein Verhalten anziehend finden kann, bleibt mir ein Rätsel.

In Trents Innenleben bekommt man durch die wechselnde Ich-Perspektive einen sehr guten Einblick. Leider. Er ist nämlich absolut sexuell fixiert, primitiv und unreif. Er geilt sich an jeder gutaussehenden Frau auf (das Lotus House ist daher ein wahres Paradies für ihn) und warum dann plötzlich Genevieve die eine sein soll, hat sich mir nicht erschlossen. Sein ganzes Verhalten und Denken hat total abstoßend auf mich gewirkt.

Einen großen Anteil daran hatte auch die Sprache in diesem Buch, denn diese war einfach vulgär, billig und geschmacklos. Das hatte für mich nichts mehr mit einer sinnlichen Geschichte zu tun, sondern war unsexy und abturnend. Beim Lesen bin ich anfangs zwischen ungläubigem Lachen (erotischer Honig, Tittomane …) und Fremdschämen (Long Dong, Hupen …) geschwankt, am Ende war es eine pure Qual weiterzulesen. "Zuckerkirsche" als Spitzname war da schon fast am harmlosesten. Die Sex-Szenen hab ich deshalb gänzlich übersprungen, weil ich es zu anstrengend fand, sie zu lesen und auch der Rest der Geschichte hat mich nah ans Abbrechen getrieben. Insgesamt kann ich diese Geschichte leider nur als "unerträglich" beschreiben. Vermutlich wird es daher auch mein erstes und letztes Buch von Audrey Carlan sein.

Fazit: Sowohl den Schreibstil als auch die Charaktere - vor allem den männlichen Protagonisten - habe ich als unerträglich empfunden. Das Buch lässt sich für mich wohl am besten mit folgenden vier Worten zusammenfassen: vulgär, primitiv, abturnend und geschmacklos. Diese Reihe werde ich definitiv nicht weiterverfolgen und kann sie auch bei bestem Wille niemanden weiterempfehlen.

Bewertung vom 14.06.2019
Mister West / Dirty-Reihe Bd.3
Keeland, Vi

Mister West / Dirty-Reihe Bd.3


gut

Meine Meinung: Bisher haben mir alle Bücher von Vi Keeland sehr gut gefallen oder haben mich sogar begeistern können. „Mister West“ kann sich seinen Vorgängern leider nicht anschließen. Da ich entsprechende Erwartungen an diese Geschichte hatte, fand ich das Buch insgesamt doch ziemlich enttäuschend.

Von Anfang an hat mir etwas gefehlt, das mich neugierig macht und mich fesselt. Beide Charaktere hatten zwar ein Geheimnis, allerdings konnten mich diese überhaupt nicht reizen. Auf mich wirkte es eher so, als sollte die Geschichte dadurch künstlich aufgebauscht werden. Meiner Meinung nach macht der Protagonist unnötig viel Aufsehens und Drama um eine gute Tat.

Doch nicht nur der Plot und sein Verlauf wirkten oft gewollt und konstruiert, sondern auch die Charaktere. Besonders Caine West, dem männlichen Protagonisten, scheint die Autorin durch seine Vergangenheit unbedingt ein Bad-Boy-Image aufdrücken zu wollen. Seine Taten haben mir aber nichts der gleichen vermittelt. Bei Rachel verhält es sich genau umgekehrt. Sie soll als nette, junge, unabhängige Studentin mit schwerer Vergangenheit dargestellt werden und das ist sie auch die meiste Zeit. Allerdings reagiert sie oft über und spielt Spielchen, sobald sie nicht genug Aufmerksamkeit von Caine bekommt.

Ihre sich anbahnende Beziehung war anfangs noch süß und unterhaltsam, übte aber stetig weniger Reiz auf mich aus. Nachdem die beiden das erste Mal intim wurden, zog bei mir die Langeweile ein. Für mich gab es keine nachvollziehbaren Hindernisse zwischen einem gemeinsamen Glück - nur (wie gesagt) welche, die künstlich aufgebauscht wurden. Die Handlung konnte mich einfach nicht fesseln.

Zum Schluss sei aber gesagt, dass mich zumindest der Schreibstil (wie immer) überzeugen konnte. Vi Keeland schreibt locker, flüssig und mit Humor und Charme. Man kommt gut durch die Geschichte und das obwohl ich doch stellenweise nicht viel gefallen an der Handlung gefunden habe - das schafft auch nicht jede Autorin.

Fazit: Leider ein ungewohnt schlechtes Buch von Vi Keeland. Ihren gewohnt lockeren Schreibstil und ihren Humor mischt sie dieses Mal nicht mit einer Geschichte, die einen fesselt und begeistert, sondern mit dem Gegenteil davon. Der Plot wirkte auf mich viel zu konstruiert und voller unnötigem Drama. Er konnte schnell keinen Reiz mehr auf mich ausüben. Insgesamt bin ich daher enttäuscht von „Mister West“.

Bewertung: 2,5 Sterne

Bewertung vom 10.06.2019
Für immer und ein Vierteljahr
Roos, Sonja

Für immer und ein Vierteljahr


sehr gut

"Für immer und ein Vierteljahr“ ist eine Liebesgeschichte, die beginnt, als es eigentlich schon vorbei ist. Sie erzählt die Wiedergeburt einer Liebe. Nicht nur zwischen zwei Liebenden, sondern auch zwischen Vater und Sohn - zwischen einer Familie. Es war berührend zu sehen, wie sich Menschen so sehr auseinander gelebt haben und sich doch noch tief im Inneren lieben.

Sowohl zwischen Marc und Jana als auch zwischen Marc und seinem Sohn Julius liegt eine tiefe Kluft. Anfangs scheint es unmöglich, dass diese Familie jemals wieder zusammenwachsen könnte. Zu viel steht zwischen ihnen. Zu viel ist in der Vergangenheit passiert. Doch dann zieht Marc für ein scheinbar letztes Vierteljahr zurück zu seiner Familie und dieses Vierteljahr verändert alles.

Nach und nach nähern sich alle Beteiligten einander wieder an. Nach und nach erwacht die vergessene Liebe wieder zum Leben. Man spürt beim Lesen so gut, wie innerlich zerrissen die Protagonisten sind. In einem Kampf zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Konflikt und die schrittweise Annäherung werden dabei sehr authentisch ausgearbeitet. Sonja Roos erzählt ehrlich und echt.

Dabei bekommt man trotz der dritten Erzählperspektive einen guten Einblick in die Gefühlswelt von allen drei Protagonisten, da der Fokus in der Erzählung abwechselnd auf Marc, Jana oder Julius gelegt wird. Zu keinem der drei konnte ich einen wirklich guten Draht aufbauen, dazu wurde zu distanziert erzählt. Dennoch wurden die Emotionen in den wichtigen Momenten sehr gut transportiert. Die Geschichte konnte mich emotional einfangen. Beim Lesen bin ich immer tiefer in das Familiendrama eingetaucht. Zum Ende hin musste ich sogar ein paar Tränchen verdrücken.

Fazit: Sonja Roos erzählt in "Für immer und ein Vierteljahr" eine schöne und berührende Liebes- und Familiengeschichte. Das Buch schenkt einem Hoffnung und zeigt, wie wichtig es ist, um die Menschen zu kämpfen, die man liebt. Gefehlt hat mir insgesamt nur die Nähe zu den Charakteren, aber ansonsten hat mich die Geschichte überzeugt.