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Benutzername: Liebe Dein Buch
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Bewertungen

Insgesamt 215 Bewertungen
Bewertung vom 02.05.2021
Gefährliche Liebe / Secret Academy Bd.2
Fast, Valentina

Gefährliche Liebe / Secret Academy Bd.2


sehr gut

Sehr rasant und spannend

Meine Meinung: Was habe ich mich auf die Fortsetzung dieser Reihe gefreut. Der erste Teil "Secret Academy - Verborgene Gefühle" konnte mich absolut begeistern und das Ende ließ mich leidend zurück. Die Fortsetzung hat die Geschichte von Alexis, Dean und der Secret Academy zu einem gutem Ende geführt, wenn sie auch nicht ganz an die Euphorie des Auftaktes herankam.

Das Buch setzt fast nahtlos am Ende von Band eins ein und beinah wie auf Knopfdruck war die Spannung und der Sog zurück. Die Leser*innen landen gemeinsam mit Alexis in einer ganz neuen Umgebung, einem Gefängnis für Menschen mit besonderen Fähigkeiten, müssen diese erst kennenlernen und verstehen. Dabei tauchen altbekannte und neue Gesichter auf. Manche lernen einen das Schrecken, die anderen zaubern ein Lächeln ins Gesicht.

Damit das MI20 nicht außenvor bleibt, wechselt die Erzählperspektive regelmäßig zwischen Alexis und Dean hin und her. An beiden Orten schreitet die Geschichte dabei in rasantem Tempo voran, was nicht nur am angenehm leichten Schreibstil der Autorin liegt. Nicht nur einmal überrascht Valentina Fast mit einer unvorhergesehenen Wendung. Wie die Story verlaufen ist, hätte ich mir nicht erträumt. Denn niemand scheint wirklich zu sein, wer er ist oder offenbart plötzlich ein ganz neues Gesicht.

An Spannung, Action und Überraschung mangelt es diesem Buch daher ganz sicher nicht. Was mir persönlich aber gefehlt hat - gerade im Vergleich zum ersten Band - waren die Gefühle und die Atmosphäre. Dieser starke, bedingungslose Zusammenhalt, die Familien ähnliche Stimmung in der Academy und die zart aufkeimende Liebe waren kaum bis gar nicht vorhanden. Dazu kam, dass ich die Handlungen mancher Charaktere nicht nachvollziehen konnte. Es herrschte mehr Groll und Misstrauen, was mich beim Lesen immer wieder ein wenig zum Verzweifeln gebracht hat.

Deshalb konnte mich die Geschichte nicht ganz so mitreißen und Begeisterungsstürme auslösen wie zuvor. Der Plot war aber dennoch überzeugend und ich werde wohl noch oft an die Secret Academy und ihre Agent*innen zurückdenken.

Fazit: Valentina Fast bringt die Secret-Academy-Dilogie mit "Gefährliche Liebe" zu einem gelungenen Abschluss. Dank ihres Schreibstils, aber auch durch das rasante Erzähltempo und die vielen Wendungen kann man das Buch kaum aus der Hand legen und die Spannung wird sehr hoch gehalten. Leider hat es mir an Gefühlen gemangelt, die mich richtig in die Story hätten hineinreißen können. Dennoch ist "Secret Academy" eine tolle Reihe, die ich nur empfehlen kann!

Bewertung vom 10.04.2021
Die Verlorenen
Halls, Stacey

Die Verlorenen


sehr gut

Ein kurzweiliges Familiendrama im alten London

Cover: Das Cover ist verspielt, wirkt ein wenig historischer und ist schön anzusehen. Der Käfig spiegelt dabei auf eine gewisse Weise die Geschichte wider. Auch im Inneren ist das Buch verspielt verziert und eine Karte rundet das Gesamtbild ab.

Meine Meinung: Mit diesem Buch habe ich ziemlich aus meiner Komfortzone hinaus gelesen, da ich mich nicht als historische Leserin bezeichnen würde. Insgesamt hat mir die Geschichte trotzdem gefallen.

Die Geschichte spielt im alten London im Jahr 1754 und handelt von zwei Frauen, die auch ihre ganz eigene Weise in ihrer Welt gefangen sind. Bess bringt unverheiratet und verarmt ein Baby zur Welt, dass sie ins Waisenhaus geben muss. Sechs Jahre später möchte sie ihr Kind zurückholen, doch sie ist nicht mehr dort. Sondern bei einer anderen Frau, die sehr zurückgezogen lebt und unter Angstzuständen leidet. Heutzutage würde man das Verhalten wohl als Posttraumatische Belastungsstörung diagnostizieren.

Zwei Protagonistinnen also, die mit ihren eigenen Problemen kämpfen, Finanzieller, gesellschaftlicher und mentaler Art, und zwischen ihnen ein Kind und die Frage, zu wem es gehört. Das Erzähltempo wird dabei gemählich gesteigert. Es geht nicht rasant, aber auch nicht langweilig daher. Es werden eher alle Blickwinkel der Situation betrachtet. Beide Frauen erzählen in größeren Abschnitten über ihre Sicht der Dinge, ihre Beweggründe und ihr Umfeld. Ich konnte zum Ende hin, und das hätte ich nie geglaubt, beide Charaktere sehr gut nachvollziehen.

Und aus "kurzweilig" wurde dann auch noch ganz kurz vor Schluss "spannend". Als beinahe ein richtiger Kampf um das Kind entsteht und die Antwort auf die Frage, wer das Kind bekommt, kurz bevorsteht. An diesem Punkt der Geschichte wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Auflösung fand ich dann auch noch sehr schön, beinah modern.

Fazit: "Die Verlorenen" erzählt die Geschichte von zwei Frauen im alten London, die durch ihre Probleme gefangen sind. Dazwischen gerät ein kleines Kind und die Frage, wem dieses gehört. Der Weg zur Antwort dieser Frage ist kurzweilig, wird aus allen Blickwinkeln ausgeleuchtet und zum Ende hin sogar spannend.

Bewertung vom 08.04.2021
Not Your Type / Love is Queer Bd.1
Zett, Alicia

Not Your Type / Love is Queer Bd.1


gut

Schön im Ansatz, bei der Umsetzung zu eintöniger Fokus auf die Probleme der Charaktere

Meine Meinung: Auf "Not your type" von Alicia Zett und allgemein die Love is queer-Trilogie war ich im Vorfeld wirklich sehr gespannt, da mehr Diversität in der Buchwelt so so wichtig ist. Das Cover konnte mich auf jeden Fall von sich überzeugen, denn es ist wunderschön und trifft genau die Worte mit dem die Geschichte umschrieben wird: Wunderbar romantisch. Im Ansatz kann ich dieser Beschreibung zustimmen, doch bei der Umsetzung gab es leider ein paar Punkte, die mir nicht so gut gefallen haben.

Die Geschichte von Marie und Fynn beginnt sehr langsam. Es gibt verstohlene Blicke, sehr viele Zweifel und einen aufgedrehten Nebencharakter, der dafür sorgt, dass die beiden Protagonist*innen zusammen mit ihren Freunden bei einem Roadtrip nach Italien landen. Beide sehen die Reise als Chance etwas Neues zu erleben und mutig zu sein. Doch auch in der Ferne drängen sich ihre Sorgen auf.

Marie wird von ihren Zukunftsängsten zerfressen, da sie ihr Psychologiestudium nicht mag und nicht weiß, wo sie sonst im Leben hin will und Fynn ist gefangen in seinem Selbsthass. Diese beiden Themen scheinen sich in Dauerschleife um den eigentlich schönen, sommerlichen Roadtrip zu wickeln. Die Charaktere werden dabei fast ausschließlich auf diese Probleme reduziert. Natürlich beides berechtigte Emotionen, aber machen sie allein einen Menschen aus?
Außerdem tragen Marie und Fynn kaum etwas davon nach außen, wodurch die Gefühle oberflächlich beleuchtet schienen. Es fiel mir dadurch schwer eine Verbindung zu den beiden aufzubauen oder zwischen ihnen zu spüren.

Es hat also recht lange gedauert, bis mich diese Geschichte abholen konnte. Doch je weiter die Reise ging, je mehr Fynn und Marie sich geöffnet haben, desto mehr Spaß hatte ich auch beim Lesen. Beide Protagonist*innen blühen auf und haben mich doch noch ein wenig berühren können.

Als cis-Frau kann ich nicht die Repräsentation von trans*-Menschen beurteilen. Ich persönlich hatte aber das Gefühl, dass Fynn Transidentität vollkommen auf die negativen Momente reduziert war. Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Seiten aufgezeigt werden. Die Triggerwarnung ist in jedem Fall angebracht und sollte beachtet werden, da auch ich echt heftig schlucken musste bei manchen Rückblicken in Fynns Vergangenheit.

Fazit: "Not your type" verfolgt einen schönen Ansatz und doch hat es mir bei der Umsetzung an ein wenig Tempo, Tiefe und Offenheit gefehlt. Die Beziehung von Marie und Fynn braucht sehr lange bis sie zu blühen beginnt, aber ab dem Moment hat mir das Buch deutlich besser gefallen.

Bewertung: 3,5 Sterne

Bewertung vom 22.03.2021
Wie die Ruhe vor dem Sturm / Chances Bd.1
Cherry, Brittainy C.

Wie die Ruhe vor dem Sturm / Chances Bd.1


ausgezeichnet

Sehr berührend, man weint und lächelt glücklich zu gleich

Meine Meinung: Was für ein tolles Buch. Etwas anderes kann man zu „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ einfach nicht sagen. Ich habe selten bei einem Buch so viel geweint und gleichzeitig so viel gelächelt. Für mich ist es ein wahres Herzensbuch. Warum? Das möchte ich versuchen euch nun ein wenig näher zu bringen.

Brittany C. Cherry hat eine ganz besondere Art ihre Leser:innen zu erreichen. Man ist bei ihren Geschichten so nah dran und sehr tief mit den Charakteren verbunden. In diesem Buch lernt man die Protagonist:innen langsam kennen, als sie jünger sind. Elli und Greyson wirken authentisch und unperfekt perfekt. Sie strahlen Wärme und Geborgenheit aus, obwohl ihre Leben nicht perfekt sind. Allerdings ist Elli zu Beginn schon das „klassische“ Mauerblümchen. Greyson dagegen ist beliebt, gut aussehend und der perfekte Book-Boyfriend. Gleichzeitig ist er aber auch eine wirklich gute Seele.

Der erste Teil hat eine perfekte Grundlage für die Geschichte geschaffen, denn schnell verändert sich das Leben der Protagonisten und damit auch die Charaktere selbst. Der Wandel bringt erst so richtig viele Emotionen in die Erzählung hinein. Man spürt die inneren Qualen, die Traurigkeit, die Verzweiflung, als würde man selbst in dieser Situation stecken.

Während mich der Anfang schon berührt hat, war das Ende ein wahrer Overkill. Ich habe einfach gefühlt nonstop geweint. Aber ich habe mich auch so mit den Charakteren gefreut, weil ihre Geschichte so wunderschön war. Zum Teil tief traurig, aber immer bedeutsam, und mindestens mit einem traurigen Lächeln zu betrachten. Ich habe alle Personen in mein Herz geschlossen. Jede:r hat mit seiner/ihrer besonderen Art mein Herz gestohlen.

Fazit: Auch mein zweites Buch von Brittany C. Cherry hat mich absolut umgehauen. „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ hat sich in kürzester Zeit als ein wahres Herzensbuch entpuppt. Elli und Greyson haben sich in mein Herz geschlichen, haben mich weinen lassen, haben mich vor Glück strahlen lassen. Eine Geschichte, die durch ihre Emotionen lebt und genau so tief empfunden wird.

Bewertung vom 21.03.2021
Never Losing You
Treder, Karolina

Never Losing You


sehr gut

Schwierige Vergangenheiten, tiefe, spürbare Emotionen und mein Herz, das sich schmerzhaft zusammenzieht

Meine Meinung: „Never losing you“ ist das Debüt von Karolina Treder und dieses kann sich sehen lassen. Besonders die Emotionen wurden für mich sehr gut übertragen und auch der Rest der Geschichte konnte gut unterhalten.

Die Erzählung beginnt langsam mit der Eingewöhnung von Abigail in ihrer neuen Heimat Bar Harbor. Man merkt schnell, dass die junge Frau nicht glücklich ist. Eine schwere, noch unbekannte Vergangenheit lastet auf ihren Schultern, genau so wie die Kontrollsucht und der Erfolgsdruck durch ihre Mutter. Doch als sie Caden begegnet, scheint sie jemanden gefunden zu haben, der diesen Schmerz versteht. Oder sogar noch mehr Schmerz verkraften musste.

Beide Protagonist:innen bringen schlimme Vergangenheiten mit sich und beim Lesen musste ich häufiger einmal richtig kräftig schlucken. Besonders bei den Rückblenden. Diese sind nicht ohne, drücken dabei aber nicht gewollt auf die Tränendrüse. Sie überzeugen eher durch ihre Eindringlichkeit und ihre Tiefgründigkeit. Die Autorin erzeugt diese Ebene sehr toll durch ihren Erzählstil. Beim Lesen habe ich daher viele Lieblingszitate gefunden. Auch die Themen tragen ihren Teil bei. Erfolgsdruck, Unterdrückung, Einsamkeit, Schuld, Trauer, Mobbing, Kontrollausübung und toxische Beziehungen spielen u. a. eine Rolle.

Den kompletten Zugang zu den Charakteren habe ich allerdings noch nicht gefunden. Vielleicht lag das aber auch am Schreibstil. Auch wenn ich die Wortwahl gerade erst gelobt habe, empfand ich den Satzbau doch ein manchen Stellen als holprig und verschachtelt. Zum Ende hin wurde das, vom Gefühl her, allerdings besser. Sodass ich am Schluss sagen kann, dass ich gehörig neugierig bin, mehr von Abigail und Caden zu erfahren. Das Ende war auf jeden Fall ein ziemlich gemeiner Cliffhanger, den ich so nicht stehenlassen kann!

Fazit: Die Geschichte von Abigail und Caden ist nicht ohne. Es werden tiefgründige Themen behandelt. Diese erschaffen ein Buch voller Momente, durch die sich mein Herz schmerzhaft zusammengezogen hat. Auch wenn ich noch keinen kompletten Zugang zu den beiden Hauptcharakteren bekommen konnte, bin ich zuversichtlich, dass dies im zweiten Teil geschehen wird.

Bewertung vom 17.03.2021
Celestial City - Jahr 2 / Akademie der Engel Bd.2
Stone, Leia

Celestial City - Jahr 2 / Akademie der Engel Bd.2


gut

Macht Spaß, aber der Inhalt scheint eher Neben- als Hauptstory zu sein

Meine Meinung: Nachdem mir der erste Band von Celestial City gut gefallen hat, war ich gespannt, ob der zweite Teil die noch vorhandene Luft nach oben ausfüllen könnte. Leider kann ich das so nicht bestätigen. Das zweite Jahr an der Akademie der Engel unterhält insgesamt zwar gut und macht Spaß, aber es war schwächer als der Auftakt.

Was vor allem daran gelegen hat, dass mir insgesamt zu viel drumherum erzählt wurde. Ich hatte am Ende des Buches das Gefühl, dass die Hauptstory kaum einen Schritt nach vorne gemacht hatte. Wichtige Aspekte, wie der Krieg zwischen den Engeln und den Dämonen oder die Verbindung zu Luzifer, waren ziemlich außen vor. Es passiert viel, aber andererseits auch nichts. Die bedeutungsvolle „Kernstory“ wird für ein Kampfturnier zwischen übernatürlichen Schüler*innen liegen gelassen, anderes wird nur lose weitererzählt, wie zum Beispiel der Handlungsstrang mit Brielles Bruder.

Zum Glück, und das ist der große Pluspunkt des Buches, ist der Schreibstil von Leia Stone herrlich zum Lesen. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem leichtem Ton und einem rasanten Tempo. Jede actionreiche Szenen jagt die nächste und aufgrund der Dünne des Buches (288 Seiten) wurde es nie langweilig.

Man darf halt nur nicht so viele Entwicklungen erwarten. Auch nicht bei den Charakteren selbst. Brielle zeigt sich weiterhin selbstbewusst und kämpferisch, aber bei ihrem Freund lässt sie schnell all ihre Werte liegen, gibt sich für ihn auf und die Beziehung entwickelt sich viel zu schnell. Das Knistern ist für mich dabei auf der Strecke geblieben.
Es bleibt für mich zu hoffen, dass im dritten Teil der Reihe wieder mehr Fokus auf die Haupt- anstatt die Nebenstory gelegt wird. Ein gemeiner Cliffhanger verspricht auf jeden Fall mehr.

Fazit: Das zweite Jahr in der Akademie der Engel macht zwar Spaß und ist kurzweilig, aber insgesamt gibt es viel zu wenig echte Handlung, um einen Mehrwert für die Reihe zu bilden. Action gibt es wie Sand am Meer aber „der Kern“ der Geschichte ist in weiten Teilen außen vor. Ich hoffe, der dritte Teil kann das wieder herausholen.

Bewertung: 3,5 Sterne

Bewertung vom 10.03.2021
Arastrea
Zwetsch, Lilly C.

Arastrea


ausgezeichnet

Eine Art Übergangsband, der aber sehr viel Spaß macht und gesellschaftskritisch ist

Meine Meinung: Gefühlt werde ich heute zum dritten Mal die Werbetrommel für Arastrea rühren, denn auch mein letzter Abstecher in diese Fantasywelt hat mir außerordentlich gut gefallen.

Nachdem es in den letzten Bänden viel Kampf, viel Verzweiflung und Anstrengung gegeben hat, greift „Der Pfad des Lebens“ eher gesellschaftskritische Punkte auf. Die Handlung kann man als „Übergangsband“ beschreiben. Sonnental und sein Königreich stehen vor einem Neuanfang, der Stück für Stück passieren muss. Wieder einmal lernt man dadurch neue Facetten von Arastrea kennen. Doch der Protagonistin Arina wird dabei schnell klar, dass neu nicht automatisch besser bedeutet. Sie ist unzufrieden mit der Art, wie das Volk des Königreiches behandelt wird und zeigt dies sehr deutlich. Es geht viel um den Unterschied zwischen Arm und Reich, aber auch um die Freiheit und den Sinn des Lebens.

Die Leser*innen begleiten Arina bei diesem Prozess des Erkennens, des Unglaubens, der Wut, des Zweifels und ich habe diesen Weg unglaublich gerne begleitet. Denn ich konnte mich mit der Protagonisten sehr gut identifizieren. Arina ist eine starke Persönlichkeit, die für ihre Werte einsteht und kämpft. Die nicht aufgibt, auch wenn sie zweifelt. Die sich von niemandem vorschreiben lässt, wie sie zu leben und was sie zu denken hat.

Das Buch wird nicht von der Handlung angetrieben, sondern von ihrer beeindruckenden Hauptfigur und genau deshalb macht das Lesen Spaß, obwohl es sich wie ein Übergang angefühlt hat. Normalerweise würde ich sagen, dass solche Entwicklungsprozesse zäh sind, doch hier trifft das überhaupt nicht zu. Ich freue mich schon sehr auf den Abschluss der Reihe!

Fazit: Die dritte Geschichte aus Arastrea zeigt uns Leser*innen wieder einmal völlig neue Facetten der Fantasywelt. Es hat Spaß gemacht diese beim Lesen zu erkunden und gemeinsam mit der Protagonistin Arina die Missstände im Königreich zu erkennen. Die Geschichte baut eine unglaublich starke Hauptfigur auf, die mir immer wieder imponiert hat. Und genau deshalb hat mir dieses Buch auch so gut gefallen. Wegen Arina, wegen ihrer Stärke, wegen ihrem Blick auf die Ungerechtigkeiten ihrer/der Welt.

Bewertung: 4,5 Sterne

Bewertung vom 08.03.2021
Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz
Lange, Kathrin

Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz


sehr gut

Mystische Märchenadaption, mit einem Hauch zu viel Geheimniskrämerei

Cover: Die mystische Stimmung des Buches wird auf dem Cover aufgegriffen. Dunkle Schatten, Nebel und das geheimnisvolle Anwesen von High Moor Grange. Ergänzt durch wunderschöne goldene Applikationen und Rosen, die dem Cover einen romantischen Hauch verpassen. Auch die Kapitelanfänge greifen dieses Motiv auf. Ein wahrer Hingucker mit Liebe gestaltet!

Meine Meinung: Das Buch hatte mich schon vor dem Lesen in seinen Bann gezogen, denn optisch ist es ein wahrer Hingucker. Der Inhalt konnte ebenfalls gut unterhalten, auch wenn er nicht vollkommen begeistert hat.

Kathrin Lange liefert mit ihrem Titel "Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz" eine neue Märchenadaption von "Die Schöne und das Biest". Jessa, eine Waise aus London, wird auf der Suche nach ihrer vermissten Schwester Alice nach High Moor Grange geführt. Ein mysteriöses, altes Herrenhaus mitten in den Nebeln von Yorkshire. Auf dem Anwesen trifft sie Christopher und Adrian. Zwei Brüder, die geheimnisvoller nicht sein könnten. Denn auf ihnen lastet ein alter Fluch von Branwell Brontë: "Liebe wird Hass gebären."

Die Epoche der Brontë-Geschwister spielt in der Erzählung immer wieder eine Rolle und unterstreicht damit die mystische Stimmung. Genauso wie die dichten Nebel, die stets das gesamte Anwesen umgeben. Alles an der Geschichte scheint irgendwie mysteriös sein, als ob stets mehr dahinterstecken würde, als es anfangs scheint. Und genau das ist auch bei vielen Dingen der Fall. Die Protagonistin Jessa lässt auf ihrer Suche niemals locker und kommt so nach und nach hinter das Geheimnis der beiden Brüder.

Die Autorin weiß dabei ganz genau, wie sie ihre Leser*innen lange im Dunkeln lässt. Für meinen Geschmack etwas zu lange. Eine Geschichte kann auch zu geheimnisvoll sein. Denn irgendwann geht immer mehr die Spannung abhanden, je länger die Auflösung hinauszögert wird. Der Mittelteil war für mich deshalb etwas zäh. Zum Ende nimmt das Buch dann wieder an Fahrt auf, was vieles rausholt. Die "Lösung" des Fluches war mir zwar schon länger ersichtlich als den Charakteren, aber das Mitlesen und -fiebern hat trotzdem Spaß gemacht.

Fazit: Eine schöne Märchenadaption, die allerdings nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird, weil sie so begeistert hat. Insgesamt hätte es der Geschichte gut getan, wenn um das Geheimnis der beiden Brüder nicht ganz so lange herumgeschlichen wäre. Dennoch: Ein manchmal romantisches, stets mysteriöses und alles in allem unterhaltsames Jugendbuch.

Bewertung vom 24.02.2021
Hush - Verbotene Worte
Farrow, Dylan

Hush - Verbotene Worte


gut

Durchwachsener Auftakt

Meine Meinung: Die Idee von Dylan Farrow in ihrem Debüt politische Meinungsmache durch Fake News mit einer klassischen Fantasygeschichte zu verbinden, fand ich originell und spannend. Leider muss ich sagen, dass mir persönlich die Umsetzung nicht so gut gefallen hat und ich den Dilogie-Auftakt durchwachsen fand.

Shae lebt in Montane in einer Welt voller Angst, Misstrauen, Armut und Hunger. Bücher, Tinte und bestimmte Worte sind wegen des blauen Todes verboten. Es gibt nichts, dass den Charakteren oder Leser*innen Mut gibt. Als Shaes Stickereien zum Leben erwachen und ihrer Mutter etwas zustößt, muss sie sich auf zu den Barden machen. Die einzigen im Land, die mit der Macht der Wort, Magie erzeugen können. Aber auch dort stellt sich der Protagonistin die Frage, wem sie trauen kann. Dem mächtigen Herrscher, der sie umwirbt oder dem Barden, der vor ebendiesem warnt?

Für mich war Shae als Hauptcharakter für diesen Plot nicht stark genug. Sie wirkt, wie die anderen Charaktere, eher eindimensional. Sie handelt naiv und vertraut jedem grundlos. Einem Mann verfällt sie innerhalb von Sekunden. Warum? Kann ich alles nicht sagen. Ich konnte mich leider nicht mit ihr identifizieren und Zugang zu ihr finden.

Diese eher oberflächliche Behandlung zieht sich in der Geschichte weiter fort. Auch wenn das Buch insgesamt keinen Leerlauf hatte und Unterhaltung bietet, hat es mich einfach nicht mitreißen können. Viel wird angeschnitten, aber nicht vertieft. Das Magiesystem wirkt unausgereift. Eigentlich habe ich es bis zum Schluss nicht durchschauen können. Die Welt in Montane und ihre Entstehung bleiben unklar. Dementsprechend hat mir in vielem eine Basis und ein rote Faden gefehlt. Wohin will diese Geschichte? Ich kann es nicht sagen.

Fazit: Politische Meinungsmache, Propaganda und Fake News sind definitiv wichtige Themen, deren Ansätze ich in der Geschichte erkennen konnte. Allerdings wurden die Punkte für mich zu oberflächlich behandelt. Ich konnte dem roten Faden nicht folgen, ein Worldbuilding fand kaum statt und das Magiesystem habe ich bis zum Ende immer noch nicht verstanden. Unterhaltung hat "Hush - Verbotene Worte" geboten, aber eben auch viel Unausgereiftes. Wenn ein Buch mit solchen "Schlagwörtern" angepriesen wird, erwarte ich mehr. So war es ein durchwachsener Auftakt.

Bewertung vom 19.02.2021
Bucket List - Nur wer fällt, kann fliegen lernen
Clark, Georgia

Bucket List - Nur wer fällt, kann fliegen lernen


sehr gut

Authentischer, etwas sprunghafter, aber sympathischer Einblick in die Diagnose und ihre Auswirkungen

Meine Meinung: An das neue Buch von Georgia Clark bin ich einerseits mit hohen Erwartungen herangegangen, da mir "Pretty" damals sehr gut gefallen hat und das Thema von "Bucket List" bedeutsam ist. Andererseits hatte ich keine genauen Erwartungen daran, was mir in der Geschichte begegnen wird und wohin sie möchte.

Wir Leser*innen lernen Lacey kennen, als sie ihre Diagnose erhält: Positiv getestet auf die BRCA1-Mutation, die mit einem sehr hohen Risiko einer Brustkrebserkrankung daherkommt. Nun steht die Protagonistin vor der Entscheidung, ob sie auf häufige Vorsorge setzt und die stetige Angst oder eine Mastektomie macht und sich die Brüste entfernen lässt. Sie gibt sich sechs Monate für diese Entscheidung und erstellt eine Liste (die Boob Bucket List), mit Dingen, die sie machen möchte, solange sie noch ihre Brüste hat.

Wohin führt Lacey diese Reise? An so viele Ort und so viele verschiedene Momente, in denen sie sich mit sich selbst, ihren Wünschen und Ängsten auseinandersetzten muss. Natürlich begleitet man die Protagonistin auf der aufregenden, sexuellen Selbstfindung, aber eben auch zu Ärzten, zu ernsten Gesprächen mit Freunden und Familie. Man erlebt die guten und die schlecht Phasen mit. In Laceys Privatleben geht es rauf und runter. Potenzieller Traumjob in einer niemals schlafenden Modebranche, Mitglied eines Start-Ups, Problembeziehung zu ihrer Schwester, beste Freund*innen, Liebschaften (oder mehr?) UND BRCA1. All das muss in ihrem Leben unter einen Hut gebracht werden. Dabei bleibt, wie zu erwarten, das eine oder andere auf der Strecke liegen.

Die vielen verschiedenen und durchaus aufregenden Aspekte in Laceys Leben machen die Geschichte zwar bunt, laut, modern, humorvoll und abwechslungsreich, führen aber zu einem eher sprunghaften Erzählstil. Dennoch denke ich, dass es zur Lebenssituation der Protagonistin passt. Es ist nur natürlich, dass der Blick auf das Wesentliche mal verrutscht. Dadurch wird die Geschichte erst authentisch und echt. Lacey ist keine perfekte Frau, macht Fehler und ist impulsiv, aber das macht sie gleichzeitig nahbar, bringt einem ihr Dilemma näher.

Insgesamt hätte ich mir zwar ein bisschen mehr Fokus auf den "Kern" der Story gewünscht, aber trotzdem fand ich es interessant Laceys Reise zu verfolgen, ihre Entwicklung zu sehen und vor allem finde ich gut, dass auf diese Diagnose aufmerksam gemacht und die Frage gestellt wird: Was ist Weiblichkeit und gibt es dafür überhaupt eine Definition?

Fazit: Ein wildes Leben, eine erschreckende Diagnose, eine Protagonistin auf der Suche nach sich Selbst, ihrer Sexualität und dem Sinn ihres Lebens. Das ist das Rezept hinter "Bucket List - Nur wer fällt, kann fliegen lernen". Ich finde super, dass mit der Geschichte auf die Diagnose BRCA1 aufmerksam gemacht wird und hatte Spaß Laceys Weg zu verfolgen. Er war bunt, etwas sprunghaft, aber immer echt.