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Benutzername: Liebe Dein Buch
Wohnort: Köln
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Bewertungen

Insgesamt 139 Bewertungen
Bewertung vom 17.04.2019
Giftige Wahrheit / Glamour Girl Bd.2
Uebach, Evelyn

Giftige Wahrheit / Glamour Girl Bd.2


ausgezeichnet

Bereits der erste Teil der Glamour-Girl-Dilogie konnte mich durchweg begeistern und auch der zweite steht dem in (fast) nichts nach. Bis auf eine Kleinigkeit am Ende war dieses Geschichte genau das, was ich an Band 1 so geliebt habe. Sie war wieder voller Geheimnisse, Intrigen und intensiven Szenen zwischen den Protagonisten. Kurz: Ich habe es geliebt.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir relativ leicht gefallen. Kurz war ich verwirrt, weil das Buch an einer völlig anderen Stellen anfängt, als das letzte geendet hat, aber das war in null Komma nichts überwunden. Mit dem tollen Personenverzeichnis konnten dann noch die letzten Gedächtnislücken gefüllt werden und los ging es mit dem Vergnügen.

Warum mir das Lesen so viel Spaß gemacht hat? Erstens: Die vielen Geheimnisse, die immer noch im Raum standen und die vielen Intrigen. Beim Lesen ist man ständig am Rätseln und hinterfragt die Handlungen der einzelnen Charaktere. Jeder scheint irgendetwas zu verbergen. Und der Drang hinter diese Geheimnisse zu gelangen, lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen. Gleichzeitig will man gar nicht, dass die Geschichte endet.
Den spätestens bei den Szenen zwischen den beiden Protagonisten Vicky und Robin, war ich hin und weg. Ich finde die beiden einfach toll zusammen - egal, ob sie sich gerade freundlich gesonnen sind oder nicht. Ich habe jede einzelne Szene geliebt. Was für eine Intensität!

Doch leider muss jede Geschichte einmal enden. Die Geheimnisse lösen sich zum Ende hin sehr stimmig und in einander verwoben auf. Und so viel kann ich verraten: Nichts davon hatte ich erahnt. Es war schön, wie sich am Ende alles verbunden hat. In einer Hinsicht war das Ende etwas bittersüß, aber was anderes hätte auch nicht so richtig zu dieser Geschichte gepasst. Also alles in allem war das ein wunderbarer Abschluss.

Fazit: Ein tolles Buch und eine tolle Dilogie, die ich jedem empfehlen kann. Ihr liebt Bücher voller Geheimnisse und Intrigen? Bei denen ihr miträtseln könnt und beim Ende doch überrascht werdet? Bei denen man das Knistern und die Intensität zwischen den Protagonisten durch die Seiten hindurch spürt? Dann lest diese Bücher!

Bewertung vom 13.04.2019
Sinful Queen / Sinful Trilogie Bd.2
March, Meghan

Sinful Queen / Sinful Trilogie Bd.2


sehr gut

Nach dem ersten Teil der Sinful-Empire-Trilogie war ich unsicher, ob ich die Reihe weiterverfolgen möchte: Szenen, die über meine "moralischen Grenzen" hinausgehen, zu viel Erotik, zu wenig Handlung. Meine anfängliche Begeisterung war leider damals sehr schnell verflogen. Aber ich bin froh, mich trotz allem an den zweiten Teil der Reihe herangewagt zu haben, denn dieses Mal blieb die anfängliche Begeisterung bestehen.

Beim ersten Band war ich eigentlich nur vom Schreibstil begeistert. Daran hat sich hier nichts geändert. Man fliegt nur so durch die Seiten und seit langem habe ich mal wieder ein Buch an einem Tag beendet. Megan March versteht es wirklich, ihre Leserinnen in ihren Bann zu ziehen.

Natürlich nicht nur wegen dem Schreibstil, sondern auch wegen dem Inhalt. "Sinful King" hat mit einem Cliffhanger geendet und genauso spannend ging es im zweiten Teil weiter. Der Teil der Geschichte wird zwar sehr schnell aufgelöst, was ich ein wenig schade fand, aber der restliche Plot konnte auch ohne überzeugen. Man erfährt zum Beispiel endlich mehr über Mount und seine Vergangenheit. Natürlich gibt es auch viele erotische Szenen, die in der Mitte wieder leicht überhand genommen haben, aber der Fokus liegt eindeutig auf der Verschiebung von Macht und Kontrolle. Mount zeigt Keira eine ganz andere Seite von sich. Er öffnet sein Herz - auf seine Art. Und diese Art von Beziehung hat mich (ganz anders als im ersten Teil) total begeistert. Die Chemie zwischen Keira und Mount stimmt einfach. Sie ist hochexplosiv, gerade aufgrund der Tatsache, dass Mount immer noch Geheimnisse vor Keira verbirgt und naja … er der einflussreichste Verbrecher der Stadt ist. Das Buch endet natürlich mit einem super fiesen Cliffhanger, der mein Herz zerrissen hat. Jetzt muss ganz schnell Band drei her!

Fazit: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich habe mich trotz mittelmäßigem erstem Band an "Sinful Queen" gewagt und ich bereue nichts. Gar nichts. So vieles, was mir vorher gefehlt hat, hat mir diese Geschichte gegeben. Tiefere Einblicke in die Charaktere und ihre Vergangenheit, eine Verschiebung der "Machtverhältnisse" und eine Beziehung, die mich mitfiebern lässt. Band drei, ich komme!

Bewertung vom 12.04.2019
Der fabelhafte Geschenkeladen / Valerie Lane Bd.5
Inusa, Manuela

Der fabelhafte Geschenkeladen / Valerie Lane Bd.5


sehr gut

Mein fünfter Ausflug in die Valerie Lane - ach, bin ich froh, dass es nicht mein letzter gewesen ist. Auch mit Orchid, der fröhlichen Besitzerin des Geschenkeladens war es wieder mal toll. Ich muss zwar zugegeben, dass es dieses Mal etwas weniger Valerie-Lane-Charme gab, als in den anderen Teilen. Stattdessen stand aber Orchids Familie mehr im Fokus und auch das fand ich schön. Und auf Szenen mit den anderen Ladenbesitzerinnen musste natürlich nicht gänzlich verzichtet werden. Mittwochstreffen, ein Flohmarkt und eine Stadtführungen geben dem Roman den gewissen Wohlfühlfaktor.

In Orchids Geschichte herrschte trotzdem eine andere Stimmung, als ich sie erwartet hätte. Sie ist nicht fröhlich und ausgelassen, sondern bittersüß geprägt. Orchid steht zwischen zwei Männern und dieser Zwiespalt quält sie. Doch ihr größtes Problem ist, dass ihr Freund Patrick Geheimnisse vor ihr zu haben scheint. Und nicht nur Orchid wollte unbedingt erfahren, was dahinter steckt. Auch mich hat dieses Geheimnis sehr neugierig gemacht. Die Autorin baut hier einen guten Spannungsbogen auf, weil in den richtigen Momenten die Szenerie wechselt und man verzweifelt auf die Auflösung pocht.

Als diese dann endlich kommt, wird Orchid von ihr aus der Bahn geworfen. Sie ist hin und her gerissen und trifft dadurch nicht unbedingt die besten Entscheidungen. Als Leserin verzweifelt man schon fast, aber dann am Ende trifft Orchid die (für mich) einzig richtige Entscheidung - alles andere hätte sich falsch angefühlt. Das Ende ist wie alles andere bittersüß, aber absolut stimmig und hat mich definitiv berührt.

Auch das Ende der Valerie-Lane-Reihe rückt damit immer näher. Ich wünschte, ich müsste diese wunderbare Straße und ihre Besitzerinnen niemals verlassen.

Fazit: Ich finde es toll, dass alle Ladenbesitzerinnen der Valerie Lane eine ganz eigene, völlig andere Geschichte bekommen. Orchids Geschichte war bittersüß, aber dadurch nicht weniger schön. Man spürt Orchids inneren Zwiespalt, durch das Geheimnis ihrer Freundes wird die Spannung aufrecht erhalten und trotz dem großen (Gefühls-)Chaos findet das Buch zum Ende hin in die richtigen Bahnen zurück.

Bewertung: 4,5 Sterne

Bewertung vom 06.04.2019
Schönheit regiert / The Belles Bd.1
Clayton, Dhonielle

Schönheit regiert / The Belles Bd.1


sehr gut

Die Thematik der Schönheit, ihre Ideale und ihre Stellung in der Gesellschaft finde ich persönlich äußerst interessant. Ich lese gerne Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen und sich kritisch damit auseinandersetzen. Genau diese Kritik hat für mich in "The Belles - Schönheit regiert" allerdings gefehlt und das obwohl die Autorin im Nachwort betont, dass sie auf diese Wert legt. Das ist natürlich mehr als schade, aber ich denke, dass die kritische Sicht sich durchaus noch in den Folgebände entwickeln könnte.

Die Geschichte der Belles ist zum Glück auch so hochinteressant gewesen. Ich muss den Klappentext etwas korrigieren: Die Welt von Orléans wird in dieser Geschichte nicht von Hässlichkeit, sondern von Schönheit bestimmt. Die Bürger des Königreichs sind süchtig nach Schönheit. Es reicht ihnen nicht, "normal" schön zu sein. Sie wollen die Allerschönsten sein, wie kein anderer aussehen und aus der Menge herausstechen. Alles in ihrem Leben dreht sich um diesen Punkt - um Perfektion. Und dabei kommen die Belles ins Spiel, denn nur sie sind in der Lage, den Menschen diese Schönheit zu verleihen.

Camelia ist einer dieser Belles. Gesegnet mit einer göttlichen Gabe, die ich ehrlich gesagt nicht so wirklich durchschaut habe. Ich hätte mir gewünscht, dass man die Fähigkeit greifbarer und verständlicher umschrieben hätte. Gerade in den Anfängen der Geschichte hätte das bestimmt zu etwas weniger Verwirrung bei mir geführt. Zu Beginn habe ich mich nämlich etwas erschlagen gefühlt. So viele neue Wörter, Gegenstände und pompöse Dekorationen prasseln gleichzeitig auf einen ein und man wusste (im übertragenden Sinne) gar nicht wo man zuerst hingucken sollte. Nach circa 100 Seiten hatte ich aber in die Geschichte hineingefunden und ab da an hat das Buch wirklich Spaß gemacht.

Die Geschichte hat mich regelrecht in ihren Bann gezogen. Die Welt von Orléans war wirklich faszinierend und die Story wurde von Kapitel zu Kapitel immer spannender. Camelia muss am Königshof feststellen, dass nicht alles in ihrer Welt so verläuft, wie man es ihr erzählt hat. Sie gerät in einen gefährlichen Strudel aus Geheimnissen und Machtspielchen. Und erkennt nach und nach, welche Folgen der Schönheitswahn in ihrer Welt hat. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, die einen ebenso spannenden zweiten Teil versprechen. Ich bin gespannt, wie die Geschichte dann weitergehen wird. Ein wenig Luft nach oben gibt es noch.

Fazit: "The Belles - Schönheit regiert" hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Die Welt von Orléans ist faszinierend und die Machtspielchen rund um den Schönheitswahn halten die Spannung hoch. Wirklich schade fand ich nur, dass mit dem Thema Schönheit nicht kritisch umgegangen wird - vielleicht im nächsten Band?

Bewertung vom 05.04.2019
Zwei Versprechen / All in Bd.2
Scott, Emma

Zwei Versprechen / All in Bd.2


ausgezeichnet

Ehrlich gesagt, hatte ich ein wenig Angst vor diesem Buch. Angst vor den Gefühlen, die diese Geschichte bei mir auslösen würde. Jetzt bin ich wahnsinnig froh, mich endlich an das Buch herangetraut zu haben. Ja, die Story ist sehr traurig und zu Tränen (be)rührend, aber das ist es wert. Denn Teddys Geschichte ist genauso besonders wie die seines Bruders. Nur auf eine ganz andere, eigene Art und Weise.

Über den Inhalt möchte ich eigentlich gar nichts sagen, weil so gut wie alles spoilern würde. Also werde ich mehr über den Aufbau und die Art der Geschichte reden. Ich hatte die Ehre Emma Scott vor ein paar Tagen zu treffen und sie hat uns erzählt, was sie bei ihrer Umsetzung erreichen wollte und was soll ich sagen? Genau das hat sie aus meiner Sicht einfach perfekt gemacht.

Wir erleben in „All In - Zwei Versprechen“ verschiedene Phasen der Trauer. Es gibt einen Teil voller Emotionen und Hoffnungslosigkeit. Der Prozess der Heilung verläuft schleichend. Die Hoffnung kommt auf leisen Pfoten, erst nach und nach immer mehr zurück. Besonders schön fand ich dabei, dass es nicht darum ging aufzustehen, zu vergessen und neu anzufangen. Es ist vielmehr ein „In-Erinnerungen-Schwelgen“ und darin die Hoffnung, den Antrieb und die Stärke finden, um neue Wege zu beschreiten und wieder glücklich zu sein.

Dabei lernt man eine ganz neue Seite an Teddy kennen. Vorher wirkte er oft sehr grummelig und verschlossen. Jetzt kennt man die Gründe dafür und weiß, dass er alles für die Menschen tun würde, die er liebt. Auch wenn er sich selbst dafür zurückstellen muss. Gemeinsam hilft er Kacey und auch sich selbst, ein neues Leben aufzubauen. Und genau das ist der wahre Zauber der Geschichte. Sie basiert auf einem ganz besonderen Schicksal und auf einer ganz besonderen Verbindung. Sie ist echt, hautnah und direkt aus dem Leben. Ich hätte mir nur gewünscht selbst noch tiefer in die Geschichte eintauchen zu können. Ich kam mir mehr wie ein Beobachter von außen vor. Das bleibt aber auch mein einziger kleiner Kritikpunkt, ansonsten hat Emma Scott mit ihren Worten eine absolut besondere Geschichte erschaffen.

Fazit: „All In - Zwei Versprechen“ ist keine kitschige oder tief romantische Geschichte. Sondern eine, die absolut ehrlich ist und nur vom wahren Leben geschrieben werden kann. Ich habe mit den Charakteren geweint, aber ich habe auch gelacht und bin mit ihnen in ein neues Leben gestartet. Teddys Geschichte hat mich auf eine ganz besondere Art und Weise berührt, wie es nur wenige Geschichten können.

Bewertung vom 03.04.2019
Erbin des Lichts / Silberschwingen Bd.1
Bold, Emily

Erbin des Lichts / Silberschwingen Bd.1


sehr gut

Schon so lange wollte ich ein Buch von Emily Bold lesen und jetzt war es endlich so weit. Und was soll ich sagen? Die Autorin konnte mich auch schreibtechnisch von sich überzeugen. Ihr Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Nur der Wechsel zwischen der Ich-Perspektive und dritten Person hat mich etwas gestört - ich bin wirklich kein Fan solcher Wechsel. Trotzdem liest sich das Buch sehr schnell. Auch weil man unbedingt weiterlesen will.

Die Geschichte ist recht geheimnisvoll aufgebaut, aber sehr interessant. Die Silberschwingen als Fantasywesen waren mir vollkommen neu und vielleicht waren sie gerade deshalb so faszinierend. Die Idee hinter der Geschichte stimmte auf jeden Fall zu 100 Prozent. Man erfährt nach und nach immer mehr über die Welt der Silberschwingen, ihre Rivalitäten und Machtspiele. Die Spannung wurde dadurch fast durchgehend hoch gehalten.

Die Protagonistin Thorn gerät dabei von einem Abenteuer in das nächste. Und vor allem ist diese Welt für Thorn genauso neu wie für uns Leserinnen. Ich fand das sie für diese Situation sehr taff und mutig war. Sie stellt sich auch mal gegen Lucien und kämpft für die Dinge, die sie für richtig hält. Lucien steht allerdings genau dazwischen: Sohn des Anführers, aber nicht mit allen Entscheidungen einverstanden, die sein Vater trifft. Thorns Gefühle für ihn sind zwiegespalten - wie meine. Ich war stets hingerissen zwischen dem Lucien, der Thorn seine Welt zeigt und dem Lucien, der grausame Entscheidungen trifft und blind Befehlen folgt.

Der Fokus der Geschichte liegt stark auf Lucien und Thorn, wodurch Riley - eine weitere Silberschwingen und Verbündeter von Thorn - leider sehr wenig eine Rolle spielt. Ich hätte gerne mehr über ihn erfahren, aber dafür ist ja vielleicht noch im zweiten Teil Zeit. In dem Band würde ich mir auch ein bisschen mehr Nähe zu den Charakteren und mehr Tiefe wünschen. Ansonsten ist "Silberschwingen - Erbin des Lichts" ein absolut gelungener Auftakt. Natürlich mit Cliffhanger, also wird es wohl nicht allzu lange dauern, bis ich dem zweiten Teil nicht mehr widerstehen kann.

Fazit: Obwohl ich ein paar kleinere Kritikpunkte an der Geschichte habe, ist "Silberschwingen - Erbin des Lichts" im Großen und Ganzen ein wirklich gelungener Auftakt. Die Idee hinter dem Buch, die Silberschwingen als geheimnisvolle und interessante Fantasywesen und der spannende Handlungsaufbau haben mich definitiv in ihren Bann gezogen.

Bewertung vom 26.03.2019
Someone New
Kneidl, Laura

Someone New


gut

"Someone New" ist eines dieses Bücher, für die das Wort Hype schon fast eine Untertreibung darstellt. Für mich hat sich da natürlich die Frage gestellt, ob dieser Hype gerechtfertigt ist. Das Thema ist es definitiv, aber die Umsetzung leider nicht ganz.

Ja, Laura Kneidl greift in ihrem neusten Buch absolut wichtige Themen auf. Sie vermittelt die Botschaft, dass wir alle einfach wir selbst seinen und unser Gegenüber für genau das akzeptieren und lieben sollen (Stichwort Toleranz). Es sind Themen, die immer noch nicht von allen Leuten in der Gesellschaft akzeptiert sind und deshalb finde ich es toll, dass sich eine beliebte deutsche Autorin diesen widmet.

Dennoch bleibt die Umsetzung ein überaus wichtiger Punkt. Und diese habe ich als nicht ganz rund empfunden. Das Buch behandelt viele unterschiedliche Themen und führt dementsprechend viele Charaktere gleichzeitig ein. Das Leben ist bunt und divers. Daher ist es prinzipiell nicht falsch so viele verschiedene und einzigartige Haupt- und Nebencharaktere einzuführen, allerdings fand ich, dass dadurch keine wirkliche Tiefe und Nähe aufgebaut werden konnte.

Es hat mir schlichtweg an Intensität und Tiefgang gefehlt. Die Geschichte von Micah und Julian ist eine ruhige und sanfte Liebesgeschichte mit interessanten, aber eben ruhigen Charakteren. Julian ist aufgrund seines Geheimnisses und seiner Vergangenheit sehr verschlossen und es war schwer einen richtigen Zugang zu ihm zu finden. Micah war aufgeschlossener, aber auch nicht wirklich vielschichtig und ihre ständigen Superhelden-Kommentare nerven irgendwann dann doch. Die tiefe Liebe zu ihrem Bruder und ihre rationale Art haben mir jedoch sehr gefallen. Sie ist nicht jedes Mal an die Decke gegangen, sondern hat ihre Handlungen überdacht.

Allerdings gibt es dadurch auch kein Drama oder Herzschmerzen und obwohl Julian ein großes Geheimnis verbirgt, wird man als Leserin nicht vorangetrieben, dieses Geheimnis unbedingt lüften zu wollen. Aus irgendeinem Grund konnte mich die Geschichte nicht fesseln. Vielleicht, weil das Buch mit über 500 Seiten zu sehr in die Länge gezogen wird oder doch, weil zu viel gleichzeitig thematisiert wird. Ich hätte mir gewünscht, dass der Fokus mehr auf dem Kern gelegen hätte. Schließlich bekommen Auri und Cassie in "Someone Else" ihre eigene Geschichte und hätten Micah und Julian durchaus mehr Raum lassen können. So wird mehr Potenzial verschenkt als genutzt.

Fazit: Das "Someone New" absolut wichtige Themen aufgreift, ist eine Tatsache. Eine großartige. Aber die Umsetzung ist leider nicht zu 100 % geglückt. Auf über 500 Seiten wird die Geschichte gespickt von Fandom-Anspielungen in die Länge gezogen und das ohne große Gefühle aufkommen zu lassen. Da wäre definitiv mehr drin gewesen.

Bewertung: 3,5 Sterne

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.03.2019
Winterwundertage
Swan, Karen

Winterwundertage


weniger gut

Meine Meinung: Auf Winterwundertage haben ich mich von meinen weihnachtlichen Büchern ganz besonders gefreut. Und anfangs schien es auch die perfekte Winterlektüre zu werden. Ich mochte den Erzählstil - eine wirklich angenehme dritte Erzählperspektive. Die sehr bildhafte Beschreibung ließ mich in das Setting eintauchen: eine kleine schottische Insel, eine Whisky-Destillerie, Schafe und ungemütliches Küstenwetter. Nicht wirklich winterlich, aber heimelig.

Doch je länger die Geschichte voranschritt, desto mehr wurde klar: es passiert nichts. Nach 100, nach 200, nach 300 Seiten war wirklich noch nichts bewegendes passiert und einen wirklich Sinn hatte die Geschichte bis dahin auch nicht. Die Ereignisse, die der Klappentext andeutet, geschehen weit dahinter. Und langsam fing das Buch an, mich zu frustrieren - so weit, das ich kurz vorm Abbruch stand.

Die Charaktere haben auch nicht zu einer besseren Atmosphäre beigetragen. Während Alex sehr professionell, analytisch und kalt agiert, tritt Lochlan distanziert, überheblich und unfreundlich auf. Die beiden unterschiedlichen Charaktere prallen aufeinander, es ist ein stetiger Kampf und das meine ich nicht im neckischen Sinne. Und wenn die Situation nicht auf Konfrontation stand, dann auf steriler Analyse. Sozialpsychologische Gespräch, Vorgänge bei der Whisky-Herstellung und Unternehmensstrategien werden sehr detailliert behandelt und das machte es oft sehr langatmig.

Und dann passierte nach 400 Seiten etwas, womit ich überhaupt nicht mehr gerechnet hatte: es wurde intensiv. Plötzlich explodierte die Geschichte. Sie zog mich in ihren Bann, die Nähe zu den Charaktere war da und ich hatte wieder Spaß am Lesen. Ruckzuck waren die letzten zweihundert Seiten gelesen. Aber wo war diese Intensität davor?

Am Ende stand ich sehr zwiegespalten da. Aber im Endeffekt können 200 Seiten Intensität, keine 400 Seiten Frustration und Langatmigkeit aufwiegen, da können sie noch so intensiv und mitreißend gewesen sein.

Fazit: Winterwundertage ist ein Buch, das mich als Leser sehr zwiegespalten zurücklässt. Anfangs noch sehr positiv gestimmt, rutsche meine Laune und Freude an dieser Geschichte immer mehr in den Keller. Von Langeweile bis zur Frustration. Nur um dann plötzlich vor Intensität zu explodieren. Am Ende hat es aber nicht mehr ausgereicht, denn die Geschichte besteht nicht nur aus dem letzten Drittel und das Gesamtwerk konnte mich nicht überzeugen.

Bewertung vom 18.03.2019
Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1
Dabos, Christelle

Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1


weniger gut

Der Auftakt der Spiegelreisenden-Saga wurde mit großen Worten beworben: "eine unvergessliche Heldin, eine schillernde Fantasiewelt" und ELLE verglich das Buch sogar mit Harry Potter. Ich denke aufgrund dieser großen Worte hat mich das Buch am Ende noch mehr enttäuscht.

Von Anfang an wollte es zwischen mir und "Die Verlobten des Winters" einfach nicht passen. Obwohl der Schreibstil angenehm war, kam ich nicht in die Geschichte hinein. Ständig hatte ich neue Fragezeichen vorm Gesicht - einige klären sich im Verlauf auf, aber anderen eben nicht. Und selbst die aufgeklärten Fragezeichen wurden teilweise recht spät angesprochen, sodass ich lange gebraucht habe, um mir die Welt ansatzweise vorstellen zu können. Das Worldbuilding fand ich also gar nicht gelungen. Besonders am Anfang hat mich das beim Lesen frustriert.

Und auch darüber hinaus konnte mich die Geschichte nicht einfangen. Das Potenzial war zwar durchaus da. Die Fantasy-Welt und die Fähigkeiten der Bewohner waren interessant, aber insgesamt wurden sie nicht ausreichend thematisiert, um ihre fantastische Wirkung zu entfalten und Action in die Geschichte zu bringen. Stattdessen steht sozusagen das Versteckspiel der Protagonistin im Vordergrund und das konnte keinen Reiz auf mich ausüben. Im Nachhinein betrachtet, finde ich nicht, dass wirklich viel wichtiges in diesem Buch passiert ist. Das hätte auch viel kürzer abgehandelt werden können.

Die Protagonistin Ophelia hat dabei einen großen negativen Einfluss auf die Spannung und mein Interesse an der Geschichte. Ich konnte mit ihr einfach nichts anfangen. Stumm, unscheinbar, geradezu langweilig. Definitiv keine "unvergessliche Heldin" oder jemand, mit dem ich mich hätte identifizieren oder mitfiebern können.

Am Ende muss ich leider sagen, dass diese Geschichte mich wirklich enttäuscht hat. Der Schluss ist ein wenig offen und macht mich ein wenig neugierig, aber ich denke nicht, dass sich die Art der Geschichte so dermaßen ändern wird, daher ist für mich hier Schluss.

Fazit: Weder die Handlung noch die Protagonistin konnten mich in irgendeiner Weise begeistern. Gerade aufgrund der hochpreisenden Worte bin ich am Ende sehr enttäuscht und werde diese Reihe nicht weiter verfolgen.

Bewertung vom 14.03.2019
Player / Dirty-Reihe Bd.2
Keeland, Vi

Player / Dirty-Reihe Bd.2


sehr gut

Vom Vorgänger Bossmann war ich damals wirklich begeistert. Leider konnte mich Player nicht im gleichen Maße überzeugen, auch wenn die Geschichte mich gut unterhalten hat. Die zwei Bücher haben inhaltlich nichts miteinander gemeinsam, sind also komplett unabhängig.

Der Schreibstil von Vi Keeland war gewohnt locker leicht. Abwechselnd erzählen die beiden Protagonisten Drew und Emerie die Geschichte. Dabei entsteht ein sehr schöner Lesefluss, der aber nicht zu viel Aufmerksamkeit benötigt.

Diese Leichtigkeit schlägt sich auch auf die Geschichte nieder. Player hat alles, was eine schöne erotische Liebesgeschichte braucht, aber auch nicht mehr. Die beiden Hauptcharaktere sind sehr sympathisch, aber beide konnten nicht mein Interesse wecken, mehr über sie erfahren zu wollen. Die erotischen Szenen waren sinnlich beschrieben und überlagern die restliche Geschichte nicht. Nur die Ausdrucksweise hat mir nicht immer hundertprozentig zugesagt. Die Liebesgeschichte ist süß, aber die ganz großen Gefühle kamen bei mir nicht auf und insgesamt war mir die Entwicklung der Beziehung auch etwas zu schnell.

Also alles in allem eine unterhaltsame Geschichte mit einigen ausbaufähigen Punkten. Das mir das Buch nicht mehr zugesagt hat lag wohl vor allem daran, dass die Geschichte, die um die Liebesbeziehung drumherum aufgebaut wurde, mich nicht einfangen konnte. Weder Drews Vergangenheit, noch Emeries Nachbar und bester Freund konnten den gewissen Pep hineinbringen. Zum Ende hin war für mich immer mehr die Luft raus.

Fazit: Player ist eine sinnliche und unterhaltsame Geschichte, die einem schöne Lesestunden schenkt. Im Vergleich zu anderen Büchern dieses Genres kann das Buch aber nicht herausstechen und begeistern. Für zwischendurch schenken Drew und Emerie einem trotzdem eine schöne Zeit!