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Benutzername: marakkaram
Wohnort: Lingen
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Danksagungen: 31 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 529 Bewertungen
Bewertung vom 05.08.2020
Geheimakte Midas
Milewski, André

Geheimakte Midas


ausgezeichnet

** "Nein, es ist keine Gabe." Midas blickte auf. "Es ist ein Fluch! Sieh mich doch an! Ich sitze hier, umgeben von unermesslichem Reichtum, aber ich werde an Hunger und Durst zugrunde gehen wie ein Bettler." **

Erneut schlittert Max in ein interessantes Abenteuer. Diesmal geht es um das Goldene Vlies und den sagenumwobenen König Midas, der alles was er berührte zu Gold werden ließ. Zeitlich ist es der 3. Band der Reihe, aber wie immer können alle Teile unabhängig voneinander gelesen werden.

Max reist mit seinen Freunden nach Athen, wo er völlig unvorbereitet posthum eine Auszeichnung für seinen Vater entgegennimmt. Noch am selben Abend heften sich Blum und der Franzose Carcopino wie Bluthunde an seine Fersen und wollen wissen, was ihm sein Vater über das Goldene Vlies hinterlassen hat. Und eine abenteuerliche und spannende Jagd nach dem größten Artefakt der griechischen Mythologie nimmt seinen Lauf.

Über die Falkenburg Chroniken gekommen, bin ich mittlerweile ein genauso großer Fan der Geheimakten. Diese Mischung aus Mythologie, Fakten und Fiktion ist einfach großartig und jedes Mal hervorragend recherchiert. Dabei greift André Milewski immer sehr spannende Themen auf, die nicht überpopulär sind. So waren mir auch Midas und das Goldene Vlies zwar ein Begriff, aber nur entfernt.

Und obwohl ich eigentlich gar nicht so auf diese Indianer Jones Action stehe, gehören sie zu den Geheimakten dazu und hier liebe ich sie. Ohne die waghalsigen Abenteuer am Rande würde mir inzwischen tatsächlich etwas fehlen. Ich habe wieder unheimlich viel in kurzweiliger, rasanter Manier über die antike Geschichte erfahren und das macht einfach Spaß. Genauso wie die charmanten, liebgewonnenen Charakterköpfe. Ja, selbst die Nebenfiguren wie der Japaner Morita, mit seinen Sprüchen a la Konfuzius oder der schlitzohrige Grieche Onassis ("Aristoteles ist ein Vetter von mir") sind großartig und man merkt, wie viel Herzblut in ihnen steckt.

Wer Indianer Jones auch nur ansatzweise mag, der wird André Milewski, Max & Co. lieben. Und wer auf die alten mystischen Geheimnisse neugierig ist, der erst recht.

Am Ende gibt es wie immer eine Aufschlüsselung der Fakten und Fiktion, was mir persönlich immer unheimlich wichtig ist.

Ich wünsche mir jetzt schon, dass die Geheimakten niemals enden werden.

Bewertung vom 04.08.2020
Die Gartenvilla
Caboni, Cristina

Die Gartenvilla


gut

"Konzentrier dich auf die schönen Dinge, belaste dich nicht mit Problemen," fuhr der Großvater fort, "behalt dein Ziel im Blick und frag dich jeden Abend, ob du wirklich alles dafür getan hast, es zu erreichen. Das allein zählt, mein Schatz."

Ich mag die Romane von Cristina Caboni und eigentlich hätte die Geschichte alles, was es braucht; tolle Schauplätze, eine interessante Vergangenheit und ein Familiengeheimnis.... Dennoch hat mich "Die Gartenvilla" nicht ganz überzeugt.

Das lag ein wenig an den Charakteren, die größtenteils recht eindimensional und oberflächlich waren, aber auch an der Tiefe der erzählten Vergangenheit. Und obwohl die sehr spannend ist, hat es mich unheimlich gestört, sie auf 244 Seiten gleich ganze 3 Mal erzählt zu bekommen - denn anstatt Informationen hinzuzufügen, beginnt Caboni immer wieder von vorn. Eva, die Hauptprota in der Vergangenheit, bleibt mir dabei fremd und handelt für mich auch nicht immer nachvollziehbar. Ihre ergreifende Geschichte, in Rückblicken erzählt, war mir fast schon ein wenig zu behäbig und wirkte langatmig. Ihr Mann Micele allerdings hat mir vom ersten Moment an und durch die Jahre hinweg unheimlich gut gefallen. Er ist sympathisch, sehr liebevoll und kein bisschen verbittert. Jedoch fehlte mir hier, wie er damals mit der Sache umgegangen ist. Das verläuft so ein bisschen im Sande.

Zu der Hauptprota in der Gegenwart, der Enkelin Milena, hatte ich wenig Bezug. Ich bin mir ihr einfach nicht so recht warm geworden, da war auch keine klare Linie in ihrer Figur und das kleine Techtelmechtel mit dem Commissare kam für mich absolut aus dem Nichts - wenig nachvollziehbar und hinterließ das Gefühl irgendetwas überlesen zu haben.

Cristina Caboni hat an sich einen angenehmen, sehr bildhaften Schreibstil und vielleicht liegt es auch ein wenig an der Übersetzung, aber hier wirkt er manchmal etwas trocken. Ein paar Seiten mehr und ein tieferer Ausbau der Figuren und Vergangenheit, hätten dem Buch ohne Frage gut getan, denn es ist eine wichtige Geschichte, die die Autorin erzählt.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an den neuen Roman, die Story hörte sich vielversprechend an und ich mag die Autorin. Doch diesmal wurden sie nicht ganz erfüllt, da konnte auch die traumhafte Kulisse nichts dran ändern. "Die Gartenvilla" ist dennoch eine nette kleine Sommerlektüre.

Bewertung vom 21.07.2020
Glück ist meine Lieblingsfarbe
Günak, Kristina

Glück ist meine Lieblingsfarbe


ausgezeichnet

** "Was ist denn Glück?", fragte er und lehnte sich jetzt an den Türrahmen. Ich öffnete den Mund und klappte ihn gleich darauf wieder zu. **

Mein erster Roman von Kristina Günak, an den ich irgendwie ohne große Erwartungen herangegangen bin und total überrascht wurde. Das Cover ist zwar etwas kitschig, aber es hörte sich nach einer schönen, leichten Sommerlektüre an. Und das ist auch, allerdings eine, die berührt und mit mehr Tiefgang als erwartet.

Die lebensfrohe Juli fühlt sich grade total verloren. Sie will nicht tagein-tagaus in einem Büro versauern, doch herauszufinden, was sie stattdessen machen möchte, scheint auch nicht so einfach. Sie flüchtet kurzerhand nach La Palma, jobbt in einem Foodtruck, führt Hunde aus und wohnt in einer kleinen Kellerwohnung bei den 3 Marias. Der ernste Quinn ist genau das Gegenteil. Bei ihm ist alles geplant und getaktet, in seinem Leben herrscht strikte Ordnung und er scheint fast wie ein Getriebener. Lächeln sieht man ihn kaum, nur die Begegnung mit Juli schafft es, ihm immer häufiger eins zu entlocken....

Bei diesem Roman stimmt irgendwie alles - er hat großartige Charaktere, eine leise, authentische Liebesgeschichte, einen angenehmen Schreibstil mit einer Prise Humor, Tiere, Familie und ein traumhaftes Setting.

Ich habe das Buch in einer Leseflaute zur Hand genommen und dann nicht mehr weggelegt - es hat mich sofort gepackt. Die Charaktere sind herrlich lebendig und warmherzig. Man kann Handlungen und Denken von Juli und Quinn immer nachvollziehen - es ist alles so schön authentisch und greifbar und die ganze Geschichte hat ein angenehm realistisches Tempo. Dazu kommen noch tolle Nebenfiguren, wie Oma, Mutter, Tochter Maria oder der Postbote Pedro. Sie bringen viel La Palma und Dorf Flair mit. Aber auch die Vierbeiner haben ihren ganz eigenen Charme und Persönlichkeit. Das ist toll geschildert. Dazu diese feine, leise Liebesgeschichte.... Was will man mehr, für eine traumhafte Auszeit.

Kristina Günak hat so einen schönen, angenehmen Schreibstil, dass man komplett in die Geschichte versinkt. Vor allem schafft sie den schmalen Grad teilweise sehr emotionale Geschehnisse zu erzählen, ohne dabei ausschweifend oder kitschig zu werden, und die einem trotzdem unter die Haut gehen. Das ist schon klasse gemacht.

Trotz nicht immer einfachen Themen, ist "Glück ist meine Lieblingsfarbe" ein absolutes Wohlfühlbuch und ich freue mich schon darauf, mehr von Kristina Günak zu entdecken.

Bewertung vom 20.07.2020
Die Dame vom Versandhandel
Wolff, Ulrike

Die Dame vom Versandhandel


gut

Viel Familiengeheimnis - wenig Versandhandel

** Kurt wusste genau, dass sein großer Bruder ihm etwas vormachte. Er und Fritz wollten ihn nur aus dem Weg haben, das war alles! So wie sonst auch, wenn sie etwas vorhatten, was keiner wissen sollte, und ihm einfach verboten mitzukommen. **

Titel und Klappentext führen einen leider in die Irre und suggerieren eine Geschichte über die Anfangsjahre des Versandhandels, doch in erster Linie steht ein Familiengeheimnis im Vordergrund und der Versandhandel meist weit im Hintergrund.

Nach den ersten rückblickenden Kapiteln von Kurts Kindheit in Polen und der Flucht nach Magdeburg, habe ich noch gehofft, die Story hat einfach nur eine lange Anlaufzeit. Doch schon bald wurde klar, worum es eigentlich geht - und das konnte mich weder überzeugen noch fesseln. Diese Familiengeschichte war recht langatmig, arg konstruiert und man wusste ziemlich schnell, worauf es hinausläuft - was die Sache aber weder besser noch spannender gemacht hat.

Wirklich gut gefallen haben mir dagegen, die Szenen in denen es tatsächlich um den Versandhandel ging. Das Autorenduo fängt den Zeitgeist der 50/60iger Jahre sehr gekonnt ein. Nicht nur im Sittenbild, sondern man wird zurückversetzt in eine Zeit, in der die Versandhäuser boomten, neue Wege ausprobierten und Grenzen austesteten. Es gibt tolle kleine Einblicke, Werbeslogans, die einem so oder ähnlich noch in den Ohren klingen und auch einige bekannte Namen und Größen der Zeit. Das hat einen hohen Unterhaltungswert und hätte ich vom Titel her als Haupthandlung erwartet.

Die Charaktere sind Kinder ihrer Zeit, dennoch blieben sie, bis auf Annie, insgesamt recht blass - wobei die Autoren es dennoch geschafft haben, Annie als starke Persönlichkeit rüberzubringen. Doch obwohl ich ihre Gedanken in Sachen Ehe, Beruf usw. absolut nachvollziehen konnte, so richtig warm wurde ich mit ihr nicht.

Insgesamt bin ich von dem Roman etwas enttäuscht, weil ich mir mehr darunter versprochen hatte und das Titelthema von einem unglaubwürdigen Familienkonstrukt völlig überlagert wurde. Schade.

Bewertung vom 13.07.2020
Lieblingssteine
Rechl, Christine

Lieblingssteine


ausgezeichnet

Grundlagen und tolle Ideen für Lieblingssteine

Ich habe ja immer gedacht, ich bin künstlerisch nicht begabt genug, um schöne Steine zu zaubern, doch dieses Buch hat mir das Gegenteil bewiesen. Bei Christine Rechl finden sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene tolle Ideen und Anregungen.

Zu Beginn stellt sie Steine und auch die diversen Maltechniken ausführlich vor, wobei bereits Motive miteinbezogen werden. Dann folgen Punkte, Spiralen, Tiere, Blumen, Runen bis hin zu Geschenken wie Armbändern, Schlafsteinen, Tischkartensteine usw. Und im Anhang finden sich weitere Motivvorlagen von Hunden und Katzen. Und das ist auch das einzige klitzekleine Manko an diesem großartigen Buch. Ich hätte mir mehr Vorlagen wie Blumen, Fische etc. gewünscht, die insbesondere für Anfänger hilfreich wären - allerdings kann man sich die Motive oftmals auch von den Bildern abkupfern.

Christine Rechl hat hier viele wunderschöne Steine und großartige Ideen zusammengetragen und da ist wirklich für jeden was dabei, ob Anfänger und Fortgeschrittene, ob bunt oder edel, einfarbig oder mehrfarbig... Wer Inspiration sucht oder auch der eigenen Kreativität freien Lauf lassen möchte, dem kann ich "Lieblingssteine" absolut empfehlen.

Bewertung vom 13.07.2020
New Dreams / Green Valley Love Bd.3
Lucas, Lilly

New Dreams / Green Valley Love Bd.3


gut

Immer wieder schön...
...aber bislang der schwächste Band der Reihe.

** Nie zu Fremden ins Auto steigen, hallte sogleich die Stimme meiner Mutter in meinem Kopf. Als wäre ich sechs statt einundzwanzig. **

Ich freue mich jedes Mal wieder auf eine Rückkehr ins Green Valley und auch der dritte Band ist ein romantischer Wohlfühlroman. Man kann sie im übrigen alle unabhängig voneinander lesen.

Lilly Lucas hat mit Green Valley ein tolles Städtchen in den Rocky Mountains erschaffen und führt hier mit Noah, Elara und Annie einige neue Familien ein. Doch auch die altbekannten Gesichter sind in Nebenfiguren präsent und bringen sich immer mal wieder ein.

Mir gefällt die Grundstory vom "Girlfriend in a coma" aber es ist auch ein hochemotionales Thema, das einem richtig unter die Haut gehen muss und das war hier nicht so ganz der Fall. Noah und Elara sind super sympathische und tolle Charaktere, aber es fehlt ihnen an Ecken, Kanten und Tiefe. Sie kamen mir nicht so nahe wie Ryan oder Izzy.

Trotzdem hat mir New Dreams gut gefallen. Lilly Lucas hat einen sehr angenehmen, unheimlich flüssigen Schreibstil, der einen nur so durch die Seiten fliegen lässt. Auch diesmal hat sie fantastische Ideen rund um die Rocky Mountains und kann mit interessanten Nebenfiguren punkten. Insbesondere Noahs Familie ist klasse.

Ich bin gespannt auf New Horizon und freue mich auf mehr von Annie, die ein großherziger Mensch zu sein scheint.

Bewertung vom 13.07.2020
Schicksalsmagie / Clans of London Bd.2
Grauer, Sandra

Schicksalsmagie / Clans of London Bd.2


gut

"Sicher", antwortete Henri, ohne zu zögern. "Aber das können wir leider nicht einfach so ausprobieren. Um einen Loa anzurufen, braucht man einen guten Grund. Sie sind temperamentvoll und zum Teil nachtragend und mögen es gar nicht, grundlos gestört zu werden. Außerdem bist du noch nicht so weit. "

Lange habe ich auf die Fortsetzung der "Clans of London" gewartet deren erster Band mich total begeistert hat. Meine Erwartungen waren also dementsprechend hoch und konnten leider nicht gehalten werden.

Was mich total irritiert hat, war die Langatmigkeit, das kannte ich aus Hexentochter ja mal gar nicht. Gleich zu Beginn flüchtet Caroline mit Henri und Tianna. Sie verstecken sich vor den Clans und sollen Caro mit ihrer Magie vertraut machen. Doch was sich spannend und interessant anhört, lässt nicht wirklich etwas folgen, außer, dass Besagte sich immer beschwert, sie würden ihr nichts beibringen und sich selber ständig von einem Ort zum Anderen teleportiert. Die Handlung tritt hier elendig lang auf der Stelle.

Etwas überrascht war ich auch über die Charakterentwlcklung von Caroline. Sie ist mir in ihrer Überheblichkeit nicht mehr so wirklich sympathisch und auch das Wiederaufleben der Dreiecksgeschichte hat mich leicht genervt und hätte meiner Meinung nach auch nicht sein müssen. Das Hin- und Her war eigentlich mit Band 1 beendet und machte hier wenig Sinn.

Zum Ende hin nimmt die Geschichte dann noch einmal richtig Fahrt auf und das Finale überzeugt mit Ideen, die dem ersten Teil wieder ebenbürtig sind.

Fazit: "Clans of London" ist eine Dilogie, die mit "Hexentochter" unheimlich stark beginnt, in "Schicksalsmagie" leider ziemlich durchhängt und sich erst zum Finale hin wieder fängt.

Bewertung vom 30.06.2020
Schatten und Licht / Fräulein Gold Bd.1
Stern, Anne

Schatten und Licht / Fräulein Gold Bd.1


ausgezeichnet

** So war das Leben, es verteilte niemals gerecht seine Gunst, sondern warf das Glück wie kleine Kupfermünzen blind in die Menge. **

Berlin, 1922: Hulda Gold ist eigensinnig, eine starke junge Frau mit Silberblick und wenig Glück in der Liebe, ein spätes Mädchen, wie man so schön sagt. Als Hebamme in der Hauptstadt besucht sie sowohl die Wohlhabenden als auch die Frauen im Elendsviertel. Bei einem dieser Besuche im berüchtigten Bülowbogen, erfährt sie von der Toten, die aus dem Landwehrkanal gefischt wurde und trifft kurz darauf auf Kommissar North. Der geht dem Fall nur oberflächlich nach und will ihn als Unfall einstufen. Doch Hulda kommen Zweifel und sie stellt eigene Nachforschungen an.

Dieser Roman hat mich überrascht, mit einer Heldin, die nicht die übliche Sympathieträgerin ist, mit seiner Tiefe und auch mit seiner durchweg düsteren, fast schon bedrückenden Grundstimmung. Das macht ihn manchmal etwas schwerfällig und doch macht gerade das ihn auch aus und unheimlich interessant.

Insbesondere Hulda und ihre Vergangenheit, die sie zu der Person hat werden lassen, die sie heute ist, ihre ungelebte Liebe zum Cafehaus Sohn, die Hingabe zu ihrem Beruf, aber auch ihre düstere, destruktive Seite. Ihr diffiziler Charakter ist wahnsinnig gut ausgearbeitet. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und mit der Vergangenheit zu kämpfen, ob Kurt North oder Rita, die Tote aus dem Landwehrkanal.

Anne Stern fängt die frühen 20iger gekonnt ein. Das Lebensgefühl, die Armut, die Wohnungssituation und Politik der damaligen Zeit - der Krieg, der überall seine Spuren hinterlassen hat, das grau in grau.... Es ist noch wenig zu spüren von den goldenen 20igern und der Aufbruchsstimmung. Und das hat mir unheimlich gut gefallen.

Der Kriminalfall und seine Hintergründe sind interessant, die Auflösung schlüssig und der Weg dorthin spannend. Ich freue mich schon auf den zweiten Fall der Hebamme, die einem erst nach und nach ans Herz wächst. (4,5 *)

Bewertung vom 30.06.2020
Die geheimnisvollen Gärten der Toskana
Beyer, Anja S.

Die geheimnisvollen Gärten der Toskana


weniger gut

** "Ich, ich bekomme die Villa und das alles, das wirst du schon sehen, ich, Antonio Bandini, wie ich alles bekomme, was ich will." **

Was, bitteschön, war das denn?

Ich bin bereits durch "Sterne über Venedig" auf die Autorin aufmerksam geworden und wie es manchmal halt so ist, wieder drüber hinweggekommen. Umso begeisterter war ich jetzt, denn ich liebe Gärten und fand das Thema ihres neuen Romans dadurch noch interessanter.

Eine junge Floristin, Jessy, braucht dringend eine Auszeit und nimmt einen Job als Gärtnerin in der Toskana an. Viel mehr braucht man gar nicht zu sagen, denn hier wird jedes, aber auch jedes Klischee bedient. Und prinzipiell mag ich das sogar, aber nicht, wenn es auf "Groschenromanniveau" stattfindet.

Das fängt leider beim Schreibstil an und hört bei den Charakteren, Ideen und Dialogen auf. Die Geschichte ist unheimlich naiv und ungelenk umgesetzt. Vom Schreibstil her ganz einfach, nicht immer flüssig und ohne das kleinste bisschen Raffinesse. Und auch die Charaktere konnten mich nicht überzeugen - wirklich nicht einer - ja, nicht einmal Nebenfiguren. Ihre Handlungen und Gedankengänge waren irgendwann einfach nur noch frustrierend und so oft wenig nachvollziehbar. Das konnten auch die Gärten nicht mehr rausreißen, von denen ich mir auch sehr viel mehr versprochen hatte. Vom Familiengeheimnis mal ganz zu schweigen.

Es wirkte alles einfach nur arg konstruiert und teilweise recht plump zusammengesetzt, mit Szenen und Dialogen, bei denen sich mir so manches Mal die Fußnägel hochgerollt haben und Charakteren, die dem tatsächlich auch noch gerecht wurden.

Sehr schade! "Die geheimnisvollen Gärten der Toskana" war ein Buch, auf das ich mich unheimlich gefreut habe, umso enttäuschter bin ich. Vielleicht ist es nur ein Ausrutscher und das schlechteste Buch der Autorin, aber ich glaube nicht, dass ich einen weiteren Versuch wagen werde.

Bewertung vom 29.06.2020
Lessons from a One-Night-Stand / Baileys-Serie Bd.1
Rayne, Piper

Lessons from a One-Night-Stand / Baileys-Serie Bd.1


sehr gut

** Ich bin professionell genug, um mir nicht anmerken zu lassen, dass mich die Tatsache, dass ich mit dem Typ am Mikro geschlafen habe, aus dem Konzept bringt. Also setze ich ein Lächeln auf und hoffe, dass man nicht sieht, wie unwohl ich mich fühle. **

"Lessons from a one-night-stand" ist der erste Band der Bailey-Family Reihe. Ich muss sagen, der Titel hat mich nicht wirklich angesprochen - eher im Gegenteil - dafür die Story umso mehr. Zum Glück, denn die kann sich lesen lassen!

Es ist eine schöne Highschool-Romanze, bei der einmal nicht die Schüler sondern ihr Coach und die Rektorin im Mittelpunkt stehen.

Holly Radcliffe nimmt eine Vertretungsstelle in dem kleinen Städtchen Lake Starlight in Alaska an und traut ihren Augen nicht, als ihr mit Coach Bailey plötzlich der One-Night-Stand vom Wochenende gegenübersteht. Was die Sache noch prekärer macht, durch den ominösen Lake Starlight Buzz Wheel Blog sind sie bereits Stadtgespräch.

Man ahnt es schon, die Zutaten sind allesamt nicht neu, können aber trotzdem überzeugen. Das Autorenduo Piper Rayne hat nämlich nicht nur einen sehr unterhaltsamen, flüssigen und emotionalen Schreibstil, sondern auch einen genialen Humor, der sitzt.

Mich hat bei dieser Reihe besonders die Familienkomponente begeistert; der älteste Bruder, der nach dem Tod der Eltern die sieben jüngeren Geschwister versorgt und den Hausmann gibt, während die älteste Schwester das Familienunternehmen übernimmt. Ja, die Familie Bailey incl. Granny ist schon ein quirliger, authentischer Haufen, mit ein paar großartigen, starken Charakteren - und ich freue mich bereits auf die Nächsten. Austin ist dagegen einfach nur unheimlich sympathisch und ein toller Typ. Im direkten Vergleich zu einigen Nebenfiguren bleiben er und Hollie allerdings ein wenig blass. Aber die Chemie zwischen ihnen stimmt und das macht ihre Geschichte aus. .

Erzählt wird abwechselnd aus Austins und Hollies Sicht, was es so kurzweilig macht, dass man das Buch in einem Rutsch verschlingt.

Fazit: Hinter dem Titel verbirgt sich eine schöne Liebesgeschichte mit Familienanschluss, passender Erotik und einem gelungenen Humor. Locker-leicht geschrieben für die perfekte kleine Auszeit. Gerne mehr davon.