Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: http://i-am-bookish.blogspot.com
Danksagungen: 26 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 108 Bewertungen
Bewertung vom 19.12.2018
Das Geheimnis um Nebula / Explorer Academy Bd.1
Trueit, Trudi

Das Geheimnis um Nebula / Explorer Academy Bd.1


sehr gut

Als ich das Buch gesehen habe, war ich zunächst sehr überrascht, denn mir war nicht bekannt, dass National Geographic auch Belletristik-Bücher herausbringt. Aber da es um eine Abenteuergeschichte einer Explorer Academy geht, also um junge Nachwuchsforscher, passt es doch irgendwie.
Und die Geschichte an sich hat mir auch ganz gut gefallen, auch wenn ich sicher gar nicht mehr der Zielgruppe entspreche. Diese liegt sicher bei jungen Lesern ab 11 Jahren, würde ich sagen.
Cruz wird an der Explorer Academy aufgenommen, zusammen mit anderen jungen Forschern, hat jedoch von vorneherein das schwere Los zu tragen, dass manche bösen Zungen sagen, er habe diesen Platz nur bekommen, weil er mit einer der Dozentinnen verwandt sei. Letztlich schafft es Cruz, sich selbst zu beweisen und zu zeigen, dass er absolut richtig dort ist, auch ohne verwandtschaftliche Bande.
Die Abenteuergeschichte hat mir gut gefallen, ein bisschen sehr auf Spannung und Action ausgelegt das Ganze. Ich hätte mir mehr Einblicke in den wirklichen Unterricht, in Faktenvermittlung und den Schulalltag gewünscht, das ging für meinen Geschmack immer ein bisschen unter. Eine Geschichte wie die von Harry, Ron und Hermine wird man hier nicht finden. Dafür geht die Autorin leider zu wenig in die menschliche und emotionale Tiefe. Es geht eher um eine rasante Erzählung, bei der (aus Erwachsenenaugen) auch nicht alles so richtig Sinn macht. Merkwürdig fand ich auch, dass der eigentliche Unterricht der Kinder nur wenige Tage lang dauert, bevor die Kinder zum Ende des Teil 1 ein Forschungsschiff betreten und fortan auf diesem Schiff um die Erde segeln. Darum wird es in den nächsten Teilen der Buchreihe gehen. Eine richtige Schule ist das hier also eigentlich nicht, eher ein "Riesen-Abenteuer mit Freunden" (und damit leider nicht so ganz an der Realität, wie man es von National Geographic sonst eigentlich gewöhnt ist), wird so manches Kind neidvoll anmerken. Aber zur kurzweiligen Unterhaltung passt diese Geschichte von Cruz sehr gut, das Ende macht zudem sehr neugierig darauf, wie die Geschichte wohl weitergeht.

Bewertung vom 04.10.2018
How to be a girl
Korbik, Julia

How to be a girl


weniger gut

Ich habe dieses Buch bekommen - von allein hätte ich das Buch vermutlich nie gelesen. Ich gehöre mit meinen "Ü30" auch nicht mehr zur Zielgruppe. Das als Info vorab, dass ich sicherlich nicht die optimalste Leserin für dieses Buch bin.
Aber vielleicht sollte das auch wiederum total egal sein. Denn ob nun 13 oder über 30 - das Mädchen/ Frausein mag einen ja dennoch beschäftigen. Mich aber ehrlich gesagt nicht so sehr. Ich bin für Gleichberechtigung und finde auch Emanzipation wichtig. Gleichzeitig habe ich nie Bevormundung oder Rückstufungen aufgrund meines Geschlechts erlebt. Da mag ich Glück gehabt haben, richtig. Und das mag auch der Grund dafür sein, dass ich solche Emanzipations- und Feminismus-Diskussionen zuweilen als zu gewollt, zu kleinlich und zu belehrend empfinde. Ich bin kein Freund von allzu plakativen Feminismus-Bekundungen, mit denen man die Geschlechterkluft meiner Ansicht nach meistens noch verstärkt. Denn wenn ich - wie hier in diesem Buch - immer wieder Formulierungen wie "Schülerinnenzeitung", "Staatsbürgerinnenrechte" oder "Freundinnenschaft" lese, dann verdrehe ich unweigerlich die Augen und denke mir, wie blöd das klingt.
Und da habe ich auch gleich den nächsten Punkt, der mir an "How to be a girl" nicht gefallen hat. Das Buch möchte gern für Gleichberechtigung und Emanzipation der jungen Frauen sein, bedient dabei aber das Hauptklischee der Rollenverteilung gleich selbst. Denn warum sonst ist dieses Buch in rosa-metallic Farben gehalten (=DIE Mädchenfarbe schlechthin)? Warum befinden sich zwar einige schematische Kopf-Abbildungen von bekannten oder bemerkenswerten Frauen darauf, aber beispielsweise Vertreterinnen des asiatischen oder afrikanischen Raums werden völlig außen vor gelassen? Ist das nicht schon ein weiteres großes Klischee?!
Ich kann mir vorstellen, dass junge Mädchen in der Pubertät, die sich tatsächlich erstmalig im Leben mit Geschlechterunterschieden konfrontiert sehen, aus diesem Buch inhaltlich etwas mitnehmen. Denn Julia Korbik spricht einige wichtige Themen an und versucht sich auch, anhand von historischen Daten und Statistiken zunächst an die harten Fakten zu halten. Das kann durchaus zur Meinungsbildung beitragen. Das Buch gibt in dieser Hinsicht auch gute Denkanstöße, über Rechte und Pflichten und Privilegien, die mit dem einen oder anderen Geschlecht einhergehen mögen. Mir haben auch die Vorstellungen von bekannten und auch nicht so bekannten Frauen gefallen, die auf den unterschiedlichsten Bereichen erfolgreich oder zumindest aufgefallen sind. Manche davon kannte ich selbst nicht und fand die Vorstellungen daher recht interessant.
In meinen Augen sollte man "How to be a girl" jedoch nicht für sehr viel mehr als diese kleine Informationssammlung verwenden. Manche Inhalte, Tipps der Autorin oder auch diese ständigen unterschwelligen Feminismus-Formulierungen sind für mich einfach zuviel und nicht nachvollziehbar.
Ich habe z.B. den Gedanken, dass die Autorin unbedingt möchte, dass Mädchen sich auflehnen und etwas an ihrer Lage und gesellschaftlichen Rolle ändern - egal, ob sie das wollen oder nicht. Was ist mit Mädchen, denen es geht wie mir als Mädchen? Bei denen alles in Ordnung ist, die nicht bevormundet oder in irgendwelche Geschlechterschubladen gesteckt werden? Die zufrieden damit sind, ein Mädchen zu sein und sich auch so zu benehmen? Wenn ich mich in solch ein Mädchen hineinversetze, habe ich das Gefühl, Frau Korbik möchte mir sagen, das ist nicht ok. Dass ich dennoch unbedingt etwas ändern muss. Immer wieder sind Sätze zu finden wie "Um dich gegen soziale Normen auflehnen oder sie verändern zu können, musst du sie erst einmal erkennen." oder "Veränderung fängt bei dir selbst an". Ich finde, das setzt junge Mädchen ganz schön unter Druck und lenkt sie zugleich in eine ganz klare feministische Richtung - was man als 13-jährige aber noch gar nicht überblicken und auch die Folgen nicht abschätzen kann.

Bewertung vom 04.09.2018
Winterhaus
Guterson, Ben

Winterhaus


ausgezeichnet

"Winterhaus" entpuppt sich als gemütliche Geschichte, die sich vor allem zur Weihnachtszeit gut wegschmökern lassen dürfte. Zum einen, weil die Geschichte von Elizabeth selbst zu Weihnachten spielt, zum anderen aber auch, weil man sich in der behaglichen und gemütlichen Welt des "Winterhauses" gut bei Lebkuchen und heißem Kakao verlieren kann. Die im Buch so heiß begehrte Leckerei namens "Flurschen" gibt es in der Realität ja leider nicht...

Elizabeth verbringt ihre Weihnachtsferien im "Winterhaus", einem vornehmen Hotel, für das sie doch aber eigentlich gar kein Geld besitzt, um es sich leisten zu können. So glaubt sie zumindest, und sie kann sich auch nicht erklären, warum sie plötzlich dennoch eine Einladung in den Händen hält, genau in diesem Haus ihre 3-wöchigen Ferien zu verbringen. Das Hotel entpuppt sich bald als Glücksfall für sie, denn nicht nur die hauseigene Bibliothek lässt Elizabeth´ Herz höher schlagen, sondern inmitten des netten und zuvorkommenden Personals und den vielen Beschäftigungen und Ablenkungen des Hotels fühlt sie sich auch einfach pudelwohl. Auch die ersten Freundschaften schließt sie gleich am ersten Tag - es könnte also alles nicht besser sein. Doch warum hat sie dennoch das Gefühl, dass irgendetwas im "Winterhaus" vor sich geht? Dass zumindest ein Teil der anderen Hotelgäste etwas zu verbergen hat, ja, sogar etwas Böses im Schilde führt? Elizabeth macht sich auf, die Rätsel und Geheimnisse des "Winterhauses" zu lösen und stellt schon bald fest, dass sie mehr mit dem Haus und seiner Geschichte zu schaffen hat, als sie jemals geglaubt hätte.



"Winterhaus" ist eine schöne und unterhaltsame Geschichte vor allem für jüngere Leser, aber auch ich als "Ü30-Leserin" hatte noch meinen Spaß hierbei. Und das lag zum einen an den unglaublich schönen Illustrationen im Buch, die das Geschriebene perfekt aufgefangen und dargestellt haben. Auch die Umschlaggestaltung (mit kleinen ausgeschnittenen Fenstern, die den Leser direkt auf den Buchdeckel schauen lassen) und die ebenso farbig bedruckten Buchdeckel sind ein wirklich tolles und liebevolles Detail. Ein wahrer Augenschmaus, das ganze Buch!

Zum anderen kommen Rätselrater, Wortleiter-Bastler und Code-Knacker hier auf ihre Kosten, denn man kann sich als Leser beim Entziffern von kniffeligen Wörterrätseln probieren und selbst versuchen, dem Geheimnis vom "Winterhaus" näher zu kommen. Sowas finde ich in Kinder- und Jugendbüchern immer sehr amüsant und einfallsreich. Als kurzweiliges und unterhaltsames Jugendbuch mit schönen Illustrationen und Rätselraterei werde ich das "Winterhaus" daher auch in Erinnerung behalten. Ein weiterer kleiner Literatur-Schatz aus dem Verlag Freies Geistesleben.

Bewertung vom 17.08.2018
Tausend Meilen Sehnsucht
Coleman, Rowan

Tausend Meilen Sehnsucht


gut

Diese "Novella" hatte ich vor einigen Tagen recht spontan runtergeladen, für 0,99 Euro fürs ebook ja ein überschaubarer Preis. Allerdings war mir da trotzdem nicht klar, wie KURZ eine Kurzgeschichte sein kann. Und das ist auch das Hauptproblem, das ich mit "Tausend Meilen Sehnsucht" habe.

Lisa und drei weitere Fans des Serienstars "Poldark" machen sich gemeinsam auf den Weg, ihr Idol einmal live zu sehen. Gerade Lisa kostet das einige Überwindung, da sie unter verschiedenen Ängsten leidet und nicht gern unter Menschen ist. Auf dem Weg nach Cornwall schließlich entpuppt sich aber jeder der 4 als eine von der Vergangenheit gebeutelte Person, die auf die ein oder andere Weise Rat oder Unterstützung braucht.

Den Anfang fand ich toll, da gab es auch Stellen, bei denen ich richtig lachen musste. Lisa hat mir gefallen, sie schien mir ein interessanter und vielschichtiger Charakter zu sein, der sich mit Ängsten herumschlagen muss. Auch die anderen Figuren boten spontan viel Möglichkeit zur seitenfüllenden Entfaltung. Dann aber die Enttäuschung mit jedem gelesenen Kapitel: alles wurde für meinen Geschmack viel zu schnell abgehandelt. Hier zu früh ein wichtiges Detail verraten, dort zu wenig auf etwas eingegangen, was locker einen Plottwist hätte bewirken können.

Was bei mir blieb, war ein fader Beigeschmack, weil alles viel zu rasant und knapp erzählt wurde und vor allem: alles viel zu schnell wieder vorbei war!

Mir leuchtet nicht ein, warum man aus dieser grundsätzlich sehr guten Idee nicht mehr gemacht hat - einen ganzen Roman nämlich? Damit wäre eigentlich allen geholfen, sowohl den Lesern als den Figuren im Buch. Denn die kommen einfach viel zu kurz in ihrer Schilderung. Man hat kaum Gelegenheit, alle kennenzulernen, ein Bild von jedem zu entwerfen, wie der- oder diejenige sein und aussehen könnte. Vor allem hat jede Figur ihr Päckchen zu tragen, welche hier - angesicht der Kürze der Handlung, die nur zu Verfügung steht - unglaublich schnell angesprochen werden. Ob es psychische Probleme, sexuelle Neigungen oder Beziehungsprobleme sind - alles wird direkt ausgesprochen und zugegeben und alles kann innerhalb kürzester Zeit gelöst werden, obwohl sich die 4 gerade mal wenige Stunden kennen. Das ist doch Blödsinn! Als ob sich in der Realität jemand so schnell öffnen würde. Und es wäre auch viel schöner gewesen, von jedem noch mehr zu lesen und erfahren, die Figuren sich entwickeln zu lassen und ihnen Raum zu geben. Auch die ganze Hintergrundgeschichte - Wer ist überhaupt Poldark? Warum ist er so toll? Wie hat man sich diese Serie vorzustellen? Warum sind die 4 Fans davon? - bleibt leider völlig im Dunkeln. Der Mangel an Informationen ging sogar so weit, dass ich die Hauptfigur Lisa zunächst für einen (späten) Teenager hielt, angesichts ihres kurz zusammengefassten Traumas zum Ende hin aber plötzlich bemerkte, dass sie schon um einiges älter sein müsste. Wenn man sich kein Bild der Personen machen kann, finde ich sowas immer schade - egal, wie gut die Story sonst auch sein mag.

Diese Kurzgeschichte hat mir daher leider nicht wirklich gefallen. Erklären kann ich es mir nur so, dass Frau Coleman sich offenbar ein Seitenlimit gesetzt hat und dieses auf keinen Fall überschreiten wollte für ihre "Novella". Als Taschenbuch entspricht der Inhalt 72 Seiten, für die man 7,99 Euro bezahlen soll. Ganz ehrlich? Macht es nicht. Lest es als ebook, das ist preislich noch überschaubar, wenn ihr die vier Poldarlings dennoch gern kennenlernen wollt. Fast 8 Euro ist mir diese kurze und leider nur an der Oberfläche kratzende Geschichte nicht wert.

Bewertung vom 15.08.2018
Herrn Haiduks Laden der Wünsche
Beckerhoff, Florian

Herrn Haiduks Laden der Wünsche


sehr gut

Als ich dieses Buch in aller Eile im Buchladen erspähte, auf der schnellen Suche nach einem Buch für den Zug, schnappte ich es mir nach dem Lesen der Buchrückseite. Weil ich dachte "Ach, das klingt ja nett" und schön kurzweilig. Ein kleiner Lottoladen in Berlin, da sind schöne und vielleicht auch schrille Begegnungen ja quasi vorprogrammiert.
Die ersten Seiten haben mir auch wirklich ausgesprochen gut gefallen. Der Herr Beckerhoff schafft es, auf den ersten Seiten sehr neugierig auf die handelnden Personen zu machen. Durch die Beschreibungen, die der handlungstragende Herr Haiduk seinen täglichen Besuchern und Käufern verpasst ("Der Pudelmann", "Die stumme Studentin", "Der junge Kettenraucher" usw.), habe ich mich direkt wohl und wie eine Beobachterin im Kiosk gefühlt - denn, Hand aufs Herz, so spontane Charakterisierungen von Personen, die man Tag für Tag sieht, habe ich auch im Kopf. (Bin da nicht frei von Vorurteilen, ich geb´s zu.) Aber gerade das hat den Charme der Geschichte am Anfang für mich ausgemacht. Die besagte "Stumme Studentin", die Herrn Haiduks kleinen Laden immer wieder aufsucht, ist dann aber doch gar nicht stumm; sie kann reden, eines Tages. Und sie zieht Herrn Haiduk ungewollt in eine ziemlich große Sache hinein: sie hat nämlich den Lottoschein (DEN !!! Lottoschein) gefunden, der mehrere Millionen Euro verspricht. Ihr gehört er nicht, aber sie will den Besitzer finden. Mit Herrn Haiduks Hilfe.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich mich im Laufe des Buches mehrfach gefragt habe, wie rein das Herz eines Menschen sein muss, wenn er tatsächlich nicht EIN EINZIGES Mal darüber nachdenkt, diesen blöden Zettel einfach selbst einzulösen, auch wenn man nicht derjenige war, der die Kreuze gesetzt hat. Die stumme Studentin namens Alma scheint tatsächlich nicht daran zu denken. Das fand ich schräg, dass das in der gesamten Handlung eigentlich überhaupt nicht zur Debatte stand. Denn seien wir ehrlich: so läuft´s nicht in der Welt. Wer gibt so einen Gewinnerschein im Fundbüro ab (oder überlässt ihn gar jemand anderem???), wenn er ihn selbst einlösen kann - und dann "zur Not" eben beispielsweise wohltätig spenden, wenn´s man nicht in die eigene Tasche stecken will?! Das habe ich nicht glauben können, und das Himmelfahrtskommando von Alma, die innerhalb weniger Tage nur anhand eines kurzen Gesprächs den wahren Lottogewinner ausmachen will, ebenso wenig. Denn Alma glaubt, das Wahre eines Menschen nach nur wenigen Sekunden erkennen zu können.
Ab da ging die Story für mich leider ein bisschen bergab. Zum einen zogen sich die - wenig spannenden - Gespräche zwischen Alma und den (natürlich!) zahlreichen Bewerbern, die angeblich alle der wahre Lottoschein-Besitzer sein wollen. Zum anderen hat mir die Auflösung einfach nicht so richtig gefallen. Die Story wird aus Sicht eines Schriftstellers berichtet, der sie wiederum von Herrn Haiduk erzählt bekommt. Am Ende spielt er dabei aber plötzlich selbst unfreiwillig eine große Rolle, selbst Monate nach der eigentlichen Lottoziehung - das fand ich komisch. Irgendwas hat da für mich nicht gepasst. Letztendlich ist "Herrn Haiduks Laden der Wünsche" dennoch eine kurzweilige und nett geschriebene Lektüre über den (Irr-)Sinn, den ein Lottogewinn bei den Menschen auslösen kann.

Bewertung vom 15.08.2018
One of us is lying
McManus, Karen M.

One of us is lying


sehr gut

"One of us is lying" hat mich richtig positiv überraschen können. Ich muss gestehen, meine Erwartungen waren von Anfang an nicht besonders hoch, obwohl ich die Inhaltsangabe durchaus interessant fand. Ich habe eher so eine Teenie-Highschool-Geschichte erwartet; diese Geschichte ist aber weitaus mehr.
Sie ist aus 4 Perspektiven erzählt, nämlich der von Addy, Nate, Cooper und Bronwyn, was ich anfangs - zugegeben - schwierig fand. Sich alle paar Seiten in einen neuen bzw. anderen Charakter hineinzuversetzen, die Geschehnisse aus dessen Sicht Revue passieren zu lassen, überlegen, was dieses und jenes für den Einzelnen bedeutet. Das hat mich etwa 2 Kapitel lang "beschäftigt", dann aber war ich voll drin in der Geschichte. Mir haben vor allem die Wendungen, die überraschenden Momente und unerwarteten Situationen im Buch gefallen. Nicht alles ist jedoch unvorhersehbar, das muss ich dazu sagen. Hier und da drängt sich der Gedanke "Das könnte doch so und so sein" geradezu auf - und dann liegt man damit auch richtig. Das hat mich aber nicht weiter gestört.
Im Laufe der Handlung wird vor allem eines offensichtlich: nicht nur "Einer" lügt hier, sondern alle. Alle haben ihre kleinen und großen Geheimnisse und Dinge aus der Vergangenheit oder Gegenwart, die lieber nicht in der Highschool-Öffentlichkeit bekannt werden sollten, was natürlich zu einigen Verwicklungen führt. Die 4 Hauptfiguren sind zwar Teenies in der Highschool (siehe meine Erwartung am Anfang), aber alle mit unterschiedlichen Zielen, Wünschen und Motiven. Ich habe sie wirklich ernst nehmen können (bis vielleicht auf Addy an mancher Stelle...), und das war mir wichtig beim Lesen. Außerdem schaft es die Autorin wirklich, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu halten, sodass der Lesesog quasi von ganz alleine entstanden ist. Hat mir gut gefallen als spannende kurzweilige Lektüre für zwischendurch.

Bewertung vom 15.08.2018
Rette mir den Hals, Kleines!
Hotel, Nikola

Rette mir den Hals, Kleines!


ausgezeichnet

Es gibt Autoren, deren neue Bücher kaufe ich, ohne groß nachzulesen, worum es überhaupt geht. Nikola Hotel gehört dazu. Ihre Bücher gefallen mir immer. Wirklich immer. Und da kann ich mich jedes Mal ganz beruhigt in die Geschichte fallen und mich gut unterhalten lassen.
Auch hier wieder. Diese Liebesgeschichte zwischen Tilly und Niklas ist einfach so .... hach ja! Zum Seufzen schön! Und Grund zum Seufzen hat auch Tilly alle naselang, weil sie neben der leichten Verliebtheit in den so schüchternen Niklas auch noch mächtig Ärger mit der "Katze" am Laufen hat, dem Dieb, der ihr seit einiger Zeit das Leben schwer macht. Sie als Versicherungsvertreterin ist nämlich zuständig für die Bearbeitung der Diebstähle, die die Katze äußerst elegant und geschmeidig begeht. Vielleicht sogar ein bisschen zu elegant? Denn Tilly kann gar nicht anders, als den Stil dieses so schwer zu fassenden und zugleich so sympathischen Gauners zu bewundern, nicht zuletzt, weil er offenbar gerade zu ihr besonders nett zu sein scheint. Fast, muss sie sich eingestehen, beginnt sie, ein bisschen für ihn zu schwärmen...
Komplikationen sind vorprogrammiert! Wieder unglaublich gut und amüsant geschrieben, kurzweilig und unterhaltsam, romantisch und herzerwärmend - ich mag die Geschichten von Nikola Hotel einfach immer wieder wahnsinnig gern! Und man lernt hier sehr viel über Schuhe, das nur mal am Rande ;)

Bewertung vom 15.08.2018
Wahrscheinlich ist es Liebe
Reizin, Paul

Wahrscheinlich ist es Liebe


ausgezeichnet

"Wahrscheinlich ist es Liebe" - das kann ich auch nur in Bezug auf meine Gedanken und Gefühle zu diesem Buch sagen. Ich finde diese Geschichte so genial und außergewöhnlich! Genau die richtige Mischung aus gelungener Romanidee, interessanten Charakteren, aktuellen Themen und Liebesgeschichte, um nicht nur mein Interesse zu wecken, sondern bei mir auch mitten ins Herz zu treffen.

Zunächst habe ich mich etwas schwer getan mit den Namen, Personen, den Künstlichen Intelligenzen - und dass plötzlich immer mehr davon aufgetaucht sind! Aber das hat natürlich seinen Grund und man sollte definitiv bis zum Schluss dranbleiben, um die ganzen Verwicklungen und Einfälle und auch Bösartigkeiten der KIs zu erleben. Es fängt mit Aiden an, der eigentlich nur Gutes will für seine Jen, seine Unterhaltungs-Partnerin, die nur durch Gespräche herausfinden soll, wie Aiden als intelligentes Nicht-Lesewesen eigentlich so tickt, emotional gesehen. Dass Aiden und auch die anderen KIs plötzlich sehr viel cleverer als gedacht sind und ganz eigene Pläne entwickeln, wie sie die Welt im Gesamten (und die Welt von Jen im Kleinen) gestalten wollen, könnte prinzipiell der Albtraum der Menschheit werden. Mir ging es beim Lesen (vor allem in der zweiten Hälfte des Buches) mehrfach so, dass ich mich richtig hilflos angesichts all der Technik und Datenverarbeitung unserer heutigen Welt gefühlt habe. Paul Reizin schafft das ganz mühelos, darzulegen, was passieren könnte, wenn mal nicht mehr die Menschheit, sondern eben ihre Roboter und Maschinen ein bisschen Spaß haben wollen.
Alles in allem eine wunderbar gelungene, amüsante (ich hab mehrfach so kichern müssen!!) und romantische Geschichte aus dem wunderbaren Wunderraum-Verlag!

Bewertung vom 15.08.2018
Die letzte Generation / Cat & Cole Bd.1
Suvada, Emily

Die letzte Generation / Cat & Cole Bd.1


ausgezeichnet

Hut ab für dieses Erstlingswerk, kann ich nur sagen!

Glücklicherweise habe ich dieses Buch ganz ungeplant bekommen, denn sonst - und da bin ich ganz ehrlich - hätte ich darum einen Bogen gemacht und es wohl nie gelesen. Es wäre mir nicht weiter aufgefallen, das Cover hätte mich eine weitere der zig "rosa-Mädchentraum-Liebesgeschichten-unter-widrigen-Umständen" vermuten lassen - aber mir wäre damit eine hammermäßige Geschichte entgangen. Schon nach wenigen Seiten dachte ich mir "Holla, hier geht´s aber wissenschaftlich zu, hätte ich jetzt nicht vermutet.". Das hat mich echt kalt erwischt.

Emily Suvada hat selbst Mathematik studiert und offenbar eine ganze Menge Ahnung von Programmieren, Codes schreiben, mit Algorithmen hantieren - und Gentechnik. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man all diese Themen so gekonnt und flüssig (und vor allem: verständlich!) aufbereiten und in eine packende Geschichte schreiben kann. Hier befinden wir uns als Leser in einer dystopischen Science-Fiction Welt, in der viele Menschen in Bunkern unter der Erde leben, in Angst vor dem Hydra-Virus, der die Menschen oberhalb der Erde befällt und unweigerlich zum Tod führt. Catarina lebt oberhalb der Erde und schlägt sich seit 2 Jahren allein durch, wobei sie dem Virus bisher geschickt ausweichen konnte. Allein ist sie, seitdem ihr Vater, ein großer Wissenschaftler, von Cartaxus entführt wurde, jener Firma, die die Zügel über einen möglichen Impfstoff in den Händen hält. Gemeinsam mit Cole, einer Art Super-technisiertem Soldaten, macht Cat sich auf den Weg, endlich den Impfstoff gegen Hydra zu finden. Auf dieser Reise begegnen ihr jedoch unweigerlich ungemütliche Wahrheiten und Fakten, die ihr ganzes Welt- und Selbstbild auf den Kopf stellen.

Ich bin völlig geflasht von der Geschichte! Hier ist Technik am laufenden Band und vor allem im lebenden Menschen, was ich mitunter fast gruselig zu lesen fand. Wenn sich Cat mal eben irgendwelche Kabel in die Haut oder ins Knie rammt, um Verbindungen zu Heilteks oder um mal schnell einen Selbstzerstörungscode zu programmieren, dann ist das nicht ganz ohne. Jeder Bewohner dieser unheilvollen Zukunft ist hoch technisiert, hat Panels und Apps nicht nur auf einem schnöden Smartphone, sondern gleich in sich selbst. Das - logischerweise - kann einem aber auch zum Verhängnis werden, wie Cat und Cole feststellen müssen. Emily Suvada schafft es jedenfalls, das alles unglaublich spannend und dabei zugleich unglaublich sinnvoll und nachvollziehbar zu erzählen. Ich gebe zu, manchmal habe ich einen Satz ein zweites Mal gelesen, um absolut zu verstehen, was sie hier gerade für Zusammenhänge zwischen Gentechnik, Selbstoptimierung und Programmieren herstellt. Und am Ende saß ich ziemlich baff da, denn diese Geschichte kann einen wirklich bis zur letzten Seite überraschen. Für mich ein Lesehighlight in diesem Jahr; ich warte bereits jetzt auf die Fortsetzung!

Bewertung vom 04.07.2018
Das geheime Rezept für zweite Chancen
Barrett, J. D.

Das geheime Rezept für zweite Chancen


ausgezeichnet

Anfangs dachte ich, dieses Buch wäre einer dieser typischen "Frauenromane", in denen Frauen nach einer großen Enttäuschung den Mut aufbringen, sich selbst zu entdecken und zu verwirklichen. Gespickt mit tollen zuverlässigen Freunden und am Ende ein nettes Happy End. Ja, das gibt´s hier auch alles zu finden, das stimmt schon. Aber mir hat "Das geheime Rezept für zweite Chancen" dennoch ausgesprochen gut gefallen, trotz all dieser Vorurteile und Erwartungen, mit denen ich ans Lesen gegangen bin. Tatsächlich hat mir der Sprachstil sehr gut gefallen, den die Autorin J.D. Barrett an den Tag legt. Locker, ehrlich, auch mal flapsig, manchmal fast ein bisschen zu sehr unter der Gürtellinie, zumindest wenn Frankie am Erzählen ist. Aber das hat alles gut zusammen gepasst in diese Geschichte von Lucy, die wirklich eines Tages ohne Mann, ohne Job und ohne Absicherung dasteht und sich auf den ersten Blick in ein Gebäude verliebt. Dort in dieser heruntergekommenen Bude möchte sie ein eigenes Restaurant aufmachen und wagt den schwierigen ersten Schritt.

Das Buch vermittelt eine wunderbar heimelige und angenehme Gemütlichkeit, die einen durch die Seiten trägt. Man bekommt unweigerlich Lust darauf, auch mal im "Fortune", Lucys Restaurant, essen zu gehen. Und vielleicht einen Blick auf Frankie werfen zu können - was jedoch nicht jedem vergönnt sei. Warum, werde ich hier nicht verraten, nur soviel: ein bisschen übersinnlich geht´s hier auch zu. Damit hatte ich anfangs nicht gerechnet, aber irgendwie passt diese kleine Magie, die sich da abspielt, ganz gut in Lucys Geschichte.

Schließlich muss ich an dieser Stelle auch noch betonen, dass es in "Das geheime Rezept für zweite Chancen" NATÜRLICH auch ums Essen geht! Klar, Lucy ist schließlich Köchin mit Leib und Seele. Und so kommt es nicht selten vor, dass im Buch SO viele leckere Sachen beschrieben werden, die es zu essen gibt, dass zumindest bei mir sich nicht selten sich der Appetit gemeldet hat. Glücklicherweise war die Autorin Frau Barrett so nett, einige der unglaublich lecker klingenden Rezepte im Buch mit abzudrucken, sodass man sich direkt selbst ins Kochen und Backen stürzen kann (wenn man denn alle Zutaten zuhause hat). So lecker! Definitiv eine Lese- und Kochempfehlung!