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Benutzername: Habbo
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Bewertungen

Insgesamt 44 Bewertungen
Bewertung vom 25.05.2020
Spur der Toten (eBook, ePUB)
Viets, Elaine

Spur der Toten (eBook, ePUB)


gut

Man fremdelt ein wenig mit der Protagonistin Angela, die als Todesermittlerin anscheinend einen guten Job macht, aber sich irgendwie auch für besser, als alle anderen hält. Den Detective, mit dem sie häufig zusammenarbeiten muss, hält sie für oberflächlich und faul, den Arzt, den sie zunächst aufsucht, um ihre Kopfschmerzen , Schwindelgefühle und Verwirrtheit untersuchen zu lassen, für unfähig, fahrlässig und gefährlich, weil er die Schlaganfälle nicht bemerkt. Der Arzt, der sie schließlich rettet, hält sich selbst auch für unübertroffen und alle anderen für Trottel - und so benimmt er sich auch. Dann wird der fehldiagnostizierende Arzt ermordet und alle halten Dr. Tritt, der diesen Arzt gehasst hat, für den Mörder. Nur seine Patientin nicht. Sie beginnt also mit "Ermittlungen", soweit sie das, so krank sie ist, überhaupt kann. Soweit die Geschichte, die aber in manchen Phasen ein wenig unglaubwürdig wirkt. Dass sie sechs Schlaganfälle überlebt und dann noch in überaus kurzer Zeit auf dem Weg der Genesung ist ... die Autorin hat ja aus eigener Erfahrung geschrieben, es bleibt dennoch fragwürdig. Die Auslösung, wer denn nun der Mörder ist, führt über Umwege und Fehleinschätzungen sowie peinlichen Fehlschüssen, dann doch zur Lösung. Aber dass einfach durch den Willen "Ich will ein Geständnis" dann auch eines zustande kommt bleibt ebenfalls fraglich.
Die Geschichte dreht sich in erster Linie um die Krankengeschichte, die berufliche Seite als Todesermittlerin kommt - logisch, krankheitsbedingt - nur am Rande vor. Die Vermischung von Mord und Totschlag mit der Schlaganfallsituation und deren Folgen wirkt ein wenig zu konstruiert.
Das Buch liest sich gut und flüssig, aber die Spannung will nicht recht aufkommen

Bewertung vom 18.05.2020
Weil niemand sie sah (eBook, ePUB)
Jewell, Lisa

Weil niemand sie sah (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein äußerst perfides Geschehen. Eine Schülerin verschwindet plötzlich. Niemand hat sie gesehen. Niemand weiß etwas. Ellie taucht nie mehr auf. Die Polizei schließt die Akte. Ein Jahrzehnt vergeht. Die Familie ist inzwischen zerbrochen. Plötzlich tauchen zunächst die Sachen, dann verstreute Knochen der verschwundenen Ellie auf. Man beerdigt sie und kann somit quasi abschließen. Ein neues Kapitel im Leben aufschlagen. Und zunächst sieht es so aus, als würde dies auch geschehen. Aber dann ist doch alles ganz anders und die diversen Sichtweisen der Protagonisten und Retrospektiven beleuchten eine äußerst perfide Geschichte, die sprachlos macht und entsetzt. Gerade die verschiedenen Sichtweisen, die Vor- und Rückschauen machen diese Geschichte von vorne bis hinten äußerst spannend und sehr lesenswert. Man kann auch gar nicht aufhören, zu lesen. Ein wirklich gelungener Plot.

Bewertung vom 18.05.2020
Funkstille - Nero Freibauer Band 1 - Thriller
Cammeratt, Stefan

Funkstille - Nero Freibauer Band 1 - Thriller


gut

Zwei Menschen treffen aufeinander, es macht "Klick", man will sich näher kennenlernen. Der eine, Nero, verurteilter Hacker und Geldunterschlagender, die andere, Mia, zunächst "unbescholtene" Immobilienmaklerin, jedoch ebenfalls mit krimineller Energie ausgestattet, treffen sich, mögen sich, wollen sich wieder treffen. Jedoch dann nichts. Kein Lebenszeichen von Mia, dafür ein wildes Verfolgungs- und Versteckspiel auf Neros Suche nach Mia. Mitspielende: Polizei, BND, gesuchte Terrorverdächtige, ein Vergeltungskommando, Schlepper ... Einige Szenen sind eher unglaub- oder fragwürdig, andere drastisch. Die offiziellen Einsatzkräfte geben kein gutes Bild ab. Nero gerät ein wenig zu sehr ins Supermännische. Aber die Geschichte ist flott geschrieben, hat auch genügend Drive, lässt ein zügiges Lesetempo zu und lässt auch hier und da Humor durchblicken. Auch wenn Manches "überzeichnet" ist, bereitete das Buch doch Lesevergnügen.

Bewertung vom 17.05.2020
Portugiesische Wahrheit / Lissabon-Krimi Bd.5 (eBook, ePUB)
Sellano, Luis

Portugiesische Wahrheit / Lissabon-Krimi Bd.5 (eBook, ePUB)


gut

Diese absolute Besessenheit, einen Jahrzehnte zurückliegenden Fall - ein Verbrechen, das als solches gar nicht in den Akten steht - stellvertretend lösen zu wollen, befremdet. Möglicherweise gibt es einen Vorgängerband, in dem die Hintergründe und Beziehungen erklärt werden - auch die merkwürdig "zerrüttete" zu Helena. Man findet leider keinen Zugang zur Geschichte, den Personen und ihren Beweggründen. Z.B. ein völlig marodes Haus mit Antiquariat zu übernehmen, das man sich überhaupt nicht leisten kann. Da sind zwar Wohnungen vorhanden, von den Mietern zahlt aber kaum jemand mal Miete. Der Erblasser, jahrzehntelang auf der Suche nach dem vermeintlichen Mörder seines Liebhabers, scheitert an dieser Aufgabe und wird auch ermordet. Jetzt will der Neffe da weitermachen, wo der Onkel scheiterte und gleich noch den Fall des Skeletts im Swimmingpool lösen, der ebenfalls Jahrzehnte zurückliegt. Und das mit einer Verbissenheit, die schon an Wahn grenzt. Er hat die Dämonen seines
Onkels zu seinen gemacht, aber was will das dem Leser sagen? Das Ende überaus unbefriedigend. Man will dem Buch und dem Autoren nicht unrecht tun. Der Schreibstil ist gefällig, die Geschichte auch zügig vorangetrieben, aber ohne detaillierte Hintergründe findet man den Zugang nicht wirklich.

Bewertung vom 11.05.2020
Dino
Brückner, Martin

Dino


gut

Der Klappentext vermittelt den Eindruck eines Wirtschaftskrimis mit sehr viel krimineller Energie vonseiten der Akteure, einer Art "Mata Hari" mittendrin und einem ehemaligen Starjournalisten, der aufgrund seiner Recherchen in Vietnam in der Falle sitzt. Und auch die Leseprobe ist geeignet, diesen Eindruck zu unterstreichen. Eigentlich ist dem auch so. Eigentlich.
Denn es tun sich eine Reihe von Ungereimtheiten auf. Wieso z.B. heißt Grace vom Klappentext im Buch dann Gloria? Wieso findet der Vietnam-Trip erst ganz am Schluss des Buches statt - ab S. 349 von insgesamt 406? Wieso spielt der Lamborghini Miura aus der ersten Szene (fast) keine Rolle mehr im weiteren Verlauf der Geschichte? Und wo bleibt die Figur des Magnus, ebenfalls aus der ersten Szene? Eigentlich plätschert die Geschichte des - man muss schon sagen abgehalfterten - Journalisten auf der Suche nach einer Top-Story so für sich hin. Der Autor lebt seine Passion für Oldtimer regelrecht aus, baut aber weitere Ungereimtheiten in seine Story ein: Wie kommt der Industrielle Archer an den geklauten Ferrari Dino, um dann darin zu verunfallen? Wieso taucht bei der Pressekonferenz der VFW die Financial Times auf, die es in Deutschland schon seit Jahren nicht mehr gibt? Dies nur ein paar nicht passende Details, die leider auch noch von grammatikalischen, Zeichensetzungs- und Trennungsfehlern oder zumindest Unschönheiten begleitet werden: Sch reiben, Elekt roauto, Sho phouses (nur ein paar Beispiele).
Die Schreibe ist gut, viele witzige Vergleiche und ab uns zu blitz Humor hervor. Deshalb liest sich das Buch gut und zügig weg. Aber die Geschichte ist halt nicht so stimmig und Klappentext wie Leseprobe locken den Leser auf eine falsche Fährte. Welchen Rat soll man also potentiellen Lesern geben? Wie viele Sterne dem Buch, das sich gut liest, aber eben nicht stimmig ist?

Bewertung vom 08.05.2020
Der letzte Sturm (eBook, ePUB)
Hasenkopf, Marco

Der letzte Sturm (eBook, ePUB)


sehr gut

Rosa ist traumatisiert, nachdem vor Jahren ein Einsatz komplett aus dem Ruder und schief lief und eine Kollegin den Tod fand. Der Mörder wurde nie gefunden und seitdem ist aus der taffen Ermittlerin Rosa eine reuezerfurchte Schreibtischtäterin geworden, daher wird sie auf ein Antistressseminar an Bord eines ehemaligen Frachters geschickt. Nur, dass dort der wahre Albtraum erst beginnt und mit ihm ein Katz und Maus-Spiel sondergleichen, in dem Rosa sogar glaubt, selbst die Psychopathin zu sein, die all das, was geschieht, selbst tut.
Ein spannungsgeladener Thriller, der stets wendungsreich bleibt und den Leser von einer Irre in die nächste schickt.
Störend, dass zu Beginn immer von Treppen die Rede ist, wo es sich an Bord stets um Niedergänge handelt. Das wird zwar innerhalb des Buches aufgeklärt, und dann heißt es auch zwischendrin und am Ende Niedergang, die Treppen schleichen sich aber immer wieder ein. Und dann werden die Kammern, also die Behausungen der Seminarteilnehmer, als eher spartanisch, wenig luxuriös und nicht besonders anspruchsvoll beschrieben. Später allerdings heißt es im Zusammenhang mit den Unterkünften der Besatzungsmitglieder, diese seien bei weitem nicht so anspruchsvoll und von der Qualität der Kammern. Was denn nun?
Die Streitereien zwischen den Seminateilnehmern sind ein enig zu ausufernd, wie dem Buch insgesamt ein wenig mehr Straffheit und Kürze gut getan hätten.
Dennoch ein spannungs- und wendungsreiches Buch, das man gerne zügig durchliest.

Bewertung vom 05.05.2020
Stille Schuld (eBook, ePUB)
Friewald, Gerlinde

Stille Schuld (eBook, ePUB)


sehr gut

Unfassbar, was Menschen Menschen antun können, Erwachsenen wie Kindern, wie in diesem Nick Stein-Thriller beschrieben. Nick, eigentlich in Urlaub und offenbar von der Freundin frisch getrennt, wird zu einem wirklich abscheulichen Fall zurückbeordert: der grausamen Folter und Tötung von sechs Menschen. Man steht längere Zeit vor einem Rätsel, findet dann aber zügig einen Bezug zur Vergangenheit, einem Kinderheim und unfassbaren Vorgängen dort und im Zusammenhang mit den Kindern, die dort untergebracht wurden. Man findet auch Ursache und Wirkung heraus, jedoch ... das will hier aber nicht verraten sein.
Ein zügig vorangetriebener Thriller, der den Leser stets gepackt hält. Man liest quasi wie ein Getriebener weiter und weiter, bis zum - für manche sicher - unbefriedigenden Schluss. Das will dennoch nichts Negatives meinen, das Buch hält den Leser wirklich bis zum Schluss gefangen.

Bewertung vom 02.05.2020
Elbfinsternis
Spieldenner, Klaus E.

Elbfinsternis


sehr gut

Man fühlt beim Lesen, wie die Zeit verrinnt, besonders wenn die Ermittler sich in immer neue - leider alles falsche - Theorien verrennen. Aufgrund der gestellten Forderung des Entführers des 12-jährigen Kindes - eine Manipulation des Relegationsspiels Stuttgart-HSV zugunsten der Stuttgarter - vermutet man den Täter schnell im Umfeld der Wettmafia und unterlässt es, sträflich, wie man meinen sollte, das Umfeld und die Vergangenheit der nächsten Verwandten ausführlicher zu durchleuchten. Man wäre dann womöglich früher auf die Ursache oder besser den Auslöser gestoßen.
Bei zwei Punkten wird der Leser stutzig: Dass eine Privatperson einfach so eine Hamburger Kommissarin in schon fast erpresserischer Weise veranlassen kann, einen Fall zu okkupieren, der in Händen und der Zuständigkeit der schleswig-holsteinischen Polizei, konkret des Kieler LKA liegt, und dass die sich das so einfach gefallen lassen. Dass der Täter nicht einfach verschwindet bzw. einfach wieder vor Ort ist. Und dann laufen bei dem Spiel HSV-Augsburg plötzlich die Stuttgarter durch den Spielertunnel?
Ansonsten ist dies ein gut aufbereiteter Plot, eine spannungsreiche und agile Geschichte, die auch den Leser antreibt, weiterzulesen, dem Schluss entgegenzufiebern. Wie gesagt, man fühlt die Zeit verrinnen, auch gut dargestellt durch die Sanduhr vor jedem Kapitel (man hätte vielleicht auch noch durch unterschiedliche, abnehmende "Sandstandhöhen" das Verrinnen illustrieren können).
Fazit: Eine spannungsreiche und gleichzeitig kurzweilige Geschichte, die man auf jeden Fall empfehlen kann, auch wenn die Tat an sich äußerst brutal und traumatisch für das Kind ist.

Bewertung vom 01.05.2020
Dying in Style (eBook, ePUB)
Viets, Elaine

Dying in Style (eBook, ePUB)


sehr gut

Dass die Story der alleinermittelnden Josie, die nach wild ausgestoßenen Drohungen und vermasseltem Lügendetektortest selbst als Verdächtige dasteht, nicht ganz schlüssig ist und manche Szene und so mancher Schluss sich nicht recht erschließen will, tut letztlich dem Krimi keinen Abbruch. Er lässt sich locker-leicht lesen, die Charaktere kommen unterschiedlich gut beim Leser an (so soll es auch sein), es bleibt auch spannend und kurzweilig. Die Geschichte könnte hier so nicht spielen, es sind zu viele Eigenarten und -heiten enthalten, die ausschließlich so in den Staaten vorkommen, falls nicht ohnehin gänzlich erfunden. Insgesamt aber ein kurzweiliges Lesevergnügen, da kann man über Ungereimtheiten hinwegsehen.

Bewertung vom 28.04.2020
Nackabatsch mit Todesfolge (eBook, ePUB)
Vögl, Ulrike

Nackabatsch mit Todesfolge (eBook, ePUB)


sehr gut

Vor dem Hintergrund der sprachlichen und emotionalen Kämpfe, die die Hamburger Kommissarin in Augsburg mit den dortigen Kollegen und Mitmenschen auszufechten hat, treten die Tötungsdelikte fast in den Hintergrund. Eher tragisch die Geschichte, die sich hinter den beiden getöteten Individuen verbirgt. Eher saukomisch die Hürden, denen sich die zug’reiste Saupreissin im Augsburgischen gegenübersieht. Als Leser ist es nicht ganz nachvollziehbar, dass Helena so gar nichts versteht, aber wer schon mal dort war und das Gesprochene gehört hat, weiß, dass man eh nur Bahnhof versteht. Fazit: Eine eher tragische Geschichte, verpackt in viel Witz und Humor.