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Benutzername: CanYouSeeMe
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Bewertungen

Insgesamt 112 Bewertungen
Bewertung vom 22.07.2021
Auszeit
Lühmann, Hannah

Auszeit


gut

Anhand des Klappentextes habe ich mich, selbst beinahe zur "Generation um die Dreißig" zugehörig, dem Inhalt des Buches seltsam nah gefühlt. Nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich zu Henriette, der Protagonistin, distanzierter denn je. Mit seinen 176 Seiten ist das Buch eher schmal und lässt sich gut innerhalb weniger Stunden auslesen. Der Schreibstil liest sich angenehm. Die Sprache ist klar und auf den Punkt, ausschweifende Umschreibungen findet man hier nicht.

Ich habe eine weniger egozentrische Protagonistin erwartet und mehr gesamtgesellschaftliche Bezüge. Stattdessen werde ich als Leserin in den Gedankenstrudel von Henriette geworfen, der sich ausschließlich um sie selbst dreht. Sie schafft es nicht, ihre Gedanken von sich selbst zu lösen und scheint somit sehr unreflektiert und ziellos. Diese Auszeit ist auch seltsam rastlos - was sicher als eine Analogie zu eben jener Generation gewertet werden kann. Die vielen angerissenen Themen, die allesamt oberflächlich bleiben, haben mich jedoch eher irritiert als zufrieden zurückgelassen, auch die eigentliche Hauptthematik des verlorenen Kindes wird nur angerissen. Henriette wird deutlich von einer inneren Unruhe und Rastlosigkeit getrieben, welche sich auch in der Handlung des Buches zeigt. Sie ist keine Protagonistin, mit der ich mich identifizieren konnte. Auch Freundin Paula ist zu einem extremen Gegenpol dazu charakterisiert, so dass auch sie unwirklich scheint.
Die Handlung tröpfelt dann vor sich hin, nimmt zum Ende hin Fahrt auf und endet überraschend. Ich habe das Buch schon vor einigen Tagen beendet und mehr als eine difusse Verwirrung ist nicht zurückgeblieben. Schade, denn die Thematik bietet viel Raum für Tiefgang.

Bewertung vom 19.07.2021
Raumfahrer
Rietzschel, Lukas

Raumfahrer


gut

Nachdem ich bereits "Mit der Faust in die Welt schlagen" von Autor Lukas Rietzschel gelesen habe und mir dieses Buch vor allem wegen der gestochen scharfen und pointierten Sprache in Erinnerung geblieben ist, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. "Raumfahrer" handelt von einer Generation, die unumgänglich von der DDR geprägt wurde.
Die Sprache, ist wie erwartet sehr stark, trotz der Knappheit kann sie sich einer gewissen Melancholie nicht entziehen. Das hat mir gut gefallen und macht einen ganz besonderen Reiz aus.
Inhaltlich habe ich von diesem Buch jedoch mehr erwartet. Die Handlung springt immer wieder zwischen verschiedenen Protagonisten und Zeitpunkten, eine klare Struktur war nicht erkennbar. Wechsel wurden auch nicht durch kurze Hinweise zu Kapitelbeginn kenntlich gemacht. Ich habe stets etwa eine Seite gebraucht um mich neu zu orintieren und den Inhalt einer Person und Zeitschiene zuzuordnen. Dieser Umstand hat mir das Lesen massiv erschwert, so dass ich zwischenzeitlich keine Lust zum Weiterlesen hatte.
Die Story ist insgesamt spannend und für mich, als ähnliche Generation wie Protagonist Jan auch bedeutend aktuell. Emotional packen konnte mich die Handlung jedoch nicht - wahrscheinlich liegt das an den vielen Sprüngen und meiner damit einhergehenden Grundverwirrung.

Bewertung vom 02.06.2021
Partem. Wie die Liebe so kalt
Neeb, Stefanie

Partem. Wie die Liebe so kalt


gut

"Partem. Wie die Liebe so kalt" ist der Auftakt einer Fantasy-Dilogie der Autorin Stefanie Neeb, das Buch ist zugleich ihr Jugenbuch-Debüt.
Der Klappentext verspricht eine mitreißende Geschichte mit interessanten Charakteren. Ich hatte anhand des Klappentextes und der Leseprobe hohe Erwartungen an das Buch - welche leider nicht erfüllt wurden.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und passt sehr gut zum Genre, er hat sich gut lesen lassen. Die Geschichte wird aus vier unterschiedlichen Charakter-Perspektiven (Xenia, Jael, Felix und Chrystal) erzählt, dies ist jeweils zu Kapitelbeginn vermerkt - diese Hinweise waren für mich auch elementar wichtig, denn sprachlich oder vom Ausdruck haben sich die vier Charaktere nicht unterschieden, da hätte ich mir ein wenig mehr Individualität gewünscht. Durch die vielen unterschiedlichen Perspektiven gibt sich für mich als Leserin die Möglichkeit einige Szenen durch verschiedene Blickwinkel zu betrachten, was mir sehr gut gefallen hat und enorm dabei hilft die komplexe Organisation des Partem und seinen Machenschaften zu verstehen - wirklich verstanden habe ich es dennoch nicht.
Mein großer Kritikpunkt an dem Buch ist die fehlende Aufklärung rund um die Welt, in der wir uns in diesem Buch befinden. Schnell wird klar, dass sie sich nicht so sehr von der Realität unterscheidet - wären da nicht Menschen, die anderen die Liebe nehmen können oder Menschen, die andere Menschen durch Berührung "hören" können und einiges mehr... Von Anfang an hatte ich viele Fragen zu diesen Fähigkeiten und auch zum Partem allgemein - Was ist die Mission? Wo kommt er her? Zu welchem Zweck wurden die WGs gegründet? etc. ... Keine meiner Fragen wurde geklärt.
Nach 480 Seiten so gut wie nichts über die Welt zu wissen, in der das Buch spielt, ist eine besondere Leistung - leider keine besonders gute.
Mit den Charakteren verhält es sich leider ähnlich, denn sie haben allesamt viel Potential, werden nur leider oberflächlich beschrieben, so dass gerade bei Chrystal und Jael (also diejenigen, die in direkter Verbindung zum Partem stehen) vieles offen bleibt. Es gibt haufenweise Andeutungen über die Vergangenheit oder die aktuellen Beweggründe, jedoch keinerlei Vertiefung dessen. Das kann ich im Rahmen des Spannungsaufbaus nachvollziehen, macht es mir jedoch enorm schwer eine Verbindung zu den Charakteren herzustellen.
Die Intention ist wahrscheinlich den Partem und alles damit zusammenhängende als sehr undurchsichtig und ominös erscheinen zu lassen. Leider ging das auf Kosten des Spannungsaufbaues und der Plot-Entwicklung.
Ich hatte mir wirklich eine aussagekräftigere Geschichte erhofft. Ich werde den folgenden Teil dennoch lesen in der Hoffnung, dass er mehr Licht ins Dunkel bringt. Denn trotz der Schwächen will ich dennoch wissen, wie es weiter geht und habe die große Hoffnung, dass meine offenen Fragen beantwortet werden.

Bewertung vom 20.05.2021
Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern
O'Connor, Nuala

Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern


schlecht

Ich hatte große Hoffnungen in dieses Buch und war sehr gespannt mehr über die Beziehung zwischen Nora und James Joyce zu erfahren. Leider konnte das Buch meine Erwartungen (eine mitreißende, authentische und emotionale Geschichte über zwei interessante Menschen) nicht ansatzweise erfüllen und hat mich von Seite zu Seite mehr enttäuscht.
Nach etwa 100 Seiten habe ich das Buch schweren Herzens abgebrochen - es war eine Qual für mich das Buch in die Hand zu nehmen und weiter zu lesen. Das hatte mehrere Gründe.
Zum Einen sind mir sowohl Nora und Jim als Protagonisten äußerst unsympathisch - was soweit okay wäre, denn nicht immer muss ich mit den Charakteren eines Buches sympathisieren. Dennoch habe ich keinerlei Bindung zu den beiden aufbauen können, sie schienen mir immer fremd und so war mir auch ihr Schicksal herzlich egal. Auch wenn die Geschichte aus Noras Perspektive geschildert wurde, hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl sie wirklich kennen zu lernen. Das ist schade und hilft mir nicht Freude am Buch zu finden.
Mit knapp 100 Seiten habe ich etwa ein Viertel des Buches geschafft, wonach anzunehmen ist, dass inhaltlich noch etwas passieren wird. Denn bisher fand ich die Handlung öde und nicht mitreißend.

Ich werde dem Buch sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals eine Chance geben mich zu überzeugen. Zum jetzigen Zeitpunkt werden "Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern" jedoch defintiv nicht zueinander finden.

Bewertung vom 20.04.2021
Fühlen lernen
Welding, Carlotta

Fühlen lernen


sehr gut

Dieses Buch hat mich durch den spannendenn Titelzusatz "Warum wir so oft unsere Emotionen nicht verstehen und wie wir das ändern können" neugierig gemacht. Damit wird schon recht viel versprochen, ich habe dennoch keine 1:1-Anleitung für Selbsthilfe erwartet, sondern ein informatives Sachbuch.
Diese Erwartung konnte das Buch von Frau Dr. Carlotta Welding auch erfüllen. In einem angenehmen und alltagsnahen Schreibstil werden mir als Leserin die Grundsätze der Emotionswahnehmung, -verarbeitung und -regulation näher gebracht. Ein für das Leben unabdingbarer Bestandteil und in seiner Gesamtheit zu komplex um es auf knapp 300 Seiten vollständig und detailliert auszuführen - für mehr Hintergrund- und weiteführendes Wissen findet sich am Ende des Buches eine Leseempfehlung.
Weiterhin sind grundsätzliche Aussagen des Buches wissenschaftlich fundiert und mit entsprechenden Quellen versehen - das hat mir gut gefallen.
In dem Buch geht es nicht nur um Emotionserkennung allgemein, es wird ein Schwerpunkt auf 'Gefühlsblindheit' gelegt, die etwa 10% der Bevölkerung betrifft. Ich kanne diesen Begriff noch nicht und fand es sehr spannend darüber zu lesen.
Dieses Buch weißt auch klar Grenzen auf, verweist bei Vorliegen oder Verdacht auf psychische Erkrankungen klar auf die Inanspruchnahme von professionellen Hilfen. Dieses Buch und die Anregungen können und sollen keine Therapie ersetzen - dennoch können hiermit Anreize geschaffen werden sich offener und bewusster mit seinen Emotionen auseinanderzusetzen.

Bewertung vom 11.04.2021
Die Bildhauerin / Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe Bd.5
Rosenberger, Pia

Die Bildhauerin / Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe Bd.5


sehr gut

Camille Claudel war mir bis zu diesem Buch kein bekannter Name - Auguste Rodin hingegen kannte ich sehr gut. Daher war ich sehr gespannt auf die Verwicklungen der beiden und Camilles Leben. Die atb-Reihe um Künstlerinnen gefällt mir gut und dieses Buch reiht sich gut darin ein.
Die Autorin hat es geschafft das Leben von Camille nahbar und bildhaft zu beschreiben, so dass ich ab der ersten Seite in dem Buch gefangen war und es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen habe. Der Schreibstil ist überaus angenehm und mitreißend.
Camille ist eine spannende und eigenwillige Protagonistin, die mit ihrer aufbrausenden Art sehr authentisch wirkt. Nebencharaktere werden ebenso detailliert beschrieben, so konnte ich mir von allen Personen ein ausreichendes Bild machen.
Die Handlung ist (soweit ich es recherchieren konnte) sowohl biografisch als auch fikitv, im Gesamtbild sehr gelungen und interessant. Die Werke von Claudel und Rodin wurden gelungen beschrieben, besonders schön wäre ein Anhang mit Abbildungen der Werke gewesen. So habe ich im Internet nachgeschaut - sie sind wirklich beeindruckend.

Dieses Buch hat sicher nicht den Anspruch das komplette Leben von Camille Claudel abzubilden, ich hätte es jedoch sehr begrüßt, wenn zumindest in einem Nachwort auf die weiteren Geschehnisse ihres Lebens eingegangen worden wäre. Diese sind gleichermaßen berührend wie erschreckend: "Camille Claudel verbrachte die letzten 30 Jahre ihres Lebens nahezu vergessen in psychiatrischen Anstalten, ohne ein weiteres Werk geschaffen und ohne je wieder Erfolg gehabt zu haben. Camille hätte die Anstalt laut Anstaltsleitung in den frühen 1920er Jahren verlassen können, doch lehnte die Mutter, die sie ebenso wie die Schwester in den Anstalten nie besucht hatte, die Entlassung entschieden ab. " (Wikipedia)
So endet das Buch sehr offen, ohne den Leser auch nur auf den weiteren Lebensverlauf von Camille oder den Weitergang ihrer Beziehung zu Rodin aufmerksam zu machen.

Bewertung vom 10.04.2021
Unterwasserflimmern
Schaller, Katharina

Unterwasserflimmern


gut

"Unterwasserflimmern" ist das Debüt der Autorin und eines, das sich sehen lassen kann.
Der eindringliche Schreibstil fällt schon auf den ersten Seiten auf. Er ist klar und schnörkellos, dabei auch sehr direkt, zuweilen schon vulgär. Und zeitgleich ist die Sprache sehr bildstark und wie aus dem Leben gegriffen. Ich fand den Schreibstil herrlich modern, direkt und auf den Punkt. Das hat mir gut gefallen und meiner Meinung nach hat die Sprache auch gut zum Inhalt des Buches gepasst.
Die Handlung wird aus Perspektive einer Protagonistin geschildert, deren Name man als LeserIn nicht erfährt, das hat mich jedoch nicht gestört, ich konnte mich zunächst dennoch gut in sie hineinversetzen. Je mehr ich sie kennen gelernt habe, desto mehr habe ich mich jedoch von ihr distanziert, was vorrangig an ihren Handlungen und Einstellungen lag, die sich im Laufe der Story zeigten. Die Protagonistin ist Anfang 30, lebt ein Leben, von dem sie sich ziemlich sicher ist, es nicht so wirklich zu wollen, ohne dabei sagen zu können, was eine bessere Alternative wäre. Als Leser begleitet man sie auf einer Reise, die eher eine Flucht zu sein scheint. Es passiert einiges und dann doch wieder nichts - ich hatte den Eindruck, als würde sich die Protagonistin im Kreis drehen, verzweifelt einen Ausweg suchen um dann doch die nächste Runde zu starten - ich habe mir mehr sichtbare Entwicklung gewünscht und habe sie nicht finden können.
Das Tempo des Buches ist zunächst sehr zügig. Es passiert sehr viel auf einmal und in rascher Abfolge zueinander, dann flacht das Tempo abrupt ab - ein gelungener Tempowechsel, der den Inhalt der Story unterstützt.

Ich finde die Thematik des Buches trifft einen aktuellen Zeitgeist, so richtig zufrieden bin ich aber schlussendlich nicht, ohne genau den Finger drauf legen zu können, was mich stört. Es mag an der scheinbar fehlenden Entwicklung der Protagonistin liegen, an dem offenen Ende, was unbestreitbar passig ist aber dennoch zu viel offen lässt... Dieses Buch ist trotz der sehr direkten Sprache ein sehr subtiles, auf das man sich einlassen muss, um die Feinheiten zu bemerken.

Bewertung vom 06.04.2021
Finstere Havel
Pieper, Tim

Finstere Havel


ausgezeichnet

Der fünfte Fall von Hauptkommissar Toni Sanftleben hat es wieder in sich. Für die Handlung im Allgemeinen ist es nicht wichtig die vorangehenden Bücher zu kennen, um Toni und sein Team besser verstehen zu können, würde ich es jedoch schon empfehlen.

Ich habe mich sehr auf einen neuen Fall für Toni und sein Team gefreut und wurde nicht enttäuscht.

Die Handlung setzt sich aus zwei parallel und aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählten Zeiträngen zusammen: Zum einen Toni, der den Leser durch die Ermittlungen nach Fund des Autos in der Havel führt. Zum anderen Melanie, die Frau, die in dem Auto um Leben kam; ihre Perspektive schildert die Zeit vor ihrem Tod. Ich fand diese zweigeteilte Erzählung sehr spannend und auch gut zu verfolgen, da man dadurch im Laufe des Buches immer mehr über Melanie und das "Vorspiel" zum Auto in der Havel erfahren kann.

Ich habe die gesamte Länge des Buches mitgefiebert, wie es zu dieser Tat kam - ob es überhaupt ein Verbrechen war, oder nicht ein Unfall, und wie die einzelnen Charaktere, die man im Laufe des Buches kennen lernt, damit zusammenhängen könnten. Es blieb für mich bis zur Auflösung unvorhersehbar.

Die Charaktere waren allesamt lebensnah und authentisch beschrieben, allem voran Hauptkommissar Toni, der sich nicht immer an die polizeiliche Etikette hält - er ist auch nur ein Mensch mit Ecken und Kanten. Schön auch, dass der erzählerische Fokus nicht nur auf Toni und Melanie lag, sondern auch vermeindliche Nebencharaktere eine Entwicklung erfahren - ein rundes Gesamtbild.

Finstere Havel war für mich eine mehr als gelungene Fortsetzung der Reihe um Toni Sanftleben, ich freue mich auf einen nächsten Fall.

Bewertung vom 29.03.2021
Kleine Wunder überall
Lankers, Katrin

Kleine Wunder überall


ausgezeichnet

Schon der erste Eindruck von „Kleine Wunder überall“ ist vielversprechend. Das Buchcover ist wunderschön gestaltet und hat mich sofort neugierig auf den Inhalt des Buches gemacht. Der Klappentext liest sich ebenso vielversprechend, versprochen wird ein charmantes und berührendes Buch.
Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr angenehm und flüssig, die Seiten sind nur so dahingeflogen und es viel mir sehr schwer das Buch aus den Händen zu legen. Ich habe es beinah in einem Rutsch durchgelesen. Trotz der durchaus ernsten Thematik strotzt dieses Buch nur vor Humor, was eine ungeheure Leichtigkeit mit sich bringt.
Der Plot hat mir gut gefallen, es war ein auf und ab mit Lotti und Konsorten, das weder langweilig noch zu vorhersehbar wurde. Gerade in der zweiten Buchhälfte wurden die Emotionen sehr nah und greifbar – toll!
Die Charaktere haben mir gut gefallen, sie waren allesamt wie aus dem echten Leben gefallen und damit nicht nur authentisch, sondern auch facettenreich. Ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt und habe das Buch begeistert und mitgerissen gelesen.

Bewertung vom 25.03.2021
Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz
MacDonald, Andrew David

Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz


ausgezeichnet

Andrew David MacDonald hat mit Zelda eine ganz eigene und unheimlich sympathische Protagonistin geschaffen, die dieses Buch zu einem wahren Erlbenis werden lässt. Zelda ist 21 und hat eine Behinderung: ihre Mutter hat während der Schwangerschaft Alkohol getrunken, infolgedessen hat Zelda das Fetale Alkoholsyndrom (FAS), welches mit spezifischen Besonderheiten, u.a. kognitiven Einschränkungen, Störungen der Exekutivfunktionen, Schwierigkeiten bei der Verarbeitung großer Mengen an Außenreizen, fehlende oder eingeschränkte Möglichkeiten zur selbstständigen (Tages-)Strukturierung und des vorausplanenden Handelns, sowie eingeschränkte Möglichkeiten aus
Erfahrungen, insbesondere Gefahren, zu lernen.
Damit ist Zelda eine eher ungewöhnliche Protagonistin, denn Menschen mit Behinderungen kommen nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch als Buch-Protagonisten häufig nicht oder nur selten zu Wort. Umso schöner und wichtiger finde ich damit dieses Buch.
Die Story wird aus Zeldas Perspektive geschildert, man begibt sich beim Lesen vollkommen in ihren Blickwinkel. Sprache und Schreibstil sind sehr direkt und auf den Punkt gebracht, passen gut zur Protgonistin und lassen sich flüssig lesen.
Zelda ist eine vielseitige und authentische Protagonistin, die mir ab der ersten Seite sympathisch war. Auch die weiteren Charaktere sind authentisch und vielschichtig, durch Zeldas Blick ergibt sich ein ganz eigenes Bild auf die Personen, was sehr spannend zu lesen ist.
Die Story hat mir auch gut gefallen, es gab für mich keine unnötigen Längen. Während Zelda ihre Legende beschreitet, ergibt sich auch ein guter Einblick in ihren Alltag, der sehr liebevoll und eindrücklich beschrieben wird - das hat mir gut gefallen.
Insgesamt hat mich dieses Buch positiv überrascht und konnte mich auf ganzer Linie überzeugen.