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Benutzername: flowers.books
Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 112 Bewertungen
Bewertung vom 14.10.2021
Diese Frauen
Pochoda, Ivy

Diese Frauen


sehr gut

Diese Frauen

Meine Meinung und Inhalt

Spannungsgeladene Handlung gepaart mit feministischem Weckruf trifft auf Großstadtflair!

"Durchgeschnittene Kehle. Tüte über dem Kopf. Sie ist nicht für den Strich oder den Club gekleidet. Tatsächlich sieht es eher so aus, als ob sie sich mit ihren Shorts und dem übergroßen Lakers-Hoodie auf einen Abend daheim eingestellt gehabt hätte. " (ZITAT)

Pochoda erzählt die Geschichten von sechs, durch eine Mordserie miteinander verbundenen, Frauen. Durch die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Autorin erzählt, zeigt sie unterschiedliche Lebensentwürfe und Schicksale. Die Autorin hat einen wirklich wortgewaltigen, kraftvollen, aber auch teilweise vulgären Schreibstil, der mir gut gefallen hat und zur Handlung passt.

Das LAPD interessiert sich nicht besonders für die Toten, die immerzu als diese Frauen bezeichnet werden.

Diese Frauen an den Straßenecken ... diese Frauen in den Bars ... diese Frauen, die nicht aufhören, Fragen zu stellen ... diese Frauen, die bekommen haben, was sie verdienen.

Detective Esmerelda Perry folgt die der Spur des Killers und wird von der Autorin als starke authentische Ermittlerin dargestellt. Sie selbstwird aufgrund ihrer Kleinwüchsigkeit von den männlichen Kollegen und auch Zeugen nicht wertgeschätzt. Als Leser hat man auch das Bedürfnis selbst eingreifen zu wollen.

"Sie kann unmöglich die Einzige sein, die eine Verbindung sieht. Aber da ist noch mehr.Es gibt nicht nur diese aktuellen Mor-de, sondern auch die davor, insbesondere den an der Tochter von Dorian Williams. Entweder spielt Essies Kopf ihr Streiche - was man ihr mehr als einmal gesagt hat –, oder es handelt sich eben nicht um Zufälle, sondern um ein Muster." (ZITAT)

Kurzum, ein wirklich tolles Buch, das meine Leseempfehlung erhält.

Ivy Pochoda,geboren 1977, ist Schriftstellerin und lebt in Los Angeles. Sie wuchs in Brooklyn auf, studierte in Harvard und war professionelle Squashspielerin. Bei ars vivendi erschien bereits ihr Roman Wonder Valley (2019).

Bewertung vom 04.10.2021
Verzweiflungstaten
Nolan, Megan

Verzweiflungstaten


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

„Noch nie hatte ich mich so wenig wie ein Mensch gefühlt, so austauschbar, minderwertig, ganz und gar auf meine Funktion beschränkt. Er rief mir ein Taxi für den Heimweg, und ich wusste, ich würde nie wieder von ihm höre, und genauso war es.“ (ZITAT)

Eindringlich, bedrückend, ausdrucksstark, fesselnd und aufwühlend ist das Buch von Megan Nolan für mich gewesen. Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich packend und schonungslos.


„Seine Abwesenheit durchtränkte jeden Augenblick meines Tages, hinterließ jede Sekunde klamm, luftleer, erdrückt. Stundenlang starte ich nur in die Gegend, weil ich mich unter der Last kaum rühren konnte. Ich genoss den Schmerz, weil er mich immer weniger werden ließ.“ (ZITAT)

Das Cover ist passend gewählt, ebenfalls ausdrucksstark und farbenfroh.

„Der Verlust eines geliebten Menschen kann einen schon unter normalen Umständen in den Wahnsinn reiben. Aber Ciaran habe ich nicht einfach nur geliebt, sondern auf dunkle, falsche Weise verehrt.“ (ZITAT)

In dem Buch geht es um eine junge Frau, welche in einer Galerie in Dublin auf Ciaran trifft. Dort verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Sie haben eine intensive Beziehung, dann bleibt sie allein zurück, schwankend zwischen Unabhängigkeit und dem Wunsch, begehrt zu werden, auch wenn sie instinktiv spürt, dass Ciaran nicht gut für sie ist. Man spürt wie sehr die Beziehung ins Toxische übergeht, nachdem sie einen weiteren Versuch starten. Authentisch ist ebenfalls die Verlorenheit, die Angst, das Hadern, die Selbstzweifel der Protagonistin.

„Völlig verängstigt. Das war der perfekte Ausdruck für diese leicht ältliche Angst, mit der ich morgens aufwachte.“ (ZITAT)


Megan Nolan wurde 1990 in Waterford, Irland, geboren. Texte von ihr erschienen in The New York Times, The White Review, The Sunday Times und The Guardian. "Verzweiflungstaten" ist ihr Debutroman. Sie lebt in London.

Bewertung vom 20.09.2021
Die Überlebenden
Schulman, Alex

Die Überlebenden


ausgezeichnet

Meine Meinung und Inhalt

"Jetzt stehen alle drei dicht beieinander, in einer Aggression, die ihnen völlig fremd ist. Plötzlich gibt es keine Wut mehr in ihren Augen, nur noch Verwirrung. Angespannt mustern sie einander. Sie wissen selbst nicht, was sie da tun." (ZITAT)

Das Buch hat mich am Ende wirklich sprachlos gemacht, emotional mitgenommen und überraschen können.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und klar. Die Haupterzählung wird rückwärts geschildert, beginnend beim Eintreffen eines Polizeifahrzeugs, weil zwei der Brüder eine Prügelei begonnen haben, bis zum Tod der Mutter im Krankenhaus. Eine Rückblende kommt der Stroy chronologisch aufwärts entgegen, angefangen beim traumatischen Kindheitssommer der Brüder bis in die Therapiestunden des erwachsenen Benjamin.

"Die Überlebenden" bekommt eine absolute Leseempfehlung von mir!


Nach zwei Jahrzehnten kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit – ein Holzhaus am See – zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen.

Eine Reise durch die raue, unberührte Natur wie auch durch die Zeit.

Stellenweise war es als Leser nur schwer zu ertragen, wie sehr die Jungs sich um die Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern bemüht haben, nur um dann doch nur auf Ablehnung zu stoßen.

"»Den könnt ihr übrigens behalten«, sagte Mama, und zeigte, ohne
aufzublicken, auf den Butterblumenstrauß, der in einem fleckigen Wasserglas auf dem Tisch stand." (ZITAT)


Schockierend war, dass so viel Unausgesprochenes zwischen den Protagonisten liegt.

»Das habe ich nicht gewusst«, sagt Benjamin. »Ich wusste nicht, dass du mich retten wolltest. Ich wusste nicht, dass du mich gesucht hast.«
Pierre zuckt die Achseln.
»Warum hast du es mir nie erzählt?«, fragt Benjamin.
»Ich habe immer gedacht, du wüsstest es«, sagt Pierre. »Und Mama und
Papa wollten nicht, dass wir mit dir darüber reden, sie meinten, es ginge dir nicht so gut.« (ZITAT)

Heute fühlen sie sich so weit voneinander entfernt, dass es kein Aufeinanderzu mehr zu geben scheint. Und doch ist da dieser Rest Hoffnung, den Riss in der Welt zu kitten, wenn sie sich noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit vorwagen.

"Er weiß nicht, dass diese Geschichte auf kein Stück Papier passen wird, dass er gerade in eine mehrere Jahrzehnte lange Erzählung einsteigt, von drei Brüdern, die einmal vor langer Zeit von hier fortgerissen wurden und jetzt gezwungen sind zurückzukehren; dass alles an diesem Ort zusammengehört, nichts steht für sich oder kann einzeln erklärt werden. Das Gewicht all dessen, was in diesem Moment passiert, ist groß, doch das meiste ist längst geschehen. Was sich hier auf der Steintreppe abspielt, das Weinen der drei Brüder, die geschwollenen Gesichter und all das Blut, ist nur der letzte Ring auf dem Wasser, der äußerste, der am weitesten vom Einschlagpunkt entfernt ist." (ZITAT)

Alex Schulman wurde 1976 in Hemmesdynge geboren. Er ist der Sohn des Produzenten und Journalisten Allan Schulman und der Moderatorin Lisette Schulman. Er studierte Film, Literaturwissenschaft und Philosophie an der Stockholmer Universität. 2010 heiratete er Amanda Shulman, mit ihr hat er zwei Töchter und einen Sohn. Sein Memoir ›Glöm mig‹ wurde in Schweden 2017 zum Buch des Jahres gekürt. ›Die Überlebenden‹ ist sein erster Roman, von der schwedischen Presse gefeiert, stand er wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste. Er erscheint in 31 Ländern.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.09.2021
Die verschwundenen Studentinnen
Michaelides, Alex

Die verschwundenen Studentinnen


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

"Sie wollte sich vor der Welt mit all ihrem Lärm, all dem Schmerz verstecken und sich einspinnen in ihre Arbeit, hier, in dem kleinen gelben Haus.Und dort wäre sie auch geblieben – hätte Zoe sie an jenem Oktoberabend nicht aus Cambridge angerufen. Zoes Anruf, nach der Donnerstagabend-Gruppe –damit hatte es angefangen.So hatte der Albtraum begonnen." (ZITAT)

Nach seinem Psycho-Thriller »Die stumme Patientin«konnte mich auch sein neues Buch »Die verschwundenen Studentinnen« wieder fesseln. Ich mag den Schreibstil des Autors sehr und auch das Cover ist stimmig.

Leseempfehlung meinerseits. Dieses Buch kann auch unabhängig vom Vorgänger gelesen werden. Die Szenerie und Protagonisten wurden authentisch und detailliert dargestellt und man bekommt als Leser eine gute Beschreibung rund um das Cambridge College vermittelt.

Der Schluss war überraschend und hat das Buch perfekt abgerundet.

Ein altehrwürdiges College.
Eine unheimliche Serie von Vermissten-Fällen.
Und eine tödliche Wahrheit.

An Marianas ehemaligem College in Cambridge wird eine Studentin tot aufgefunden, brutal ermordet.

Auf dem Campus geht die Angst um. Die Trauma-Therapeutin macht sich auf den Weg, um ihrer dort eingeschriebenen Nichte beizustehen. Kaum angekommen, verschwinden zwei weitere Studentinnen.

Ihre Nachforschungen führen Mariana tief in eine ebenso düstere wie unheimliche Parallelwelt am College.

Während die Polizei den Fall schon abgeschlossen glaubt, öffnen sich für Mariana im wahrsten Sinne des Wortes die Tore zur Unterwelt ...

"Wenn man einen anderen Menschen umbringt, gibt es kein Zurück..... Ich verstehe, dass ich ein völlig anderer Mensch geworden bin....Jetzt, da ich das hier schreibe, habe ich mich unter Kontrolle. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fühle ich mich ruhig und zurechnungsfähig. Aber da ist mehr als eine Person in mir." (ZITAT)

Michaelides wurde 1977 auf Zypern als Sohn eines griechisch-zyprischen Vaters und einer englischen Mutter geboren. Er studierte an der Cambridge University Englische Literatur und schloss sein Masterstudium in Drehbuchschreiben am American Film Institute in Los Angeles ab. Bevor er zum Schreiben von Krimis und Thrillern kam, schrieb er die Drehbücher zu mehreren erfolgreichen Filmen, beispielsweise „The Devil You Know“ mit Rosamund Pike von 2013. Seinen ersten Roman, „The Silent Patient“, veröffentlichte Michaelides 2019. Der erfolgreiche Psychothriller wurde in mehrere Länder verkauft und erschien in Deutschland im selben Jahr unter dem Titel „Die stumme Patientin“.

Bewertung vom 10.09.2021
Fremde Freundin
Sullivan, J. Courtney

Fremde Freundin


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

"Aus den Erzählungen ihrer Freundinnen wusste sie, dass die Suche nach einer Kinderfrau gewisse Ähnlichkeiten mit der Partnersuche aufwies, sich aber oft noch schwieriger gestaltete. Manche Kandidatinnen erwiesen sich sofort als Ausschuss, die Chemie stimmte von Anfang an nicht, trotzdem musste man das Gespräch bis zum Ende durchziehen. Es kam auch vor, dass sich die mühsam Auserwählte schließlich für eine andere Familie entschied. Nomi hatte eine Frau engagiert, die sich, wie sich hinterher herausstellte, mit falschen Referenzen beworben hatte. Dass so etwas passieren konnte, hatte sie beide in Angst und Schrecken versetzt " (ZITAT)

Das künstlerische schöne Cover gefällt mir wahnsinnig gut und hat dadurch auch mein Interesse auf das Buch geweckt.

J. Courtney Sullivans neuer Roman thematisiert die wachsenden Klassenunterschiede in den USA. Also das heißt, auf der einen Seite Elisabeth: eine Frau Mitte 30, die gerade ihr erstes Kind bekommen hat, und Geld hat sie, Seife um 46 Dollar kann sie sich leisten – und auf der anderen Seite Sam, die Babysitterin aus einer Arbeiterfamilie, sie jobbt und studiert Kunst und hat finanzielle Probleme. Die wird bald zur intimsten Freundin ihrer Arbeitgeberin. Dass diese Kombination aus Intimität und Arbeitsverhältnis zu gegenseitiger Abhängigkeit und Konflikten führt, kann man als Leser bald erahnen...

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Es war aufschlussreich, stellenweise zu detailliert aber wirklich toll geschrieben.

Sullivan wurde 1982 geboren und ist Autorin und Journalistin in New York. Sie besuchte das Smith College in Northampton, Massachusetts, wo sie kleinere Literaturpreise errang. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2003 ging sie nach New York City und arbeitete für das Magazin Allure und anschließend drei Jahre lang für die New York Times. Ihre Beiträge wurden auch unter anderem im Chicago Tribune, Elle und Men's Vogue gedruckt. 2007 schrieb Sullivan einen Ratgeber für das Dating und zwei weitere Sachbücher. Bis 2013 veröffentlichte sie drei Romane, von denen zwei im Jahr 2014 ins Deutsche übersetzt wurden. Die Autorin bezeichnet sich als Feministin und engagiert sich gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern. Gemeinsam mit ihrem Mann Kevin Johannesen lebt sie in Park Slope, Brooklyn.

Bewertung vom 10.09.2021
Manchmal sucht sich das Leben harte Wege. Wahre Geschichten, die berühren und Zuversicht geben. Von der Suche nach neuem Lebensmut: Wie Sie eine Lebenskrise meistern und Schicksalsschläge überwinden
Afflerbach, Katharina

Manchmal sucht sich das Leben harte Wege. Wahre Geschichten, die berühren und Zuversicht geben. Von der Suche nach neuem Lebensmut: Wie Sie eine Lebenskrise meistern und Schicksalsschläge überwinden


ausgezeichnet

Meine Meinung und Inhalt

Mich hat dieses Buch wirklich absolut emotional mitgenommen! Die Autorin schreibt absolut großartig und einfühlsam und ich kann dieses Buch wirklich empfehlen.
Das Buch ist offen, ehrlich und es spendet Trost. Es ist aufschlussreich und hilfreich um den Weg nach vorne wieder zu sehen.

Die Autorin berichtet von ihrer eigenen Erfahrung und das ist spürbar, denn als Katharina Afflerbach vom tödlichen Unfall ihres Bruders (mit 35) erfährt, hebt dieser Schicksalsschlag ihr Leben aus den Angeln. Sie muss lernen, ihre Trauer zu verarbeiten. Dabei begegnen ihr Wärme und Mitgefühl, aber auch verschlossene Herzen. In diesem inspirierenden Buch erzählt sie offen und persönlich von diesem traumatischen Erlebnis – und wie das Leben trotzdem weiterging.
Ihr eigenes Empfinden öffnet ihr den Blick für andere. Die Autorin spricht mit dreizehn Betroffenen über den Verlust eines geliebten Menschen und ihre individuellen Wege zur Trauerbewältigung.


Die Erfahrungsberichte dieser Menschen zeigen: Lebenskrisen sind auch eine Chance, sich weiterzuentwickeln!


Aufgerüttelt von ihrem eigenen Erleben will Katharina herausfinden, was anderen Menschen dabei half, nach einem Schicksalsschlag wieder Mut zu schöpfen und ihr Leben weiterzuleben, trotz – oder gerade wegen – der Erfahrung.

Bewertung vom 07.09.2021
Das Archiv der Gefühle
Stamm, Peter

Das Archiv der Gefühle


ausgezeichnet

Meine Meinung und Inhalt

"Meine Gefühle für Franziska überwältigten mich, wenn ich mit ihr zusammen war, kam es mir vor, als befände ich mich in der Mitte der Welt, als gäbe es nur uns beide und diesen Moment und nichts und niemanden sonst, keine Schule, keine Eltern, keine Kameraden. Aber Franziska liebte mich nicht." (ZITAT)

Nachdem ich "Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt" gelesen habe, war mir klar, dass ich nun auch "Das Archiv der Gefühle" lesen möchte, da Stamm's Schreibstil klar, einfach und direkt ist und mir sehr gefällt. Das Cover ist schön gestaltet.

In dem Buch geht es um die Sängerin Fabienne, die eigentlich Franziska heißt.

Es ist vierzig Jahre her, dass sie eng befreundet waren und er ihr seine Liebe gestand.

Fast ein ganzes Leben. Seitdem hat er alles getan, um Unruhe und Unzufriedenheit von sich fernzuhalten. Er hat sich immer mehr zurückgezogen und nur noch in der Phantasie gelebt. Er hat sein Leben versäumt. Aber jetzt taucht Franziska wieder auf. Gefährdet das seine geschützte Existenz, oder nimmt er diese zweite Chance wahr?

Die Atmosphäre untermalt mit sanfter Melancholie ist spürbar und als Leser ist man sofort gefesselt und kann vieles gut nachvollziehen.

"Mit der Zeit gewöhnte ich mich an dieses einsame Leben, und inzwischen fühle ich mich am wohlsten in meinen eigenen vier Wänden, im Haus, in dem ich aufgewachsen und in das ich nach dem Tod meiner Mutter wieder gezogen bin. Wenn ich draußen bin, fühle ich mich unsicher und gefangen, zu Hause bin ich abgeschirmt vom Durcheinander der sich dauernd verändernden Welt, das mich stört in meinen Gedanken und Erinnerungen, in meinen täglichen Routinen." (ZITAT)

Peter Stamm, geboren am 18. Januar 1963 in Kanton Thurgau, ist ein Schriftsteller und Journalist. Der Sohn eines Buchhalters wuchs in Weinfelden im Nordosten der Schweiz auf. Er absolvierte nach dem Schulabschluss zunächst eine kaufmännische Lehre und studiert danach einige Semester die Fächer Anglistik, Psychologie, Psychopathologie und Wirtschaftsinformatik. Nach längeren Aufenthalten in Paris, New York, Berlin und London lässt sich Stamm 1990 als freier Schriftsteller und Journalist in Zürich nieder. Peter Stamm produziert mehrere Hörspiele unter anderem für Radio DRS1, DRS2, Radio Bremen, den WDR und den Südwest Rundfunk. Daneben verfasst er auch Prosa, Theaterstücke und Beiträge für verschiedene Bücher. Als Journalist arbeitet er unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung, den Tages-Anzeiger, die Weltwoche und die satirische Zeitschrift Nebelspalter. 1997 wird er Teil der Redaktion der Literaturzeitschrift entwürfe und tritt 2003 dem Verband „Autorinnen und Autoren der Schweiz“ bei. Peter Stamms Debütroman „Agnes“ erschien 1998 im Arche Verlag. 1999 veröffentlichte er im selben Verlag die Kurzgeschichtensammlung „Blitzeis“. 2001 folgte der Roman „Ungefähre Landschaft“ und 2003 ein weiterer Erzählband mit dem Titel „In fremden Gärten“. 2006 erschien beim S. Fischer Verlag der Roman „An einem Tag wie diesem“. 2008 veröffentlichte er gemeinsam mit dem Grafiker Hannes Binder eine neue Bilderbuchvariante von „Heidi“. Peter Stamm unternahm auch einige Lesereisen nach Estland, Mexiko, Russland und in den Iran. Er lebt heute in Winterthur.

Bewertung vom 23.08.2021
Auszeit
Lühmann, Hannah

Auszeit


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

"Ich bin nicht alt, ich habe noch Zeit. Ich brauche nur Luft. Luft und Abstand, ich muss die Dinge ordnen, und das kann ich jetzt. Je weiter ich laufe, desto klarer sehe ich." (ZITAT)

Das Cover ist schön und meiner Meinung nach passend gewählt.

Lühmann hat einen einfachen und teilweise melancholischen, poetischen Schreibstil, der mir von Beginn an gefallen hat.

"Es war, als hätte mein Körper eine Entscheidung getroffen, aber ich ging weiter." (ZITAT)

Man spürt die Trauer und Rastlosigkeit der Protagonistin.

Ich konnte mich in die Ich-Erzählerin Henriette sehr gut hineinversetzen und die Beschreibung, was einem die Natur geben kann, absolut nachvollziehen.

"Es ist unglaublich, was es mit mir macht, in der Natur zu sein: dieser Überblick, diese Weite, diese wilden Gerüche. Es ist, denke ich, als hätte die Stadt meine Seele zerquetscht,..." (ZITAT)

In einer Ferienhütte im Bayerischen Wald trauert Henriette um ihr ungeborenes Kind. Als draußen die Schatten länger werden und die Tage kürzer, bringt ein Freund ungeahntes Unheil mit sich.

Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen und ich denke, dass mir dieses Buch wird noch in Erinnerung bleiben wird

Hannah Lühmann, geboren 1987, hat Philosophie in Berlin und in Paris studiert. Sie ist stellvertretende Ressortleiterin im Feuilleton der "Welt" und "Welt am Sonntag" und arbeitete unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Berliner Zeitung" und "Die Zeit". "Auszeit" ist ihr erster Roman. Hannah Lühmann lebt in Berlin.

Bewertung vom 17.08.2021
Sanctuary - Flucht in die Freiheit
Sher, Abby;Mendoza, Paola

Sanctuary - Flucht in die Freiheit


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

„Ich finde es einfach schön zu wissen, dass es all diese anderen Welten da draußen gibt. Dass die Menschen nicht das Zentrum des Universums sind.“ (ZITAT)

USA, 2032: Alle Bürger*innen werden durch einen ID-Chip überwacht. Es ist beinahe unmöglich, undokumentiert zu leben, doch genau das tut die 16-jährige Protagonistin.

Als jedoch der ID-Chip ihrer Mutter nicht mehr funktioniert und ihre Stadt nach Undokumentierten durchsucht wird, müssen sie fliehen.

Als Valis Mutter festgenommen wird, muss Vali allein mit ihrem Bruder weiter, quer durchs gesamte Land, bevor es zu spät ist.

„Nichts war okay. Nichts an dieser ganzen Welt war okay. Aber vielleicht war ich einfach zu sehr daran gewöhnt, eine Lüge zu leben, um etwas anderes zu sagen.“ (ZITAT)

Die Co-Autoren Mendoza und Sher schreiben äußerst feinfühlig und regen mit ihrem Werk zum Nachdenken an. Die Geschichte ist weniger dystopisch als vermutet. Vielmehr kann man sich dies - erschreckenderweise - als Realität in der heutigen Zeit vorstellen.

Die Protagonisten sind sehr ausdrucksstark dargestellt, man fühlt als Leser die Emotionen. Ansonsten ist der Schreibstil relativ nüchtern und die Nebenfiguren wirken im Gegensatz zu den Protagonisten eher blass.

Die Stimmung des Buches ist relativ düster und nimmt einen als Leser definitiv mit. Abzüge gibt es für ein paar Stellen im Buch, die weniger nachvollziehbar waren und vereinfacht dargestellt worden sind.

Das Cover finde ich wirklich super gewählt und es gefällt mir sehr gut!


Paola Mendoza ist Autorin, Filmregisseurin, Aktivistin und Künstlerin, die sich an vorderster Front für Menschenrechte einsetzt. Sie ist Mitbegründerin des »Women's March« und Co-Autorin des New York Times-Bestsellers »Together We Rise«. Mendoza hat ebenfalls bei preisgekrönten Filmen mitgewirkt.


Abby Sher ist Performerin und preisgekrönte Autorin. Neben Jugendromanen schreibt sie auch für diverse Zeitungen und Magazine, wie die New York Times, die LA Times, Elle u. v. m. Eins ihrer Essays war Vorlage für eine Fernsehshow. Sie schreibt Drehbücher und tritt selbst auf der Bühne und in Fernsehshows auf.

Bewertung vom 16.08.2021
Der nächste beste Schritt
Pieper, Jule

Der nächste beste Schritt


sehr gut

"Es war, als hätte mein Körper eine Entscheidung getroffen, aber ich ging weiter." (ZITAT)


Ein Roman über Selbstliebe, die Suche nach sich selbst, einer schmerzvollen Trennung, und der Erfüllung seiner Träume am Ende der Reise. Für jeden der Persönlichkeitsentwicklung lieber als Roman liest, weil er mit trockenen Sachbüchern nicht so viel anfangen kann.


"Man muss also erstmal verstehen, was Liebe für den anderen bedeutet, und schauen, ob das zusammenpasst. " (ZITAT)

Ich denke dieses Buch ist eine große Motivation. Ein Wohlfühlbuch. Eines, welchem einen aufzeigen kann, dass es auch nach schweren Zeiten wieder aufwärts geht.

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Kann man ein Leben noch einmal von vorne beginnen?

Falsche Entscheidungen rückgängig machen und mutiger sein, als man es jemals für möglich gehalten hätte?

Alex Schulze hat jahrelang eine Lüge gelebt. Die perfekte Beziehung entpuppt sich als unperfekte Freundschaft. Nachdem sie die Reißleine zieht, befindet sie sich nun im freien Fall.

Durch die Trennung verändert sich vieles in ihrem Leben, aber kaum etwas zum Positiven. Sie stürzt sich in ihre Arbeit und es dauert nicht lange, bis sich ihr Körper über dieses Pensum beschwert.

Schließlich erkennt sie, dass sie raus muss, um sich selbst zu retten. Sie begibt sich auf eine Wanderung, die sie bis ans Ende der Welt führt, und findet dabei Schritt für Schritt zu sich selbst.

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Jule Pieper hat einen einfachen Schreibstil, bei dem man denkt eine Freundin erzählt von Problemen und Entscheidungen.

Die Protagonistin ist mir gleich ans Herz gewachsen und war authentisch dargestellt.

Das schlichte dezente Cover find ich einfach wunscherschön und gut gewählt.

"Ich beschließe, mich von Eventualitäten nicht verrückt machen zu lassen,sondern dem Leben zu vertrauen." (ZITAT)

Jule Pieper ist das offene Pseudonym von Sandy Mercier. Sandy Mercier wurde 1986 in Berlin geboren, wo sie heute als Schriftstellerin arbeitet. Traum vom Schreiben verwirklicht. Mittlerweile hat sie auch die Thriller "Mach das Licht an" und "Unter meinem Bett" erfolgreich veröffentlicht.