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Benutzername: Leselottchen
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Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 11.09.2019
Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
Turton, Stuart

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle


sehr gut

Ein Kriminalroman der besonderen Art

Ich bin überzeugt, das ist der außergewöhnlichste Kriminalroman, den ich je gelesen habe.
Die Familie Hardcastle hat auf ihr Landgut mit dem wohlklingenden Namen Blackheath zum Maskenball eingeladen. Die Gäste sind bereits angereist. Gefühlt würde ich die Story in den Zwanziger Jahren ansiedeln. Das Verrückte an diesem Buch ist aber, dass sich ein und derselbe Tag immer wieder wiederholt, ganze acht Tage lang. Die Zeitgrenzen sind aufgehoben, fest steht jedoch, dass am Ende eines jeden Tages Emily Hardcastle, die Tochter des Hauses, einen mysteriösen Tod erleidet. Ein Gast, nämlich Aiden Bishop ist auserkoren diesen Mord aufzuklären. Erst wenn er den Mörder nennen kann, wird sich die Zeitschleife auflösen, er ist frei und das ganze Spektakel ist beendet. Doch Aiden erwacht jeden Tag in einem anderen Körper. Die Personen, in die er sozusagen hineinversetzt wird, sind seine Wirte. Mit der Zeit lernt er die Fähigkeiten und Charaktereigenschaften dieser Wirte für sich zu nutzen. Und er weiß, wem er vertrauen kann und wem lieber nicht. Doch das Schlimme ist, der erste Wirt wacht ohne sein Gedächtnis im Wald auf und er meint mitbekommen zu haben, wie eine weibliche Person verfolgt und ermordet wurde. Anna, dieser Name spukt in seinem Kopf herum. Verletzt und völlig verängstigt kommt er auf Blackheath an.

Ein wahnsinnig interessanter Beginn, doch man muss höllisch aufpassen, dass man nicht den Anschluss verliert. Manchmal kam ich mir vor wie in einem Irrgarten. Viel Ermittlungsarbeit bei ständig wechselnden Schauplätzen, Zeitsprüngen und Rollentauschen haben mich manchmal ein wenig überfordert. Es kam nicht nur einmal vor, dass ich zurückbĺättern musste und einzelne Seiten doppelt las, um den Zusammenhang richtig mitzubekommen. Ja, man braucht Muse und vor allen Dingen Zeit dieses Buch sozusagen zu erleben. Der Schreibstil hat mit sehr gut gefallen, mein Kopfkino hat wunderbar funktioniert, es ist aber hilfreich, dass man dran bleibt, wenn man einmal angefangen hat. Irgendwie geht für mich dieser Kriminalroman ins Genre Fantasy. Der Vergleich mit Agatha Christie und dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier " finde ich nur ganz am Rande stimmend.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen. Das Buch präsentiert sich mir wie ein Lesepuzzle. Bleibt man dran, fügt sich alles zu einem vergnüglichen Leseabenteuer zusammen.
Der Schluss hat mich nicht enttäuscht. Er ist so nicht vorhersehbar, aber er hat der Geschichte auf den letzten Seiten nochmal zu neuem Schwung verholfen.

Das Cover gefällt mir sehr gut, es passt wunderbar zu diesem Buch. Auch die Zeichnungen und die Pläne von Blackheath sind sehr hilfreich.
Dieser Titel hat mich gleich neugierig gemacht.
Es ist ganz sicher kein einfaches Buch, es war für mich wie ein kleines Leseprojekt,
das mir außergewöhnliche Lesestunden beschert hat. Ich würde empfehlen, sich darauf einzulassen.

Bewertung vom 19.08.2019
Im Wald der Wölfe / Jan Römer Bd.4
Geschke, Linus

Im Wald der Wölfe / Jan Römer Bd.4


ausgezeichnet

Gefährlicher Urlaub
In diesem vierten Fall recherchieren der Journalist Jan Römer und seine Kollegin "Mütze" in einem älteren Kriminalfall, der im Laufe der Jahre einige Todesopfer forderte und vor Jahrzehnten in der damaligen DDR seinen Anfang nahm, aber bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Merkwürdig dabei ist, den Toten wurde ein Wolfsmal auf die Stirn gebrannt.

Mitten in Jan Römers Urlaub in Thüringen klopft eine verletzte Frau an seine Hüttentür. Ihr Name sei Hannah Wozniak und die verstörende Geschichte, die sie ihm erzählt erschüttert Jan. Die Neugierde des Journalisten ist geweckt. Dass Hannah am nächsten Morgen spurlos aus seiner Hütte verschwunden ist und er schnell merkt, dass ihre Angaben um ihre Person nicht stimmen können, macht die Sache für ihn noch interessanter und er bittet Mütze um Unterstützung bei der Suche. Mütze kommt spontan nach Thüringen, doch sie ist nicht allein, zwei Freunde begleiten sie.

Der überaus spannende Einstieg in diese Geschichte gefällt mir sehr. Die Gefahr, die die ganze Zeit vorherrscht ist beim Lesen dieses Krimis direkt spürbar. Auch der Schauplatz, vermietete Hütten nahe dem Wald der Wölfe bietet mir eine gelungene Anregung für mein Kopfkino. Vielleicht wird meine Phantasie aber auch durch einen letztjährigen Urlaub in Thüringen angeheizt. Da ich alle Bücher mit Jan Römer kenne, weiß ich um seine Fähigkeiten Cold Case Fälle aufleben zu lassen. Doch dieser Fall hat es besonders in sich. Und sogar Jan gerät dieses Mal ins Zweifeln.

Der Rückblick in die 50er/60er-Jahre wird gelungen gekennzeichnet durch ein verändertes Schriftbild. Dieser Handlungsstrang in dessen Verlauf ein Mann, der Gott genannt wird eine Hauptrolle spielt, regt die Neugierde des Lesers auf der Suche nach der richtigen Fährte an.
Nach einem wahnsinnig interessanten Einstieg, lässt die Spannung im Mittelteil leicht nach, im letzten Drittel nimmt die Dramatik der Story aber wieder enorm zu und man möchte den Krimi nicht mehr aus den Händen legen.

Mir gefällt diese Buchreihe von Linus Geschke überaus gut. Sein Schreibstil ist lebendig und sehr gut zu lesen. Die Protagonisten sind sympathisch, aber auch interessant und kämpferisch, Mütze mag ich dabei am meisten.
Das Cover passt wunderbar zum spannenden Titel und hervorragend zu diesem Krimi.
Ich freue mich schon jetzt nach Beendigung dieses Buches auf einen neuen Fall.

Bewertung vom 08.07.2019
Mörderisches Lavandou / Leon Ritter Bd.5
Eyssen, Remy

Mörderisches Lavandou / Leon Ritter Bd.5


ausgezeichnet

Atmosphärisch, spannender Nervenkitzel

Auch der 5. Fall mit Dr. Leon Ritter hat mich sehr, sehr gut unterhalten.
Da ich die vorherigen Bände alle kenne, war es für mich sehr einfach in die Handlung hinein zu finden.

Der Herbst ist eingekehrt in die Provence. Der Touristen-Trubel ist vorbei. Doch Zeit für Entspannung in dieser wunderschönen Landschaft gibt es für den Rechtsmediziner und seine bei der Gendarmerie arbeitende Lebensgefährtin Isabelle Morelle keine.
Eine junge Hotelangestellte verschwindet und wird Tage später tot aufgefunden. Der Mörder ist sehr brutal. Der Ort kann nicht zur Ruhe kommen. Neue äußerst grausame und hinterhältige Taten folgen. Die Ermittlungen gehen in verschiedene Richtungen und Dr. Leon Ritter ist mittendrin im Geschehen.
Letztendlich leidet sogar sein Privatleben darunter.

Mir gefällt die Schreibweise von Remy Eyssen ausgesprochen gut.
Die Story ist sehr spannungsgeladen, ereignisreich und auch grausamer als die bisherigen Fälle. Die Landschaft eignet sich perfekt als Schauplatz für einen Krimi.
Da ich nach dem 1. Kriminalroman kurzerhand einen Urlaub in dieser fantastischen Gegend verbracht habe, lasse ich mich beim Lesen dieses Buches gerne wieder in diese traumhafte Umgebung entführen.
Doch der Teufel geht um im Ort "Bormes les Mimosas" und verbreitet Angst und Schrecken.
Die Geschichte ist perfekt durchdacht, gewürzt mit vielen kleineren Nebengeschichten über die Menschen und die Natur dort. Für mich Kopfkino vom Feinsten in einer ganz besonderen Atmosphäre.
Das Lesen macht auch dieses Mal Lust auf mehr. Einmal angefangen möchte ich nicht mehr aufhören. Der französische Flair und die wunderbaren Gerüche dieser Region umgeben mich gefühlt schon beim Hineintauchen in dieses Buch.
Ich hoffe nach wie vor, dass diese tolle Reihe irgendwann verfilmt wird, natürlich an den Original-Schauplätzen.
Die begeisterten Leser würden sich sicherlich sehr freuen.
Für mich sind die Bücher um den sympathischen Rechtsmediziner eines meiner jährlichen Lese-Highlights.
Das herrliche Bild auf dem Cover gefällt mir außerordentlich gut. Der Buchtitel spricht für sich.
Die Aufteilung in kleinere Kapitel kommt mir persönlich sehr entgegen.
Der Wiedererkennungseffekt im Buchladen ist auf jeden Fall gegeben.
Von mir bekommt dieser 5. Fall eine 5 Sterne Leseempfehlung. Ich freue mich jetzt schon auf eine Fortsetzung.

Bewertung vom 16.03.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

Aufwühlend und voller Dramatik

Fesselnd, sehr aufwühlend und voller Dramatik geschrieben, hat es die Autorin Romy Hausmann geschafft, dass ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

14 Jahre lang bleibt Lena spurlos verschwunden.
Bis ein Unfall geschieht und es so aussieht, wie wenn Lena wieder aufgetaucht wäre. Mit ihrer Tochter Hannah wird sie ins Krankenhaus eingeliefert.
Aber ist es wirklich Lena , die Tochter von Matthias und Karin?
Und was hat es mit der fensterlosen Hütte auf sich, das Zuhause der beiden? Dort lebten Vater, Mutter und zwei Kinder ein Leben, das trauriger und auswegloser nicht sein konnte.
Die harten Regeln wurden vom Vater vorgegeben. Alles wurde überwacht und bei Nichtbefolgung drohten Strafen.
Drastisch, grausam und gnadenlos stellte er sich über alles.

Eine grandios atmosphärische Story, die einen auf ganzer Linie mitnimmt, um so erstaunlicher, dass es sich bei diesem Werk um ein Thriller-Debüt handelt. Die Einteilung der Kapitel in die Vornamen der Protagonisten, mit Denkweisen und Geschehnissen um diese jeweilige Person, würzt diesen Thriller mit besonderer Spannung. Man kann gar nicht aufhören zu lesen, da einen die Fragen beschäftigen, wem kann man Glauben schenken und wer spielt womöglich ein sehr gefährliches Spiel. Alles ist so bildlich und lebhaft beschrieben und gespickt mit überraschenden Wendungen, sodass mein Kopfkino voll auf seine Kosten kam. Nervenkitzel vom Feinsten, ein Thriller-Highlight für mich, das mich regelrecht in seinen Bann zog.
Dieses Buch, das man sicher nicht so schnell vergisst und den Namen der Autorin schon gar nicht, bietet dem Leser ein herausragendes Lesevergnügen. Für diese tolle Leistung vergebe ich voller Überzeugung 5 Sterne.
Bitte weiter so. Ich würde mich freuen.

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Bewertung vom 16.03.2019
Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3
Moström, Jonas

Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3


ausgezeichnet

Spannend, intensiv und überaus menschlich


Nervenkitzel vom Feinsten.
Nachdem ich zeitnah alle drei Bücher von Jonas Moström gelesen habe, bin ich ein absoluter Fan dieses Autors geworden.
Die in Schweden spielenden Krimis, mit der Psychiaterin Nathalie Svensson als Hauptfigur, sind so spannend, intensiv und überaus menschlich geschrieben, dass ich beim Lesen ganz mittendrin im Geschehen bin. Ich freue mich sehr diese Reihe entdeckt zu haben und kann sie jedem Krimileser wärmstens empfehlen. Ein Krimigenuss der besonderen Art.
Wenn man erst beim 3. Fall einsteigt, kennt man sich zwar bei den familiären Verhältnissen der Protagonisten nicht so genau aus, jeder Fall ist aber neu und unabhängig von den Vorgängern.
In diesem 3. Buch wird Nathalie als Täterprofilerin, wie bereits im vorigen Fall , in das Team von Kommissar Johan Axberg, dem Leiter Ingemar Granstam und dem Kriminaltechniker Tim Walter gerufen. Es gilt einen Vergewaltiger und Mörder zu finden. Das Opfer ist die Tochter einer sehr guten Freundin von Nathalie. Die Situation spitzt sich zu und es ist äußerste Eile geboten. Fährten führen in mehrere Richtungen und so bietet einem dieser Krimi viele erlebnisreiche und fesselnde Lesestunden.
Man fühlt, kämpft und ermittelt mit Nathalie mit. Auch ihre privaten Angelegenheiten lassen sie sehr menschlich und nahbar erscheinen. Nachdem es im 1. Fall um kriminelle Angelegenheiten im eigenen privaten Umfeld ging, geht Nathalie nun ganz in ihrer Arbeit als Expertin für Täterprofile auf. Eine kleinere Dosis Privatleben würzt aber auch diese Story und das ist gut so, denn das Leben als Mutter, Exfrau, Schwester und Tochter ist recht interessant und spannend zu verfolgen.
Das Cover gefällt mir gut, ein Wiedererkennungswert des Autors ist durch die vergleichbare Farbgebung und die ähnliche Art der Abbildung gegeben. Ich mag kurze Buchtitel.
Alles in allem hat mir dieser Krimi mit Schauplatz Uppsala extrem gut gefallen. Ich finde sogar, dass er der Stärkste dieser Reihe ist. Ich habe mich so super unterhalten gefühlt, dass ich sehr gerne 5 Sterne vergebe. Ich freue mich jetzt schon auf neue Ermittlungen mit Nathalie.

Bewertung vom 09.01.2019
Die Plotter
Kim, Un-Su

Die Plotter


sehr gut

Andere Länder, harte Sitten

Mit dem Cover fing der Reiz dieses Buches bei mir an.
Die weiße Chrysantheme auf schwarzem Hintergrund, blutbespritzt, schaffte es mein Interesse zu wecken. Der stabile Einband und die festen Seiten lassen das Buch zu einer äußerst handlichen Lektüre werden, die nach dem Lesen keinerlei Lesespuren aufweist.
Ein Lob dem Verlag.

Die Geschichte liest sich ganz anders als sonst.
Da es mein erster Kontakt mit einem Südkoreanischen, bzw. einem asiatischen Buch ist, war ich schon extrem gespannt.
Ein Abenteuer ist dieser Roman für den Leser allemal.
Andere Länder, harte Sitten.
Raseng, ein junger Mann ist die Hauptfigur. Er ist ein Profikiller. Aufgewachsen bei Old Raccoon, ging er nie in die Schule, sondern schöpfte sein Wissen aus den Büchern der Bibliothek seines Ziehvaters. Aber genau in dieser Bibliothek gibt Old Raccoon die Aufträge an die Profikiller weiter. Wer einen Killer sucht, besucht den Fleischmarkt. Die Aufträge kommen dann von den sogenannten Plottern, die den Job vorbereiten. Alles ist ein ausgeklügeltes System, die Leichen verschwinden ohne Spuren.
Doch so perfekt organisiert das alles klingt, die Welt um Raseng wird immer unbeständiger.
Obwohl er ein Killer ist, ist er mir nicht unsympathisch. Man verbringt beim Lesen seine Stunden mit ihm und hofft, dass er doch noch einen anderen Weg einschlagen könnte. Möglichkeiten dazu gibt es.

Wo liegt die Faszination dieses Buches für mich.
Einerseits nimmt einen die Brutalität zeitweise wirklich mit, andererseits ist diese Story überaus interessant. Die Einblicke in das Leben und die Psyche von Raseng finde ich sehr außergewöhnlich und es machte mir auch insgesamt Spaß neue Eindrücke zu gewinnen und zu verarbeiten.
Das Buch war eine kleine Abenteuerreise für mich, die durch die bildhafte und sehr genaue Sprache, trotz eher feiner, statt atemberaubender Spannung, stets angeheizt wurde.
Ein rundum gelungenes Werk, das von mir mit vier Sternen ausgezeichnet wird.

Bewertung vom 05.11.2018
Die Elemente des Todes
Fischer, Claus C.; Petermann, Axel

Die Elemente des Todes


sehr gut

Unfassbar

Die Story ist sehr aufwühlend. Bei zwei hochintelligenten jungen Männern kommt eine bitterböse Seite zum Vorschein. Sie erniedrigen Menschen aufs Brutalste und schrecken auch vor Morden nicht zurück. Und das alles hinter einer Vorzeige-Familienidylle.
Einerseits liebende Väter und Ehemänner, andererseits Bestien. Man fragt sich, was lief da falsch und man findet den Ursprung in der Kindheit, zumindest bei dem Haupttäter.
Wuchs aus der Rebellion zum strengen Vater so ein riesengroßer Hass auf die Menschheit. Muss er mit gemeinen und verachtenden Handlungen sein Ego ins Unermessliche aufpolieren.
Dabei schafft er es auch noch seinen Freund mitzuziehen.
Entsetzen und Unverständlichkeit meinerseits.
Und warum braucht die Polizei so lange, dieses mörderische, überaus gewissenlose Treiben zu stoppen.
Es gab doch immer wieder Spuren in die richtige Richtung.

Die Geschichte wird sehr gut umgesetzt. Allerdings brauchte ich eine gewisse Zeit mich auf den Ablauf einzulassen. Dabei spielen die unterschiedlichen Zeitabläufe nicht einmal so eine große Rolle für mich. Es dauert eine Weile bis sich die Story so richtig entwickelt und man gebannter beim Lesen ist. Doch es lohnt sich durchzuhalten. Man darf allerdings nicht empfindlich sein, da die Handlungen sehr schockierend und unfassbar auf einen wirken.
Es ist traurig zu erfahren, wie diese Personen menschenverachtend gegenüber Schwächeren sind.
Ich kann nicht glauben, dass bei jungen hochintelligenten Männern, denen sozusagen die Welt offensteht, der abartige Trieb so stark ist, dass das Gehirn jegliche menschliche Regung ausschaltet.
True Crime Stories sind interessant und nehmen mich immer mehr mit als erdachte Fälle.
Da geht's mir wie beim "XY" schauen, tatsächliche Begebenheiten geistern bei mir noch tagelang im Kopf herum. Ich hoffe aber, dass die Polizeiarbeit seither schneller und voraussehender geworden ist, damit solche Täter keine Chance mehr haben, über Jahre ihre Grausamkeit auszuüben.

Das Buch, so schauerlich es darin zugeht, ist sehr gut und interessant geschrieben und für jeden der True Crime Stories gerne liest absolut lesenswert und unterhaltend.

Bewertung vom 02.09.2018
In Schönheit sterben / Robert Lichtenwald Bd.2
Ulrich, Stefan

In Schönheit sterben / Robert Lichtenwald Bd.2


gut

Künstlerisches Italien, atmosphärisch umgesetzt

Der Rechtsanwalt Robert Lichtenfeld hat seine Kanzlei in München verkauft und lebt nun ganz in der Toskana. Doch mit der Zeit schleicht sich bei ihm fast schon ein wenig Langeweile ein. Da kommt ein neuer Auftrag seiner Freundin Giada Bianchi wie gerufen. Die temperamentvolle Journalistin soll über den in seinem Haus ermordeten Kunstsammler Annibale Colasanti berichten. Ein einziges, geheimnisvolles Kunstwerk wurde dabei entwendet. Sie bezieht Robert als Hilfe in ihre Recherche mit ein. Ihre Ermittlungen führen sie aus der Maremma bis nach Rom. Dabei begegnen ihnen tragische Schicksale, schönheitsverliebte Fanatiker und räuberische Machenschaften. Sie kommen manchem morbiden Geheimnis auf die Spur und bringen sich dadurch selbst in Gefahr.
Einige Nebenhandlungen würzen das ganze Geschehen, doch sie führen auch mitunter dazu, dass der Schwung der Handlung etwas ausgebremst wird. Die atmosphärische Schreibweise und die bildhaften Ausführungen der Landschaft bringen einen Hauch von italienischen Flair zu mir ins Wohnzimmer. Der lockere, mitunter verträumte Schreibstil trägt zur guten Unterhaltung bei, man sollte aber nicht zu viel Spannung erwarten.

Da ich den 1. Krimi dieser Reihe auch gelesen habe, konnte ich übergangslos mitfiebern.
Dabei hätte ich mir zeitweise ein wenig mehr Nervenkitzel gewünscht. Erst im letzten Teil der Story wird es so richtig lebhaft.
Der Vorgänger dieses Krimis hat mir besser gefallen.
Giada und Robert sind ein gutes Team, da kann noch einiges kommen. Und somit hoffe ich auf einen dritten Fall mit den beiden sympathischen Protagonisten.
Der Titel passt sehr gut zu diesem Kriminalroman. Das Cover spiegelt die verträumte, italienische Stimmung wider.
Ein guter Krimi, bei dem mir eine Portion Spannung gefehlt hat. Der aber, wenn man sich eher auf einen italienischen Regionalkrimi einstellt, absolut lesenwert ist. Ich möchte sehr gerne 3,5 Punkte vergeben.

Bewertung vom 13.08.2018
Ed ist tot
McLean, Russel D.

Ed ist tot


ausgezeichnet

Makaber, turbulent und sehr unterhaltsam
Wer hätte das gedacht.
Soeben noch harmlos, unbescholtene Buchhändlerin, stolpert Jen Carter kurzerhand ins kriminelle Milieu von Glasgow hinein.
Ihr Freund Ed treibt es ihr zu bunt. Seine von ihr vermuteten Drogengeschäftchen und seine bisweilen unmöglichen Aktionen treiben sie zu dem Entschluss, ihn kurzerhand vor die Tür zu setzen. Sie ist glücklich ihn endlich los zu sein. Beseelt von ihrer Handlung und leicht angetrunken, vergisst sie dummerweise, dass der nervige Ed noch einen Schlüssel zu ihrer Wohnung hat.
Geräusche beim Nachhausekommen schiebt sie auf einen Einbrecher.
Man muss sich ja schließlich wehren, und so kommt es wie es kommen muss und wie es auch schon so schön auf dem Cover heißt.... Ed ist tot.
Ihn zu beseitigen ist die eine Schwierigkeit, aber wie entkommt Jen nun den ganzen fiesen, brutalen Typen, die nun hinter ihr und dem Geld her sind , das Ed ihnen schuldet.

Die vorher fast langweilige Jen schafft es, mich nach ein paar Seiten wunderbar zu unterhalten. Man glaubt kaum in welche Abenteuer, die vorher unscheinbare Frau hinein plumpst. Eigentlich ausweglos, rettet sie sich immer öfter gewitzt und skrupellos aus der Misere. Und alsbald pflastern Leichen ihren Weg. Klar ist alles extrem unrealistisch und bisweilen stark überzogen, aber das darf man bei diesem schottischen Krimi mit absolut schwarzem Humor überhaupt nicht ernst nehmen. Temporeich erzählt, so dass bei mir vergnügliches Lesen mit grandios funktionierendem Kopfkino angesagt war. Ein klitzeklein wenig musste ich dabei an die Filme von Quentin Tarantino denken. Man fiebert mit Jen mit, dazu muss man sie nicht immer verstehen. Egal ob unglaubwürdig und unlogisch, spannend ist diese Story allemal.
Da wir letztes Jahr in Schottland und auch beim Loch Lochmond waren, bin ich schauplatzmäßig voll informiert. Und ich mag diese Art von Krimis sehr.
Man möchte dieses Buch einmal angefangen, kaum mehr aus der Hand legen. Schließlich will man unbedingt wissen, welche unvorhersehbare Überraschung als nächstes auf Jen wartet und wie sie ihr tubulentes Leben weiterhin meistert.

Das Cover ist für mich auf den zweiten Blick grandios und passt perfekt zu Jen.
Der Buchtitel ist spitzenmäßig.
Ich habe mich wahnsinnig gut unterhalten gefühlt und werde das Buch auch sehr gerne an Menschen, die diese Art von Humor mögen, weiterempfehlen.

Bewertung vom 23.07.2018
Der Alphabetmörder / Grall und Wyler Bd.1
Schütz, Lars

Der Alphabetmörder / Grall und Wyler Bd.1


ausgezeichnet

Hut ab vor diesem Thrillerdebüt

Ein Thrillerdebüt, das besser nicht sein kann. Wow, was für eine fesselnde Story.
Schwache Nerven sind bei diesem großartigen Thriller allerdings fehl am Platz.

Die Fallanalytiker Jan und Rabea vom LKA Rheinland Pfalz werden in den Westerwald gerufen.
Ein Mörder treibt dort sein Unwesen. Sie nennen ihn den Alphabetmörder, da er die grausam zugerichteten Leichen mit einem Buchstaben tätowiert. A, B, C....wer kann ihn stoppen?
Für Jan kommt erschwerend hinzu, dass er genau aus dieser Gegend stammt und ihn ungute Erinnerungen plagen. Er kennt die Menschen und er weiß um ihre Gepflogenheiten. Wie wird sich das auswirken? Er wird sich seiner Vergangenheit stellen müssen. Rabea und er sind ein sehr gutes Team. Hat er sie doch vor einiger Zeit als Wunschpartnerin zu sich ins Boot geholt.

Schon der Anfang bietet alle Voraussetzungen für eine fesselnde Story. Es ist alles da, was mein Thrillerleseherz glücklich macht. Und so schaffte ich kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung steigerte sich ins Unermessliche. Eine tolle Schreibweise, die mich total begeistert. Da ist kein Satz zu viel. Mein Kopfkino funktionierte fantastisch. Die kurzen Kapitel steigern die Spannung umso mehr. Man ist beim Ermitteln mittendrin und der Nervenkitzel ist spürbar. Eine klasse Idee das Alphabet mit einzubeziehen. Dem Autor ist es gelungen, mit dem Alphabet zu spielen und daraus eine rundum durchdachte und überaus gelungene Story zu machen.
Das Cover ist ein echter Hingucker und der Titel hält was er verspricht.

Dieses Buch ist eines meiner Lesehighlights dieses Jahr. Hut ab vor dem Autor Lars Schütz. So einen Start hinzulegen ist aller Ehren wert. Ich werde diesen Thriller voller Überzeugung weiterempfehlen. Natürlich hoffe ich, dass es eine Fortsetzung gibt. Ich möchte zu gerne ein weiteres Mal bei einem spannenden Fall mit Jan und Rabea dabei sein.