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Benutzername: Rezifeder
Wohnort: Köln
Über mich: Leseratte
Danksagungen: 9 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 61 Bewertungen
Bewertung vom 25.02.2016
Mein Tod ist dein
Howells, Debbie

Mein Tod ist dein


sehr gut

Nach der Lektüre von "Mein Tod ist dein" liegt der Eindruck nah, dass die Autorin Debbie Howells schon ein alter Hase im Thrillermetier ist. Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um ihren ersten Thriller, dem drei bei Amazon Selfpublishing veröffentlichte Liebesromane vorausgingen - und nicht nur für einen Debütthriller ist das Werk ausgesprochen überzeugend.

Der größte Teil der Handlung wird aus Kates Ich-Perspektive erzählt, zwischendurch gibt es aber immer mal wieder kurze Kapitel, in denen die bereits verstorbene Rosie ihre Gedanken preisgibt, sowie ein paar Stellen, an denen Rosies Schwester Delphine zu Wort kommt. Durch Rosies eigene Worte erhält der Leser einen umfassenden Einblick von ihr und ihr unglückliches Leben. Nach außen hin erscheinen die Andersons als perfekte Bilderbuchfamilie: Vater Neal ist ein erfolgreicher Journalist, der bewegende Reportagen aus Afghanistan liefert und sich sozial engagiert; Mutter Joanna ist eine attraktive Vorzeigeehefrau, und die beiden Töchter sind wohlgeratene, hübsche und intelligente Mädchen, auf die man augenscheinlich nur stolz sein kann. Niemand ahnt, dass sich hinter dieser schneeweißen Fassade grauenhafte Dinge abspielen und wie sehr Rosanna und ihre jüngere Schwester Delphine leiden. Rosies pointierte Worte treffen den Leser mitten ins Herz, ohne plakativ auf die Tränendrüse zu drücken. Subtil und eindringlich zugleich schildert sie Eindrücke aus ihrem Leben, das von klein auf durch Unterdrückung und emotionale Kälte geprägt war.

Spannung ergibt sich aus der Frage, wer sie getötet hat und was das Motiv dahinter war, da es sich offenbar nicht um einen Sexualmord handelt. Für die Ermittler steht zunächst ihr Freund Alex unter Verdacht, aber Kate wird diesbezüglich unsicher, als sie die familiären Verhältnisse durchschaut. Grundsätzlich handelt es sich um einen Who-dunit, bei dem am Ende der Täter entlarvt wird, aber auch die konkreten Hintergründe und der Tatablauf werden erst zum Schluss offenbart. Man kann bereits kurz vor der Enthüllung auf den Täter kommen, aber es ist dennoch nicht zu offensichtlich.

Neben der toten Rosie steht Kate im Mittelpunkt, eine pragmatische Frau, die ihr Leben am liebsten in Gärten oder bei Pferden verbringt. Der Mord an Rosie lässt sie um ihre achtzehnjährige Tochter Grace bangen, die ausgerechnet jetzt von zuhause auszieht, um ihr Studium zu beginnen. Auch dass Ehemann Angus beruflich für ein paar Monate nach London ziehen muss, ist eine Belastung für Kate. Dennoch werden diese Probleme angenehmerweise nicht zu ausufernd behandelt. Sie fließend nur ergänzend ein in Kates Lebensumstände, die sich zunehmend um Jo drehen. Anders als auf der Buchrückseite proklamiert, sind Kate und Jo keine Nachbarn, sondern wohnen an den entgegengesetzten Enden der Stadt und kennen sich nur durch gelegentliche Treffen zum Mittagessen. Dennoch glaubt Kate, Jo recht gut zu kennen, was sie aber nach und nach immer mehr revidieren muss. Es ist schwer für Kate, ihr bisheriges Bild von den Andersons mit ihren neuen Erkenntnissen in Einklang zu bringen, zumal sie nicht weiß, wie weit den Äußerungen der sehr labilen Jo zu trauen ist.

Da der Fokus auf diesen emotionalen Hintergründen und Verwicklungen liegt und Kate als Ich-Erzählerin fungiert, gibt es kaum Einblicke in die Ermittlungsarbeit, man darf also nicht erwarten, dass die Ermittler hier eine besondere Rolle spielen oder man etwa Vernehmungssituationen geschildert bekommt. Etwas störend fällt auf, dass Kate sehr lange ihre naive Sicht bezüglich den Andersons beibehält. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, dass sie auch nach Jos ersten Enthüllungen immer noch bestimmte Sachen für undenkbar hält, etwa dass Jo unter einer Essstörung leidet (davon abgesehen, dass Kate bei der Anspielung auf Jos Erbrechen nach dem Essen seltsamerweise nicht an Bulimie, sondern an Magersucht denkt).

Bewertung vom 17.09.2010
Allein im Schloss / Bibi & Tina Bd.66 (1 Audio-CD)

Allein im Schloss / Bibi & Tina Bd.66 (1 Audio-CD)


sehr gut

Bibi und Tina wollen mit Alexander und Freddy zur Halloweenparty im Falkensteiner Jugendclub gehen. Alex muss aber in Abwesenheit seines Vaters im Schloss bleiben und obendrein auf Cousine Theresa aufpassen. Kurzerhand feiern die vier eben dort Halloween. Dann aber taucht ein unheimlicher Ritter ohne Kopf auf und zwei der Pferde laufen weg ...

Diese schöne Halloweenfolge bietet vor allem eine tolle Atmosphäre. Für kleine Kinder ist es nicht zu gruselig, aber schaurig-schön und auch ältere Hörer haben ihren Spaß. Es gibt keine Längen, die Handlung ist schön abwechslungsreich und teilweise witzig, die Sprecher machen gute Arbeit.Es gibt leider wenig Hexereien von Bibi und Theresa könnte ein noch interessanterr Charakter sein, aber abgesehen von solchen Mängeln ist die Folge definitiv empfehlenswert, nicht nur zu Halloween.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.04.2010
Ein Bündel Geschichten für lüsterne Leser
Slesar, Henry

Ein Bündel Geschichten für lüsterne Leser


gut

Sechzehn Krimi-Kurzgeschichten voller schwarzem Humor und mit überraschenden Pointen. Allerdings sind längst nicht alle Geschichten überzeugend, die Qualität schwankt. Manche sind sehr spannend und überraschen den Leser am Ende, andere sind recht vorhersehbar und ein wenig konstruiert. Keine Geschichte ist schlecht, trotzdem ist es insgesamt nicht Slesars bestes Werk.

Bewertung vom 12.03.2010
20000 Meilen unter den Meeren
Verne, Jules

20000 Meilen unter den Meeren


ausgezeichnet

In den Jahren 1866 und 1867 häufen sich auf den Ozeanen die Schiffsunglücke und man verdächtigt ein ungeheuerähnliches Objekt. Meeresexperte Professor Aronnax soll die Fälle untersuchen und entdeckt zusammen mit seinem Diener Conseil und dem Harpunier Ned Lang, dass der Auslöser ein Unterseeboot ist. Die drei werden vom geheimnisvollen Kapitän Nemo gefangen gehalten, damit sie niemandem von seinem U-Bott erzählen können. In den folgenden Wochen erfahren sie viel über die atemberaubende Technik des Bootes sowie über die faszinierende Welt der Flora und Fauna unter Wasser. Obwohl sie Gefangene sind, werden sie bestens versorgt und können sich unter Deck frei bewegen. Der unnahbare und hochintelligente Kapitän Nemo hat sich mit seinen getreuen Dienern von der Menschheit abgewandt und durchreist die Weltmeere. Die abenteuerliche Fahrt führt sie ins versunkene Atlatis, zu Kämpfen mit Riesenkraken und zum Südpol ...

Jules Verne hat mit diesem Roman einen beliebten Klassiker geschaffen, der nichts von seiner Faszination verloren hat. Die Charaktere sind allesamt gelungen, vom undurchschaubaren Kapitän Nemo, der vor der Welt zu fliehen versucht über den gleichmütigen Conseil bis hin zum leicht aufbrausenden Ned Lang, der seine Lage nicht akzeptieren will. Der Leser teilt vor allem die Sichtweise von Professor Aronnax, der ständig zwischen seiner Begeisterung für die Erlebnisse, Mitgefühl für Nemo und Frust über seine Lage schwankt. Nie werden die kleinen Exkurse über die Unterwasserwelt oder die technischen Details langweilig und einmal gelesen, wird man das Buch sicher nicht mehr vergessen können.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.03.2010
Die rätselhafte Schatzsuche / Bibi & Tina Bd.58 (1 Audio-CD)

Die rätselhafte Schatzsuche / Bibi & Tina Bd.58 (1 Audio-CD)


sehr gut

Ein heißer Sommer in Falkenstein: Bibi, Tina, Alex und Freddy finden im See eine Flasche mit Schatzkarte, die von Ritter Ottokar von Falkenstein stammt. Zweischen den Jungen und den Mädchen entbrennt ein Wettstreit, wer von beiden Teams als erster den Schatz findet ...

Eine nette Folge mit viel Humor und tollen Sprechern, die obendrein gerade für Kinder sehr lehrreich ist. Die Bedeutung von Teamarbeit statt Wettkampf wird vermittelt, ohne dass es einen erhobenen Zeigefinger braucht. Schade ist nur, dass die Schatzsuche über den Streitereien zwischen Tina und Alex zeitweise deutlich in den Hintergrund gerät.

Bewertung vom 26.02.2010
Es scheint die Sonne noch so schön
Vine, Barbara

Es scheint die Sonne noch so schön


sehr gut

Sommer 1976: Der neunzehnjährige Adam erbt das Anwesen seines Onkels und verbringt einen Sommer mit einer Handvoll Freunde dort. Zehn Jahre später findet der neue Besitzer auf dem angrenzenden Tierfriedhof zwei Skelette - eine junge Frau und ein Säugling. Adam und die anderen werden von der Vergangenheit eingeholt ...

Ein gelungener Thriller auf zwei Handlungsebenen: Einmal wird in Rückblicken die Vergangenheit aufgedeckt und der Leser erfährt nach und nach, wie es zu den beiden Toten kam, wer sie sind und wer dafür verantwortlich ist. In der Gegenwart sorgen sich drei der Freunde darum, dass die Polizei ihnen auf die Schliche kommt. Bis zum Schluss bleibt es spannend, wie die genauen Zusammenhänge sind und ob sie sich der Verantwortung entziehen können.

Bewertung vom 05.11.2009
Die Vampire von Gurgelbeiss
Morecambe, Eric

Die Vampire von Gurgelbeiss


sehr gut

1799: Im Dörfchen Gurgelbeiss herrscht die Vampirfamiulie von Schloss Blutrausch über die Bevölkerung, allen voran der mächtige König Viktor. Sohn Valentin allerdings ist aus der Art geschlagen, er mag nämlich am liebsten Blutorangen und Chips. Valentin erkennt, dass ihm auch das Sonnenlicht nicht schadet und er eigentlich ein Mensch sein muss. Zusammen mit Diener Igon flüchtet er, aber die Vampire nehmen die Verfolgung auf ...

Ein aberwitziges Vampirbuch, an dem Kinder wie auch Erwachsene ihre Freude haben werden. Für Spannung ist gesorgt, aber immer wenn es zu gruselig zu werden droht, gibt es etwas zu lachen. Valentin ist eine liebenswerte Figur und man darf gespannt sein, wie seine Geschichte endet, was mit dem hässlichen Diener Igon geschieht, mit dem neidischen Bruder Vernon und mit Familienoberhaupt Viktor, den die Bevölkerung gerne stürzen möchte. Abgesehen davon, dass das Buch ruhig länger hätte sein dürfen und am Ende alles etwas gar zu schnell geht, eine einwandfreie Lektüre.

Bewertung vom 24.10.2009
Und dann war Stille
Schriever, Tomke

Und dann war Stille


gut

Nachdem sie zufällig in eine Geiselnahme geraten ist, zieht sich die Hamburger Psychotherapeutin Hannah Tergarten in einen einsamen Turm in Ostfriesland zurück. Eine ihrer ersten Patientinnen ist die siebzehnjährige Anneke, die sich zwischen ihrem neuen Freund und ihrem strengen Vater hin- und hergerissen fühlt. Hannah spricht ihr gut zu und hält eine Therapie für überflüssig. Am nächsten Morgen wird das Mädchen tot in der Tegmaschine des Elternhauses aufgefunden.

Die Polizei vermutet Selbstmord, aber Hannah kann das nicht glauben. Sie verdächtigt Annekes unsympathischen Schwarm Ubbo und ermittelt auf eigene Faust, unterstützt vom Ex-SEK-Beamten Enno Heeren. Während sie durch ihre Nachforschungen in Gefahr schwebt, plant auch der Geiselnehmer aus dem Gefängnis heraus Rache ...

Hinter dem Pseudonym steckt die Historienautorin Helga Glaesener, die hier mit den Auftakt einer neuen Krimireihe um die Psychotherapeutin Hannah Tergarten abliefert. Der Thriller ist solide, aber nicht herausragend. Die Protagonistin ist recht sympathisch, die Auflösung durchaus schlüssig und das Lokalkolorit wird schön rübergebracht. Allerdings handeln die Figuren teilweise zu konstruiert, vor allem das Finale ist zu dramatisch in Szene gesetzt. Zudem passen Hannah und Enno nicht so gut als Liebespaar zueinander, sodass ihre sich entwickelnde Beziehung eher aufgesetzt wirkt.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.