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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: makkipakki
Wohnort: Rostock
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 130 Bewertungen
Bewertung vom 24.08.2020
Adresse unbekannt
Nielsen, Susin

Adresse unbekannt


sehr gut

Als seine Oma stirbt, landen Felix und seine Mutter am unteren Ende der sozialen Leiter. Sie wohnen in einem Minibus und irgendwie klingt das für Felix nach einem tollen Abenteuer. Doch irgendwann wird auch Felix bewusst, dass dieses Leben nicht so abenteuerlich ist.

Das Cover zeigt Felix auf seinem Minibus und gibt einen kleinen Eindruck von der Handlung. Die aufgehängte Wäsche ist ein eindeutiges Anzeichen, wo Mutter und Sohn nun leben.
Die Geschichte ist, anders als erwartet, nicht dramatisch oder ausnahmslos traurig. Sie beschäftigt sich irgendwie humorvoll mit der Obdachlosigkeit der Protagonisten.
Felix ist ein klasse Junge. Er hat eine genaue Vorstellung von dem was er möchte. Während er erst eine ziemlich romantische Vorstellung seines neuen Lebens hat, wird ihm schnell die Tragweite bewusst und er gerät immer wieder in Konflikte mit seiner Mutter. Die Mutter nervt mich persönlich tierisch in ihrer Art und Weise und ihrer Naivität. Sie verschlimmert die Situation einfach immer mal wieder. Sie ist halt irgendwie moralisch nicht ganz so straight.
Das Buch liest sich leicht und schnell und ist von der Sprache der Zielgruppe sehr gut angepasst. Sie ist nicht wirklich blumig und bildlich, trotzdem kann man sehr gut mit der Sprache eine Vorstellung der Figuren und Umgebung bekommen.

Nette Unterhaltung mit einem schönen Augenzwinkern. Der Charakter der Mutter widerstrebt mir etwas. Das Buch ist jetzt kein totales Muss, aber nette Unterhaltung für 10 Jährige

Bewertung vom 18.08.2020
Wir verlassenen Kinder
Leidenfrost, Lucia

Wir verlassenen Kinder


gut

"Kinder an die Macht" sang schon Herbert Grönemeyer, und in diesem Roman passiert genau das, Die Kinder leben in einem verlassenen Dorf mit nur wenigen Erwachsenen und sozialisieren sich selbst. Dies nimmt sehr brutale, aber doch vorhersehbare Ausmaße an.

Das cover ist gut gewählt. die Farben zeigen das nahende Unheil, die Schatten das Verblassen der eigenen Kindheit. Formal gesehen besteht das Buch aus kurzen Kapiteln die aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben sind. Es kommt immer wieder zu Orts- als auch Zeitsprüngen.
Die Handlung ist interessant. Ich habe nur einige Probleme damit. Zum einen tun sich mir Logiklöcher auf (die Zeitsprünge sind unklar, warum geben sich alle mit ihrer Situation zufrieden etc.), Zum anderen bin ich furchtbar enttäuscht von diesem super offenem Ende.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Durch die Perspektivwechsel und Erzählweise lernt man die Figuren sehr gut kennen. Sie handeln nicht unbedingt immer rational oder vorhersehbar und ich kann den Handlungsweisen nicht immer folgen.
Sprachlich ist dieses Buch ein wirkliches Vorbild. Durch Symbole und die bildhafte Sprache wirkt das Buch sehr lebendig. Allerdings ist es somit auch irgendwie eher wieder Kunst, als Unterhaltung und somit bin ich damit dann nicht so zufrieden.

Dieses Buch hat stark begonnen und konnte mich sehr lange fesseln. Irgendwann fehlte mir aber auch der Twist zu einem realen Bezug. Das ganze Werk ist mir dann doch zu viel Kunst und zu wenig Unterhaltung.

Bewertung vom 18.08.2020
Grand Hotel Bellvue
Jonas, Hendrik

Grand Hotel Bellvue


ausgezeichnet

Der kleine Hund hat es nicht leicht. Seine Eltern sind auf Geschäftsreise mit ihm und haben absolut keine Zeit für ihn. Doch eigentlich geht es dem Hund im Hotel auch blendend, denn dieses braucht dringend Unterstützung.

Das Cover ist ein Hingucker und mal etwas ganz anderes. Der Stil des Covers setzt sich im Inneren des Buchs fort. Die Seiten sind großformatig mit einem Bild gefüllt. Außerdem befinden sich auf den Seiten die längeren Texte zur Handlung.
Die Handlung ist wirklich toll. Der kleine Hund, der doch so klein ist, wächst über sich hinaus und unterstützt die Bewohner des Hotels bei ihren Schwierigkeiten. Ein typisches Motiv für Kindergeschichten, aber durchaus immer wieder wichtig zu lesen. Sprachlich ist das Buch durchaus kindgerecht. Aber eben ein Vorlesebuch und kein Selbstlesebuch, dafür sind die Texte dann zu lang. Das Buch ist sprachlich jedoch so gestaltet, dass man gut unterbrechen kann und am nächsten Tag fortfahren kann.

Ein tolles Buch. Die Message ist einfach klasse und auch die Bilder sind so einzigartig und toll gestaltet. Da sie zum Teil aus recyceltem Material bestehen, gibt es immer wieder was neues zu entdecken, eingach mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Bewertung vom 17.08.2020
Was uns verbindet
Gowda, Shilpi Somaya

Was uns verbindet


sehr gut

Familie Oleander ist eine ganz normale Familie mit multikulturellem Hintergrund. Doch dann verlieren sie ihren Sohn und die Familie muss ihr Leben, gemeinsam und einzeln, neu strukturieren und sich orientieren.

Das Cover vermittelt ein Bild einer tollen Beziehung zwischen Eltern und Kind. Durch die schattenhafte Darstellung suggeriert es allerdings schon eine vergangene Erinnerung und gibt einen Vorgeschmack auf das Kommende.
Die Handlung ist rund. Das Ende lässt mich allerdings etwas sprachlos zurück. Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit zufrieden bin.
Die einzelnen Charaktere werden sehr emotional dargestellt. Die Entwicklung und der Umgang mit dem Tod ist sehr toll dargestellt. Die Figuren entwickeln sich und auch die Schuld, Angst und Sorge ist immer greifbar.
Das Buch ist aus der Sicht der einzelnen Protagonisten geschrieben, dazu noch die zeitlichen Sprünge zu vor und nach dem Unglück machen das Geschriebene unglaublich lebendig. Die Sprünge sind sowohl charakterlich, als auch zeitlich gut nachvollziehbar. Dazu noch die Einfachheit, somit liest es sich eben so weg.

Ein wirklich berührendes Buch. Man kommt ein wenig ins Grübeln über den eigenen Umgang mit Trauer und noch mehr noch, auch um den Umgang mit der eigenen Familie. Leseempfehlung ist gegeben.

Bewertung vom 10.08.2020
American Spy
Wilkinson, Lauren

American Spy


gut

Es ist nachts. Marie und ihre zwei Söhne werden überfallen, oder eben auch nicht. Denn dieser Überfall ist nur Tarnung und soll Marie persönlich treffen. Ihr einziger Ausweg ist die Flucht nach Frankreich um sich und ihre Söhne in Sicherheit zu bringen. Marie ist eine ehemalige FBI Agentin, Spionin, und schwebt in großer Gefahr.

Das Cover sagt mit nicht wirklich zu. Es ist so quietschig und bunt und macht keinen Thriller Eindruck. Der Klappentext ist allerdings sehr gut gelungen und gibt einen netten Vorgeschmack. Das Buch selbst ist abwechslungsreich gestatet, denn durch Tagebucheinträge von Vergangenem und Gegenwärtigem wird die Story durchaus lebendig.
Die Story ist ein Spionagekrimi. Keineswegs ein Thriller. Im Grunde geht es um deutlich mehr als Spionage. Es geht um Rassismus und weitere Politik, alles im Hintergrund der 80er Jahre, dem Kalten Krieg. Die ganze Geschichte ist langatmig und schwerfällig. Es ist sehr vorhersehbar und verliert dadurch an Spannung.
Die Autorin schreibt einfach. Das Buch liest sich eben weg. Allerdings stört mich die Perspektive, denn eine Lebensgeschichte erzählt für die Kinder ist nun nicht unbedingt so mein Inbegriff von Thriller, eher Roman.

Meine Erwartung war einfach ein Thriller. Es endete mit einer Familiengeschichte und einer tiefen Botschaft. Die sicher gut gelungen ist, aber eben nicht das, was ich erwartet habe. Ich bin nur sehr schlecht darin, Erwartungen abzulegen und mich dann auf das Unerwartete einzulassen. Es geht also nicht unbedingt um Schockmomente, sondern eher um Gesellschaftskritik.

Bewertung vom 05.08.2020
Mein Puste-Licht-Buch: Die kleine Tröste-Fee
Tress, Sylvia

Mein Puste-Licht-Buch: Die kleine Tröste-Fee


sehr gut

Die kleine Tröstefee fliegt durch die Welt und tröstet mit Hilfe des Kindes einen Hasen, ein Schwein, einen Bären und einen Biber.

Das Cover ist, wie auch die Illustration, kindgerecht und mit Liebe zum Detail gezeichnet. Die Bilder sind nicht überladen und die Figuren mit Mimik ausgestattet, die dem jungen Leser zeigen wie sich die Figuren fühlen. Das Kind wird wiederholt dazu aufgefordert eine bestimmte Stelle des Buches anzupusten. Dabei leuchten vier kleine Lämpchen auf, der Funkelglanz.
Die Geschichte ist unzusammenhängend mit einem Kernthema. Einem Tier tut etwas weh, die Tröste- Fee kommt und... ja... Irgendwie endet es mit dem Pusten. Ob es dem Tier hinterher wieder gut geht, erfährt der Leser nicht (dem Kind ist es vermutlich auch egal).
Die Texte sind in Reimform und die immer wiederkehrende Aufforderung zum Pusten sind durchaus eingängig und helfen dem Kind die Geschichte schnell zu erfassen.

Ein nettes Kinderbuch, mehr aber nicht. Der Preis ist hoch für vier Seiten Geschichte, auch wenn die Mechanik niedlich ist und zum Training der Mundmotorik beiträgt. Ein wirklicher Zusammenhang zwischen Geschichte und Mechanik besteht aber irgendwie nicht.

Bewertung vom 08.07.2020
Die Rückkehr des Würfelmörders / Fabian Risk Bd.5
Ahnhem, Stefan

Die Rückkehr des Würfelmörders / Fabian Risk Bd.5


sehr gut

Fabian Risk und seine Kollegen ermitteln weiterhin um den Würfelmörder zu fassen. Denn die Morde passen immer noch nicht zusammen. Sie sind einfach Zusammenhangslos, denn der Mörder würfelt nicht nur das Opfer, sondern auch Tatwaffe und Tatort. Neben der eigentlichen Mordserie ermittelt Fabian Risk jedoch auch weiter gegen seinen Kollegen. Und somit beginnt eine Jagd auf zwei Verbrecher.

Das Cover passt so perfekt zum ersten Teil, dass allein deswegen auch der zweite Teil ins Regal muss. Die Würfel geben wieder Hinweise auf die Handlung und somit kann man den Verlag zu dieser Coveridee nur beglückwünschen. Wie schon beim ersten Teil, fungiert der extra lange Deckel als Schutzumschlag.
Die Story ist unglaublich spannend. War der erste Teil noch recht schleppend, nimmt Ahnhem hier so viel Fahrt auf, dass kaum Zeit zum Luftholen bleibt.Die Perspektiven werden weiter gewechselt. Aber sie werden nun zueinander geführt und bekommen mehr und mehr Rahmen und am Ende dann auch eine befriedigende Auflösung.
Ich mag den Ermittler immer noch nicht, aber seine Kollegin ist mir durchaus sympathisch geworden. Vermutlich bin ich der einzige Mensch auf dieser Welt, der mit diesen gescheiterten Persönlichkeiten einfach nichts anfangen kann... Aber nein, ich kann und will nichts mit ihnen zu tun Haben und mit ihnen sympathisieren.
Sprachlich ist es auch hier wieder ein typischer Skandinavier. Solide, ohne Schnörkel und Blumigkeit.

Dieser Teil entschädigt definitiv für den ersten Teil. Die Handlungsstränge werden aufgelöst, es bildet sich ein Gesamtwerk. Es ist ein ganz guter Thriller, der wirklich gut gelungen ist und spannend über viele Seiten bleibt. Allerdings sollte man Teil I und II unbedingt zusammen lesen. Auch die ersten drei Teile der Fabian Risk Reihe sind nicht unwichtig für das Verstehen der Protagonisten.

Bewertung vom 08.07.2020
Der Würfelmörder / Fabian Risk Bd.4
Ahnhem, Stefan

Der Würfelmörder / Fabian Risk Bd.4


gut

Wenn ein Serienmörder vollkommen ohne Zusammenhang mordet, dann werden die Ermittlungen hart und lang. Fabian Risk, der schwedische Ermittler, und seine Kollegin Irene Lilja stehen vor einem unzusammenhängenden Haufen. Der Mörder treibt unterdessen ein perfides Spiel. Er lässt die Würfel fallen, diese entscheiden über Opfer, Ort und Tatwaffe. Die Ermittlungen nehmen Fahrt auf, doch auch privat hat Fabian Risk einiges zu regeln.

Das Cover ist interessant gestaltet, vor allem, wenn man es an das Cover des zweiten Teils hält. Dann ergibt das Ganze ein sehr schlüssiges Bild. Die gelbe Farbe ist ein eyecatcher und erregt definitiv Aufsehen. Die Würfel geben einen Vorgeschmack auf den Inhalt des Buches. Der Klappentext ist in Ordnung. Er gibt einige Hinweise, verrät aber nicht zu viel. Ein Hinweis darauf, dass dieses Buch schon einmal unter anderem Titel erschienen ist, wäre für die Leserschaft angenehmer und fair.
Die Story ist unglaublich vielschichtig. Es eröffnen sich so viele Handlungsstränge, dass es mir an der einen oder anderen Stelle schwer fiel alles zueinander zu bringen. Dies liegt nicht zuletzt an den Perspektivwechseln, denn wir begleiten alle Ermittler, Opfer und den Täter, so dass es nicht wirklich zu einer schlüssigen einstimmigen Handlung kommt. Während ungefähr das erste Drittel des Buches etwas langatmig und stellenweise sogar langweilig ist, ist der Rest gespickt von kleinen cliffhangern und letzten Endes wird das Buch auch mit einem solchen beendet. Ein Spannungsbogen baut sich also langsam auf. Durchhalten ist die Devise.
Der Komissar Risk ist aus anderen Büchern Ahnhems schon bekannt. Und leider mag ich ihn überhaupt nicht. Es nervt mich, dass Komissare in vielen Thrillern und Krimis solche kaputten Gestalten mit wahlweise einem oder mehreren Drogen-, Alkohol-, Spielsucht-, oder Familienproblemen sind. Klar ihr Job bringt eine Menge Verantwortung mit sich, aber das macht ihn doch nicht gleich zu solch einer gescheiterten Persönlichkeit. Wichtig ist vielleicht an dieser Stelle zu erwähnen, dass dieses Buch bereits der vierte Teil der Fabian Risk Reihe ist, man ihn also schon etwas besser kennt. Aber, alle Figuren entwickeln sich über die Geschichte durchaus weiter und in Hinblick auf das Vorwissen der vorangegangenen Teile der Reihe machen ihre Handlungsweisen durchaus Sinn.
Die Sprache ist solide, einfach zu lesen und vom Stil ein typischer Ahnhem bzw. ein typischer Skandinavier. Wenige Schnörkel, unglaubliche Grausamkeit. Und durch die ständigen Perspektivwechsel wird es durchaus lebendiger, wenn auch unübersichtlicher.

Ein solides Buch und allein betrachtet leider mit einem ungünstigen Ende. Allerdings durch den zweiten, anschließenden Teil erhoffe ich mir eine Auflösung im Guten. Für sich betrachtet einfach nur Mittelmaß.

Bewertung vom 07.07.2020
Schatten und Licht / Fräulein Gold Bd.1
Stern, Anne

Schatten und Licht / Fräulein Gold Bd.1


sehr gut

Hulda ist eine junge Dame, die als Hebamme in Berlin der 1920er Jahre arbeitet. Sie ist selbstbewusst und hält sich nicht an die angedachten Standesdünkel. Als sie eine junge Dame bei der Schwangerschaft und Geburt unterstützt, erfährt sie von dem Tod der Nachbarin dieser Frau. Der angebliche Suizid dieser gibt Rätsel auf und Hulda stürzt sich in Ermittlungen.

Das Cover zeigt eine wunderschöne junge Dame. Der Ausdruck in ihren Augen zeigt schon ihr Selbstbewusstsein. Allerdings muss ich anmerken, dass die Beschreibung der jungen Hulda nicht wirklich mit dem Cover übereinstimmt.
Das Buch ist in Kapitel mit angenehmer Länge unterteilt. Diese Kapitel werden aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, was den Lesegenuss recht kurzweilig macht. Das Besondere ist, dass die Perspektivwechsel nicht immer die gleiche Situation beschreiben, sondern die Handlung aus der Sicht der betreffenden Person voran treiben.
Die Handlung ist fesselnd. Die Beschreibung der Zeit und den Umständen in denen die handelnden Personen leben, sind detailliert und vermitteln ein gutes Bild. Ein gewisser Spannungsbogen ist erkennbar, es entwickelt sich ein ziemlich guter, historischer Krimi. Allerdings ist die Handlung auch recht vorhersehbar und durch den Klappentext schon halb verraten. Nichtsdestotrotz klebte ich an den Seiten und hatte sehr viele schöne Momente mit Hulda.
Hulda ist selbstbewusst und so gar nicht das, was man sich unter einer Frau der 1920er Jahre vorstellt. Sie hatte eine Liebschaft mit einem Kaffeebesitzer und trauert dieser irgendwie doch hinterher, oder dann eben auch wieder nicht. Die Gefühle sind so ehrlich beschrieben und mit ihren Ecken und Kanten ist mir Hulda durchaus sehr sympathisch. Der Komissar hingegen ist mir unangenehm. Ein typischer Macho und Übermann, also genau das, was ich unter einem Polizisten Anfang des 20. Jahrhunderts verstehe.
Die Sprache gefällt mir sehr gut. Es ist sehr detailreich. Besonders mag ich das berlinern einzelner Charaktere. Ich konnte sie in meinem Kopf quasi mitsprechen hören. Besonders angenehm fand ich den Anteil wörtlicher Rede. Es war genau richtig.

Dieses Buch macht unheimlich viel Spaß! Mit Hulda durch Berlin zu radeln und einen Suizid in Frage zu stellen. Leider war mir die Handlung an der einen oder anderen Stelle zu vorhersehbar. Trotzdem bin ich gespannt auf den nächsten Teil der Trilogie!

Bewertung vom 07.07.2020
Kleine Helden, große Abenteuer
Habeck, Robert; Paluch, Andrea

Kleine Helden, große Abenteuer


gut

Briefe die aus der Vergangenheit kommen, ein neuer Freund und eine Bootspartie. Alles Geschichten aus diesem Buch. Diese Geschichten werden untermalt von tollen Illustrationen, mal großflächig, mal auch nur kleine am Ende der Seite.

Das Cover gibt einen netten Einblick in die Geschichte. Auch die Illustrationen im Buch sind an diesen Stil angepasst. Leider ist der Klappentext etwas unglücklich, erwartet man doch einige Kurzgeschichten zum vorlesen. Doch es sind lediglich vier längere Geschichten. Die Länge ist leider nicht wirklich was für die anvisierte Zielgruppe, Kinder ab vier Jahren.

Die Geschichten sind toll. Es geht um Mut und Verständnis, aber auch um Angst und Selbstzweifel. Allerdings sind die Geschichten sehr komplex, Handlungsweisen der Protagonisten nicht unbedingt für Kinder nachvollziehbar und an manchen Stellen auch etwas Schwierig. Auch der Inhalt spricht gegen die Zielgruppe von vier jährigen Kindern, was nicht heißt, dass die Geschichten nicht toll sind. Sie sind gut zum Vorlesen geeignet und machen Spaß, aber vielleicht eben erst ab einem Alter von 6 oder eher sogar zum Selbstlesen ab acht Jahren.

Die Protagonisten sind wirklich gut charakterisiert. Man erfährt trotz der kurzen Geschichten sehr viel. An manchen Stellen sind die Handlungen nicht unbedingt nachvollziehbar, jedenfalls nicht für so junge Kinder. Die behandelten Probleme der Kinder sind sehr komplex.

Sprachlich ist dieses BUch gelungen. Aber auch hier wieder, die schon öfter angesprochene, Diskrepanz zur angegebenen Zielgruppe. Es gibt einige Begriffe die so junge Kinder nicht verstehen.

Im Grunde ist dieses Buch wirklich gut. Die Geschichten sind inhaltlich gut. Allerdings eben doch erst ab sechs mit Unterstützung, oder eben ab acht zum Selberlesen.