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Benutzername: Petra Sch.
Wohnort: Gablitz
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 74 Bewertungen
Bewertung vom 18.02.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

Grandios! Außergewöhnlicher Plot. Einfach nur toll!

Kurz zum Inhalt:
Die 23jährige Studentin Lena Beck verschwindet eines Abends spurlos nach einer Party. Ihr Vater Matthias setzt alles daran, seine Tochter wiederzufinden. Er wendet sich sogar an die Medien. Doch Lena bleibt verschwunden.
Lena erwacht in einer Hütte im Wald. Die Hütte selbst und alle Fenster sind mit Holzplatten verschlossen. Sie hat plötzlich zwei Kinder, die 13jährige Hannah und den 11jährigen Jonathan, und einen Mann, der sich um die Familie kümmert und sie vor den Gefahren draußen beschützt. Die Tagesabläufe sind streng geregelt - wehe, sie hält sich nicht daran!
Doch eines Tages gelingt ihr die Flucht...


Meine Meinung:
"Liebes Kind" ist das Thrillerdebüt der Autorin Romy Hausmann. Bisher habe ich noch keinen Roman von ihr gelesen, aber dieser Thriller hat mich mehr als überrascht. Die Geschichte ist außergewöhnlich, innovativ, mitreißend und fesselnd. Man kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte beginnt mit einem Zeitungsauschnitt, in dem von der plötzlich verschwundenen 23jährigen Lena Beck berichtet wird. Und dann erfährt man von Lena, die plötzlich in einer verschlossenen Hütte aufwacht. Und zwei Kinder hat. Und einen Mann...
Die Beschreibungen der Tagesabläufe in der Hütte sind einfach emotional mitreißend. Es ist unvorstellbar, nur zu vier festen Zeiten auf die Toilette gehen zu dürfen. Und wehe, man hält sich nicht an alle Regeln! Das ist ein unglaubliches Ausmaß an psychischer und physischer Gewalt.
Und Lenas Vater Matthias gibt die Suche nach seiner Tochter nicht auf.
Die psychischen Auswirkungen einer jahrelangen Gefangenschaft und die starke Bezugsperson und das Oberhaupt - der Vater - auf die Kinder ist hervorragend und authentisch dargestellt. So wie sich Hannah verhält, hätte ich sie viel jünger als 13 geschätzt.
Und die Autorin schafft es auch ganz toll, einen in die Irre zu führen. Ich brauchte länger, bis ich die Zusammenhänge begriffen habe. Und auf den Täter wäre ich auch nicht gekommen!

"Dieser Thriller beginnt da, wo andere enden" - Besser kann man es gar nicht ausdrücken.
Und durch die Worte "Er macht den Tag. Und die Nacht. Wie Gott." kommt einem das Gruseln. Man muss einfach mit Lena mitfiebern und nach und nach wird die ganze Geschichte aufgedeckt. Unglaublich toll!
Ich bin schon sehr auf die Verfilmung gespannt, und wie dabei alles umgesetzt wird!

Das minimalistische Cover zeigt nebst Titel und Autorin bloß die Hütte in schwarzen Strichen auf weißem Hintergrund. Das ist aussagekräftig genug, und diese Zurückhaltung im Design gefällt mir sehr gut und passt perfekt.


Fazit:
So einen außergewöhnlichen Plot habe ich noch nie gelesen. "Dieser Thriller beginnt da, wo andere enden" - Besser kann man es gar nicht ausdrücken; mehr gibt es nicht zu sagen. Leider kann man nicht mehr als 5 Sterne vergeben, ich hätte es gerne getan. Meine Bewertung somit: 5 Sterne Plus!!

Bewertung vom 06.02.2019
Jetzt gehörst du mir / Marina Esposito Bd.8
Carver, Tania

Jetzt gehörst du mir / Marina Esposito Bd.8


ausgezeichnet

Spannend, schnell, mitreißend

Kurz zum Inhalt:
Im Ort Colchester werden kurz hintereinander drei Männerleichen gefunden. An Orten, an denen DI Phil Brennan früher Verbrechen aufgeklärt hat. Und alle drei Opfer sehen Phil ähnlich und haben eine Tarotkarte in der Jacke, auf der sein Name steht.
Phil macht sich auf, um bei der Aufklärung zu helfen, denn seine Stalkerin steht in Verdacht, die Taten begangen zu haben - doch er kommt nie in Colchester an.
Seine Frau, Profilerin Marina Esposito macht sich gemeinsam mit Phils Kollegin Imani Oliver auf den Weg nach Colchester, um bei der Suche nach Phil zu helfen.
Kann sie ihn rechtzeitig finden?


Meine Meinung:
"Jetzt gehörst du mir" ist der 8. Band der Phil Brennan+Marina Esposito-Reihe. Jeder Band ist eigenständig zu lesen und hat einen in sich geschlossenen Fall. Lediglich die privaten Details von Marina und Phil entwickeln sich, aber die Vergangenheit der beiden wird ausführlich genug beschrieben.
Der Schreibstil ist flüssig und extrem schnell zu lesen, auch aufgrund der kurzen Kapitel. Es wird von einem Handlungsstrang zum nächsten gesprungen, und alles entwickelt sich sehr schnell.
Das Autorenpaar schafft es wunderbar, den Spannungsbogen von Anfang an aufrecht zu halten.
Obwohl man recht schnell weiß, wer der Täter ist, weiß man jedoch nichts Genaues. Man muss mit Marina mitfiebern, ob Phil rechtzeitig gefunden werden kann.
Ich bin gespannt, ob dies tatsächlich der letzte Band um die Reihe von Phil Brennan und Marina Esposito war. Denn am Buchrücken steht, dass dies das packende Finale für die beiden ist.
Leider ist der Schluss so halb offen, man weiß eigentlich nicht genau, wie es mit Phil weitergeht...
Das Cover lehnt sich mit dem silberfarbenen Klebeband optisch an den Vorgänger-Band an, doch diesmal ist es leider haptisch nicht hervorgehoben.


Fazit:
Packender temporeicher Thriller, der einen von der ersten Seite an fesselt. 4,5 Spannungs-Sterne!

Bewertung vom 05.02.2019
Letzter Stollen
Dutzler, Herbert

Letzter Stollen


sehr gut

Österreichischer Regionalkrimi mit überraschender Auflösung und sympathischem Ermittler

Kurz zum Inhalt:
Genau am Tag von Gasperlmaiers Geburtstagsfeier ist ein Tourist aus dem Salzbergwerk verschwunden. Zumindest scheint es so, auch wenn eigentlich niemand vermisst wird.
Gasperlmaier muss mit seiner Kollegin Manuela ermitteln, und bald taucht auch der verschwundene Tourist auf - tot.
Hat dessen Ermordung etwas mit den einstmals von den Nazis geraubten und im Bergwerk versteckten Kunstwerken zu tun?


Meine Meinung:
"Letzter Stollen" ist der 7. Band um Franz Gasperlmaier und war mein erstes Werk dieser Reihe. Das ist aber überhaupt kein Problem, ich bin super in die Geschichte hineingekommen, da diese in sich geschlossen ist und selbständig gelesen werden kann. Einige der vorangegangenen Fälle werden im Verlauf der Geschichte erwähnt und machen Lust, diese auch kennenzulernen.
Der Protagonist Franz Gasperlmaier ist ein etwas schrulliger Ermittler, der gegenüber Frauen nie die rechten Worte findet und deshalb schon mal in kompromittierende Situationen geraten kann. Ich fand ihn sehr sympathisch und er ist mir sehr ans Herz gewachsen. Deshalb werde ich auch noch die 'alten' Fälle von Gasperlmaier lesen. Er erinnert mich in seiner Art sehr an den berühmten 'Kluftinger', den ich auch sehr mag.
Das einzige, was mir an Gasperlmaier nicht gefallen hat, war sein Faible für Frauen - er schaut allen Damen nach, und diese beherrschen oft seine Gedanken. Obwohl er seine Frau Christine liebt und ihr treu ist.
Gasperlamaiers Kollegin Manuela fand ich auch sehr sympathisch; sie ist gewieft, trifft alternative, selbständige Entscheidungen und hat Grips. Ich glaube, ohne sie wäre Gasperlmaier manchmal aufgeschmissen.

Der Schreibstil ist flüssig und schnell zu lesen, und die Handlungen bzw. Dialoge sind oft sehr witzig.
Das Lokalkolorit kommt natürlich auch nicht zu kurz; die wunderschöne Gegend des Salzkammerguts und vor allem des Ausseerlandes wird wundervoll hervorgehoben und macht richtig Lust, dorthin auf Urlaub zu fahren.
Der teilweise verwendete österreichische Dialekt bzw. Ausdrücke könnte vielleicht kleine Stolperfallen für deutsche Leser sein; vielleicht wäre da ein kleines Glossar noch anzudenken.

Mit dem Schluss bzw. der Auflösung konnte mich der Autor so richtig überraschen; damit hätte ich in keinster Weise gerechnet.

Das Cover ist ein richtiger Eyecatcher mit dem kräftigen Pink. Auch ist passend zum Inhalt ein Grunbenhunt mit Salzsteinen abgebildet, auf denen die kleine Blutlache erst auf den zweiten Blick auffällt. Gefällt mir gut!


Fazit:
Humorvoller Österreich-Krimi mit viel Lokalkolorit, einem etwas schrulligen aber sympathischen Ermittler mit viel Charme, und einer überraschenden Auflösung.

Bewertung vom 27.01.2019
Fasad Cluster
DeWinter, Cara

Fasad Cluster


ausgezeichnet

gelungene Fortsetzung der SciFi Romanze von Kilak und Sonya

Kurz zum Inhalt:
Sonya Hanada ist mit ihren Kindern Tina und Ben und ihrem neuen "Alien"-Ehemann Kilak im Fasad Cluster angekommen. Doch das Leben auf Fasad Prime erweist sich als schwieriger als erwartet: da Kilak Thronfolger ist, gibt es höfische Regeln zu beachten; er muss seine Position festigen; es gibt Intrigen unter den Adeligen; und außerdem tobt immer noch der Krieg mit den Onikaden, die weiter auf ihrem Vernichtungsfeldzug sind. Und zu allem Überfluss gibt es auch noch einen Verräter in den eigenen Reihen. Kann der Krieg endlich beendet werden?


Meine Meinung:
"Fasad Cluster Teil II - Sonya" ist die Fortsetzung von "Fasad Cluster Teil I - Kilak" und setzt direkt an dessen Ende an.
Es wird abwechselnd im Erzähl-Stil aus Sicht von Sonya und in ich-Form aus Sicht von Kilak geschildert.
Man muss den ersten Teil nicht gelesen haben, allerdings kann ich es empfehlen, um die Charaktere von Anfang an kennenzulernen.
Die Schreibweise ist flüssig und schnell zu lesen, die Beschreiung der außerirdischen Technik ist auch für Laien gut zu verstehen, und die Fasad, die sich optisch von den Menschen unterscheiden, charakterlich diesen aber sehr ähneln, sind gut ausgearbeitet und man könnte sich vorstellen, dass es genau so eine Spezies irgendwo da draußen gibt.
Die Kinder, Tina und Ben, sind wieder witzig, intelligent, gewieft und wissen sich in jeder schlimmen Lage zu helfen.
Die Autorin hat es auch wunderbar geschafft, dass man bis fast zum Schluss rätselt, wer denn nun der Verräter aus den eigenen Reihen ist.
Das Cover lässt sofort die Fortsetzung zum ersten Teil erkennen; es ist gleich aufgebaut, nur mit Sonya darauf. Genau so habe ich mir Sonya übrigens vorgestellt!


Fazit:
Science Fiction Roman, der eine schöne Liebesgeschichte, spannende Intrigen, witzige Dialoge und knisternde Erotik beinhaltet.

Bewertung vom 26.01.2019
CanGu und die wilden Bienen
Harings, Audrey

CanGu und die wilden Bienen


sehr gut

ein tolle Tier-Freundschaft und aufregende Rettungsaktion

Kurz zum Inhalt:
Die Tigerkatze Simba ist die Anführerin der Ratten - und alle sind in Gefahr! Denn die Stadtverwaltung will Gift in die Kanalisation leiten, um die Rattenplage in den Griff zu bekommen.
Zum Glück kommen die beiden Hunde Gucci und Streuner gerade wieder auf Urlaub zu ihren Katzenfreunden Canelo und Topo.
Das CanGu Team hat somit alle Pfoten voll zu tun, denn Simba und die Ratten müssen natürlich gerettet werden, wobei alle in Gefahr kommen!


Meine Meinung:
"CanGu und die wilden Bienen" ist der 3. Teil der Reihe um Canelo und Gucci. Die Geschichte ist in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Alle wichtigen Infos aus den Vorgänger-Bänden sind geschickt in der Geschichte verwebt.
Die Schreibeweise ist eher einfach gehalten, mit sehr viel direkter Rede, und ist für Kinder leicht verständlich. Die Handlung lässt sich gut verfolgen, und detailreiche schwarz-weiß Illustrationen untermalen das Gelesene. Es gibt natürlich ein Happy End.
Die Geschichte ist sowohl witzig (das Eichhörnchen Hopsi beschießt die vier Freunde wieder mit Tannenzapfen) als auch spannend (die Rettung von Simba und den Ratten sowie der Showdown mit dem bösen Pärchen.). Man erfährt auch viel über Simbas Vergangenheit.
Und der süße Saphir ist natürlich auch wieder mit von der Partie!
In dieser lehrreichen Geschichte erfahren die Kids viel über Freundschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Tierhaltung sowie Tierrettung.
Meiner Tochter hat das Buch sehr gut gefallen und sie hat mit den Tieren mitgefiebert.
Leider haben die Bienen nur einen kurzen Auftritt - aufgrund des Titels hätte ich mir gewünscht, mehr von den Bienen zu lesen.

Fazit:
"CanGu und die wilden Bienen" ist eine wundervolle Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Tierschutz; mit vielen schönen schwarz-weiß Illustrationen.

Bewertung vom 25.01.2019
Good Morning, Mr. President!
Dorey-Stein, Beck

Good Morning, Mr. President!


sehr gut

Nicht ganz was ich erwartet habe - zu wenig Hintergrundinfos, zu viel 'Teenie'-Liebes-Geschnülze, aber schnell zu lesen

Kurz zum Inhalt:
Beck Dorey-Stein zieht im Frühjahr 2011 nach Washington, D.C., um an der renovierten Sidwell Friends Scool als Nachhilfelehrerin zu arbeiten. Als ihr Vertrag ausläuft, bleibt sie der Liebe wegen in D.C.
Doch dort Arbeit zu finden ist nicht einfach. Durch Zufall wird sie zu einem Vorstellungsgespräch geladen - und der angebotene Job ist Stenographin des Präsidenten im Weißen Haus!
Beck nimmt die Arbeit an und erzählt nun in ihrem Buch über ihre Jahre von 2012 bis 2017 an der Seite des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama.


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Beck Dorey-Stein ist, wie auch ihre Freunde es ihr immer wieder gesagt haben, locker, flüssig und schnell zu lesen. Das Buch ist in Tagebuch-Erzählstil verfasst, kein trockenes Sachbuch, deshalb lässt es sich wie ein Roman lesen.

Ich finde den Blick hinter die Kulissen des Weißen Hauses richtig spannend und zu erfahren, wie es dort tatsächlich zugeht, v.a. für die Mitarbeiter; die Hierarchien; die Freundschaften, die sich bilden (oder auch nicht) etc... Obwohl Becks Job in der unteren Stufe der Hierarchie angesiedelt ist, und sie 'nur' die Gespräche des Präsidenten aufzeichnen und tlw. danach ins Reine tippen muss, ist es interessant, ihr Leben mitzuverfolgen.
Und dass der Präsident (President of the Untied States) von den Mitarbeitern intern nur Potus genannt wird, finde ich total interessant. Seine Frau ist folglich Flotus. ;)
Beck hat ein aufregendes Leben. Sie fliegt als Teil der "Blase" oft in der Air Force One in viele verschiedene Länder mit, wo sie auch bei Sightseeing Touren mit dabei ist; sie läuft morgens in den Hotels oft mit Potus am Laufband, und sie findet auch nach und nach Freunde.

Was mir allerdings gar nicht gefällt ist, dass sich Beck in Liebesdingen wie ein unreifer Teenager verhält - nein, sogar noch schlimmer, obwohl sie zu der Zeit Mitte bis Ende 20 ist - und dass diesem Teil im Buch sehr viel Platz gewidmet ist. Daher muss ich einen Stern abziehen. Darüber hätte für meinen Geschmack weit nicht so ausführlich berichtet werden müssen, ich hätte sie oft schütteln können und fragen: "Echt jetzt?"
Ich hätte lieber noch mehr Hintergrundinfos über die Arbeit im Weißen Haus und allem Rundherum gelesen.


Fazit:
Interessante Hintergrund-Infos über das Arbeitsleben im Weißen Haus; leider war mir zu sehr das Liebes-Drama von Beck inkludiert, das hätte es für meinen Geschmack nicht gebraucht.
Aufgrund des Tagebuch-Stils schnell und flüssig zu lesen und ich vergebe 4 Sterne.

Bewertung vom 21.01.2019
Unter uns nur Wolken
Pfeffer, Anna

Unter uns nur Wolken


sehr gut

Unterhaltsam, emotional und humorvoll; doch es wird zu wenig auf die Erkrankung Alzheimer eingegangen

Kurz zum Inhalt:
Toms Großvater Florian hat Alzheimer und bisher alle Pflegerinnen vergrault.
Anika hat sich soeben von ihrem Freund getrennt und ihren Job verloren und landet zufällig in Florians Wohnung zum Vorstellungsgespräch bei Tom. Obwohl sie keine Ahnung von der Pflege von Alzheimerpatienten hat, stellt der verzweifelte Tom sie ein. Und Anika muss bleiben, da sie keine Alternativen hat.
Florian jedoch unternimmt alles, um auch Ani zu vergraulen. Doch es gelingt ihm zum Glück nicht. Mit der Zeit öffnet er sich gegenüber Ani und erzählt ihr von seiner großen Liebe Greta, von der er Angst hat, sie zu vergessen...


Meine Meinung:
Die Geschichte ist abwechselnd in ich-Form aus Sicht von Tom und Ani geschrieben, dadurch erhält man noch tiefere Einblicke in das jeweilige Gefühlsleben und sieht Florian Alzheimer-Erkrankung von deren Augen aus.
Amüsant verfolgt der Leser die diversen Versuche, Anika zu vergraulen, was mich oft zum Schmunzeln gebracht hat; ebenso die Dialoge. Doch teilweise sind Florians Aktionen zu übertrieben und unrealistisch.
Immer wieder sind auch emotionale Momente vertreten, vor allem, als Florian dann endlich von seiner verstorbenen Frau Greta erzählt, die Tom großgezogen hat, und wo Florian riesengroße Angst hat, sie eines Tages zu vergessen.
Und dann sind da auch noch Toms Eltern, die Florian einfach nur in ein Heim abschieben wollen...

Leider geht die Erkrankung Alzheimer irgendwie total unter; es wird nicht richtig darauf eingegangen und auch Florian hatte eigentlich nur gute Tage und beim Lesen dachte man sich, dass er eigentlich fast völlig gesund rüberkommt. Und mir war der Schluss irgendwie zu abrupt; es gab ein viel zu schnelles "Happy-End", was ich mir so in dieser Form nicht erwartet oder gewünscht hätte.

Das Cover finde ich sehr schön und passend; drei Personen (Tom, Florian, Ani), die auf Wolken schweben. Auch das leichte gelb ist eine angenehme Farbgebung.



Fazit:
Auch wenn das Thema Alzheimererkrankung etwas unter den Tisch fiel, da Florian fast nur gute Tage hatte, und einige Dinge unglaubwürdig waren bzw. viel zu schnell abgehandelt wurden, wurde ich gut unterhalten; das Buch vermischt ein ernstes Thema mit Humor. Ich vergebe 4 Sterne.

Bewertung vom 09.01.2019
Dein Bild für immer
Hanel, Julia

Dein Bild für immer


ausgezeichnet

Ein trauriges Thema humorvoll verpackt - gefühlvoll, berührend und ergreifend

Kurz zum Inhalt:
Bevor Sophie ihre große Liebe Maximilian heiraten kann, stirbt er bei einem Autounfall.
Am Tag des Begräbnisses erhält Sophie einen Brief von einem Reisebüro - mit Flugtickets nach Bali. Maximilian wollte sie mit einer Flitterwochenreise überraschen!
Nach 6 Monaten der Trauer und des Überlegens beschließt Sophie, die Reise allein anzutreten. Und schon im Flieger geht alles schief: Maximilians Platz wird neu vergeben - an Niklas, einen jungen Fotografen, der nach Bali reist, um Fotos für einen Reiseführer zu machen. Und dann wird auch noch eine Hochzeitstorte serviert, die Niklas alleine isst.
Auch in Bali laufen sich die beiden immer wieder über den Weg, bis Sophie beschließt, nicht allein im Luxushotel vor Trauer zu vergehen, sondern Niklas bei seiner Reise durch Bali zu begleiten.
Während der Reise beschließt Sophie, an für sie schönen und wichtigen Orten ein Foto von Maximilian zu hinterlassen.
Schafft sie es so, und mit Niklas' Hilfe, sich langsam von ihrer Trauer zu lösen?


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Julia Hanel ist flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten.
Die Geschichte wird abwechselnd im Erzähl-Stil aus Sicht von Sophie und Niklas geschildert. So bekommt man noch tiefere Einblicke und das jeweilige Gefühlsleben. Und da ist viel los, es ist berührend, ergreifend und emotional.
Und auch wenn es einen ernsten Hintergrund, der Tod von Sophies Verlobtem, gibt, ist das Buch keine Trauerbewältigung, sondern eher eine humorvolle Unterhaltungsgeschichte. Denn die Zwistigkeiten, die sich zwangsläufig zwischen Sophie und Niklas ergeben, und ihre Kabbeleien, sind einfach nur witzig zu verfolgen.
Und auch Niklas hat Probleme zu bewältigen, weshalb er öfter viel ruppiger zu Sophie ist, als er eigentlich möchte - beide helfen einander dabei, auch wenn sie es erst nicht merken.
Mir persönlich haben die Charaktere von Charlie, Sophies Schwester, und Sara, Niklas Bekannter aus Bali, sehr gut gefallen. Charlie hat einen starken Charakter, kann sich durchsetzen, vor allem auch gegen die Eltern, von denen sich Sophie doch sehr unterdrücken lässt. Und Sara ist ein Ruhepol, die mit innerer Kraft und Weisheit Niklas und Sophie den Weg weist.

Und die tollen Beschreibungen von der wunderschönen Landschaft von Bali laden zum Träumen einen und machen richtig Lust, Bali selbst mal zu erkunden!
Das Cover ist einfach nur wunderschön mit dem filigranen Muster, auch wenn ich jetzt nicht Bali damit in Verbindung bringen würde.


Fazit:
Ein sehr gefühlvoller, aber auch humorvoller Roman über Sophies Art der Trauerbewältigung; ein wundervoller Liebesroman und eine Hommage an Bali.

Bewertung vom 09.01.2019
Klopf! Klopf! Komm herein, keiner bleibt heut Nacht allein!
Ashman, Linda

Klopf! Klopf! Komm herein, keiner bleibt heut Nacht allein!


ausgezeichnet

Eine niedliche Einschlafgeschichte für kalte Winterabende

"Klopf! Klopf! Komm herein, keiner bleibt heut Nacht allein!" ist ein wunderschönes Papp-Bilderbuch mit einer liebevollen Einschlaf-Geschichte.
Immer mehr Tiere klopfen an Tills Tür, weil sie ein warmes Bett in der kalten Nacht brauchen.
Und die Geschichte hat eine schöne Moral: Platz ist in der kleinsten Hütte, und man soll seinen Mitmenschen (Tieren) helfen. Und je mehr, desto schöner kann es ja auch sein!

Die Geschichte ist kurzen Reim-Versen geschrieben, mit kurzen Zeilen und einfachen Worten.
Leicht zu verstehen für Kinder ab 3, und perfekt zum selber-Lesen für Leseanfänger, auch aufgrund der großen Schrift.
Ganzseitige detailreiche farbige Illustrationen untermalen das Gelesene. Meine Tochter fand den Waschbären am niedlichsten.

Fazit:
Tolles Vorlese- oder Selbstlese-Buch für Erstleser mit wunderschönen Illustrationen.

Bewertung vom 08.01.2019
Kälter als die Angst / Schneidmann & Käfer Bd.5
Drews, Christine

Kälter als die Angst / Schneidmann & Käfer Bd.5


ausgezeichnet

Wer ist die Bedrohung?

Kurz zum Inhalt:
Die ehemaligen Opernsängerin Carla Dellbrück wird ermordet. Alles sieht zunächst danach aus, als wäre ihr Mann der Täter. Doch dann stellt sich heraus, dass Carla Drohbriefe erhalten hat, die in Zusammenhang mit einer lange vergangenen Bluttat stehen - auch noch, nachdem sie umgezogen ist. Alle Mieter in ihrer alten Wohnhausanlage hatten auch Drohbriefe erhalten - ebenso Katrin Ortrup, die neue Mieterin von Carlas alter Wohnung.
Peter Käfer und Charlotte Schneidmann von der Münster Kripo müssen nun ermitteln, ob Katrin nun ebenfalls in tatsächlicher Lebensgefahr schwebt. Können sie den Mord aufklären, bevor es weitere Opfer gibt?


Meine Meinung:
"Kälter als die Angst" ist der 5. Teil der Reihe um Charlotte Schneidmann und Peter Käfer. Die Geschichte ist jedoch in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Einige Andeutungen von früheren Fällen machen neugierig auf die Vorgänger-Bände! Da werde ich mir auf jeden Fall den allerersten zulegen, denn ich bin sehr neugierig auf die Geschichte und Vergangenheit des kleinen Leo geworden! Man muss mit Katrin mitzittern, denn sie wird schon wieder bedroht - dabei mussten sie und Leo bereits Schreckliches überstehen.
Der Schreibstil von Christine Drews ist flüssig und schnell zu lesen. Sie schafft es auch hervorragend, den Leser in die Irre zu führen. Den Täter hatte ich tatsächlich erst kurz vor Schluss auf dem Schirm.
Die Einblendungen zwischen den Kapiteln, die ein Auszug aus einem Aggressions-Ratgebers von einem verurteilten Straftäter sind, machen neugierig, wie dieses mit dem Fall zusammenhängt.
Auch Auszüge aus den Gedanken des Täters in ich-Form lassen einen mit noch mehr Fragen zurück.
Mir war besonders Charlotte Schneidmann sehr sympathisch, sie zeigt Intuition, Initiative und lebt ihren Beruf mit voller Liebe!
Das Cover zeigt die Silhouette von Münster, in der die Geschichte spielt. Dunkel, düster, und wie wenn das Bild zerrissen wäre - sehr passend für diesen Krimi!


Fazit:
Fesselnder Krimi, der einen auf die falsche Fährte lockt. Hat mich sehr gut unterhalten und ich vergebe 4,5 Sterne!