Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: MissSophi
Wohnort: Hessen
Über mich:
Danksagungen: 1 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 39 Bewertungen
Bewertung vom 29.06.2021
Unverschwunden
Gurt, Philipp

Unverschwunden


ausgezeichnet

Ein sensationelles Buch. Nicht allein wegen des Schreibstils des Autors, welcher leichtfüßig um die Ecke kommt und die Seiten nur so dahinfliegen lasst. Nein, dieses Buch vermag noch so viel mehr. Es fordert den Leser heraus und das auf unaufdringliche Weise.
Aber zunächst zur Geschichte. Das Buch handelt von Lukas, einem Autor, der den Durchbruch geschafft zu haben scheint. Eines Morgens wacht er auf und nichts ist mehr, wie es war. Er ist irgendwie in eine Parallelwelt geraten, in der es ihm nicht mehr möglich ist, mit anderen Menschen oder Kreaturen in Kontakt zu treten. Er ist völlig auf sich gestellt und versucht zunächst alle möglichen Arten der Kontaktaufnahme, aber es ist, als wäre er verschwunden. Die Plakate in seiner Stadt weisen noch auf Lesungen mit ihm hin – es ist also nicht so, als hätte es ihn nicht gegeben. Nein, er ist unverschwunden.
Allein diese Wortschöpfung hat mich auf dieses ungewöhnliche Buch aufmerksam gemacht. Ein Autor, der sich Worte erschaffen kann, um das auszudrücken, was er im Kern meint.
Und so stellt das Buch das eigene Sein in Frage. Was macht mein Leben aus? Wer bin ich noch, wenn ich in keine Kommunikation mehr treten kann, keinen Austausch suchen kann und auf körperliche Nähe gänzlich verzichten muss? Was würde ich an Lukas Stelle tun?
Ein Buch, welches über den eigenen Tellerrand hinwegsehen lässt, ein Buch, welches sich grandios als Diskussionsgrundlage für tiefe und ernste Gespräche mit anderen Lesern eignet. Ein Buch, welches nicht mit Beendigung im Sande versinkt, sondern welches noch lange nachwirkt und den Leser zu einer Meinungsbildung anregt. Ein Buch, wie es mehr geben sollte: es unterhält beim Lesen und zieht doch dann noch seine Kreise.
Absolute Leseempfehlung

Bewertung vom 29.06.2021
Enna Andersen und der trauernde Enkel
Johannsen, Anna

Enna Andersen und der trauernde Enkel


ausgezeichnet

Endlich findet meine Lieblingsreihe eine Fortsetzung. Ich habe mich schon sehr auf den neuen Band und die erneute Begegnung mit Enna und ihrem Team gefreut.
Diesmal ist es ein Cold Case, den so keiner als solchen auf dem Schirm hatte. Erst der Enkel des vor drei Jahren verstorbenen Bauunternehmers, bringt das kleine Team in Wallung.
Schnell stellt sich heraus, dass eigentlich nichts so war, wie zunächst angenommen und plötzlich fühlt sich jemand ganz furchtbar auf die Füße getreten, sodass Enna um ihren Sohn und dessen Au Pair Mädchen bangen und diese in Sicherheit bringen muss. So nah war ihr noch keiner und dieser Fall wird zur Zerreißprobe, bei der sich immer die Frage stellt, ob es die Gefahr wert ist.
Ganz nebenbei erfahren wir auch wieder mehr aus dem Privatleben der Akteure. Ich finde, der Autorin ist damit eine gute Mischung aus menschlichem Umfeld auf der einen Seite und der eigentliche Fall auf der anderen Seite, gelungen.
Das Buch ist Teil einer Reihe um die Ermittlerin Enna Andersen, welches man aber ohne Probleme auch einzeln lesen kann. Der Fall an sich, ist abgeschlossen und auch ohne Vorkenntnisse gut lesbar.
Mir gefällt die Zusammenstellung des Teams um Enna, welches in diesem Band sogar noch Zuwachs bekommt. Bei diesem Band hat mich der Titel lange beschäftigt und bis zum Schluss war mir die Rolle des Enkels nicht so ganz klar. Ein Kriminalroman, der so ist, wie er sein so: spannend und kurzweilig, ohne ins Absurde abzudriften. So könnte es sich zugetragen haben und sicher gibt es auch Ermittler, die die Waffen strecken würden, angesichts der eigenen Bedrohung.
Ich mag diese Reihe sehr und hoffe, dass wir noch weitere Fälle des Teams mitverfolgen können. Die Autorin überzeugt durch gute Recherche und durch ihren flüssigen Schreibstil, der die Lesestunden nur so verfliegen lassen. Alles ist in sich schlüssig und man kann die Bedrohung fast am eigenen Leib nachvollziehen

Bewertung vom 20.06.2021
Selbsthypnose
Exenberger, Lisa

Selbsthypnose


ausgezeichnet

Schon lange bin ich auf der Suche nach Anleitungen, um den Alltag zu entschleunigen und mich wieder mehr auf mich selbst zu besinnen. Achtsamkeitsübungen sind im Trend und ich suchte nach einem Hörerlebnis, welches mich abholt und dabei hilft zur Ruhe zu kommen, ohne irgendwelche esoterischen Ansätze zu verfolgen.
Und dann stieß ich auf Lisa Exenberger. Zunächst hatte ich Probleme mit der Sprachmelodie des Wienerischen, aber je länger ich es höre, desto vertrauter wird es mir. Das Timbre ist sehr tief und angenehm. Auch die Geschwindigkeit ist sehr angenehm – fast würde ich mir noch mehr Pause wünschen, um mich besser einlassen zu können.
Alles in allem gefällt mir das Hörbuch total gut und es ist, wie eine Art Belohnung für mich, die Übungen zu probieren. Ich hatte noch ein wenig Mühe, sie vom Laptop auf mein Handy zu bekommen, aber jetzt kann ich auch im Liegen üben und nicht immer nur starr vor dem Bildschirm. Wobei mir letzteres noch ein gewisses Maß an Kontrolle überlassen hat - sich vorsichtig auf die Übungen einzulassen und mal sehen, was passiert. So, als müsste ich erst Vertrauen aufbauen, bevor ich mich gänzlich der Trance hingebe, in dem Wissen, dass ich da auch wieder rausfinde.
Bemerkenswert sind auch die Wissensimpulse. Auch für den Laien gut verständlich erklärt und immer in der richtigen Dosierung. Es ist schön zu wissen, dass alles seinen Sinn macht und diese Übungen tatsächlich wissenschaftlich fundiert und wirksam sind. Aber das habe ich beim Ausprobieren ja selbst feststellen können.
Mit diesem Hörbuch habe ich endlich einen guten Begleiter gefunden, der mir hilft „runter zu fahren“ und mich selbst zu beruhigen. Gerade im Kontext einer Therapie finde ich dieses Buch unglaublich wertvoll und ich habe es schon mehrfach weiterempfohlen.
Mich überzeugt die Vielzahl an Übungen, denn nicht jede Anleitung ist für jeden in jeder Situation gut anwendbar. Man kann aus einem reichen Fundus schöpfen und sich da abholen lassen, wo man gerade steht.

Bewertung vom 27.04.2021
Hirngespenster
Keller, Ivonne

Hirngespenster


ausgezeichnet

Was für ein Buch. Lange schon konnte ich ein Buch so schwer aus der Hand legen. Und das, obwohl dieser Thriller ganz ohne Gemetzel und Blutvergießen auskomme.

Der Autorin gelingt es nahezu mühelos, den Leser in den Bann zu ziehen. Sie erzählt die Geschichte um Silvie, die seit ihrem Unfall alle motorischen und sprachlichen Dingen verlernt hat und die nun von ihrer einstigen Rivalin gepflegt wird. Diese lebt inzwischen unverhohlen mit dem Mann ihrer Träume, nämlich Silvies Mann, zusammen und kümmert sich auch um die beiden Söhne.

Eine weitere wichtige Rolle spielt Anna - Silvies Schwester, die wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.

Das Buch lebt von seinen Rückblenden, die jeweils aus der Sicht einer der drei Frauen beschrieben ist und von Silvies momentanem Stand ihrer Bemühungen, wieder am Leben teilhaben zu dürfen.

Der Spannungsbogen ist unfassbar groß und hält sich tatsächlich bis ganz zum Schluss. wo wir erfahren dürfen, wie alles zusammenhängt.

Ein grandioser Thriller, von dem ich fast sagen möchte, dass ich sowas in der Art noch nicht gelesen habe. Die Geschichte scheint so vor sich hin zu plätschern und lässt einen doch irgendwie nicht los. Der Autorin gelingt es die Lebenswege der drei Frauen so plastisch vor unserem Auge entstehen zu lassen, dass man sich mittendrin fühlt und ihre Art des Beschreibens ist einfach authentisch und empathisch.

Sehr gelungen.

Bewertung vom 12.04.2021
Trauma
Mundt, Angélique

Trauma


ausgezeichnet

Ein Buch, welches hält, was es auf dem Umschlag verspricht: es ist ein Thriller. Einer von der Sorte, bei dem man ab und an das Atmen vergisst. Einer von der Sorte, in der die Autorin mit dem Leser spielt und Traum und Wirklichkeit gekonnt verwischen.
Leila wacht in der Psychiatrie auf und versteht die Welt nicht mehr. Ihre Erinnerung hat sich in den letzten Winkel ihrer Seele versteckt und sie weiß nicht mehr, was Sache ist. Lediglich Flashbacks gewähren ihr einen Eindruck in den Schrecken, welchem sie entronnen ist. Ihr zur Seite steht eine Psychologin, die ihr helfen soll, sich wieder zur erinnern.
Gekonnt spielt die Autorin mit den Gefühlen und Eindrücken der Leser, wie auf einem Klavier, welches auch in dem Thriller eine tragende Rolle spielt. Sie schafft es mühelos, das besondere Ambiente einer Psychiatriestation einzufangen und so dem unbedarften Leser ein Gefühl für diesen Ort zu vermitteln. Sie zeichnet Lebensläufe, wie man sie tatsächlich dort vorfindet und schafft es, wertfrei zu beschreiben.
Man leidet mit Leila und spürt ihre Verzweiflung förmlich nach. Ist sie tatsächlich die Mörderin, für die sie der Kommissar hält. Alle Indizien sprechen gegen sie.
Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt und hatte zudem noch das Gefühl, dass das Buch mir etwas zu sagen hat. Ein Thriller, der brillant aufgebaut ist und völlig logisch zum Schluss kommt.
Eine von Herzen kommende Leseempfehlung für alle, die gute Spannungsliteratur zu schätzen wissen.

Bewertung vom 11.04.2021
Du bist wie ich (eBook, ePUB)
Ibsen, Inken

Du bist wie ich (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Dies ist die Vorgeschichte der „Endlich“ Reihe von Inken Ibsen und kann auch eigenständig gelesen werden – aber Vorsicht: man möchte dann unbedingt wissen, wie sich alles weiterentwickelt.
Ich hatte die Reihe vorher schon gelesen und war neugierig, wie alles angefangen hat und von daher war es ein „Muss“ dieses Buch zu lesen. Es erzählt von dem kleinen beschaulichen Ort Lonstrup in Dänemark, von seinen Bewohnern und den Touristen. Wir werden entführt in die 80 iger Jahre. Dort begegnen wir Leif, einem Fischer mit Leib und Seele, und seiner Frau Freija.
Dies Buch behandelt sie Themen Verlust und Trauer, wie sie im Leben vorkommen und wir dürfen Leif bei seiner Bewältigung über die Schulter schauen. Das Leben geht weiter und schickt manchmal Zeichen, dass es gut ist, weiterzuleben und in diesem Fall ist das ein kleines Touristenmädchen aus Deutschland, welches sich in das Herz von dem raubeinigen Fischer stiehlt.
Wir lesen von Freundschaften, die auf die eine oder andere Probe gestellt werden und von der unbändigen Lust am Leben. Alles durchzogen von einer wundervollen Schreibweise, die einen das Meer fühlen und die Meereslust riechen lässt.
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung, weil man alles um sich herum vergessen kann und mit lebt und -leidet und alle diese wunderbaren Menschen in sein Herz schließt. Es ist aus der „Endlich“ Reihe entstanden und schafft es vorzüglich, alle offenen Fragen bezüglich der Freundschaft von Inken und Leif zu beantworten und macht wieder Lust, diese gelungene Reihe noch einmal zu lesen.

Bewertung vom 24.03.2021
Searching Lucy
Stein, Christina

Searching Lucy


ausgezeichnet

Ein Jugendthriller, der sich sicher auch gut in der Erwachsenenwelt der Bücher bewähren könnte und vielleicht auch wird.

Wir lernen Amber kennen, die erst vor kurzem ihren Vater und dann noch ihre Zwillingsschwester Lucy verloren hat. Was mit beiden geschehen ist, ist völlig unklar, also besteht Hoffnung, dass sie noch leben und Amber macht sich auf die Suche. Ihre Mutter stürzt, ob diesem Verschwinden, völlig ab und Amber muss sich nun auch noch um ihren kleinen Bruder und um die Mutter kümmern. Ihre Art damit umzugehen ist, dass sie in die Häuser der potentiellen Verdächtigen eindringt und nach Spuren sucht.

Es ist atmosphärisch ein sehr dunkles Buch, welches auch durch die Playliste unterstrichen wird, die die Autorin unter Verwendung des Buchtitels bei Spotify hochgeladen hat. Die Autorin schafft es mühelos, den von ihr gezogenen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und ihm immer wieder „Futter“ zu geben. Gerade die Schilderung der Einbrüche lässt einem das Blut gefrieren, weil man immer mitfiebert, ob alles gut geht. Die Charaktere sind gut beschrieben und Ambers Art mit Menschen und Dingen umzugehen, lässt die Schwere der Thematik etwas auflockern. Der Schreibstil ist flüssig und eindrücklich, wenngleich sich oft der Jugendsprache bedient wird und ich mit manchen „Ausdrücken“ Schwierigkeiten hatte. Aber, so reden die Kids eben.

Durch Ambers Einbrüche bekommt man einen guten Blick hinter die Fassaden der Menschen aus ihrem Umfeld, was mir sehr gut gefallen hat, auch wenn diese Art der Verarbeitung nicht mein Weg wäre. Aber es wird klar, dass nicht immer alles Gold ist, was glänzt und dass der Schein oft mehr trügt, als einem bewusst ist.

Ein Buch voller Atmosphäre, voller Gefühl und voller Probleme, die das Leben mitunter so mit sich bringt. Thematisch ist von Alkoholabhängigkeit, Schuld, Selbstverletzung, Missbrauch alles mit von der Partie. Ein Buch, was thematisch gut aufgreift, mit welchen Widrigkeiten sich manch Jugendlicher konfrontiert sieht.

Bewertung vom 14.03.2021
Lebens-Kraft Lebendig-Sein
Herren, Evelyne Ruth

Lebens-Kraft Lebendig-Sein


ausgezeichnet

Ein seltenes Kleinod halte ich hier in meinen Händen und ich weiß nicht so recht, ob es ein Buch oder doch eher ein Bildband ist. Schwer ist es – durch als die phantastischen Fotos, die das Buch, neben dem Erzähltem zu etwas Einzigartigem machen.
Nicht selten fragt man sich in einer Lebenskrise, woher einem noch die Kraft kommen soll, das alles zu bewältigen. Und lange schon spürt man vielleicht nicht mehr, dass man lebendig ist. Da kommt das Buch wie gerufen – es stellt die Lebens-Ur-Kraft ganz praktisch und ganz bebildert dar. Von der Kraft, Erdplatten zu verschieben, bis hin zu der Kraft, die in den Pflanzen steckt und sie jedes Frühjahr aufs Neue sprießen lässt.
Weg von der Schwere, die das Leben belastet, lädt das Buch dazu ein, im Moment zu leben und sich an der Schönheit der Natur und auch an den Gaben des Einzelnen und die der Mitkreaturen zu erfreuen. Auch die Natur erholt sich nach sogenannten Katastrophen und bringt auf scheinbar verlorener Erde neues Leben hervor.
Die Bilder sind mit Liebe ausgesucht worden und manchmal beschleicht einen das Gefühl, dass man der Autorin ganz nah sein darf – als hätte sie ihr Fotoalbum für uns geöffnet, um uns zu zeigen: es lohnt sich, wieder aufzustehen, wieder an das Leben und die Lebendigkeit zu glauben.
Wie man aus ihren Zeilen entnehmen kann, kennt auch die Autorin die dunklen Stunden des Lebens und hat Dinge erfahren, auf die sie sicher gut und gerne verzichtet hätte, aber genau das macht die Echtheit dieses Bildbandes so spürbar. Sie weiß, wovon sie schreibt und sie weiß, dass es weitergeht und das Leben sich seine Bahn bricht.
Ein unglaublicher Mutmacher, unterstrichen durch die passenden Aufnahmen, in einer Zeit, in der man sich in der Leere zu verlieren glaubt. Kein strenges „Du musst… Du solltest..“ sondern ein liebevolles an die Hand nehmen: Schau, ich zeig Dir was.
Eine Lektüre, die man nicht ausgelesen haben kann. Zu vielfältig die Texte und Bilder, die den Leser immer wieder dazu einladen, das Wunderwerk in die Hand zu nehmen und zu staunen.

Bewertung vom 24.02.2021
Die Toten auf Helgoland
Johannsen, Anna

Die Toten auf Helgoland


ausgezeichnet

Obwohl dies schon der siebte Fall um die Inselskommissarin Lena Lorenzen ist, war es mein erster Kontakt mit dieser sehr zielstrebigen Frau. Ich bin gut in das Buch reingekommen und kann bestätigen, dass man diesen Fall gut lesen kann, auch wenn man die anderen Bände nicht kennt.

Lena wird nach Helgoland berufen, um dort einen Fall von einem Doppelmord aufzuklären. Bei dem männlichen Toten handelt es sich um einen Kollegen, der als Verbindungsmann einer großen Sache auf der Spur war und in den Innendienst berufen wurde, bevor er spurlos verschwand.

Nun ist es an Lena herauszufinden, in welcher Sache er ermittelt und wer als Täter in Betracht kommt.
Ein sehr spannender Krimi, den ich nicht aus der Hand legen konnte, bevor ich wusste, wie alles zusammenhängt und wer alles beteiligt war. Was mir besonders gut gefallen hat, wie authentisch die Protagonisten geschildert werden und wie sie plastisch vor meinem inneren Auge zum Leben erweckt wurden. Die Mischung aus „Fall“ und Privatleben ist sehr ausgewogen und macht die Beteiligten umso menschlicher und echter.

Dies Buch hat großes Potential, weil es in sich schlüssig und super spannend ist. Der Schreibstil ist flüssig und der Autorin gelingt es hervorragend das Flair der nordischen Mentalität einzufangen und den Leser in die Weiten des Meeres zu entführen.

Ich werde einiges nachzuholen haben, wenn ich von Anfang an lesen möchte, aber darauf freue ich mich schon sehr und kann diese Reihe nur jedem Leser von gut gemachten Krimis ans Herz legen.

Bewertung vom 30.01.2021
Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schiefgehen kann (eBook, ePUB)
Wider, Tini

Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schiefgehen kann (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Lilly: 17 Jahre alt, bekommt fast mehr aufgebürdet, als man als einzelner Mensch bewältigen kann. Wir treffen sie, nachdem sie ihre Mutter verloren hat und sich ihr Leben ganz neu sortiert. Es kommt vieles auf einmal und zwischendurch habe ich immer den Atem angehalten, ob sie darunter nicht letztendlich zerbricht.

Dieses Buch ist eine Märchenadaption, was ich nicht erkannt habe, weil ich das dazugehörige Märchen nicht kannte. Gekonnt in die heutige Zeit übertragen und mit ganz viel Wirkung. Ein Buch, welches Hoffnung schenkt und Mut macht.

Mir persönlich hat es unglaublich gut gefallen, weil ich für mein eigenes Leben viel davon mitnehmen konnte. Es hat mich nicht nur in einer persönlichen Krise abgelenkt, sondern mir auch wieder viel Hoffnung gegeben.

Es ist wunderbar plastisch beschrieben. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und so realistisch beschrieben, dass man denkt, man kenne sie wirklich persönlich. Die Geschichte ist flüssig und in sich schlüssig. Es geht um Verlust, Intrigen, Freundschaft und Liebe. Es geht darum, wo das Herz Zuhause ist. Ein richtiges „Wohlfühlbuch“, welches in dieser tristen und traurigen Zeit Licht ins Dunkle bringen zu vermag.

Das ist genau die Art Bücher, die ich mag: sie entführen den Leser aus dem eigenen Alltag und schaffen eine Atmosphäre von Hoffnung und Gerechtigkeit. Sie erschaffen einen Parallelalltag, in den man so oft es geht flüchten mag. Sehr, sehr gelungen.