Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
MarySophie

Bewertungen

Insgesamt 305 Bewertungen
Bewertung vom 14.02.2024
Alsterglanz. Lottes Hoffnung / Das Alsterhaus Bd.1
Rubin, Susanne

Alsterglanz. Lottes Hoffnung / Das Alsterhaus Bd.1


ausgezeichnet

Es gibt einen Prolog, der geheimnisvoll klingt, ein bisschen Spannung aufbringt und gut geschrieben ist. Danach geht es direkt in die Geschichte über, man lernt Lotte näher kennen, kann sich von ihrer Lebenssituation ein Bild machen und an die Ausgangssituation gewöhnen. Es gibt einen sehr soliden Start in die Handlung, ich habe mich leicht an alles gewöhnen können und bin direkt flüssig mit dem Lesen vorangekommen. Mir gefällt die Sprache, sie führt auf angenehme Art und Weise durch die Geschichte, lässt sich fein lesen und befindet sich auf einem guten Niveau. An den passenden Stellen wurden Emotionen eingefügt und auch ein schönes Maß an Spannung war vorhanden. Dieses entstand durch ein Geheimnis, das Lotte, die Hauptprotagonistin, mit sich herumträgt. Ab und an wird es erwähnt, erst spät in der Geschichte aufgelöst und bis dahin kann man nur rätseln, was wohl los ist. Ich empfand das als sehr angenehm und gut zu lesen, es rundet die Handlung ab.

Alles findet vor einem historischen Hintergrund, der mit zunehmender Geschichte stärker wird. Nicht nur liegt eine Story vor, die vor fast 100 Jahren spielt, sondern auch durch die Politik und die Geschichte des Kaufhauses Hermann Tietz einen wunderbaren Rahmen erhalten hat. Fiktive Protagonisten vermischen sich gekonnt mit historischen Persönlichkeiten, dasselbe gilt auch für Situationen und Ereignisse. Darauf entsteht eine schöne Geschichte, die nicht nur gut unterhält, sondern auch ein Stück weit ein Abbild der Vergangenheit zeichnet.

Durchweg wurden feine Charaktere erschaffen, die ich mir schnell und gut vorstellen konnte. Im Vordergrund steht eindeutig Lotte, sie ist der Dreh- und Angelpunkt der Handlung und man lernt ihre Figur am besten und intensivsten kennen. Besonders gefallen hat es mir, dass bei Lotte eine interessante Entwicklung zu erkennen ist, sie ist im Verlauf der Geschichte, die sich über ein paar Jahre erstreckt, nicht nur älter, sondern auch deutlich reifer und stärker in ihrem Auftreten geworden, was auf eine realistische Weise dargestellt ist. Auch bei den anderen Protagonisten kann man sehen, wie sie sich wandeln, wenngleich dies nicht so stark und ausführlich stattfindet, wie bei Lotte. Doch auch sie sind meist sympathisch, gut durchdacht und abwechslungsreich dargestellt.

Fazit
Ich hatte mich wirklich sehr auf den Roman gefreut und ihn schließlich auch innerhalb von knapp drei Tagen ausgelesen gehabt. Mir hat das Buch echt gut gefallen, es liegt eine feine, unterhaltsame Geschichte vor, die nicht nur mit ansprechenden und lebendigen Protagonisten ausgestattet ist und vor einem interessanten historischen Hintergrund spielt. Dazu eine schöne, lockere Sprache und ein gutes Setting, schon bin ich glücklich.
Mir hat noch ein Highlight gefehlt, dass den Roman abrundet und ihn noch stärker aus der Masse herausstechen lässt. Das Lesen hat mir allerdings auch so Spaß gemacht, ein sehr feines Buch, bei dem ich mich sehr auf die Fortsetzung freue!

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

Bewertung vom 14.02.2024
Das Erbe einer Dynastie / Dallmayr Saga Bd.3
Graf, Lisa

Das Erbe einer Dynastie / Dallmayr Saga Bd.3


sehr gut

Ich habe vor dem Lesen mal ein bisschen überlegt, was in den vorherigen Bänden passiert ist. Einiges ist mir wieder eingefallen, anderes kam mir dann während des Lesens wieder in den Sinn. Somit hatte ich zusammenfassend einen recht guten und flüssigen Start in die Geschichte und mir fiel es überraschend leicht, mich wieder darauf einzulassen. Zudem gibt es immer mal wieder ein paar Hinweise, was bisher geschehen ist, was ebenfalls hilfreich war!
Ich finde, dass die Sprache von der ersten Seite an ein flottes Lesen ermöglicht hat. Sowohl das Leben im Dallmayr, der Familie Randlkofer, als auch das Weltgeschehen wird lebendig beschrieben. Ich konnte mir die Örtlichkeiten gut vorstellen, auch die Figuren erhalten mit fortschreitender Handlung viel Persönlichkeit und treten auf eine angenehme und oft auch einnehmende Weise auf.
Es werden einige Erzählperspektiven genutzt, die verschiedene Blickweisen auf die Themen bieten und für eine gute Vielfalt sorgen. Mir hat das gut gefallen, zudem kann man so auch eine persönliche Entwicklung bei den Protagonisten erkennen und verschiedene Denkweisen kennenlernen.

Ich mag, wie intensiv und eingängig der historische Aspekt in der Geschichte vorkam. Das entsteht natürlich schon durch das Dallmayr und die Einbindung der Familie Randlkofer. Aber auch durch politische Ereignisse wird der Handlung ein schöner Hintergrund geboten, man kann die Stimmungen und Meinungen der Bevölkerung nachvollziehen und schauen, was für Auswirkungen bestimmte Entscheidungen für die ganze Nation haben. Ich hatte vorab gedacht, dass auch der Krieg mehr im Roman behandelt wird, ein großer Teil dessen wird allerdings übersprungen. Empfand ich tatsächlich als recht angenehm, da diese Jahre kurz angeschnitten werden und in ausreichend anderen Büchern ausführlich behandelt werden.

Ich fand es etwas schade, dass das Dallmayr für meinen Geschmack diesmal nicht mehr so stark im Fokus steht. Es spielte vor allem am Anfang eine zentrale Rolle, was mir echt gut gefallen hat. Aber aufgrund der Fülle an Themen, die aufkommen, rutscht es irgendwann leider ein bisschen in den Hintergrund und die Politik, die kommende Generation, als auch diverse Reisen stehen mehr im Vordergrund. Das war immer noch interessant und gut geschrieben und ich mag ja auch, dass es nie langweilig wird und eine schöne Abwechslung geboten wird. Allerdings hätte ich mir doch gewünscht, dass das Dallmayr durchweg mehr den Mittelpunkt der Geschichte darstellt.

Fazit
Eine weitere tolle Saga wandert nun geschlossen ins Regal und alles in allem bin ich zufrieden. Jedes einzelne Buch stellte für mich ein Lesevergnügen dar, ich bin sehr begeistert von der Reihe, wenngleich ich finde, dass dieser dritte und finale Band ein bisschen schwächer war, als die anderen beiden. Das kommt für meinen Geschmack dadurch, dass das Dallmayr zwar immer noch im Fokus steht, allerdings auch von den anderen Themen ein wenig übertrumpft wird und nicht mehr das im Fokus stehende Objekt ist. So wird zwar allgemein ein guter Blick auf die verschiedensten Personen und Probleme der Zeit geboten, mir wars aber leider ein bisschen zu wenig Dallmayr. Ansonsten ist es aber top geschrieben, unterhaltsam, interessant und mit einem soliden historischen Hintergrund versehen. Hat mir gut gefallen und ich kann die ganze Reihe definitiv weiterempfehlen!

Bewertung vom 09.02.2024
Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen
Henry, Emily

Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen


ausgezeichnet

Mir fiel es sehr leicht, mich auf die Geschichte einzulassen. Bereits nach wenigen Seiten war ich in der Handlung drin, hatte mich sowohl an die Sprache, die Situation, als auch die Protagonisten gewöhnt und bin locker mit dem Lesen vorangekommen. Das hat sich schließlich über den gesamten Roman erstreckt, zwischendurch habe ich auch mal einige Seiten als Hörbuch gehört und auch da war es mir möglich, der Handlung ohne Probleme zu folgen.
Die Sprache befindet sich auf einem leichten Niveau, sie ist anschaulich, umschreibt locker die Situationen und Handlungsorte und erschafft dadurch solide Bilder. Sie lässt sich flüssig lesen, zeichnet interessante Charaktere und besitzt dabei einen ansprechenden und geschickt eingesetzten Humor. Dadurch wird das Ganze nochmals aufgelockert und es entsteht der Eindruck eines wunderbar leichten, sommerlichen Buches, das auf verschiedenen Ebenen überzeugen kann!
Gleichzeitig gibt es aber auch an einigen Stellen einen überraschenden, aber sehr gut ausgearbeiteten Tiefgang, der verschiedene Probleme der Protagonisten aufzeigt und deutlich macht, weshalb sie manche Macken besitzen und auf diese Weise auftreten.
Mir hat besonders das niedliche Kleinstadt-Setting gefallen. Dort kam eine ganz tolle Stimmung auf, es wirkte irgendwie einlullend und vermischt mit den sommerlichen Temperaturen, die im Roman herrschen, wird man richtig in den Sog der Geschichte gezogen. Und das kam selbst bei mir an, wobei ich ja eigentlich ein absoluter Herbst- und Wintermensch bin. Trotzdem habe ich mich in jenen Momenten, in denen ich gelesen habe, richtig auf den Sommer gefreut...
Ich finde, dass interessante und sympathische Protagonisten geschaffen wurden, die abwechslungsreich gestaltet sind und die recht greifbar sind. Besonders hat es mir gefallen, wie sie sich im Verlauf der Geschichte öffnen, verschiedene Emotionen zeigen und dadurch eine Tiefe

Fazit
Ich hatte mich sehr auf den Roman gefreut und hatte wunderbare Lesestunden. Mir gefallen unglaublich viele Aspekte des Buches, die Geschichte kann auf vielen Ebenen überzeugen und macht echt viel Spaß zu Lesen. Besonders gefallen hat es mir, was für einen Tiefgang die Handlung an manchen Stellen erhalten hat, was ein gutes Gegengewicht zu den humorvollen Szenen darstellt. Außerdem war ich selbst ganz überrascht davon, wie stark mich die sommerliche Stimmung und das Kleinstadtsetting begeistert hat, am liebsten wäre ich mit Libby und Nora zusammen durch das Örtchen geschlendert und hätte den Sonnenschein und die Stimmung genossen. Ein sehr gut geschriebenes Buch mit lebendigen Protagonisten und einer schönen Sprache, das ganz viel Lust auf Sommer macht!

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

Bewertung vom 07.12.2023
Die Frau in Hitlers Badewanne
Dandini, Serena

Die Frau in Hitlers Badewanne


schlecht

Handlung
Lee Miller ( 1907 – 1977 ) gilt als modern, willensstark und talentiert. Sie war Model und Muse für verschiedene erfolgreiche Männer, tritt aber schon bald aus deren Schatten und folgt ihrer eigenen Berufung. Sie verfolgt ihre Karriere als Fotografin, wird Kriegsreporterin und ist leidenschaftliche Reisende. Lee Miller verfasst Reportagen über das Naziregime in Deutschland, ist Zeugin der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau geworden und war dabei, als Hitlers Wohnung in München gestürmt wurde. Und dort wurde sie in der Badewanne von Hitler fotografiert, ein Bild, das um die Welt ging. Allerdings hat sie sich schon bald darauf zurückgezogen, alle Zeugnisse ihrer Arbeit und ihres Lebens auf den Dachboden verbannt und erst nach ihrem Tod wurden diese wiederentdeckt.

Meinung
Ich hab das Buch in der Verlagsvorschau erstmals gesehen und ich wollte am liebsten direkt ins Buch reinlesen. Mir hat die Inhaltsangabe sehr gefallen, ich erinnere mich noch an einen Roman, den ich vor einiger Zeit gelesen habe und wo das Foto von Lee Miller am Rande erwähnt wird. Schon damals empfand ich sie als Person sehr spannend und nun ein Werk zu lesen, das sich komplett mit ihrem Leben befasst, hat mich interessiert.

Ich habe es mir angewöhnt, dass wenn ich ein neues Buch beginne, mir nicht mehr die Inhaltsangabe durchlese. Ich weiß ja, dass es mich interessiert und so gibt’s auch einen kleinen Überraschungseffekt. Das habe ich auch bei diesem Werk so gehandhabt und wusste grob, um was sich die Handlung drehen wird. Die ersten Seiten haben mir gut gefallen, sie sind gut geschrieben und haben meinen Erwartungen entsprochen. Ich hatte auf eine Romanbiographie gehofft, die näher das Leben dieser faszinierenden Dame beleuchtet. Schnell zeigte sich dann, dass kein Roman vorliegt, sondern das Werk eher einer Biographie gleicht und wie ein Sachbuch geschrieben ist. Ich war davon überrascht, habe aber trotzdem noch mit viel Interesse weitergelesen. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich immer weniger Lust hatte, weiterzulesen. Einerseits war mir das Buch zu ausschweifend und langatmig geschrieben, gleichzeitig hat es mich gestört, dass die Autorin immer wieder Passagen reingeschoben hat, in der sie sich selbst in Spiel bringt und was davon erzählt, wie sie manches wahrgenommen hat. Das wirkte, als wolle sie aus dem Nähkästchen plaudern, was absolut unpassend war. Mir hätte es besser gefallen, wenn die Biographie geradlinig und ohne viel Schnörkel erzählt worden wäre.

Auch die Sprache hatte eine komische Mischung aus biographischen und romanartigen Zügen. Einerseits gibt’s ein paar nüchterne Beschreibungen, dann aber auch immer wieder Abschnitte, in denen plötzlich Handlungen von Lee Miller so dargestellt werden, als würde sie dies genauso getan haben. Irgendwie war mir das nicht rund, es brachte Unruhe und eine Entscheidung für eine Variante des Erzählens hätte mir besser gefallen.
Was mich dann vollends verwirrt hat war das Nachwort der Autorin, die das Buch als Roman bezeichnet hat. Dem habe ich so gar nicht empfunden, die biographischen Elemente waren stärker, nur sehr sehr selten hatten ein paar Sätze romanhafte Züge. Die Selbsteinschätzung verstehe ich daher nicht ganz und hat auch noch dazu beigetragen, dass ich das Buch ziemlich unzufrieden beiseite gelegt habe.

Fazit
Seitdem ich das Buch in der Vorschau gesehen habe, war ich Feuer und Flamme dafür. Ich hatte auf eine geile Romanbiographie über Lee Miller gehofft und war gespannt darauf, mehr über die Frau zu erfahren, die so einen spannenden Lebenslauf hat. Schnell habe ich den Gedanken an einen Roman aufgegeben, es handelt sich vielmehr um eine Biographie, die sehr sachlich erzählt wird. Hat mich anfangs nicht weiter gestört, ich bin noch recht flüssig mit dem Lesen vorangekommen und fand das Buch durchaus interessant. Leider gab es immer wieder Einstreuungen vonseiten der Autorin, was sie erlebt hat und Vergleiche ihrer Person mit Lee Miller. Und zudem wird mir das Leben der Fotografin nicht geradlinig genug erzählt. Ich habe immer oberflächlicher gelesen, vieles übersprungen und muss zusammenfassend leider sagen, dass es nicht so meins war.

Bewertung vom 07.12.2023
Falling Hard for the Royal Guard. Eine königliche Liebeskomödie
Clawson, Megan

Falling Hard for the Royal Guard. Eine königliche Liebeskomödie


weniger gut

Voller Motivation und Vorfreude habe ich den Roman in die Hand genommen und mit dem Lesen begonnen. Ich habe schon auf den ersten Seiten gespürt, dass der Funke nicht ganz überspringt, war aber noch guter Dinge, dass sich dies im Folgenden ändern wird. Maggie war mir als Hauptprotagonisten zu verpeilt, unangenehm und gestresst. Sie zeigt sich vor allem auf den ersten Seite von einer ziemlich schlechten Seite, ich hatte direkt eine leichte Abneigung gegen ihre Figur. Das bessert sich zwar im Folgenden, ich empfand sie nicht mehr als sooo unangenehm, so richtig sympathisch wurde sie mir aber nie.
Zudem finde ich, dass die ersten Seiten sehr ereignisslos sind. Gefühlt liest man nur davon, wie Maggie auf Arbeit geht, abends wieder heim und das geht jeden Tag so. Es gibt keinerlei Abwechslung und Maggie zeigt keine Interessen oder Einzigartigkeiten. Ich finde, dass der Start deutlich mehr Stärke und Schwung benötigt hätte.

Es gibt viele Wiederholungen. Sei es die Größe von Maggie, ihre Haarstruktur, ihre chaotische Art, ihr Arbeitstag oder die allabendlichen Trinkgelage von Maggie oder anderen Bewohnern des Tower of London. War mir zu viel, irgendwie lief der Roman im immerselben Schema ab und es gab kaum neue Impulse oder aufregende Abwechslungen.

Ich hatte mir das Setting richtig richtig cool vorgestellt. Ich war sehr gespannt darauf, zusammen mit den Protagonisten über das Gelände des Tower of London zu streifen und all dies lebendig wahrzunehmen. Teilweise war das auch ganz cool, allerdings konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, wo welches Örtchen liegt. Hier wäre eine kleine Karte mit den wichtigsten Gebäuden echt hilfreich gewesen. So wäre zudem besser nachvollziehbar gewesen, wie die Entfernungen ausschauen und es hätte bei mir einen runderen und vor allem greifbareren Eindruck hinterlassen.

Fazit
Ich mag das Cover, auch die Inhaltsangabe ist gut, ich hatte auf eine schöne Geschichte mit einem richtig coolen Setting erwartet. Und dann wars leider nie so richtig rund. Es wurde eine viel zu verpeilte, chaotische und auch unsympathische Hauptprotagonistin gewählt, es gibt viele Wiederholungen, die Handlungsorte wurden wahllos reingestreut, ohne dem Leser die Möglichkeit zu geben, sie richtig zu lokalisieren. Ich hab die Geschichte komplett gelesen, es war irgendwie ganz nett und lesbar. Aber so richtig überzeugt hat mich nichts. Die Idee ist wirklich gut, aber an vielen Stellen ist die Umsetzung eher schwach ausgefallen.

Bewertung vom 05.11.2023
Tage des Aufbruchs / Danzig-Saga Bd.1
Sellnick, Hilke

Tage des Aufbruchs / Danzig-Saga Bd.1


sehr gut

Ich empfand die ersten Seiten als ein wenig schleppend. Lag wohl vor allem daran, dass ich mich erst an die Sprache und die Ausgangssituation gewöhnen musste. Es hat ein paar Seiten gebraucht, ehe ich mich mehr auf die Handlung einlassen konnte, als dies dann einmal geschehen war, lief es rund. Ich bin flotter mit dem Lesen vorangekommen, habe mich auch mehr mit Johanna angefreundet.
Schließlich zeigte sich, dass der Schreibstil der Autorin sehr bildhaft und lebendig ist, ich bin flott mit dem Lesen vorangekommen und mag es, wie die Szenen umschrieben sind. Die Beweggründe für Handlungen und Aussagen sind verständlich geschildert, die Protagonisten kommen recht realistisch daher und die Geschichte verströmt eine ganz eigene Stimmung, die mich in ihren Bann gezogen und dazu geführt hat, dass ich den Roman nur schwer aus der Hand legen mochte.

Das Setting ist sehr interessant gehalten. Vor allem durch die Unterschiede zwischen prachtvollen Patrizierhaus und einfacherem / normalen Haus von Berthold Forster mit angeschlossener Werkstatt sind perfekt dargestellt und ich mag es, wie mit zunehmender Handlung immer stärkere und festere Bilder der Handlungsorte entstehen. Zudem entsteht ein gutes dessen Zusammenspiel und es wird auf diese Weise auch ein Bild der Gesellschaft gezeichnet.

An sich gibt es ganz wunderbare Zeichnungen der Protagonisten, sie sind abwechslungsreich und vielfältig. Ich mag es, wie sie ganz eigene Charaktere erhalten haben, wie im Verlauf der Geschichte Entwicklungen zu sehen sind und es ein ganz interessantes Zusammenspiel unterschiedlichster Typen gibt. Etwas schade finde ich, dass Johanna nicht stärker auftritt, sie ist mir ein bisschen zu schwach gezeichnet und nicht greifbar genug. Da hätte ich mir mehr erwartet, anfangs fand ich das okay, aber mir waren da nicht genug Entwicklungen zu sehen.
Und ich muss sagen, dass mir die Beziehung mit Berthold Forster ein bisschen suspekt war. Nicht unbedingt die Ehe und ihren Umgang an sich, mir war es nur zu viel, wie er immer von seinem kleinen Frauchen gesprochen hat. Klang, als würde er Johanna klein halten und sie nicht ernst nehmen. War mir zu viel und hat mich irgendwann ziemlich genervt.

Fazit
Es wurde ein spannender und vor allem interessanter Start einer neuen Saga angekündigt und genau damit konnte das Buch auch überzeugen. Ich habe den Roman echt gern gelesen, bin locker flockig damit vorangekommen und ich habe mich jeden Tag auf den Moment gefreut, an dem ich endlich wieder in die Geschichte eintauchen kann. Es liegt eine unterhaltsame und gut geschriebene Geschichte vor, die ein schönes Bild der Handlungszeit, der Settings und vor allem der Protagonisten zeichnet. Bis auf die nicht ganz runde Darstellung von Johanna und der etwas merkwürdigen Ehe von dieser und ihrem Mann bin ich zufrieden, es gibt nichts zu meckern und ich freue mich schon sehr auf Band zwei!

Bewertung vom 05.11.2023
Der Glanz einer neuen Ära / Dallmayr Saga Bd.2
Graf, Lisa

Der Glanz einer neuen Ära / Dallmayr Saga Bd.2


ausgezeichnet

Es ist gut ein Jahr vergangen, seitdem ich den ersten Band gelesen habe und in dieser Zeit ist mir leider doch so einiges von den Geschehnissen entfallen. Nicht immer war es mir möglich, direkt die Zusammenhänge herzustellen, manches wurde offen im Text erwähnt, sodass man an eine bestimmte Szene erinnert wird, manches ist mir erst während des Lesens wieder eingefallen. Deswegen habe ich für den Anfang ein bisschen Zeit benötigt, um in die Geschichte hineinzufinden, als dies einmal geschehen war, hatte ich absolut keine Probleme mehr damit, den Ereignissen zu folgen.

Ich mag die Sprache wieder sehr sehr gern. Sie ist lebendig gehalten, gibt sehr gute und bildreiche Einblicke in das Leben der Familie Randlkofer, in ihre Ambitionen, aber auch in die Handlungszeit. Dabei bleibt sie durchweg auf einem gleichbleibend guten Niveau, sie lässt sich flüssig und problemlos lesen und zeichnet durchweg interessante Bilder der Szenen.
Auch die Handlungsorte haben eine schöne Umschreibung erhalten, die sogleich lebendig, als auch farbenfroh erscheint. Besonders jene Szenen, die in landschaftlicher Umgebung spielen, wirkten extrem greifbar und haben ganz tolle Bilder ergeben. Aber auch das Dallmayr selbst wurde wieder sehr ansprechend und detailreich umschrieben, auch wenn ich finde, dass diese Darstellungen im ersten Band noch intensiver ausgefallen sind. Auf jeden Fall konnte ich mir den Laden recht gut vorstellen und es ist spannend zu verfolgen, wie er sich im Laufe der Jahre verändert und entwickelt.

Ich finde, dass der Geschichte ein schönes Maß an Spannung beigefügt wurde. Es ist nicht immer zu bestimmen, in welche Richtung sich die Ereignisse entwickeln werden, oft gibt es doch noch Wendungen, die für mich überraschend kamen. So wird gewährleistet, dass der Leser der Handlung mit viel Interesse folgt und ich mag es, wie undurchsichtig die Geschehnisse bleiben.
Hauptsächlich finde ich, dass die Stimmung sich auf einer recht ruhigen und beschaulichen Ebene befindet. Klar gibt es immer wieder Szenen, die aufregender ausfallen und die auch gleichzeitig die Spannung erhöhen, grundsätzlich wirkt die Geschichte aber eher gemütlich und daher sehr einladend.

Mit den Protagonisten bin ich echt zufrieden. Es taucht wieder eine Vielzahl an Figuren auf, viele sind aus dem ersten Band bekannt und daher fast schon alte Bekannte, nur wenige neue Personen kommen hinzu. Dabei ist allen gleich, dass sie ausführliche, lebendige und abwechslungsreiche Zeichnungen erhalten haben, keiner gleicht dem anderen und sie zeichnen sich alle durch besondere Züge und Eigenheiten aus. Dadurch wird es nie langweilig, sie gehen ein schönes Zusammenspiel ein und harmonieren perfekt miteinander.

Fazit
Band eins vom Dallmayr war für mich ein absolutes Highlight, ich hatte die Lektüre sehr genossen und noch heute schwärme ich davon in den höchsten Tönen. Und dementsprechend waren meine Erwartungen an die Fortsetzung auch recht hoch und ich hatte auf eine genauso geile Geschichte gehofft. Und sie war letztendlich auch echt gut, informativ und abwechslungsreich und ich habe sie super gern gelesen. Aber leider hat mich die Fortsetzung nicht so begeistert wie Band eins der Saga. Es liegt ein solider Roman vor, der mir gut gefallen hat, dem aber leider noch ein Highlight fehlt.

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sterne

Bewertung vom 05.11.2023
Cosmopolitan - Die Zeit der Frauen
Rosen, Renée

Cosmopolitan - Die Zeit der Frauen


sehr gut

Der Beginn des Romans war mir bereits aus der Leseprobe vertraut, weshalb ich direkt sehr flüssiges und gut mit dem Lesen vorangekommen bin. Aber auch die hervorragend lesbare Sprache hatte daran ihren Anteil, sie leitet gut in die Geschichte hinein und befindet sich auf einem natürlichen Niveau. Sie bietet solide Bilder jeglicher Situationen und gibt die Möglichkeit, sich von der Handlungszeit, Mitte der 1960er Jahre, einen Eindruck zu verschaffen.

Ich mag es, wie vielfältig die Geschichte wirkt, man trifft im Verlauf der Handlung allerhand spannende und teils auch illustre Persönlichkeiten, was den Gesamteindruck auflockert und wodurch es nie langweilig wird. Außerdem wird so die gelungene Recherchearbeit der Autorin sichtbar, sie bietet einen guten Eindruck des Lebensgefühls, der Hoffnungen und Sehnsüchte und lässt dabei historische Personen auf fiktive Figuren treffen. Sie gehen ein schönes Zusammenspiel ein und treten einander ebenbürtig auf, was mir sehr gefallen hat.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Protagonisten noch lebendiger auftreten und noch stärkere und aussagekräftigere Charaktere hätten ihnen gut getan. Vor allem Alice kommt neben Helen Gurney Brown ein bisschen blass daher, sie tritt nicht so stark auf, wie ich es mir erhofft hatte und ich finde, dass man merkt, dass sie sich dem Leser nicht ganz öffnet. Sie verbirgt einige Seiten von sich und zeigt sich nicht in all ihren Facetten, was dazu führt, dass sie zwar eine sympathische Hauptfigur ist, ich aber nie so wirklich eine Bindung zu ihr aufbauen konnte.

Fazit
Ich war sehr gespannt auf den Roman, der Start, die Sprache, die Handlungsorte und die Stimmung konnten mich auch echt überzeugen und haben schnell dazu geführt, dass ich das Buch gern in die Hand genommen habe und auch echt flüssig mit dem Lesen vorangekommen bin. Es liegt eine durch und durch interessante Geschichte vor, die einen schönen historischen Hintergrund besitzt und viele Informationen zur Erfolgsstory von Helen Gurney Brown und dem Cosmopolitan-Magazins bietet. Einzig hätte ich mir gewünscht, dass Alice, die Hauptprotagonistin des Buches, noch stärker und freier auftritt, sie sich dem Leser mehr öffnet. Ansonsten gibt’s von meiner Seite aus nichts zu meckern, ich hatte gute Lesestunden mit dem Roman!

Bewertung vom 05.11.2023
Elizabeth II. und die Lieben ihres Lebens
Diechler, Gabriele

Elizabeth II. und die Lieben ihres Lebens


sehr gut

Es gibt einen starken, emotionalen Start in den Roman, die Handlung setzt zur Beerdigung von Prinz Philip ein und zeigt einen kleinen Einblick in die Gedanken der Queen. Man kann kurz miterleben, wie sie den Tag erlebt und auch überstanden hat. Das war definitiv eine interessante Weise, um das Buch zu beginnen, als Leser will man direkt weiterlesen und weiter in das Leben dieser besonderen Person einzutauchen.
Insgesamt erstreckt sich der Roman über das ganze Leben von der Queen. Man kann gut schauen, wie sie aufgewachsen ist, wie die Beziehung zu diversen Familienmitgliedern war, wie sie in ihre Rollen als Ehefrau, Mutter und vor allem Königin hineingewachsen ist und wie sie auf diverse historische und politische Ereignisse reagiert hat. Es bietet sich die Möglichkeit, diese Persönlichkeiten auf menschliche und sehr greifbare Weise zu erleben und dabei zu verfolgen, wie sie auf die verschiedensten Themen reagieren.
Es wechseln sich immer Abschnitte aus dem Jahr 2021 und der Vergangenheit ab. Anhand von Tagebüchern blickt sie auf ihr Leben zurück, auf erste Begegnungen und letzte Momente, auf Krisen. Viele Abschnitte widmen sich dabei der königlichen Familie, erst ab ungefähr der Mitte des Buches wendet sich der Fokus stärker der Politik und den Ereignissen auf der ganzen Welt zu. Das fand ich ein bisschen schade, die Handlung war zwar noch immer sehr interessant, aber mir war dieser plötzliche Wandel zu abrupt und hat das Gleichgewicht des Romans ein bisschen durcheinandergebracht.

Es liegt eine schöne Sprache vor, die von jeder Szene sehr lebendige Bilder malt. Ich bin sehr flüssig mit dem Lesen vorangekommen und mag es, auf was für eine greifbare Art sowohl die Personen, als auch die Handlungsorte gezeichnet sind. Was ich bei beiden Aspekten sehr bewundernswert empfinde, viele Szenen spielen auf weitläufigen Schlössern, bei denen es schwierig sein kann, die Dimensionen zu erfassen. Und die Protagonisten sind natürlich jedem Leser bekannt, man hat einen eigenen Eindruck von ihnen und ihnen dann so viel Leben einzuhauchen ist sehr gut gelungen!

Fazit
Ich liebe bekanntermaßen eine gute Romanbiographie und wollte mir daher dieses Werk über die Queen nicht entgehen lassen. Es zeigte sich schnell, dass eine gute Recherchearbeit geleistet wurde, um so viele Fakten und wahre Begebenheiten wie möglich zu verarbeiten und um die Personen so nah wie möglich an der Wahrheit zu gestalten. Und das ist auch wirklich gelungen, ich finde, dass ein lebendiger und interessanter Blick auf die Queen, aber auch auf ihre Familie geschaffen wurde, der stark dazu verleitet, dass man weiterlesen möchte und noch mehr über die Royals erfahren will. Mir hat es besonders gefallen, dass mich manche Begebenheiten überraschen konnte, etwas schade empfand ich es, dass sich die Handlung irgendwann mehr der Politik und dem Weltgeschehen und dem darauf folgenden Einfluss auf die Royals zuwendet und weg von der Familie geht. Ansonsten jedoch ein echt tolles Buch, ich hab es gern gelesen und finde, dass ein schönes Werk geschaffen wurde, dass der Queen definitiv gerecht wird!

Bewertung vom 05.11.2023
Frau Glück und die Winterlichter
Liebig, Anna

Frau Glück und die Winterlichter


sehr gut

Ohne Probleme bin ich in die Geschichte gestartet und habe mich direkt auf die Geschehnisse einlassen können. Mir gefällt es sehr, wie man sich am Anfang einen Eindruck von den Protagonisten und der Ausgangssituation machen kann und sich direkt eine entspannte Aura breitmacht, die viel Ruhe verströmt und für mich gut zu Gerda und ihrem Waschsalon passt.
Auch die Sprache zeigte sich von Beginn an von ihrer besten Seite. Sehr lebendig gehalten, mit authentischen Charakterdarstellungen, schönen Umschreibungen des Waschsalons und einer tollen Bodenständigkeit. Oft wird eine Umgangssprache genutzt, die ein flüssiges Lesen zulässt und dabei hilft, sich die Szenen vorzustellen.

Der Hauptteil der Geschichte spielt im Jahr 2008, wo man die erwachsene und etwas gealterte Gerda begleitet. Man kann beobachten, wie es ihr gut, welche Wendungen ihr Leben genommen und an was für einem Punkt sie nun steht. Und dann gibt es noch jene Abschnitte, in denen sich Gerda an jene unvergessliche Weihnachtszeit im Jahr 1963 erinnert. Dabei erhält man Blicke in die Vergangenheit, auf Gerdas erste große Liebe, die Gesellschaft und auf das Verhältnis zwischen Gerda und ihrer Mutter. Zudem war es interessant zu sehen, was für eine Bedeutung ein Waschsalon damals war und wie er einen gesellschaftlichen Treffpunkt darstellt. Mir hat die Mischung gut gefallen. Sie passt gut zum Roman, gibt immer wieder einen neuen Impuls und sorgt dafür, dass es nie langweilig wird. Beide Zeitebenen sind interessant gestaltet und halten sich gut die Waage.

Zwei kleine Dinge habe ich zu bemängeln. Einmal gab es ab und an ein paar Aussagen von den Protagonisten, die für mich nicht rund waren und die ich kritisch betrachtet habe. Und dann finde ich das Ende und diese ganze Spannung, die mit der Frage nach Gerdas großer Liebe und weshalb sich die Situation so entwickelt hat, nicht stimmig gelöst. Ich habe noch Fragen und finde, dass die Geschichte unrund und noch nicht perfekt ist. Da ist noch Luft vorhanden und ich finde leider, dass hier die einfache Variante der Lösung gefunden wurde, die zwar möglich ist, aber da es den ganzen Roman über einen Spannungsaufbau gab und die Protagonisten selbst aufgeklärt werden wollen, wirkt das sehr plötzlich und nicht ganz glaubwürdig.

Fazit
Ich bin mit großen Erwartungen in die Lektüre gestartet. Die Geschichte klingt echt schön, die Autorin versteht es, tolle und lebendige Romane zu schaffen und ich hatte richtig viel Bock auf Weihnachtsstimmung. Und daher war ich sehr gespannt auf die Handlung und schnell hatte ich einen guten Eindruck davon. Lebendige Charaktere, viel Stimmung, eine schöne Sprache. Das hat sich bis zum Ende durchgezogen, zu weiten Teilen bin ich echt zufrieden mit dem Buch. Einzig der Spannungsaufbau und die große Frage, die immer wieder angesprochen wird, als auch ein paar zu einfach hingeworfene Aussagen waren nicht so mein. Ansonsten liegt jedoch ein liebevoll erschaffener und stimmungsvoller guter Roman vor, der mir gut gefallen hat!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.