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Jasmin

Bewertungen

Insgesamt 123 Bewertungen
Bewertung vom 20.11.2022
Kopenhagen mon amour
Brisby, Zoe

Kopenhagen mon amour


gut

Das Cover hat mich total angesprochen und überhaupt erst dafür gesorgt, dass ich mich für das Buch interessiere, denn eigentlich lese ich ja eher Krimis und Thriller. Aber ab und zu darf es auch etwas fürs Herz sein.

Das Thema Kinderwunsch fand ich interessant, denn eigentlich wird darüber nicht geredet, vor allem wenn man Single ist, so wie Protagonistin Brune. Es hat für mich dann auch immer einen eher traurigen Beigeschmack, deswegen konnte ich mir das Thema humoristisch aufbereitet nicht so gut vorstellen.

Die Autorin macht das, indem sie Brune und ihre beste Freundin Justine sehr überspitzt und zum Teil naiv handeln lässt. Das muss man mögen. Ich war beim Lesen eher zwiegespalten. Es gab so oft Situationen, in denen ich einfach nur den Kopf geschüttelt habe, zum Beispiel als Brune die halbe Apotheke an Kinderbedarf leer kauft, obwohl sie noch nicht mal annähernd dabei ist, schwanger zu sein. Auch Justine hat mich mit ihrer übertriebenen Art was ihren veganen Lebensstil und den Hang zur Weltrettung angeht oft genervt.

Schön fand ich allerdings die Begegnungen mit anderen Personen in Dänemark. Auch hier werden Klischees bedient und es ist teilweise sehr belehrend, aber ich fand diese Gespräche sehr angenehm zu lesen.

Gut gefallen hat mir auch, dass man ein bisschen das dänische Lebensgefühl mitbekommen hat. Ich möchte unbedingt auch mal nach Kopenhagen reisen. Ich hätte gern noch ein wenig mehr davon gehabt.

Natürlich ist der Plot ziemlich vorhersehbar. Das hat mich nicht gestört, denn man hat das ja oft bei Romanen und ich bin nicht mit der Intention herangegangen, überrascht zu werden, sondern wollte einige gemütliche Lesestunden verbringen. Das ist gelungen. Und das Ende war dann doch nicht so vorhersehbar, es bleibt sogar ein wenig offen, was sehr gut passt.

Insgesamt bin ich zufrieden, denn was ich wollte, habe ich bekommen. Allerdings wird mir das Buch auch nicht so lange im Gedächtnis bleiben, und wenn, dann wohl eher Brunes nervige Art. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne.

Bewertung vom 23.10.2022
Schmerzwinter
Sander, Aaron

Schmerzwinter


ausgezeichnet

Eigentlich dachte ich, ich wäre abgehärtet, weil ich so viele Krimis und Thriller lese - aber für "Schmerzwinter" braucht man wirklich starke Nerven!
Denn was mit den Opfern passiert, ist wirklich brutal und wird schonungslos beschrieben. Ich konnte das Kopfkino nicht ausschalten. Sicher geht es noch härter, aber wer eher zart besaitet ist, sollte von dem Buch Abstand nehmen. Alle anderen werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Für mich war es gerade an der Grenze: Noch auszuhalten, aber schlimmer hätte es nicht mehr werden dürfen :)
Gut gefallen hat mir auch der Schreibstil. Er ist super flüssig, sehr anschaulich (wie bereits erwähnt) und so fliegt man nur so über die Seiten. Außerdem gibt es immer wieder kleine Cliffhanger innerhalb des Buches, sodass man einfach weiterlesen muss. So muss ein guter Thriller auf jeden Fall sein.
Die Story ist auch sehr gelungen. Wie gesagt, es geht brutal zu und man fiebert aber permanent mit. Die Spannung wird auf jeden Fall hochgehalten.
Wer also beim Lesen etwas aushält, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten!

Bewertung vom 19.09.2022
Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2
Turner, A. K.

Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2


sehr gut

Das Cover wirkt auf den ersten Blick sehr düster, aber wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass es durch die Blumen bei genauerem Hinsehen gar nicht mehr so dunkel ist - genau wie die Protagonistin.
Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Fall bzw. Band der Reihe rund Cassie Raven. Vorkenntnisse sind aber nicht nötig um das Buch zu genießen - die hatte ich auch nicht.
Das Besondere: Cassie ist keine klassische Ermittlerin oder Rechtsmedizinerin, sondern Sektionsassistentin, d. h. sie bereitet die Obduktionen vor, führt sie aber nicht durch. Ich wusste gar nicht, dass es diesen Beruf gibt und fand das sehr spannend.
Auch dass Cassie so ungewöhnlich ist, hat mir gut gefallen. Sie erfüllt keine Klischees, wirkt nach außen hart, aber kümmert sich fast schon liebevoll um die "Gäste", die ihr anvertraut werden. Man muss sie einfach mögen - und Sympathien für die Protas sind mir beim Lesen immer sehr wichtig.
Mein Kritikpunkt: Das Buch wird als Thriller eingeordnet, was ich aber nicht nachvollziehen kann. Spannung stand für mich nämlich beim Lesen nicht im Vordergrund. Es war eher ein Roman mit Leichen, in dem man Cassie auf ihrem Weg begleitet, mehr über sich selbst und ihre Familie zu erfahren. Alles ist dabei sehr unaufgeregt, fast schon ruhig und emotionslos. Das passt zur Protagonistin und macht das Buch nicht weniger lesenswert - aber es ist eben auch nicht spannend von der ersten Seite. Am Ende dann schon - hier konnte man aber auch schon einiges vorausahnen.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen und auch die Reihe ist absolut lesenswert. Ich habe den ersten Teil schon auf meine Wunschliste gesetzt, weil ich ihn unbedingt noch lesen möchte.
Von mir gibt es 4 Sterne!

Bewertung vom 19.09.2022
Die Welt kippt
von Tschischwitz, Heiko

Die Welt kippt


gut

Mich hat bei diesem Buch vor allem das Thema und der Klappentext angesprochen, da ich gerne Bücher lese, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen.
Dieser Roman fiel deswegen in mein Beuteschema.
Am Anfang war ich auch richtig gefesselt. Mir hat der Aufbau sehr gut gefallen, denn es werden immer verschiedene Perspektiven erzählt. So blickt man mal durch die Augen der Klimaaktivistin Tessa, dann verfolgt man die Pläne Chinas, aber auch die Großmächte USA und Deutschland kommen dazu.
Was ich überhaupt nicht gebraucht hätte, war die Liebesbeziehung zwischen Tessa und der Investorin Shannon, die trotz unterschiedlicher Lebensstile zueinander finden. Es hat zwar Sinn gemacht, da hier zwei Welten aufeinander geprallt sind, aber in einem Buch zu diesem Thema braucht es für mich keine Sexszenen.
Gut gefallen hat mir wiederum, dass die Handlung in der nahen Zukunft angesiedelt ist. So wirkte alles noch realer und hat für Gänsehaut gesorgt. Das hat mich wie gesagt vor allem am Anfang richtig gefesselt.
Die Spannung ist meiner Meinung nach aber mit der Zeit abgeflaut. Es hat sehr, sehr lange gedauert, bis man endlich wusste, was China denn jetzt plant - und das wurde ja schon im Klappentext angekündigt. Das hat sich für meinen Geschmack etwas gezogen.
Und wie sich dann alles entwickelt, gerade in Bezug auf Tessa, war dann für mich ein bisschen drüber. Natürlich ist das Geschmacksache, aber für mich wäre weniger mehr gewesen.
Alles in allem: Ein netter Roman zu einem wichtigen Thema, der aber leider die Stärke vom Anfang nicht bis zum Ende halten kann. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne!

Bewertung vom 15.09.2022
Das siebte Mädchen (eBook, ePUB)
Willingham, Stacy

Das siebte Mädchen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ich mag Thriller, in denen sich die Vergangenheit mit der Gegenwart vermischt. Allerdings sind das meistens Cold Cases, deswegen fand ich die Herangehensweise der Autorin hier sehr interessant und spannend.

Denn es geht um Morde, die vor zwanzig Jahren geschehen sind - aber auch um einen aktuellen Fall. Der Klappentext nimmt hier schon einiges vorweg, was mich im ersten Moment etwas gestört hat. Denn dass beispielsweise Chloe selbst ihren Vater überführt, das kommt im Buch erst später vor. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch, denn für mich war das Buch ein echter Pageturner.

Geschrieben ist der Thriller aus Sicht der Protagonistin Chloe. Das ist sehr gelungen, denn es sind vor allem ihre Erinnerungen, die die beiden Zeitebenen miteinander verknüpfen. Außerdem nimmt man so sehr stark an ihrem Gefühlsleben teil und erfährt, wie es ist, die Tochter eines Mörders zu sein. Dadurch, dass man die Infos immer nur häppchenweise bekommt, wird auch die Spannung gesteigert und man möchte immer weiterlesen.

Auch der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Obwohl es viel um Erinnerungen und Gefühle geht, ist es zu keiner Zeit langweilig oder gar langatmig. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und ich konnte das Buch nicht oft aus der Hand legen, weil ich einfach wissen wollte, wie es weitergeht.

Denn wenn der Mord in der Gegenwart passiert, dann weiß man Gefängnis sitzt und dafür nicht verantwortlich sein kann. Also kann man sich beim Lesen seine eigenen Gedanken machen und Theorien aufstellen. Ich habe wirklich versucht, den Mörder zu finden - aber keine Chance. Bis zum Ende bin ich im Dunkeln getappt und wurde durch die Wendung zum Schluss richtig überrascht. Wie alles aufgeklärt wird und zusammenhängt, hebt die Geschichte nochmal auf eine andere Ebene. Einfach nur WOW!

Ich bin immer noch richtig begeistert und kann euch diesen Thriller nur ans Herz legen! Von mir gibt es 5 Sterne!

Bewertung vom 15.09.2022
Stille blutet
Poznanski, Ursula

Stille blutet


sehr gut

Sofort zu Beginn lernt man das erste Opfer kennen, das nicht gerade sympathisch ist - als Leser trauert man der im Klappentext erwähnten Nachrichtensprecherin Nadine Just also nicht hinterher. Mir hat der direkte Einstieg gut gefallen, denn es geht direkt los.

Die Ermittlungen werden von Fina Plank und ihren Kollegen aufgenommen. Sie ist noch sehr jung und die einzige Frau in der Abteilung und wird vor allem von ihrem Partner und Kollegen Oliver nicht ernst genommen. Im Gegenteil: Er lässt kein gutes Haar an ihr. Und das hat mich während des Lesens etwas gestört. Die Sticheleien und das Macho-Gehabe von Oliver nimmt mir zu viel Raum ein. Zum Glück lässt es im Laufe des Buches etwas nach. Ich bin gespannt, wie sich das Verhältnis der Beiden mit dem Vorschreiten der Reihe noch entwickelt.

Aufgebaut ist der Thriller chronologisch und relativ klassisch. Der erste Mord geschieht und die Ermittlungen werden aufgenommen, wobei die Perspektiven zwischen den Ermittlern und dem Verdächtigen Tibor Glaser abgewechselt werden. Das ist sehr gelungen, denn so bekommt man beide Einsichten gut mit. Außerdem gibt es noch kleine Einschübe von einem Unbekannten, der auch einen Mord begeht. Darauf möchte ich an dieser Stelle aber nicht weiter eingehen, um nicht zu spoilern.

Grundsätzlich hat mir gefallen, dass es zwar etwas brutal ist, aber auch nicht zu blutig. Man kann das Buch also auch abends im Bett lesen, ohne Angst haben zu müssen, nicht mehr einschlafen zu können. Spannend ist es aber auf jeden Fall. Denn während sich Finas Kollegen schnell auf einen Täter festlegen, ist sie anderer Meinung - und man als Leser auch. Man kann also miträtseln und sich seine eigenen Gedanken machen.

Auf das Ende bin ich so nicht gekommen. Hier gibt es mehrere Überraschungen. Das ist super und macht für mich einen guten Thriller aus.

Auch der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Er ist flüssig, es gibt viele Dialoge und kaum Längen. Angesiedelt ist die Handlung in Wien. Hier ist der Ort aber weitgehend austauschbar. Es werden einige Orte genannt, aber sie sind nicht ausschlaggebend für die Handlung. Wer sich in Wien auskennt, wird vielleicht das ein oder andere wiedererkennen. Für mich war es so aber auch okay.

Insgesamt wurde ich sehr gut unterhalten. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und gebe 4 Sterne!

Bewertung vom 12.09.2022
Die Filiale
Etzold, Veit

Die Filiale


ausgezeichnet

Dass Banken eher die Bösen sind, das ist ja ein Klischee, mit dem man sie verbindet. Genau dieses Thema greift auch Veit Etzold in seinem neuen Buch auf.

Ich lese den Autor sehr gerne, weil mir sein flüssiger und lebendiger Schreibstil sehr gefällt. Es ist alles sehr anschaulich, ohne in die Länge gezogen zu werden. So auch hier.

Außerdem merkt man, dass er sehr gut recherchiert hat bzw. sich mit der Thematik auskennt. Ich beschäftige mich gar nicht mit Investitionen oder ähnliches, das ist ein Buch mit sieben Siegeln. Etzold hat es geschafft, auch Unwissenden näher zu bringen, was Fonds usw. sind. Alles hat Sinn gemacht, aber hat auch dafür gesorgt, dass ich an der ein oder anderen Stelle fast etwas eingeschüchtert war.

Letztendlich ist das Buch aber natürlich kein Ratgeber, sondern ein Thriller. Dieser kommt nicht so blutig daher, wie man es sonst von Etzold kennt. Das hat der Spannung aber gar keinen Abbruch getan - im Gegenteil. Die Spannung ist hoch und bleibt es auch.

Alles beginnt eher gediegen, fast schon aus dem Alltag gegriffen. Damit kann sich der Leser sehr identifizieren. Die Hauptperson Laura arbeitet in einer Bank und lebt zur Miete - wird aber gekündigt, denn das Gelände, auf dem das Haus steht, geht an einen Investor.

Wie skrupellos hier gehandelt wird und dass für Geld sogar über Leichen gegangen wird, war sehr erschreckend, aber der perfekte Stoff für spannende Lesestunden.

Ich habe das Buch gar nicht mehr aus der Hand gelegt und Lauras Kampf und ihre Zerrissenheit zwischen der Verbundenheit zu ihrem Arbeitgeber, der Bank, sowie dem Wunsch, ihr Haus zu behalten, verfolgt.

Geniale Umsetzung, super Schreibstil, Spannung bis zum Schluss: von mir 5 Sterne!

Bewertung vom 31.08.2022
Mörderische Masche
Letterman, Karla

Mörderische Masche


gut

Ich sage es gleich vorweg: Ich bin ein bisschen enttäuscht, aber trotzdem hat mir das Buch gut gefallen - was jetzt erstmal nicht zusammenpasst, aber ich hoffe, es kommt in den nächsten Zeilen heraus, was ich meine.

Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht leicht. Man lernt Henri kennen, der gerade frisch verwitwet ist, aber so klar und deutlich, was eigentlich passiert ist, erfährt man nicht. Deswegen war es ein etwas holpriger Start.

Ich hatte mich dann aber schnell an die Erzählweise gewöhnt und dann hat sich das Buch auch wirklich flüssig gelesen. Es handelt sich hier um den Auftakt einer Reihe und das hat man auch gemerkt. Es wird erstmal sehr viel erzählt, die Figuren vorgestellt, das Setting, usw. Das hat sich teilweise etwas gezogen. Denn zu den eigentlichen Ermittlungen zum Tod von Henris Frau, wie es der Klappentext ja schon vorwegnimmt, kommt man erst ab der Mitte des Buches. Das fand ich etwas schade, denn etwas weniger Drumherum hätte auch gereicht. Es hat mich auch gestört, dass es kleine Handlungsstränge gab, die dann gar nicht mehr aufgegriffen wurden. Auch dass Henri zum "Häkel-Henri" wird und den Wollladen übernimmt, gibt für meinen Geschmack etwas unter.

Als dann die Ermittlungen losgehen, hat mir die Story wieder sehr gut gefallen - auch wenn ich immer noch Probleme hatte, die einzelnen Damen der Häkelrunde auseinanderzuhalten. Allerdings ging es dann sehr schnell und fast ein wenig zu reibungslos. Hier wäre auf jeden Fall Raum für mehr Spannung gewesen.

Das Ende, na ja, auch hier bin ich ein bisschen enttäuscht. Es war dann doch sehr unspektakulär.

Aber - wie ich anfangs erwähnt habe - hat mir das Buch dennoch gut gefallen, als Auftakt einer Reihe. Diese will ich auf jeden Fall weiterverfolgen. Ich denke, es steckt sehr viel Potential in den Figuren und bin gespannt, welche Fälle es noch zu lösen gibt. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dann ein wenig mehr Schwung in den einzelnen Bänden steckt.

Für den Auftakt gibt es von mir 3 Sterne!

Bewertung vom 31.08.2022
Nur du und ich
van Rensburg, Laure

Nur du und ich


sehr gut

Wenn ein verliebtes Pärchen ein romantisches Wochenende zu zweit verbringt - wie soll dann bitte ein Thriller daraus werden? Laure van Rensburg ist sicher nicht die erste Autorin, die dieses Thema aufgreift, aber es ist dann doch immer wieder spannend.

Das Buch ist in verschiedene Handlungsstränge unterteilt. Zum einen ist man im Jetzt und begleitet Steven und Ellie auf ihr romantisches Wochenende, zum anderen gibt es Einschübe, die man zuerst nicht so richtig einordnen kann. Außerdem wird auch immer wieder die Perspektive zwischen den beiden Protagonisten geändert - die Kapitel sind dann mit dem jeweiligen Namen überschrieben - sodass man beide Sichtweisen kennenlernt. Das hat mir sehr gut gefallen.

Am Anfang lässt die Spannung etwas auf sich warten, aber das fand ich hier nicht schlimm. Das Setting wird erstmal in Ruhe aufgebaut und die Beziehung der Beiden beleuchtet. Dass aber ein bisschen was im Argen liegt, dass merkt man relativ schnell.

Richtig gut umgesetzt war, dass man anfangs gar nicht weiß, wer ist jetzt eigentlich der "Böse". Und auch während des Lesens ist man sich manchmal unsicher und die Sympathie springt etwas hin und her. Dann wird es aber schnell klar und auch ziemlich brutal. Für schwache Nerven ist das Buch definitiv nichts.

Ein bisschen gestört hat mich allerdings, dass man manchmal die Entwicklung zu sehr vorausahnen kann. An der ein oder anderen Stelle wurde ich einfach nicht überrascht, was bei einem Thriller schon der Fall sein sollte.#

Nichtsdestotrotz liest sich das Buch sehr flüssig und lebendig, was auch an den erwähnten unterschiedlichen Perspektiven liegt. Das Grundthema erwartet man nur aufgrund des Klappentextes in dieser Form auch nicht, was ich sehr positiv finde.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten, deshalb gibt es von mir 4 Sterne!

Bewertung vom 14.08.2022
Die Kommissarin und die blutigen Spiegel / Antje Servatius Bd.2
Strotmann, Peter; Neubauer, Annette

Die Kommissarin und die blutigen Spiegel / Antje Servatius Bd.2


gut

Lange dauert es nicht, da wird bereits die erste Leiche gefunden. Der sehr direkte Einstieg hat mir sehr gut gefallen, es geht direkt zur Sache. Brutal ist der Mord auf jeden Fall, trotzdem fand ich es gut, dass nicht alles ausgeschlachtet wurde, sodass man das Buch auch mit leichteren Nerven lesen kann.

Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil einer Reihe. Das habe ich im Vorfeld nicht gewusst, ist für den Fall an sich auch nicht schlimm, denn dieser ist abgeschlossen. Allerdings geht es sehr viel um das Privatleben der Ermittlerin. Für meinen Geschmack war es zum Teil zu viel. Ich denke, dass man hier ein bisschen besser reinkommt, wenn man den ersten Teil bereits gelesen hat - vor allem was ihre Tochter und diese Beziehung angeht - aber grundsätzlich hätte ich es nicht so detailliert gebraucht. Für meinen Geschmack wurde dadurch der Lesefluss und die Spannung unterbrochen.

Ansonsten hat mir die Verknüpfung von dem 20 Jahre alten Fall und dem aktuellen sehr gut gefallen. Man konnte miträtseln, allerdings war es an der ein oder anderen Stelle auch etwas undurchsichtig. Der geübte Krimileser wird aber schnell eine Ahnung entwickeln, wer der Mörder ist. Das ist aber für mich kein Kritikpunkt, sondern ich sehe es eher als Belohnung für aufmerksames Lesen.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und es gibt - was den eigentlichen Fall betrifft - kaum Längen. Die Passagen aus dem Privatleben habe ich ja bereits angesprochen.

Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen, aber es ist definitiv noch Luft nach oben. Vor allem das Privatleben der Protagonistin sollte im nächsten Band etwas weniger Raum einnehmen. Den ersten Teil kenne ich nicht, ich habe jetzt auch nicht direkt den Drang ihn lesen zu müssen. Nichtsdestotrotz wurde ich unterhalten und das soll ein Buch ja auch tun. Von mir gibt es 3 Sterne!