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Benutzername: gaensebluemche
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Bewertungen

Insgesamt 10 Bewertungen
Bewertung vom 09.10.2019
Drei
Mishani, Dror A.

Drei


weniger gut

Ich muss gestehen, dass ich "Drei" noch vor dem ersten Drittel des Buches abgebrochen hätte, wenn die vielen Rezensionen, die ich zu dem Buch gelesen hatte, mich nicht neugierig gemacht hätten. Ich wollte unbedingt wissen, was an dem Buch so polarisiert und für so begeisterte wie auch kritische Stimmen sorgt. Nun, nach Beenden des Buches, bin ich, was das betrifft, schlauer. Aber dennoch lässt der Autor mich ratlos zurück. Es gibt ein sehr großes Fragezeichen, das bei mir leider für massiven Sterneabzug in der Bewertung führt. Die große Frage nach dem "Warum?" steht im Raum. Mehr kann ich dazu fast nicht sagen, ohne zu spoilern, aber ich denke, alle, die das Buch gelesen haben, verstehen, was ich damit meine.

"Drei" ist ein Buch über drei Frauen, die alle mit demselben Mann in Berührung kommen. Dementsprechend ist das Buch in drei Teile unterteilt und erzählt in jedem von ihnen aus dem Alltag einer dieser drei Frauen. Hier passiert nichts Aufregendes, nichts Spannendes. Das ändert sich aber mit dem Auftauchen von IHM. Und dabei steigert sich die Spannung innerhalb des Buches von Teil zu Teil. Packen konnte der Autor mich schließlich im letzten Teil, so ungefähr ein Drittel vor dem Ende. Ein, zwei Wendungen haben bei mir auch für große Begeisterung gesorgt. Aber das viel zu nichts sagende Ende, das mich fragen lässt, was der Autor mir mit dem Buch sagen möchte, wofür ich es gelesen habe, dämpft die Begeisterung zu sehr, als dass ich mehr als zwei Sterne geben könnte.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.10.2019
Alles okay
LaCour, Nina

Alles okay


sehr gut

Ich habe schon viele Jugendbücher gelesen, auch solche, deren Handlungsort unter anderem ein Studentenwohnheim in den USA ist. Ich habe aber noch nie ein Jugendbuch gelesen, das fast ausschließlich in einem solchen Studentenwohnheim spielt, noch dazu im tiefsten Winter, wo sich außer der Protagonistin niemand sonst in der Unterkunft befindet. Zu wissen, dass man als Leser zusammen mit der Ich-Erzählerin völlig allein in diesem Gebäude ist, hat für eine unglaubliche Atmosphäre und Spannung gesorgt. Ich fand es so besonders, zusammen mit Marin durch die verlassenen Flure zu streunen, in den Wasch- und Aufenthaltsräumen nur zu zweit zu sein.

An dieser besonderen Atmosphäre ändert sich etwas, als Marins Freundin Mabel zu Besuch kommt. Dennoch habe ich das Lesen weiterhin sehr genossen. Mit Mabels Auftauchen wird ein Thema eingeführt, das ich anhand des Klappentextes so nicht erwartet hätte. Und gleichzeitig wird der Leser zusammen mit Marin mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, in der ihr Großvater eine große Rolle spielt. Ich fand es so spannend, mit jedem neuen Kapitel zwischen der Gegenwart und der näheren Vergangenheit hin und her zu wechseln und mehr über Marin als Ich-Erzählerin und ihr Leben bei ihrem Großvater zu erfahren.

"Alles okay" ist ein bewegendes und stellenweise sehr dramatisches Buch über ein Erwachsenwerden, das herausfordernd, schmerzhaft und nicht immer einfach ist, bei dem aber stets ein Funke Hoffnung bleibt. Es hat mich sehr berührt.

Bewertung vom 27.09.2019
Poet X
Acevedo, Elizabeth

Poet X


sehr gut

"Poet X" hat mich sehr beeindruckt. Ich mag es total, wenn Bücher besondere Geschichten erzählen und dafür ein besonderes Format gewählt wird, um den Text bestmöglich zur Geltung zu bringen. Das ist hier mehr als gelungen. "Poet X" ist eine Sammlung von Poetry Slams zwischen zwei Buchdeckeln. Da die Texte sich nicht krampfhaft reimen, sondern erzählend geschrieben sind, lässt sich das Buch wie ein klassisches belletristisches Buch lesen. Die Slams fügen sich perfekt aneinander und erzählen von der vierzehnjährigen Xiomara, die sich in Worte und Slams flüchtet, um zu verarbeiten, was um sie herum und in ihrem Inneren geschieht. Es hat mich wirklich begeistert, wie tiefgründig die Texte stellenweise sind, was für kluge Sachen Xiomara zu sagen hat und wie mit der Sprache gespielt wird. Die Figuren fand ich ebenfalls durchweg überzeugend. Besonders berührend fand ich die Beziehung zwischen Xiomara und ihrem Zwillingsbruder. Hier waren es vor allem Kleinigkeiten - einfache Gesten oder das, was zwischen den Zeilen steht und gesagt wird -, die mich beeindruckt haben. Die Handlung selbst hatte für mich zwischendurch ein paar Längen, aber es ist wichtig, was in diesem Buch thematisiert wird, und auch, wie es angesprochen und vor allem aufgelöst wird. Das Buch kann Mut machen, junge Leser können sich erkannt und verstanden fühlen. Ich habe "Poet X" daher sehr gern gelesen.

Bewertung vom 20.09.2019
Der größte Spaß, den wir je hatten
Lombardo, Claire

Der größte Spaß, den wir je hatten


ausgezeichnet

"Der größte Spaß, den wir je hatten" hat mir wundervolle Lesestunden beschert und ich habe es so genossen, die Familie Sorensen kennenzulernen. Ich liebe dicke Wälzer, bei denen man die Gelegenheit hat, die Charaktere richtig intensiv kennenzulernen, sie ins Herz zu schließen und ganz viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Und genau das hat mir dieses Buch ermöglicht. Charaktere gibt es hier genug, aber sehr schnell ist es mir gelungen, sie auseinanderzuhalten und einzuordnen. Weil jeder Charakter seine eigenen Erzählabschnitte hat und sie allesamt so lebendig und bildhaft gestaltet sind, dass man sich schnell in dieser großen Familie zurechtfindet. Die Handlung entwickelt sich teils in der Gegenwart, teils in der Vergangenheit und am Ende ergibt alles ein Gesamtbild. Geheimnisse werden gewahrt und dann doch aufgedeckt. Es wird geliebt, gelacht, aber auch geweint und gelitten. Die Geschichte ist ein Auf und Ab der Gefühle, so wie das Leben. Ich war während des Lesens nicht nur ein Beobachter, sondern habe mich fast als Mitglied dieser bewegten Familie gefühlt, habe mit ihr mitgefühlt und wurde dabei großartig unterhalten. Es hat mir ein sehr intensives Lesevergnügen bereitet, jedes einzelne Familienmitglied kennenzulernen, in ihre Gefühlswelt abzutauchen und zu beobachten, wie sie sich in das Familiengefüge einfügt. Teilweise geht es sehr dramatisch zu, dann wieder fröhlich und gefühlvoll. Und durchweg wird die Geschichte so mitreißend erzählt, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Ich habe das Lesen sehr genossen.

Bewertung vom 15.09.2019
Von Sternen gekrönt / One True Queen Bd.1
Benkau, Jennifer

Von Sternen gekrönt / One True Queen Bd.1


weniger gut

Den Einstieg in das Buch fand ich klasse. Sehr eindringlich, feinfühlig und mitreißend wird der Leser in die Lebenssituation der Protagonistin eingeführt. Ich habe mich auf begeisterte Lesestunden gefreut, aber leider konnte das Buch nicht halten, was der Anfang versprochen hat. Sehr schnell wird in eine fantastische Welt gewechselt, die mich nicht überzeugen konnte. Die Elemente, die diese Welt ausmachen, fand ich zwar anschaulich und bildhaft beschrieben, aber ich empfand sie als wenig überzeugend. Ich konnte keine Begeisterung für diese fantastische Welt aufbringen und daher konnte die Geschichte mich nicht mitreißen. Der Erzählstil der Autorin ist zwar sehr bildhaft, aber die Handlung kam für mich nicht voran. Stellenweise wird über viele Seiten beschrieben, wie die Figuren sich durch die Welt bewegen, ohne dass der Spannungsbogen aufrechterhalten wird. Die Figuren sind mir leider nicht ans Herz gewachsen, sodass ich kein Interesse an ihrem Schicksal aufbringen konnte. Band 2 werde ich daher nicht lesen.

Bewertung vom 09.09.2019
Der lange Weg zu dir
Widmark, Martin

Der lange Weg zu dir


ausgezeichnet

Was für ein unglaublich berührendes Buch! Es hat mich zutiefst bewegt und ich werde es wohl noch einige Male zur Hand nehmen, um in aller Ruhe die wundervollen Zeichnungen zu betrachten und die bewegenden Texte zu lesen. Obwohl sie sehr einfach gehalten und dadurch auch für junge Leser oder Kinder, die sich das Buch vorlesen lassen, geeignet sind, haben sie mich tief berührt. Und die Zeichnungen tun ihr Übriges. Sie passen so perfekt zum Inhalt, sind so ausdrucksstark und bewegend. Dazu stecken sie voller Details, die es zu erkunden lohnt. So viel lässt sich daraus entnehmen. Dieses Buch ist wirklich ein ganz besonderer Schatz. Es steckt so viel in diesen so besonderen Zeilen und den wunderschönen Bildern. Nicht nur für junge Leser lässt sich ganz viel mitnehmen.

Bewertung vom 05.09.2019
Licht und Schatten
Drvenkar, Zoran

Licht und Schatten


ausgezeichnet

Ich muss zugeben, ich mag nicht jedes Buch von Zoran Drvenkar. Aber "Licht und Schatten" hat mich total überzeugt. Vom Stil her hat es mich sehr stark an "DU" erinnert, das ich auch sehr geliebt habe. Nur ist "Licht und Schatten" auch für jugendliche Leser geeignet. Mit seiner bildhaften, fast schon poetischen und stellenweise märchenhaften Erzählsprache hat der Autor mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Ich liebe diese teilweise unheilschwangeren Sätze, mit denen er für eine unfassbar spannende Atmosphäre sorgt. Gleichzeitig schwingt ein so toller Humor und fast schon eine Leichtigkeit mit, bevor auf der nächsten Seite wieder großes Unheil droht. Dieses Wechselbad der Gefühle bietet ein großartiges Lesevergnügen. Dazu sind die Charaktere alle so wundervoll herausgearbeitet, dass "die guten" mir sofort ans Herz gewachsen sind und "die bösen" heftigen Widerstand in mir ausgelöst haben. Und so habe ich mich mit großem Lesespaß zusammen mit Vida auf ein Abenteuer begeben und hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

Bewertung vom 23.08.2019
Verratenes Land
Iles, Greg

Verratenes Land


sehr gut

Was für ein Wälzer! Und doch habe ich das Buch in wenigen Tagen gelesen, da es einen unglaublichen Sog ausübt. Ich bin eigentlich kein typischer Krimi- oder Thriller-Leser, aber irgendetwas an dem Klappentext hat mich gereizt, sodass ich doch zu diesem Buch gegriffen habe. Und es hat sich gelohnt. Denn gleichzeitig lässt sich "Verratenes Land" nicht als typischer Krimi oder Thriller bezeichnen. Es ist mehr eine Geschichte über die Verstrickungen von Personen, die Geheimnisse voreinander haben, Lügengespinste spinnen, versuchen, Dinge zu vertuschen. Es ist unglaublich spannend, zu beobachten, wie sich die Figuren in diesem Buch immer mehr in ihrem eigenen Netz verfangen, während Wahrheit um Wahrheit ans Licht kommt. Der Autor hat dabei eine unglaublich fesselnde Atmosphäre erschaffen. Sehr oft ist es nachts, wenn der Leser den Figuren durch ihr Leben folgt, und das sorgt für so viel Spannung. Teilweise waren mir die Rückblicke in die Vergangenheit der Hauptfigur Marshall McEwan zu umfassend, diese Teile der Handlung konnten mich nicht so sehr begeistern wie die Anteile der Geschichte, die in der Gegenwart spielen. Aber insgesamt bereue ich es keinesfalls, einen Abstecher in dieses Genre unternommen zu haben.

Bewertung vom 18.08.2019
Show me the Stars / Leuchtturm-Trilogie Bd.1
Mohn, Kira

Show me the Stars / Leuchtturm-Trilogie Bd.1


weniger gut

"Show me the Stars" war das Buch, auf das ich mich in diesem Sommer am meisten gefreut hatte. Der Klappentext klang so toll und vielversprechend, aber leider wurde meine Hoffnung auf eine mitreißende Geschichte in einem ungewöhnlichen Setting nicht erfüllt.
Überzeugen konnte mich aber auf jeden Fall der Handlungsort. Die Beschreibung der Insel vor der Küste Irlands, des Leuchtturms, der Landschaft und Natur, des rauen Wetters - das hat bei mir Fall für Atmosphäre gesorgt und ich konnte mich in diesen Szenen wunderbar in die Geschichte fallen lassen.
Leider hat das mit dem Rest des Buches nicht so gut funktioniert. Ich fand die Ich-Erzählerin nicht überzeugend. Ich hatte den Eindruck, dass der Erzählton nicht zu ihr passt. Sie wirkte für mich zu reif, zu erwachsen. Gleichzeitig wurde mir zu häufig betont, wie umwerfend sie den Protagonisten findet. Vor allem sein Aussehen, bei dem ihr regelmäßig die Luft wegbleibt. Das fand ich einerseits übertrieben, andererseits wurde es immer wieder erwähnt und war mir daher einfach zu viel.
Die Handlung fand ich leider sehr eintönig. Viele Szenen haben sich wiederholt, die Tagesabläufe waren gleich, es gab wenige Überraschungen, wenig Entwicklung. Immer wieder hat die Handlung sich um dieselben Dinge gedreht. Hier kam bei mir einfach keine Begeisterung auf. Das ging leider auch so weit, dass mehrere Abschnitte mit den gleichen Sätzen eingeleitet werden, weil in der Zwischenzeit nichts Spannendes passiert ist, über das es sich zu berichten lohnt.
Gleichzeitig fand ich die Handlung überladen. Die Protagonistin sieht sich mit so vielen Dingen konfrontiert, so viel muss geklärt werden, das Buch wirkt dadurch völlig überfrachtet, Dinge kommen zu kurz, werden nur knapp angerissen. Der große Spannungsbogen, der am Anfang damit gespannt wird, warum die Protagonistin in den Leuchtturm zieht, war für mich leider von Anfang an vorhersehbar und die Auflösung am Ende dadurch kein bisschen überraschend.
Alles in allem kann ich daher leider nur zwei Sterne vergeben. Die Fortsetzungen werde ich auch nicht lesen. So schade! :-/

Bewertung vom 28.07.2019
Mein Leben als Sonntagskind
Visser, Judith

Mein Leben als Sonntagskind


ausgezeichnet

"Mein Leben als Sonntagskind" ist einer dieser Wälzer, bei denen man gar nicht merkt, wie die Seiten verfliegen, und sich am Ende wünscht, das Buch hätte noch ein paar hundert Seiten mehr. Der Leser begleitet die Protagonistin und Ich-Erzählerin Jasmijn durch ihre Kindheit und Jugend und sieht dabei die Welt durch ihre Augen. Und die scheint voller Probleme zu sein, die bereits in der Vorschule damit beginnen, dass Jasmijn mit fremden Kindern spielen soll, mit einer fremden Frau reden muss. Oft weiß sie sich dann nicht anders zu helfen, als davonzulaufen, und versteht nicht, warum ihre Eltern dann böse werden. Was Jasmijn glücklich macht, sind Tage am Strand, ihre Hünding Senta und Musik. Besonders die von Elvis. Und so vergehen die Jahre, in denen Jasmijn vor allem mit den zwischenmenschlichen Beziehungen hadert, da niemand sie zu verstehen scheint und sie genauso wenig versteht, was alle anderen von ihr wollen. Bis sie Elliot kennenlernt. Zwischen ihnen entwickelt sich eine ganz besondere Art von Beziehung und dabei macht Jasmijn es Elliot nicht immer leicht.

Jasmijn wächst in den 80er und 90er Jahren auf, als noch nicht viel über die Krankheit Autismus bekannt war. Sie muss selbst lernen, zu verstehen, warum sie die Welt anders sieht als andere Menschen. Warum sie Panik bekommt, wenn es zu laut um sie herum ist, oder warum Gespräche mit anderen sie so sehr erschöpfen, dass sie Migräneanfälle bekommt. Besonders faszinierend finde ich, dass die Autorin selbst erst im Erwachsenenalter erfahren hat, dass sie das Asperger-Syndrom hat. Umso wundervoller gelingt es ihr, die Gefühlswelt ihrer Ich-Erzählerin zu beschreiben.

Den Schreibstil empfand ich als ungemein fesselnd und lebendig, auch wenn er sehr geradlinig und direkt ist. Aber damit passt er nur umso besser zur Ich-Erzählerin und ich finde es sehr authentisch, wie die Autorin ihre Protagonistin zu Wort kommen lässt. Es entsteht ein sehr starker Sog und die Seiten fliegen nur so dahin. Für mich war es überaus spannend, in die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin abzutauchen und die Welt durch ihre Augen zu sehen.