Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: www.selectionbooks.blogspot.de
Wohnort: Ratingen
Über mich: Ich bin 31 Jahre alt und verrückt nach Büchern. Lesen ist meine absolute Leidenschaft. So entstand die Idee zu diesem Blog. Ich hoffe, dass ich viele interessierte Leser, Blogger und Autoren kennenlerne.
Danksagungen: 6 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 227 Bewertungen
Bewertung vom 13.09.2018
Ash Princess
Sebastian, Laura

Ash Princess


ausgezeichnet

„Ash Princess“ ist der Auftakt einer düsteren Trilogie und stammt aus der Feder von Laura Sebastian. Die Autorin verbindet eine grausame Welt voller Intrigen, Machtspiele und Brutalität mit starken Charakteren und einem winzigen Hauch Romantik.

Welches Land er auch betritt, der kalovexianische Kaiser Corbinian hinterlässt eine Spur aus Tod und Zerstörung. Auch Astrea konnte seiner Streitmacht nicht standhalten und wurde erobert. Für Astreas Bewohner gab es nur zwei Möglichkeiten: Im Kampf zu sterben oder den Kalovexianern fortan als Sklaven zu dienen. Diese Wahl hatte die Königin von Astrea nicht. Sie wird brutal vor den Augen ihrer kleinen Tochter Theodosia ermordet. Doch Kaiser Corbinian verschont das Leben der Prinzessin und lässt sie als Gefangene in seinem Palast leben. Theodosia, die seit der Eroberung den Namen Thora tragen muss, wird Tag für Tag gedemütigt, gequält und geschlagen. Man nennt sie die Ascheprinzessin, die von Kaiser Corbinian gebrochen wurde. Doch eines Tages erwacht Thoras Kampfgeist und mit Hilfe der Rebellen schmiedet sie einen riskanten Plan.

Dank des einfachen Schreibstils ist mir der Einstieg in das Buch sehr leicht gefallen. Die Autorin Laura Sebastian hat mit dem Auftakt ihrer Ash Princess Trilogie eine düstere Fantasywelt erschaffen, die von Grausamkeit und Brutalität beherrscht wird. Bereits auf den ersten fünfzig Seiten stellt sich ein Gänsehaut-Feeling ein, denn die düstere Atmosphäre packt den Leser und lässt ihn nicht mehr los. Für ein Jugendbuch fand ich den Einstieg in das Buch, bzw. die ersten fünfzig Seiten, im Hinblick auf die Brutalität, schon recht grenzwertig. Allerdings scheint das gerade ein Trend zu sein, da bei vielen aktuellen Jugendbüchern die Grenzen verwischen. Mich persönlich hat gerade die düstere Atmosphäre in Kombination mit den starken Charakteren fasziniert. Thora ist unglaublich willensstark und setzt alles daran, Kaiser Corbinian zu entkommen. Einen Pluspunkt gibt es für das Abweichen des üblichen Heldenklischees. Thora ist nicht die typische Jugendbuch-Heldin. Sie ist zwar stark, muss sich aber jeden kleinen Erfolg hart erkämpfen. Zudem hat sie eine dunkle Seite und wirkt alles andere als perfekt. Sie hat mich ein wenig an Celaena aus „Throne of Glass“ erinnert, nur in einer jüngeren Vision. Ich bin gespannt, ob Thora sich ebenfalls zu einem Badass Charakter entwickeln wird. Laura Sebastian ist es in diesem ersten Band meisterlich gelungen, eine authentische Entwicklung der Charaktere zu schaffen. Neben Thora konnte mich ihre Herzensschwester Cress am meisten überraschen und begeistern. Ich bin schon sehr gespannt, welche Rolle sie im zweiten Band einnehmen wird. Mein einziger Kritikpunkt ist die Liebesgeschichte. Hier wird leider auf das altbekannte Klischee der Dreiecksbeziehung zurückgegriffen. Diese wurde zudem wenig ausgearbeitet. Es fehlt an Emotionen, sodass mir letztendlich egal ist, für wen sich Thora entscheiden wird. Beide Männer waren zu blass dargestellt, um mir eine Meinung über sie zu bilden. Abgesehen von diesem einen Punkt konnte Laura Sebastian mich insgesamt aber wirklich begeistern. Die Handlung ist durchweg spannend und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Vor allem im letzten Viertel wird das Tempo nochmal ordentlich angezogen.

„Ash Princess“ ist ein gelungener Auftakt einer Trilogie rund um eine starke Heldin, die sich in einer grausamen Welt behaupten muss. Laura Sebastian entwirft eine düstere Fantasywelt voller Gewalt und Tod. Die Autorin gelingt es meisterlich, beim Leser Gänsehaut entstehen zu lassen. Trotz kleiner Schwächen konnte mich dieser erste Band der Ash Princess Trilogie begeistern, sodass ich für diesen spannenden Reihenauftakt 4,5 Sterne vergebe.

Bewertung vom 06.09.2018
Zehn Jahre musst du opfern / Dark Palace Bd.1
James, Vic

Zehn Jahre musst du opfern / Dark Palace Bd.1


ausgezeichnet

„Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern“ ist der Auftakt einer neuen Reihe und stammt aus der Feder der Autorin Vic James. Der Mix aus Dystopie und Fantasy erinnert an Bücher wie „Das Juwel“ und „Die rote Königin“. In diesem ersten Band entwirft die Autorin eine düstere Welt voller Gefahren. Vic James gelingt es meisterlich, diese grausame Welt im Kopf des Lesers entstehen zu lassen.

Luke und seine Familie leben in einer Gesellschaft, die in normale Bürger und den magischen Adel geteilt ist. Jeder, der nicht zum Adel gehört, muss irgendwann in seinem Leben zehn Jahre Sklavenarbeit leisten. Eigentlich sollte Lukes Familie diese Zeit gemeinsam in einem Herrenhaus abarbeiten, doch irgendetwas läuft furchtbar schief und Luke landet in der berüchtigten Sklavenstadt Millmoor. Während Luke zum ersten Mal in seinem Leben Grausamkeit und Brutalität am eigenen Leib zu spüren bekommt, hat der Rest seiner Familie auf dem Landsitz der Adelsfamilie Jardines augenscheinlich mehr Glück. Doch hinter den eindrucksvollen Mauern verbergen sich unzählige Geheimnisse.
„Dark Palace“ war eines meiner Must-haves in diesem Jahr.

Dank des einfachen Schreibstils ist mir der Einstieg in das Buch sehr leicht gefallen. Der Leser landet direkt mitten im Geschehen, wodurch die Autorin bereits auf den ersten Seiten Spannung aufbaut. Die Atmosphäre des Buches ist düster und geheimnisvoll, passend zu der von Vic James erschaffenen Welt voller Grausamkeit und Intrigen. Die Handlung ist insgesamt sehr schnelllebig und lässt den Leser kaum zu Atem kommen. Dank einiger überraschenden Wendungen und viel Spannung konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es an einem Tag gelesen. Besonders gut hat mir die Darstellung der Charaktere der Adelsfamilie Jardines gefallen. In die drei Brüder Gavar, Jenner und Silyen bekommt der Leser nur nach und nach ein wenig Einblick, obwohl die Kapitel aus verschiedenen Perspektiven geschildert werden. Die relativ blasse Darstellung der Brüder ist absolut genial, denn am Ende des ersten Bandes bin ich immer noch nicht sicher, wem man trauen kann und wem nicht. Die Jardines Brüder sind sehr undurchsichtig und nichts ist so, wie es zu sein scheint. Ich liebe es, wenn ich Charaktere nicht von Anfang an durchblicken kann, denn dadurch wird eine Geschichte erst richtig spannend. Einziger Wermutstropfen ist das Fehlen von Emotionen. Die Handlung wird so schnell vorangetrieben, dass zwischenmenschliche Beziehungen und der Einblick in die Emotionen der Protagonisten auf der Strecke bleiben. Mich persönlich hat dieser Umstand nicht gestört, da ich viel zu fasziniert war von der düsteren Welt und ihren Gefahren. Durch den hohen Spannungsbogen habe ich die fehlenden Emotionen auch nicht vermisst. Wer ausgehend vom Klappentext eine Liebesgeschichte erwartet, wird aber definitiv enttäuscht sein („Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.“)

„Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern“ von Vic James ist ein rasanter Reihenauftakt rund um eine grausame Welt voller Geheimnisse und Gefahren. Die schnelllebige Handlung ist spannend und vereint düstere Bilder mit geheimnisvollen Charakteren. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung, besonders für Fans von „Das Juwel“ und „Die rote Königin“.

Bewertung vom 28.08.2018
Die Sturmbezwingerin / Throne of Glass Bd.5
Maas, Sarah J.

Die Sturmbezwingerin / Throne of Glass Bd.5


ausgezeichnet

„Die Sturmbezwingerin“ ist der fünfte Band der erfolgreichen Reihe „Throne of Glass“ von Sarah J. Maas. Die Autorin konnte mich bereits mit den ersten vier Bänden begeistern und so stand es außer Frage, dass auch der fünfte Band bei mir einziehen muss. Auf dieses Buch habe ich wirklich sehnsüchtig gewartet und wurde nicht enttäuscht. „Die Sturmbezwingerin“ ist insgesamt etwas komplexer als die vorhergegangenen Bücher und punktet mit viel Action und unerwarteten Wendungen.

An der Seite ihrer Gefährten kehrt Celaena endlich in ihre Heimat zurück. Doch obwohl Celaena, alias Aelin Ashryver Galathyniuns, die letzte Überlebende des Königshauses von Terrassen und somit die Thronerbin ist, wird ihr Anspruch nicht anerkannt. Aus Angst vor Machtverlust wollen sich die herrschenden Lords der jungen Königin nicht beugen. Während Aelin in Terrassen auf diesen unerwarteten Widerstand trifft, braut sich ein Weltkrieg zusammen. Denn der Valg-König Erawan hat eine riesige, grausame Armee erschaffen, mit der er tatsächlich die gesamte Welt bezwingen könnte. Aber auch die Fae Königin Maeve bleibt nicht untätig und rüstet auf. Doch Aelin kann nicht an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen und ist dringend darauf angewiesen, Verbündete zu finden.

Da ich den vierten Band erst vor kurzer Zeit gelesen hatte, ist mir der Einstieg in diese Fortsetzung sehr leicht gefallen. Wenn der vorherige Band schon vor längerer Zeit gelesen wurde, würde ich empfehlen, zumindest das Ende vom vierten Band nochmal zu lesen. Der fünfte Band überrascht mit einer sehr komplexen Handlung, kombiniert mit einem recht rasanten Tempo. Alles geht Schlag auf Schlag. Es passiert wirklich viel und oft agieren mehrere Charaktere gleichzeitig. Man sollte sich schon gut auf die Geschichte konzentrieren, damit man nicht mit der Vielzahl der Charaktere durcheinander kommt oder Zusammenhänge übersieht. Mir persönlich hat diese Weiterentwicklung der Reihe sehr gut gefallen, da ich komplexe Geschichten gerne lese. Die Charaktere werden, wie von Sarah J. Maas gewohnt, sehr facettenreich dargestellt und überraschen den Leser immer wieder. Jeder Protagonist hat seine guten und schlechten Seiten. Mal liebt man einen Charakter und mal möchte man ihn am liebsten schütteln. Sarah J. Maas versteht es einfach meisterlich, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Besonders gespannt bin ich auf die weitere Entwicklung von Manon und Lorcan. Mein einziger Kritikpunkt liegt in den kleinen Liebesgeschichten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, es wird auf ein Happy End für alle Charaktere hingearbeitet. Das war leider nicht so mein Fall, da es aus meiner Sicht nicht so gut zu der eher düsteren Grundstimmung der Reihe passt. Ansonsten bin ich wieder völlig begeistert und freue mich wahnsinnig auf den sechsten Band der Reihe.

„Throne of Glass – Die Sturmbezwingerin“ verspricht 848 Seiten puren Lesespaß. Durch das hohe Erzähltempo, actionreiche Szenen und überraschende Wendungen bleibt der fünfte Band spannend bis zur letzten Seite. Das Buch ist insgesamt komplexer aufgebaut als seine Vorgänger, was mir sehr gut gefallen hat. Ich freue mich schon sehr darauf, im sechsten Band wieder in diese atemberaubende Welt abtauchen zu können.

Bewertung vom 23.08.2018
Undying - Das Vermächtnis
Spooner, Meagan; Kaufman, Amie

Undying - Das Vermächtnis


gut

Da mir die Trilogie "These Broken Stars" von Amie Kaufmann und Meagan Spooner gut gefallen hatte, war ich gespannt auf den neuen Reihenauftakt des Autorenduos. Meine Erwartungen an dieses "packende Action-Abenteuer" waren dementsprechend hoch. Leider hat der Aufbau des Buches meinen Geschmack nicht getroffen, da es wirklich lange dauert, bis das Tempo angezogen wird.

Jules und Amelia stammen aus zwei völlig unterschiedlichen Welten. Während Jules alle Wege offenstehen und er finanziell bestens abgesichert ist, muss Amelia jeden Tag um ihr Überleben kämpfen. Auf der Erde wären sie sich vermutlich nie begegnet, doch auf dem Planeten Gaia haben Sie das gleiche Ziel - die alten Tempelanlagen der Außerirdischen. Während Jules auf der Suche nach Antworten ist, gehört Amelia den Plünderern an, die den Planeten überfallen. Doch auf beiden Seiten läuft alles schief und den beiden wird schnell klar, dass niemand ohne die Hilfe des anderen ans Ziel gelangen wird.

Dank des lockeren und einfachen Schreibstils ist mir der Einstieg in diesen Reihenauftakt sehr leicht gefallen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jules und Amelia geschildert, wodurch man einen guten Einblick in beide Charaktere bekommt. Amelia hat mir von Anfang an gut gefallen. Sie ist eine richtige Kämpferin und würde ihr Leben geben, um ihre Schwester zu retten, die auf der Erde in Gefahr geraten ist. Jules war leider nicht so mein Fall. Er ist gebildet, aber auch etwas naiv und würde ohne Amelias Hilfe auf Gaias Planeten nicht überleben. Im Laufe der Geschichte wächst er über sich selbst hinaus, aber leider konnte ich trotz allem nichts mit ihm anfangen. Die Liebesgeschichte ist süß und wird authentisch dargestellt. Ich fand es toll, dass die Autorinnen die Gefühle langsam entstehen lassen. Da ich mit Jules aber nichts anfangen konnte, hat mich die Liebesgeschichte leider nicht berührt. Insgesamt liegt der Fokus der Geschichte stark auf der Entwicklung der Charaktere und das Lösen von Rätseln. Ich hatte ehrlich gesagt mehr Action erwartet und hatte dadurch die eine oder andere Durststrecke. Die Rätsel sind ganz nett, aber alles in allem war mir dieser Teil des Buches zu sehr in die Länge gezogen. Das letzte Viertel des Buches bringt eine 180 Grad Kehrtwendung mit. Überraschende Wendungen und actionreiche Szenen sorgen für viel Spannung. Ab des Rätsels Lösung im Tempel hat mich das Buch richtig gepackt. Am Ende wartet ein fieser und ziemlich clever gesetzter Cliffhanger auf den Leser. Obwohl mich das Buch sehr spät fesseln konnte, hätte ich dank des Cliffhangers sofort weitergelesen.

Der Reihenauftakt "Undying 1 – Das Vermächtnis" von Amie Kaufmann und Meagan Spooner kommt mit weniger Action daher, als erwartet. Die Geschichte braucht recht lange, bis Tempo und somit Spannung aufgebaut wird. Das letzte Viertel des Buches konnte mich richtig mitreißen und begeistern. Leider reicht das für die volle Punktzahl nicht aus. Daher gibt es von mir nur drei Sterne und die Hoffnung auf einen temporeicheren zweiten Band.

Bewertung vom 16.08.2018
Die Rabenringe - Odinskind
Pettersen, Siri

Die Rabenringe - Odinskind


ausgezeichnet

„Odinskind“ ist der erste Band der Reihe „Die Rabenringe“ und stammt aus der Feder von Siri Pettersen. Da ich die nordische Mythologie liebe, musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Es war eines meiner absoluten Must-reads in diesem Jahr. Glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht, denn "Odinskind" ist ein wahnsinnig vielversprechender Auftakt, der rundum stimmig ist.

Der Einstieg in das Buch ist mir dank des zugleich einfachen aber trotzdem detaillierten Schreibstils sehr leicht gefallen. Die Autorin Siri Pettersen versteht es perfekt, ihrer Geschichte Leben einzuhauchen. Beim Lesen entstehen direkt Bilder im Kopf und es bereitet wirklich Freude, die von der Autorin erschaffene Welt zu entdecken. Es gibt interessante Orte, Gebäude und Landschaften, die den Leser zum Verweilen einladen. Man kann einfach nicht anders, als in der Geschichte zu versinken. Auch die Charaktere wurden mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und bleiben auch nach dem Lesen noch lange im Kopf. Obwohl es sich um ein Fantasybuch handelt, wirken viele Szenen sehr realistisch und gehen dem Leser unter die Haut. Siri Pettersen zieht den Leser tief mit ins Geschehen, sodass man von der Geschichte richtig mitgerissen wird. Die Handlung ist komplex und wirkt gut durchdacht, insgesamt stimmt bei diesem Buch einfach alles. Oft habe ich gelesen, dass der Reihenauftakt mit "Game of Thrones" verglichen wird. Da ich nur die Serie kenne (und liebe), kann ich mich nur darauf beziehen, nicht aber auf die Bücher. Aus meiner Sicht ist Game of Thrones schon eher Fantasy für Erwachsene, weil die Serie einfach noch komplexer, härter, grausamer und um einiges brutaler ist als "Odinskind". Leider konnte ich keine Altersangabe für die Reihe finden. Basierend auf dem ersten Band würde ich "Die Rabenringe - Odinskind" eher im Bereich Jugendfantasy einordnen, obwohl die Gestaltung des Originalcovers dagegen spricht.

Mit "Die Rabenringe - Odinskind" hat die Autorin Siri Pettersen einen ausgesprochen vielversprechenden Reihenauftakt erschaffen, der einfach rundum stimmig ist. Die Geschichte von Hirka geht unter die Haut und reißt den Leser förmlich mit sich. Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 16.08.2018
Die Grimm-Chroniken 05. Der goldene Apfel
Shepherd, Maya

Die Grimm-Chroniken 05. Der goldene Apfel


sehr gut

„Der goldene Apfel“ ist der fünfte Band der düsteren Märchenserie „Die Grimm Chroniken“ und stammt aus der Feder von Maya Shepherd. Ich liebe Märchen und die ersten vier Bände konnten mich auf ganzer Linie überzeugen. Daher war ich sehr gespannt auf den fünften Band. In diesem Teil der Serie wird es wieder ein wenig ruhiger. Der Leser tappt nach wie vor im Dunklen und es werden noch mehr Fragen aufgeworfen.

Mary und Dorian befinden sich auf der Suche nach dem Turm der Erdenmutter, in der Hoffnung, dass diese dem jungen Paar eine eigene Welt schenkt. Doch der Weg ist nicht einfach, denn der Vater von Dorian macht gnadenlos Jagd auf sie. Um ihr Ziel zu erreichen, geht Mary bis an ihre Grenzen und verändert sich nach und nach. Dorian scheint davon nichts zu bemerken. In der Gegenwart trifft der Leser wieder auf Will, der immer tiefer in die Geschichte von Schneewittchen hineingezogen wird.

Der Einstieg in den fünften Band ist mir dank des Rückblicks am Anfang des Buches sehr leicht gefallen. Alle wichtigen Ereignisse werden kurz zusammengefasst, sodass man sich im weiteren Verlauf gut orientieren kann. Im Gegensatz zum vierten Band wird es wieder etwas ruhiger. Der Fokus liegt mehr auf der langsamen Veränderung von Mary. In der Hoffnung auf eine neue Welt, in der sie und Dorian sicher sind, ist Mary bereit, fast alles zu tun. Nach und nach verändert sie dadurch einen winzigen Teil ihrer Welt. Obwohl Mary immer noch teilweise sehr naiv und unschuldig wirkt, agiert sie skrupellos und ohne nachzudenken. Ich fand es erschreckend zu sehen, wie weit sie für ihre eigenen Ziele bereit ist zu gehen und wie wenig sie über mögliche Konsequenzen nachdenkt. Dorian wirkt in diesem Band recht kühl und unnahbar. Ihm scheint wirklich jeder Weg recht zu sein, um seinem Vater zu entkommen. Über Mary tappt der Leser immer noch im Dunklen. Nach wie vor ist nicht klar, wie sie sich in so eine furchtbare Furie verwandeln konnte, die sie in der Gegenwart darstellt.

Mit „Der goldene Apfel“ hat Maya Shepherd einen weiteren spannenden Band der Serie „Die Grimm Chroniken“ geschaffen. Die Handlung entwickelt sich etwas ruhiger als in den vorherigen Bänden, was den Lesespaß aber in keinster Weise schmälert. Neue Fragen werden aufgeworfen und der Leser tappt nach wie vor noch weitestgehend im Dunklen. Ich hoffe sehr darauf, dass der sechste Band etwas mehr Licht ins Dunkle bringt.

Bewertung vom 16.08.2018
Aésha - Im Land des Waldes
Becking, Johanna B.

Aésha - Im Land des Waldes


sehr gut

Der Reihenauftakt "Aésha - Im Land des Waldes" stammt aus der Feder von Johanna B. Becking. Dieses Fantasydebüt der Autorin war mir bereits dank des wundervollen Covers aufgefallen, das mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist. Auch inhaltlich kann sich dieser erste Band sehen lassen.

Nach dem Tod ihrer Eltern soll die junge Aésha verheiratet werden, doch danach steht ihr so überhaupt nicht der Sinn. Als sie auf alte Briefe ihrer Mutter stößt, steht ihr Entschluss fest: Sie wird heimlich nach Elandor reisen und ihr altes Leben hinter sich lassen. Eine abenteuerliche Reise beginnt, die das junge Mädchen vor ungeahnte Herausforderungen stellt und viele Gefahren mit sich bringt. Doch die größte Überraschung erlebt Aésha, als sie ihr Ziel endlich erreicht. Denn Aésha ist eine Magierin und scheint gerät unwissentlich in den Fokus ihrer Feinde.

Zu Beginn habe ich ein wenig gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen, ohne dass ich genau definieren kann, woran das lag. Aésha hat mir als Charakter mit ihrer mutigen und willensstarken Art sehr gut gefallen. Auch ihr Reisebegleiter Java hatte bei mir ein Stein im Brett, sowie die bezaubernde Falkendame Maru. Alle weiteren Charaktere waren leider etwas blass, vor allem die Männer. Aber immerhin handelt es sich um ein Debüt und da ist selten alles perfekt. Die Idee und der Aufbau des Buches haben mir auf Anhieb gefallen. Die Reise nach Elandor ist spannend und birgt viele Gefahren. Sie hätte etwas kürzer ausfallen können, jedoch nicht, weil es Durststrecken gab. Tatsächlich habe ich das Buch in kürzester Zeit gelesen. Ab Aéshas Ankunft in Elandor nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf und geht mehr in die Tiefe. Das hatte mir während der Reise etwas gefehlt. In Elandor angekommen erfährt der Leser viel über die Machtverteilung im Land und Diskriminierung von Minderheiten. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, dass die Autorin in dieser Hinsicht sehr ins Detail gegangen ist. Ich entdecke nicht nur gerne neue Welten, sondern mich interessieren vor allem der gesellschaftliche Aufbau und das Machtgefüge. Dieser Punkt ist in den meisten Jugendfantasybüchern eher ein Schwachpunkt, wohingegen Johanna B. Becking in diesem Bereich glänzt.

„Aésha - Im Land des Waldes“ von Johanna B. Becking ist ein vielversprechender Reihenauftakt, der trotz kleiner Schwächen überzeugen kann. Lügen, Intrigen und Verrat sorgen für überraschende Wendungen und Spannung.

Bewertung vom 15.08.2018
Die Tränenkönigin
Lahinch, Jay

Die Tränenkönigin


sehr gut

Ein Blick auf das Cover und ich wusste, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. "Die Tränenkönigin" ist der Auftakt einer Dilogie und stammt aus der Feder von Jay Lahinch. Obwohl es sich um einen Reihenauftakt handelt, ist das Buch in sich abgeschlossen und kann problemlos als Einzelband gelesen werden. Die Geschichte ist ganz anders, als ich es erwartet hatte, konnte mich aber trotzdem überzeugen.

Die Zwillinge Nava und Nate haben ein sehr enges Verhältnis zueinander, das ganz plötzlich zerbricht. Nach dem Tod ihrer Eltern spricht Nate nicht mehr und scheint sich immer mehr von Nava zu entfernen. Es wirkt fast so, als hätte er seine Seele an eine andere Welt verloren. Nava ist zutiefst verzweifelt, denn gerade nach dem Tod ihrer Eltern hätten die Geschwister sich gegenseitig Halt geben können. Doch Nates Zustand verbessert sich einfach nicht mehr. Zudem soll Nava zwangsverheiratet werden. Als letzten Ausweg sieht Nava nur noch die Flucht aus Marenna. Dabei bekommt sie unverhofft Hilfe von einem jungen Mann. Eine abenteuerliche Reise beginnt, die Nava bis an ihre Grenzen gehen lässt.

Dank des lockeren und teilweise poetisch anmutenden Schreibstils von Jay Lahinch ist mir der Einstieg in das Buch sehr leicht gefallen. Die Autorin konnte mich von der ersten Seite an gut abholen. Die von Jay Lahinch erschaffene Welt wirkt recht mittelalterlich, denn in Marenna herrschen strenge Sitten und die Macht liegt alleine in den Händen der Männer. Frauen sind zweckdienlich, haben aber keine eigenen Rechte. So kann ein Mann beispielsweise Anspruch auf eine Frau erheben, die dann zwangsverheiratet wird. Anfangs war mir nicht ganz klar, in welche Richtung sich das Buch entwickelt, da mich vieles an eine Dystopie erinnert hat. Doch mit dem Verlassen von Marenna endet jede Ähnlichkeit zu anderen Dystopien. Die Geschichte macht einen Schwenk und entwickelt sich in eine völlig andere Richtung. Während vorher noch die Gesellschaftsform, Zwänge und Regeln im Vordergrund standen, wird der Leser jetzt in eine Fantasywelt entführt. Der Fokus liegt auf den Themen Liebe, Hoffnung, Trauer und Verlust. Dementsprechend wechselt die Atmosphäre des Buches immer wieder und wirkt mal melancholisch, traurig oder hoffnungsvoll. Gut hat mir gefallen, dass hier keine romantische Liebesgeschichte im Vordergrund steht, sondern ernste Themen wie Verlust und Trauer. Die Geschichte ist im Gesamtbild sehr ungewöhnlich, sowohl vom Aufbau, als auch vom Inhalt her. Teilweise ging mir alles ein wenig zu schnell und es fehlte die Tiefe, aber inhaltlich ist es wirklich mal was anderes.

Der Reihenauftakt "Die Tränenkönigin" von Jay Lahinch punktet mit einer ungewöhnlichen Geschichte über Liebe, Hoffnung, Trauer und Verlust. Durch den teilweise poetisch anmutenden Schreibstil fällt es leicht in der von Jay Lahinch erschaffenen Welt zu versinken. Von mir gibt es vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die melancholische Bücher mögen.

Bewertung vom 11.07.2018
Die Höfe von Sonne und Mond
Weber, Michelle Natascha

Die Höfe von Sonne und Mond


ausgezeichnet

„Mondtränen“ ist der zweite Band der Fantasyreihe „Die Höfe von Sonne und Mond“. Die Dilogie stammt aus der Feder der Autorin Michelle Natascha Weber. Der Reihenauftakt „Sonnenblut“ hatte mir schon sehr gut gefallen, aber mit „Mondtränen“ hat die Autorin ein absolut fantastisches Finale geschaffen. Für mich ist dieses Buch mein bisheriges Highlight in diesem Jahr.

Alysea und Dameo bleibt nur noch wenig Zeit. Seraphias Fluch entfaltet seine volle Wirkung und wird Alysea unweigerlich in den Tod führen. Dameo hingegen muss gegen seinen inneren Dämon kämpfen. Sein Geist wird zerrissen, als in ihm die alte Seele des Dämonenprinzen Neiros Aeneos erwacht und Dameo einen Pakt mit dessen Bruder Vangelas schließt. Zeitgleich breitet sich die Seelenfäule unerbittlich in Dameo aus und droht ihn auszulöschen. Um Dameo etwas Zeit zu erkaufen, überschreitet Alysea alle Grenzen, doch im Angesicht ihres Todes scheint selbst das keine Rolle mehr zu spielen. Ihr Tod würde ganz Gamea ins Verderben reißen, da der Sonnenhof seine zukünftige Herrscherin verlieren würde, während der Nachthof ohne Dameos Führung in Chaos und Gewalt versinken würde. Ein Krieg zwischen Hexen und Schattenwandlern scheint unausweichlich zu sein und das erste Blut tränkt die Gassen von Gamea.

Der Einstieg in das Buch ist mir dank des wundervollen Schreibstils der Autorin sehr leicht gefallen. Michelle Natascha Weber versteht es meisterlich, ihren Charakteren und ihrer Welt Leben einzuhauchen. Die Autorin malt schon fast mit Worten und lässt im Kopf des Lesers fantastische Bilder entstehen. Ich konnte mich diesem Buch nicht mehr entziehen und habe es in jeder freien Minute verschlungen. Die Charaktere wurden mit viel Liebe zum Detail erschaffen. Sie sind facettenreich und haben alle Ecken und Kanten. Dadurch wirken die Protagonisten authentisch, wie aus dem echten Leben gegriffen. Besonders gut gefällt mir die Entwicklung von Alysea. Sie ist ein unglaublich starker Charakter. Alysea lässt sich von niemanden etwas sagen und geht ihren eigenen Weg.

Ganz Gamea scheint auf einem Konstrukt von Lügen erbaut worden zu sein. Ein Geheimnis nach dem anderen kommt ans Licht und offenbart das Ausmaß an Intrigen und Verrat. Durch viele überraschende Wendungen und eine komplexe Handlung bleibt das Buch von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Die Autorin verbindet eine grausame Welt voller Intrigen, Machtspiele und Brutalität mit einer Liebe, die über alle Grenzen geht. Trotz der relativ hohen Seitenanzahl habe ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgesuchtet. Die Idee der Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen und die Umsetzung ist der Autorin mehr als gelungen. Die Geschichte hebt sich vom Gesamteindruck deutlich von anderen Fantasybüchern ab, denn hier ist einfach alles stimmig.

Mit „Mondtränen“ hat Michelle Natascha Weber ein grandioses Finale ihrer Dilogie erschaffen. Der Autorin gelingt es meisterlich, ihrer Geschichte Leben einzuhauchen. Die Geschichte ist so intensiv und mitreißend geschrieben, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich möchte diese Reihe wirklich jedem ans Herz legen, denn sie hat mich schlichtweg verzaubert. Von mir gibt es ganz klar die volle Punktzahl plus Bonusstern.

Bewertung vom 19.06.2018
Fluch und Wunder / Nevermoor Bd.1
Townsend, Jessica

Fluch und Wunder / Nevermoor Bd.1


ausgezeichnet

Der Reihenauftakt „Nevermoor – Fluch und Wunder“ von Jessica Townsend war für mich ein absolutes Must-read. Schon lange warte ich auf ein Buch, das „Harry Potter“ das Wasser reichen kann. „Nevermoor“ ist ein Feuerwerk an Ideen, Magie und fantastischer Wesen, kombiniert mit charmanten Charakteren und einem zauberhaften Setting.

Morrigan Crow ist verflucht und muss an ihrem elften Geburtstag sterben. Da verfluchte Kinder bekanntlich die Wurzel allen Übels sind, wird Morrigan für jedes noch so kleine Unglück in ihrer Stadt Jackalfax verantwortlich gemacht. Ihr Vater, Kanzler Crow, herrscht mit strenger Hand über seine Stadt und ist mehr an seiner Karriere interessiert, als an seiner Tochter. Genau genommen ist Morrigan ihm ein Dorn im Auge, denn sie kostet ihn nicht nur Nerven und Ansehen, sondern auch jede Menge Geld für das Wiedergutmachen der vermeintlichen Fluchschäden. Kurz vor Morrigans elftem Geburtstag geschieht etwas absolut seltsames. Obwohl Morrigan bald sterben wird, erhält sie gleich mehrere Ausbildungsangebote. Schon ein Angebot wird als große Ehre angesehen, aber gleich mehrere Angebote für ein Kind, das sterben wird – ein Skandal! Natürlich kann es sich dabei nur um einen grausamen Scherz handeln, alles andere wäre ja verrückt. Doch dann taucht Jupiter North auf, der behauptet, Morrigans Ausbilder zu sein. Aufgrund weitaus seltsamerer Vorgänge ist Eile angesagt und Jupiter verschleppt Morrigan kurzerhand nach Nevermoor. Dort könnte es für das verfluchte Mädchen die Chance auf ein neues Leben geben, wäre da nicht Morrigans illegale Einreise und mysteriöse Prüfungen, die sie bestehen muss, um ein Mitglied der Wundersamen Gesellschaft zu werden.

Bereits das Cover von „Nevermoor“ ist ein absoluter Hingucker. Je länger man es anschaut, umso mehr Details offenbaren sich. Auch der Buchrücken unter dem Einband wurde wunderschön gestaltet. Doch „Nevermoor“ punktet nicht nur optisch, sondern ist auch inhaltlich ein Schatz. Dank des bildhaften Schreibstils von Jessica Townsend versinkt man von der ersten Seite an in der Geschichte. Sie haucht jedem Ort, jedem Charakter und jeder verrückten Idee mit ihren Worten Leben ein und es entstehen direkt Bilder im Kopf. Besonders der Kontrast zwischen Jackalfax und Nevermoor ist der Autorin sehr gut gelungen. Der Leser startet in einer bedrückenden Atmosphäre in Jackalfax und wird anschließend in die bunte, schillernde Welt von Nevermoor geworfen. Neben Magie, wundersamen Ereignissen und spannenden Abenteuern trifft man dort unter anderem auf die sprechende Riesenkatze Fen, Vampirzwerge und ein sich ständig veränderndes Hotel. Die Charaktere werden alle mit viel Liebe zum Detail gezeichnet. Jeder für sich ist einzigartig und bleibt im Kopf. Einfach alles an diesem Buch ist absolut zauberhaft und trotz aller Verrücktheit passt alles perfekt zusammen.

„Nevermoor – Fluch und Wunder“ von Jessica Townsend ist ein ganz bezaubernder Reihenauftakt, der in jeder Hinsicht überzeugen kann. Magische Wesen, spannende Abenteuer, charmante Charaktere und jede Menge verrückte Ideen lassen das Leserherz höherschlagen. Für mich ist „Nevermoor“ das erste Kinderbuch, das mich so in den Bann ziehen konnte wie „Harry Potter“ es getan hat. Ich freue mich schon sehr darauf, im zweiten Band wieder in diese wundersame Welt abtauchen zu können und zu erfahren, wie es mit Morrigans Abenteuer weitergeht. Von mir gibt es die volle Punktzahl plus Bonusstern und eine klare Leseempfehlung.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.