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Eva_G

Bewertungen

Insgesamt 965 Bewertungen
Bewertung vom 23.02.2024
Meine liebsten Freunde - Feen

Meine liebsten Freunde - Feen


ausgezeichnet

Ein wunderschönes Freundebuch!

Freundebücher sind eine wunderbare Gelegenheit, um seine liebsten Freunde und Freundinnen in einem Buch zu vereinen. Man erfährt anhand der beantworteten Fragen viel über sie, wie zum Beispiel das schönste Erlebnis, das Lieblingsbuch oder -essen. Außerdem dient es als Erinnerung, sodass es auch viele Jahre später sicherlich noch gerne angesehen wird und an eine Zeit zurückdenken lässt, seit der sich vielleicht vieles verändert hat.

Das Erinnerungsalbum umfasst 64 Seiten, auf denen sich nicht nur Freunde verewigen können, sondern auch gemeinsame Erlebnisse, Fotografien, geplante Unternehmungen und ihre Geburtstage eintragen können. Das Design ist geprägt von Feen, aber auch Bären, Schnecken, Eulen, Igel und andere Waldbewohner sind auf den Seiten zu sehen. Die Fragen, die auf den Doppelseiten beantwortet werden sollen sind einfach formuliert und können auch schon von Kindern im Kindergartenalter sehr gut beantwortet werden. Da jedes Kind etwas malen darf, wird das Album einzigartig und ganz besonders.

Meine Tochter besucht gerade die erste Klasse und bekommt gerade von vielen ihrer Freunde und Freundinnen die Freundebücher mit Nachhause. Da möchte sie natürlich auch selbst ein solches Album, um darin ihre Mitschüler als Erinnerung eintragen zu lassen. Uns gefällt das Design der einzelnen Seiten sehr sehr gut, denn die Farben beschränken sich nicht nur auf rosa und mädchenhafte Farbtöne, sondern auch blau, gelb oder grün, sodass auch Jungen gerne hineinschreiben, da diese ja häufig ein Problem mit rosa haben. Außerdem mögen wir die Auswahl an Fragen, die zu beantworten sind, denn sie sind unkompliziert, bieten Platz für die Antworten und können somit auch schon von Erstklässlern alleine ausgefüllt werden. Ein rundum gelungenes Freundebuch!

Bewertung vom 22.02.2024
Run For Love
Dias, Nina

Run For Love


sehr gut

Sehr unterhaltsam und kurzweilig!

Luca ist vierunddreißig, trägt Kleidergröße 44, ist 1,80m groß und fühlt sich in ihrem Körper sehr wohl. Dennoch muss sie es immer wieder ertragen, wie sie von Menschen auf ihr "Übergewicht" reduziert wird. Vorallem ihre Mutter treibt es immer wieder auf die Spitze und kann ihre Sticheleien nicht lassen. Als sie eines Tages ihrer Freundin Charles zu Hilfe eilt, die die Anmache eines Mannes kaum mehr abwehren kann, und dem aufdringlichen Verehrer einen Schlag auf die Nase gibt, wird sie zu Sozialstunden verurteilt. Schon das stört Luca gewaltig, aber auch noch wöchentlich drei Nachmittage in einem Jugendzentrum zu verbringen, das ist beinahe zu viel. Hier lernt sie aber dann Noel kennen und findet es auf einmal gar nicht mehr so schlimm, Zeit mit ihm verbringen zu müssen. Denn er durchschaut sie und die körperliche Anziehung ist beinahe nicht mehr auszuhalten...

Nina Dias hat diesen Roman allen Frauen gewidmet, die nicht der Norm entsprechen, gerne essen und sich nicht von gesellschaftlichen Konventionen einengen lassen. Luca ist stellvertretend für alle diese Frauen die Protagonistin in diesem Roman und erfüllt diese Rolle mit Bravour. Denn sie liebt das Leben, lässt sich nur selten wirklich in ihre Entscheidungen hineinreden und genießt die Momente, die sie glücklich machen. Dennoch leidet auch sie darunter, dass Bodyshaming und Bodypositivity überhaupt so einen großen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen (müssen).

Schon ab der ersten Seite war mir Luca super sympathisch und ich mochte ihre Art, mit ihrem Körper, ihrem Leben und ihren Mitmenschen umzugehen. Dennoch wirkt sie nie unrealistisch, denn natürlich hat auch sie ihre Schwächen, die teilweise nicht zu übersehen sind. Trotzdem strahlt das Buch eine sehr positive Stimmung aus, dir mir sofort gute Laune bereitet hat. Ein wunderbar unterhaltsamer und kurzweiliger Roman, der aber auch zum Nachdenken anregt!

Bewertung vom 21.02.2024
Erstes Aufklappen und Verstehen: Wo sind die Tiere im Winter?
Daynes, Katie

Erstes Aufklappen und Verstehen: Wo sind die Tiere im Winter?


ausgezeichnet

Das Leben der Tiere im Winter

Da die Tiere keine warmen Häuser haben wie wir Menschen, haben sie eigene Methoden, den Winter zu überstehen. Einige von ihnen schlafen den Winter über oder halten eine Winterruhe, andere bauen sich eine Höhle, graben sich ein oder bewegen sich weniger, um weniger Energie zu verbrauchen. Es gibt aber auch Tierarten, die in den Süden oder Norden wandern, denn dort ist es wärmer, gibt mehr Futter oder mehr Sicherheit.

Katie Daynes erklärt in diesem Kinderbuch mit über fünfunddreißig Klappen, wie es den Tieren im Winter ergeht. Sie erklärt die verschiedensten Methoden in kindgerechter Form und hat durch die Illustrationen von Christine Pym Unterstützung in Bildform. Die Gestaltung der Doppelseiten ist sehr übersichtlich, da lediglich eine Überschrift mit Untertitel abgedruckt ist und darunter auf den Klappen immer eine kurze Frage, die dann beim Aufklappen beantwortet wird.

Meine Kinder sind schon immer sehr an Tieren und deren Leben interessiert, weshalb sie von diesem Buch sehr begeistert sind. Lernen sie doch sehr viel, allerdings müssen dazu keinen langen Texte oder komplizierte Erklärungen gelesen werden. So kann auch schon meine Tochter, die gerade in die erste Klasse geht, das Buch schon selbständig, ohne Verständnisprobleme oder ähnliches lesen. Ein tolles, sehr interessantes Buch!

Bewertung vom 20.02.2024
Himbeerfieber
Tietgen, Madita

Himbeerfieber


ausgezeichnet

Musik, Emotionen und Himbeeren

Lilly hat sich mit ihrer Künstleragentur einen großen Traum erfüllt und genießt es, dass sie mittlerweile einen so guten Ruf genießt und immer mehr Künstler, vorallem Tänzer, sich von ihr vertreten lassen wollen. Aber gemeinsam mit ihren drei Angestellten ist das kein Problem und sie wagt nun den Schritt, auch Musiker zu vertreten. Ihr erster Klient aus dieser Branche soll der weltbekannte Sänger Sean O'Sullivan sein. Ihre Freundin und ebenfalls Klientin Aeryn hat den Kontakt hergestellt. Denn Sean ist ihr Schwager, der sich bisher selbst vertreten hat und Unterstützung sicherlich gut gebrauchen kann. Dieser braucht nicht einmal zehn Minuten, um Lilly zu engagieren, woraufhin er sie etwas vor den Kopf stößt und ihr zeigt, wie spontan und intuitiv er häufig handelt. Schon jetzt ahnt Lilly, dass dieser Sänger sie herausfordern wird und sie hat sich nicht getäuscht... Dennoch verbringt sie schon in den ersten Tagen ihrer Zusammenarbeit ganz besondere und wunderschöne Tage mit ihm, während denen es beiden nicht immer gelingt, ihre Fassade aufrecht zu erhalten und so mancher Blick dahinter einige Gehemnisse offenbart, die es noch zu ergründen gilt.

Madita Tietgen erzählt in diesem fünften Teil der Reihe "Irland - Von Cider bis Liebe" über einen Sohn der O'Sullivans, den man noch nicht so gut kennengelernt hat. Auch Lilly ist bisher eher unbekannt. Und obwohl auch bekannte Charaktere in der Handlung vorkommen, kann auch beruhigt mit diesem fünften Teil gestartet werden, denn es werden keinerlei Vorkenntnisse vorausgesetzt.

Da ich schon die Vorgängerbände der Reihe gelesen habe, war ich wirklich gespannt, wer denn nun im Mittelpunkt des Romans steht. Sean und Lilly waren mir sofort sympathisch, denn obwohl sie so gegensätzlich erscheinen, haben sie mehr gemeinsam als erwartet. Da die Erzählperspektiven während der Kapitel immer wieder wechseln, kennt der Leser immer beide Seiten und fühlt sich so selbst als Teil der Handlung. Das ist auch ein Grund, warum es Madita immer wieder gelingt, mich so zu fesseln, dass ich das Buch nur noch schwer aus der Hand legen kann. Obwohl Lilly ihr Geheimnis schnell offenbart hat, wartet Sean lange mit seinem Geständnis, was zu einer durchgehend hohen Spannung führt. Ein zauberhaft schöner Liebesroman, den ich euch allen nur ans Herz legen kann!

Bewertung vom 18.02.2024
Eine Dame mit Geheimnissen / Lilienpalais Bd.4
Conrad, Hannah

Eine Dame mit Geheimnissen / Lilienpalais Bd.4


sehr gut

Nanettes Geheimnisse

München, 1827: Seit acht Jahren lebt Nanette nun schon in München und arbeitet bei den von Seybachs als Gouvernante. Allerdings weiß niemand, was sie zuvor gemacht hat, woher sie kommt und warum sie mit so viel Vehemenz für ihre Schützlinge kämpft und für alle immer nur das Beste will. Eins ihrer Geheimnisse ist ihre Verkleidung, die sie älter und fülliger aussehen lässt. Auch ihre Leidenschaft für das Schreiben kennt niemand, denn der Fortsetzungsroman von ihr erscheint unter dem Namen Anonymus einmal wöchentlich in der Zeitung und der Verleger Ferdinand von Rückl kennt sie nur als Vertreterin des wahren Autors, der nicht erkannt werden möchte. Dass sie sich aber zu dem attraktiven und direkten Zeitungsverleger hingezogen fühlt, will sie sich lange Zeit selbst nicht eingestehen. Als nun eine junge Bedienstete von Burg Neuhausen im Lilienpalais anklopft und um eine Anstellung bittet, bekommt Nanette Angst um ihre Tarnung und tut alles, die junge Frau in einem anderen Haus unterzubringen. Das lässt diese neugierg werden und sie begibt sich auf die Spur der Gouvernante, dabei ist sie aber längst nicht allein...

Dem Autorinnenquartett, das sich hinter Hannah Conrad verbirgt, ist mit diesem Roman ein sehr rundes Ende gelungen, das sich aber stark von den Vorgängerbänden unterscheidet. Gibt es hier doch vier Handlungsstränge, sodass vier Personen berichten, und die Ereignisse im Hause von Seybach überschneiden sich und es werden Momente erwähnt, die in der anderen Büchern bereits Thema waren.

Ich muss sagen, ich war auf diesen vierten Band sehr neugierig, denn in den drei Büchern zuvor spielt Nanette immer eine Schlüsselrolle, man kann aber nie hinter die Fassade sehen und weiß nicht, warum diese so handelt und was ihre Geheimnisse sind. Nun erfährt man zwar viel über die Vergangenheit der Gouvernante, trotzdem konnte mich dieser Teil nicht so fesseln, wie erhofft und wie es mir bei den anderen Büchern zuvor ging. Gerade anfangs hatte ich so meine Probleme, in die Handlung zu finden und ein stetiger Lesefluss mit Spannung hat sich erst ab dem zweiten Drittel eingestellt. Sehr gut gefallen hat mir aber, dass man so manche Ereignisse aus der Sicht von Nanette nun nochmals erleben konnte, was für mich auch zu einem perfekten Reihenabschluss gehört.

Bewertung vom 17.02.2024
Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Auf dem Land
Gernhäuser, Susanne

Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Auf dem Land


ausgezeichnet

Auf dem Land ist immer was los!

Jetzt geht es ab aufs Land! Und es ist wirklich faszinierend, wie viel dort immer los ist. Denn egal ob auf dem Marktplatz mitten im Dorf, dem Bauernhof, auf dem Feld bei der Ernte, im Waldkindergarten, am Badesee, dem Feuerwehrfest oder dem Weihnachtsmarkt zur Adventszeit, es gibt immer etwas zu entdecken!

Susanne Gernhäusers Texte zu Peter Nieländers Wimmelbildern bilden eine perfekte Einheit und sorgen dafür, dass die Wimmelbilder noch genauer angesehen werden. Denn nicht nur die kurzen Einleitungstexte und Suchaufträge am linken Rand der Doppelseite, sondern auch die Details hinter den vielen Klappen auf den Wimmelbildern machen dieses Buch so schön und wunderbar unterhaltsam.

Obwohl wir schon viele Wimmelbücher besitzen, ist dieses unser erstes, das zu den sowieso schon detailreichen Bildern auch noch Klappen mit zusätzlichen Details enthält, sodass noch mehr Geschichten erlebbar werden und Kinder noch länger in den einzelnen Szenerien verweilen können. Ein sehr gelungenes Wimmelbuch!

Bewertung vom 16.02.2024
Bevor die Welt sich weiterdreht
Brosch, Luca

Bevor die Welt sich weiterdreht


ausgezeichnet

Machtspiele im neutralen Davos

Davos in der Schweiz, 1916/17: Die Krankenschwester Johanna Gabathuler kehrt nach einem Jahr an der Westfront des Ersten Weltkrieges in ihre Heimat zurück. Nach dieser schrecklichen Zeit, die in der Hölle von Verdun endete, sehnt sie sich nach dem friedlichen Bergdorf, in dem sie aufgewachsen ist, ihrem Vater und ihrer Schwester. Doch das uneheliche Kind in ihrem Bauch, das von ihrer großen Liebe Erich stammt, der erst vor Kurzem auf dem Schlachtfeld gefallen ist, sorgt dafür, dass ihre Familie sie in ein Kloster schickt und ihr das Kind schließlich wegnehmen. Johanna kehrt unglücklich und wütend in ihr Heim, das Luxussanatorium ihrer Familie zurück. Dort geht sie wieder ihrer Arbeit als Krankenschwester nach. Mit der Zeit gewinnt sie aber einen Blick hinter die Kulissen und entdeckt, dass es nur so vor politischen Amtsträgern und dementsprechend auch Spionen aller, am Krieg beteiligten Parteien wimmelt. Niemals aber hätte sie gedacht, dass sie selbst einmal Teil des deutschen Geheimdienstes sein würde, wenn auch nicht freiwillig...

Luca Brosch ist es mit diesem historischen Roman gelungen, von der ersten Seite an zu fesseln. Seine Protagonistin Johanna ist eine starke, junge Frau, die weiß, was sie möchte und das Spiel der Mächte schnell durchschaut. Da aber nicht allein aus ihrer Sicht erzählt wird, sondern auch andere Beteiligte zu Wort kommen, bekommt die Handlung eine Vielschichtigkeit und Tiefe, die den Leser fesselt. Auffallend ist, dass der Autor die Länge der Kapitel größtenteils kurz hält, sodass sie selten mehr als vier bis sechs Seiten umfassen. Trotzdem führt es nie zu einem Stocken im Lesefluss, denn es ist immer klar, wessen Perspektive gerade geschildert wird.

Nachdem ich nun seit einiger Zeit an einer Leseflaute leide und mich kein Buch so richtig gepackt hat, ist es diesem Roman von Luca Brosch perfekt gelungen. Innerhalb eines Tages habe ich das Buch zu neunzig Prozent gelesen und war durchgehend begeistert und ganz in der Handlung gefangen. Mir hat die Balance aus historischem Roman mit wahren Begebenheiten und der Agentenkrieg im Hintergrund sehr gut gefallen, wenn ich mich auch hin und wieder gefragt habe, was denn nun Fiktion ist und was sich wirklich so zugetragen hat. Ein rundum gelungener Roman, der seinesgleichen sucht!

Bewertung vom 15.02.2024
Papa liest vor
Baltscheit, Martin

Papa liest vor


sehr gut

Eine Liebeserklärung an das Vorlesen

"Mein Papa liest vor. Jeden Abend. Kommt er von der Arbeit und freut sich schon auf zu Hause. Auf mich! Und ein Buch."

Mit diesen Sätzen beginnt das Buch. Denn Papa liest immer und überall vor. Er wird auch nicht müde und seiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. So erlebt das kleine Mädchen ganz viele Abenteuer gemeinsam mit ihrem Papa. Und wenn sie einmal groß ist, dann liest sie vor und ihr Papa hört zu. Aber bis es soweit ist, liest Papa weiterhin jeden Abend und in jedem anderen freien Moment vor.

Martin Baltscheit widmet dieses Bilderbuch fünf Personen, wovon drei Kinder mit ihm beim Vorlesen auf dem Foto über der Widmung zu sehen sind. Schon hier zeigt sich die große Liebe zum Vorlesen, die der Autor in seiner Geschichte zum Ausdruck bringt. Die Texte auf den einzelnen Seiten sind immer ziemlich kurz und übersteigen wenige Sätze nie. So liegt der Hauptaugenmerk auf den ganz besonderen und einzigartigen Illustrationen. Diese zeigen den Papa in den unterschiedlichsten Situationen, sie regen die Fantasie an und bringen Kinder zum Lachen. Dank der vielen kleinen Details wird das Anschauen der Bilder nicht so schnell langweilig und es gibt immer wieder Neues zu entdecken.

Meine Tochter und ich finden das Buch sehr schön. Wenn auch meine Siebenjährige die Illustrationen nicht so gerne mag wie ich. Insgesamt zeigt dieses Bilderbuch die Liebe zum Vorlesen, die auch ich selbst empfinde. Ein ganz besonderes Kinderbuch!

Bewertung vom 14.02.2024
Lindy Girls
Stern, Anne

Lindy Girls


ausgezeichnet

Ein Platz im neuen Berlin

Berlin, 1928: Die Stadt befindet sich momentan im Wandel und es ist spürbar, dass die Menschen nach Ablenkung gieren. Auch deshalb wird der Charleston, der aus Amerika immer mehr nach Deutschland schwappt, großen Anklang bei den Feierwütigen findet. Mitten in dieser großen Stadt probt Wally mit ihren sechs Mädchen nach amerikanischem Vorbild eine Choreografie ein. Doch auch Toni Lindberg ist begeistert vom Berlin, wie es sich verändert und vorallem auch davon, was Wally auf die Beine gestellt hat. Also bietet er an, der Manager der Truppe zu werden. Auch zwei neue Mädchen benötigen sie noch, denn je größer die Tanzgruppe, desto besser wirkt sie. So kommt erst Alice dazu, die mit ihren roten Haaren heraussticht und eine begnadete Sängerin ist. Ihr folgt Thea, eine junge Frau, die gerade mit ihrer Familie gebrochen hat und sich mehr vom Leben wünscht, als als brave Hausfrau mit einem langweiligen Ehemann zu enden. Sie hat ein außergewöhnliches Talent und verdreht damit auch Toni den Kopf...

Anne Stern erzählt die Geschichte der "Lindy Girls" auf eine ganz besondere Art und Weise, denn es kommen die vier Protagonistinnen Wally, Alice, Gila und Thea zu Wort, aber auch Toni und einige andere Männer erzählen vereinzelt ihre Sicht der Dinge. So entsteht ein sehr vielschichtiger Roman, der anfangs aber durch seine häufigen Perspektivwechsel etwas verwirrend wirkt. Die Autorin zeigt das Berlin der Goldenen Zwanziger aus mehreren Ansichten, sodass nicht nur das glänzende und beeindruckende dieser Zeit im Vordergrund steht, sondern auch die Armut, der Drogenmissbrauch, die psychischen Probleme der ehemaligen Soldaten und das Erstarken der Nazis.

Nachdem mir das Cover des Romanes auf den ersten Blick sehr gut gefallen hat, war ich neugierig auf den Inhalt. Ich hatte mir nach dem Lesen des Klappentextes eher eine seichtere und oberflächlichere Handlung erwartet und war positiv überrascht, wie gut es der Autorin gelungen ist, die positiven und negativen Aspekte des neuen, wilden und ungezügelten Berlins zu beleuchten und in das Geschehen einfließen zu lassen. Ein sehr empfehlenswerter Roman!

Bewertung vom 14.02.2024
Lily und der Herzenszauber
Fleming, Lucy

Lily und der Herzenszauber


ausgezeichnet

Freunde halten immer zusammen!

Wenn man sich Zeit nimmt und am Teich einmal genauer hinsieht, dann entdeckt man neben vielen verschiedenen Tieren vielleicht auch eine Teichnixe. Lily ist eine Teichnixe und sie sorgt immer dafür, dsas es allen Bewohnern im und um den Teich herum gut geht. Doch plötzlich überkommt sie so ein ungutes Gefühl. Als dicke Tropfen vom Himmel fallen, bringt Lily alle Teichbewohner in ihre sicheren Verstecke und auch sie harrt in ihrem Kieselhaus aus. Doch niemals hätte sie mit so einer großen Zerstörung gerechnet, wie die, die sie am nächsten Morgen erblickt. Zuerst ist sie ganz verzweifelt, doch dann erinnert sie sich an ihre vielen Freunde und gemeinsam gelingt es ihnen, den Teich innerhalb kürzester Zeit wieder aufzuräumen. Da versteht Lily:

"Wenn Freunde zusammenhalten, gibt's keinen Grund zum Sorgen,

Wir sind immer füreinander da - gestern, heute, morgen!"

Lucy Fleming erzählt in diesem Kinderbuch über Freundschaft und dass diese aus einem Geben und Nehmen besteht, sodass am Ende immer gemeinsam für ein Ziel gekämpft wird. Die Illustrationen, die ebenso wie die Texte aus Lucy Flemings Feder stammen, sind zauberhaft schön und machen das Buch zu einem ganz großen Schatz!

Meine Tochter hatte das Buch bereits selbst gelesen, bis ich die Zeit gefunden habe, mich mit ihr hinzusetzen und es ihr vorzulesen. Wir sind beide total begeistert und ich finde es sehr positiv, dass meine Tochter nach einem halben Jahr in der ersten Klasse so gut mit dem Lesen vorankam!