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Benutzername: butterfly304


Bewertungen

Insgesamt 13 Bewertungen
12
Bewertung vom 31.07.2019
Love to share - Liebe ist die halbe Miete
O'Leary, Beth

Love to share - Liebe ist die halbe Miete


ausgezeichnet

Tiffy braucht eine günstige Wohnung in London und zwar sofort. Leon arbeitet Nachtschichten und braucht Geld. Ihre Freunde halten sie für verrückt, doch es ist DIE perfekte Lösung: Sie teilen sich ein Zimmer. Die Regeln sind klar: Tagsüber gehört das Appartment Leon, nachts ist es allein Tiffys Reich.

Doch angesichts obsessiver Exfreunde, Brüdern, die zu Unrecht im Gefängnis sitzen und natürlich der Tatsache, dass sie einander noch nie begegnet sind und nur über Post-Its kommunizieren, müssen Tiffy und Leon erkennen, dass sich das Leben nicht an Regeln hält. Und die Liebe schon gar nicht...

Die Idee von dieser besonderen WG ist super spannend und ein Grund genug, um dieses Buch zu lesen. Wenn man die Art der Figurenkonstellation betrachtet, hat man gar keine Ausrede, das Buch aus der Hand zu legen. Tiffy und Leon sind eine Kombination, die man wirklich schwer beschreiben kann. Unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Lebensweisen, unterschiedliche Geschichten. Trotzdem treffen die beiden aufeinander und es entsteht eine Verbindung. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie zwei Menschen sich kennen lernen, wenn sie sich nicht persönlich treffen.

Alles in allem war die Handlung vielseitig und voller kleiner Überraschungen. Der Schreibstil hat geholfen die beiden Figuren Tiffy und Leon besser kennen zu lernen. Die zweigeteilte Perspektive war gut konstruiert und zeigte stets viel Innenleben, auch wenn grad wenig Handlung passierte. In meinen Augen hätte man diese Geschichte nicht besser in Worte fassen können.

Bewertung vom 14.04.2019
Cows
O'Porter, Dawn

Cows


gut

Emanzipation, Frauenbildern, Frauenrollen, Frauen, Männer.... Dieser Roman ist voll von Rollenklischees und gleichzeitig versucht er diesen - so weit es geht - zu widersprechen. Hinter diesem Cover versteckt sich eine Thematik, vor der sich keine Frau verstecken kann... Meiner Meinung nach eine Empfehlung für jede Frau (und jeden Mann), die (der) sich mit ihrer (seiner) Rolle in der Familie, in der Gesellschaft und im Beruf auseinandersetzt.

Zunächst mal zum optischen Eindruck. Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, fand ich die Aufmachung ehrlich gesagt doof. Der Mund mit dem Finger auf dem Cover, die Kühe auf den inneren Seiten. Für mich hat das nicht zusammen gepasst. Doch genau das hat mich auch neugierig gemacht. Was versteckt sich denn tatsächlich hinter der Kuh bzw. den Kühen? Im Nachhinein finde ich das Layout ebenso wie den Titel super. Besonders der Untertitel ist sehr gut gewählt worden, weil er im Roman aufgegriffen wird. Somit schließt sich ein Kreis und man bekommt eine Verbindung des Anfangs mit dem Ende.

Der Inhalt des Romans ist vielschichtig, was mir besonders gut gefällt. Die Handlung wird aus drei Perspektiven beschrieben. Zunächst erscheint alles zusammenhangslos und erst nach und nach werden die Figuren miteinander in Verbindung gebracht. Jede einzelne der drei Frauen ist einzigartig und sie scheinen unterschiedlicher nicht sein zu können. Doch nicht nur die Persönlichkeiten sind unterschiedlich, auch die Lebensumstände. Es scheint fast unmöglich, dass sich eine Verbindung zwischen den dreien verbirgt...
Meiner Meinung nach, waren alle Charaktere faszinierend. Man hat als Leser versucht herauszufinden, in welcher Person man sich am ehesten wiederspiegel kann und dadurch auch während dem Lesen über die eigene Funktion in der Emanzipation nachgedacht. Zumindest ging es mir so.
Jedoch hat mir nicht alles gut gefallen. Die Schicksalsschläge und die Ereignisse fand ich zu extrem. Es hätte vielleicht nicht den selben Effekt, wenn die Geschichten abgeschwächt worden wären und die Intention der Autorin wäre vielleicht nur auf diese Art und Weise möglich an den Leser zu bringen, aber ich fand es oft viel zu unrealistisch. Ich hab mich gefragt, ob in der Realität die ein oder andere Reaktion wirklich auffindbar wäre... Meiner Ansicht nach nicht...

Trotz allem will ich die Thematik hervorheben. In dem Roman geht es um uns Frauen, um unsere Einzigartigkeit, um unsere Stärke und unsere Rolle. Ob Emanze oder nicht, mit diesem Aspekt sollte sich jeder (auch Mann) mal auseinandersetzen. Dawn O'Porter verpackt dieses gesellschaftliche Thema auf eine wundervolle Art. Man liest einen Roman voller Spannung, eine gut durchdachte Handlung, Charaktere ohne Lücken - aber man befasst sich auch gleichzeitig mit einem aktuellen, schwierigem Thema. Meiner Ansicht nach: TOP!

Zu dem Schreibstil will ich gar nicht viel sagen. Es wird wie gesagt aus drei Perspektiven geschrieben und das ganze ist stimmig zu dem Inhalt. Eine Kleinigkeit hat mich jedoch gestört: Wenn aus Taras und Stellas Perspektive geschrieben wurde, geschah dies in der Ich-Form. Bei Cam jedoch nicht. Selbstverständlich hat sich die Autorin bewusst dazu entschieden und dies auch aus guten Grund. Für mich war es am Anfang aber seltsam und ich hab mich wirklich gewundert, warum dies so gemacht wurde... Wer aber auf solche Einzelheiten keinen Wert legt, wird das vermutlich nicht mal merken...

Insgesamt eine Empfehlung meinerseits - ganz besonders an die weiblichen Interessierten.

Bewertung vom 03.09.2018
Ich komme mit
Waldis, Angelika

Ich komme mit


ausgezeichnet

Die Geschichte, die sich hinter "Ich komme mit" verbirgt, ist eine ganz ungewöhnliche. Eine Freundschaft, die man so nicht oft antrifft und die einen sehr berührt. Vita und Lazy könnten nicht unterschiedlicher sein und trotzdem verbindet sie einiges. Die Gespräche, die die beiden führen, sind manchmal voll mit philosophischem Input und regen sehr zum Nachdenken an. Beim Lesen wird man mit auf die Reise genommen und erlebt ein ganz ungewöhnliches Abenteuer. Mehr als die Erlebnisse der Hauptfiguren beeindruckt einen die Entwicklung ihrer Persönlichkeiten. Ganz besonders Vita, die aus ihren Verhaltensweisen ausbricht und sich ganz neue Züge aneignet.

Angelika Waldis ist eine unglaublich beeindruckende Autorin. Sie spielt mit Worten und zaubert dadurch eine wundervolle Wirkung für den Leser. Es ist ein Genuss gewesen, ihre Worte und Sätze zu lesen. Sie hat es geschafft, dass man die einzelnen Charaktere ganz genau kennen lernen konnte und dadurch auch die Eigenarten der beiden leichter nachvollziehen konnte. Sie beschrieb Situationen stets so, dass man sie aus der Perspektive der Figuren empfand. Dementsprechend konnte man Lazys Krankheit mit durchleben und seine guten und schlechten Phasen nachvollziehen.

Insgesamt war ich sehr positiv überrascht. Vor dem Lesen hatte ich einige Vorbehalte, da es meiner Meinung nach schon einige Bücher über Krebs und ähnliche Krankheiten gibt und es dadurch schwer ist in dieser Thematik ein neues, gutes Buch herauszubringen. Angelika Waldis hat dies aber mehr als geschafft. Handlung, Charaktere und Schreibweise fand ich schön stimmig. Dadurch war es sehr angenehm den Roman zu lesen. Es gab die richtige Menge Spannung, wodurch man gerne weitergelesen hat. Die Autorin hat zusätzlich die richtige und angemessene Portion Humor hineingepackt, sodass man zwischendurch mal auflachen wollte ohne dass die Thematik ins lächerliche gezogen wurde. Ich bin wirklich begeistert. Es war ein Genuss, diesen Roman lesen zu dürfen.

Bewertung vom 28.06.2018
The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
Finn, A. J.

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?


ausgezeichnet

Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt einsam und leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre vier Wände nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit mit Fremden online zu chatten, zu viel zu trinken - und ihre Nachbarn durchs Fenster zu beobachten. Bis eines Tages die Russels ins Haus gegenüber einziehen - Vater, Mutter und Sohn. Bei dem Anblick vermisst Anna mehr denn je ihr früheres Leben, vor allem, als die neue Nachbarin sie besucht. Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen. Doch sie traut sich nach wie vor nicht, das Haus zu verlassen. Die Panik holt sie ein. Ihr wird schwarz vor Augen. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, will ihr niemand glauben. Angeblich ist nichts passiert...

Anna ist Psychologin und selbst in Therapie. Sie leidet unter Agoraphobie und ist dadurch sehr einsam. Sie wird als eine Person beschrieben, welcher man Respekt und Mitgefühl schenkt. Ihre Familie und ihr Alltag sind auseinander gebrochen. Sie hat kaum noch Halt in ihrem Leben. Nach dem Überfall, den Anna beobachtet hat, scheint alles gegen sie gestellt zu sein. Niemand glaubt ihr. Als Leser will man Anna ihre Geschichte glauben, aber trotzdem zweifelt man an ihrem Zustand. Man weiß nicht, was der Wahrheit entspricht.
A. J. Finn hat den Roman aus Annas Perspektive nieder geschrieben. Man erfährt nur ihre Variante des Vorfalls. Diese Erzählform bringt nochmal zusätzlich Spannung. Man ist beim Lesen hautnah dabei. Man kann Annas Launen nachempfinden. Man versucht sie zu verstehen, ihrer Gewohnheiten nachzuvollziehen. Durch die Perspektive einer einzelnen Person kann man ihre Einsamkeit verstärkter spüren.
Beim Lesen ahnt man nicht, was noch passieren kann und was das Ende bringt. Das Buch ist wie ein Tagebuch aufgebaut. Auf ein Datum folgen jeweils einige Kapitel, die die Ereignisse des Tages und Annas Gedanken darstellen. Mann weiß somit immer nur das, was Anna macht, sieht oder meint zu sehen. Ihr Lebensstil wird durch diese Tagebuchschreibweise klarer. Nach und nach lernt man auch Annas Familie und ihre Vergangenheit kennen.

Das Lesen hat mir wirklich eine riesige Freude bereitet. Ich war mir am Anfang schon unsicher, ob die Geschichte Spannung bringt. Ich wurde aber sehr schnell überzeugt. Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen und immer wieder entfuhr mir ein "Wow". Auch wenn man es nicht meint, die Wendungen sind unvorhersagbar. Jedes Mal, wenn man meint zu wissen, wie es ausgeht, führ der Autor einen an der Nase vorbei. Man ist in der Geschichte hautnah dabei. Manche Ahnungen werden bestätigt - aber nie exakt so, wie man meint...
Ich habe das Buch mit einem Lächeln zugeklappt. Ich kann es nur weiter empfehlen. Die Geschichte ist spannend, interessant, unvorhersagbar und einzigartig. Es hat mir auch sehr gefallen, dass man eine Phobie näher kennen lernen konnte und auch die Vorgehensweisen eines Psychologen gezeigt bekommen hat. Alles war von vorne bis hinten stimmig. Ich habe absolut nichts auszusetzen. Ich bin wirklich einfach nur begeistert. Für meinen Geschmack war dies ein wahrhaft tolles Buch, was ich gerne weiter empfehle!

Bewertung vom 02.02.2018
Der Fall Kallmann
Nesser, Hakan

Der Fall Kallmann


sehr gut

Die Person Eugen Kallmann scheint ein Mysterium durch und durch zu sein. In dem Roman werden alle Geheimnisse einer Kleinstadt aufgewühlt. Figuren, die sich eigentlich kaum miteinander verbinden lassen, sind auf unterschiedlichste Art und Weisen miteinander verwoben. Sachen werden aufgedeckt, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hätte. Spannend und alltäglich.

Die Thematiken waren weitreichend. Abgesehen von der Fall Kallmann lernt man unterschiedliche schöne und traurige Geschichten kennen. Es geht in dem Buch um Liebe, Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Verluste... Der Inhalt ist weit gefächert, aber trotzdem hängt alles zusammen. Es gibt Parallelen und Schnittpunkte, die man sich auf den ersten Blick überhaupt nicht ausmalen konnte.

Der Stil war 100%ig passend gewählt. Der Perspektivenwechsel, der auf der einen Seite die Figuren viel besser darstellen und charakterisieren und auf der anderen Seite die Beziehungen und Gefühle verständlicher und anschaulicher darstellen konnte.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen. Es war zwar ein langes Buch, aber keinerlei anstrengend oder nervenzerrend. Im Gegenteil hat man sich gerne in die Kleinstadt eingelesen und dort für einige Augenblicke verweilt. Aus meiner Sicht nur zu empfehlen.

Bewertung vom 26.10.2017
Sonntags in Trondheim / Die Lügenhaus-Serie Bd.4
Ragde, Anne B.

Sonntags in Trondheim / Die Lügenhaus-Serie Bd.4


sehr gut

Der Roman "Sonntags in Trondheim" erzählt die ungewöhnliche Geschichte der Familie Neshows, bei denen sich an einem Sonntagmorgen eine erstaunliche familiäre Entwicklung in Gang setzt. Es ist die Geschichte zweier Brüder, einer Nichte und dem Alten Neshow, die sich auseinandergelebt haben und inzwischen weit verstreut voneinander wohnen. Nur noch der mittlerweile heruntergekommene und verlassene Schweinezüchterhof erinnert an die Gemeinsame Zeit der Familie Neshows. Der einst florierende Schweinezüchterhof in Trondheim wird vom Bestattungsunternehmer Margido inzwischen nur noch als Sarglager genutzt. Mit äusserster religiöser Hingabe, widmet er sich seinem Bestattungsunternehmen und tröstet sich mit Saunabesuchen über seine Personalprobleme hinweg. Sein exzentrischer und schwuler Bruder Erlend, ist Schaufensterdekorateur, und wohnt glücklich verheiratet mit seinem übergewichtigen Lebensgefährten Kumme in Kopenhagen. Dieser erleidet einen Herzinfarkt, und Erlend gerät ins Grübeln wie er mit seine drei Kinder die sie mit einem lesbischen Paar haben zurecht kommen soll. Sein anderer Bruder war verstorben und der Alte geniest seinen Ruhestand und letzten Tage, mit lesen von Kriegsbüchern im Heim. Margidos Nichte Torunn jedoch, vergeudet ihre Zeit mit einem Mann, der Schlittenhunde züchtet, sie betrügt und sie schon länger nicht mehr glücklich macht. Sie beschliesst ihn zu Verlassen und macht sich an einem Sonntagmorgen auf den Weg nach Trondheim. Sie ahnt nicht, das sie mit ihrem unerwarteten Besuch bei Margido, eine ganz erstaunliche familiäre Entwicklungen in Gang setzt, die alles Verändert. Die Geschichte beginnt mit dem Alten, der sein Dasein und Ruhestand mit lesen von Kriegsbüchern in einem Altersheim geniest. Nach und nach lernt man auch die anderen außergewöhnlichen, speziellen und in ihrem Wesen sehr unterschiedlichen Charaktere und Familienmitglieder der Familie Neshows kennen, die einen in ihren Bann ziehen und mit ins dunkel Norwegen nehmen. Durch den angenehmen und tollen Schreibstil der Autorin, durchlebt und leidet man regelrecht mit der ungewöhnlichen Familie, und gelangt sehr flüssig durch die Geschichte. Dabei herscht konstant eine gleichbleibende Spannung die sich durch die Geschichte hindurchzieht und mich immer weiter in die Familiengeschichte und deren Entwicklung eintauchen hat lassen. Zwar habe ich die ersten Bänder der Lügenhaus-Serie nicht gelesen und bin quasi erst mit dem letzten Band in die Familiengeschichte der Neshows eingestiegen, doch hat mir zum Inhalt und Entwicklung den vorherigen Bänder nichts gefehlt. Denn jedes der Bänder ist in sich geschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden. Mit einem nüchternen und unglaublichen Witz fängt die Autorin das Leben ein und erschafft dadurch einen aussergewöhnliche Familiengeschichte die viele Fragen aufwirft. Blut ist einfach immer noch dicker als Wasser. Ein faszinierender Roman, spannend und angenehm mitreisend geschrieben

Bewertung vom 07.05.2017
Heute leben wir
Pirotte, Emmanuelle

Heute leben wir


sehr gut

Emmanuelle Pirotte, hat mich mit ihrem Debütroman total verzaubert, genauso wie ihre kleine Protagonistin Renée. Beim Lesen sah ich immer ihre großen, wissenden, dunklen Augen vor mir. Jede einzelne Figur kam authentisch rüber. Dabei wurden die Charakterzüge sehr deutlich und die Personen wirkten lebendig. Man konnte sich super hineinlesen und auch hineinfühlen!

Ihr Sprach-und Schreibstil ist sehr flüssig und auch der historische Hintergrund ist sehr gut herausgearbeitet. Der Spannungsaufbau ist enorm hoch und die Geschichte war bis zum Schluss sehr fesselnd. Die Erzählweise ist sehr real und bildhaft.
Insgesamt geht die Handlung einem unter die Haut und treibt einige Gedanken auf... Eine unvergessliche Geschichte!

Dieser Roman ist meiner Meinung nach einfach wunderschön! Emanuelle Pirotte verpackt hier alles, was für mich ein gutes Buch ausmacht: interessante und lebendige Charaktere und eine spannende, sowie rührende Geschichte. Pirottes Schreibstil ist sehr schön. Das Buch las sich schnell und angenehm und die Autorin überzeugte mit ihrer Art!

Bewertung vom 05.02.2017
Was alles war
Mingels, Annette

Was alles war


sehr gut

Der Roman beschreibt ein sehr interessantes Thema: Familie - wir alle haben eine. Die eine ist groß, die andere klein, in der Welt verstreut, glücklich, hasserfüllt, individuell .... Keine Familie ist gleich. Ich fand es schön, in Susas Welt abzutauchen und ihren Alltag mitzuverfolgen. Sie durchlebt eine Situation, die uns nicht allen bekannt ist. Sie geht auf Abenteuerreise -auf eine Erfahrungsjagd, bei der sie ihre Familie kennen lernt. Dabei spielen die Gefühle genauso eine große Rolle, wie die Gene. Vom Inhalt her, hat mir "Was alles war" super gefallen. Ich finde es toll, dass es eine alltägliche Situation ist. Man lernt interessante Persönlichkeiten kennen, die alle wirklich individuell und komplex sind und zusammen eine einzigartige Mischung ergeben.
Die Thematik ist auch sehr aktuell - die Familie, mit der Rollenverteilung Vater, Mutter und Kinder, ist von vielen neuen abgelöst worden. Familie ist weit mehr als nur eine Zweckgemeinschaft und bring so viel mit sich.

Der Schreibstil hat mich zunächst überrascht und war ungewohnt, doch schon nach den ersten Seiten habe ich mich in die Art und Weise, wie die Autorin schreibt, verliebt. Es entsteht eine schöne Atmosphäre, man fühlt sich mit Susa verbunden und ist mitten drin dabei. Dadurch, dass Gefühle und Gedanken und nicht durch Satzzeichen hervorgehoben sind, ist man beim Lesen der Protagonistin viel näher.

Insgesamt hat das Buch einen super Eindruck hinterlassen. Vor allem in den kalten Wintertagen habe ich damit schöne Abende vor dem Kamin verbracht. Die Thematik war meiner Meinung nach super - jedoch eventuell nicht für alle überzeugend. Der Roman ist eher zurückhaltend wenns um Spannung geht, was den einen oder anderen weniger reizen könnte. Für gemütliche Momente ideal zum Tee und Kuscheldecke.

Bewertung vom 08.11.2016
Loney
Hurley, Andrew Michael

Loney


gut

Das Cover des Buches ist wunderschön und passt unheimlich gut zu dem Inhalt. Ich fand, dass es einen schaurigen Eindruck hinterlassen hat und deswegen so passend gewählt wurde. Denn auch der Roman an sich blieb mit einem düsteren Gefühl zurück.

Der Schreibstil ist sehr faszinierend und detailreich; man kann sich wunderbar die Natur vorstellen. Der Strand, die Gebäude, alles wird so genau beschrieben, dass man das Gefühl bekommt, selbst an diesen Orten gewesen zu sein. Auch die Personen scheint man zu kennen, da diese ebenfalls in der Beschreibung nicht zu kurz kommen. Man lernt die Charakterzüge kennen, weiß, wie sie sich in welcher Situation verhalten werden und empfindet Sympatie zu dem ein oder anderen.

Bezogen auf die Handlung muss ich sagen, dass ich den Roman zunächst weniger spannend fand. Es ging schleppend voran. Jedoch war die Atmosphäre für mich das gewisse etwas, was mich zum weiterlesen antrieb. Es ist ab der ersten Seite sehr düster gehalten. Nach und nach wurde es auch spannender und ich wollte gegen Ende gar nicht mehr das Buch zur Seite legen. Hurley hat ein außergewöhnlich verzwicktes Netz aus Spannung und Dunkelheit aufgebaut, dass es einen auch nach dem Ende des Romans nicht gänzlich aus den Schlingen gelassen hat.
Es handelt von einer Familie, die streng-religiös ist. Einer der beiden Söhne spricht nicht, was als eine Prüfung Gottes angesehen wird. Die Familie reist regelmäßig nach Coldbarrow, um dort Gottes Nähe zu erfahren. Für die beiden Jungs wird diese Pilgerfahrt jedoch zu einer furchterregenden Abenteuerreise, die ein faszinierend unglaubliches Ende nimmt.

Ich muss zugeben, dass mir der Inhalt sehr gefallen hat und ich das ganze Gesamtpaket von Personen und Orten super gewählt finde. Jedoch hat für mich das gewisse etwas gefehlt... Ich würde es trotzdem an alle weiterempfehlen, die aus Leidenschaft lesen und es lieben, sich in Bücher hineinzuleben. Diese Leser werden garantiert eine wunderbare Reise erleben!

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