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misspider

Bewertungen

Insgesamt 740 Bewertungen
Bewertung vom 15.01.2026
Buchmann, A.K.

Die Einsamen und die Toten


sehr gut

Eigentlich hab ich es nicht so mit Zombie-Romanen, da sie in der Regel alle nach gleichem Schema ablaufen. Dieser Roman war jedoch anders, und ich konnte ihn nicht aus der Hand legen... Neben Zombies gibt es hier noch einige andere klassische Kreaturen, die dem Buch eine zusätzliche Dimension und ja, in meinen Augen auch Tiefe verliehen haben. Auch gefiel mir der wissenschaftliche Aspekt sehr gut, der die Handlung nicht bloß auf reine Hirnschlürferei und Gemetzel reduziert hat. Toll fand ich, dass man das Geschehen aus der wechselnden Perspektive einer Handvoll von völlig unterschiedlichen Charakteren erlebt, und so immer wieder neue Facetten präsentiert bekommt, die sich wie ein Puzzle zusammensetzen und sich am Ende zusammenfügen - auch im wahrsten Sinne des Wortes, da die Personen nach und nach aufeinander treffen. Fazit: wer Zombies mag, wird diesen Roman lesen wollen. Alle anderen auch.

Bewertung vom 15.01.2026
Woywod, Torsten

Mathilde und Marie


weniger gut

Bei diesem Buch hatte ich große Erwartungen, sowohl was die Handlung als auch die Atmosphäre in dem beschaulichen Bücherdorf Redu angeht. Leider hat sich das Buch dann nicht als mit meiner Erwartungshaltung kompatibel erwiesen. Zum einen konnte mich der Schreibstil überhaupt nicht fesseln, denn auch wenn ich unaufgeregte, entschleunigte Geschichten durchaus mag, war mir die Schreibweise zu zurückhaltend, zu achtsam, zu sehr darauf bedacht alles in einer besonders harmonischen stimmungsvollen Atmosphäre zu zeichnen. Auch die Charaktere blieben dabei seltsam diffus und verschwommen und es wurde viel angedeutet, aber zu wenig klar ausgesprochen. Auch hat mich gestört, wie oft betont wurde dass Marie seit ihrer Ankunft irgendwie alles auf Anhieb richtig gut gelingt, was irgendwie nicht gepasst hat - mir haben kleine menschliche Fehler und Makel gefehlt. Insgesamt kam das Buch für mich persönlich zu bemüht rüber und war gleichzeitig zu oberflächlich und szenenhaft, um tatsächliche Tiefe zu vermitteln - manchmal passt es einfach nicht. Fazit: was für die einen bestimmt einen großen Zauber ausmacht, hat für mich leider gar nicht funktioniert.

Bewertung vom 08.01.2026
Stern, Anne

Die weiße Nacht


ausgezeichnet

Ein rundum gelungener historischer Krimi!
An diesem Krimi passt einfach alles zusammen; die Charaktere sind glaubwürdig, die historischen Gegebenheiten überzeugend und sehr anschaulich dargestellt, und der Kriminalfall, den es zu lösen gilt, ist spannend und unvorhersehbar bis zuletzt. Besonders gefallen mir die beiden Hauptpersonen Lou und König, die auf den ersten Blick völlig gegensätzlich erscheinen, tatsächlich aber mehr gemeinsam haben als sie und wir ahnen. Erst nach und nach enthüllt sich das tragische Schicksal der beiden, vermischt mit den grausigen Eindrücken der Kriegs- und Nachkriegszeit. Wo Lou impulsiv ist, ist König besonnen, aber hartnäckig und stur sind beide gleichermaßen. Obwohl der Krieg vorbei ist, kann von Hochstimmung keine Rede sein, denn Hunger und Kälte haben die Menschen fest im Klammergriff und es geht einzig ums nackte Überleben. Und trotzdem setzen Lou und König alles daran, das Geheimnis der gefundenen Frauenleiche zu lüften und Gerechtigkeit walten zu lassen in einer Zeit, in der dieses Wort an Priorität verloren hat. Ich fiebere schon gespannt einer Fortsetzung entgegen, die ich mir nicht entgehen lassen werde.

Bewertung vom 08.01.2026
Pardi, Cécile

Die Glücksagenten


gut

Der Einstieg war für mich etwas holprig. Perrine hat ihre Arbeit verloren, und zunächst habe ich mich gewundert wie sie da Zeit und Geld aufbringen kann, um ihre Glücksmissionen ins Leben zu rufen. Erst als klar war, dass sie nicht unbedingt arbeiten und Geld verdienen muss, konnte ich mich besser auf die Geschichte einlassen und die vielen kleinen Glücksmomente, die Perrine mit Unterstützung der Hündin Fanette anderen Menschen zuteil werden lässt, genießen. Trotzdem wurde ich den Eindruck nie ganz los, dass Perrine irgendwie auch naiv und ein bisschen kindlich agierte, aber da prallt vielleicht auch nur mein Pragmatismus auf diese einfühlsame und durch und durch positive Frau, die ihrem Leben einen ganz besonderen neuen Sinn gibt, von dem sich alle ein Stück abschauen sollten. Fazit: das Glück, das man schenkt, kommt vielfach zurück.

Bewertung vom 29.12.2025
Winning, Josh

Verbrenn das Negativ


ausgezeichnet

Wow, ich bin total begeistert von diesem Buch! War ich anfangs noch skeptisch, ob sich die Geschichte wirklich zu einem Horrorroman entwickeln oder doch nur eine weitere blutige Psycho/Slasher/Serienkiller-Variante abliefern würde, war ich spätestens, nachdem die Sache klar war, überzeugt. Geschickt führt uns der Autor ein ums andere Mal in die Irre, bis uns wie der Protagonistin der Kopf schwirrt vor lauter Verdachtsmomenten, Vermutungen und Zweifeln. Wem kann Polly/Tammy/Laura wirklich trauen und wer spielt ein falsches Spiel? Mehr als einmal wird sie von den Menschen, die ihr angeblich helfen wollen, ge- und enttäuscht. Aber bedeutet das auch, dass alte Kollegen, das Medium oder gar ihre Schwester etwas mit den grausamen Morden zu tun haben?
Immer klaustrophobischer und unheimlicher wird die Situation und lässt Laura an ihrem eigenen Verstand zweifeln, bis sie sich im alles entscheidenden Finale ihrer dunklen Vergangenheit stellt.
Mit den vielen am Anfang jedes Kapitels eingestreuten Medienschnipseln rund um das Phänomen des Films The Guesthouse und seiner geplanten Neuinterpretation It Feeds wird häppchenweise Hintergrundwissen, aber auch viel Spekulation geliefert, was zu weiteren Vermutungen verleitet. Dabei bleibt es bis zur letzten Seite unvorhersehbar, unheimlich und spannend sowieso. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 21.12.2025
Grace, Hannah

Holiday Ever After


gut

Und noch eine romantische Weihnachtsgeschichte, die dieses Jahr bei mir punkten konnte - der Aufhänger der Geschichte, dass eine große Spielzeugfirma das Design einer Puppe von einem kleinen Produzenten in einem kleinen Ort schamlos gestohlen hat, war nicht schlecht und bot Potential für viele Konflikte und nervenaufreibende Szenen. Diese wiederum boten den idealen Nährboden für die Romanze, in der die Kontrahenten: sie von der Firma, er der Erfinder der Puppe, aufeinandertreffen und sofort eine prickelnde Anziehung spüren. Doch natürlich wäre es zu einfach, hier gleich ein Happy End zu setzen - erst müssen viele Hindernisse und Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden, um ein Holiday Ever After zu ermöglichen. Klingt alles irgendwie vertraut, klingt alles so oder ähnlich schon einmal dagewesen, und trotzdem kann man sich auch diesmal dem Zauber der Geschichte nicht entziehen und verfällt einmal mehr in weihnachtlich-romantische Vorfreude. Mir persönlich hatte das Buch allerdings etwa 100 Seiten zu viel, in denen die Handlung ein bisschen schleppend voranging zu sehr in die Länge gezogen wurde. Fazit: auch wenn diese Weihnachtsromanze bei mir als eine unter vielen verbucht wird, habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt.

Bewertung vom 17.12.2025
Schirdewan, Claudia

Winterglück und Inselzauber: Ein Weihnachtsfest auf Borkum


sehr gut

Eine herrlich romantische und gemütliche Geschichte, genau richtig zum Abschalten in der teils stressigen Weihnachtszeit. Die Handlung war zwar teilweise etwas sehr zufällig bzw. schicksalhaft gestrickt, aber die Personen wirkten dafür sehr real und wie aus dem Leben gegriffen, auch ihre Träume, Schicksale und Lebenswege waren nachvollziehbar und glaubwürdig. So habe ich gerne die kleine durch den Schneesturm an die Insel und das kleine Hotel gebundene bunt zusammengewürfelte Gruppe durch die Weihnachtstage begleitet und bin mit ihnen gemeinsam schon einmal in die richtige Weihnachtsstimmung gekommen. Für mich war das Buch jedenfalls genau die richtige Wahl zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

Bewertung vom 15.12.2025
Dunlap, A. Rae

Wer die Toten stört


sehr gut

Eigentlich ist James nur nach Edinburgh gereist, um dort das beste und modernste medizinische Studium zu absolvieren und dem Einfluss seiner Familie zu entgehen, die ganz andere Pläne für ihn hat. Doch widrige Umstände führen dazu, dass James bei einer Bande von Grabräubern einsteigen muss - erst nur als Ausguck und Wächter, später dann auch mit Spaten und Leichensack. Doch wie sonst soll James das für das Studium benötigte Geld aufbringen? Zumal die Leichen, die auch er selbst in einer privaten Lehranstalt obduziert, irgendwo herkommen müssen. Da dies aber der alten traditionellen Medizin widerspricht, muss sich die moderne Wissenschaft eben dieser nicht ganz legalen Mittel bedienen, um dem Fortschritt zu dienen.
Es ist faszinierend zu lesen wie die damaligen "Gepflogenheiten' waren, welchen Ehrenkodex es selbst unter den Grabräubern gab und wie ausgefeilt die Techniken in diesem Gewerbe zuweilen waren.
James macht im Laufe der Geschichte eine erstaunliche Entwicklung durch: vom verweichlichten unsicheren Schnösel zum selbstbewussten und entschlossenen jungen Mann, der sich letztlich sogar seiner Familie widersetzt, um seinen eigenen Weg zu gehen. Sein Mitstreiter Nye - Assistent in der Lehranstalt, Partner bei den nächtlichen Raubzügen und schließlich auch noch mehr - hat dabei nicht unwesentlichen Einfluss auf diese bemerkenswerte Wandlung. Überhaupt entpuppt sich der anfangs grobe Nye als sehr feinfühliger und vielschichtiger Charakter, der James als Schlüsselfigur des Romans immer mehr den Rang abläuft.
Mit dem Erscheinen des berühmten Duos Burke und Hare wandelt sich die Geschichte dann sogar in einen spannenden historischen Krimi, der James und Nye in große Gefahr bringt.
Insgesamt hat mir die düstere und historisch dichte Atmosphäre des Buches sehr gut gefallen, auch wenn die Romanze die Spannung für meinen Geschmack etwas verwässert hat. Einige fast schon Slapstick-artige Szenen, die vor allem auf James unbeholfener Art fußen, haben die Stimmung ebenfalls immer wieder aufgelockert.
Fazit: ein sehr interessanter historischer Roman, der mich vor allem mit den Details rund um das Thema Grabräuberei und medizinische Forschung der damaligen Zeit gefesselt hat.

Bewertung vom 08.12.2025
Krohn, Henriette

Pinguine fliegen nur im Wasser


gut

Als erstes fällt mir zu dem Buch das Wort chaotisch ein, aber in einem positiven Sinne, denn was Vincent alles erlebt seit er Greta getroffen hat ist quietschbunt, sehr spontan und direkt und reißt ihn gnadenlos aus seiner Komfortzone. Die liebenswerten Charaktere haben einzigartige Macken und gerade deshalb passen sie so gut zusammen und ergänzen sich. Die Handlung ist ein wahnwitzige Achterbahnfahrt voller verrückter Zufälle und oft so unglaubwürdig und absurd, dass es schon wieder Spaß macht. Die ernsten Untertöne, die es tatsächlich auch gibt, gehen darin fast verloren, tauchen aber immer wieder mal auf und erinnern daran, dass das Leben leicht und schön sein kann - vor allem wenn man zusammen weniger allein ist.

Bewertung vom 26.11.2025
Ahonen, Jussi-Pekka

Belzebubs 2


ausgezeichnet

Der ganz alltägliche Wahnsinn macht auch vor den härtesten Black Metal Rockern nicht halt, und so muss sich vor allem Sloth mit Alltag und Familie herumschlagen und nebenbei seine Band am Laufen halten. Aber auch seine Frau, die Kinder und die restlichen Bandmitglieder bekommen wieder ihren Anteil in dieser absolut lesenswerten Fortsetzung. Voll aus dem Leben, nur in schwarz.