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Benutzername: DrAmaya
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Bewertungen

Insgesamt 83 Bewertungen
Bewertung vom 30.11.2021
Pacific Crest Trail Killer
Piskulla, Christian

Pacific Crest Trail Killer


ausgezeichnet

Spannend, lehrreich und gesellschaftskritisch
In dem Thriller "Pacific Crest Trail Killer" nimmt uns der Autor Christian Piskulla auf 648 Seiten mit auf den gleichnamigen ca. 4.300 km langen Wanderweg – einem der längsten und spektakulärsten Wanderwege der Welt. Der Trail ist nicht nur anspruchsvoll, sondern es braucht auch ca. 6 Monate um ihn zu bezwingen. Damit sind Wanderer teilweise völlig auf sich allein gestellt in der zum Teil abgelegenen, aber auch wunderschönen Wildnis. Ein perfektes Setting für einen Killer! Als der ehemalige Militärpolizist Mark Stetson sich einen Traum erfüllt und auf den Trail geht, macht er bereits nach 750 km eine entsetzliche Entdeckung: eine Frauenleiche. Er befürchtet, es mit einem Serienkiller zu tun zu haben und informiert die Behörden.

Nicht nur das Cover des Buches hat mich sofort fasziniert. Auch beim ersten Durchblättern war ich sofort von der Karte des PCTs begeistert. Diese hilft beim Lesen, auch wenn ich manchmal Schwierigkeiten hatte, die im Buch angesprochenen Orte zu finden. Aber nicht nur optisch hat mich das Buch sofort überzeugt. Auch der Schreibstil des Autors hat mir sofort gefallen. Mit viel Liebe zum Detail erweckt er die Wildnis am Trail zum Leben und ermöglicht dem Lesenden so, einen Teil mit den Protagonisten zu wandern. Auch die Charaktere finde ich sehr gelungen, angefangen bei ihrer Menschlichkeit bis hin zu den seelischen Abgründen des Killers. Ich gab Charaktere die ich sehr mochte und andere, denen ich bis zum Ende des Buches nicht so recht trauen wollte. Eine tolle Mischung!

Besonders beeindruckt bin ich auch von der Spannung, die konstant aufrecht erhalten wird. Hier werden im Buch überaus geschickt unterschiedliche Themen behandelt, die nicht nur den Thriller-Aspekt bedienen. Der Autor widmet sich gleichermaßen den sozialen Missständen in den USA, Hintergrundinformationen zum Wandern und notwendiger Ausrüstung, den persönlichen Problemen einzelner Protagonisten, oder auch Erotik auf dem Trail. Insgesamt kommt der Thriller ohne detaillierte Beschreibungen von Gewalt aus. Insbesondere im Kontext der Auflösung des Buches und vor dem Hintergrund der Frage, was einen Menschen zum Mörder macht, finde ich das Buch überaus geschickt konstruiert. Man könnte das auch durchaus als ein Experiment an den Lesenden interpretieren – mir hat es zumindest einiges zum Nachdenken gegeben.

Für mich definitiv ein großartiges Buch mit vielen Wendungen und vielen Puzzlestücken, die nicht immer leicht zu interpretieren waren. Über manche Längen oder die Häufung unglücklicher Zufälle am Anfang des Buches schaue ich hier sehr gern hinweg.

Bewertung vom 20.11.2021
Der Tod und das dunkle Meer
Turton, Stuart

Der Tod und das dunkle Meer


ausgezeichnet

Ein abenteuerlicher, unterhaltsamer Ritt

Beim Lesen der Inhaltsangabe zu "Der Tod und das dunkle Meer" von Stuart Turton war ich zunächst etwas skeptisch wie relevant die historischen Aspekte in der Geschichte sein würden – ich lese Historienromane sonst eigentlich nur ungern. Aber wie auch der Autor selbst im Nachwort des Buches festhält, handelt es sich hierbei definitiv nicht um einen Historienroman. Eher um einen wilden Ritt durch unterschiedliche Genres wie Thriller, Detektivgeschichte, Mystery, Fantasy, Grusel aber auch etwas Romantik.

Bereits ab der ersten Seite wurde es spannend und ich kann mich kaum an Passagen im Buch erinnern, die mich nicht dazu trieben, schnellstmöglich weiterzulesen. Und so waren die 608 Seiten extrem schnell verschlugen. Nicht nur der sehr bildliche Schreibstil des Autors hat mich begeistert, sondern auch die Vielschichtigkeit der Charaktere. Ja, und natürlich auch die Story selbst, die mir nie langweilig wurde. Sehr geschickt wurden unterschiedliche Puzzleteile zur Auflösung der Geschichte im Buch versteckt – man hätte also tatsächlich miträtseln können. Das Ende selbst war für mich sehr überraschend und bot auch eine enorm gute und elegante Auflösung.

Sehr gut fand ich zudem das Personenregister am Anfang des Buches, gerade am Anfang half dies enorm, um den Überblick zu wahren. Aber auch die Skizze des Schiffes war toll, auch wenn ich sie erst am Ende des Buches entdeckt habe ;)

Für mich absolut eins der Lesehighlights des Jahres. Auch den den Debütroman des Autors kannte ich bisher noch nicht, aber jetzt bin ich definitiv Fan und werde diesen schnellstmöglich auch lesen. Also definitiv eine klare Leseempfehlung von mir.

Bewertung vom 20.11.2021
Wahi - süß, sauer, salzig, scharf
Wahi, Alex

Wahi - süß, sauer, salzig, scharf


ausgezeichnet

Überzeugend und verdammt lecker

"Wahi – süß, sauer, salzig, scharf" ist ein Kochbuch des gleichnamigen Autors Alex Wahi. Ich hatte von Alex Wahi bisher noch nichts gehört, aber das Äußere und natürlich das Innere des Buches haben mich sofort überzeugt. Der Einband wirkt sehr hochwertig und mir persönlich gefällt auch das Cover sehr gut, aber besonders beeindruckt war ich dann von den Fotos der Gerichte. Der Food-Fotograf Hubertus Schüler hat hier wirklich sehr gute Arbeit geleistet und man bekommt sofort Hunger und weiß gar nicht, was man zuerst kochen soll.

Auch den Schreibstil sowie das Konzept des Buches finde ich persönlich sehr gelungen. Die Gerichte selbst sind inspiriert aus unterschiedlichen Teilen der Welt, beginnend mit der direkteren Umgebung, aber auch z.B. Europa, Indien, Übersee und Fernost. Besonders gut fand ich auch, dass die Zutaten der Rezepte sehr einfach zu besorgen sind und man viele bereits zuhause hat – wir konnten also auch sofort mit dem Kochen beginnen. Die Anweisungen sind sehr gut zu verstehen und die Rezepte sind gut nachzukochen. Besonders gut ist auch, dass zu jedem Rezept Informationen vorhanden sind, ob diese z.B. laktose- oder glutenfrei sind.

Für mich auf jeden Fall ein Buch, dass ich in meinem Schrank nicht mehr missen möchte. Insbesondere auch für Inspirationen hole ich es immer wieder gern hervor. Super auch als Geschenk geeignet.

Bewertung vom 26.10.2021
Kindern mehr zutrauen
Doucleff, Michaeleen

Kindern mehr zutrauen


sehr gut

Erfrischend anders und sehr lehrreich

In dem Buch "Kindern mehr zutrauen – Erziehungsgeheimnisse indigener Kulturen, stressfrei - gelassen - liebevoll" nimmt uns die Autorin Michaeleen Doucleff mit auf die Reise zu den Ursprüngen der Kindererziehung. Sie reist mit ihrer Tochter zu vier unterschiedlichen indigenen Kulturen und begleitet sie in ihrem Alltag und beobachtet.

Genau von diesen Beobachtungen berichtet dieses Buch und bietet somit auf Basis vieler konkreter Beispiele aus dem Alltag sehr praktische Tipps. Ziel des Buches ist es, praktische Tipps aufzuzeigen. Die Bandbreite ist groß und ich habe bisher selten Ratgeber gesehen, die so spezifisch und auch hilfreich erscheinen. Allerdings ist der Alltag indigener Völker nicht immer mit unserer westlichen Lebensweise vergleichbar, insbesondere weil bei indigenen Kulturen meist mehrere Generationen für die Erziehung zuständig sind, und nicht wie bei uns die moderne Kernfamilie.

Aber das ist vermutlich auch genau der Punkt. Basierend auf der Prämisse das viele Studien in Veröffentlichungen sich auf die westliche Kulturen beziehen und diese sich global gesehen oft als Ausreißer präsentieren, richtet die Autorin ihren Blick auf die Gegebenheiten indigener Kulturen. Auch basierend auf der Annahme, dass diese sich eher im Zentrum der Gauß-Kurve befinden, wie in Studien gezeigt wurde. Gleichzeitig ist dieses Buch aber nicht durch weitere Forschungen gestützt, da es in diesem Bereich anscheinend kaum zuverlässige Primär- und Sekundärliteratur zu geben scheint.

Trotzdem finde ich das Buch sehr interessant. Nicht nur aus Hinsicht der Kindererziehung. Ich habe sehr oft inne gehalten und reflektiert, wie viel man im Alltag auch beim Umgang mit dem Partner, Freund*innen oder Kolleg*innen verbessern kann und könnte. Der Blick dieses Buches ist allerdings sehr geprägt vom weiblichen Einfluss auf die Erziehung. Aber dies hängt vermutlich auch mit den Gegebenheiten der Beobachtung zusammen.

Für mich ein tolles Buch, dass nicht nur unterhaltsam geschrieben ist, sondern zudem sehr lehrreich erscheint. Ich werde dieses Buch sicherlich noch öfter zur Hand nehmen!

Bewertung vom 26.10.2021
Der perfekte Kreis
Myers, Benjamin

Der perfekte Kreis


sehr gut

Ruhig, schön und fast schon meditativ

In dem Roman "Der perfekte Kreis" von Benjamin Myers geht es genau darum: den perfekten Kreis zu erschaffen. Genauer gesagt, den perfekten Kornkreis. Als im Jahr 1989 auf den Feldern im Süden Englands seltsame Muster auftauchen, nehmen die Gerüchte ihren lauf, wer oder was hinter diesen Mustern steckt. Als Lesender erfährt man dies nicht nur aus Zeitungsartikeln, sondern auch aus dem Blickwinkel der beiden Männer Redbone und Calvert, die in dieser Saison versuchen, den perfekten Kornkreis zu erschaffen.

In diesem Buch geht es zwar vorrangig um Kornkreise, aber auch um einen tiefen Respekt zur Natur, Freundschaft und den Wunsch, die Fesseln der Vergangenheit und Gesellschaft hinter sich zu lassen. Mit ruhigen und poetischen Worten schafft es der Autor, mich durch die empathische Sichtweise der Protagonisten auf Umwelt und Tiere zu fesseln. Das Buch wirkt durch die Schönheit der Worte fast schon meditativ, ähnlich wie der beschriebene Prozess, die Ähren vorsichtig nieder zu drücken, ohne sie zu beschädigen.

Die großartige Beschreibung der Landschaft und somit die Faszination der beiden Protagonisten für ihre Umwelt zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Ansonsten beschäftigt sich jedes Kapitel mit einem neuen Kornkreis und dessen Erschaffung. Wir erfahren fast schon nebenher etwas über die Vergangenheit der beiden Männer. Zugleich wirft der Autor immer wieder auch kritische aktuelle Themen wie Monokulturen oder die globale Erwärmung auf.

Wer mit vielen Wendungen oder Spannungen rechnet, ist mit diesem Buch vermutlich nicht gut beraten. Mir aber hat es sehr gefallen und es war genau das richtige, um Abends auch mal abzuschalten und einfach nur die ruhige und schöne Melodie der Worte auf sich wirken zu lassen. Über die Charaktere hätte ich gern mehr erfahren, um eine bessere Beziehung aufzubauen. Aber rückblickend passt auch das ganz gut zu diesem Buch.

Bewertung vom 19.10.2021
Systemfehler
Harlander, Wolf

Systemfehler


weniger gut

Systemfehler beim Einsatz der Blaupause
Der Thriller "Systemfehler" von Wolf Harlander widmet sich den Gefahren der Abhängigkeit unseres Systems vom Internet. Das betrifft viele systemrelevante Bereiche, wie Flughäfen, Krankenhäuser, Verkehrsleitsysteme und die Kommunikation selbst. Bei einem Ausfall des Internets kommt es hier schnell zum Ausnahmezustand, der die Menschen in Panik versetzt und ihre Hilflosigkeit demonstriert. Der Sonderermittler Nelson Carius vom BND ermittelt und beschäftigt sich beispielsweise mit der Theorie eines hochkomplexen Computervirus.

Thematisch hat mich dieses Buch enorm interessiert und auch sofort fasziniert. Hier bringe ich als Leserin bereits einiges an Vorwissen mit, da ich eine Ausbildung im Bereich der Informatik habe. Einige der angesprochenen Inhalte bringen es technisch zwar nicht auf den Punkt, sind aber absolut akzeptabel.

Leider hat dieses Buch aber eine andere Schwäche, die ich so nicht akzeptieren kann, wenn man das vorangegangene Buch des Autors bereits kennt. Dieses Buch ist vom Plot fast eins zu eins mit dem vorhergehenden vergleichbar. Man kann die gleichen Charaktereigenschaften und Charaktere erkennen, gleiche Wendungen und das gleiche Schema. Damit wird es absolut vorhersehbar und das hat mir beim Lesen wirklich die Stimmung vermiest. Das heißt aber auch gleichzeitig, dass die gleichen Schwächen des Vorgängers auftauchen: Die Hauptprotagonisten scheinen sich zwischen zwischen den jeweiligen Schauplätzen beamen zu können, obwohl sonst das komplette System zusammengebrochen scheint; auch das Verhalten der Charaktere selbst scheint sehr gekünstelt und manchmal sogar einfach nur Staffur – es wirkt, als erfüllen sie einfach nur einen Zweck; die Auswirkungen scheinen nicht zu Ende gedacht, es wirkt beispielsweise verwunderlich, warum Essen und Trinken kein Problem zu sein scheint.

Auch am Ende war ich etwas zerknirscht, als alle Probleme gelöst erscheinen, indem der Bösewicht geschnappt ist obwohl laut Prämisse alles nur lose zusammenhängt und sehr zerbrechlich ist.

Für mich war das Buch leider wirklich eine Enttäuschung, obwohl ich mich inhaltlich wirklich drauf gefreut hatte. Insbesondere auch nach dem ersten tollen Buch des Autors. Für diejenigen, die sich allerdings nicht daran stören, dass es so viele Parallelen zum Vorgängerbuch gibt oder gar das andere Buch des Autors nocht nicht gelesen haben, denen würde ich trotzdem eine Empfehlung aussprechen, da es ansonsten wirklich sehr lesbar und unterhaltsam (wenn auch manchmal etwas realitätsfremd) ist.

Bewertung vom 12.09.2021
Ich hatte nicht immer, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte
Bankler, Caroline;Lindeblad, Björn Natthiko;Modiri, Navid

Ich hatte nicht immer, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte


ausgezeichnet

Lehrreich, lesenswert und beeindruckend
Björn Lindeblad erzählt uns in "Ich hatte nicht immer, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte – Erkenntnisse aus meinem Leben als buddhistischer Mönch" von seiner Suche ein freieres Leben zu führen. Dafür gibt der Autor nicht nur seine Karriere auf, sondern zieht zudem in den Dschungel Thailands, um Waldmönch zu werden. Auch 17 Jahre später, als er wieder zurück in seine Heimat geht, ist er wieder auf der Suche nach sich selbst; doch seine Lehren aus der Zeit als Mönch helfen ihm, sich auf sein Glück und die innere Ruhe zu beziehen.

Den ersten positiven Eindruck hat bereits das Cover des Buches bei mir hinterlassen. Es ist erfrischend anders und passt enorm gut zu den Waldmönchen, aber auch der Suche nach innerer Ruhe und Freiheit. Genauso beeindruckt hat mich der Inhalt aber auch die reflektierte Schreibweise des Buches. Das Buch wurde allerdings nicht von Lindeblad selbst, sondern von Caroline Bankler und Navid Modiri verfasst – gerade aber auch wegen dem gesundheitlichen Zustand des Autors ist das absolut authentisch. Trotzdem ruht in den Zeilen des Buches viel Weisheit, ein reicher Schatz an Erfahrungen, Humor, Trauer und wieder Weisheit.

Das Buch hat mich gerade auch durch dessen Authentizität sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Gerade die Schwächen des Autors machen es sehr glaubhaft. Z.B. seine Erfahrungen mit der Meditation – das kennen vermutlich viele von uns, das ständige Abschweifen, die wiederholten Fragen, ob man es denn jetzt richtig macht... Trotzdem wirkt es an keiner Stelle belehrend. Vermutlich gibt es auch noch so viel mehr zu entdecken. Also es wird nicht meine letzte Lektüre des Buches bleiben.

Man sollte allerdings nicht mit der Erwartung rangehen, mit diesem Buch ein Sachbuch vor sich zu haben. Das ist es definitiv nicht; aber gerade das, macht es umso großartiger.

Bewertung vom 12.09.2021
Löwenherzen
Neitzel, Gesa

Löwenherzen


gut

Mehr wildes Afrika und weniger Zweisamkeit bitte
In "Löwenherzen – Zwei unterwegs in Afrika" berichtet uns Gesa Neitzel von ihrem Roadtrip durchs südliche Afrika: Botswana, Namibia und Sambia. Gemeinsam mit Frank und dem Jeep Elli erleben sie das wilde Afrika mit seinen Löwen, Flusspferden und Elefanten und hängen immer wieder der Frage nach einer gemeinsamen Zukunft nach.

Bereits das Cover bringt einen in die richtige Fernwehstimmung für dieses Buch. Auch die illustrierten Karten und insbesondere die Fotos im Inneren des Buches geben einen tollen Eindruck. Das Buch selbst ist eine Zusammenfassung unterschiedlicher Reisen, die geografisch und nicht zeitlich sortiert wurden. In den ersten Kapiteln ist der Übergang sehr fließend, aber gerade im letzten Drittel fehlte mir etwas der rote Faden.

An sich finde ich den Inhalt leider etwas zu romantisiert. Nicht nur bezüglich der Umwelt und Tiere in Südafrika – mir fehlen Details über das alltägliche Leben und die Probleme, die in Südafrika vorherrschen –, sondern insbesondere auch wegen der Zweisamkeit von Gesa und Frank. Etwas weniger davon wäre für mich sehr viel interessanter und fesselnder gewesen. Stattdessen hätte ich gern mehr über die Hintergründe und Gedanken zu Natur und Tieren gelesen. So fühlt es sich für mich doch eher wie eine sehr persönliche Geschichte an. Dafür fehlte mir vielleicht bisher der Bezug zur Autorin. Also vielleicht ist das für jemanden, der auch die anderen Bücher von ihr gelesen hätte, gar kein Problem.

Ansonsten bin ich etwas zwiegespalten von ihrem Aufruf, dass insbesondere der Tourismus in Afrika weiter steigen muss (die Vorteile für die Einheimischen und die Umwelt verstehe ich). Die Auswirkungen auf die Natur und das Ökosystem, die das mit sich bringt, werden aber gar nicht thematisiert. Trotzdem hatte ich Spaß beim Lesen und kann jeden verstehen, der dabei Fernweh und Reiselust entwickelt und auch auf die Suche nach den Wüstenlöwen und den Elefanten gehen will. Dafür ist das Buch definitiv sehr gut geeignet.

Bewertung vom 12.09.2021
Waldeskälte
Krüger, Martin

Waldeskälte


gut

Leider nicht ganz so mystisch wie erwartet

Leider nicht ganz so mystisch wie erwartet
Im Thriller "Waldeskälte" nimmt uns der Autor Martin Krüger mit in das kleine Bergdorf Eigerstal in den Schweizer Alpen. Dort verschwand spurlos ein junges Mädchen. Dies ist nicht das erste Mal, bereits vor 21 Jahren wurden drei Mädchen verschleppt und zwei von ihnen ermordet. Die Interpol-Ermittlerin Valeria Ravelli war persönlich involviert und stellt sich nun den Nebeln ihrer Vergangenheit, um dem Täter damals und heute auf die Spur zu kommen.

Bereits des Cover des Buches strahlt eine enorme, düstere Atmosphäre aus, die der Autor auch sehr eindrucksvoll mit seinen Beschreibungen des Bergdorfes weiterleben lässt. Auch die Beschreibung der Fälle, die Verschwiegenheit der Dorfbewohner und der Wald selbst wirkt sehr mystisch. Die Spannungskurve der eigentlichen Geschichte kann damit aber leider nicht mithalten. Und mich hat persönlich auch das Ende etwas enttäuscht, dass mit dieser Dunkelheit und Mystik leider nicht mehr so viel zu tun hat. Allerdings werden bei dem Ende vermutlich Leute, die Action mögen, sehr auf ihre Kosten kommen ;)

Die Hauptcharaktere und insbesondere Valeria bleiben allerdings unnahbar und distanziert. Vielleicht ist das aber so gewollt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich bei Valeria um eine Ermittlerin von Interpol handelt? Bei diesem Buch scheint es sich jedenfalls um den Auftakt einer Reihe zu handeln und vermutlich werden die Lesenden weitere Facetten erst später kennenlernen. Genug Andeutungen zu weiteren Verflechtungen in der Vergangenheit der Ermittlerin gab es jedenfalls.

Ein weiterer Punkt, der mich etwas stört, sind die Dialoge. Die wirken für mich sehr unnatürlich und es ließ sich für mich kaum unterscheiden, ob ein Kind oder gar ein Ermittler spricht. Aber wie bereits erwähnt, war für mich tatsächlich das entäuschendste, dass das Ende nicht so wirklich zu der aufgebauten Atmosphäre passen will.

Trotzdem hatte ich ein paar schöne Stunden beim Lesen und habe es sehr genossen, wie der Duft des Nebels, des Waldes und der Gefahr fast schon greifbar wurde.

Bewertung vom 12.09.2021
Power Hour
Herbert, Adrienne

Power Hour


weniger gut

Konnte mich nicht überzeugen
Im Ratgeber "Power Hour – Wenig ändern und alles erreichen" stellt Adrenne Herbert vor, wie man durch gezielte Ausgestaltung der ersten Stunde des Tages das Selbstbewusstsein stärkt, das Immunsystem verbessert, ein besseres Zeitmanagmeent erreicht und eine positive(re) Lebenseinstellung entwickelt.

Beim Lesen der Inhaltsangabe des Buches war ich bereits sehr skeptisch. Das Konzept klingt eigentlich viel zu gut und zu schön. Auch das Cover wirkte auf mich etwas zu verspielt – aber zumindest suggeriert es Energie. Also habe ich mich ohne große Erwartungen an das Buch gemacht. Es werden unterschiedliche Themen angsprochen, die man so eigentlich in recht vielen Selbsthilferatgebern findet, z.B. über Gewohnheiten, Bewegung, Schlaf und Ziele. Allerdings habe ich bei den Informationen nur wenig für mich neues entdecken können. Die Informationen gehen leider nicht allzu sehr ins Detail, mögen aber die eine oder andere dazu anregen, weiter zu recherchieren.

Zu der eigentlichen Power Hour gibt es leider nicht so viel zu erfahren. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Konzept wirklich so einfach ist, wie es klingt? In jedem Fall findet man einige Beispiele, wie man seine eigene Power Hour konkret umsetzen könnte.

Zusammenfassend muss ich aber leider sagen, dass das Buch für meinen Geschmack zu viel Eigenwerbung enthält. Und auch wenn die Autorin eigentlich Motivatorin ist, mich hat sie damit leider nicht erreichen können. Insbesondere die Beispiele der Prominenten, sind nicht wirklich meins und ich habe mich sofort gefragt, was eigentlich mit den ganzen anderen Menschen ist, die genauso zielstrebig sind, die auch eine Power Hour pflegen und eigentlich alles richtig machen, aber trotzdem nicht so weit kommen?

Für Einsteiger in die Thematik hat das Buch bestimmt den ein oder anderen Tipp zu bieten, aber meins war es leider nicht. Ich bin damit einfach nicht warm geworden.