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Benutzername: Ellen Zisgen


Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 09.10.2018
Ich komme mit
Waldis, Angelika

Ich komme mit


ausgezeichnet

Was ein wunderbares Buch!
Lazar und Vita leben im selben Haus, haben aber über viele Jahre hinweg nichts miteinander zu tun. Mehr als ein "Guten Tag" und ein wenig Smalltalk gibt es zwischen ihnen nicht.
Lazar ist 20 Jahre alt und Student. Zu Anfang des Buches ist er über alle Ohren verliebt. Jedoch verlässt ihn die Angebetene und er erhält die Diagnose Leukämie.
Vita, 72 Jahre alt, ist auch einsam und verlassen. Zu ihrem einzigen Sohn, der auf der anderen Seite der Erde lebt, hat sie so gut wie keinen Kontakt und ihr Ehemann ist verstorben.

Als Lazy durch seine Krankheit und durch die Chemotherapie sehr geschwächt ist, fängt Vita an, ihn zu versorgen, bis er ganz zu ihr zieht. Es beginnt eine ganz besondere Freundschaft.
Sehr besonders an diesem Buch ist die Sprache. Die Autorin drückt trotz des traurigen Themas auf keine Tränendrüse. Sie schreibt so klar und echt, dass es mich umso mehr berührt hat.

Während der gemeinsamen Zeit, sagen sich Vita und Lazy immer wieder Sätze, die mit "Leben ist..." beginnen. diese Sätze sind so wundervoll, dass ich dieses Buch direkt nochmal lesen werdend mir all diese Sätze rausschreiben werde!

Bewertung vom 14.08.2018
Helle Tage, helle Nächte
Baier, Hiltrud

Helle Tage, helle Nächte


gut

Das Buch "Helle Tage, Helle Nächte" ist mir zunächst aufgrund des schönen Covers aufgefallen!
Zum Inhalt:
Anna, die in einem kleinen Ort in der Schwäbischen Alb wohnt, erhält eine Krebsdiagnose. Ihr wird klar, dass es für manche Dinge bald zu spät sein könnte und beschließt, die größte Lüge, die ihr ganzes Leben bestimmt hat, aufzuklären. Daher übergibt sie Ihrer Nichte Frederike einen Brief und bittet sie nach Lappland zu reisen, um dort diesen Brief an einen ihr (Frederike) unbekannten Mann, namens Petter zu übergeben.
Die Geschichte wird kapitelweise abwechselnd aus der Sicht von Anna und von Frederike erzählt. So begleitet man Anna durch Ihren weitern Alltag und Ihren Gedanken und auch Frederike durch die Reise nach Lappland. Die Autorin beschreibt die jeweilige Natur (besonders Lappland) mit sehr schönen Worten.
Es geht um Familie, Liebe, Vergeben und Verzeihen, Hilfe annehmen, das Leben annehmen wie es ist.
Das Geheimnis des Inhaltes des Briefes ist leider schnell klar und nimmt dem Buch leider etwas die Spannung. Trotzdem ein netter Schmöker.

Bewertung vom 03.05.2018
Die Geschichte des Wassers
Lunde, Maja

Die Geschichte des Wassers


sehr gut

Die "Geschichte des Wassers" von Maja Lunde ist das zweite Buch eines Quartetts zum Thema Umwelt. Das Buch erzählt zwei Geschichten aus zwei Zeiten. Signe , eine 70-jährige Umweltaktivistin, lebt in 2017. Wir begleiten Sie auf Ihrem Boot "Blau" in Ihre Heimat Norwegen. Ihr ganzes Leben drehte und dreht sich um das Wasser und den Gletscher in der Nähe Ihres Heimatortes. Ihre Kindheit ist geprägt von den Gegensätzen Ihrer Eltern. Von Ihrer ehrgeizigen Mutter, die ein geerbtes Hotel führt und für dieses "über Leichen (der Umwelt)" geht. Von Ihrem Vater hat sie das Umweltbewusstsein. Singe verliebte sich in Magnus, einen Jungen aus ihrem Nachbardorf, beide beginnen eine Beziehung, die Anfang sehr harmonisch ist, doch nach und nach gehen sie verschiedene Wege. Erst im Alter treffen sie sich wieder, als Signe die Eiskisten von Magnus klaut und ihn zur Rede stellen will.
Die zweite Geschichte spielt im Jahr 2041 und handelt von David und Lou, Vater und Tochter. Bei einem Brand verloren sie Mutter und Bruder. David und Lou leben in einer Zeit, in der Wasser Mangelware ist. Die Flüsse sind ausgetrocknet, das Meer ist zu salzig, um es zu trinken. Dürre ist im Land ausgebrochen. Nach dem Brand wollten sie sich mit Mutter und Bruder in einem Flüchtlingscamp treffen. Doch schnell wird klar, dass beide nicht mehr kommen werden. Der Alltag ist immer gleich und schon bald ist das Leben erdrückend. Der Alltag ändert sich, als sie ein Boot namens "Blau" finden, ein kleiner Hoffnungsschimmer und neue Hoffnungen sind geschmiedet. Doch ohne Wasser kann ein Boot auch nicht schwimmen, sie sind zu weit weg vom Meer. Im Camp bricht Chaos aus, das Personal ist geflüchtet in weitere Camps, das Wasser, Essen, alles wird knapp. David, Lou und später auch Marguerite, in die sich David verschaut hatte, verlassen das Camp und ziehen in das Boot und das Nachbarhaus. Trinkwasser und Essen gehen zur Neige. Es muss endlich mal wieder Regnen, doch geregnet hat es schon lange nicht mehr.

Ob und wie sie gerettet werden und wie die zwei Geschichten zusammenlaufen, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten!

So unterschiedlich die zwei Geschichten sind, dreht es sich aber immer um das eine: Wasser! Wasser - ein aktuelles Thema. Gerade das macht das Buch spannend. Habe es sehr gerne gelesen und bin gespannt, welche Themen die Autorin nach den Bienen und dem Wasser in den zwei folgenden Büchern aufgreifen wird.