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Benutzername: kindder80er
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Bewertungen

Insgesamt 119 Bewertungen
Bewertung vom 28.07.2021
Finde deinen Seelenpartner
Franckh, Pierre

Finde deinen Seelenpartner


sehr gut

Gutes Buch

Normalerweise bin ich nicht unbedingt auf dem oft abwertend gemeinten "Esoterik-Trip", aber dieses Buch hat mich interessiert und eigentlich hat es mich auf vielen Ebenen in meinem Denken bestätigt.

Um geliebt zu werden, muss man sich erstmal selbst lieben. Dabei geht es nicht darum, komplett mit sich im Reinen zu sein, alle Traumata des Lebens aufgearbeitet zu haben oder sich selbst zu optimieren. Es geht darum, sich selbst anzunehmen, so wie man ist. Auch über seine eigenen Macken lachen zu können, sich einfach zu mögen und gerne man selbst zu sein. Die Ausstrahlung und Signale, die man dann auch unbewusst sendet, bringen einen irgendwie von innen zum Leuchten.

Trifft man dann auf seinen Seelenpartner, weiß man es eigentlich gleich. Rückblickend gibt es die verschlungensten Wege, die zueinander geführt haben oder eben einen verblüffend einfachen. Es ist aber immer irgendwie magisch. Krampfhaft such bringt dabei nichts und ist eher kontraproduktiv.

Auch die Betrachtung von Seelenpartnerschaften finde ich interessant und hinterlässt in mir das gute Gefühl, meinen Seelenpartner schon gefunden zu haben.

Ein gutes Buch, um ein bisschen über sich nachzudenken - egal ob man bereits in einer Partnerschaft ist oder nicht. Ein bisschen empfänglich für Esoterik sollte man allerdings schon sein und vor allem bereit, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.06.2021
Höllenkind / Clara Vidalis Bd.8
Etzold, Veit

Höllenkind / Clara Vidalis Bd.8


sehr gut

Thriller vor der Kulisse von Florenz

Aus der Clara Vidalis Reihe hatte ich schon mal Band 1 gelesen, der mir ganz gut gefallen hat. Warum ich die Reihe nicht weiter verfolgt habe, weiß ich gar nicht so genau. Jetzt hatte ich die Chance, den achten Teil zu lesen und fand den Einstieg super spannend!

Meines Erachtens muss man die anderen Teile nicht unbedingt gelesen haben, denn jeder Fall steht für sich. Band 8 schließt allerdings direkt an Band 7 an, bei dem der Mörder entkommen konnte und der Fall auch sonst ziemlich desaströs verlaufen ist. Das ist dann natürlich ein Spoiler, sofern man Band 7 eben noch nicht kennt. Auch sonst gibt es einige Verweise auf frühere Fälle.

Da man Clara Vidalis, die wegen des vorherigen Falls kurz vor der Suspendierung steht und zumindest beurlaubt ist, will sich selbst aus der Schusslinie nehmen und Urlaub in Florenz machen. In Italien ist aber gerade eine Braut, die kurz vor ihrer Hochzeit aus allen Poren zu bluten begann, vor dem Altar im Vatikan gestorben und Clara wird in den Fall verwickelt. Dass es nicht bei diesem einen Fall bleiben wird, ist klar und auch MacDeath muss ihr bald helfen.

Ein Vatikanthriller ist das Buch allerdings nicht, denn es spielt überwiegend in Florenz, was mir aber auch gut gefällt, da ich die Stadt gut kenne und ich mir ganz genau vorstellen kann, wo die Protagonisten gerade lang laufen. ;-)

Auch hat es gerade im Mittelteil ein paar Längen und hier und da ein paar Verweise auf populäre Filme und Bücher zu viel, wohingegen mir die Ausführungen zu Dante und andere kunsthistorische Begebenheiten gut gefielen.

Das Ende konnte ich auch schon erahnen, aber ich habe mich insgesamt wirklich gut unterhalten gefühlt und ich werde einer Fortsetzung der Clara-Vidalis-Reihe nicht abgeneigt sein und die Bücher jetzt besser im Auge behalten.

Bewertung vom 04.03.2021
Die Mitternachtsbibliothek
Haig, Matt

Die Mitternachtsbibliothek


ausgezeichnet

Immer ein Mal mehr aufstehen, als man hinfällt

Jeder Mensch bereut Entscheidungen, die er getroffen oder eben nicht getroffen hat. Manchmal weiß man einfach, dass das Leben komplett anders verlaufen wäre - ob das dann immer unbedingt besser gewesen wäre, steht auf einem anderen Blatt.

Die Protagonistin Nora nimmt sich das Leben und landet in einer Art Zwischenwelt - der Mitternachtsbibliothek. Dort stehen in Form von Büchern all ihre Leben, die sie nicht gelebt hat. Ein ganz besonders dickes Buch ist ihr Buch der Reue und sie kann es kaum ertragen, hineinzuschauen. Sie bereut quasi all ihre Entscheidungen, weil sie so oft Rückzieher gemacht hat.

Nun hat sie die Möglichkeit, in ihre möglichen Leben hineinzuschauen, in ihnen zu leben, aber nicht von Anfang an, sondern ab Schlag Mitternacht an diesem Tag. Dabei wird der Leser, genau wie Nora selbst, in diese Leben hineingeworfen und man muss sich mit Nora erstmal orientieren und zurecht finden. Sollte sie ein Leben finden, dass sie vollends glücklich macht, könnte sie dort bleiben.

Man ahnt, wo die Reise hin geht. Matt Haig versteht es nur allzu gut, die Gefühle, die Nora hat (Probleme mit Depressionen hat sie in allen Leben, auch in den vermeintlich erfolgreichen), in Worte zu fassen. Nicht zuletzt, weil der Autor auch damit zu kämpfen hat. Dadurch kommt er dem Leser nahe und die philosophischen Ansätze wirken nicht albern.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und man kann sich der Betrachtung des eigenen Lebens gar nicht erwehren - die kommt automatisch. Die Quintessenz ist für mich auf jeden Fall, dass jedes Leben lebenswert ist, auch wenn man am Boden liegt. Aufstehen muss man selbst und es lohnt sich!

Bewertung vom 04.03.2021
Hensslers schnelle Nummer
Henssler, Steffen

Hensslers schnelle Nummer


sehr gut

Schöne Inspirationen, Zeitangaben sehr knapp bemessen

Ich koche zu Hause wirklich sehr gerne und bin weit von einem "Kochmuffel" entfernt. Kochen entspannt mich und macht mir einfach Freude. Trotzdem brauche ich auch mal neue Inspirationen und Rezepte, die schnell gehen, denn außer am Wochenende fehlt mir manchmal die Zeit.

Das Henssler-Kochbuch verspricht 100 Rezepte, die in maximal 25 Minuten auf den Tisch gezaubert werden können. Dabei ist es in die Kategorien Kartoffeln, Fisch & Meeresfrüchte, Fleisch, Gemüse, Pasta, Salate, Für Zwischendurch und Desserts unterteilt.

Jedes Rezept hat dabei eine Doppelseite mit jeweils einem ansprechenden Foto des Endergebnisses zu bieten. Die Rezepte sind kurz und knackig gehalten, die Zutatenliste ist schön übersichtlich. Zutaten, die man sowieso zu Hause haben sollte (wie z.B. Öl, Salz, Pfeffer) sind noch extra aufgeführt.

Begeistert haben mich der Kartoffelsalat mit Apfel und saurer Sahne (Seite 30), der Hamburger Pannfisch mit Senfsauce (Seite 37), Forellenfilet á la Bordelaise mit Rahmspinat (Seite 49), die knusprigen Chicken Wings mit Chili-Honig-Marinade (Seite 99), Rigatoni mit Salsiccia und weissen Bohnen (Seite 159) und die karamellisierte Birne mit Walnüssen (Seite 230). Das bringt ein bisschen Schwung in meine Küche und die Ergebnisse schmeckten hervorragend!

Allerdings muss ich sagen, dass ich auch als Hobbykoch nicht annähernd mit der jeweils angegebenen Zeit hingekommen bin! Das liegt zum einen daran, dass Herr Henssler beispielsweise für den Kartoffelsalat, für den er 10 (!) Minuten veranschlagt, bereits gepellte und gekochte Kartoffeln als Zutat angibt, was auch bei anderen Rezepten der Fall ist, und zum anderen, dass ich einfach nicht so schnell schnippeln kann. Ist aber nicht schlimm, denn ich kann mich ja ungefähr einschätzen und weiß, wie viel Zeit ich für mich einplanen muss, aber Kochneulinge könnten da etwas überfordert sein.

Insgesamt gefällt mir das Buch gut und Henssler nimmt sich sehr zurück (ein paar Fotos, auf denen zu sehen ist, wie viel Spaß er beim Kochen hat, sind dabei, aber die Rezepte stehen eindeutig im Vordergrund und geben mir neue Inspirationen!

Bewertung vom 25.11.2020
Unter Ultras. Eine Reise zu den extremsten Fans der Welt.
Montague, James

Unter Ultras. Eine Reise zu den extremsten Fans der Welt.


ausgezeichnet

Interessante Einblicke in eine besonders vielfältige Subkultur

Ich schaue sehr gerne Fußball und nicht zuletzt durch die momentane Situation mit den Geisterspielen, merken auch die Fernsehzuschauer, dass Fußball ohne Fans einfach nicht so mitreißend ist und es an Atmosphäre fehlt.

"Ultras" gibt es in jedem fußballverrückten Land, allerdings sorgen sie oft für negative Schlagzeilen. Dass es dabei auch um politische Hintergründe geht, zeigt besonders eindrücklich das Beispiel Türkei. Aber auch in den anderen Ländern ist das so, wobei jedes extreme Lager abgedeckt ist.

Trotzdem steckt oft noch mehr dahinter und die Ultras sind nicht einfach der prügelnde Mob, sondern tun auch Gutes in ihrer Region. So vielfältig die Länder sind, in die der Autor für seine Recherchen gereist ist, so vielfältig sind auch die Strukturen. Brasilien, Uruguay, Serbien und Schweden fand ich besonders interessant.

Der Schreibstil ist nüchtern, aber nicht trocken! Der Autor wertet nicht, sondern beschreibt die Dinge, die er gesehen hat. Leiser Humor schwingt manchmal dabei mit und trotz des Sachbuchcharakters habe ich mich unterhalten gefühlt und auch abseits des Fußballs einiges über die Länder gelernt.

Bewertung vom 11.11.2020
Silas Orientküche
Sahin, Sila

Silas Orientküche


ausgezeichnet

Mehr Mut zur Würze

Sila Sahin ist mir als Schauspielerin durchaus bekannt und nun musste ich feststellen, dass sie auch noch kochen kann! ;-)

Die Zutaten sind dabei meistens weniger exotisch, als man denken mag. Yufkateig (oder ersatzweise Filoteig) bekommt man zumindest in Großstädten auch im Supermarkt um die Ecke. Damit ist mir die grüne Börekschnecke wunderbar gelungen. Auch die Gemüse-Köfte sind unkompliziert gemacht und schmecken als "Versteck für Gemüse" lecker und sind dabei noch relativ gesund.

Der Orient-Cole-Slaw mit Hähnchen ist schön leicht und dennoch nahrhaft und die scharfe Möhren-Orangen-Suppe war am Wochenende der Hit bei uns. Von den Süßspeisen habe ich Pisi mit Zimtzucker ausprobiert und gelernt, dass man keine Angst vor dem Frittieren im Topf haben muss.

Was mir ebenfalls aufgefallen ist, ist dass man wirklich mehr Mut zur Würze haben sollte! Das Gewürzregal bietet viel mehr Platz als nur für Pfeffer und Salz und macht dem Gaumen richtig Spaß.

Schönes, vielseitiges Kochbuch, das meine Küche jetzt richtig aufpeppt!

Bewertung vom 11.11.2020
Die Republik
Voland, Maxim

Die Republik


sehr gut

Politthriller in einer alternativen Realität

Politthriller sind normalerweise so gar nicht mein Genre, aber das Buch fand ich wegen der alternativen Realität sehr spannend.

Wie wäre es mit der DDR weiter gegangen, wenn sie sich über fast ganz Deutschland erstreckt hätte? Wenn Mangelwirtschaft und Verfall rechtzeitig aufgehalten worden wären? Wenn die "Unruhen von 1989", wie es im Buch heißt, durch ein Umdenken der Politik aufgehalten worden wären?

In der Gegenwart sehen wir die DDR als prosperierendes Land, während die kleine Insel West-Berlin vor sich hin gammelt. Auch wenn von Mangelwirtschaft keine Rede ist, hat sich einiges eben nicht geändert: Abitur- und Studienplätze sind von der Partei abhängig, die Stasi hat ihre Augen und Ohren überall, Feinde des Systems werden nicht mit Samthandschuhen angefasst und im Service herrscht ein rauer Ton, was mich am Anfang der Restaurantszene wirklich zum Schmunzeln gebracht hat.

Die Einführung des desillusionierten Oberst, der eine Schwäche für Goldbroiler hat und offiziell seine ständige Ausreise beantragen und somit wissentlich einen Skandal heraufbeschwören will, hat mir gut gefallen. Als ehemaliger DDR-Bürger fühlt man sich fast sofort "zu Hause", für Menschen, die die DDR nie kennengelernt haben, sind einige Begriffe allerdings schwierig zu verstehen.

Als dann die Giftgaswolke kommt und er vom Restaurant des Fernsehturms beobachten muss, wie Menschen wie die Fliegen umfallen und sterben, geht es erst richtig los. Es entspinnt sich ein Politthriller und verschiedene Agenten und Geheimdienste müssen zusammenarbeiten, wollen sie diesen Anschlag auflösen und weitere verhindern...

Insgesamt war die Lektüre spannend und gut geschrieben. Die alternative Realität war glaubwürdig aufgebaut und ich bin nun doppelt froh, dass die Mauer doch gefallen ist...

Bewertung vom 23.10.2020
QualityLand 2.0 / QualityLand Bd.2 (eBook, ePUB)
Kling, Marc-Uwe

QualityLand 2.0 / QualityLand Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Überbordende Ideen, völlig abstrus und doch nah an der Realität

Wer sich dieses Buch zu Gemüte führt, sollte unbedingt den ersten Teil von Qualityland gelesen haben, sonst weiß man gar nicht, wie einem geschieht. Aber auch wer den ersten Teil kennt und liebte, wird mit überbordenden Ideen und abstrusen Gedankengängen konfrontiert, die auf den zweiten Blick erschreckenderweise gar nicht sooo abstrus und abwegig sind. Vieles, was Marc-Uwe Kling hier zu Papier gebracht hat, sind lediglich überspitze Versionen von Dingen und Vorgängen, die es so oder so ähnlich schon auf der Welt gibt.

Einen stringenten Handlungsbogen verfolgt der Autor dabei nicht wirklich, was das Buch aber nicht weniger unterhaltsam macht. Man lacht oft ganz laut auf, nur um in der nächsten Situation wieder nachdenklich zu werden. Das schaffen bei mir wenige Bücher - noch dazu solch chaotische!

Dem eher ungewöhnlichen Design mit einem harten Buchschnitt bleibt auch der zweite Teil treu, aber eine dunkle oder helle Edition gibt es dieses Mal nicht.

Als Ergänzung werde ich mir auch noch das Hörbuch besorgen, denn wenn Herr Kling vorliest, erschließen sich einem manchmal nur durch den Unterton noch ein paar Spitzen mehr.

Fazit: Tolle Fortsetzung mit einem schier endlosen Ideenreichtum, aber den ersten Teil sollte man gelesen haben!

Bewertung vom 23.10.2020
Mord in Highgate / Hawthorne ermittelt Bd.2
Horowitz, Anthony

Mord in Highgate / Hawthorne ermittelt Bd.2


sehr gut

Gelungene Metaebene

Ich finde es wirklich sehr charmant, wie sich Anthony Horowitz selbst in seine Reihe um Hawthorne schreibt. Er stellt so eine Art Watson für Detektiv Hawthorne dar und man merkt dem Buch wirklich an, dass der Autor die Geschichten von Sherlock Holmes quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben muss.

Es ist nun der zweite Fall des ungleichen Duos, der in der Filmbranche handelt - ein weiteres Steckenpferd vom Autor.

Der Schreibstil ist wie gewohnt leicht ironisch und humorvoll. Erste Verdachtsmomente erweisen sich natüüüürlich als falsche Fährte und in Whodunit-Manier wird weiter ermittelt. Das hat dann ein paar Längen, aber ich fühlte mich dennoch gut unterhalten, denn Horowitz macht nebenbei den Zirkus der Literatur- und Filmbranche sichtbar, der oft hinter den Kulissen tobt. Diesbezüglich glaube ich sogar, dass er nicht besonders überspitzt schreiben musste - dafür ist Horowitz schon zu lange im Geschäft und hat bestimmt einiges wirklich erlebt. ;-)

Mir hat das Buch gefallen, die Auflösung war überraschend und ich freue mich auf den dritten Teil, dessen Lieferung er ja - wie er im Buch betont - törichterweise schon unterschrieben hat... ;-)

Bewertung vom 23.10.2020
Keine Panik, ist nur Technik
Ait Si Abbou, Kenza

Keine Panik, ist nur Technik


sehr gut

Wirklich nur Nullen und Einsen?

Das Internet sollte für die meisten Menschen mittlerweile kein "Neuland" mehr sein. Wir gehen täglich oft mehrere Stunden damit um, aber so richtig wissen wir nicht, was da alles dahinter steckt - und genau das kann Ängste schüren. Begriffe wie KI und Algorithmen wirken befremdlich, weil wir nicht dahintersteigen, was sie eigentlich mit uns anstellen.

Die Autorin versucht - abseits von Formeln - auf einfachem Weg zu erklären, was da passiert. Risiken und ethische Aspekte sollen trotzdem nicht verschwiegen werden. Auch sollte man sich natürlich ein bisschen für das Gebiet interessieren, denn auch wenn auf Formeln verzichtet wird und der Schreibstil sehr unterhaltsam daherkommt, wird es etwas technisch.

Aufgelockert durch Zeichnungen und Skizzen wird natürlich nicht nur das Internet behandelt, sondern u.a. auch autonomes Fahren, Videoüberwachung und verschiedene Scorings.

Mir hat das Buch gefallen und ich fand es insgesamt interessant.