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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: badwoman
Wohnort: Osterwald
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Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 115 Bewertungen
Bewertung vom 19.10.2019
Umarmst du mich mal?
McLaughlin, Eoin

Umarmst du mich mal?


ausgezeichnet

Liebenswert
„Umarmst du mich mal?“ fragt der Igel verschiedene Tiere, denn er ist sehr traurig. Doch jedes einzelne andere Tier ist zu beschäftigt, der Fuchs muss eine Tonne umwerfen, das Eichhörnchen seine Nüsse zählen und die Elster ein seeeehr langes Lied singen. Ähnliches erlebt die ebenso traurige Schildkröte mit dem Dachs, dem Hasen und dem Frosch. Wie sollen die beiden traurigen Tiere nur zu ihrer tröstenden Umarmung kommen? Weiß die kluge Eule vielleicht Rat?
Dieses wunderbare Bilderbuch wurde vom irischen Autoren Eoin McLaughlin geschrieben, die liebevollen Illustrationen steuerte Polly Dunbar aus England bei. Der wenige Text ist klar und verständlich, so dass auch kleine Kinder ihn gut verstehen, gerade auch in Kombination mit den ebenfalls klaren und gut überschaubaren Bildern. Die Idee, diesem Buch kein vorne und hinten zu geben, sondern die Geschichten in der Mitte aufeinander treffen zu lassen, ist genial.
Das Cover ist beidseitig toll und überfordert auch kleine Kinder nicht. Der Titel „Umarmst du mich mal?“ bringt die Geschichte auf den Punkt.
Ein wunderschönes kleines Buch, das man sehr schön mit Kindern oder Enkeln anschauen kann.

Bewertung vom 04.10.2019
Zimmer 19 / Tom Babylon Bd.2
Raabe, Marc

Zimmer 19 / Tom Babylon Bd.2


ausgezeichnet

Tom Babylon vom LKA Berlin und die Psychologin Sita Johanns ermitteln in einem besonders Aufsehen erregenden Fall: Der Eröffnungsfilm der Berlinale wurde ausgetauscht, an Stelle des Originalfilms wird ein schrecklicher Snuff-Film gezeigt. Das Opfer ist in der Stadt bekannt, es ist die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller. Dementsprechend stehen die Ermittler unter hohem Druck, den Täter zu finden. Oder war das Video vielleicht doch nur ein Fake? Schließlich ist Kellers Tochter für schockierende PR- Aktionen bekannt. Doch einige Prominente der Stadt sind nicht zur Zusammenarbeit mit der Polizei bereit. Warum nur? Schnell überschlagen sich die Ereignisse, und Sita sieht Zusammenhänge zu ihrer eigenen Vergangenheit, die sie lieber verdrängt hätte…
Der Thrillerautor Marc Raabe ist für mich eine tolle Neuentdeckung. „Zimmer 19“ ist von Anfang bis zum Ende ein spannendes und fesselndes Buch. In einem flüssigen, geradlinigen Stil webt der Autor eine komplexe Geschichte um seine Protagonisten. Tom und Sita sind engagierte Ermittler, die für die Gerechtigkeit einstehen, auch wenn sie das nicht immer mit ganz legalen Mitteln erreichen. Und sie haben ihre Schwächen, verlieren auch schon mal die Nerven, was ich sehr menschlich finde. Durch Rückblenden erfährt der Leser langsam, was in der Vergangenheit geschehen ist und kommt so kontinuierlich der Lösung näher. Gut finde ich, dass diese Rückblenden kursiv gedruckt sind, so dass sofort ersichtlich ist, in welchem Handlungsstrang der Leser sich gerade befindet. Das Vorgängerbuch „Schlüssel 17“ habe ich nicht gelesen, konnte dieser Geschichte dennoch problemlos folgen.
Das blutrote Cover wirkt geheimnisvoll und etwas bedrohlich, es gefällt mir wirklich gut. Die erhabene silberfarbene Schrift wirkt fast schon edel. Der Titel passt sowohl zum Buch als auch zum ersten Band der Reihe.
Ein sehr gelungenes Gesamtpaket!

Bewertung vom 11.09.2019
Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company
Gieseler, Corinna

Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company


ausgezeichnet

Eisige Abenteuer
Freda Asmussen erlebt am Nikolaustag etwas Unglaubliches: Das Festnetztelefon klingelt und der Anrufer verlangt ihren Kater Mr Livingstone zu sprechen. Und während Freda noch versucht zu erklären, dass es sich bei Mr Livingstone um einen Kater handelt, nimmt dieser ihr schon den Hörer aus der Hand und unterhält sich mit dem Anrufer. Er SPRICHT! Freda kann es gar nicht fassen, doch es kommt noch abenteuerlicher: plötzlich findet sie sich mit ihrem Kater am Nordpol wieder, in der Christmas Company, dem Unternehmen des Weihnachtsmannes. Dieses macht eine schwere Zeit durch, Computerhacker und bedrohliche Geister haben es auf die Company abgesehen. Freda versucht zusammen mit ihrem Kater, dem Engel Serafin und dem Kobold Jonker dem gefährlichen Treiben Einhalt zu gebieten – ein abenteuerliches Unterfangen…
Das Kinderbuch „Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company“ der deutschen Autorin Corinna Gieseler ist ein spannender und actionreicher Roman. Die Sprache ist so gewählt, dass Kinder ab zehn Jahren keine Probleme haben dürften, der Geschichte zu folgen. Der Schreibstil ist flüssig und trägt zum Spannungsaufbau bei. Freda, Mr Livingstone, Serafin und Jonker sind ein tolles Team, die zusammen stark sind. Die Autorin schafft es, tolle Bilder im Kopf des Lesers entstehen zu lassen, da kann es einem schon mal einen eisigen Schauer über den Körper jagen. Vielleicht ist das Buch etwas überfrachtet mit Fantasiefiguren, über 279 Seiten jagt man von einem Abenteuer ins nächste. Sehr gut finde ich den Anhang, in dem verschiedene Wintergeister aus unterschiedlichen Ländern vorgestellt werden.
Das Cover ist einfach wundervoll, das hat mich sofort auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Die dunklen blauen Farben passen bestens zum Ort des Geschehens. Eines der schönsten Cover, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

Bewertung vom 15.08.2019
Blutsbande / Hammarby Bd.7
Gerhardsen, Carin

Blutsbande / Hammarby Bd.7


sehr gut

Die Stockholmer Kriminalpolizei unter Führung von Kommissar Sjöberg ermittelt in mehreren Fällen von getöteten Katzen. Keiner in seinem Team hat die leiseste Ahnung, was es mit dieser Serie auf sich hat. Doch dann ereignet sich ein Mord: Eine Psychologin wird ertränkt. Nun konzentrieren sich die Ermittlungen natürlich vorrangig auf diesen mysteriösen Fall, der viele Fragen aufwirft. Private Probleme einiger Ermittler machen die Arbeit nicht einfacher…
„Blutsbande“, ein Stockholm-Krimi aus der Feder der schwedischen Autorin Carin Gerhardsen, ist der sechste Band der sogenannten „Hammarby-Serie“, der schon sehr erfolgreich in Schweden veröffentlicht wurde. Ich kenne die ersten fünf Bände leider nicht, konnte dem Geschehen in diesem Buch trotzdem gut folgen. Carin Gerhardsen schreibt in einer flüssigen, klaren Sprache, was der Spannung gut tut. Einzig die vielen Namen hemmten ab und an meinen Lesefluss, das wurde aber mit Fortschreiten der Geschichte etwas besser. Das Team von Kommissar Sjöberg arbeitet sehr engagiert, manchmal stören die privaten Probleme ein wenig die Ermittlungsarbeit. Im realen Leben wird es das aber auch geben, wenn wahrscheinlich auch nicht so gehäuft und schwerwiegend. Auch kann es schon mal zu einem Zufall kommen, der dann doch etwas konstruiert wirkt. Nichtsdestotrotz: wenn man bereit ist, sich auf die Story einzulassen, erwarte einen ein spannendes Buch mit unerwarteten Wendungen, das Gesamtpaket hat mir dann doch wirklich gut gefallen.
Das Cover ist nur wenig spektakulär, die Ansicht eines Teils von Stockholm (so vermute ich zumindest) sieht eher ruhig aus….Wenn da die schreiend rote Farbe des Titels nicht wäre, da weiß der Krimileser sofort, dass er zum richtigen Genre greift. Der Titel „Blutsbande“ ist passend gewählt und lässt ebenfalls auf den Krimi schließen.

Bewertung vom 12.08.2019
R.I.P. / Kommissar Huldar Bd.3
Sigurdardóttir, Yrsa

R.I.P. / Kommissar Huldar Bd.3


ausgezeichnet

Die junge Stella arbeitet in einem Kino. Eines Abends wird ihr langsam bewusst, dass sie alleine im ganzen Komplex ist, nachdem ihre Kolleginnen allesamt nach Hause gefahren sind. Von Minute zu Minute kommt es ihr unheimlicher vor, die Stille nach der davor herrschenden Lautstärke macht ihr ihre Einsamkeit bewusst. Nun meint sie auch noch Schritte zu hören – vielleicht hat eine Kollegin etwas vergessen? Oder schleicht ein Fremder durch das Gebäude? Tja, liebe Leser, das werde ich hier nicht verraten, aber es lohnt sich allemal, dieses Buch zu lesen und es selber herauszufinden!
Die isländische Autorin Yrsa Sigurdardottir (schwieriger Name für deutsche Zungen, aber unbedingt merken!)hat mit „R.I.P.“ den dritten Band der Reihe über Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja geschrieben. Dieser steht den beiden Vorgängerbänden „“DNA“ und „SOG“ in Sachen Spannung nichts nach. Die 444 Seiten des Thrillers sind schnell gelesen, die flüssige Sprache, an dieser Stelle ein großes Lob an die Übersetzerin Anika Wolf, fesselt den Leser förmlich an dieses Buch. Die Protagonisten sind vielschichtige Persönlichkeiten, keine Superhelden, sondern Menschen mit Schwächen und Stärken. Die privaten Verbandelungen sind interessant und mit Empathie beschrieben, für mich haben sie genau den richtigen Anteil an der Geschichte. Das Thema, dass sich durch dieses Buch zieht, ist leider sehr aktuell hat sicherlich schon viele Opfer gefordert. Und nein, ich werde hier nicht verraten, um was es genau geht.
Ganz besonders möchte ich auch das tolle Cover hervorheben, es sieht einfach klasse aus! Eiskalte Farben, dazu das Muster eines Eiskristalls, da bekommt man schon beim Hinschauen Gänsehaut. Und der Titel könnte auch nicht besser gewählt sein, passt mit seinen drei Buchstaben bestens in dies Reihe.
Ein tolles Gesamtpaket, das ich wärmstens empfehlen kann und will!

Bewertung vom 04.08.2019
Schneewittchensarg / Ingrid Nyström & Stina Forss Bd.7
Voosen, Roman; Danielsson, Kerstin Signe

Schneewittchensarg / Ingrid Nyström & Stina Forss Bd.7


sehr gut

Die ungleichen Kommissarinnen Nyström und Stina Forss ermitteln in einem neuen Fall: Bei einer Glaskunstausstellung wird ein gläserner Sarg gezeigt, Titel „Schneewittchen“, darin allerdings eine echte Leiche. Gunnar Gustavsson, der die Ausstellung eröffnet, das Kleid des Skeletts erkennt, ist er schockiert: Die Leiche trägt das Brautkleid seiner Frau, die vor mehr als vierzig Jahren auf ihrer Hochzeitsfeier verschwand. Doch sind die sterblichen Überreste wirklich auch von seiner Frau oder hat sich jemand einen makabren Scherz erlaubt um Gunnar zu schockieren? Nur sehr langsam fördern die Kommissarinnen Einzelheiten aus der rätselhaften Vergangenheit zu Tage, nur wenig unterstützt von den Zeitzeugen…
Das deutsch – schwedische Autorenduo Voosen / Danielsson hat mit dem Krimi „Schneewittchensarg“ einen neuen Band der Reihe um Nyström und Forss vorgelegt. Für mich war es das erste Buch der beiden Autoren, ich hatte aber kaum Verständnisschwierigkeiten, Geschehnisse aus den vorherigen Bänden wurden zwar angeschnitten, aber so, dass man versteht, worum es geht. Der Schreibstil ist flüssig, einzig die Passagen, in denen man den Gedanken der Protagonisten folgen kann, ihre Fragen niedergeschrieben wurden, haben mir nicht so gefallen. Das Buch ist spannend und der Fall ist originell, dieses Verbrechen und auch dessen Aufklärung sind mal etwas ganz anderes. Die Spannungen zwischen Nyström und Forss sind nachvollziehbar, aber manchmal fand ich sie zu beherrschend. Andererseits hat es mir gut gefallen, dass dieses Duo nicht nur harmonisch zusammenarbeitet, wie es meistens unrealistischerweise in Krimis der Fall ist. Einige überraschende Wendungen machen das Buch zu einem lesenswerten Rundumpaket.
Sehr gut gefällt mir das Cover, keine schreienden Blutflecken, eher eine subtile Unheimlichkeit, zu der die düsteren Farben beitragen. Der Titel „Schneewittchensarg“ könnte nicht besser gewählt sein.

Bewertung vom 02.08.2019
Unbarmherzig / Gina Angelucci Bd.2
Löhnig, Inge

Unbarmherzig / Gina Angelucci Bd.2


sehr gut

Nach ihrer Elternzeit kehrt Gina Angelucci in ihren Beruf zurück. Als Ermittlerin ist sie für Cold Cases zuständig. Und wie es der Zufall will, werden auf einem Kiesabladeplatz die sterblichen Überreste von zwei Menschen gefunden, die scheinbar schon vor langer Zeit gestorben sind. Gegen alle Widerstände möchte Gina sich dieses Falls annehmen. Die Spur führt in das kleine Dorf Altbruck, wo sich während der Zeit des Nationalsozialismus eine Munitionsfabrik befand. Als dann auch noch klar ist, dass das eine Opfer aus dem Baltikum stammt, drängt sich der Verdacht auf, dass es sich um eine ehemalige Zwangsarbeitererin handelt. Doch warum stellen sich einige Einwohner des kleinen Ortes stur und geben ihr Wissen nicht preis? Für Gina beginnen komplizierte Ermittlungen, dazu kommt noch ein privates Problem…
Die deutsche Autorin Inge Löhnig hat mit „Unbarmherzig“ den zweiten Teil der Gina Angelucci Reihe vorgelegt, den man im Übrigen auch ohne Kenntnis des ersten Bandes der Reihe ohne Verständnisprobleme lesen kann. In einer flüssigen und leicht verständlichen Sprache erzählt sie eine Geschichte, die ihre Wurzeln in der Zeit des zweiten Weltkriegs hat. Ihr gelingt es durch verschiedene Handlungsstränge, die in unterschiedlichen Zeiten angesiedelt sind, den Leser zu fesseln und ihm die vergangene Zeit nahe zu bringen. Diese Vorgehensweise hat mir sehr gut gefallen und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Einzig den kleinen privaten Nebenschauplatz hätte ich nicht gebraucht, er scheint mir etwas konstruiert um Ginas Ehemann und Kollegen Tino Dühnfort eine Daseinsberechtigung in diesem Krimi zu geben.
Das düstere Cover gefällt mir sehr gut, vor allem, weil hier auf die sonst obligatorischen Blutspritzer verzichtet wird. Trotzdem strahlt es etwas Unheimliches aus. Der Titel „Unbarmherzig“ ist gut gewählt, er passt sehr gut zur Geschichte.

Bewertung vom 16.06.2019
Die stille Tochter / Kommissar Tommy Bergmann Bd.4
Sveen, Gard

Die stille Tochter / Kommissar Tommy Bergmann Bd.4


sehr gut

Die junge DDR-Bürgerin Christel Heinze setzt sich 1973 während eines Schwimmturniers in Oslo ab. 1982 verschwindet sie spurlos. Hat eventuell ein Agent damit zu tun? In diesen Kreisen verkehrte Christel zunehmend.
Im Jahr 2016 ermittelt Tommy Bergmann für den norwegischen Geheimdienst im Todesfall einer Frau, deren Überreste in einem See gefunden wurden. Kurz danach wird Arvid Storholt ermordet, ein Agent, der damals auch mit Christel Heinze zu tun hatte. Gibt es da eventuell eine Verbindung zwischen den beiden Todesfällen? Bergmanns Ermittlungen stoßen nicht bei allen Vorgesetzten auf Wohlwollen, manche behindern ihn sogar bei seiner Arbeit. Doch warum? Was ist wirklich in den 80er Jahren geschehen, das seine Schatten bis in die heutige Zeit wirft?
Der Thriller „Die stille Tochter“ vom norwegischen Autoren Gard Sveen ist der vierte Fall für den eigenwilligen Ermittler Tommy Bergmann. Erzählt wird parallel in zwei Zeitschienen, so dass man in beiden langsam klarer sieht und auch die Zusammenhänge herstellen kann. Trotzdem war ich manchmal etwas verwirrt, ganz durchschaut habe ich nicht sofort alles. Das Thema finde ich toll gewählt, der historische Hintergrund wirkt gut recherchiert. Tommy mit seinem unbedingten Willen zur Gerechtigkeit gefällt mir als Protagonist ausnehmend gut. Er ist kein reiner Befehlsempfänger, nein, er schaltet auch sein eigenes Hirn ein. Das Buch ist flüssig geschrieben und meist wird auch der Spannungsbogen gehalten. Meiner Meinung nach reicht der Thriller aber nicht ganz an die Vorgängerbände heran, die habe ich als noch spannender empfunden.
Das düstere Cover mit den nordischen Häusern sieht wirklich gut aus und passt in die Bergmann – Reihe. Auch der nüchterne Titel fügt sich nahtlos in die Serie ein.

Bewertung vom 15.06.2019
Berlin Prepper
Groschupf, Johannes

Berlin Prepper


gut

Noack hat einen hochaktuellen Beruf: er löscht für eine Online-Redaktion übergriffige und sonstige Hasskommentare. Kein einfacher Job – tagtäglich schaut er in menschliche Abgründe. Dazu kommen noch die Anfeindungen von eben diesen Kommentarschreibern, sie drohen ihm und seinen Kollegen mehr oder weniger offen. Dann kommt es tatsächlich zu körperlichen Attacken auf ihn und seine Kollegin. Die Polizei steht vor einem Rätsel, scheint aber auch nicht übermäßig motiviert, diese Verbrechen aufzuklären. Aber auch Noack ist wenig kooperativ, so gibt es die üblichen Verdächtigen: Flüchtlinge aus einem nahe gelegenen Lager. Doch es kommt alles noch viel schlimmer…
„Berlin Prepper“ ist ein Thriller aus der Feder von Johannes Groschupf, einem niedersächsischen Journalisten. Für mich war es das erste Buch, das ich von ihm lesen durfte. Erstmals habe ich von der Prepper Szene erfahren, dieser Begriff war mir bis dato völlig unbekannt. Auch wenn den Leser der Titel etwas anderes ahnen lässt: die Prepper Szene wird hier nur am Rande beleuchtet. Trotzdem interessant für den Unwissenden… Der Autor schreibt flüssig aus Noacks Perspektive, was den Leser immer nahe am Geschehen sein lässt. So eilt man schnell durch die Seiten, obwohl mir persönlich die wahre Thrillerspannung fehlt. Krimi ok, aber als Thriller würde ich dieses Buch nicht betiteln. Noacks Handlungsweisen sind für mich nicht immer nachvollziehbar, wirken ab und an unrealistisch. Auch die Polizei kommt hier nicht wirklich gut weg. Erschreckend sind diese menschenverachtenden Kommentare, die es so wohl tatsächlich im WWW gibt. Ganz schlimm! Das Buch wirkt auf mich etwas überladen, Themen wie z. B. Reichsbürger werden nur angerissen, obwohl man doch viel mehr daraus machen kann. Das sollte man vielleicht intensiver in einem separaten Buch angehen.
Cover wie auch Titel machen Lust auf das Buch, haben aber im Endeffekt gar nicht so viel mit dem Inhalt zu tun.

Bewertung vom 15.06.2019
Wilder Winter / Hap & Leonard Bd.1
Lansdale, Joe R.

Wilder Winter / Hap & Leonard Bd.1


ausgezeichnet

Hap Collins und Leonard Pine sind ungleiche Freunde: der eine weiß, hetero und Kriegsdienstverweigerer, der andere schwarz, schwul und Vietnamveteran. Die beiden schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch. Bis eines Tages Trudy auftaucht, Haps Exfrau. Leonard ist sofort klar, dass sie etwas von Hap will, denn Hap kann ihr auch nach einigen schlechten Erfahrungen kaum widerstehen. Das alles riecht für Leonard nach Ärger. Und wirklich, Trudy braucht Haps Hilfe beim Aufspüren von einer Million Dollar, die aus einem Bankraub stammen und angeblich im Sabine River versenkt wurden. In dieser Gegend hat Hap seine Jugend verbracht. Seine Ortskenntnisse sollen nun Trudy und ihren Mitstreitern zum großen Geld verhelfen. Doch ganz so einfach ist dieser Job nicht…
„Hap & Leonard – Wilder Winter“ von Joe R. Lansdale ist ein flotter, actionreicher Krimi. Er ist spannend geschrieben und besticht durch seine witzigen und politisch völlig unkorrekten Dialoge. Der Autor schafft es, mit dem Thema Rassismus locker und schnoddrig umzugehen, der Leser weiß diese Selbstverständlichkeit zu schätzen. Auf einen Witz über Schwarze folgt ein Scherz über Weiße, das alles in schlagfertige Dialoge gepackt – wirklich toll! Hier möchte ich ausdrücklich auch den Übersetzern ein großes Lob aussprechen: tolle Wortwahl, die den Leser die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten spüren lässt. Hap und Leonard sind wirkliche Typen mit sehr schwarzem Humor, mir gefallen diese Charaktere ausgesprochen gut. Der Spannungsbogen zieht sich über das ganze Buch, einige überraschende Wendungen inbegriffen, bis zum fulminanten Finale.
Das Cover mit pinkfarbenen Elementen ist ungewöhnlich für einen Krimi, dadurch fällt es aber auch auf. Der Titel „Hap & Leonard“ bestimmt das Cover, das lässt schon ahnen, dass „Wilder Winter“ einer von mehreren Bänden einer Serie ist.