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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: badwoman
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Bewertungen

Insgesamt 68 Bewertungen
Bewertung vom 12.06.2018
Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1
Larwood, Kieran

Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1


sehr gut

Der Kaninchenjunge Podkin lebt mit seiner Familie friedlich in einem großen Bau. Er ist der Sohn des Stammesführers und soll diesen Posten später von seinem Vater übernehmen. Doch erstmal lebt er ein bequemes Leben, hat nur wenig Lust zum Arbeiten und Lernen. Als eines Tages böse Kaninchen, die Gorm, in den Bau von Podkins Stamm eindringen, muss er mit seinen beiden Geschwistern fliehen. Den magischen Dolch Sternenklaue nehmen sie mit, er ist das, wonach die Gorm suchen. Eine abenteuerliche und gefährliche Flucht beginnt, bei der die drei Geschwister lernen müssen zu unterscheiden: Wer ist Freund und wer Feind?
Der begeisterte und begeisternde Geschichtenerzähler Kieran Larwood hat mit „Podkin Einohr – Der magische Dolch“ ein spannendes Kinderbuch mit liebenswerten Protagonisten geschrieben. Die sehr bildhafte Sprache lässt tolle und manchmal auch unheimliche Bilder im Kopf entstehen. Das Buch ist flüssig geschrieben, für Kinder ab zehn Jahren sicher gut zu lesen. Allerdings gibt es einige gewalttätige und blutige Szenen in der Geschichte, die für manche Kinder vielleicht zu heftig sind. Andererseits gibt es in unseren Märchen auch viele brutale Szenen, ich denke, da wissen die meisten Kinder schon zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Sehr schön wird erzählt, wie die Kaninchen zu einem Team zusammenwachsen und wie auch neue Freunde mit speziellen Fähigkeiten dazu stoßen und die Truppe komplett machen.
Das Cover möchte ich hier ganz besonders positiv hervorheben, es ist einfach sehr schön gemacht, in Wirklichkeit ist es noch um Einiges schöner als z.B. auf der Amazon-Produktseite. Der Titel mit Untertitel weist schon darauf hin, dass es bald einen zweiten Band mit Podkin & Co geben wird – wir freuen uns drauf!

Bewertung vom 12.06.2018
Gleis der Vergeltung
Korten, Astrid

Gleis der Vergeltung


sehr gut

Lynn Elisabeth von Raaben freut sich auf ihre Hochzeit mit Benedikt, ihrer großen Liebe. Doch dann geschieht das Unfassbare: Benedikt verunglückt auf dem Weg zu ihr tödlich. Dieses Ereignis wirft Lynn völlig aus der Bahn. Sieben Jahre später hat sie den Schicksalsschlag immer noch nicht ganz verkraftet. Und dann erhält sie einen ominösen Anruf, der Zweifel am Unfall aufkommen lässt. Was fängt sie mit den neuen Informationen an? Sie muss eine Entscheidung treffen, und das tut sie – mit dem Ergebnis, dass die Ereignisse drohen, sie zu überrollen.
Die erfolgreiche Autorin Astrid Korten hat mit „Gleis der Vergeltung“ einen neuen besonderen Thriller geschrieben, dem eine wahre Begebenheit zu Grunde liegt. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, die einzelnen Handlungsstränge in Zusammenhang zu bringen, doch im Laufe der Geschichte fügen sich die Teile zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Das Ende fand ich überraschend, auf diese Lösung wäre ich niemals gekommen. Der Schreibstil ist, wie in all ihren Büchern, flüssig und einfach zu lesen. Der Spannungsbogen steigt zum Ende des fast 300 Seiten starken Thrillers enorm an, zu Anfang machten mir die rätselhaften Zusammenhänge etwas Probleme. Die Protagonisten wirken menschlich, jeder hat auch seine dunkle Seite. Einiges hat mich in diesem Buch wirklich erschüttert, immer, wenn es um Kinder geht, bin ich etwas zart besaitet. Vor dem Hintergrund der wahren Begebenheit sind diese Geschehnisse natürlich nochmals erschreckender.
Das Cover passt gut zum Buch. Das weiße Kleid in Kombination mit den leuchtend roten Haaren fällt vor dem etwas düsteren Hintergrund auf. Der Titel „Gleis der Vergeltung“ gefällt mir nicht ganz so gut, er wirkt irgendwie etwas konstruiert.

Bewertung vom 12.06.2018
Der einsame Bote / Kommissar Tommy Bergmann Bd.3
Sveen, Gard

Der einsame Bote / Kommissar Tommy Bergmann Bd.3


ausgezeichnet

Seit Monaten wird in Oslo die 13jährige Amanda vermisst. Kommissar Tommy Bergmann sucht verzweifelt nach ihr, doch nun wird das Mädchen für tot erklärt und der Fall damit abgeschlossen. Doch das kann und will Tommy nicht hinnehmen: Er ermittelt trotz drohender Suspendierung weiter. Kann es sein, dass der berüchtigte Serienmörder Farberg noch am Leben ist und nicht verbrannt, wie es den Anschein hat? Tommy ermittelt in alle Richtungen, eine Spur führt ihn ins Baltikum. Seine Kollegin Susanne verfolgt währenddessen in Norwegen und Schweden weitere Spuren. Doch beide sind rechte Sturköpfe, da ist die Zusammenarbeit und der Austausch nicht immer einfach.
Nach „Der letzte Pilger“ ist „Der einsame Bote“ der zweite Fall für den außergewöhnlichen Kommissar Tommy Bergmann. Dem Autor Gard Sveen ist auch mit diesem Band wieder ein sehr gutes Buch gelungen. Der Schreibstil ist geradlinig und ohne besondere Ausschmückungen, sehr flüssig zu lesen. Die Spannung ist immer vorhanden, als Leser fiebert und bangt man bis zum Schluss mit den Ermittlern. Tommy ist eine zwiespältige Figur, sein unbedingter Wille, dieses Kind zu retten, wirkt sehr sympathisch, doch er hat auch einige sehr dunkle Wesenszüge, die man bei einem Kommissar nicht vermuten würde. Trotzdem ist er für mich eine tolle Figur, vielleicht gerade, weil er so wenig perfekt ist. Auch Susanne ist sehr ambitioniert, aber auch eigensinnig, ebenfalls eine starke Protagonistin. Zusammen sind sie ein ungewöhnlich gutes Team.
Das Cover ist düster und ähnelt dem des ersten Bandes, hier gefällt mir besonders der Farbverlauf in der Schrift, das gibt dem Titel etwas Geheimnisvolles. Auch der Titel ist gut gewählt, passt zur Geschichte. Mit „Der einsame Bote“ hat „Der letzte Pilger“ eine würdige und empfehlenswerte Fortsetzung bekommen.

Bewertung vom 22.05.2018
Bülent Rambichler und die fliegende Sau / Bülent Rambichler Bd.1
Bogner, Anja

Bülent Rambichler und die fliegende Sau / Bülent Rambichler Bd.1


sehr gut

Bülent Rambichler , Hauptkommissar im Nürnberger Morddezernat, mag seinen ruhigen Schreibtischjob sehr, ja er sträubt sich förmlich gegen jedweden Außendienst. Doch nun wurde in seinem Heimatort Strunzheim eine Leiche aufgefunden, bei der alles auf eine Gewalttat hindeutet. Wer wäre da der optimale Ermittler, wenn nicht Bülent? Also macht sich der Deutschtürke widerwillig auf den Weg in seine Vergangenheit, seine Assistentin Astrid Weber an seiner Seite. In Strunzheim angekommen wird Bülent direkt wieder klar, warum er damals von hier weggezogen ist: der Kleinstadtmief macht ihm sofort wieder zu schaffen. Doch wichtig ist jetzt natürlich nur der Todesfall: was ist mit der Fleischfachverkäuferin Kerstin passiert? Besonders hilfreich sind die Einwohner Strunzheims nicht gerade…
„Bülent Rambichler und die fliegende Sau“ ist ein Provinzkrimi aus Franken, geschrieben von Anja Bogner, einer jungen Autorin aus der Nähe von München. Die Sprache ist derb, eigentlich ganz witzig, manchmal aber zu bemüht humorvoll. Hätte ich nicht gewusst, dass es sich hier um eine Autorin handelt, hätte ich eher auf einen Mann als Verfasser getippt – wahrscheinlich, weil manche Sprüche sehr nahe am Sexistischen vorbeischrammen… Aber das gilt hier glücklicherweise für Frauen genauso wie für Männer. Bülent, als bestens integrierter Deutschtürke, ist ein sympathischer Protagonist, eher ein Anti-Held als ein Superman. Seine taffe Assistentin Astrid ist ebenfalls eine sehr ansprechende Figur, ein guter Gegenpol zum etwas trägen Bülent. Seine stolzen Eltern sehe ich förmlich vor mir, so gut sind sie beschrieben. Der Todesfall spielt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle, das Miteinander und Gegeneinander im Ort nimmt den größeren Platz ein. Trotzdem ist die Auflösung dann doch sehr überraschend…
Das Cover ist einfach toll, das hat mich auch auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Dazu passend ist auch der Titel ist sehr originell.
Liebhaber von Provinzkrimis werden hier ihren Spaß haben.

Bewertung vom 21.05.2018
Während du schläfst
Croft, Kathryn

Während du schläfst


sehr gut

Tara führt ein wohlgeordnetes Leben mit ihrem Mann Noah und ihren beiden Kindern Rosie und Spencer. Doch als sie eines Morgens ohne jegliche Erinnerung an die Nacht im Bett ihres attraktiven, aber verheirateten Nachbarn Lee aufwacht, ist es mit der Ruhe und Ordnung vorbei – denn Tara ist nackt und ihr Nachbar tot. Er wurde erstochen. Tara schleicht sich ungesehen (so hofft sie zumindest) in ihr Haus zurück und spielt die Ahnungslose (die sie ja eigentlich auch ist). Doch nun startet die Polizei eine professionelle Jagd auf den Mörder und immer mehr gerät auch die 17jährige Rosie ins Visier der Ermittler. Und Taras Familie gerät in einen Strudel aus Lügen und Verdächtigungen.
Der Thriller „Während du schläfst“ der britischen Autorin Kathryn Croft besticht durch eine unterschwellige Spannung, die sich durch das ganze Buch zieht. Der flüssige und gut lesbare Schreibstil unterstützt dieses noch. Die Verzweiflung und das Rätseln der Protagonistin Tara (waren K.O.-Tropfen im Wein oder war es einfach zuviel desselben?) ist sehr gut beschrieben und auch der Leser rätselt mit. Ganz nachvollziehen kann ich Taras Handlungsweisen nicht immer, auch ihr Verhältnis zu Rosie ist etwas sonderbar. Nichtsdestotrotz gefällt mir dieses Buch gut, gerade die unvorhersehbaren Wendungen entfachen die Spannung immer wieder aufs Neue. Bis zum spektakulären Ende – mit dem man wirklich nicht rechnen kann! Die Geschichte ist nicht besonders blutig oder gewalttätig, wer es etwas psychologischer liebt, dem kann ich die 366 Seiten dieses Thrillers empfehlen.
Das Cover wirkt düster und unheimlich. Es passt sehr gut zum Buch. Der Titel „Während du schläfst“ wird jeden Thrillerfreund aufhorchen lassen, da steckt die Spannung schon drin und macht neugierig auf diesen Thriller.

Bewertung vom 19.05.2018
Sommernachtstod
Motte, Anders de la

Sommernachtstod


sehr gut

Vera arbeitet als Therapeutin mit Menschen, die um geliebte Menschen trauern. Sie selber ist ein gebranntes Kind – ihr kleiner Bruder Billy ist zwanzig Jahre zuvor spurlos verschwunden. Bis heute ist nicht klar, was mit ihm geschehen ist. Als nun ein neues Mitglied ihrer Trauergruppe seine Geschichte erzählt, wird Vera unweigerlich an ihren Bruder erinnert. Sie macht sich auf den Weg zurück in ihren Heimatort und versucht nach all den Jahren Licht in das Dunkel um das Verschwinden ihres Bruders zu bringen. Doch es hat den Anschein, als ob nicht jeder ein Interesse an der Aufklärung dieses Falles hat. Doch Vera gibt nicht auf, glücklicherweise ist ihr älterer Bruder mittlerweile Polizist im Ort, das kann ihr doch nur nützlich sein…
Der schwedische Schriftsteller Anders de la Motte hat mit „Sommernachtstod“ einen spannenden Krimi geschrieben. Er schafft es, dass der Leser mit Vera mitfiebert, die so gerne Antworten auf ihre drängenden Fragen haben möchte. In diesem Buch gibt es einige überraschende Wendungen, zum Schluss hin steigt der Spannungsbogen nochmal stark an. Das Ende ist dann so nicht vorhersehbar, ich zumindest hatte während der Lektüre ein vollkommen andere Lösung im Kopf. Die Charaktere sind klar gezeichnet, was sie tun, erscheint im jeweiligen Zusammenhang logisch. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist flüssig und lässt den Leser nur so durch das Buch eilen. Manche Abschnitte könnten eventuell etwas gestrafft werden, aber Alles in Allem hat der Autor hier einen lesenswerten Krimi vorgelegt.
Das Cover gefällt mir sehr gut, man erahnt direkt den skandinavischen Krimi. Der Titel „Sommernachtstod“ ist nicht besonders aussagekräftig, ich mag ihn aber trotzdem, auch er lässt sofort an Skandinavien denken.

Bewertung vom 16.05.2018
Immer wenn du tötest / Targa Hendricks Bd.2
Schiller, B. C.

Immer wenn du tötest / Targa Hendricks Bd.2


sehr gut

In Targa Hendricks zweitem Fall wird sie als Undercover-Ermittlerin auf Freya von Rittberg angesetzt. Freya ist eine exzentrische Künstlerin, sie malt Bilder mit Blut. Hierzu veranstaltet sie sogenannte Mut-Challenges, um so an das Blut ihrer Fans zu kommen. Als in einem stillgelegten Schlachthof die Leichen von drei jungen Menschen gefunden werden, blutleer und aufgehängt wie Schlachtvieh, fällt der Verdacht schnell auf Freya. Hier kommt nun Targa ins Spiel, die als Freyas Bodyguard ihr Vertrauen gewinnen soll. So erhofft sich das BKA neue Erkenntnisse. Für Targa beginnt eine Gratwanderung, bei der sie riskiert, auf die dunkle Seite ihrer Seele abzugleiten.
Das Autorenduo B.C. Schiller hat mit „Immer wenn du tötest“ den zweiten Band mit der ganz speziellen Ermittlerin Targa Hendricks geschrieben. Man kann dieses Buch aber auch problemlos lesen, wenn man den ersten Band nicht kennt, die handelnden Personen werden ausführlich vorgestellt. Dieser Thriller ist in bekannter Schiller-Manier flüssig und spannend geschrieben. Die Geschichte ist sehr blutig, was die meisten Leser dieses Genres aber nicht stören wird. Targa ist eine meist sympathische Figur, die an ihrem Gefühlsleben arbeitet, ihr Verhalten mutet etwas autistisch an. Freya ist eine sehr dominante und rücksichtslose Person, doch es werden auch Gründe genannt, die zu diesem Verhalten geführt haben. Einen kurzen Einblick gewähren die Autoren in das Lebensborn-Projekt während des Nationalsozialismus, das hat mir gut gefallen und hätte für mich noch etwas ausführlicher sein können, im Gegenzug waren mir die Mut-Challenges und damit die doch etwas naiven jungen Leute ein wenig zu viel. Alles in Allem jedoch wieder ein spannender Thriller mit einer ganz speziellen Geschichte vom bekannten Duo!
Das Cover fällt durch die blutrote Schriftfarbe, die auf den Thriller „inside“ hinweist, auf. Die orange hinterlegte Aussage von Catherine Shepherd hätte ich allerdings nicht gebraucht. Der Titel passt zum Buch.

Bewertung vom 12.05.2018
Am Arsch vorbei geht auch ein Weg
Reinwarth, Alexandra

Am Arsch vorbei geht auch ein Weg


sehr gut

Fühlen Sie sich manchmal ausgenutzt, können Sie nur schlecht „nein“ sagen? Rollen Sie nur innerlich mit den Augen, wenn der Chef, die Freundin oder der Nachbar mal wieder ein unaufschiebbares Anliegen hat? Wie wäre es, einfach mal abzusagen, wenn sich die immer gleichen Leute mit Hilferufen an Sie wenden. Das fällt natürlich nicht leicht, denn die Angst, mit einer Absage alle Sympathien zu verscherzen, ist groß. Und doch gibt es Menschen, die nur das tun, was sie wirklich wollen und sie sind trotzdem beliebt. Das muss doch irgendwie für jedermann machbar sein…
Alexandra Reinwarth erklärt uns in ihrem Ratgeber „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“, dass man viele Sachen, die einem nicht gut tun, einfach sein lassen kann. In einem flüssigen Schreibstil und mit viel Humor zeigt sie Alternativen auf, bzw. erklärt, dass man penetrante Nervensägen auch mal links liegen lassen kann. Unterteilt ist das Buch in sechs Kapitel: Die eigene Person, Freunde, Bekannte und Unbekannte, Familie, Im Beruf, Eltern & Kinder und Liebe. Man sieht also, es gibt viele Gelegenheiten, sich etwas am Arsch vorbei gehen zu lassen. Auch wenn sich das alles recht lustig anhört, steckt doch viel Wahres in diesem Buch, was zum Nachdenken anregt. Es hat mir sehr gut gefallen, gerade weil es so kurzweilig geschrieben ist, also es ist absolut kein trockener Ratgeber! Das erahnt man auch schon bei der Betrachtung des Covers. Ein in sich ruhender Buddha zeigt den Stinkefinger, ihm geht scheinbar auch Einiges „am Arsch vorbei“. Sehr schön gemacht!

Bewertung vom 12.05.2018
Targa - Der Moment, bevor du stirbst / Targa Hendricks Bd.1
Schiller, B. C.

Targa - Der Moment, bevor du stirbst / Targa Hendricks Bd.1


sehr gut

Targa Hendricks ist Undercover-Ermittlerin in Berlin. Sie ist eine besondere, fast schon autistisch anmutende Persönlichkeit, hat kaum Freunde und weiß nicht recht, was Liebe eigentlich ist. Und sie hat keine Angst, was sie für ihren Job unendlich wertvoll macht. Ihrer Aufgabe, Serienmörder zu überführen, geht sie mit sehr persönlichem Einsatz nach. Im Fall vom manipulativen Hochschuldozenten Falk Sandman, der einiger Morde an jungen Frauen verdächtigt wird, wird Targa alles abverlangt, doch reicht das, diesen hochintelligenten Verbrecher zu überführen?
Das Autoren-Duo B.C. Schiller hat mit „Targa – Der Moment, bevor du stirbst“ eine neue Romanfigur erschaffen, die sich wohltuend von den vielen Supermenschen in diesem Genre abhebt. Targa hat Ecken und Kanten und nicht immer kann sich der Leser mit ihr identifizieren, doch nach ihrem schweren Start ins Leben hat man für Vieles Verständnis. Ihre geradlinige ehrliche, manchmal fast naive Art macht sie dem Leser sympathisch. Ihr Gegenspieler Falk Sandman ist ein gefühlloser Verbrecher, den man möglichst schnell überführt sehen will. Die Autoren schreiben flüssig, als Leser fliegt man nur so durch das Buch. Der Spannungsbogen wird recht gut über die 395 Seiten dieses Buches gehalten, so dass man bis zum Schluss mit Targa mit fiebert. Ich musste mich erstmal mit dieser neuen ungewöhnlichen Romanfigur anfreunden, im Laufe dieses Thrillers ist sie mir aber immer mehr ans Herz gewachsen.
Das blutrote Cover fällt einem Thriller Leser natürlich sofort ins Auge, auch der silberne Schriftzug darauf fällt auf. Der Untertitel „Der Moment, bevor du stirbst“ trifft die Geschichte sehr gut.

Bewertung vom 01.05.2018
Tiefer denn die Hölle / Martin Bauer Bd.2
Gallert, Peter; Reiter, Jörg

Tiefer denn die Hölle / Martin Bauer Bd.2


sehr gut

Martin Bauer ist Polizeiseelsorger und wird in dieser Funktion zu einem grausigen Tatort gerufen: In einem stillgelegten Bergwerk wurde eine grausam zugerichtete und mit Honig übergossene Leiche gefunden. Bei ihrem Anblick hat sein Kollege Rüdiger Vaals einen Herzinfarkt erlitten. Kannte Vaals etwa das Opfer? Zusammen mit Oberkommissarin Verena Dohr versucht Bauer Licht in das Dunkel dieses mysteriösen Falls zu bringen. Dabei gehen die beiden bis an ihre Grenzen und manchmal auch darüber hinaus. Doch nicht nur der Fall macht ihnen zu schaffen, auch konkurrierende Kollegen und familiäre Probleme fordern ihren Tribut.
Der Kriminalroman „Tiefer denn die Hölle“ ist der zweite aus der Feder des Autorenduos Peter Gallert und Jörg Reiter. Auch ohne den ersten Band gelesen zu haben, konnte ich dieses Boch problemlos lesen und verstehen. Mit dem Polizeiseelsorger Martin Bauer haben die Autoren eine sympathische Figur geschaffen, die sich mit allem, was ihr zur Verfügung steht, für die Auflösung des Falles einsetzt. An manchen Stellen vielleicht ein wenig zu viel des Guten, der gute Mann kann fast alles – psychischen Beistand leisten, ermitteln, kombinieren und boxen. Trotzdem ist dieser Krimi, nicht zuletzt durch den flüssigen Schreibstil, spannend und kurzweilig. Der Fall ist ungewöhnlich, der Ermittler ebenfalls. Interessant finde ich auch Informationen über den aussterbenden Bergbau, die der Leser nebenbei erhält.
Der Titel „Tiefer denn die Hölle“ gefällt mir sehr gut, er passt bestens zum Fundort der Leiche und damit zur Geschichte. Mich hat er neugierig auf dieses Buch gemacht, mehr noch als das Cover, was zwar recht nett aussieht, aber nicht besonders aussagekräftig ist.