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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: badwoman
Wohnort: Osterwald
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Bewertungen

Insgesamt 76 Bewertungen
Bewertung vom 18.07.2018
Opfer
Lemaitre, Pierre

Opfer


gut

Kommissar Camille Verhoeven, Chef der Pariser Mordkommission, ermittelt in einem Verbrechen, das er eigentlich nicht bearbeiten dürfte: Seine Freundin Anne Forestier wurde bei einem brutalen Raubüberfall schwer verletzt. Auch danach wird sie verfolgt und bedroht. Camille setzt alles daran, Anne zu beschützen und die Verbrecher zu stellen und verstrickt sich dabei immer mehr in ein Netz aus Lügen, Rachegedanken und Angst. Kann es dem klein gewachsenen Kommissar wirklich gelingen fast im Alleingang diese abscheulichen Verbrechen aufzuklären? Und schafft er es, Anne vor dem skrupellosen Killer zu beschützen?
Der französische Autor Pierre Lemaitre hat mit „Opfer“ einen besonderen Thriller geschrieben. Schon der Protagonist ist auf Grund seiner geringen Körpergröße außergewöhnlich, aber auch sympathisch. Die Story ist etwas verworren, entwickelt sich aber mit einigen unvorhergesehenen Wendungen recht spannend – ich zumindest war von mancher Entwicklung sehr überrascht. Was mir nicht so gut gefallen hat, ist der Schreibstil. Anfangs fand ich den noch ganz in Ordnung, irgendwann war er aber für mich nervig. Es wird aus verschiedenen Perspektiven berichtet , das gefällt mir ja auch noch gut. Wenn aber plötzlich der Leser angesprochen wird, dann mag ich das nicht so gern. Zudem wirkt die Sprache manchmal etwas „lapidar“, besser kann ich es leider nicht beschreiben. Und dann gibt es noch angefangene Sätze, die nicht beendet werden – dieser Stil hat meinen Geschmack nicht so ganz getroffen. Das Cover dafür umso mehr: Das blutige Einschussloch in einer Glasscheibe fällt auf und passt gut zur Geschichte. Die schräge Anordnung der Buchstaben des Titels gefällt mir auch gut. Der Titel „Opfer“ passt auch sehr gut, würde aber wahrscheinlich zu fast jedem Thriller passen.

Bewertung vom 14.07.2018
Totenweg / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.1
Fölck, Romy

Totenweg / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.1


sehr gut

Frida ist Polizistin in Hamburg, eilt aber nach einem Hilferuf ihrer Mutter in ihre Heimat auf den elterlichen Obsthof in der Elbmarsch zurück: Ihr Vater wurde brutal zusammen geschlagen. Hier ermittelt nun Kriminalkommissar Haverkorn, der Frida noch von einem anderen Fall her kennt: Vor zwanzig Jahren wurde Fridas Freundin Marit kaltblütig ermordet, der Mörder wurde nie gefunden. Ein Verbrechen, das sowohl Frida als auch Haverkorn bis in die Gegenwart verfolgt, Frida, weil sie damals nicht die ganze Wahrheit gesagt hat, Haverkorn, weil er diesen Fall nicht lösen konnte. Und nun stehen sie sich wieder gegenüber, mit der alten Last und zusätzlichen neuen Sorgen.
Der Krimi „Totenweg“ aus der Feder der deutschen Autorin Romy Fölck ist der erste Band einer Serie um die Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Romy Fölck schreibt flüssig und schnörkellos, der Leser fliegt nur so durch das 380 Seiten starke Buch. Frida ist mit ihren Fehlern und Unsicherheiten eine sympathische Protagonistin, wie auch Haverkorn, der engagierte Kommissar. Die beiden haben ihr privates Päckchen zu tragen, das macht sie menschlich und das wird gut in die Geschichte eingearbeitet. Sie sind keine Superhelden, eher so die Menschen von nebenan. Die Spannung wird über einen großen Teil des Buches gehalten, es gibt einige unvorhersehbare Wendungen, sowohl was das Verbrechen angeht, als auch im privaten Bereich.
Das Cover zeigt eine typische norddeutsche Landschaft, ich hatte mir nach der Lektüre des Buches den „Totenweg“ etwas düsterer vorgestellt, hier wirkt er eher idyllisch. Der grellrote Titel weist dann schon eher auf den Krimi hin. Der Titel passt zur Geschichte und ist prägnant, also gut gewählt.

Bewertung vom 11.07.2018
Racheopfer / Francis Ackerman junior Bd.0
Cross, Ethan

Racheopfer / Francis Ackerman junior Bd.0


sehr gut

Jennifer Kellys Familie gehörte zu den ersten Opfern des Serienkillers Francis Ackerman jr. Jennifer überlebte als einzige das Blutbad, dem ihre Lieben zum Opfer fielen. Als Erwachsene trifft sie wieder auf ihren Peiniger, dieses Mal in einer psychiatrischen Klinik. Jennifer ist Psychiaterin und hat darauf hin gewirkt, dass Ackerman in ihre Klinik verlegt wird, zu Forschungszwecken, wie der Schritt begründet wurde. Doch Jennifer ist voller Hass auf den Mann, der ihr die Familie genommen hat, und hat eigene Pläne mit ihm. Ihr Feind jedoch ist ein äußerst cleverer und manipulativer Charakter, da muss jeglicher Racheplan bestens überlegt sein…
Der Thriller „Racheopfer“ vom amerikanischen Autor Ethan Cross ist die Vorgeschichte zum Band „Ich bin die Nacht“. Wer jetzt glaubt, man erfährt hier mehr über Ackermans traumatische Kindheit, der wird enttäuscht, dem ist leider nicht so. Trotzdem ist dieses 156 Seiten kurze Buch voller Spannung, geschrieben in einer flüssigen, schnell zu lesenden Sprache. Auch mit Grausamkeiten geizt der Autor nicht, Ackerman ist nun mal so, wie er ist – brutal, manipulativ und ohne Mitgefühl. Und er weiß, dass er so ist, denkt, das ist seine Bestimmung. Sein grauenvoller Vater hat da wohl ganze Arbeit geleistet, dort liegt das Böse begründet. Jennifer ist voller Zorn und Rachegedanken, aber gerade das lässt sie unvorsichtig werden – sie ist im Sinne des Wortes blind vor Hass. Von dieser Protagonistin hätte ich mir etwas mehr Cleverness gewünscht. Ethan Cross gelingt es, den Spannungsbogen hoch zu halten bis zum ganz speziellen Schluss.
Das düstere Cover mit den blutroten Buchstaben fällt einem Thrillerleser sofort ins Auge. Mir gefällt es sehr gut. Der Titel „Racheopfer“ ist ebenfalls gut gewählt, er passt zum Buch.

Bewertung vom 09.07.2018
Vom kleinen Waschbären, der nicht wusste, dass er was ganz Besonderes ist
Toepel, Kerstin

Vom kleinen Waschbären, der nicht wusste, dass er was ganz Besonderes ist


ausgezeichnet

Henry ist ein kleiner Waschbär, der mit allen Tieren des Waldes gut befreundet ist. Doch er ist gerade etwas traurig, denn er merkt, dass er all die tollen Dinge, die seine Freunde können, nicht kann. Er ist halt etwas tollpatschig. Seine Mäusefreunde Bernie und Fips segeln an Pusteblumen durch die Luft. Henry plumpst auf den Waldboden. Milo, der Biber, macht wunderschöne Figuren aus Holz. Henris Figuren sehen dagegen etwas gewöhnungsbedürftig aus. Rosie, das Reh, tanzt elfengleich. Bei Henry sieht das – nun ja – nicht ganz so elegant aus. Lenny, der Frosch, hat es sich auf einer Seerose gemütlich gemacht. Henry versucht es ihm gleich zu tun und landet im Teich. Das alles macht ihn sehr traurig. Dann aber trifft er auf einen Wolf, und der öffnet ihm die Augen für seine ganz speziellen Fähigkeiten.
Die Autorin Kerstin Toepel hat mit „Vom kleinen Waschbären, der nicht wusste, dass er was ganz Besonderes ist“ ein liebenswertes Kinderbuch geschrieben. Den Lesern wird kindgerecht klar gemacht, dass jeder ganz spezielle Fähigkeiten und Wesenszüge hat, die ihn zu einem wichtigen Mitglied in der Gemeinschaft machen. Henry ist ein wundervoller Protagonist, er ist unglaublich lieb und auch sehr liebevoll gezeichnet. Überhaupt, die Illustrationen sind ganz toll gelungen, bis vielleicht auf das Reh, das ist mir etwas zu „kitschig“. Aber alle anderen mag ich wirklich gern, Kompliment an die Autorin, die auch für die Illustrationen zuständig war. Auch die Kinder, mit denen ich das Buch gelesen habe, waren von den Bildern begeistert. Die Sprache ist so, dass Kinder ab drei Jahren der wirklich schönen Geschichte folgen können.
Das Cover zeigt den niedlichen Titelhelden, das gefällt mir sehr gut, ebenso wie der Titel, der die Botschaft des Buches gut zusammenfasst.

Bewertung vom 06.07.2018
Das Haus der Mädchen
Winkelmann, Andreas

Das Haus der Mädchen


ausgezeichnet

Leni kommt aus Sandhausen, einer dörflichen Gegend, nach Hamburg, wo sie ein Praktikum in einem Verlag antreten möchte. In einer Villa an einem Kanal bekommt sie ein überraschend schönes Zimmer, was ihr den Tag nach einer anstrengenden Anreise etwas versüßt. Schnell lernt sie ihre Zimmernachbarin Vivien kennen und freundet sich mit ihr an. Doch am nächsten Morgen ist Vivien verschwunden und Leni fängt an, nach ihr zu suchen. Dabei trifft sie auf Freddy, einen Obdachlosen, der ebenfalls auf der Suche ist – allerdings nach einem Mörder. Zufällig hatte er das Verbrechen beobachtet und befürchtet nun, das nächste Opfer zu werden. Kann es einen Zusammenhang geben zwischen Viviens Verschwinden und dem Mord an einem jungen Mann? Leni und Freddy geraten in einen Strudel aus Indizien, Verdächtigungen und Angst…
Andreas Winkelmanns Thriller „Haus der Mädchen“ ist ein rasanter Thriller mit ungeahnten Wendungen. Der flüssige Schreibstil trägt dazu bei, dass der Spannungsbogen jederzeit gehalten wird und der Leser durch das Buch eilt. Leni und Freddy als Protagonisten sind außergewöhnliche Charaktere, gerade Freddy hat schon ein sehr bewegtes Leben hinter sich. Die Ortsbeschreibungen lassen konkrete Bilder im Kopf des Lesers entstehen, tragen zum spannenden Kopfkino bei. Teilweise sind die Szenen schon sehr gewalttätig, aber mir als begeisterter Thriller-Leserin hat das sehr gut gefallen - wer sehr zart besaitet ist, hat vielleicht Probleme damit.
Das Cover zeigt ein blutiges Klingelschild an einer grauen Mauer, das passt bestens zum Buch. Auch der Titel ist passend gewählt, zudem klingt er etwas geheimnisvoll.
Für mich war es das erste Buch von diesem schon recht bekannten Autoren, der Thriller hat alle meine Erwartungen erfüllt. Ich empfehle ihn gerne weiter.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.07.2018
Mädchen, Mädchen, tot bist du
Vries, Mel Wallis de

Mädchen, Mädchen, tot bist du


sehr gut

An einer Schule in Amsterdam scheint ein Spuk umzugehen: Junge Mädchen nehmen sich, scheinbar grundlos, das Leben. Tess ist erst vor Kurzem in diese Stadt gezogen und fühlt sich noch nicht wohl in ihrem neuen Umfeld. Als sie bedrohliche anonyme Briefe bekommt, setzt sie alles daran, herauszufinden, was hinter dieser Post steckt. Und sie befasst sich auch näher mit den mysteriösen Selbstmorden, nachdem sie zufällig zum Bergungszeitpunkt am Fundort einer Leiche vorbei gekommen ist. Doch sie fühlt sich immer mehr bedroht und kann diese Bedrohung überhaupt nicht einordnen. Ist wirklich jemand hinter ihr her oder erzeugen ihre Nachforschungen Gefühle der Angst und Beklemmung bei ihr? Die Polizei zumindest nimmt ihre Ängste nicht wirklich ernst…
Die niederländische Autorin Mel Wallis de Vries hat mit „Mädchen, Mädchen, tot bist du“ einen tollen Jugendthriller geschrieben. In einem sehr flüssigen Schreibstil erzählt sie eine mysteriöse Geschichte um unerklärliche Selbstmorde. Der Leser fliegt nur so durch das Buch bis zum überraschenden Ende. Der Spannungsbogen flacht nur im Mittelteil etwas ab, das ändert sich jedoch schnell wieder. Empfohlen wird das Buch ab 14 Jahren, früher würde ich es auf keinen Fall empfehlen, an manchen Stellen ist es doch recht unheimlich. Ich bin der Zielgruppe zwar schon lange entwachsen, hatte aber trotzdem ein sehr kurzweiliges Leseerlebnis. Von dieser Autorin hatte ich bisher noch nicht gehört, ich werde aber definitiv meine Augen nach weiteren Büchern von ihr offen halten.
Das Cover gefällt mir gut, es lässt auf die vermeintliche Willkür der Todesfälle schließen. Auch der Titel geht in diese Richtung, beide zusammen machen den Eindruck eines makabren Spiels.

Bewertung vom 02.07.2018
Fiona: Den Toten verpflichtet / Fiona Griffiths Bd.1
Bingham, Harry

Fiona: Den Toten verpflichtet / Fiona Griffiths Bd.1


sehr gut

Die junge Polizistin Fiona Griffiths ermittelt in einem schrecklichen Verbrechen: Eine junge Frau wird in einer völlig verwahrlosten Wohnung tot aufgefunden, neben ihr ihre brutal ermordete kleine Tochter. Ein Indiz, das gefunden wird, ist die Kreditkarte eines lange zuvor bei einem Flugzeugabsturz getöteten Mannes, dessen Leiche nie gefunden wurde. Fiona versucht alles, um dieses furchtbare Verbrechen aufzuklären, oft wandelt sie dabei auf einem schmalen Grat am Rande der Legalität, sehr zum Verdruss ihres Chefs. Doch Fiona ist eine außergewöhnliche Polizistin mit einer geheimnisvollen Vergangenheit, die sie scheinbar nicht loslässt.
„Fiona Den Toten verpflichtet“ ist der erste Teil einer Thriller Trilogie vom britischen Autor Harry Bingham. Mit Fiona hat der Verfasser eine außergewöhnliche und geheimnisvolle Figur geschaffen. Sie ist liebenswert, ehrlich und verfolgt ihr Ziel unbeirrt. Manchmal allerdings möchte man ihr zurufen:“Fiona, mach das nicht!“ Doch das würde sie nicht von ihrem Weg abbringen. Dadurch, dass dieses Buch aus Fionas Sicht geschrieben ist, lernt der Leser sie außerordentlich gut kennen. Der Schreibstil ist flüssig und mit einer guten Portion trockenem und manchmal makabrem Humor gewürzt. Der Spannungsbogen wird leider nicht konstant gehalten, ein paar wenige Längen schleichen sich dann doch ein, gerade dann, wenn Fionas Verhalten thematisiert wird.
Das Cover wirkt recht nüchtern und klar, das gefällt mir ganz gut. Besonders gelungen finde ich die Frauenfigur, die das „i“ im Titel darstellt. Der Titel und auch das Cover passen gut zum Buch und auch zu den anderen beiden Bänden der Trilogie.
Im Großen und Ganzen ist dieses Buch ein gelungener Start in die Reihe „Fiona“.

Bewertung vom 24.06.2018
Stille Feinde / Isaiah Quintabe Bd.2
Ide, Joe

Stille Feinde / Isaiah Quintabe Bd.2


gut

Isaiah Quintabe, in jeder Beziehung verständlicherweise IQ genannt, verdient sein Geld – oder auch Naturalien – als sehr privater Privatdetektiv. Doch er ermittelt nicht nur im Auftrag anderer: Nachdem er auf einem Schrottplatz das Auto entdeckt hat, das seinen Bruder überfahren hat, sucht er auch intensiv nach dem Fahrer und damit Mörder seines Bruders. Als dann auch noch die damalige Freundin seines Bruders um Hilfe für ihre Halbschwester bittet, bekommt IQ es mit vielen unangenehmen Leuten zu tun, die nicht unbedingt sein Bestes wollen. Glücklicherweise steht ihm sein Freund Dodson zur Seite, zumindest, solange dieser Zeit hat – seine Frau ist hochschwanger und möchte natürlich nicht lange auf den werdenden Vater verzichten.
„Stille Feinde“ ist ein actionreicher Thriller aus der Feder des amerikanischen Autoren Joe Ide. Es ist der zweite Band um den meist sympathischen Ermittler IQ, man kann ihn aber problemlos lesen, auch wenn man den ersten Teil nicht kennt. Ide schreibt in einem flüssigen, schnellen Schreibstil, an manchen Stellen gab es für meinen Geschmack aber zu viele sehr derbe Ausdrücke: „Motherfucker“ z. B. brauche ich als Leser nicht mehr als einmal pro Seite… Das Buch ist voller Action, da sind Messer, Pistolen und alles, was sich als Waffe eignet, immer schnell bei Hand. Da und auch bei der Anzahl der handelnden Personen wäre weniger manchmal vielleicht mehr gewesen. Ich zumindest hatte Schwierigkeiten, die Personen und auch die Clans auseinanderzuhalten. Manche Hintergrundgeschichten der verschiedenen Personen sind etwas langatmig, sonst ist Handlung recht spannend. Die Orte – Long Beach und Las Vegas – werden anschaulich dargestellt, als Leser hat man relativ genaue Bilder im Kopf. Das Cover passt gut dazu, es wirkt allerdings durch das etwas verschwommene Bild sehr vage.

Bewertung vom 12.06.2018
Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1
Larwood, Kieran

Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1


sehr gut

Der Kaninchenjunge Podkin lebt mit seiner Familie friedlich in einem großen Bau. Er ist der Sohn des Stammesführers und soll diesen Posten später von seinem Vater übernehmen. Doch erstmal lebt er ein bequemes Leben, hat nur wenig Lust zum Arbeiten und Lernen. Als eines Tages böse Kaninchen, die Gorm, in den Bau von Podkins Stamm eindringen, muss er mit seinen beiden Geschwistern fliehen. Den magischen Dolch Sternenklaue nehmen sie mit, er ist das, wonach die Gorm suchen. Eine abenteuerliche und gefährliche Flucht beginnt, bei der die drei Geschwister lernen müssen zu unterscheiden: Wer ist Freund und wer Feind?
Der begeisterte und begeisternde Geschichtenerzähler Kieran Larwood hat mit „Podkin Einohr – Der magische Dolch“ ein spannendes Kinderbuch mit liebenswerten Protagonisten geschrieben. Die sehr bildhafte Sprache lässt tolle und manchmal auch unheimliche Bilder im Kopf entstehen. Das Buch ist flüssig geschrieben, für Kinder ab zehn Jahren sicher gut zu lesen. Allerdings gibt es einige gewalttätige und blutige Szenen in der Geschichte, die für manche Kinder vielleicht zu heftig sind. Andererseits gibt es in unseren Märchen auch viele brutale Szenen, ich denke, da wissen die meisten Kinder schon zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Sehr schön wird erzählt, wie die Kaninchen zu einem Team zusammenwachsen und wie auch neue Freunde mit speziellen Fähigkeiten dazu stoßen und die Truppe komplett machen.
Das Cover möchte ich hier ganz besonders positiv hervorheben, es ist einfach sehr schön gemacht, in Wirklichkeit ist es noch um Einiges schöner als z.B. auf der Amazon-Produktseite. Der Titel mit Untertitel weist schon darauf hin, dass es bald einen zweiten Band mit Podkin & Co geben wird – wir freuen uns drauf!

Bewertung vom 12.06.2018
Gleis der Vergeltung
Korten, Astrid

Gleis der Vergeltung


sehr gut

Lynn Elisabeth von Raaben freut sich auf ihre Hochzeit mit Benedikt, ihrer großen Liebe. Doch dann geschieht das Unfassbare: Benedikt verunglückt auf dem Weg zu ihr tödlich. Dieses Ereignis wirft Lynn völlig aus der Bahn. Sieben Jahre später hat sie den Schicksalsschlag immer noch nicht ganz verkraftet. Und dann erhält sie einen ominösen Anruf, der Zweifel am Unfall aufkommen lässt. Was fängt sie mit den neuen Informationen an? Sie muss eine Entscheidung treffen, und das tut sie – mit dem Ergebnis, dass die Ereignisse drohen, sie zu überrollen.
Die erfolgreiche Autorin Astrid Korten hat mit „Gleis der Vergeltung“ einen neuen besonderen Thriller geschrieben, dem eine wahre Begebenheit zu Grunde liegt. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, die einzelnen Handlungsstränge in Zusammenhang zu bringen, doch im Laufe der Geschichte fügen sich die Teile zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Das Ende fand ich überraschend, auf diese Lösung wäre ich niemals gekommen. Der Schreibstil ist, wie in all ihren Büchern, flüssig und einfach zu lesen. Der Spannungsbogen steigt zum Ende des fast 300 Seiten starken Thrillers enorm an, zu Anfang machten mir die rätselhaften Zusammenhänge etwas Probleme. Die Protagonisten wirken menschlich, jeder hat auch seine dunkle Seite. Einiges hat mich in diesem Buch wirklich erschüttert, immer, wenn es um Kinder geht, bin ich etwas zart besaitet. Vor dem Hintergrund der wahren Begebenheit sind diese Geschehnisse natürlich nochmals erschreckender.
Das Cover passt gut zum Buch. Das weiße Kleid in Kombination mit den leuchtend roten Haaren fällt vor dem etwas düsteren Hintergrund auf. Der Titel „Gleis der Vergeltung“ gefällt mir nicht ganz so gut, er wirkt irgendwie etwas konstruiert.