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Benutzername: badwoman
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Bewertungen

Insgesamt 46 Bewertungen
Bewertung vom 17.02.2018
Ziemlich beste Schwestern - Quatsch mit Soße
Welk, Sarah

Ziemlich beste Schwestern - Quatsch mit Soße


ausgezeichnet

Mimi und Flo, sieben und fünf Jahre alt, sind Schwestern und leben mit ihren Eltern in einem Dorf. In ihrer Nachbarschaft wohnt ihr Cousin Mats mit seinem Vater. Die Kinder, meistens zu zweit, manchmal ist auch Mats dabei, erleben abenteuerliche Geschichten, sie backen einen Riesenvulkankuchen, buddeln fast bis zum Grundwasser und verabreden sich zum Mitternachtspicknick. Doch nicht immer enden die Unternehmungen wie geplant – und nicht immer zur Zufriedenheit der Eltern…
Die Autorin Sarah Welk hat mit „Ziemlich beste Schwestern – Quatsch mit Soße“ ein wunderschönes Kinderbuch geschrieben. Die Geschichten sind aus Sicht der siebenjährigen Mimi in einer typischen Kindersprache geschrieben, total schön gemacht. So erleben wir die Gefühle des Mädchens hautnah mit und erkennen, was für uns Erwachsene völlig sinnlos erscheint, folgt meistens einer ganz einleuchtenden Kinderlogik. Somit ist das Buch auch für Leseanfänger bestens geeignet, die Kinder können sich mit den beiden liebenswerten Mädchen problemlos identifizieren. Sie dürfen auch mal auf die Eltern schimpfen – das kommt gut an. Die Schriftgröße ist gut gewählt, nicht zu klein, so ist das Lesen für junge Kinder weniger anstrengend. Das I-Tüpfelchen sind die Illustrationen von Sharon Harmer, die Figuren sehen lustig aus und die Gefühle der Personen kann man super an ihren Gesichtsausdrücken ablesen. Sogar die Mäuse sehen sehr nett aus. Das Cover zeigt uns die beiden Protagonistinnen in Aktion, ein Bild, das neugierig auf das Buch macht.
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne zum Vorlesen oder für Kinder, die anfangen, selber Bücher zu lesen.

Bewertung vom 15.02.2018
Der Bornholm-Code
Rehm, Thorsten O.

Der Bornholm-Code


sehr gut

Frank Stebe ist nicht nur passionierter Taucher, er ist auch ein Archäologe. Doch nachdem es bei einer Expedition zehn Jahre zuvor zu einem schrecklichen Unfall kam, hat er sich mit einer Tauchschule selbstständig gemacht und seinem alten Beruf den Rücken gekehrt. Nun jedoch erhält er einen Anruf seines ehemaligen Forschungskollegen Lars, der ihn um Hilfe bei seiner aktuellen Expedition bittet. In der Nähe der dänischen Insel Bornholm wurden aus in der Ostsee gefundenen Wracks geheimnisvolle Fundstücke geborgen. Frank kann dem Abenteuer dann doch nicht widerstehen, schließlich deuten diese Fundstücke darauf hin, dass seine Theorie, die sich um den sagenhaften Nibelungenschatz dreht, vielleicht doch bewiesen werden kann. Doch es gibt noch andere, sehr gefährliche Interessenten, die ihn sehr unter Druck setzen und zu einer unkalkulierbaren Gefahr für Leib und Leben der Expeditionsteilnehmer werden.
Der Autor Thorsten Oliver Rehm, selbst leidenschaftlicher Taucher, hat mit „Der Bornholm-Code“ einen spannenden Roman geschrieben. Sein Fachwissen um die Taucherei ist jederzeit präsent und lässt vor dem inneren Auge des Lesers interessante Unterwasserwelten entstehen. Auch bei den geschichtlichen Ausführungen hat man durchgehend den Eindruck einer gut recherchierten Geschichte. Allerdings ist hier auch der einzige Kritikpunkt aus meiner Sicht: Diese Erklärungen nehmen für meinen Geschmack etwas zu viel Raum ein – ich hätte hier einen strafferen Erzählstil vorgezogen. Nichtsdestotrotz sind diese Ausführungen sehr interessant und auch lehrreich. Außerdem gefällt es mir, wie die Sage der Nibelungen mit historisch belegten Ereignissen verknüpft wird – das regt sehr zum Nachdenken an. Die Krimihandlung der heutigen Zeit wird geschickt mit den historischen Geschehnissen verbunden, das macht dieses Buch zu einem besonderen. Der Autor bedient sich einer flüssigen Sprache, die auch die etwas längeren geschichtlichen Einlassungen gut und interessant zu lesen macht. Ein starkes Roman-Debüt, das auf weitere spannende Bücher hoffen lässt!
Das Cover hat mich nicht wirklich begeistert, aber es fällt durch die schwebende Frau auf. Der Titel passt sehr gut zum Inhalt des Buches.

Bewertung vom 31.01.2018
Das Lied der toten Mädchen / Jan Römer Bd.3
Geschke, Linus

Das Lied der toten Mädchen / Jan Römer Bd.3


ausgezeichnet

Die Journalisten Jan Römer und „Mütze“ Stefanie Schneider haben sich vorgenommen, über ungelöste Kriminalfälle zu berichten. Dabei gelingt es ihnen manches Mal, mehr herauszufinden als die professionellen Ermittler, denn manch ein Zeuge redet lieber mit Journalisten als mit der Polizei. Der neueste „alte“ Fall, den die beiden sich vornehmen, ist der rätselhafte Mord an der 19jährigen Sonja Risse, der 20 Jahre zurückliegt. Doch die Recherche gestaltet sich sehr schwierig: Die damaligen Bekannten und Freunde von Sonja geben sich sehr zugeknöpft. Warum nur? Sollten sie nicht auch ein Interesse daran haben, dass der Mord an der jungen Frau vielleicht doch noch aufgeklärt wird? Jan und Mütze wühlen sich immer tiefer in einen Sumpf aus Lügen und Schweigen und geraten zunehmend auch selber in Gefahr.
Der Autor Linus Geschke hat mit dem Krimi „Das Lied der toten Mädchen“ ein spannendes Buch geschrieben, das den Leser von Anfang an gefangen nimmt. Es gelingt ihm, einen Spannungsbogen aufzubauen, der recht gut über 390 Seiten gehalten wird, es gibt kaum Längen. Der flüssige Schreibstil trägt mit dazu bei. Gerade zum überraschenden Ende hin mag man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die beiden Protagonisten sind sympathische Charaktere, die sich trotz privater Probleme unermüdlich dafür einsetzen, dass Licht in das Dunkel dieses traurigen Mordfalls gebracht wird. Es ist recht ungewöhnlich, ein Journalistenduo ermitteln zu lassen, aber ich finde die Idee wirklich gut, dadurch hebt sich das Buch etwas von der Masse der Krimis ab.
Ein besonderes Lob bekommt der Titel „Das Lied der toten Mädchen“ von mir, er wirkt traurig und macht sehr neugierig auf das Buch. Das Cover gefällt mir ganz gut, es fällt aber nicht unbedingt auf.

Bewertung vom 27.01.2018
Wolfswut
Gößling, Andreas

Wolfswut


ausgezeichnet

Lotte Soltau trauert um ihren Vater und verwaltet seinen Nachlass. Auf einem Brachgelände in Berlin hatte er eine abrissreife Halle angemietet. Dort entdeckt Lotte fünf Fässer, deren Inhalt sie in eine tiefe Krise stürzen: fünf tote Frauen, grausam gequält und ermordet, wurden in diesen Behältnissen konserviert. Der Fall wird Kira Hallstein vom LKA Berlin zugeteilt, der mit dem jungen Bayern Max Lohmeyer ein fähiger und sympathischer neuer Mitarbeiter zur Seite steht. Soltau als mutmaßlicher Täter ist zwar tot, aber kann er diese grauenvollen Morde wirklich alleine begangen haben? Die Ermittlungen führen die beiden Kommissare in die Berliner Straßenstrichszene, wo der Kampf ums nackte Überleben an der Tagesordnung ist.
Dem Autoren Andreas Gößling ist mit „Wolfswut“ ein großartiger Thriller gelungen. Über 523 spannende Seiten führt er den Leser durch eine grauenvolle Geschichte, die dadurch, dass es sich um einen True-Crime-Thriller handelt, hier also reale Ereignisse zugrunde liegen, noch furchtbarer anmutet. Ich möchte, ehrlich gesagt, gar nicht wissen, was hier wirklich passiert ist und was der Fantasie des Autoren entspringt, ich hoffe, das meiste ist der Fantasie zuzuschreiben. Andreas Gößling zieht den Leser förmlich in einen Strudel aus Gewalt, Hass und Rache, dies übt eine fast furchterregende Faszination aus, der man sich kaum entziehen kann. Die Hauptperson Kira Hallstein ist einerseits sympathisch, hat aber glücklicherweise auch ihre Schwächen, das macht sie menschlich. Ihr Kollege Max ist ein netter junger Mann, dem die Gräueltaten zu schaffen machen, er ist ziemlich emotional für diesen Beruf. Ein tolles Team! Der Schreibstil ist mitreißend, mir gefällt auch gut, dass man die Gedanken der Protagonisten, deutlich gemacht durch die kursive Schrift, lesen kann. Ich kann allen, die harte Thriller mögen, dieses Buch wärmstens empfehlen!
Das blutrote Cover mit dem zerkratzten Auge sagt schon Einiges über das Buch aus. Der Titel „Wolfswut“ ist sicher reißerisch, passt aber sehr gut zum Inhalt.

Bewertung vom 23.01.2018
Isoliert
Avdic, Åsa

Isoliert


sehr gut

Wir schreiben das Jahr 2037: Der Eiserne Vorhang besteht noch und Schweden liegt nun östlich dieser Grenze. Auf einer einsamen schwedischen Insel möchten sich sechs Menschen für einen Platz im inneren Zirkel der Partei qualifizieren. Doch wie es nun mal in solchen Regimes öfter der Fall war, wurde auch hier ein Spitzel eingeschleust: Anna Francis. Sie täuscht ihren eigenen Tod vor, damit sie aus ihrem Versteck heraus die Testpersonen beobachten und bewerten kann. Doch dann läuft die Aktion aus dem Ruder: Es gibt Todesfälle. Soll Anna ihr sicheres Versteck aufgeben und so vielleicht dem Täter auf die Schliche kommen? Oder sich doch lieber zu erkennen geben und mit den anderen Personen den Kampf gegen den Unbekannten aufnehmen? Anna steckt in einer furchtbaren Zwickmühle…
Die schwedische Journalistin und Autorin Asa Avdic hat mit „Isoliert“ einen spannenden und ungewöhnlichen Thriller geschrieben. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den Protagonisten, meistens jedoch erzählt uns Anna, was aus ihrer Sicht passiert. Das hat mir sehr gut gefallen, so blieb es immer geheimnisvoll. Der Schreibstil ist flüssig, man kann der Geschichte mühelos folgen. Gewöhnungsbedürftig war für mich, dass das freie Schweden plötzlich zum „Protektorat Schweden“ wurde, das passte erstmal für mich nicht so richtig, aber nach kurzer Zeit ist das für den Leser Fakt. Trotz des Jahres 2037 ist dieser Thriller nicht besonders futuristisch, eigentlich könnte er auch in der heutigen Zeit spielen. Den Einstieg ins Buch fand ich etwas zäh, aber dann stieg die Spannung doch relativ schnell an und blieb über weite Strecken auch erhalten. Und es gibt einige unvorhersehbare Wendungen – bis zum Schluss! Mir hat dieser Thriller gut gefallen, er ist wie schon gesagt ungewöhnlich und lesenswert.
Das Cover fällt durch die düstere Stimmung, die es ausstrahlt, auf. Das rötlich scheinende Haus vor dem schwarzen Hintergrund weist auf einen Thriller hin. Auch der Titel ist gut gewählt und macht neugierig.

Bewertung vom 20.01.2018
Herzschlag der Gewalt
Soeder, Matthias

Herzschlag der Gewalt


ausgezeichnet

Alexander Hartmann reist als Frachtpilot in viele verschiedene Länder – eine perfekte Tarnung für einen Mitarbeiter des deutschen Geheimdienstes. Dass dieses Berufsleben lebensgefährlich sein kann, muss Alexander sehr schmerzhaft erfahren, deshalb will er seine Agententätigkeit beenden. Doch dem BND-Chef gelingt es, ihn zu einem letzten Einsatz zu zwingen. Es geht nach Afrika, wo somalische Terroristen in Kenia einen verheerenden Anschlag planen. Alexander muss die Attentäter stoppen, sonst wird es einen furchtbaren Massenmord geben. Doch die Terroristen verfügen über scheinbar unendlich viel Geld und effektive Waffen. Und nicht nur Alexander begibt sich in Gefahr, seine Freundin Valentina lebt ebenfalls gefährlich…
Der Autor Matthias Soeder hat mit seinem ersten Thriller „Herzschlag der Gewalt“ ein spannendes und realitätsnahes Buch geschrieben. Ihm gelingt es, dem Leser das komplexe Geschehen verständlich und kurzweilig zu übermitteln, die 430 Seiten weisen kaum Längen auf. Der Schreibstil ist nüchtern, klar und flüssig. Der Geschichte merkt man jederzeit den Fachmann auf dem Gebiet der Fliegerei an – Matthias Soeder ist Frachtpilot, bereist als solcher die Welt und ist auch real schon in brenzlige Situationen geraten. Die Beschreibungen der Verbrechen in diesem Buch sind hart, es gibt viele blutige und gewalttätige Szenen, wer so etwas nicht mag, sollte diesen Thriller besser nicht lesen. Mir hat an diesem Erstlingswerk vor Allem gefallen, dass man als Leser immer den Eindruck hat, das hätte sich wirklich so abspielen können, gerade auch das Ende ist erschreckend aktuell.
Das Cover passt mit dem großen Flugzeug und den bewaffneten Männern sehr gut zum Inhalt dieses Thrillers. Den Titel finde ich zwar passend, aber er spricht mich nicht wirklich an, hier hat wirklich der Klappentext mein Interesse geweckt – und das habe ich nicht bereut: Das Buch ist auf alle Fälle lesenswert!

Bewertung vom 20.01.2018
Lilith
Korten, Astrid

Lilith


ausgezeichnet

Die schwangere Anna und ihr Mann Max Gavaldo haben eine furchtbare Vergangenheit hinter sich gelassen und leben nun mit ihrer 16jährigen Tochter Katharina in einem wunderschönen Haus in Starnberg. Getrübt wird die Idylle von Katharinas Visionen, in denen immer öfter ein unbekannter junger Mann eine Rolle spielt. Und nicht nur das – sie hat das zweite Gesicht, eine sehr bedrückende Eigenschaft. Anna, Opfer schwerster körperlicher und seelischer Gewalt, scheint von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt zu werden, eine Erfahrung, die sie fast in den Wahnsinn treibt. Dann taucht der geheimnisvolle Baan auf, jung und gut aussehend. Katharina verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Eine verhängnisvolle Beziehung bahnt sich an.
Die Autorin Astrid Korten hat mit „Lilith Eiskalter Engel“ eine Fortsetzung ihres Bestsellers „Eiskalte Umarmung“ geschrieben. Es ist natürlich hilfreich, den ersten Band gelesen zu haben, aber man kann dieses Buch auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen, es wird schnell klar, was dort passiert war. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und damit einfach zu lesen. Das trägt auch zu einem Spannungsbogen bei, der sich schnell aufbaut und über das Buch gehalten wird, das Buch muss man einfach möglichst ohne Pause lesen, immer in gespannter Erwartung, was einen auf der folgenden Seite erwartet. Es gibt sehr blutige und gewalttätige Szenen in diesem Psychothriller, für zartbesaitete Leser ist er wohl weniger geeignet, mir hat er aber sehr gut gefallen. Wem, so wie mir, auch etwas geheimnisvolle Einlagen gefallen, wie z.B. das zweite Gesicht von Katharina, wird viel Spaß an diesem Buch haben.
Das Cover wirkt auf den ersten Blick mit der Blüte und dem Schmetterling ganz friedlich, die düstere Umrahmung und die blutrote Schriftfarbe für Lilith lässt den spannenden Thriller erahnen.

Bewertung vom 02.01.2018
Auge des Glaubens
Cross, Simon

Auge des Glaubens


gut

Chief Inspector John Porter von Scotland Yard ermittelt in einem Mord an einer jungen Frau und in einer Reihe von mysteriösen Kircheneinbrüchen. Seine Untersuchungen bringen ihn nach Canterfield, einer kleinen Gemeinde, deren Bewohner sich zu einer sektenähnlichen Gemeinschaft zusammengeschlossen haben. Ihr Priester ist ein dubioser Mann, dem seine Schäfchen bedingungslos folgen. Doch gibt es wirklich eine Verbindung zwischen den Verbrechen und dieser Sekte oder versucht hier jemand falsche Fährten zu legen? Zu allem Überfluss muss Porter auch noch erkennen, dass zwei Reporter von einem Unbekannten in die Ermittlungen hineingezogen werden.
Der Thriller „Auge des Glaubens“ macht mit einem düsteren mysteriösen Cover auf sich aufmerksam. Das beobachtende Auge vor dem dunklen unheimlichen Hintergrund erzeugt beim Betrachter ein Gefühl von „Big brother is watching you“. Die Kreuze in den Buchstaben tun ihr Übriges dazu. Ein sehr gelungenes ausdrucksstarkes Cover! Simon Cross, Autor dieses Buches, erzählt dem Leser eine Geschichte mit vielen Wendungen, das Ende vorauszuahnen ist unmöglich. Vielleicht ist es aber auch die eine oder andere Wendung zu viel, denn so zieht sich die Geschichte doch etwas in die Länge, die Spannung kann leider nicht über das gesamte Buch gehalten werden. Der Schreibstil ist flüssig, manchmal vielleicht etwas blumig, aber immer verständlich und gut lesbar. Das Thema spricht mich sehr an, Sekten, wie sie funktionieren, und ihre Rituale finde ich grundsätzlich interessant und eine gute Grundlage für einen Thriller. Da hätte ich mir noch mehr Einblicke gewünscht.
Mein Fazit lautet: „Auge des Glaubens“ ist ein Thriller zu einem interessanten Thema, in der Umsetzung sehe ich noch etwas Luft nach oben.

Bewertung vom 02.01.2018
Dezembermord
Frech, Jochen

Dezembermord


gut

Ex SEK-Ermittler Moritz Kepplinger untersucht mit seinem Team den Tod eines unbekannten Mannes, der in einem Göppinger Brunnen ertrank. Es gibt keine Zeugen für diesen Vorfall und auch die Identität des Toten ist geheimnisvoll. Nachdem ein zweiter Toter, der ebenfalls ertrunken ist, gefunden wurde, ermittelt die Polizei in alle Richtungen, doch auf den ersten Blick gibt es keinen Zusammenhang zwischen diesen beiden Fällen. Kepplinger und sein Team suchen verzweifelt nach einem Ansatzpunkt für ihre Ermittlungen.
Der Kriminalroman „Dezembermord“ wurde von dem äußerst kompetenten Autoren Jochen Frech verfasst. Er war Angehöriger eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei und lässt sein Wissen um polizeiliche Ermittlungsarbeit in dieses Buch einfließen. Der Schreibstil ist flüssig und nüchtern, damit einfach zu lesen. Der Spannungsaufbau erfolgt etwas langsam, manche Passagen sind ein wenig langatmig, so wird der Spannungsbogen leider nicht über alle 431 Seiten dieses Buches gehalten. Mit dem einen oder anderen Nebenschauplatz weniger wäre der Spannung sicher gedient gewesen. Auch gibt es für meinen Geschmack zu viele handelnde Personen und damit zu viele Namen, die der Leser nicht immer zuordnen kann, zumindest erging es mir so. Sehr interessant ist die Beschreibung der Ermittlungsarbeit, da spürt man den Fachmann Jochen Frech. Die Protagonisten Kepplinger und seine Kollegin Lea sind sympathische Polizisten, denen vom Autoren auch Gefühle zugestanden werden. Das macht das Buch noch realistischer und die Personen menschlich. Mein persönliches Fazit ist, dass dieses Buch etwas überladen ist, was manchmal dem Leseverständnis zuwiderläuft. Von diesen Ermittlern bin ich allerdings überzeugt und würde gern mehr von ihnen lesen, vielleicht ein Krimi in etwas „abgespeckter“ Form.
Das Cover ist ziemlich neutral gehalten, passt mit der winterlichen Atmosphäre aber sehr gut zum Titel „Dezembermord“.

Bewertung vom 30.12.2017
Als der Weihnachtsmann seinen Bauch verlor
Bernson, Marit

Als der Weihnachtsmann seinen Bauch verlor


sehr gut

Die Autorin Marit Bernson hat mit „Als der Weihnachtsmann seinen Bauch verlor“ ein schönes Buch mit 24 Weihnachtsgeschichten für Kinder vorgelegt. Von witzig bis nachdenklich ist hier alles vertreten, geschrieben in einer kindgerechten Sprache. Auch zwei sehr nette Gedichte findet man in diesem Buch. Die Protagonisten sind liebenswert, viele Geschichten sind lehrreich, machen den Lesern (oder Zuhörern) klar, dass jedes Wesen wertvoll und wichtig ist, auch wenn es vielleicht etwas nicht so gut kann wie seine Kameraden – dann kann es eben etwas Anderes besonders gut. Für Kinder ist es einfach, sich mit diesen Personen zu identifizieren und mit ihnen zu leiden oder aber sich zu freuen. Für mich sind „Ringo, das Rentier“ und „Plätzchenteigtornado“ die Highlights dieses Buches, wie die Titel schon erahnen lassen, zwei sehr lustige Geschichten. Die Illustratorin Stella Chitzos hat das Buch mit schönen naturnahen Bildern versehen (soweit, wie man z.B. einen Weihnachtself naturnah zeichnen kann). Die Zeichnungen sind wirklich liebevoll gestaltet und machen etwas von dem Charme dieses Buches aus. Auch das Cover mit dem Hauptdarsteller, dem Weihnachtsmann mit herunter gerutschter Hose, spricht mich sehr an. Dieses liebenswerte Buch hat mir und meinen Enkeln ebenso wie meinen „Betreuungskindern“ in der Vorweihnachtszeit viel Spaß gemacht. Ich empfehle es für ab fünf Jahre zum Vorlesen, ältere Grundschulkinder haben sicher auch Spaß am Selberlesen.