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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: badwoman
Wohnort: Osterwald
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 86 Bewertungen
Bewertung vom 15.12.2018
Tattoo / Carver & Lake Bd.1
Dyer, Ashley

Tattoo / Carver & Lake Bd.1


gut

Detective Chief Inspector Greg Carver wird angeschossen in seiner Wohnung aufgefunden. War es ein Selbstmordversuch? Oder steckt der ominöse Dornenkiller dahinter, der seit über einem Jahr erfolglos von Carver und seiner Kollegin Ruth Lake gejagt wird? Der Mörder hat bereits fünf Frauen auf dem Gewissen. Jedes Opfer hat er vor derenTod mit einem Pflanzendorn tätowiert, und das fast am ganzen Körper. Die letzte Frau scheint in einem Zusammenhang mit Carvers Frau zu stehen, sie sieht ihr sehr ähnlich und trägt zudem deren Ohrringe. Nun ist es erst mal an Ruth, den Killer zu finden, Carver liegt mit schweren Verletzungen und anfangs ohne Erinnerungen an den Anschlag auf ihn im Krankenhaus.
Das englische Autorenduo Ashley Dyer hat mit „Tattoo“ einen Thriller geschrieben, auf den ich mich aufgrund des Klappentextes sehr gefreut hatte. Leider hat mir das Buch nicht so gut gefallen wie erwartet. Trotz eines flüssigen und leicht lesbaren Schreibstils konnte der Spannungsbogen nicht über die langen 558 Seiten des Buches gehalten werden. Manches hat mich verwirrt, nicht immer konnte ich dem Geschehen problemlos folgen. Erschwerend kamen die manchmal nicht nachvollziehbaren Handlungsweisen der Protagonisten hinzu. Und auch manche sehr ausführliche Erklärungen empfand ich als etwas langweilig. Andererseits kam für mich der eigentliche Fall des Dornenkillers zu kurz. Hier hätte ich mir mehr Ermittlungsarbeit gewünscht, dieses Verbrechen hatte mich in der Buchbeschreibung „angesprochen“. Viel Platz nahmen dagegen die Probleme der Ermittler ein. Schade, die Geschichte des Dornenkillers hätte meiner Meinung nach Potential für einen grandiosen Thriller gehabt! Bei meiner Bewertung möchte ich aber die Idee als solche positiv hervorheben.
Das Cover finde ich toll, die blutrote Schrift auf dem silbernen Hintergrund sieht super aus. Ebenso lässt der Titel auf eine blutige Geschichte schließen.

Bewertung vom 15.12.2018
Spreewaldrache / Klaudia Wagner Bd.3
Dieckerhoff, Christiane

Spreewaldrache / Klaudia Wagner Bd.3


sehr gut

Daniel, ein junger Mann aus dem Spreewald, wird auf dem Grundstück einer Datsche brutal niedergeschlagen und schwer verletzt. Als dann kurz darauf in der Nachbarschaft ein toter Obdachloser gefunden wird, führen die Ermittlungen Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner und ihr Team auf die Spur einer alten Familienfehde, die zwanzig Jahre zuvor mit einem Todesfall ihren Anfang nahm. Die Auswirkungen scheinen bis in die Gegenwart zu reichen und auch heute noch sind sich die Familien feindlich gesinnt. Doch wie passen die neuen Verbrechen ins Bild? Klaudia Wagner steht vor schwierigen Untersuchungen, einige der Befragten scheinen Geheimnisse zu haben und zu wahren.
Der Krimi „Spreewaldrache“ von Christiane Dieckerhoff ist der dritte Band ihrer Spreewaldkrimis. Man kann dieses Buch auch ohne Kenntnisse der ersten Bände recht gut ohne Verständnisschwierigkeiten lesen. Was dem Leser aus Klaudias Vergangenheit nicht ganz klar wird, ist für diese Geschichte nicht zwingend erforderlich zu wissen. Klaudia und ihr Team sind eine sympathische Truppe, die aber auch durch die Bank ihr privates Päckchen zu tragen haben. Das macht die Figuren menschlich und der Leser kann hier mitfühlen. Der Krimi ist in einem Landstrich angesiedelt, den ich zwar schon mal besucht habe, der auf mich doch immer etwas geheimnisvoll wirkt, die perfekte Umgebung für ein (fiktives) Verbrechen. Schon die Entschleunigung, die durch die auf dem Wasser zurückzulegenden Wege entsteht, ist speziell. Der Schreibstil ist sehr schön zu lesen, flüssig und schnörkellos. Einzig die familiären Verwicklungen waren mir manchmal etwas zu viel, da konnte ich teilweise nicht mehr ganz folgen. Im Großen und Ganzen aber wieder ein gelungener Krimi aus Christiane Dieckerhoffs Feder!
Das Cover wirkt fast romantisch, die Landschaft scheint authentisch, das gefällt mir. Der Titel „Spreewaldrache“ passt zum Inhalt des Buches und reiht sich nahtlos in die Spreewaldreihe ein.

Bewertung vom 28.11.2018
Deine letzte Stunde
Montero, Carlos

Deine letzte Stunde


gut

Die junge Vertretungslehrerin Raquel tritt eine neue Stelle an. Auf ihre Nachfragen erfährt sie, dass ihre Vorgängerin Viruca sich das Leben genommen hat. Zumindest deuten die Umstände ihres Todes darauf hin und die örtliche Polizei sieht keinen Grund, daran zu zweifeln. Virucas Exmann beschuldigt deren Schüler, sie mit extremen Mobbing in den Tod getrieben zu haben. Auch Raquel bekommt schnell zu spüren, dass die Schüler ihr alles andere als wohlgesonnen sind. Doch was steckt hinter diesen Angriffen auf ihre Person und wer schreibt ihr Zettel mit bedrohlichem Inhalt wie „Und du, wann stirbst du wohl?“ Für Raquel beginnt eine schwere Zeit, die sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt.
Der spanische Autor Carlos Montero hat mit „Deine letzte Stunde“ einen Thriller geschrieben, der mit dem Premio Primavera 2016, dem spanischen Frühjahrspreis, ausgezeichnet wurde. Das Buch ist zweifellos spannend geschrieben, der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos. Die Grundidee gefällt mir sehr gut, bei entsprechender Umsetzung hätte dies ein grandioser Thriller werden können. Doch dem steht dann doch Einiges im Wege: Raquel, die Hauptprotagonistin, handelt sehr unüberlegt und oft leider auch völlig unrealistisch. Das hat mich beim Lesen richtig geärgert! Ich möchte mich beim Lesen eines Buches zumindest ein Stück weit mit einer der handelnden Personen identifizieren können, das war bei diesem Thriller leider nicht gegeben. Und es gab es auch keine andere Person, die wirklich sympathisch war. Die für mich überraschende Auflösung dieser Geschichte hat mich etwas versöhnt, auch wenn nicht alles logisch aufgeklärt wurde.
Das dunkle Cover lässt den Thriller erahnen, der in Schreibschrift gestaltete Titel passt zum Hauptort des Geschehens – der Schule. „Deine letzte Stunde“ ist ein ausgesprochen passender Titel, der gefällt mir sehr gut.

Bewertung vom 04.11.2018
Wo der Teufel ruht
Russell, Craig

Wo der Teufel ruht


sehr gut

Viktor Kosárek ist ein junger engagierter Arzt, der in der Tschechoslowakei der 1930er Jahre praktiziert. Seine neue Anstellung führt ihn in eine psychiatrische Klinik, die in einer düsteren berüchtigten Burg angesiedelt ist. Hier hat er die Möglichkeit, Insassen, die schwerste Verbrechen begangen haben, zu therapieren, auch wenn diese wohl nie entlassen werden sollen. Viktor kann nun aber versuchen, über diese Patienten seine Forschungen über den „Teufelsaspekt“ weiterzuführen, was ihn in bedrohliche Situationen führt. Zeitgleich macht er sich größte Sorgen um seinen guten Freund Filip. Immer mehr hat er ihn in Verdacht, in eine schreckliche Mordserie verwickelt zu sein. Aber kann Filip wirklich zu solch bestialischen Taten fähig sein oder verdächtigt Viktor ihn zu Unrecht?
Der schottische Autor Craig Russel hat mit „Wo der Teufel ruht“ einen düsteren Thriller geschrieben, der sich nicht nur auf grausame Verbrechen beschränkt, sondern dem Leser auch einen Einblick in das Leben in der Tschechoslowakei während dieser düsteren Zeit gibt. Das fand ich sehr interessant und gut beschrieben. Die Haupthandlung hatte einige wenige Längen und war für meinen Geschmack an manchen Stellen mit zu vielen Fachausdrücken durchsetzt. Das hat meinen Lesefluss manchmal etwas gebremst. Davon abgesehen ist der Schreibstil flüssig und gut zu lesen. Viktor ist ein meist netter Protagonist, der ganz in seiner Arbeit aufgeht. Der Prager Kommissar Smolak mit seiner mitfühlenden Art ist mir ebenfalls sympathisch, auch er ist in seinem Beruf sehr engagiert. Nach zwei Dritteln des Buches hätte ich drei Sterne vergeben, das letzte Drittel hat mich mit seinen überraschenden Wendungen aber völlig überzeugt, do dass es insgesamt zu vier Sternen reicht.
Das düstere Cover mit der Teufelsmaske lässt, wie auch der Titel, keinen Zweifel am Genre des Buches, so findet das Buch schnell seine Zielgruppe.

Bewertung vom 28.10.2018
Hasenjagd / Kommissar Linna Bd.6
Kepler, Lars

Hasenjagd / Kommissar Linna Bd.6


ausgezeichnet

In Stockholm geschehen brutale Morde, ein Verbindungsglied zwischen ihnen ist ein Kinderlied, das den Opfern vorgespielt wird. Es handelt von zehn Kaninchen, die in der Hölle landen. Was hat es mit diesem grausamen Reim auf sich? Die Polizei tappt im Dunkeln und versucht, keine Einzelheiten an die Öffentlichkeit dringen zu lassen, denn ein Opfer ist ein bekannter Politiker. Ist es etwa ein Terroranschlag? Der Premierminister weiß sich nicht anders zu helfen als Joona Linna aus dem Gefängnis zu holen. Er hofft auf das unvergleichliche Gespür dieses Ermittlers. Zusammen mit seiner früheren Kollegin Saga Bauer macht sich Joona an die schwierige Arbeit.
Lars Kepler, ein sehr bekanntes Autorenduo aus Schweden, hat mit dem Krimi „Hasenjagd“ den sechsten Band um das Ermittlerteam Linna und Bauer vorgelegt. Den Autoren gelingt es, den Leser mit einem flotten, stellenweise auch fast poetisch anmutenden Schreibstil zu fesseln. Obwohl das Buch stolze 650 Seiten umfasst, kommt keine Langeweile auf, und besonders im letzten Teil schaltet Lars Kepler noch einen Gang höher und lässt das Buch mit einem spektakulären Finale ausklingen. Joona und Saga sind zwei starke Charaktere, denen Dienst nach Vorschrift eher fremd ist, ihnen geht es wirklich um Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Dafür riskieren sie alles. Sie haben also das Zeug zum Helden. Doch auch sie sind nicht unfehlbar, das ist menschlich und gut so. Die Geschichte ist recht komplex, doch als Leser kann man dem Geschehen trotzdem gut folgen. Einzig die verschiedenen Institutionen und Zuständigkeiten bereiteten mir Schwierigkeiten. Einige Szenen im Buch sind schon sehr brutal und grausam, mir als Thriller Leserin hat das aber wirklich gut gefallen.
Das Cover fällt durch die gelben Augen des Fuchses auf, ansonsten ist es eher schlicht, dadurch hebt es sich von den üblichen Krimi und Thriller Covern ab. Der Titel ist prägnant und passt zum Inhalt.

Bewertung vom 21.10.2018
Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3
Gruber, Andreas

Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3


sehr gut

Die Wiener Anwältin Evelyn Meyers und ihr Mitarbeiter Florian Zock werden von Michael Kotten, einem vermögenden Unternehmerssohn, gebeten, ihn in einem Mordfall zu verteidigen. Er wird beschuldigt, einen Mann brutal ermordet zu haben. Das Verbrechen wurde zufällig von Handwerkern gefilmt, die von ihrem Arbeitsplatz den Tatort einsehen konnten. Alles scheint gegen Michael zu sprechen, doch Evelyn und Flo starten eine gefährliche Recherche. Fast zeitgleich ermittelt Kommissar Walter Pulaski in Leipzig in einem vermeintlichen Unfall, der Pulaski aber Rätsel aufgibt. Dazu kommt, dass er den Toten kannte und auch seine Tochter eine gute Freundin der Tochter des Toten ist. Die beiden Mädchen möchten unbedingt wissen, was wirklich passiert ist und setzen Pulaski unter Druck, die Ermittlungen gegen alle Widerstände weiter zu führen.
Mit „Rachewinter“ hat der österreichische Thriller Autor Andreas Gruber den dritten Teil der Reihe um das Duo Walter Pulaski und Evelyn Meyers vorgelegt. Für mich war es das erste Buch dieses Schriftstellers, was aber in keiner Weise mein Verständnis der Geschichte beeinträchtigt hat. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, einzig das gehäufte Darlegen der Gedanken der Protagonisten (kursiv gedruckt) war mir etwas zu viel. Das Wechseln zwischen den Handlungssträngen in Deutschland und Österreich ist der Spannung sehr zuträglich, es dauert, bis der Leser ahnt, wie diese Stränge zusammenhängen könnten. Der Spannungsbogen zieht sich ohne Längen durch das ganze 586 Seiten starke Buch, bis zum fulminanten und überraschenden Ende. Die Protagonisten, hier vor allem die beiden Österreicher, sind sehr sympathisch, doch auch Pulaski mit seiner etwas knurrigen Art mag ich gern.
Das Cover in eisigem Blau passt gut zum Titel „Rachewinter“ und zu den ersten beiden Teilen dieser Reihe. Für mich wird es mit Sicherheit nicht das letzte Buch dieses Autors sein, ich habe einen guten Buchschreiber neu für mich entdeckt!

Bewertung vom 05.10.2018
Blutrausch - Er muss töten / Detective Robert Hunter Bd.9
Carter, Chris

Blutrausch - Er muss töten / Detective Robert Hunter Bd.9


sehr gut

In ihrem neunten Fall bekommen es Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit einem ganz speziellen Serienmörder zu tun. Sein jüngstes Opfer ist eine schöne junge Frau, die als Model arbeitete. Nun aber liegt sie, brutal verstümmelt, vor den Detectives. In ihre Haut wurde eine Botschaft geritzt: „Schönheit umgibt sie“. Jetzt setzt das Team, zu dem nun auch noch zwei FBI-Agenten stoßen, alles daran, diese Botschaft zu entschlüsseln. Es scheint der einzige Weg zum Täter zu sein. Doch die neuen Arbeitskollegen müssen erstmal zueinander finden und am gleichen Strang ziehen. Wenn das nicht gelingt, wird die Suche nach dem Täter unnötig erschwert. Da heißt es also: “Zusammenraufen und das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren“.
Der amerikanische Autor Chris Carter hat mit „Blutrausch – Er muss töten“ wieder einen spannenden Thriller der Robert Hunter Reihe geschrieben. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und nüchtern, die Handlung blutig und brutal – eben ein echter Thriller. Der Spannungsbogen wird gut gehalten bis zum etwas überraschend schnellen Ende. Hunter ist auch hier wieder , man kann es nicht anders bezeichnen, ein Superman, der alles kann – intelligent, attraktiv, nett. Vielleicht doch etwas zu viel des Guten, etwas weniger Perfektion wäre realistischer. In diesem Band hat mir Garcia mit seinem triefenden Sarkasmus besonders gut gefallen. Die Einteilung in kurze Kapitel (104 auf 445 Seiten) finde ich sehr gut, man hat beim Lesen den Eindruck, es geht schnell voran. Das 104. Kapitel lässt auf einen baldigen neuen Band der Reihe hoffen, darauf kann man sich als Thrillerfan nur freuen.
Das Cover kommt diesmal ganz ohne die bisher obligatorische Farbe Rot aus, dieses Mal herrscht lila vor. Ansonsten passt die Covergestaltung gut in die Reihe der bisherigen Bände. Der Titel ist, wie immer, reißerisch, passend für das Genre.

Bewertung vom 03.10.2018
Fünf plus drei / Berger & Blom Bd.3
Dahl, Arne

Fünf plus drei / Berger & Blom Bd.3


gut

Der Polizist Sam Berger wird beschuldigt, einen Mord begangen zu haben, deshalb ist er auf der Flucht. Doch der schwedische Geheimdienst spürt ihn auf – er braucht Sams Hilfe in einem undurchsichtigen Fall. Ein 17jähriges Mädchen befindet sich in der Gewalt des ehemaligen Geheimdienstlers Carsten, er versucht über das Mädchen Informationen von ihrem Vater zu bekommen. Denn hier geht es nicht um eine schnöde Lösegelderpressung, Carsten hat Kontakte zu terroristischen Organisationen und braucht für einen großen Deal diese brisanten Daten. Sam versucht alles, Carsten aufzuhalten und das Mädchen zu retten. Doch Carsten ist mit allen Wassern gewaschen , außerdem fehlt Sam seine Kollegin Molly, die nach einer Geiselnahme im Koma liegt.
Der hochgelobte schwedische Bestsellerautor Arne Dahl hat mit seinem Krimi „Fünf plus drei“ den dritten Band der Reihe um Sam Berger vorgelegt. Leider kenne ich die beiden Vorgängerbände nicht, das hat sich als etwas problematisch erwiesen. Ich konnte der Handlung nicht immer folgen, an manchen Stellen wäre das Wissen aus den ersten beiden Bänden sicher hilfreich gewesen. Gerade zu Beginn hat mich diese Tatsache gestört. Nach diesen Anfangsschwierigkeiten, die sich allerdings schon ein gutes Stück ins Buch hineinzogen, wurde die Geschichte spannender und ereignisreicher. Allerdings wurde der Spannungsbogen nicht so gehalten, wie ich es erwartet habe. Der Schreibstil des Autors ist für einen Krimi ziemlich ungewöhnlich, irgendwo stand, er hätte „literarische Qualität“. Dem stimme ich gerne zu, die Sprache ist nicht so nüchtern, wie man es sonst in diesem Genre kennt, eher stellenweise etwas „blumig“, was mir aber gut gefallen hat.
Das düstere Cover mit dem bunten Schriftzug fällt auf, der Titel orientiert sich an den beiden Vorgängern und passt somit gut in die Reihe.
Das Buch konnte mich leider nicht komplett überzeugen, was aber durchaus mit meiner eventuell überzogenen Erwartungshaltung zu tun haben könnte.

Bewertung vom 03.10.2018
Pfad der Lügen
Dawson, Lucy

Pfad der Lügen


gut

Die britische Bestsellerautorin Lucy Dawson hat mit „Pfad der Lügen“ einen neuen Thriller geschrieben. In einem sehr gefälligen, flüssigen Schreibstil erzählt sie eine leider etwas langatmige Geschichte. Der Spannungsbogen als solcher ist nicht vorhanden, es ist eher eine Linie mit ein paar Ausreißern nach oben. Viel wird über den Stress einer jungen Mutter mit zwei Kindern berichtet, sicherlich eine unumstößliche Tatsache, gehört in dem Ausmaß für mich aber nicht in einen Thriller. Die Protagonisten handeln teils nicht nachvollziehbar, das macht manche Passage etwas unrealistisch. Dieses Szenario zieht sich leider durch die komplette Geschichte, so dass ich Probleme hatte, mit irgendeiner handelnden Person mitzufühlen. Nur dem einfach zu lesenden Schreibstil ist es zu verdanken, dass man als Leser sehr schnell durch das Buch liest, ein dicker Pluspunkt für die Autorin.
Das Cover wirkt düster und bedrohlich, es passt sehr gut zum Klappentext, der mich übrigens sehr neugierig auf diesen Thriller gemacht hatte. Der Titel hebt sich nicht von anderen Titeln in diesem Genre ab, gefällt mir aber recht gut.

Bewertung vom 20.09.2018
Luckiest Girl Alive
Knoll, Jessica

Luckiest Girl Alive


sehr gut

Ani FaNelli hat einen glamourösen Job bei einer Modezeitschrift, keine Geldsorgen und ist mit einem adeligen, gut aussehenden, jungen Mann verlobt. Schon bald soll die rauschende Hochzeitsfeier stattfinden. Für alle Außenstehenden scheint sie eine sehr glückliche Frau mit einem perfekten Leben zu sein. Doch nun dreht sie einen Dokumentarfilm über ein furchtbares Ereignis in ihrer Jugendzeit. Gelingt es ihr, trotzdem ihre heile Welt zu erhalten? Oder zerstören die Erinnerungen ihre mühsam errichtete Fassade?
Jessica Knoll beschreibt in ihrem Roman "Luckiest girl alive“ das Schicksal einer jungen amerikanischen Frau. Anfangs hatte ich ein wenig Mühe, mich in dieses Buch einzulesen, doch spätestens ab der zweiten Hälfte fand ich es sehr spannend. In Rückblenden wird über Anis Schulzeit berichtet, die nicht so harmonisch verlief, wie wir alle es uns für uns und unsere Kinder wünschen. Auch ihr Familienleben kann man sich durchaus einvernehmlicher vorstellen. Von den Ereignissen der Vergangenheit war ich sehr überrascht und betroffen, so hatte ich das nicht kommen sehen. Für mein Empfinden beschreibt die Autorin sehr empathisch die Gefühle der Protagonistin. Manches hätte Ani sicher durch vorausschauendes Handeln verhindern können, doch das soll keineswegs eine Entschuldigung für das Verhalten anderer Personen sein. Und so stellt es Jessica Knoll auch dar: Manche Verhaltensweisen sind unentschuldbar. Und dann kommt dieses schreckliche Inferno, das leider, gerade in den USA, immer wieder geschieht. Leider sehr aktuell. Mit ihrem flüssigen Schreibstil sorgt die Autorin für viel Spannung, die zum Ende hin stark zunimmt.
Das Cover mit der schwarzen Rose finde ich sehr edel und passend. Der englischsprachige Titel passt zum Buch, ich fände aber einen deutschen Titel besser. Ich kann dieses Buch weiter empfehlen, auch wenn ich den Einstieg nicht ganz so gelungen fand, gerade, wenn man sich für die Welt der Reichen und Schönen eher wenig interessiert