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Benutzername: warmerSommerregen
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Bewertungen

Insgesamt 132 Bewertungen
Bewertung vom 03.04.2019
Mordfälle und Sahnetörtchen
Stevens, Robin

Mordfälle und Sahnetörtchen


ausgezeichnet

In diesem charmanten Fanband finden sich wunderbare Rätsel, kleine Fälle, Informationen rund ums Ermitteln und vieles mehr.

Am Anfang erklären Daisy und Hazel, was beim Gründen einer eigenen Detektei bedacht werden muss – wie man Mitglieder auswählt, einen Eid leistet und so weiter. Außerdem erhält man Daisys goldene Regeln für angehende Detektive und ein Füllhorn weiterer Hilfestellungen. Auch erfährt man von der Autorin der Reihe, Robin Stevens, Wissenswertes über das Goldene Zeitalter der Detektivgeschichte oder die Bücher, welche sie zu den einzelnen Bänden inspirierten. Was mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen hat, waren die Kurzfälle, die sich in dem Buch finden. So schreibt Daisy beispielsweise zu einem Fall ihr eigenes Fallbuch, Küken und Kitty lösen ein Rätsel während Hazel und Daisy in Cambridge auf Verbrecherjagd gehen und man erfährt endlich was beim Fall von Lavinias verschwundener Krawatte – dem immer wieder kurz erwähnten ersten Fall der Detektei Wells und Wong – geschah. Und auch die Junior Pinkertons kommen zu Wort, berichten von einem Fall, geben Einblick in das Thema der Spionage oder beschreiben mysteriöse ungelöste Fälle, welche in die Geschichte eingingen. Doch gibt es noch so viel mehr zu entdecken: Lieblingsautoren und -krimis von Daisy und Hazel, Geheimschriften wie Schweinelatein, kleine Quizfragen oder aber auch eine extra Rezeptesammlung mit in den Romanen erwähnten Köstlichkeiten. Vom Walnusskuchen aus dem ersten Fall über Daisys heißgeliebte Zermatschte Fliegen bis hin zu weihnachtlichen Mince Pies wie in „Mord unterm Mistelzweig“ finden (angehende) Detektive und ihre Bewunderer tolle Rezepte zum Nachmachen.

Mir hat dieser Fanband ausgezeichnet gefallen, da er sehr abwechslungsreich und wunderbar gestaltet ist. Zudem gefällt mir die Idee, andere Charaktere zu Wort kommen zu lassen, sehr, da man auf diese Weise einen ganz anderen Zugang zu Küks, Clementine und all den anderen erhält. Dass die Verschlüsselungstechniken erklärt werden, gefällt mir auch sehr, da sie in den Briefen zwischen Alexander und Hazel bereits ein paar mal vorgekommen sind.

Nun werde ich mich mal ans fleißige Nachbacken machen und verbleibe gespannt auf das Erscheinen des nächsten Falls („Tödliches Spiel in Hongkong“) wartend!

Bewertung vom 03.04.2019
Mord unterm Mistelzweig / Ein Fall für Wells & Wong Bd.5
Stevens, Robin

Mord unterm Mistelzweig / Ein Fall für Wells & Wong Bd.5


ausgezeichnet

Fünfter Fall einer überaus charmanten Reihe!

Am Montag, dem 23. Dezember 1935, beginnt Hazel Wong mit ihrem Bericht über den „Fall der Weihnachtsverbrechen“ im Rahmen der Ermittlungen der Detektei Wells & Wong. Dabei wollten die beiden Deepdean-Schülerinnen bloß die Ferien in Cambridge verbringen – zusammen mit den beiden Mitgliedern der Detektei Junior Pinkertons. Bereits kurz nachdem sie eingetroffen sind, schrillen bei Daisy und Hazel die Alarmglocken; und auch Alexander und George entgeht nicht, dass ein Verbrechen verhindert werden muss:
An dem College, an welchem auch Bertie studiert, werden einem Studenten üble Streiche gespielt. Diese werden immer gefährlicher und als sein jüngerer Zwilling kurz vor ihrem Geburtstag verstirbt, denken die meisten noch an einen Unfall. Chummy soll in seine eigene, für Donald aufgestellte, Falle getappt und dabei ums Leben gekommen sein. Nur die erfahrenen Ermittler glauben nicht an einen tragischen Unfall und sehen sich in ihrem Verdacht bestätigt. Doch hatten sie ein anderes Opfer vermutet… Die Ermittlungen gestalten sich schwieriger als gedacht und die Mädchen sehen sich gezwungen, mit den Junior Pinkertons gemeinsam zu ermitteln. Es gibt zahlreiche Verdächtige, viele Motive und reichlich Komplikationen. Größte Aufmerksamkeit ist geboten, besonders da sich Bertie besonders verdächtig verhält… Und wie viele Kriminalromane haben wir bereits gelesen, bei denen der Mörder es bei nur einem Opfer belassen hätte…?

Dies ist bereits der fünfte Fall für Wells & Wong – dieses Mal allerdings fernab des Deepdean-Internates. Die Kulisse Cambridge passt wunderbar zu dem weihnachtlichen Fall und wird wunderbar detailverliebt beschrieben. Sehr gut hat mir zudem die Idee gefallen, den Mord in einem College geschehen zu lassen, zu dem Mädchen nicht einfach Zutritt haben, sodass sie auf die Unterstützung der „Konkurrenzdetektei“ angewiesen sind. Auch trifft man auf alte Charaktere, beispielsweise dürfen Hazel und Daisy im St. Lucy’s College in König Henrys Zimmer wohnen. Als Ermittlerteam funktioniert die Vierertruppe bestens und erzielt schnell erste Erfolge. Wie gewohnt ist das Buch liebevoll gestaltet – mit Skizzen der Colleges und Cambridge, dem Fallbuch oder auch der Liste möglicherweise unbekannter Wörter am Ende.
Mir sind die Charaktere bereits so sehr ans Herz gewachsen, dass ich kaum den nächsten Fall abwarten kann.

Auch für diesen überaus charmanten Krimi vergebe ich 5 – dieses mal weihnachtlich funkelnde – Sterne!

Bewertung vom 03.04.2019
Feuerwerk mit Todesfolge / Ein Fall für Wells & Wong Bd.4
Stevens, Robin

Feuerwerk mit Todesfolge / Ein Fall für Wells & Wong Bd.4


ausgezeichnet

Großes Lesevergnügen!

Das neue Schuljahr an der Deepdean hat begonnen, doch ist nichts mehr so wie im letzten Jahr. Eine neue Schulleiterin bemüht sich, den von der Detektei Wells & Wong aufgeklärten Mord an einer der Lehrerinnen totzuschweigen und die neue Schulsprecherin Elizabeth und ihre fünf Aufsichtsschülerinnen tyrannisieren das Internat – natürlich ohne dass die Erwachsenen je etwas davon mitbekämen. Jede Schülerin muss höllisch aufpassen, keine Strafe von den Fünf aufgebrummt zu bekommen und besonders die Shrimps – die jungen Schülerinnen an der Deepdean – leben in Angst und Schrecken. Um der frostigen Atmosphäre etwas entgegenzusetzen, wird der Vorschlag einer neuen Lehrerin, gemeinsam die Bonfire Night zu feiern, prompt umgesetzt.
Während das Feuer prasselt und ein Feuerwerk für Staunen sorgt, geschieht allerdings etwas Schreckliches… Denn kurz nach den Feierlichkeiten wird Elizabeth am Lagerfeuer tot aufgefunden – neben ihr ein Rechen. Die Erwachsenen behaupten zwar, es sei ein furchtbarer Unfall und die Schulsprecherin sei einfach auf das Gartenwerkzeug getreten und habe sich so ihre Verletzung zugezogen, doch liegt für Daisy und Hazel der Fall klar: So kann ihre Wunde definitiv nicht entstanden sein. Unverzüglich beginnen sie mit ihren Ermittlungen und stoßen bald schon auf den Beweis, dass es sich keineswegs um einen Unfall handelt.
Dass sich insgeheim die meisten Mädchen gewünscht haben, dass sie endlich von Elizabeth und ihrer Tyrannei erlöst werden, macht die Sache nicht einfacher. Wurde es ihr zum Verhängnis, dass sie gerne Geheimnisse sammelte, um sie dann im für sie günstigen Moment als Druckmittel einzusetzen? Als dann noch mysteriöse Zettel auftauchen, nimmt der vierte Fall der Detektei Wells & Wong ganz neue Ausmaße an. Unüberschaubar erscheint das Wirrwarr, das nun, da die Fünf ihre Autorität verloren zu haben scheinen, ausgebrochen ist.
Nur eine der Schülerinnen kann den Mord begangen haben. Doch wer? Detektivische Hochleistungen sind von Nöten, doch ausgerechnet jetzt stellt ein Streit zwischen Hazel und Daisy ihre Freundschaft auf die Probe und bringt die Ermittlungen gehörig ins Wanken…

Wie bereits die vorigen Bände ist auch dieser wieder großartig! Schon bei der Karte des Internats ganz zu Beginn des Buches fühlt man sich wieder an die Deepdean versetzt. Die Charaktere sind wunderbar facettenreich gezeichnet und alle auf ihre ganz eigene Art und Weise beeindruckend. Was mir ausgesprochen gut gefallen hat, ist zudem, dass sich Hazel im Verlauf der letzten Bände sehr stark weiterentwickelt hat und das in diesem Werk sehr deutlich zeigt. Keineswegs möchte sie auf die Rolle des Watson reduziert werden – auch wenn Daisy sich noch so sehr wie der helle Kopf hinter den gesamten Ermittlungen gibt. Und auch Alexander, den die Mädchen im letzten Band kennengelernt haben, sorgt nun dafür, dass Hazel kritischer wird und anfängt, aktiver zu zu ermitteln. Daisy jedoch bleibt größtenteils die Alte – mit ihren wunderbar sarkastischen und vom Grad der Bescheidenheit an Poirot erinnernden Kommentaren. „Gehen wir und tun so, als wären wir normaler Durchschnitt.“ (S.277)
Für Abwechslung sorgt auch, dass sich die Geschichte immer wieder mit Briefen oder Einträgen aus dem Fallbuch abwechselt. Die Geschichte ist spannend und obwohl der Fall knifflig ist, wirkt er zu keiner Zeit konstruiert. Auch der Schreibstil ist ansprechend und immer wieder musste ich bei den cleveren Dialogen lachen. Mir sind die Mädchen – auch Küken, Kitty und Lavinia, die sich den Schlafsaal mit Hazel und Daisy teilen – bereits sehr ans Herz gewachsen. Nun bleibe ich gespannt, mit welchem Fall es die Detektei als nächstes zu tun bekommt und wie die Deepdean mit den neuesten Ereignissen umgeht.

Ich vergebe 5 wie Feuerwerk am Himmel funkelnde Sterne!

Bewertung vom 03.04.2019
Libanesisch essen
Mouzawak, Kamal; Abirached, Zeina

Libanesisch essen


ausgezeichnet

Rundum gelungen!

Mouzawak bezeichnet sich selbst als „Food – Aktivisten“. Unter dem Slogan “ Make food, not war“ gründete er beispielsweise einen Bauernmarkt, verschiedene Restaurants und B&Bs. Auf diese Weise hilft er libanesischen Frauen und syrischen Flüchtlingen, so gut es geht finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. In seinem neuen Buch lädt er zu einer kulinarischen Reise durch den Libanon ein. Dabei zeigt er authentische und bodenständige Rezepte, stellt Frauen aus seiner Initiative vor und stellt die einzelnen Regionen vor. Dadurch, dass die einzelnen portaitierten Damen die Familienrezepte vorstellen, erhält man einen sehr schönen Einbick in die Traditionen in den unterschiedlichen Regionen. Was mir zudem sehr gefallen hat war, wie das Gemeinschaftliche betont wurde.
Die Rezepte sind ausgesprochen abwechslungsreich und laden zum Nachmachen ein. Man findet eine Vielzahl herrlicher Köstlichkeiten, deren Abbildungen einem bereits das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Zudem findet man genaue und verständliche (Schritt-für-Schritt-) Anleitungen wie beispielsweise zum perfekten Weinblattrollen machen.
Außerdem wunderbar ansprechend ist die Gestaltung des Werkes: Die Farben sind schön aufeinander abgestimmt, die Fotografien sehr gelungen, die Landkarten vermögen zu gefallen und auch die einzelnen weiß auf schwarzen Seiten mit Zeichnungen und Ähnlichem zum besseren Verständnis können überzeugen.

Alles in allem ein sehr ansprechendes Werk, welches ich sehr weiterempfehlen kann!

Bewertung vom 04.11.2017
Das kleine Übungsheft Wieder Begeisterung empfinden
Poletti, Rosette; Dobbs, Barbara

Das kleine Übungsheft Wieder Begeisterung empfinden


sehr gut

Staunen üben.

Viele Menschen haben das Staunen verlernt – obwohl der Alltag häufig reichlich Anlass zur Begeisterung bietet, fällt es uns äußerst schwer, nicht desinteressiert alles hinzunehmen. Dabei lohnt es sich, voller Faszination und Neugierde seiner Umweld und seinen Mitmenschen zu begegnen.
Der Wunsch, wieder Begeisterung zu empfinden, ist sogar recht verbreitet. Doch leider mangelt es meist an Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen.
Das interaktive kleine Übungsheft bietet eine Vielzahl an Tests, Übungen, Fragestellungen zum Nachdenken, Denkanstöße in Form passender Zitate, Gedichte, Texte mit zahlreichen Informationen sowie ansprechende Zeichnungen, welche ein abwechslungsreiches Auseinandersetzen mit der Thematik ermöglichen.

Viele Ansätze und Übungen finde ich äußerst gelungen und empfehlenswert. Dank der Zitate werden einem verschiedene Betrachtungsweisen nahegebracht, sodass man Stück für Stück seinen eigenen Blickwinkel zu überdenken und zu verändern vermag. Allerdings schießt der ein- oder andere Abschnitt meines Erachtens ein wenig über das Ziel hinaus, denn wieder Begeisterung zu empfinden und sich allmorgendlich darüber klarzuwerden und zu freuen, dass man noch am Leben ist, sind für mich noch zwei verschiedene Sachen.

Ich vergebe vier Sterne für dieses Buch, da es sehr ansprechend gestaltet ist und einen aktiv werden lässt. Die Übungen sind im Schnitt schon hilfreich, allerdings mochte ich nicht jedem Aspekt aus dem Buch zustimmen.

Bewertung vom 03.11.2017
Tai Chi für zwischendurch. Kompakt-Ratgeber
Reik, Barbara

Tai Chi für zwischendurch. Kompakt-Ratgeber


ausgezeichnet

Perfekt für den stressigen Alltag!

Wenn man im stressigen Alltag von einem Termin zum nächsten hetzt, gar nicht weiß, wie man den vielen verschiedenen Anforderungen gerecht werden soll oder einem für die an einen gestellten Herausforderungen schlicht und ergreifend die Energie fehlt, ist es dringend Zeit für eine Auszeit. Mit diesem Kompakt-Ratgeber soll man mithilfe des altbewährten Wissens aus Tai Chi, Chi Gong sowie Jin Shin Jyutsu neue Kraft schöpfen und gestärkt sowie ausgeglichen durch den Alltag kommen können.
Dabei sollen die Bewegungsabläufe problemlos für zwischendruch geeignet sein, sodass man sie perfekt in den Tagesablauf einbauen kann.
Das Buch beginnt mit dem Kapitel Kapitel „Grundlagen“, in dem unter Anderem die verschiedenen Begriffe und Theorien erklärt werden. So ist Tai Chi eine altbewährte, aus der chinesischen Kampfkunst hervorgegangene Trainingsmethode, welche Ausdauer und Beweglichkeit sowie Gleichgewicht und Koordination fördert. Zudem sollen die die Übungen das Immunsystem unterstützen und bei Herz-Kreislauf-Beschwerden, Angstzuständen und Stressfolgen helfen.
Qi Gong hingegen soll sowohl innerlich als auch äußerlich stärken – die Regeneration des Körpers wird angeregt, damit die Lebensenergie wieder fließen kann und man sich ruhiger, ausgeglichener und beschwingter fühlt.
Jin Shin Jyutsu soll durch Handauflegen in Kombination mit den anderen beiden Prinzipien für reichlich wohltuende Entspannung sorgen und Harmonie wieder herstellen.
Im Anschluss daran beginnt der Praxisteil, zusammengesetzt aus den Unterkapiteln „Wie übe ich richtig?“, in dem die richtige Atmung, Körperhaltung und Ähnliches wunderbar verständlich erklärt werden, „Die Vorübungen“, welche einen beim zur Ruhe kommen unterstützen sollen, „Die Basisübungen“, „Die Übungen des Tai Chi Qi Gong“, „Die Form der fünf Elemente“ sowie „Hilfe zur Selbsthilfe: Jin Shin Jyutsu“.
Die Übungen umfassen eine breite Spannbreite von sehr einfach und anfängergeeignet bis hin zu anspruchsvolleren Bewegungsabläufen. So hält dieses Buch für jeden das Richtige bereit.
Die einzelnen Seiten sind ganz ansprechend gestaltet: Bereits neben der Übung kann man an einem Symbol erkennen, ob die Übung im Sitzen oder im Stehen ausgeführt wird. Danach folgt stichpunktartig eine Liste, die zusammenfasst welche Effekte die Bewegungsabläufe haben, also wogegen sie beispielsweise hilft. Im Anschluss daran wird die Übung verständlich aber kurz und bündig Schritt-für-Schritt erklärt und anhand vieler Farbfotografien verdeutlicht. Außerdem finden sich häufig noch Varianten, welche man dann zum Beispiel selbst mit einem Rückenleiden ausüben kann und Tipp- sowie Hilfeboxen verbessern das Verständnis noch weitergehend.

Ich bin von der Vielzahl der wohltuenden Übungen begeistert und freue mich, mit diesem Kompakt-Ratgeber auch wenn ich wenig Zeit habe, zur Ruhe kommen und neue Energie schöpfen zu können. Da das 127seitige Buch ein sehr taschentaugliches Format hat, lässt es sich perfekt überallhin mitnehmen. Was ich zudem noch als nennenswert empfinde ist, dass dieses Werk aus Recyclingpapier in Deutschland hergestellt worden ist.
Von mir gibt es daher eine ganz klare Empfehlung und volle fünf Sterne!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.08.2017
Denunziation
Bandi

Denunziation


sehr gut

Ein sehr wichtiges Thema, wenn auch erzählerisch nicht perfekt umgesetzt…

Mit „Denunziation“ von Bandi, zu Deutsch „Glühwürmchen“, liegt zum ersten Mal ein Werk aus dem totalitären System Nordkoreas vor. In den Erzählungen „Die Stadt der Gespenster“, „Irya Madya, Schatzpferd!“, „Die Flucht“, „So nah und doch so fern“, „Pandämonium“, „Die Bühne“ sowie „Der rote Pilz“ begibt man sich auf eine wachrüttelnde Reise in eine so fremde und doch so erschreckend reale Welt. Und auch wenn die 2013 aus dem Land geschmuggelten Texte in der Zeit zwischen 1989 und 1995 entstanden sind, verdeutlichen sie ganz nahegehend, wie das Leben noch heute unter den Kims aussieht.
Besonders zu schockieren vermochten mich einzelne Aussagen, die genau auf den Punkt bringen, was in diesem verachtenden und zu verachtenden System alles alamierend falsch läuft.
„Das bedeutet, dass die Familie laut Beschluss des Zentralkomitees unter Berufung auf den Paragrafen 149 deportiert worden ist. Alle Familienmitglieder werden damit von der Partei als Aufrührer und Verräter eingestuft, weswegen es auch alle nachfolgenden Generationen verdienen, verfolgt zu werden.“ (S.85)
Das Regime ist erbarmungslos, wenn es in leichtester Form angetastet wird. Die Folgen sind verheerend…
„Aber er konnte sich nicht gehen lassen, vor allem, da offen gezeigte Tränen als Auflehnung gewertet wurden und darauf die Todesstrafe stand. So war die Welt, in der er lebte. Ein Vol wurde per Gesetz dazu verpflichtet, ungeachtet allen Leidens zu lachen und jegliche Verbitterung hinunterzuschlucken.“ (S.99)
Die Geschichten handeln nicht wirklich von Helden, denn statt sich Auflehnenden werden eher ganz normale Bürge in einem alles andere als normalen System gezeigt.
„“Von klein auf dressiert. Warum sonst bist du so zahm und folgsam wie ein Schaf?“ (…) „Du könntest doch auch nicht in diesem System leben, wenn du nicht darauf gedrillt wärst?““ (S.103)
Leider sind die Geschichten sprachlich weniger brillant ausformuliert, weswegen man sich weniger auf gut erzählte als auf schockierende Erzählungen einstellen sollte. Es sind die Themen, die berühren, nicht die Worte oder Charaktere. Mir persönlich fiel es schwer, den Figuren ein Stück weit nahe zu kommen, da sie mir hierfür zu fremd waren.
„Zu diesem Staatsereignis Nummer 1, anlässlich dessen von der Bevölkerung absoluter Gehorsam verlangt wurde, würde Kim Il-Sung die Eisenbahn benutzen, was sie sakrosankt machte. Niemand durfte auch nur in die Nähe der Schienen, geschweige denn sich über diese Regelung oder über etwas anderes beschweren, selbst wenn es um die Freilassung eines Mörders ginge.“ (S.124)

Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, aber nicht aufgrund grandioser erzählerischer Leistungen, sondern vielmehr um dem uns auf derart vielen Ebenen so fernen Nordkorea einen ungefährlichen Besuch abzustatten und zu erfahren, was in dem Regime an der Tagesordnung steht.

Bewertung vom 28.08.2017
Das kleine Übungsheft - Glückstraining
Thalmann, Yves-Alexandre

Das kleine Übungsheft - Glückstraining


sehr gut

Welche Menschen sind am glücklichsten? Reiche, Gläubige, Familienmenschen? Hat Glück überhaupt etwas mit Beruf, Familienstand und Ähnlichem zu tun oder beeinflussen ganz andere Faktoren wie glücklich wir sind? Oder lässt es sich überhaupt nicht beeinflussen und wir müssen mit den Karten spielen die uns gegeben werden?
Tatsächlich, so verdeutlicht dieses Buch, lässt sich Glück wie ein Muskel trainieren. Selbstverständlich ermöglicht dies keine Garantie auf ununterbrochenes Glück, dennoch vermögen wir enormen Einfluss auszuüben. Schlechte Gewohnheiten abzustreifen, gute neu zu etablieren, Situationen anders zu bewerten, empathisch und aktiv zu werden, seinen Wortschatz zu überarbeiten und so eine postivere Grundeinstellung zu gewinnen sind einige der möglichen kleinen Schritte.
Recht zu Beginn dieses Buches schließt man bereits einen Vertrag mit sich selber, sodass Ausreden beinahe unmöglich werden. Da die vorgestellten Übungen, Tipps, Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Informationen leicht verständlich und gut umsetzbar sind, steht dem Durcharbeiten der einzelnen Lektionen nichts im Wege. Sehr ansprechend finde ich, dass der Leser häufig dazu angehalten wird, Tabellen auszufüllen, Fragen zu beantworten oder Einschätzungen vorzunehmen. So ist man kein passiver Konsument, sondern hat mit der ersten Seite gewissermaßen bereits sein Glückstraining begonnen.
Auch wenn mir die „Wortschatzüberarbeitung“ nicht ganz so sehr zusagt, da ich der Auffassung bin, dass auch Worte wie „Misserfolg“ ihre Daseinsberechtigung haben und nicht durch Ausdrücke wie „Lektion“ ersetzt werden müssen, sagen mir Hilfestellungen wie zum Auswählen neuer Freizeitaktivitäten zu.

Alles in allem eine sehr gute Wahl, wenn man sein Glück trainieren möchte und sich bisher noch nicht so ganz dazu aufraffen konnte oder einem die Ansatzpunkte fehlten. Sicherlich kommt einem immer wieder mal etwas bekannt vor, das ist dann aber ein Puzzleteil von vielen und kann endlich mal ausprobiert werden, anstatt es einfach bloß zur Kenntnis zu nehmen.

Bewertung vom 28.08.2017
Wien
Kögl, Antonia

Wien


ausgezeichnet

Sehr empfehlenswert!

Dieses Buch beinhaltet sowohl Rezepte aus dem traditionellen als auch aus dem modernen Wien. Zu Beginn gibt es einen kulinarischen Stadtbummel durch die österreichische Hauptstadt mit ihren 23 Bezirken, was ich als sehr ansprechend empfunden habe, da man auf diese Weise sehr gut auf die folgenden Rezepte eingestimmt wird. Der erste Teil, welcher sich dem traditionelle Wien widmet, beginnt mit dem Unterkapitel „Imbiss“ (Salate und verschiedene Brote), danach folgen Menü Zur Herknerin, Vorspeisen, Menü Lugeck (traditionelle österreichische Küche in höchster Qualität“) wie beispielsweise „Wiener Erdäpfel Suppn mit Steinpilzen“ (S.38), Hauptspeisen, Menü Weinhaus Arlt, Menü Freyenstein, Nachspeisen, Menü Rote Bar & Anna Sacher.
Das moderne Wien wird ab Seite 144 behandelt. Menü Labstelle, Menü Lingenhel, Menü Salon Plafond, Menü Die Liebe, Menü Neni, Menü Reisinger’s, Menü Pichlmaiers Zum Herkner, Menü Wrenkh, Menü Pramerl & The Wolf, Menü Blue Mustard sowie Menü Le Ciel finden hier ihren Platz.
Zu Beginn werden immer zum Thema passende Gerichte vorgestellt, dann folgt ein Gastronom. Auf einer Doppelseite wird dieser mitsamt seines Restaurants oder Lokals vorgestellt. So zum Beispiel das Wirtshaus Zur Herknerin: In Wieden überzeugt es im 50ies-Chic mit handgeschriebenen Speisekarten und ausgezeichneter Hausmannskost. Auch die von der Betreiberin, Stefanie Herkner, vorgestellten Rezepte strahlen zum Teil eine schöne Nostalgie aus. „Spinatknödel in brauner Butter“ (S.20) oder „Rote Grütze mit flüssiger Sahne“ (S.24) lassen einem auch dank der ansprechenden Fotografien das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Bei insgesamt 120 Rezepten ist für jeden das Richtige dabei – sowohl vom Geschmack als auch von dem (Zeit-) Aufwand der Zubereitung her.
Hinten im Buch sind die Gastronomen aus dem Buch mit Adresse aufgeführt und in der Stadtkarte eingezeichnet, sodass man sie bestens einordnen und eventuell bei einem Wien-Trip selbst einmal aufsuchen kann.

Alles in allem handelt es sich um ein sehr ansprechendes Buch, welches sowohl als eine Art Reiseführer als auch als Kochbuch begeistert. Dieses Zusammenspiel hat mir sehr gefallen und die vielfältigen Rezepte haben mich zu überzeugen vermocht. Besonders gelungen rundet meines Erachtens die schöne Gestaltung das Buch ab und macht es zu einem wirklichen Augenschmauß. Von mir gibt es eine klare Empfehlung und fünf Sterne!

Bewertung vom 28.08.2017
Das kleine Übungsheft - Freunde gewinnen und bessere Beziehungen führen
Lamourère, Odile

Das kleine Übungsheft - Freunde gewinnen und bessere Beziehungen führen


sehr gut

Hilfreich!

Schon wenige kleine Maßnahmen reichen bereits aus, um bessere Beziehungen zu führen, neue Menschen kennenzulernen und Freunde zu gewinnen. Selbstverständlich sind solche Veränderungen nicht unbedingt leicht und nehmen auch ihre Zeit, dennoch ist es gar nicht so schwierig, wenn man erst mal weiß, wie, wo und wonach man Ausschau halten muss.

Dieses kleine Übungsheft beinhaltet Fragebögen, Übungen, Spiele, Internetadressen, Ratschläge, Aufmunterndes, Mutmachendes, Beispiele, Wissenswertes, mögliche Zielsetzungen, Tipps, Denkanstöße und so weiter. So erhält der Leser nicht nur die Möglichkeit zu einer Selbsteinschätzung, sonder kann darüber hinaus Schritt für Schritt an sich arbeiten und sich stetig etwas verbessern.
Dabei ist das Büchlein ansprechend mit zahlreichen Illustrationen gestaltet, die das Heft auflockern und den vermittelten Inhalt (humorvoll) auf den Punkt bringen.
Allgemein ist dieses kleine Übungsheft – wie die anderen, welche ich bisher habe kennenlernen dürfen, ebenfalls – sehr ansprechend in viele kliene Sektionen unterteilt, sodass man nicht von einer Informations- und Übungsflut erschlagen wird, sondern ganz entspannt die Aufgaben bewältigen kann.
Zwar sind nicht alle Tipps neu, es finden sich aber sehr viele, die einem nicht geläufig sind. Auch die Internetseiten, die einem weiterhelfen können sollen, waren für mich sehr interessant und besonders die Tipps dazu, beim Betreten eines Raumes gleich auf einen Blick den richtigen Sitz-/Stehnachbarn zum Unterhalten zu finden, sind in meinen Augen äußerst wertvoll.

Ich denke, dass dieses Werk sehr hilfreich ist und durch seine Unkompliziertheit überzeugt. Hier und da hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang oder weiterführende Informationen gewünscht, aber dennoch bin ich sehr zufrieden.