Benutzername: Kerstin
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Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 55 Bewertungen
Bewertung vom 19.08.2017
Geständnisse
Minato, Kanae

Geständnisse


ausgezeichnet

„Geständnisse“ gehört zu der Sorte Bücher, die ich selbst nach Jahren, aus all der Masse der gelesenen, blind herausgreifen könnte – um zu sagen, das dieses so anders ist als all die anderen.
Ein Buch mit einer Geschichte die sich festsetzt, die hängen bleibt und der man lange hinterher denkt.

Die kleine Manami ist tot. Ihre Mutter, die Lehrerin Yuko Moriguchi nimmt Abschied von ihrer Klasse, in der sich auch die 2 Personen befinden, die Schuld tragen an dem Tod des kleinen Mädchens. Fast schon seelenruhig erzählt sie, von der Welt, den Menschen und dann von ihrem Leben. Moriguchi nimmt ihre Schüler gefangen und mich gleich mit. Sie spricht über Recht und Unrecht, von Gewalt und ihren Folgen. Zeigt Beispiele auf und kommt schließlich an den Punkt, an denen keiner mehr irgendetwas anderes wahr nimmt, als Moriguchis Anklage gegenüber den 2 Schülern. Sie weiß was geschehen ist und lässt es Revue passieren, sodass alle Schüler wissen um wen es sich dreht. Täter A und Täter B, wie sie anfänglich noch heißen, sind innerhalb weniger Seiten entlarvt. Moriguchis Worte bleiben im Raum stehen, während sie geht.

„Doch was mich wirklich schockiert, ist, dass die Mörder so gelassen dasitzen, während ich euch dies alles erzähle.“ (S. 29)

Man kann es Rache nennen, oder Vergeltung. Es würde aber auch passen Moriguchis Handlungen als perfide und gleichzeitig wohl überlegte Genugtuung zu bezeichnen. Und ich kann es sogar nachvollziehen. Sie nimmt alle gleichermaßen mit in eine Art Experiment. Wie werden die Mitschüler sich verhalten? Wird es Übergriffe geben? Wer stellt sich auf welche Position und wer schreitet ein? Es läuft wohl nicht ganz so, wie sie es sich vorgestellt hat und doch bleibt alles in Bewegung.

Ich habe der Polizei nichts gesagt, weil ich der Justiz nicht zutraue, sie angemessen zu betrafen.“

In den insgesamt 6 Kapiteln erfährt man aus unterschiedlichen Perspektiven was geschehen ist, vor, während und besonders nach Manamis Tod. Vollkommen unterschiedliche Personen erzählen ihre Sicht der Dinge und wie sich alles entwickelt hat. Was für Konsequenzen diese eine Tat nach sich zieht und wer denn nun alles in was verwickelt ist.

Moriguchi hat gut geplant, das wird einem im Laufe der Geschichte klar. Diese so gebildete Frau, immer ruhig und genügsam, zuvorkommend und freundlich, hat aus dem Bauch heraus und doch auch mit dem Kopf einen Handlungsstrang gewoben, dem man sich nicht entziehen kann.

Wie gern wäre ich aus dem Sumpf herausgeklettert und weggelaufen. Irgendwohin, wo mich keiner kennt.“ (S. 185)

Was mich sehr angesprochen hat, ist wie die Mentalität, stellvertretend durch die einzelnen Charaktere, herüber kommt. Japan ist weit weg und doch war ich dort, vor Ort, mittendrinnen. In den Traditionen und Sitten. In den Köpfen der Menschen und auch wenn nicht alle Handlungen nachvollziehbar sind, war es sehr deutlich beschrieben warum es genauso kam.

Wer trägt Schuld? Der Einzelne? Die Gesellschaft? Die intakten oder zerborchenen Familien? Der Leistungsdruck oder der Wunsch nach dem ganz großen? In „Geständnisse“ wird abgerechnet, gnadenlos und bitterböse. Ohne Rücksicht auf Verluste und derer gibt es zur Genüge. Dabei wird die Rolle der Mutter nicht nur durch Moriguchi wiedergegeben, denn es gibt noch viele andere und nicht alle sind die Schuldlosen.

Nüchtern aber nicht gefühlskalt, so kam mir diese Reise vor. Ein literarischer Hochgenuss auch wenn es bitterböse war.

Rezension verfasst von © Kerstin

Bewertung vom 13.07.2017
Targa - Der Moment, bevor du stirbst
Schiller, B. C.

Targa - Der Moment, bevor du stirbst


sehr gut

Targa ~ ein außergewöhnlicher Name. So außergewöhnlich wie die Frau, die diesen Namen trägt. Einst ein Findelkind, deren Zwillingsschwester immer in ihrem Herzen lebt und in ihrem Kopf. Eine Undercover-Ermittlerin, die bis an die Grenze geht und dabei nichts, absolut nichts verspürt, denn Targa ist emotionslos. Weder Angst noch Freude kann ihre Sicht auf die Welt trüben. Eine Frau voller Zwänge und Ticks aber intelligent und vorausschauend. Sie sieht und hört Dinge, die andere gar nicht wahrnehmen und genau das macht sie so gut und so gefährlich.

„Weil andere Menschen ein Privatleben haben, Targa. Nicht wie du.“

Das Buch um Targa Hendriks ist sehr gut gegliedert und bereits der Prolog macht enorm neugierig. Insgesamt 3 Teile, jedes mit vielen angenehm langen (oder kurzen) Kapiteln, führen einen als Leser in Targas Welt. In den Wohnwagen, an den See, zu ihrer Adoptivmutter und zu ihrem besonders gefährlichen und neuen Auftrag. Es gilt einen Serienkiller zu überführen. Sein Name ist bekannt, von Anfang an, doch hat man keinerlei Beweise gegen diesen Mann. Targa soll nun ermitteln, hautnah, etwas das sie eigentlich gar nicht kennt und doch gibt sie sich diesem Fall hin. Hier bekommt Targas Eisblock, der ihr Herz umschließt, in dem all die Emotionen verborgen sind, erste Risse, denn sie kann sehr wohl fühlen – Liebe oder Zuneigung und die schlägt um, in Wut und Hass.

„Aber gestern bin ich das erste Mal mit ihm ans Ende der Nacht gereist.“

Falk Sandmann ist der zweite im Buche – der Killer mit einer makabren Vorstellung was die letzten Sekunden im Leben oder eben dem Sterben angeht. Targa wird auf ihn angesetzt und sie kann durch ihr Verhalten und ihre Eigenarten sehr schnell einen Zugang zu diesem charismatischen Mann bekommen.
Schon der Name Sandmann empfand ich als sehr gelungen – der Traumbringer der junge Frauen „hinüberführt“ und mit einer unbändigen Gier alles wissen will was den Übergang zwischen Leben und Tod hergibt. Dafür geht er sehr weit – viel zu weit.

Bei diesen Charakteren braucht es kaum weitere und doch hat das Autorenduo noch einen sehr prägnanten eingebaut. Carlos Schmidt, ein extrem gefährlicher, in Sicherheitsverwahrung einsitzender Mann. Er weiß viele Dinge über Targa und steht mit ihr in Kontakt.
Bei allen geht es um die Vergangenheit, um Trauma, um Verarbeitung, um Gewissheit und auch um Rache. Selbst Targas Chef, Volker Lundt, Leiter der Sonderabteilung K2, ist involviert – ob er will oder nicht.

„Es gibt immer einen dunklen Punkt in der Vergangenheit, der uns zu dem macht, was wir sind.“

Die Story ist sehr spannend auch wenn man weiß wer der Killer ist. Aber es ist dieses Beobachten wie Targa sich an ihn heranmacht, welche Gedanken sie und ihn begleiten und wie beide zusammenkommen oder eben nicht? Ich fand es sehr gelungen, wie diese so scheinbar emotionslose Frau doch irgendwann Gefühle zeigt. Wer keine Liebe empfinden kann ist durchaus in der Lage Hass zu spüren? Und irgendwie hängt beides zusammen und das eine ist ohne das andere nicht möglich?

Als Kritikpunkt möchte ich eben diesen Carlos vorbringen. Er hat mich sehr fasziniert. Je mehr über ihn erzählt wurde umso mehr wollte ich wissen. Doch dann wurde Carlos zu schnell abgehandelt und alles verlor sich in einem viel zu schnellen Showdown. Auch bei Sandmanns Vergangenheit hätte ich mir viel mehr Informationen gewünscht.

Das Ende von „Targa“ schreit, genau wie ich, nach einer Fortsetzung und ich hoffe sehr das Barbara und Christian Schiller mit vielen neuen und guten Inspirationen in den 2. Band gehen. Ich komme gerne mit, denn es gibt so viel das ich noch über diese Frau wissen möchte.

Sehr lesenswert – ein schneller Stil und außergewöhnliche Charaktere haben für gute Unterhaltung gesorgt.
Nur das mit „Hund“ hab ich dem Autorenduo sehr übel genommen

Bewertung vom 09.06.2017
Sie sind da / Die Brut Bd.1
Boone, Ezekiel

Sie sind da / Die Brut Bd.1


gut

Ich schwöre bei Gott, wenn ich von irgendjemanden das Wort ‚ Zombies‘ höre, lasse ich ihn vom Secret Service in den Rosengarten abführen und dort standrechtlich erschießen. „

Keine Panik – es kommen keine Zombies in diesem Buch vor, eklig wird es trotzdem und zwar so richtig kribbelig iiiieh und bääääh. Deshalb würde ich ein Lesen in hermetisch verriegelten Räumlichkeiten empfehlen. Es könnte sonst zu Panikattacken kommen, wenn sich irgendein achtbeiniger Zeitgenosse so langsam, aus dem Augewinkel wahrgenommen, am abseilen ist

Bewertung vom 01.06.2017
Ragdoll - Dein letzter Tag
Cole, Daniel

Ragdoll - Dein letzter Tag


sehr gut

Detective William Oliver Layton-Fawkes ist schon ein sehr seltsamer Zeitgenosse. Wolf wird er genannt und das passt auch – einsamer Wolf hätte es wohl noch besser getroffen.
Seine Geschichte, die anfänglich Häppchenweise erzählt wird, ist traurig und doch hat mich dieser Kerl immer wieder zum Schmunzeln und ja, auch zum Lachen gebracht.
Aber Obacht – Wolf ist nicht lächerlich, kein Stück sogar. Sondern ein sehr ernsthafter und ernstzunehmender Zeitgenosse.
Kennt man erst einmal alles aus seinem Leben und seiner Vergangenheit, kann man sehr vieles nachvollziehen – auch wenn man es nicht gut heißt.

Die Ragdoll – eine Flickenpuppe – zusammen „gebastelt“ aus menschlichen Einzelteilen und grotesk in Szene gesetzt, eröffnet quasi die Jagd auf einen Killer oder besser gesagt auf die nächsten Opfer. Denn diese stehen bereits fest und Wolf ist der Letzte auf dieser Liste. 6 Personen, deren Namen feststehen und nun einer nach dem anderen in Gewahrsam genommen werden müssen, um nicht als nächstes Opfer zu landen. Pech nur wenn alles schief geht und der Killer immer einen Schritt der Polizei voraus ist.

Kein Buch für schwache Nerven, denn es zerrt, sehr sogar, an den Nerven. Zum einen, da es wirklich grausame Taten sind die seitens des Killers begangen werden. Zum anderen, da es einen durch die Seiten treibt, weil man es ja doch einfach wissen muss – dieses Drumherum und wie alles zusammen hängt und wer dieser elende Kerl ist.

Was allerdings enorm auflockert sind diese Typen im Buch. Wolf natürlich vorneweg. Er ist, gelinde gesagt, nicht ganz ’normal‘. Ein ehemaliger Fall hat ihm schwer zu schaffen gemacht und all diese damit verbundenen Erlebnisse werden hier aufgearbeitet. Was ihn ausmacht ist sein Humor, sehr trocken, sehr britisch, sehr schwarz und das er selbst weiß, wie er tickt oder eben auch nicht.

Die weiteren Protagonisten sind ebenfalls gut dargestellt und besonders mit Baxter würde ich niemals im Auto mitfahren, die eine Tour hatte bei mir schon für Schnappatmung gesorgt. Genial gelungen, solch eine Szenerie so zu beschreiben, dass ich obwohl auf dem Sofa sitzend, die Halterung suchte um mich festzuhalten.

Edmunds, der Neue im Team, irgendwann erfährt der aufmerksame Leser auch seinen Vornamen

Bewertung vom 01.06.2017
Nackter Mann, der brennt (MP3-Download)
Ani, Friedrich

Nackter Mann, der brennt (MP3-Download)


ausgezeichnet

Man hört ihn – den Schmerz – auch nach 40 vergangenen Jahre, deutlich heraus.

Heiligsheim – ein Ort dessen Namen alles andere als Programm ist. Von wegen heilig und genau darüber berichtet Ludwig ‚Luggi‘ selbst. Die Stimme dazu gibt ihm Ulrich Noethen und damit wird es ein sehr persönliches Erzählen der Erinnerungen, an das was damals geschehen ist. Was ihn zurückgeführt hat an diesen Ort des Missbrauchs und des Wegsehen.

„Ich war gekommen um die Wahrheit zu erkennen und wusste sie doch längst.“

Diese Geschichte ist nicht zimperlich, genau wie Ludwig. Er hat einen Plan, der über Jahrzehnte in ihm gereift ist und als Hörer begreift man, dass es ihm gar nicht nur um sich selbst geht. Diese Männer von damals, die Ausflüge in den Wald, Spaziergänge zum See. Alles nur ein Spiel? Verlierer waren die Knaben und so mancher von ihnen wurde nicht nur Opfer des Missbrauchs.

Die eingängige Stimme erzählt anfänglich noch in Rätseln und man ahnt es, bekommt aber keine genauen Details. Was auch gut so ist, denn so folgt man diesem Ludwig in seiner Wut und seinem Schmerz. Verlorene Kindheiten, verlorene Leben, so traurig und wütend zugleich machend.

„Warum, sag mir warum?“

Er will Antworten, Geständnisse. Warum ist der beste Schwimmer im Dorf in dem Bach ertrunken? Warum ist der andere mitten auf einer Straße gerannt und überfahren worden? Viele Warums und im Laufe der Geschichte offenbart sich alles. Auch diese Kommissarin Anna Darko will Antworten, doch sie spielt eher einer Nebenrolle. Genau wie Regina, Ludwigs Teilzeitgeliebte, die es lieber etwas härter mag und es auch bekommt.

Friedrich Ani hat einen Erzählstil, dem ich mich nicht entziehen kann. Ruhig und bedacht, manchmal rätselhaft und dann wieder voll auf den Punkt. Seine Charaktere, die er in ‚Nackter Mann der brennt‘ erschaffen hat, sind fast allesamt alte Männer und Frauen. Lediglich die Erinnerungen an und von einzelnen bringen wieder die Kinder und Jugendliche ans Licht.

„Da stand ich, am Rand der Nacht zum Morden geboren, zum Sterben bereit. Und starb nicht und mordete noch lange nicht genug!“

Der Wunsch nach Rache, in Verbindung mit Gewalt, ist das Genugtuung? Rechtfertig das Mord? Ist das überhaupt Mord? Oder ist es verspätete Notwehr? Ein wehrloses Opfer, aufgrund des Alters? Greis oder Knabe? Friedrich Ani stellt diese Frage nicht. Er lässt einfach Ludwig erzählen und besonders diese kurzen, immer wiederkehrenden Worte wie „haha, said the Clown“, sind mir richtig unter die Haut gegangen, denn es war nicht lustig gemeint. Weder das was damals, noch das was heute geschehen ist.

Als Hörbuch habe ich diese Geschichte sehr viel intensiver empfunden, als es das Print hätte wiedergeben können. Die Stimme Ulrich Noethens passt sich so den Emotionen an. Die komplette Bandbreite wird einem ins Ohr geflüstert, geschrieen oder gesungen. Alles was an Gefühlen möglich ist findet ihren Weg, Freude, Wut, Hass und am allerstärksten immer wieder dieser emotionale Schmerz.

Ein sehr empfehlenswertes Buch.

„Gelassenheit ist die Todfeindin des Todes.„

Bewertung vom 20.09.2016
Am Ende aller Zeiten
Walker, Adrian J.

Am Ende aller Zeiten


sehr gut

Edgar (Ed) Hill hat Recht – man kann aber muss nicht alles glauben. Jeder hat seine eigenen Geschichten und ob sie so erlebt wurden, wie erzählt, ist alles eine Frage der Auslegung.
„Ich kann mir denken, dass ihr skeptisch seid. Und dass diese Skepsis eure eigene Version der Wahrheit ist. Aber jeder sucht sich seine Wahrheit selbst aus; wir entscheiden selbst, was wir glauben. Jeder Glaube ist eine Sammlung von Geschichten..“(Buch Seite 428)
„Am Ende aller Zeiten“ ist ein Buch aus dem Fischer Verlag, Kategorie Dystopie – viel Endzeit, etwas Science Fiction und ganz viel Glauben (nicht unbedingt in religiöser Hinsicht). Ein Buch mit einer Geschichte die stellenweise richtig unter die Haut geht, sehr berührt und hier und da erschrickt. Endzeit ohne Mutanten und Monster aber mit ganz vielen Menschen die zu Monstern und Unmenschen mutieren. Wobei – so viele Menschen sind es gar nicht, aber diejenigen die auftauchen sind schon besonders – mutig, böse, anders – Überlebenskämpfer die nur für sich unterwegs sind oder für jemanden der ihnen am Herzen liegt.
Edgar Hill ist das Vorzeigebespiel eines selbstgerechten und bequemen Familienvater. Ein unsympathischer Typ, nicht weil er böse oder niederträchtig ist sondern einfach nur faul. Er trinkt zu viel Alkohol und lässt seine Frau mit den 2 kleinen Kindern meistens alleine. Er mag weder sich noch die Welt im Ganzen. Da kommt ihm der Weltuntergang ja fast schon recht, zeigt sich ihm doch erst dadurch, was ihm wichtig ist. Nach etlichen Asteroideneinschläge ist das Land zerstört, verwüstet und verbrannt. Die wenigen Überlebenden machen sich auf den Weg zu einer entfernten Stadt an der Küste, dort warten die Schiffe, sagt man, um alle wegzubringen, aus England hinunter nach Kapstadt. Eds Familie ist bereits vor Ort und so macht er sich auf den Weg, 500 Meilen durch dieses Land, aber die Zeit wird knapp und es lauern viele Gefahren.

„Aber es gab nichts mehr zu tun, außer loszugehen.“(Buch Seite 145)
Diese Geschichte beginnt mit dem Ende. So wie es Ed erlebte, ungeschönt mit all der Tragik dahinter. Die Zerstörung, die Angst, die Menschen beim Versuch irgendwo heil unterzukommen. Ein sehr prägnater Einstieg der auch immer wieder in Eds Vergangenheit abdriftet, da Ed sich erklärt, seine Verhaltensweisen, seine Überlegungen und den Versuch seiner Familie und sich selbst gerecht zu werden.

Der Autor Adrian J Walker hatte einen für mich sehr eingänglichen Schreibstil. Es war eine unheimliche Spannung die sich aufbaute und im Laufe des Buches immer mehr zunahm. Mir gefiel dass Edgar nicht alleine los marschierte, sondern ein Team zur Seite bekam. Alles sehr unterschiedliche Menschen, die aber neben dem Überlebenskampf aufgrund dieser Katastrophe auch noch ihre eigenen persönlichen Schatten mit sich herumschleppten.

Im Buch begegnet dieses Team immer wieder mal anderen Überlebenden, alles sehr suspekte Männer und Frauen, die einen wirklich das Fürchten lehrten aber auch so mancher der einen sehr positiven Eindruck hinterlies. Allesamt großartig in ihren Darstellungen. Gloria, fast noch ein Kind hatte mich dabei am meisten begeistert, wenn man das so nennen kann, aber sie wird mir lange Zeit im Gedächtnis bleiben.

Zwischendurch hatte ich mal einen Durchhänger, da mir ein Abschnitt sehr klischeehaft vorkam und zum kompletten Teil der Geschichte davor und danach nicht wirklich passte. Ich sag nur Jenny Rae!
Zwei Themen sind ausschlaggebend in diesem Buch – das Glauben und das Laufen. Beides kommt in all seinen Variablen zum tragen und ist der (doppelte) roten Faden der das Buch durchzieht.
Kurze Kapitel, jeweils mit einer Überschrift versehen, führen einen durch dieses zerstörte Land und Eds Leben.
Eine Geschichte die mir, bis auf oben genannten Abschnitt, sehr gut gefiel und mich unterhalten hat. Grausam, aber eher zwischen den Zeilen ~ Kopfkino. Sehr eindrucksvoll beschrieben und mit vielen nachdenklich stimmenden Situationen. Manchmal sogar zum heulen schön.

Bewertung vom 03.07.2016
Dark Memories - Nichts ist je vergessen
Walker, Wendy

Dark Memories - Nichts ist je vergessen


ausgezeichnet

"Die Saat des Zweifels wuchert wie Unkraut, wenn man ihr genügend Sonne gönnt. Genügend Wasser. Genügend Pflege." ( Buch Seite 317)

Jenny Kramer wurde vergewaltigt, brutal zugerichtet, verletzt an Körper und Seele. In einem Waldstück, in der Nähe ausgelassen feiernde Jungendliche - so wie Jenny auch eine war - bis zu dieser verhängnisvollen Stunde, die alles veränderte.
Nicht nur Jennys Leben wurde komplett auf den Kopf gestellt, auch das ihrer Eltern. Mittels eines Medikamentes sollten die Erinnerungen an die Vergewaltigung verschwinden und Jenny so ein Leben fernab dieser Tat gegönnt sein. Was aber misslang, das Trauma hatte sich festgefressen, tief im Unterbewusstsein und nun soll es zu Tage gefördert werden, mit Hilfe eines Psychologen - Dr Alan Forrester.

"DARK MEMORIES - NICHTS IST JE VERGESSEN ", erschienen bei Fischer Scherz, ist als Roman deklariert. Die Genrezuordnung Thriller durch den Aufkleber oder das beiliegenden Lesezeichen, könnte so manchen Leser verleiten auf eine thrillertypische Story zu hoffen und dadurch zu einer Negativmeinung führen.
Meiner Meinung nach ist es aber kein Thriller im herkömmlichen Sinne. Keine Serienkiller, keine Ermittler in Polizeigestalt, keine Verfolgungsjagdten.
Dafür aber ganz viel Psychologie! Und eine gute handvoll Protagonisten, deren Darstellung und Offenlegung richtig gut unterhält.

Der Erzähler der Story ist eben dieser Alan Forrester, Psychologe mit langjähriger Berufserfahrung, der neben seinen Patienten in Fairview auch einen Tag der Woche mit den psychisch erkrankten Insassen in einem Gefängnis arbeitet.

Alans Erzählstil (und damit der Schreibstil der Autorin Wendy Walker) hatte etwas voyeuristisches. Aber ich habe es genossen, jede einzelne Seite habe ich mit angehaltenem Atem gelauscht was Alan erzählte und war hin- und hergerissen ob ich diesen Typen nun mag oder nicht. Eher nicht, aber nicht immer. So ein kleines bisschen arrogant und selbstverliebt, ein Besserwisser der es eigentlich besser wissen müsste und vor allem, ein Manipulator vom feinsten. Ein Charakter dessen Darstellung enorm polarisiert.

Sein mühsam aufgebautes Haus, auf das er so großen Wert legt ist auf einem brüchigen Fundament gebaut.
Genau wie das der Eltern Jennys, Tom und Charlotte. Alan holt alles aus ihnen heraus, die Gespräche zu deren Kindheit und dem damit verbundenen Verhalten spiegelt sich in den Gesprächen klasse wieder.
Geheimnis über Geheimnis, aber noch lange keine Spur wer denn nun der Täter ist.
Verdächtige gibt es genug, selbst Alan landete auf meiner Liste wie auch der Patient Sean, ein traumtisierter Soldat der Jenny in den Therapiestunden begegnet. Auch sein Geheimnis, dieses ebenfalls durch Medikamnete vergessenes Trauma wollte ich wissen. Was ist geschehen, dort in dem fremden Land, bei einem gefährlichen Einsatz, an dieser roten Tür?

Herrliche Dialoge und Gedanken, tiefgründige Geschehnisse die sich nicht unbedingt um Jenny drehen aber wegen ihr zum Vorschein kommen. Immer ein bisschen mehr, um im Laufe des Buches ein komplettes Bild aller Beteiligten zu sehen. Falsche Verdächtigungen, Anschuldigungen und letztendlich die aufkommende Erinnerung Jennys. Alles verpackt in kurzen Kapiteln die fast alle mit einem üblen Cliffhanger enden und deshalb zum weiterlesen zwingen.

Mich hat es großartig unterhalten, die psychologischen Komponenten waren real und nachvollziehbar dargestellt.
Stellenweise sehr grausam, z.B. bei den Schilderungen zu Jennys Vergewaltigung, aber auch menschlich und durchweg spannend.

Kein Buch für zwischendurch, eher anspruchsvoll und mit viel Inhalt zwischen den Zeilen.Eine Geschichte zum abtauchen.

Gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen für diese grandiose Geschichte um Jenny, die mit Alan viel mehr gemein hat als es anfänglich scheint.
c)K.B. 07/2016

Bewertung vom 17.05.2016
18 / Zahlen des Todes Bd.1
Winter, Mia

18 / Zahlen des Todes Bd.1


ausgezeichnet

Aus ermittlungstechnischen Gründen kann und werde ich hier natürlich nicht alles offenlegen.
Schließlich möchten sich die LeserInnen selbst in die Geschichte finden.
Was ich allerdings verraten kann - die Geschichte dieses Thrillers ist außergewöhnlich und sehr gut.

18, die Zahl vom Titel spielt eine wichtige Rolle.
Eine Zeitangabe, Zeit die heilen sollte, Zeit die besser werden sollte, Zeit die genutzt wurde um das zu beenden was vor 18 Jahren so fruchtbar begann.

Legen wir erst einmal die Fakten auf den Tisch:
Eine Frau im Prolog, der ganz kurz und knapp gehalten ist und doch schon etwas verspricht - die Neugierde des Lesers wecken.
Die darauffolgende Geschichte beginnt an einem Dienstag.
Leana Meister ist vor ihrem Leben in Südafrika geflohen, bevor sie daran zugrunde gegangen wäre.
Zu sehr hat sie sich identifiziert mit all den Frauen und Mädchen denen Gewalt angetan wurde.
Nun wird sie Chefin - des LKA Kompetenzteam.
Eine Truppe Männer und Frauen die Ahnung von ihrem Job haben. Ermittler, Analysten und Spurensucher.
Leanas Einstand ist ein Mordfall der deutlich abweicht von allem bisherig bekannten.
Ein Mann auf einer Bank, die Hände in ehrfürchtiger Stellung, der Unterleib entblößt wirkt er fast schon in einer andächtigen Pose. Doch sein Tot war sehr grausam.

Relativ früh kristallisiert sich heraus wer der Mörder sein könnte. Die Spuren sind deutlich genug und ein Kompetenzteam würde ja wohl nicht so heißen, wenn es dem Täter nicht auf die Schliche käme.
Im Buch "18- Zahlen des Todes", erschienen im LYX-Egmont Verlag, spiegelt sich ganz deutlich dieses erfahrene und aufeinander eingespielte Team wieder.
Die Autorin Mia Winter greift ganz tief in die polizeiliche Kiste zum Vorgehen bei Mordfällen und lässt die Leserschaft daran teilnehmen. Es ist aber auch verteufelt spannend was da alles so zum Vorschein kommt.
Denn es bleibt ja nicht bei einem Toten und man fragt sich schon, warum der und der und was haben die miteinander zu tun? Man wird quasi selbst ein Teil dieses Teams und rätselt mit und da es so spannend ist und man immer mehr wissen will bekommt man genauso wenig Schlaf wie alle im Buch.

Die Tat dieses Mörders ist schon wirklich grausam, wenn auch unblutig, aber die Ursache dafür ist um ein vielfaches grausamer. Darf man rächen? Darf man Vergeltung üben? Schwierig und pauschal gar nicht zu beantworten, dass merken sogar Leana und ihr Team.

Eine wirklich gut konstruierte Geschichte, ein flotter Schreibstil, zwischen durch auch mal etwas Ablenkung bei einem guten Essen und durchweg sympathische Protagonisten. Eine Team das den Namen verdient hat.
Leana, Natalia, Tanni, Maxim und wie sie alle heißen haben eine tollen Job gemacht und die Autorin Mia Winter hat mich daran teilhaben lassen.

Den Schluss der Geschichte fand ich ebenfalls sehr gelungen. Was dabei herauskam?
Wie gesagt- aus ermittlungstechnischen Gründen und so ;-)

Gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen, da hier trotz aller Professionalität der Ermittler genug Spielraum für Zwischenmenschliches und sogar etwas Humor blieb.
c)K.B. 2016

Bewertung vom 07.04.2016
Endgültig
Pflüger, Andreas

Endgültig


ausgezeichnet

Manche Gaben werden einem in die Wiege gelegt, andere dagegen muss man sich bitter erkämpfen.
Durch Schweiß und Blut, eiserne Disziplin und Mut, mit Hilfe eines strengen Lehrers oder alleine durch den eigenen Willen. Jennifer Aaron, die Hauptprotagonistin in diesem Buch hat all dies erfahren.

Aber erstmal kurz zur Story:
Aaron war Polizistin, eine gute sogar, doch dann ging bei einem Einsatz etwas schief. Die Folge für sie katastrophal - als Blinde aus der Rehabilitation entlassen schaffte sie ihren Weg zurück. Nun ist Aaron Verhörspezialistin und wird abberufen den Mann zu sprechen, der als vermeintlicher Täter eine Psychologin ermordet haben soll. Doch Aaron kennt diesen Mann, hatte bereits mit ihm zu tun und lässt Zweifel an seiner Schuld aufkommen. Jemand anderes muss dahinter stecken. Eine Person die Aaron kennt, eine Person die Rache nehmen wil. Warum? Wofür? Kann eine Blinde den Kampf gegen einen skrupelosen Menschen gewinnen?

"Endgültig" von Autor Andreas Pflüger, erschienen im Suhrkamp Verlag, ist ein Thriller der Extraklasse.
Eine Geschichte die unter die Haut geht, die man liest und gleichzeitig spürt. Eine Geschichte die eher leise als laut ist und doch immer wieder an den richtigen Stellen mit einem gewaltigen Knall in die nächste Runde geht.
'Zwischen Worten tasten. Das Verborgene erfühlen. Dem Schall von Lügen lauschen.' (Buch Seite 87)

Ein Satz der sich mir besonders einprägte war 'Wartet bis die Blinde ihn gesehen hat'.
Wie sollte ein blinder Mensch etwas sehen? Aaron hat gezeigt wie es geht. Sie 'sieht' Dinge, die entstehen durch Geräusche. Ein Windhauch, ein Schall, ein fehlendes Wort oder eines das zu viel ist. Damit kann sie ihr Gegenüber einschätzen und sondieren und liegt meistens genau richtig. Ihr Gespür ist ist so ausgeprägt dass jede Lüge einen eigenen Ton bekommt und den kann Aaron hören.

Dem Autor ist es auf eine großartige Weise gelungen seine Protagonistin darzustellen. Verletzlich aber keinesfalls hilflos. Sehr gewissenhaft, nachdenklich und mit einem herzlichen Wesen. Dabei hat er es aber nicht übertrieben und keine Superwoman geschaffen, sondern eine Frau die durchaus leidet, hadert und letzendlich das tut was sie irre gut kann - fühlen, mit allen Sinnen.
Hier hat der Autor nicht einfach drauflos geschrieben, dafür sind all die Schilderungen zu präzise. Eine sorgfältige Recherche zum Thema Blindheit muss hier maßgeblich mit eingeflossen sein.

Durch den Schreibstil lässt der Autor alles für sich sprechen. Die Beschreibungen von Orten und Begebenheiten sind immer durch Dinge wiedergegeben die z.B. anhand von Gerüchen und Geräuschen erkennbar sind. Aarons Welt mag dunkel sein aber sie ist keine Stück langweilig, sondern so voller Dinge die vielleicht nur gehört, gerochen oder gefühlt werden wollen.
Mal abgesehen davon, die ganze Geschichte ist voller Geheimnisse und einer Spannung die ein kribbeln verursacht. Was habe ich mit und um Aaron gefürchtet.

10 Dinge die ich an diesem Buch mag:
Aaron - weil sie so verletzlich scheint und dabei einfach nur stark ist
Marlowe - weil er sich auch in mein Herz gestohlen hat
Pavlik - weil er ein echter Freund ist
das Cover - weil es so unscheinbar wirkt
der Plot - weil er so genial konstruiert ist dabei aber nicht konstruiert wirkt
Aarons Papa - weil er der Lehrer, der Drillmaster, der Freund war
Boenisch - weil er so ein Waschlappen ist
Niko - weil ich mich nicht in ihm geirrt habe
Holm - weil ich zu ihm nichts sagen werde (selber lesen)
das Buch - weil es einfach genial ist.

Vielleicht solten wir öfters mal die Augen schließen, für einen kurzen Moment nur und versuchen zu erspüren was um uns herum ist.
Damit wir auch die Dinge wahrnehmen die uns selbstverständlich sind aber eben doch besonders.
Absolut begeistert vergebe ich 5 von 5 Sternen plus einen extra da das Thema um die blinde Aaron bei mir kein Stück Mitleid hervorruft sondern ausschließlich Respekt.
c)K.B. 03/2016

Bewertung vom 06.04.2016
Der letzte Pilger / Kommissar Tommy Bergmann Bd.1
Sveen, Gard

Der letzte Pilger / Kommissar Tommy Bergmann Bd.1


ausgezeichnet

Diese Art der Kriminalromane fesselt mich immer.
Skandinavisch, mit Einblicke in die Zeit des 2. Weltkrieges und den Folgen für die Gegenwart.
Widerstandskämpfer, Soldaten, Agenten und dazwischen die Menschen die eben irgendwie dazwischen geraten sind.
"Der letzte Pilger", von Autor Gard Sveen, erschienen bei List, einem Verlag der Ullstein Buchverlage, ist mit seinen 539 Seiten ein komplexes Werk um Verrat und Rache.

4 Teile umfasst das Buch, jeder davon in einzelnen, wechselnden Kapiteln unterteilt, in denen man als LeserIn zwischen den Jahren 1942-1945 und 2003 eine Geheimnis auf die Spur kommt, das gleichermaßen fasziniert wie erschüttert.

Aber erst einmal kurz zur Story
Das Jahr 2003:
Die Überreste von 3 skeletierten Menschen werden durch Zufall in der Nordmarka/Norwegen gefunden.
Fast zeitgleich wird ein alter Mann, ehemaliger Widerstandskäpfer und Politiker wie in einem Wahn niedergemetzelt.
Tommy Bergmann beginnt in beiden Fällen zu ermitteln, ahnt er doch das alles irgendwie zusammenhängt.
Die Jahre 1942-1945:
Eine Zelle des Widerstands in Schweden agiert im geheimen und schleust eine Frau in die Kreise der gehobenen Gesellschaft um so an Informationen zu kommen. Agnes Gerner ist sich der enormen Gefahr in die sie sich begibt klar und doch kann sie gar nicht anders.

Mir gefielen diese Protagonisten, die vielleicht auch gerade wegen ihrer Schwächen so normal und gleichzeitig so stark wirken. Sie geben der Geschichte ihre Gesichter.

Der Ermittler Thommy Bergmann ist aufgrund der Tatsache das 1 Kind unter den gefundenen Toten ist, sofort mit Herz und Seele dabei. Er will den 3 Unbekannten einen Namen, ein Gesicht, eine Geschichte geben. Dabei erfährt man auch viel über ihn selbst, seine privaten Probleme, denen er sich durchaus bewusst ist.
Man lernt einen verbissenen, gut überlegenden und agierenden Mann kennen, der tief gräbt, die richtigen Hinweise erkennt und so die Geschichte der 3 Toten Stück für Stück offenbart.

Die Agentin Agnes Gerner, eine junge Frau inmitten der Kriegswirren kämpft ebenfalls gegen ihre Schwäche, die - wie sollte es anders sein- Liebe. Tagtäglich in Gefahr enttarnt zu werden erlebt man ihre Ängste und Emotionen und nähert sich Seite um Seite der Gegenwart.

Der Autor hat viele Protagonisten geschaffen, die gerade zu Beginn des Buches, in wichtigen und ausschlaggebenden Rollen platziert sind und mich direkt in die Geschichten der Geschichte hineingezogen haben.
Was ist wichtig, wer ist wichtig? Wie hängt dieser fast 60 Jahre zurückliegenden Fall mit dem der Gegenwart zusammen? Wer hat solch einen Hass verspürt?

Der Schreibstil war sehr angenehm, hier und da Belanglosigleiten aus dem Leben Bergmanns. Ein paar Bier hier und da weniger hätten es auch getan, aber er passte einfach zu gut da hinein.

Die Stimmung im Buch ist eine gelungene Mischung aus Spannung, Mitgefühl, Furcht um oder wegen dem ein oder anderen Protagonisten und einer stellenweise sehr bedrückenden und beklemmenden Stimmung, da man dachte 'dass kann nicht gut ausgehen'. Eine Vorlage zum Blockbuster!

Mich hat die Geschichte sehr gut unterhalten und zu Rückschlüssen und eigenen Überlegungen animiert. Erst ab Seite 500 hatte ich diesen Aha-Effekt, als ich dachte 'jetzt weiß ich es'.
Das gelingt bei weitem nicht jedem Autor. So lange habe ich mit Bergmann gerätselt und als es alles klar war, hat es mich doch so ein bisschen umgehauen.

Ein Buch das ich beende und mir dann trotzdem noch lange nachgeht hat 5 von 5 Sternen verdient.
c)K.B. 03/2016

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