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Benutzername: April1985
Wohnort: Klosterneuburg
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Bewertungen

Insgesamt 39 Bewertungen
Bewertung vom 12.10.2020
Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln
Nömer, Christina

Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln


sehr gut

Bezauberndes Gute-Nacht-Buch

'Wenn im Dunkeln Sterne funkeln' ist ein bezauberndes, interaktives Bilderbuch von Marina Rachner und Christina Nömer.

Emma Ente, Fine Fuchs und Milo Maus sind kleine, müde Tierbabys. Sobald die Sternchen am Himmel leuchten, können die Tierchen gut in den Schlaf fallen. Gemeinsam mit meiner 13 Monate alten Tochter werden jetzt jeden Abend vor dem zu Bett gehen die Sternchen 'angepustet'. Ja, richtig gelesen. Das Buch hat einen Sensor eingebaut. Sobald man auf diesen pustet, leuchten kleine Lämpchen am Sternenhimmel auf. Meine Tochter ist wirklich begeistert davon! Allerdings wäre es schön gewesen, wenn die Lichter ein bisschen länger leuchten würden, als ein paar Sekunden. Außerdem reagieren die Lämpchen auch wenn man leicht auf das Buch klopft.

Von der Aufmachung her ist das Bilderbuch wirklich hochwertig. Es besteht aus dicker, robuster Pappe. Bis jetzt hat es mein Töcherlein noch nicht geschafft das Buch zu zerreißen. Sie geht nämlich nicht gerade zimperlich mit ihren Buchschätzen um.

Die Illustrationen sind ebenfalls ganz toll. Große bunter Bilder mit knalligen Farben laden zum Bestaunen ein.

Von uns gibt's für das Buch aus der 'Mein Puste-Buch Reihe' eine klare Empfehlung und 4 leuchtende Sterne.

Bewertung vom 07.10.2020
Der Winter des Bären
Hargrave, Kiran Millwood

Der Winter des Bären


ausgezeichnet

Ein zauberhaftes Wintermärchen

Meine Meinung

Der Winter des Bären ist ein Kinderbuch aus der Feder der britischen Autorin Kiran Millwood Hargrave. Es ist ab 10 Jahren empfohlen, ich hatte allerdings auch als erwachsene Leserin jede Menge Spaß beim Lesen und war nahezu verzaubert von der Welt und den Charakteren, welche die Autorin zum Leben erweckt hat.

In der märchenhaften Erzählung entführt uns Kiran Millwood Hargrave nach Eldbjørn, einem Land, in dem seit Jahren ewiger Winter herrscht. Genau dort lebt abgeschieden in einer kleinen Waldhütte auch die 12-jährige Mila mit ihren 3 Geschwistern Sanna, Pipa und Oskar. Die Mutter der Kinder verstarb auf tragische Weise nach der Geburt der jüngsten Schwester Pipa. Der Vater der Kinder, welcher den Tod nie ganz überwunden hat, verschwand kurze Zeit darauf spurlos. So sind die Kinder auch alleine als eines Nachts ein Fremder an die kleine Waldhütte klopft und um Unterschlupf bittet. Als am nächsten Tag sowohl die Reisegruppe, als auch Oskar verschwunden ist, ist sich Sanna sicher, dass Oskar das anstrengene Leben als Aufpasser satt hatte. Nur Mila ist sich sicher, dass Oskar nicht freiwillig gegangen ist. Und so macht sich das junge Mädchen auf die Suche und begibt sich auf eine gefährliche Reise in den hohen Norden.

So beginnt kurz zusammengefasst die Geschichte von Milas gefährlichem Abenteuer. Die Autorin hat es geschafft gleich am Anfang die Spannung auf ein so hohes Niveau zu bringen, dass ich schon nach wenigen Seiten total an die Seiten gefesselt war. Tatsächlich habe ich die 256 Seiten, die das Buch umfasst, an einem Nachmittag verschlungen. Kiran Millwood Hargrave schreibt nicht nur spannend, sondern auch sehr anschaulich und flüssig. Sie beschreibt die winterliche Welt Eldbjørn mit soviel Liebe zum Detail. Ich hatte sehr schnell wunderbare Bilder von endlosen Schneelandschaften, winterweißen Wäldern und heimeligen Städtchen mit ihren urigen Fachwerkhäusern in meinem Kopf.

Auch die Charaktere, allen voran Mila, sind mir schnell ans Herz gewachsen. Mit ihren 12 Jahren ist Mila ein wirklich tapferes Mädchen mit einem sehr kämpferischen Herz. Sie würde für ihre Familie, aber auch ihre Freunde, einfach alles tun. Ihre Entwicklung war so schön zu beobachten. War sie am Anfang noch etwas unbeholfen und ängstlich, hat sie nach und nach immer mehr Stärke entwickelt. In meinen Augen hat Mila einen Orden für ihre Heldentaten verdient.
Mila bestreitet die gefährliche Rettungsmission natürlich nicht alleine. Ihr zur Seite steht Rune, ein junger Zauberer, der von den Menschen in seiner Stadt gemieden wird. Auch Mila ist zunächst skeptisch. Doch nach und nach fasst Mila Vertrauen zu dem, zugegebermaßen ein bisschen schrulligen, jungen Mann. Ich mochte Rune sehr gerne. Er zeigt sich hilfsbereit, obwohl er selber nie wirklich Hilfe erfahren hat und steht Mila bei ihrer Mission nicht nur einmal rettend zur Seite.

Ich habe Mila und Rune unglaublich gerne auf ihrer Reise begleitet. Das Abenteuer der beiden war voller Gefahren, Spannung und wirklich rasant. Gegen Ende gab es auch einige Überraschungsmomente und Wendungen, mit denen ich so gar nicht gerechnet habe. Ich habe richtig mitgefiebert und gehofft, dass Mila erfolgreich sein wird und ihren Bruder zurück holen kann. Ob es ihr gelingt, müsst ihr allerdings selber lesen! Mir hat das Wintermärchen unheimlich gut gefallen und einige schöne Lesestunden bereitet.


Fazit

Der Winter des Bären ist eine ganz wundervolle, märchenhafte Erzählung aus der Feder der britischen Autorin Kiran Millwood Hargrave. In dem Buch geht es um die 12-jährige Mila, welche ihren Bruder Oskar aus den Fängen des Bärengeist Bjørn befreien will. Bei der gefährlichen Rettungsmission steht ihr der junge Zauberer Rune zur Seite. Ich fand die Geschichte einfach zauberhaft. Der Winter des Bären ist ein Buch über Freundschaft, Familie, Treue, Vertrauen, Mut und Tapferkeit. Ich kann es uneingeschränkt weiter empfehlen!

Bewertung vom 28.09.2020
Herz aus Blut und Asche
Wen Zhao, Amélie

Herz aus Blut und Asche


ausgezeichnet

Wahnsinns Debüt

Meine Meinung

Mit Herz aus Blut und Asche gibt die in Frankreich geborene Autorin Amélie Wen Zhao ihr Debüt...und was für eines! Es ist einfach großartig! Ich wusste bereits nach wenigen Seiten, dass ich dieses Buch lieben werde. Amélie Wen Zhao entführt uns in eine winterliche, russisch angehauchte Welt. Nicht nur die Namen der Charaktere und Orte haben einen russischen Einfluss, auch das Regierungssystem erinnert an das ehemalige Zarenreich rund um die Romanov-Dynastie. Ich bin einfach begeistert von der Detailverliebtheit und dem bildhaften Schreibstil der Autorin, welcher ein richtiges Kopfkino ausgelöst hat.

Protagonistin Kronprinzessin Anastacya Mikhailov, kurz Ana, steht im Mittelpunkt der Geschichte um Machtgier, Verrat und Revolution. Ana ist eine sogenannte Affinite, sprich eine Magiebegabte. Ihre magische Begabung liegt darin Blut zu manipulieren. Leider hat sie nie gelernt ihre Affinität richtig zu nutzen, denn im Kaiserreich ist diese außergewöhnliche Begabung mehr Fluch als Segen. Affinite werden seit jeher versklavt und ausgebeutet und ihre Magie unterdrückt. Als Anas Vater, der Kaiser, ermordet wird, wird Ana beschuldigt die Tat begangen zu haben. Der jungen Frau gelingt die Flucht und sie setzt alles daran den wahren Mörder ausfindig zu machen. Dabei ist sie auf die Hilfe des größten Verbrecherkönigs des Reiches angewiesen - Ramson Schnellzunge. Ana geht einen Pakt mit Ramson ein, nichts ahnend, dass dieser ganz eigene Ziele verfolgt. Doch was kann man von einen Dieb und Verbrecher auch anderes erwarten? Ich mochte beide Protagonisten so sehr. Ana und Ramson sind wie Tag und Nacht; gleichzeitig haben sie aber auch soviele Gemeinsamkeiten. Beide hatten eine schwere Kindheit, beide sind auf der Flucht und beide wollen Rache. Amélie Wen Zhao hat zwei starke Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten erschaffen, die alles andere als perfekt sind. Die Kronprinzessin und der Dieb, die erst lernen müssen einander zu vertrauen. Es war einfach herrlich die zwei auf ihrem steinigen Weg zu begleiten.

Wirklich herausragend ist auch das Magiesystem. Dieses ist unheimlich komplex und vielfältig. Die magischen Begabungen sind schier unendlich und vielseitig formbar. Ana steht noch am Beginn, sie muss noch lernen ihre Affinität richtig zu kontrollieren und einzusetzen. Ich bin schon gespannt wie sich Ana in den Fortsetzungen entwickeln wird.

Die Handlung selbst ist auch von Anfang an unheimlich fesselnd und voll von überraschenden Wendungen. In der Welt voll von Intrigen und Verrat weiß man bis zum Ende nicht wem man wirklich vertrauen kann. Kaum wägt man sich in Sicherheit, lässt Amélie Wen Zhao die nächste Bombe platzen. Man sollte sich beim Lesen nicht in Sicherheit wiegen. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück lieb gewonnene Charaktere zu foltern und sterben zu lassen. Neben wirklich sehr blutigen und grausamen Szenen finden sich aber auch ruhige Momente, die einem kurz durchatmen lassen. Ich mochte dieses Wechselspiel sehr gerne und kann es kaum erwarten, dass die Fortsetzung erscheint.

Fazit

Herz aus Blut und Asche ist ein High Fantasy-Roman, welchen ich schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte. Amélie Wen Zhao hat eine großartige, aber auch sehr brutale Welt mit einem einzigartigen Magiesystem erschaffen. Es geht um Machtgier, Verrat und Rache. Dazu kommen zwei sehr starke Protagonisten, die erst lernen müssen einander zu vertrauen, um an ihr Ziel zu kommen. Für mich ist das Buch ein Jahreshighlight und ich kann es jedem einfach nur ans Herz legen!

Bewertung vom 25.09.2020
Es war einmal: Meine Märchen
Grimm, Sandra

Es war einmal: Meine Märchen


ausgezeichnet

Mein kleiner Märchenschatz

Meine Meinung

Es war einmal von Sandra Grimm ist ein ganz zauberhaftes Pappbilderbuch und ab 2 Jahren empfohlen. Meine 13 Monate alte Tochter hat aber auch jetzt schon viel Freude mit den liebevollen, bunten Bildern.
Nicht nur die Illustrationen sind wirklich entzückend. Auf 30 Seiten erzählt Sandra Grimm 10 klassische Märchen. Enthalten sind neben Hänsel und Gretel unter anderem Das hässliche Entlein, Die Bremer Stadtmusikanten, Schneewittchen, Rotkäppchen, Frau Holle, Der Froschkönig, Die Prinzessin auf der Erbse, Aschenputtel und Dornröschen. Die Märchen sind kindgerecht aufgearbeitet und altersentsprechend verständlich geschrieben. Meine Tochter ist ein kleiner Wirbelwind, sodass das Büchlein für sie perfekt ist. Denn eine Geschichte ist in maximal 5 Minuten vorgelesen.

Mittlerweile habe ich mir auch das Hörbuch über Audible dazu gekauft. Dieses eignet sich mit einer Gesamtlänge von ca. 45 Minuten perfekt dafür die Kleinen bei Laune zu halten, wenn man mal nicht so viel Zeit zum Bespaßen hat. Die beiden Sprecherinnen haben angenehme und ruhige Stimmen, denen man gerne lauscht. Und das Schönste sind die Märchenlieder, die zwischen den Geschichten gesungen werden.

Ich kann sowohl das Buch als auch das Hörbuch wärmstens empfehlen.

Fazit

Es war einmal von Sandra Grimm ist ein ganz bezauberndes erstes Märchenbuch für kleine Leseratten und ab 2 Jahren empfohlen. Die 10 Märchenklassiker wie Hänsel und Gretel, Schneewittchen oder Die Prinzessin auf der Erbse sind zwar sehr stark gekürzt; für die kleinen Zuhörer ist die Straffung allerdings perfekt. Die Illustrationen sind ebenfalls sehr liebevoll, bunt und freundlich. Von uns gibt's eine klare Empfehlung!

Bewertung vom 25.09.2020
Der letzte Satz
Seethaler, Robert

Der letzte Satz


sehr gut

Kurzes Portrait eines Ausnahmekünstlers
Meine Meinung

Der letzte Satz ist Robert Seethalers Portrait des Ausnahmekünstlers Gustav Mahler. Der Autor schickt seinen Protagonisten auf seine letzte große Reise von New York nach Europa. An Bord der "America" sinniert der schwer kranke Gustav Mahler über sein Leben. Dabei leistet ihn ein namenloser Schiffsjunge Gesellschaft. Er versorgt den Musiker an Deck mit Tee und hält ihn warm, während Gattin Alma und Tochter Anna unter Deck frühstücken.

Robert Seethaler erzählt in klaren und prägnanten Sätzen, fast schon etwas emotionslos, aus dem Leben Mahlers. Er lässt uns an der Erinnerung des Künstlers teilhaben. Mahler lässt seine Zeiten in Wien, Paris und New York Revue passieren. Er erinnert sich an Begegnungen mit namhaften Größen wie Rodin und Freud. Er analysiert aber auch seine Ehe mit Alma. Diese hatte es wahrlich nicht leicht und musste oft aufgrund des Ruhmes und der intensiven Arbeit ihres Gatten zurück stecken. Dass Tochter Maria früh verstirbt, macht die Situation nicht leichter. Maria lässt Gustav nicht los. Man hat beim Lesen das Gefühl sie ist allgegenwärtig und begleitet ihren Vater auf seiner letzten Überfahrt. Es sind vorallem die privaten Momente, die Robert Seethaler einfängt. Jetzt könnte man meinen, dass das Buch auf viele x-beliebige Künstler zutrifft und vielleicht stimmt das sogar. Mir hat das Portrait von Mahler dennoch gut gefallen und es war schön gedanklich mit auf Reise zu gehen. Man darf nur nicht den Fehler machen und eine vollständige Biographie erwarten, denn das ist das Buch nicht.

Fazit

Auf knapp 120 Seiten portraitiert Robert Seethaler ein sehr persönliches Bild des Musikers und Dirigenten Gustav Mahler. Es ist weniger die Musik und die Karriere über die wir hier zu lesen bekommen. Gustav Mahler erinnert sich auf seiner letzten großen Überseefahrt von New York nach Europa vorallem an Situationen aus seinem privaten Umfeld. Vorallem seine verstorbene Tochter Maria ist sehr präsent. Aber auch über die Ehe mit Gattin Alma, der schönsten Frau Wiens, hat Mahler viel nachzudenken. Mir hat die Gedankenreise sehr gut gefallen und daher gibts auch eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 22.09.2020
Geburtstagskind
Roslund, Anders

Geburtstagskind


schlecht

Meine Meinung

Als großer Fan von Schwedenkrimis und - thriller bin ich natürlich an Anders Roslunds Roman nicht vorbei gekommen. Der Klappentext und auch die Leseprobe klangen so vielversprechend und haben genau meinen Geschmack getroffen. Anders Roslund hat schon in den ersten Seiten einen hohen Spannungslevel aufgebaut. Ich war richtig gefesselt und wollte unbedingt den Fortgang des Thrillers erfahren. Leider machte sich dann recht schnell Ernüchterung breit. Nach den mitreißenden und schockierenden Anfangsszenen war es als ob ich ein neues Buch angefangen hätte. Plötzlich ist da die Rede von Korruption und illegalem Waffenhandel. Und dann taucht auch noch ein völlig neuer Protagonist auf. Ich habe wirklich versucht mich damit anzufreunden. Leider konnte das Buch nach dem starken Anfang meine Aufmerksamkeit überhaupt nicht mehr auf sich lenken. Kennt ihr das, wenn ihr etwas lest und schon beim Umblättern nicht mehr wisst was ihr gelesen habt? So ging es mir. Ich habe mich wirklich bemüht und wollte die Geschichte unbedingt mögen. Nach rund 200 Seiten, für die ich allein schon eine Ewigkeit gebraucht habe, habe ich es dann aber schweren Herzens aufgegeben.

Was ist da nur passiert? Zunächst habe ich mir allein schon wegen des Klappentextes etwas anderes erwartet. Was dieser verspricht passiert allerdings nur im Prolog. Dass dann Waffenhandel und Schmuggel thematisiert werden, machte es für mich nicht besser. Zu den Protagonisten konnte ich leider auch so gar keine Beziehung aufbauen. Mir erschienen sie wie Geister - blass und farblos. Wenn diese wenigstens eine interessante persönliche Geschichte zu erzählen gehabt hätten... Aber leider Fehlanzeige. All diese Punkte und die Tatsache, dass ich den Gedanken des Autors nicht mehr folgen konnte, haben mich dazu veranlasst das Buch abzubrechen.

Positiv möchte ich allerdings den Schreibstil von Anders Roslund hervorheben. Dieser hätte mir prinzipiell gut gefallen. Der Prolog war atmosphärisch, düster und sehr fesselnd geschrieben und hatte wirklich Suchtpotenzial.

Fazit

Ein fesselnder Prolog macht noch keinen guten Thriller aus. Nach einem starken Anfang kam der große Fall. Leider ging das Buch in eine Richtung, die mein Interesse überhaupt nicht wecken konnte. Die Protagonisten wirkten zudem die ganze Zeit über wie Fremde auf mich. Da Anders Roslund aber prinzipiell einen wunderbar atmosphärischen Erzählstil hat, werde ich ihm auf jeden Fall noch einmal eine Chance geben.

Bewertung vom 18.09.2020
Die Farben der Schönheit - Sophias Träume / Sophia Bd.2
Bomann, Corina

Die Farben der Schönheit - Sophias Träume / Sophia Bd.2


sehr gut

Gelungene Fortsetzung

Nach dem großartigen Reihenauftakt war für mich klar, dass ich auch Sophias Träume lesen werde. Ich habe mir zusätzlich zum E-Book auch das Hörbuch geholt, da mich Sprecherin Karoline Mask von Oppen schon im ersten Band vollkommen überzeugt hat. Auch dieses Mal schafft es die Sprecherin kleine Längen auszumärzen und die Figuren lebhaft und authentisch darzustellen.

Sophias Träume schließt nahtlos an den Vorgänger an. Ich war schnell wieder in der Geschichte gefangen und hatte das Gefühl nie weg gewesen zu sein. Es ging auch gleich sehr spannend und rasant mit Sophias Europareise und den Nachforschungen zu ihrem totgeglaubten Sohn Louis los. Ich hab wieder so mit ihr mitgefiebert. Corina Bomann hat die Suche dermaßen spannend und emotional geschrieben, dass ich mir schon fast wie in einem Krimi vorgekommen bin.

Bei ihren Recherchen trifft Sophia auch wieder auf alte Bekannte wie Henny und Jouelle. Corina Bomann hat einige, nicht nur positive, Überraschungen und Situationen eingebaut, die Sophia in Europa erwarten.

Zudem erhält Sophia eine Anstellung bei Elizabeth Arden und wird wieder einmal mit dem "Puderkrieg", der zwischen Genannter und Helena Rubinstein tobt, konfrontiert.

Ein großes Plus gibt's auch dafür, dass Corina Bomann die historischen Ereignisse geschickt in ihre Geschichte einzubauen weiß und uns Leser eine spannende, als auch lehrreiche Lektüre präsentiert.

Fazit

Sophias Träume, der zweite Teil der "Farben der Schönheit"-Trilogie braucht sich nicht zu verstecken. Sophias Reise wird spannend weiter erzählt und es war eine Freude Sophias Entwicklung zu beobachten. Aber Achtung: Das Buch gipfelt in einem gemeinen Cliffhanger. Natürlich werde ich den Abschlussband der Trilogie auch noch lesen und kann somit nichts anderes als eine Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung vom 26.08.2020
Immernacht
MacKenzie, Ross

Immernacht


gut

Der Klappentext zu Immernacht hat mich sofort überzeugt und ich wusste, dass ich mir Larabelle Fox' Geschichte nicht entgehen lassen durfte. Ich meine, es ist von magischen Artefakten, bösen, machtgierigen Hexen und Dschinns die Rede. Welches Fantasyherz blüht bei so einer Beschreibung nicht auf? Dazu kommt der wunderschöne und sehr bildhafte Schreibstil des Autors. Mein erster Eindruck war auf jeden Fall ein sehr guter. Leider kam nach ein paar Kapitel die erste Ernüchterung und ich fragte mich, wann die Geschichte denn endlich so richtig los geht.
Leider hat der Autor meines Erachtens das Potenzial der Geschichte nicht voll ausgeschöpft. Das was wir als Klappentext lesen, passiert tatsächlich erst ab der zweiten Hälfte des Buches. Ab da wurde es dann auch richtig spannend, wenngleich sich die Ereignisse für meinen Geschmack dann etwas überschlagen haben und teilweise auch sehr aprubt und sprunghaft abgehandelt würden. Im Großen und Ganzen fand ich es aber dennoch spannend und mitreißend.
Die erste Hälfte des Buches ist zwar interessant, plätschert aber ein bisschen vor sich hin. Ich hätte mir das Ganze etwas ausgewogener gewünscht.

Wir lernen zunächst Larabelle Fox kennen. Das junge Waisenmädchen ist eine Tosherin, die in den Abwasserkanälen der Stadt nach wertvollen Gegenständen sucht und mit dem Verkauf ihren Lebensunterhalt bestreitet. Ihr zur Seite steht Joe Littlefoot, ihr bester Freund. Als Lara eines Tages ein Holzkästchen aus dem Wasser fischt, zieht sie die Aufmerksamkeit des Dschinn Schattenjack auf sich. Schattenjack wurde von Mrs. Hester, der bösen Beraterin des Königs, ausgesendet, das Kästchen zu finden und alles zu vernichten, was ihm dabei im Weg steht. Ab dem Zeitpunkt, zu dem Lara das Kästchen in ihren Besitz bringt, konnte ich voll und ganz in der Geschichte eintauchen. Das Buch wurde ab der Hälfte so richtig rasant und spannend und konnte auch mit ein, zwei überraschenden Wendungen aufwarten. Das Ende war zudem sehr gelungen, wenngleich auch ein bisschen vorhersehbar.

Besonders gut hat mir die von Ross MacKenzie geschaffene Welt, mit ihren Steam-Punk-Elementen gefallen. Da gibt's zum Beispiel Zauberstäbe, die wie Pistolen nachgeladen werden müssen, um zu funktionieren. Einfach genial! Und auch andere teilweise magische Gegenstände und Maschinen machen Lara's Heimat zu einem faszinierenden, jedoch auch sehr düsteren, Ort.

Außerdem sollte man vielleicht erwähnen, dass das Buch mit einigen grausamen und blutigen Szenen aufwartet. Mich als erwachsenen Leser hat das nicht gestört, ganz im Gegenteil. Junge Leser/innen sollten aber wissen, dass Immernacht ein dunkles und schauderhaftes Fantasybuch ist.

Fazit:

Immernacht erzählt eine faszinierende und magische Geschichte in einer Steampunk angehauchten Welt und bedient sich dabei dem klassischen Element Gut gegen Böse. Auf der einen Seite steht die junge Tosherin Larabelle Fox, welche gemeinsam mit ihren Freunden den Kampf gegen die Böse und machthungrige Mrs. Hester und ihren Schergen antritt. Leider beginnt die Geschichte erst ab der Hälfte so richtig, was ich etwas unausgewogen empfunden habe. Durch die tollen Beschreibungen der Welt und den liebevollen, teils skurillen Charakteren, war das Buch aber dennoch ein besonderes Leseerlebnis für mich und hat mir ein paar schöne Stunden bereitet.

Bewertung vom 29.07.2020
Der Würfelmörder / Fabian Risk Bd.4
Ahnhem, Stefan

Der Würfelmörder / Fabian Risk Bd.4


weniger gut

Wie fasst man einen Mörder, der kein Motiv hat?

Meine Meinung

aus alt mach neu

Der Würfelmörder ist die Neuauflage eines bereits im Jahr 2019 unter dem Titel "10 Stunden tot" erschienen Thrillers. Auch optisch wurde das Buch verändert und neu eingekleidet. Was ursprünglich Teil einer Reihe war, wird jetzt neu als Dilogie verkauft, die eigenständig lesbar ist.

zu viele Handlungsstränge

Ich muss gestehen, dass ich mir aufgrund der vielen Handlungsstränge, die parallel laufen, richtig schwer getan habe einen Zugang zum Buch zu finden. Der eigentliche Fall rund um die Morde des Würfelmörders sind bei all den anderen Ereignissen vollkommen ins Hintertreffen geraten, dabei wäre genau das das Interessante und Spannende gewesen.
Dazu kam, dass zu viele Personen und Namen auf mich eingeprasselt sind und ich diese nur mit Mühe zuordnen bzw. auseinanderhalten konnte.

atmosphärischer und spannender Schreibstil

Stefan Ahnhems Schreibstil hat es mir auch nicht leicht gemacht. Er schreibt zwar sehr atmosphärisch und hat viele Cliffhanger eingebaut, was die Spannung belebt; mir bringt der schönste und flüssigste Schreibstil aber nichts, wenn die Handlung derart komplex ist, dass ich nicht mehr mitkomme.

und das Beste kommt zum Schluss

Wer den Fall um den Würfelmörder aufklären will, muss auch den zweiten Teil "Die Rückkehr des Würfelmörders" lesen. Der erste Band endet nämlich offen. Für mich wäre das jetzt kein negativer Kritikpunkt, allerdings werde ich die Reihe vorerst nicht beenden.

Fazit

"Der Würfelmörder 1" von Stefan Ahnhem ist ein unglaublich intensiver und komplexer Thriller mit vielen Handlungssträngen und Erzählperspektiven. Der eigentliche Fall um den Würfelmörder ist jedoch leider in den Hintergrund geraten. Außerdem kamen mir zu viele Personen vor. Eventuell hätte ich mir leichter getan, wenn ich die Vorgänger kennen würde. Da der Würfelmörder allerdings als Auftakt einer Dilogie verkauft wird, bin ich davon ausgegangen, dass man kein Vorwissen benötigt.

Leider kann ich dieses Mal keine Leseempfehlung aussprechen. Das Buch bekommt 2 Sternchen von mir.

Bewertung vom 24.07.2020
DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1
Jonasson, Ragnar

DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Dunkel
von Ragnar Jonasson
⭐⭐⭐⭐⭐/5 Sternen



Rezension

[Werbung] Dunkel ist der Auftakt einer Thriller-Trilogie rund um Kommissarin Hulda Hermannsdottir. Warum ich so begeistert bin, könnt ihr in meiner Rezension lesen.

Das erwartet euch

Hulda Hermannsdottir, Kommissarin der Polizei Reykjavik, steht kurz vor ihrer Pensionierung. In den wenigen Tagen, die ihr noch im aktiven Polizeidienst bleiben, ermittelt Hulda im Fall der russischen Asylbewerberin Elena, deren Tod von einem Kollegen als Selbstmord eingestuft wurde. Hulda kann dies nicht glauben und fördert recht schnell neue Informationen zu Tage, die die Geschehnisse von vor einem Jahr in ein ganz neues Licht rücken.

Meine Meinung

zum Cover

Das Schwarz-Weiß-Cover ist sehr minimalistisch gehalten und strahlt die typische nordländische Kühle aus. Ich finde es sehr gut gelungen.

zum Schreibstil

Der isländische Autor Ragnar Jonasson hat mich mit seinen ruhigen Stil sofort überzeugt. Er schreibt in sehr einfachen und kurzen Sätzen. Auch die Kapitel sind recht kurz gehalten, was bei mir den Drang ausgelöst hat, fortwährend weiterlesen zu müssen. Der Autor hat mit jedem Kapitelende die Spannung so hoch geschraubt, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Tatsächlich habe ich für die 365 Seiten auch nur 1 1/2 Tage gebraucht.

zur Handlung & den Charakteren

Zunächst einmal finde die Idee zu dieser rückwärts erzählten Trilogie absolut grandios. Ich habe noch nie eine Reihe in dieser Form gelesen.

Kommissarin Hulda Hermannsdottir ist die tragische Heldin dieser Geschichte. Sie ist eine Einzelgängerin wie sie im Buche steht und pflegt nur wenige soziale Kontakte. Trotz ihrer teilweise sehr verschrobenen Art habe ich sie schnell ins Herz geschlossen.

Ragnar Jonasson verknüpft gekonnt Gegenwart und Vergangenheit. Durch die Rückblenden lernen wir Hulda nicht nur besser kennen, sondern lernen auch ihre Verhaltens- und Denkmuster zu verstehen. Der Autor hat aber nicht nur seiner "einsamsten Kommissarin Islands" die notwendige Tiefe verliehen, sondern auch die Nebencharaktere sehr authentisch dargestellt. Ich gehe davon aus, dass wir in den weiteren Teilen noch einen tieferen und persönlicheren Einblick in Huldas Leben und ihre Gedankenwelt bekommen und darauf freue ich mich jetzt schon. Huldas Leben ist es nämlich für sich allein schon wert gelesen zu werden.

Der Kriminalfall selbst ist jetzt nicht sehr außergewöhnlich, konnte mich aber durch seine geschickten Wendungen voll überzeugen. Besonders gut haben mir die kurzen Kapitel aus den letzten Stunden von Elena gefallen. Und auch wenn ich schon wusste, welches Schicksal Elena ereilt, so habe ich dennoch mit ihr mitgefiebert.

Ich würde das Buch als tollen Pageturner beschreiben, der ohne große Action auskommt und den man dennoch nicht aus der Hand legen kann.

Fazit

Dunkel ist der Auftakt einer ungewöhnlichen Thriller-Trilogie, welche rückwärts erzählt wird. Der isländische Autor Ragnar Jonasson lässt seine einsame Kommissarin Hulda Hermannsdottir ein letztes Mal ermitteln. Dabei tauchen wir neben den laufenden Ermittlungen tief in die Vergangenheit von Hulda ein, wo so manches dunkles Ereignis zu Tage gefördert wird. Der Autor hat gekonnt Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben und präsentiert einen düsteren Thriller, der sehr ruhig ist und ohne Action auskommt.
Das Buch ist ein großartiger Pageturner, der mit schockierenden Schlüsselmomentem glänzt und einem am Ende sprachlos, ja geradezu fassungslos, zurück lässt. Ich kann gar nichts anderes als eine Leseempfehlung aussprechen.