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Bewertungen

Insgesamt 21 Bewertungen
Bewertung vom 23.10.2017
Im Traum kannst du nicht lügen
Persson Giolito, Malin

Im Traum kannst du nicht lügen


ausgezeichnet

Täter oder Opfer?

" Im Traum kannst du nicht lügen" ist der vierte Roman der schwedischen Autorin Malin Persson Giolito und erscheint im Lübbe Verlag. Er wurde 2016 als bester Kriminalroman Schwedens ausgezeichnet.

Inhalt:
In einem Stockholmer Gymnasium geschieht ein Massaker.Der 18 jährige Sebastian Fagermann erschießt während eines Amokaufes seinen Lehrer und seine Mitschüler. Seine Freundin Maria Norberg,genannt Maja überlebt das Massaker.Es stellt sich heraus,daß Maja ihre Freundin Amanda und letztlich Sebastian selbst erschoss. Was sind die Hintergründe der Tat und ist Maja wirklich die Drahtzieherin des Amoklaufes ? Ist sie Mittäter oder Opfer?
Meine Meinung:
Dieses Buch gehört zu den besten Büchern,die ich dieses Jahr lesen durfte. Obwohl es als Kriminalroman bezeichnet wird ,ist es jedoch weitaus mehr als das.Es ist auch ein Buch über den Übergang von der Kindheit in das Erwachsensein und setzt sich sehr kritisch mit unserer Gesellschaft auseinander. Wie kann es passieren,dass ein junger Erwachsener mehr und mehr dem Abgrund entgegensteuert und alle,selbst der eigene Vater schauen zu ohne wirklich helfen zu wollen? Dieses Buch zeigt auf,wie blind unsere Gesellschaft für die Nöte der Mitmenschen geworden ist.Maja ist ein typischer Teenager. Aufmüpfig,frech, gleichzeitig jedoch sehr intelligent und liebenswert.Sie wirkt auf mich sehr autenthisch,wie das Mädchen von Nebenan. Das besondere an diesem Buch ist für mich,dass das Geschehen aus Majas Sicht erzählt wird.Während des Lesens kam ich mir vor,als säße ich mit einem Glas Wein Maja gegenüber und sie würde mir ihre Geschichte erzählen.Dabei erfährt man alle Facetten eines jungen Erwachsenen: Die erste große Liebe,der innere Kampf mit dem Erwachsenwerden,das Gefühl,mit allem überfordert und alleine gelassen zu sein,die Rebellion gegen die Eltern und auch die Erfahrungen mit Drogenkonsum und dessen Folgen. Sebastian ist für mich eine tragische Figur.Von der Mutter verlassen,vom Vater gehasst ,sucht er Zuflucht in Alkohol und Drogen,die ihn langsam aber stetig an den Abgrund bringen.Maja , die Einzige die ihn liebt,ist jedoch durch seine Persönlichkeit und seine Exzesse zunehmend überfordert. So nimmt das Schicksal seinen Lauf und alle sehen zu...
Fazit:
Dieses Buch wurde zu Recht als bester Kriminalroman Schwedens ausgezeichnet.Ich freue mich auf viele weitere Bücher dieser tollen Autorin und vergebe fünf Sterne und meine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 05.07.2017
Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1
Cross, Ethan

Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1


gut

Hat mich leider nicht überzeugt
"Ich bin die Nacht" von Ethan Cross ist der erste Band der Shepherd Reihe um den Serienmörder Francis Ackermann Junior. Bisher sind schon 3 Folgebände erschienen:" Ich bin die Angst","Ich bin der Schmerz" und "Ich bin der Zorn.Alle Bände werden vom Bastei Lübbe Verlag publiziert. Ethan Cross ist das Pseudonym des amerikanischen Autors Aaron Brown,der mit seiner Familie in Illinois lebt.
Meine Meinung:
Leider hat mich dieses Buch nicht gepackt.Der Autor schreibt in einem Stil,der sofort ins Ohr geht.Die Kapitel lesen sich flüssig und die Grundidee des Buches bietet Stoff für einen grandiosen Thriller.Ein Serienmörder,der von seinem Vater durch grausame Qualen und Gehirnwäsche zu dem gemacht wurde,was er ist und ein Ex Cop ,der nach einer verhängnisvollen Entscheidung in einer Sinn-und Lebenskrise steckt treffen aufeinander.Die Umsetzung fand ich dann leider nicht sehr gelungen.Die ersten Kapitel dümpeln relativ zusammenhangslos vor sich hin und echte Spannung wollte sich bei mir nicht einstellen.Erst ab dem zweiten Teil des Buches beginnt die eigentliche Story,wobei Francis Ackermann immer mehr zu einer Randfigur wird,während sich fast alles um den Ex Cop Marcus dreht.Die Handlung erschien mir doch sehr konstruiert und Marcus scheint ja ein wirklicher Übermensch zu sein,der mich zusehends an die glorreichen Helden in Action Filmen erinnert hat.Das mag ja in einem Action Film durchaus passend sein,für einen Thriller war es mir dann doch zu klischeehaft.Auch das Ende war für meinen Geschmack sehr überzogen und unglaubwürdig.
Fazit:Dieses Buch ist polarisierend.Meiner Meinung nach wurde die Grundidee wenig überzeugend, überzogen und konstruiert umgesetzt.Allerdings hat mich das Buch nichtsdetotrotz recht gut unterhalten.Daher vergebe ich 3 Sterne.

Bewertung vom 12.06.2017
Totenengel / Eve Clay Bd.2
Roberts, Mark

Totenengel / Eve Clay Bd.2


sehr gut

Abgründe menschlicher Perversionen
Der Thriller" Totenengel" von Mark Roberts erscheint im Bastei Lübbe Verlag und ist nach "Totenprediger"das zweite Buch des Autors um die Kommissarin Eve Clay.
In Liverpool wird ein alter Kunsthistoriker auf grausame Weise ermordet und zur Schau gestellt.Er führte mit seiner Tochter Louise ein sehr zurückgezogenes Leben.DCI Eve Clay und ihr Team ermitteln und tauchen schon sehr bald in ein finsteres Geflecht aus Hass,religiösem Wahn und Perversion ein.
Dieses Buch ist ein furioser und spannender Thriller über menschliche Abgründe ,religiösem Wahn und sexuelle Perversionen. Die Kapitel sind recht kurz gehalten und der Leser fliegt geradezu durch die Seiten. Eve ist eine sehr intelligente und sympathische Ermittlerin mit einer undurchsichtigen Vergangenheit die im Prolog kurz beleuchtet wird und von der ich gerne mehr erfahren hätte.Überraschend fand ich ,daß Eve im Gegensatz zu anderen Ermittlern eine sehr liebevolle Ehe mit einem Mann führt,der sehr verständnisvoll ist und sie in allem unterstützt.Etwas unglaubwürdig erschien mir auch die Harmonie in Eve's Ermittlerteam.Jeder kommt mit Jedem gut aus und es gibt weder Spannungen,noch Streiereien.Der Schreibstil des Autors hat mich dann aber mehr als entschädigt. Mark Roberts schreibt und beschreibt in einer sehr bildhaften und klaren Sprache die nachhaltig beeindruckt.Nur ein Beispiel dafür ist die sehr detaillierte Beschreibung der Obduktion Lawson's,die wahrhaftig nichts für schwache Mägen ist.Roberts entführt uns in seelische Abgründe und sexuelle Perversionen die beim Leser ein grausames Kopfkino auslösen,welches nicht so einfach zu verdauen ist. Leider lässt die Spannung nach einem sehr furiosen Beginn im zweiten Teil des Buches etwas nach.Im dritten Teil nimmt der Autor jedoch wieder volle Fahrt auf.Es wird wieder spannend und die Ereignisse prasseln Schlag auf Schlag auf den Leser nieder,bis hin zu dem für mich doch überraschenden Ende.
Fazit:
Kein Buch für Zartbesaitete,für den hartgesottenen Thrillerfan jedoch ein Genuß! Es bekommt von mir 4 wohlverdiente Sterne!

Bewertung vom 25.02.2017
Wenn ich jetzt nicht gehe
Dueñas, María

Wenn ich jetzt nicht gehe


ausgezeichnet

Glücksritter
Mauro Larrea steht vor dem Scherbenhaufen seiner Existenz.Vor 20 Jahren kam er als Witwer und Vater zweier KInder nach Mexiko und schaffte es durch harte Arbeit und viel Wagemut zu einem der reichsten Männer von Mexiko-Stadt aufzusteigen.Aufgrund einer Fehlinvestition steht er nun vor dem finanziellen Ruin.In einer Nacht-und Nebelaktion verpfändet er seinen Palast und verkauft seinen ganzen restlichen Besitz um seine Schulden begleichen zu können.Danach besteigt er,nur von seinem Diener Santos begleitet, ein Schiff nach Kuba.Dort beginnt die abenteuerliche und auch gefährliche Suche nach Reichtum und dem großen Glück.Dabei begegnet er der klugen, schönen und geheimnisvollen Soledat.Eine Begegnug,die seinem Leben eine erneute Wendung geben wird....

Die Protagonisten wirken lebensecht und authentisch.Der charismatische und zugleich draufgängerische Mauro,der mit dem Mut der Verzweiflung sein altes Leben hinter sich lässt und einen Neuanfang wagt.Andrade,sein Prokurist und enger Vertrauter,der ihm immer den Rücken stärkt.Mariana,die schöne und auch kluge Tochter und Nicolas der Sohn,der seinen Weg erst noch finden muss.Santos,der treue Diener,der seinen Herrn niemals im Stich lässt und die kluge,schöne und geheimnisvolle Soledat.
Maria Duenas gelingt es ,eine großartige Geschichte zu erzählen.Sie verwebt mit ihrer Erzählkunst die einzelnen Schicksale meisterhaft miteinander und schickt den Leser auf eine Reise,die fesselt und in ihren Bann zieht.Man versinkt im Ozean der Wörter und taucht ein in einen Strudel aus Liebe,Hass, Verrat und der Suche nach dem großen Glück.
Dieses Buch bekommt meine absolute Leseempfehlung! 5 sehr verdiente Sterne!

Bewertung vom 21.02.2017
Saures
Janssen, Freddie

Saures


ausgezeichnet

Sauer und lecker
Das Kochbuch" Saures" von Freddi Janssen ist kein reines Kochbuch . Es gibt einiges zu lesen und man erfährt viel Wissenswertes rund um das Einlegen und Fermentieren.Das Buch beginnt damit,daß die Autorin kurz ihren (sehr interessanten) Werdegang schildert.
Toll fand ich auch die Tips für ein gutes Gelingen.Zum Beispiel,daß die Gläser immer die gleiche Temperatur wie die Essiglake haben sollten,warum es wichtig ist hochwertige Zutaten zu verwenden,welche Ausrüstung man benötigt und vieles mehr.
Etliche Zutaten musste ich mir erst besorgen. Da sich in meinem näheren Umfeld leider kein Asia-Laden befindet,habe ich alles im Internet bestellt und auch erhalten.
Danach konnten meine Einlegeversuche beginnen:
Ich habe mich vorerst für die Essiggurken,die Chipotle-Eier und das eingelegte Gemüse Giardiniera entschieden.
Die Beschreibung aller Rezepte fand ich klar gegliedert.Alle Schritte waren gut erkärt und kinderleicht durchzuführen.Toll finde ich auch,daß Frau Janssen zu jedem Rezept eine kurze Info gibt,wann man das Eingelegte essen kann und wie lange es sich nach dem Anbruch hält.Abgerundet wird das Ganze durch viele liebevoll gestaltete Fotos. Das Einlegen ging relativ schnell von Statten und hat mir sehr viel Spaß gemacht.Die Gläser werden nach dem Befüllen entweder im Kühlschrank oder wie beim Gemüse in einem kühlen und dunklen Raum gelagert. Danach heißt es ein paar Tage warten.
Heute stand dann Testessen auf dem Programm und meine Erwartungen wurden nicht Enttäuscht. Die Gurken haben einen sehr feinen Geschmack.Ich fand sie lediglich etwas zu sauer.Daher werde ich das nächste mal am Mischungsverhältnis Wasser/Essig etwas ändern.
Die Chipotle -Eier haben ganz leicht den Geschmack der Adobo-Soße angenommen und schmecken leicht scharf. Sie passen bestimmt gut( wie im Buch empfohlen) zu Tortilla-Chips und Bier.
Das Gemüse muß leider noch ziehen,daher konnte ich es noch nicht testen.
Aber ich freue mich schon darauf.

Fazit:
Dieses Kochbuch ist ein Must Have für jeden,der Saures und Fermentiertes liebt.Die exotischen Gewürze und Zutaten runden das Ganze ab und verleihen den Speisen einen außergewöhnlichen Geschmack.Ich werde mit Sicherheit noch einiges daraus zubereiten.
Von mir eine klare Empfehlung: 5 verdiente Sterne!

Bewertung vom 22.01.2017
Glücksmädchen / Ellen Tamm Bd.1
Bley, Mikaela

Glücksmädchen / Ellen Tamm Bd.1


sehr gut

Armes reiches Mädchen

Die 8 jährige Lycke wird in Stockholm als vermisst gemeldet.
Nachdem sie von ihrer Stiefmutter am Tennisplatz abgesetzt wurde hat niemand mehr etwas von ihr gesehen.
Die Kriminalreporterin Ellen Tamm wird von ihrem Chef regelrecht genötigt,in diesem Fall zu recherchieren. Dieser Auftrag bringt Ellen jedoch an ihre psychischen und physischen Grenzen,denn er befreit die Dämonen ihrer Vergangenheit .Ellens Zwillingsschwester verunglückte tödlich,als beide im geichen Alter wie Lycke waren.Ellen fühlt sich bis heute verantwortlich für ihren Tod,den sie nie verarbeiten konnte...Fieberhaft sucht sie nach dem Kind und bringt nach und nach immer mehr Familiengeheimnisse ans Tageslicht.

Das Cover des Buches ist ein richtiger Eye-Catcher und hat mich auf Anhieb angesprochen. Leider hat der Roman dann doch nicht ganz gehalten,was das Cover und die Pressestimmen versprachen. Ich persönlich hätte für das Buch auch einen anderen Titel gewählt,weil er meiner Meinung nach nicht richtig zum Inhalt des Buches passt.
Ellen Tamm ist mir von Beginn an sehr sympathisch.Sie trägt eine schwere Last mit sich herum und in Liebesdingen scheint sie auch kein Glück zu haben.Für meinen Geschmack sucht sie jedoch zu oft Trost im Alkohol. In Vino veritas?
Die Familie Lyckes(wenn man es überhaupt so nennen kann,ich würde eher sagen die Ernährer) hat mich total schockiert. Eine Mutter,die keine richtige Bindung zu ihrer Tochter hat und sich nur für Geld und ihren Job als Maklerin interessiert und auch nach 8 Jahren eine Wochenbettdepression dafür verantwortlich macht; ein Vater,der eine neue Familie gegründet hat und sich um seine Erstgeborene überhaupt nicht kümmert. Und als Sahnehäubchen die böse,eifersüchtige Stiefmutter,die in Lycke nur einen Störenfried für ihre kleine Familie sieht und ständig versucht ,sie zu ihrer leiblichen Mutter abzuschieben.Einzig Mona,die Nanny scheint eine liebevolle Beziehung zu diesem einsamen Kind zu haben.
Auch in der Schule ist Lycke eine Außenseiterin.Sie hat keine Freunde,wird sogar gemobbt,aber niemanden interessiert es.Weder die Eltern,noch die Schulleitung.Armes ,reiches Mädchen.

Mikaela Bley schreibt in einer leicht verständlichen Sprache,die trotz des schweren Themas ins Ohr geht und sehr flüssig und ohne Langeweile zu lesen ist. Die Erzählung war zu keinem Zeitpunkt langatmig oder gar langweilig . Wer jedoch Hochspannung erwartet,der wird enttäuscht sein.Leider fehlte mir der Spannungsbogen,der für mich zu einem guten Psychothriller dazugehört.Außerdem war die Handlung von Anfang bis Ende sehr vorhersehbar,was auch für mich zu einem weiteren Spannungsverlust geführt hat. Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch sehr gut unterhalten.
Darum vergebe ich 4 Sterne.

Bewertung vom 22.01.2017
Ab morgen wird alles anders
Gavalda, Anna

Ab morgen wird alles anders


ausgezeichnet

Ab morgen wird alles anders.Wie oft hat ein jeder von uns dies schon gesagt,oder gedacht. Doch wer hat den Mut, auch wirklich seinem Leben eine andere Richtung zu geben?
In ihrem neuen Buch erzählt uns Anna Gavalda Geschichten von Menschen wie du und ich. Fünf Erzählungen,die tatsächlich so geschehen sein könnten.Wir begleiten Menschen,die den Mut haben,einen neuen Weg im Irrgarten ihres Lebens zu beschreiten und dadurch vielleicht sogar ihr Glück finden.Da ist zum Beispiel der LKW- Fahrer Jeannot,der seinen Hund auf seinem letzten Weg begleitet .Doch Jeannot's Weg geht weiter und vielleicht findet er etwas,das er schon verloren geglaubt hat...Oder die junge Mathilde,die haltlos durch ein ziemlich chaotisches und alkoholreiches Leben schlittert und dabei 10000€ ,verliert,die ihr nicht gehören.Doch der erwartete Supergau bleibt aus und Mathilde bekommt die Chance,einen ganz neuen Weg einzuschlagen.

Die Sprache von Anna Gavalda ist einzigartig.Flüssig und federleicht zu lesen aber gleichzeitig poetisch,mit viel Tiefgang,jedoch ohne Pomp and Circumstance.Dieses Buch ist ein geschriebenes Schatzkästchen.
Die Poesie des Lebens.The Circle of life..

Bewertung vom 13.01.2017
Sweetgirl
Mulhauser, Travis

Sweetgirl


ausgezeichnet

Percy,eine Heldin am Rande der Gesellschaft

Das Cover hat mich auf Anhieb angesprochen und nun,wo ich das Buch in meinen Händen halte gefällt es mir noch besser. Es ist ganz in kalten Farben gehalten.Schwarz,weiß(leicht perlmutt) und eisblau.So kalt wie der Blizzard,der in den angedeuteten Bergen wütet.Die Überschrift Sweetgirl ist in das Cover eingestanzt und so mit geschlossenen Augen lesbar.

Inhalt:
Die 16-jährige Percy lebt am Rande der Gesellschaft. Ihre Mutter ist seit Jahren drogenabhängig und kann sich nicht um ihre Kinder kümmern.Seit Percys Schwester geheiratet hat und mit ihrem Mann nach Portland gezogen ist,ist Percy auf sich alleine gestellt.Sie bricht die Schule ab und arbeitet,um sich und ihre Mutter über Wasser halten zu können.
Als sie während eines Blizzards ihre Mutter im Haus des Drogendealers Shelton sucht,findet sie dort ein verwahrlostes,halb verhungertes und fast erfrorenes Baby,dessen Mutter komplett high und weggetreten in Sheltons Wohnzimmer liegt. Für Percy ist sofort klar,daß sie das Baby retten muß,also schnappt sie sich einen Rucksack mit Babysachen und flüchtet aus dem Haus des Dealers.
Weil der Blizzard tobt und ihr bewusst ist,daß sie Hilfe braucht schlägt sie sich zu Portis,einem alkoholsüchtigen Ex-Freund ihrer Mutter durch.
Gemeinsam versuchen sie Jenna in ein Krankenhaus zu bringen,wohl wissend,daß Shelton Jagd auf sie machen wird.
Eine gefährliche Flucht durch Michigans tiefverschneite Berge und Wälder beginnt......

Meine Meinung:

Percy ist ein tolles Mädchen,aber leider ohne jede Chance,etwas aus ihrem Leben zu machen.Denn anstatt zur Schule zu gehen und ein normales Teenagerdasein zu leben kümmert sie sich um ihre drogenabhängige Mutter.
Als sie Baby Jenna findet,erwachen sofort Muttergefühle und ein Beschützerinstinkt in ihr.Ohne Rücksicht auf ihre eigenen Befindlichkeiten (zum Beispiel die Frostbeulen,Hunger und Müdigkeit) hat sie nur noch ein Ziel vor Augen: Die Rettung Jennas.
Auch Portis ist eigentlich ein anständiger Kerl.Obwohl er eigentlich nichts mehr mit Percy's Leben zu tun hat und ein eigenbrödlerischer Alkoholiker ist hilft er ganz spontan ,wohl wissend,wie Gefährlich die Flucht vor Shelton und seinen Schergen sein wird.
Percy's Mutter Carletta würde ich am liebsten windelweich prügeln.Sie ist eine typische Drogenabhängige,die sich nur um ihren nächste Trip sorgt. Sie hat ein so tolles Mädchen wie Percy gar nicht verdient .Für mich ist ihr Verhalten unentschuldbar.
Shelton könnte sogar ein ganz netter Kerl sein,wenn er nicht so tief in seiner Abhängikeit stecken würde.Eigentlich möchte er Jenna ja nur zu ihrer Mutter zurückbringen,erkennt aber in seinem drogenvernebelten Gehirn nicht,daß das Baby bei seiner drogensüchtigen Mutter keine Überlebenschance hat.

Fazit:

Sweetgirl ist eine großartige Erzählung über Menschen,die am Rande der Gesellschaft leben.In phantastischer Art und Weise gelingt es Travis Mulhauser eine Geschichte zu erzählen,die tragisch,komisch und spannend zugleich ist.Dieser Roman hat mich be-und angerührt,zum lachen und zum weinen gebracht.Die Sprache Mulhausers ging mir sofort ins Ohr,wie eine angenehme Melodie und lies mich durch die Seiten fliegen. Gewürzt durch einen Hauch Tragikomik und eine Prise schwarzen Humors war die Geschichte trotz der Tragik leicht zu lesen und zu keinem Zeitpunkt langatmig. Leider war sie viel zu schnell zu Ende.
Ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher von diesem großartigen Erzähler.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.01.2017
DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest
Callaghan, Helen

DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest


ausgezeichnet

Das Cover springt einem regelrecht ins Auge.Die grüne,leuchtende Schrift,das verlassene Auto,die Tür noch geöffnet,ziehen meine Blicke magisch an.Der Blick ins Buch ist unvermeidbar...

Margot Lewis ist Lehrerin in Cambridge. Nebenbei schreibt sie als Kummertastentante die Kolumne Dear Amy für den Cambridge Examiner.
Als ihre Schülerin Katie Browne eines Tages verschwindet ist Margot sehr beunruhigt.Die Polizei ermittelt,geht jedoch davon aus,daß Katie von zu Hause weggelaufen sei. Margot ist jedoch davon überzeugt,daß Katie entführt wurde. Zusätzlich zu den Gedanken,die sie sich über Katies Verschwinden macht,plagen Margot auch etliche private Probleme.Sie steckt mitten in der Scheidung von ihrem Mann Eddy,der sie wegen einer anderen Frau verlassen hat.Zu allem Unglück möchte Eddy ihr nun auch das Haus,das Margot schon vor ihrer Ehe gehörte wegnehmen.Die bevorstehende Scheidung scheint jedoch nicht der einzige Grund für Margots psychische Labilität zu sein. In dieser für sie sehr belastenden Situation bekommt Margot plötzlich sehr beunruhigende Briefe.In den Briefen fleht die Schreiberin Margot an,sie zu finden,da sie sonst getötet würde.Die Verfasserin der Briefe ist angeblich Bethan Avery. Die damals 15 jährige Bethan verschwand 20 Jahre zuvor genauso spurlos wie jetzt Katie.Außer einem blutigen Nachthemd wurde damals nichts von Bethan gefunden,so daß die Polizei glaubte , Bethan sei tot.Als Margot die Briefe zur Polizeiwache bringt,wird sie auch zuerst belächelt.Niemand glaubt ihr,daß Bethan die Verfasserin sein könnte,bis ein Graphologe zweifelsfrei feststellt,daß dies wirklich Bethans Handschrift ist. Damit beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.....

Dieses Buch hat mich gepackt,gefesselt und nicht mehr losgelassen.
Margot war mir gleich sympathisch.Eine nette Lehrerin,die sich um ihre Schüler weit über das Normalmaß kümmert und für sie da ist.
Allerdings wirkt sie auch ein wenig nebulös auf mich.Was ist die Ursache der starken Stimmungsschwankungen,von denen sie geplagt wird? Seltsamerweise scheint sie auch keine Familie zu haben,denn außer zu ihrem Noch Ehemann und ihrer einzigen Freundin Lily scheint sie keine engen sozialen Kontakte zu pflegen. Warum heißt ihre Kolumne ausgerechnet Dear Amy,wo doch sowieso jeder weiß,daß Margot dahinter steckt.Fragen über Fragen.
Dann ist da noch dieser seltsame Dr. Martin Forrester,der am Institut für Forensische Kriminologie arbeitet und sich plötzlich brennend für den Fall interessiert.Bis zum Ende des Buches habe ich mich gefragt,ob er wirklich auf Margots Seite steht,denn er bringt sie immer wieder in unangenehme Situationen,die ich bis zum Ende nicht richtig einordnen konnte,denn er scheint immer mehr zu wissen,als er preis gibt.Zu allem Überfluss verliebt Margot sich auch noch Hals über Kopf in Martin.
Dieses Buch ist sehr vielsschichtig.Die psyschologische Komponente wirkt auf mich sehr gut recherchiert und authentisch.Obwohl dadurch das ansonsten rasante Tempo der Geschichte etwas verlangsamt wurde hat es meinen Lesegenuss nicht geschmälert.Auch die Tatsache,daß man immer wieder kurze Einblicke in die Gefangenschaft Katies bekommt steigerte bei mir die Spannung bis zum Schluß,weil ich mich ständig gefragt habe,ob Katie lebend gefunden wird.Margots dunkle Vergangenheit ,die langsam wie Blasen aus der Tiefe an die Oberfläche steigt um ans Tageslicht zu kommen wird erst am Ende des Buches für den Leser ganz klar.
Fazit:
Dieses Buch bekommt meine Absolute Leseempfehlung! Fünf sehr verdiente Sterne! Absolutely worth reading!!!

Bewertung vom 03.01.2017
Die Geschichte eines neuen Namens / Neapolitanische Saga Bd.2
Ferrante, Elena

Die Geschichte eines neuen Namens / Neapolitanische Saga Bd.2


ausgezeichnet

Es ist das Neapel der Sechziger.Lila und Elena wollen der Armut und der sowohl geistigen und auch räumlichen Beengtheit ihres Viertels, dem Rione, entfliehen.
Jede versucht dies auf ihre eigene Art. Lila heiratet mit gerade mal 16 Jahren den Kaufmann Stefano Carracci.
Sie erkennt mit großem Entsetzen jedoch bereits am Tage ihrer Hochzeit,daß dies ein großer Fehler war. Schlagartig wird ihr klar,daß ihr Ehemann keineswegs der nette Kerl ist,den er während ihrer Verlobungszeit gespielt hat. Er macht Geschäfte mit den von Lila so verhassten Solara Brüdern,die der Camorra angehören.
Außerdem verlangt Stefano die vollkommene Unterwerfung seiner Ehefrau,die mit der Vergewaltigung Lilas in der Hochzeitsnacht beginnt....
Fortan ist Lila gefangen im goldenen Käfig,aus dem sie verzweifelt versucht zu entfliehen.
Elena wählt einen ganz anderen Weg. Sie stürzt sich in ein Leben des Lernens und der Bildung und trotz aller wiedriger Umstände gelingt es ihr,das Abitur zu machen und ein Stipendium für ein Studium in Pisa zu bekommen. Trotz ihrer Armut und auch der sprachlichen Barrieren entwickelt sie sich mit viel Biss und Durchhaltevermögen zu einer hervorragenden Studentin und schließt ihr Studium mit Bestnoten und Auszeichnung ab.
Nebenbei schreibt sie auch noch einen Roman,der wie durch ein Wunder das Interesse eines Verlages weckt und verlegt wird. Leider hat auch sie kein Glück in der Liebe.Obwohl sie zweimal verlobt ist liebt sie keinen ihrer Freunde,weil sie jahrelang heimlich ihrer großen Liebe Nino hinterherrennt. Nino jedoch scheint nur mit ihr zu spielen und lässt sie quasi am langen Arm verhungern.
Schließlich muß Elena sogar noch dabei zuschauen,wie er während eines Urlaubs ,den sie mit Lila,ihrer Schwägerin Pinuccia und Lilas Schwiegermutter auf Ischia verbringt,ein Verhältnis mit Lila beginnt.

Dieses Werk von Elena Ferrante ist viel mehr als eine neapolitanische Saga und auch viel mehr als die Lebensgeschichte von Lila und Elena und deren Freundschaft.
Der Leser wird in das Italien der sechziger Jahre hineinkatapultiert und erfährt viel über das Leben und die Stellung der Frauen in dieser Zeit.
Damals war es üblich jung zu heiraten,schnell viele Kinder zu bekommen und sich um Haushalt, Familie und die Bedürfnisse des Ehemannes zu kümmern.Eigene Bedürfnisse,Wünsche und Träume waren den Frauen bis dato nicht erlaubt.
Lila tut mir furchtbar leid. Sie ist jung,schön,stolz und intelligent und tappt trotzdem in die Ehefalle.Ihr Mann ist brutal.Er schlägt und vergewaltigt sie und möchte eine Schwangerschaft erzwingen,um nach Außen sein Gesicht zu wahren. Lila versucht auf ihre Art und Weise aus diesem Gefängnis auszubrechen und verschlechert damit zusehends ihre Situation.Sie lebt stets an der Grenze dessen,was sie ertragen kann und es ist mir ein Rätsel woher sie die Kraft nimmt um nicht vollständig zu zerbrechen.
Als sie sich Nino zum Liebhaber nimmt,von ihm schwanger wird und ihren Mann verlässt bricht sie damit ein Tabu. Es kommt sogar noch schlimmer.Nino wird das wiederspenstige und sprunghafte Wesen Lilas bald zuviel.Er verlässt sie und Lila kehrt zu ihrem Mann und in die Ehehölle zurück.
Die Freundschaft zu Elena ist für mich mehr eine Hassliebe. Die beiden können nicht miteinander,aber auch nicht ohne einander.Stets ist eine der Beiden eifersüchtig auf die Andere,was zu Streit und Phasen der Trennungen führt. Beide finden jedoch immer wieder eine Ebene,auf der sie weiterhin ihre Freundschaft fortsetzen können.
Für Elena hege ich große Bewunderung,denn sie schafft ess mit viel Disziplin dem Rione aus eigener Kraft zu entkommen und entwickelt sich von einem stets durch Lila eingeschüchterten Kind zu einer jungen erfolgreichen Frau.
Für mich steht Elena für das neue emanzipierte Frauenbild,das sich in dieser Zeit zu entwickeln beginnt.Elena ist für mich eine Gallionsfigur der Emanzipation der italienischen Frau.
Ich muß zugeben,daß auch mich das Ferrante- Fieber gepackt hat und ich lechze nach mehr.