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hapedah

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Insgesamt 772 Bewertungen
Bewertung vom 09.01.2026
Licht, Kira

A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Dritter Band der fesselnden Zeitreise-Serie um Lilly und Damien

Nach der Rückkehr aus dem alten Ägypten, wo sämtliche Zeitreise-Zahnräder endgültig zerstört wurden, glaubt Lilly, dass die Bedrohung durch Damiens Vater endgültig vorbei ist. Doch zwölf Monat später sucht Damien noch immer nach einer Spur von Grayson Belmont, seine verzweifelte Beharrlichkeit hat ihn und Lilly emotional weit voneinander entfernt. In dieser aufgeladenen Situation erscheint Collin MacLeod im Antiquitätenladen und zwingt das zerstrittene Paar dazu, ihn ins Schottland des Jahres 1745 zu begleiten, wo er hofft, die sagenumwobene Perle von Tortuga zu finden. Während Lilly die Rolle als Collins Ehefrau zufällt, muss Damien den gehorsamen Diener geben und hat keinerlei Möglichkeiten, sich mit ihr auszusprechen. Zwischen einer Vielzahl von gesellschaftlichen Zerstreuungen genießt Lilly Collins charmante Zuwendung, doch wie bei jeder Reise in die Vergangenheit, sitzt ihnen die Zeit sprichwörtlich im Nacken.

"A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands" von Kira Licht ist der dritte Band, der fantasievoll geschriebenen Zeitreise-Serie um Lilly deGray und Damien Belmont, der mich gefesselt und fasziniert hat. Obwohl jedes der Bücher ein abgeschlossenes Abenteuer enthält, zieht sich der bedeutendste Handlungsfaden durch alle Fortsetzungen weiter, daher empfehle ich, die Bände in der korrekten Reihenfolge zu lesen. Die Protagonisten waren mir von Anfang an ans Herz gewachsen, so dass ich viel Freude daran hatte, sie erneut in die Vergangenheit zu begleiten.

Den Schreibstil habe ich genau so mitreißend empfunden, wie ich es bereits aus vielen Büchern der Autorin kenne und liebe, die Spannung zog sich auf einem für mich angenehmen Niveau durch die gesamte Geschichte. Dieses Mal hat mir das Leseerlebnis ganz klare Outlander-Vibes gegeben, nicht nur das Jahr, in das Collin mit Lilly und Damien reist, passte dazu, auch die Beschreibung der schottischen Highlands und der geschichtliche Hintergrund ließen Bilder aus der Fernseh-Serie vor meinem geistigen Auge aufblitzen. Der Cliffhanger am Ende weckt schon die Vorfreude auf Band vier, insgesamt habe ich mich ganz wunderbar unterhalten gefühlt, so dass ich für den fantastischen Fortsetzungsroman eine begeisterte Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Erneut gelang es der Autorin, mich mit einer Reise in die Vergangenheit zu bezaubern, ich hatte spannende und vergnügliche Lesestunden, so dass ich dieses Buch gern weiter empfehle.

Bewertung vom 08.01.2026
Faizal, Hafsah

A Steeping of Blood / Blood and Tea Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Solider Abschlussband der fantasievollen Dilogie

Nach der blutigen Pressenacht sind auch Arthie Casimir und ihre Crew schwer angeschlagen, mehr noch als die erlittenen Verletzungen schmerzen die Geheimnisse, die sich zwischen ihnen offenbart haben. Doch der bösartige Regent lässt weiterhin nach ihnen suchen, um diesen übermächtigen Feind besiegen zu können, muss die Casimir-Crew zusammen arbeiten und erneut einen beinahe undurchführbar erscheinenden Plan in die Tat umsetzen. Dafür sieht sich nicht nur Arthie gezwungen, den Geistern der Vergangenheit ins Auge zu blicken, auch Flick und Jin haben mit familiären Erinnerungen zu kämpfen.

"A Steeping of Blood. A Tempest of Tea 2" von Hafsah Faizal ist der Abschlussband einer fantasievoll geschriebenen Dilogie, zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst den ersten Teil gelesen zu haben. Obwohl für mich zwischen den beiden Büchern einige Zeit vergangen war, bin ich unerwartet schnell wieder in Arthies Welt versunken. Sie und ihre Crew waren mir bereits im Auftaktband ans Herz gewachsen und es hat mich gefreut, die Fortsetzung ihres Abenteuers mit zu erleben. Da ich den Eindruck hatte, sie alle schon gut zu kennen, fand ich die Figuren von Anfang an authentisch und emotional gut greifbar.

Den fesselnden Schreibstil der Autorin kenne ich mittlerweile aus einigen ihrer Bücher und auch bei diesem Roman wurde ich nicht enttäuscht, einmal angefangen mochte ich den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Die Kapitel sind abwechselnd aus den Perspektiven von Arthie, Jin und Flick erzählt, dadurch ergaben sich immer wieder kleine Cliffhanger und die Spannung hielt sich auf einem konsequent hohen Niveau. Doch obwohl die Handlung aus dem ersten Band schlüssig fort geführt wurde und ich ununterbrochen mit der Spindrift-Crew mit gefiebert habe, hat mir das gewisse letzte Quäntchen Faszination gefehlt, das aus einem guten Buch ein absolutes Lesehighlight macht. Insgesamt kann ich dennoch von einem soliden Abschluss sprechen, den ich gern weiter empfehle.

Fazit: Den zweiten Band fand ich in selbem Maße spannend, wie den Auftakt und dennoch fehlte mir emotional das letzte Fünkchen, das aus dem soliden Dilogieabschluss ein Jahreshighlight gemacht hätte - zugegeben, das ist Kritik auf sehr hohem Niveau, für den fantasievoll geschriebenen Roman spreche ich dennoch gern eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 05.01.2026
Gornichec, Genevieve

The Witch's Heart - Das Verhängnis (eBook, ePUB)


sehr gut

Faszinierende Neuerzählung von Angrbodas Geschichte

Nachdem die Hexe Angrboda zum dritten mal verbrannt wurde, setzt sie sich in den unwirtlichen Eisenwald ab. Sie erinnert sich, dass ihr Name zuvor Gullveig lautete und dass die Verbrennung eine Strafe des Gottes Odin war, da sie sich weigerte, ihm die Zukunft vorherzusagen. Verletzt und allein trifft sie in den Tiefen des Waldes auf Loki, der Angrboda nicht nur ihr Herz zurück bringt, sondern sich auch kurzerhand zu ihrem Freund erklärt. Immer wieder sucht der unbeständige Loki, der unter den Göttern und Riesen als hinterlistiger Täuscher bekannt ist, die Nähe der Hexe, bis sich ihre Gefühle zu einer intensiven Liebe steigern. Im Lauf der Zeit entstehen daraus drei Kinder, Hel, die einmal die Unterwelt regieren wird, der Wolf Fenrir und die Schlange Jörmungandr. Durch ihre Magie weiß Angrboda, dass diesen Nachkommen eine große Rolle in der Prophezeiung von Ragnarök vorbestimmt ist, doch als liebende Mutter wird sie alles tun, um sich dem Schicksal entgegen zu stellen.

"The Witch's Heart - Das Verhängnis" von Genevieve Gornichec ist eine Neuerzählung der Geschichte der Hexe Angrboda, von der ich (mit meinen zugegebenermaßen eher rudimentären Kenntnissen der nordischen Mythologie) bisher noch absolut nichts gehört hatte. Vielleicht war das im Hinblick auf das Leseerlebnis nicht unbedingt ein Nachteil, denn ich konnte mich ohne irgendwelche Vorkenntnisse oder Erwartungen in die Handlung sinken lassen. Anfangs fand ich den eigenwilligen, unaufgeregten Schreibstil ein wenig sperrig, doch es dauerte gar nicht lange, bis ich mich daran gewöhnt hatte und Angrbodas Alltag fasziniert begleiten konnte. Wer sich in dieser Hinsicht unsicher ist, dem empfehle ich vorab eine Leseprobe, um zu sehen, ob man mit der Schreibweise und der fehlenden Unterteilung in Kapitel warm wird.

Wie es bei Mythologien häufig der Fall ist, habe ich die Figuren eher distanziert wahr genommen, durch Angrbodas lange sehr gleichmütig scheinendes Wesen wirkte sie auf mich emotional recht zweidimensional, auch dem undurchschaubaren Loki, der sich sporadisch bei ihr sehen ließ, konnte ich zunächst nicht wirklich nahe kommen. Und dennoch gelang es der Autorin, Momente seiner Verletzlichkeit einzufangen, wodurch er nicht nur die Hexe sondern auch mich für sich einnehmen konnte. Damit gewann auch Angrboda im meinen Augen an Tiefe, so dass ich ihre Gefühle ab dem zweiten Teil greifbarer fand. Insgesamt hat mich dieser Roman trotz des stellenweise beschaulichen Tempos durchgehend gefesselt, dafür spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Mit meinem recht knappen Wissen über die nordische Mythologie war Angrboda für mich eine ganz neue Figur, Übereinstimmungen und Abweichungen zur Originalgeschichte kann ich daher nicht beurteilen. Trotz der dauerhaft unaufgeregten Schreibweise hat mich das Leseerlebnis gefesselt und fasziniert, so dass ich dieses Buch gern weiter empfehle.

Bewertung vom 05.01.2026
Corland, Mai

Three Shattered Souls / The Broken Blades Bd.3 (eBook, ePUB)


sehr gut

Fesselnder Abschluss der spannenden Fantasy-Trilogie

Nach dem die Attentäter zwei weitere Relikte des Drachenherrschers errungen haben, müssen sie der Wahrheit ins Auge blicken, dass nun die Herrscher sämtlicher Reiche Jagd auf sie machen. Noch immer gibt es Geheimnisse zwischen ihnen, obwohl sie längst zu Freunden geworden sind, jetzt heißt es Verbündete suchen, die ihre ambitionierten Pläne unterstützen und ihnen dabei möglichst nicht in den Rücken fallen. Denn die Benutzung der Drachenrelikte fordert einen hohen Tribut vom jeweiligen Träger, weswegen sich die Klingen nicht allein auf diese Macht verlassen können, um den neuen yusanischen König zu bezwingen.

"Three Shattered Souls" von Mai Corland ist der spannende Abschlussband einer fantasievollen Trilogie. Zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst die beiden Vorgängerbücher gelesen zu haben, da die Handlung unmittelbar an das darin enthaltene Geschehen anknüpft. Bisher haben mich die Ereignisse um die zusammen gewürfelte Gruppe von Attentätern gefesselt und begeistert, das hat sich im Finale fort gesetzt. Dabei waren mir die Protagonisten schon länger ans Herz gewachsen, so dass ich emotional immer an ihrer Seite war und jeden ihrer Erfolge gefeiert, sowie jeden erlittenen Verlust betrauert habe. Für mich haben sich sämtliche Figuren authentisch und lebensecht angefühlt.

Auch der Schreibstil ließ in meinen Augen nichts zu wünschen übrig, ich bin nur so durch die Seiten geflogen und die Spannung hatte mich bis zum Schluss fest im Griff. Da die Geschichte erneut abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptdarsteller geschildert wird, gab es zwischendurch immer wieder kleine Cliffhanger, die mich umso gespannter weiter lesen ließen. Lediglich das Ende hat sich für mich nicht ganz rund angefühlt, obwohl im Prinzip alle offenen Fäden verknüpft wurden - hier kann ich den Finger nicht direkt auf den Punkt legen, ohne zu spoilern. Dennoch hatte ich insgesamt ein unterhaltsames Leseerlebnis, der dritte Band schließt die Reihe solide ab, so dass ich den Roman gern weiter empfehle.

Fazit: Genau so spannend wie die beiden Vorgängerbände, hat mich das Reihenfinale bis zur letzten Seite gefesselt. Für mich fühlte sich das Ende nicht ganz rund an, dennoch handelt es sich meiner Meinung nach um einen soliden Abschlussband, für den ich gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Bewertung vom 04.01.2026
Greenlaw, Rachel

The Ordeals


ausgezeichnet

Fantasievolle Prüfungen an einer magischen Akademie

Solange sie zurück denken kann, lebt Sophia De Winter bei ihrem Onkel, ein magisches Armband, das er einst aus einem Tropfen ihres Blutes schuf, fesselt sie an den kaltherzigen Mann. Um sich von dem Sammler und seinen Aufträgen zu befreien, sieht Sophia nur einen Ausweg, sie muss an den Aufnahmeprüfungen für die Killmarth Akademie teil nehmen. Gerüchten zufolge ist das Gelände von einem so starken Zauber geschützt, dass jede fremde Magie eliminiert wird. Allerdings ahnt Sophia noch nicht, dass sie in jeder einzelnen Prüfung ihr Leben aufs Spiel setzt, um all das zu überstehen, arbeitet sie mit dem Botaniker Alden Locke zusammen - doch kann sie ihm trauen, während sämtliche Anwärter in Konkurrenz zueinander stehen und an der Akademie nur Plätze für weniger als die Hälfte von ihnen vergeben werden?

"The Ordeals" von Rachel Greenlaw ist der spannende Auftaktband einer Fantasy-Reihe, der mich praktisch von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Sophia, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, war mir von Anfang an sympathisch, die Umstände, die ihr Leben seit Kindertagen bestimmen, haben sie zu einer starken jungen Frau geformt. Sowohl die Protagonistin als auch sämtliche andere Figuren habe ich authentisch und lebensecht empfunden, nach wenigen Sätzen war ich emotional bereits tief in die Handlung eingetaucht und habe Hoffnung, Aufregung und natürlich auch Kummer, Zweifel und Zuneigung mit Sophia geteilt.

Der Schreibstil hat mich durchgehend gefesselt, durch die Prüfungen und die mörderische Konkurrenz unter den Anwärtern hielt sich die Spannung auf einem konsequent hohen Niveau, es gab immer ein paar Geheimnisse, die mich abhalten wollten, das Buch zwischenzeitlich einmal aus der Hand zu legen. Wie es bei einem Reihenauftakt nicht anders zu erwarten war, endet das Buch mit einem ordentlichen Cliffhanger, so dass ich es kaum erwarten kann, bis der Fortsetzungsband erscheint. Dieser mitreißende Einstieg in die Geschichte der Killmarth Akademie hat mich dauerhaft fasziniert und begeistert, dafür spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Der spannende Reihenauftakt hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert, dieses fantasievolle Lesevergnügen empfehle ich daher gern weiter.

Bewertung vom 02.01.2026
Handel, Christian

Feenfluch - Dein Wunsch soll erfüllt werden ... (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Faszinierende Dornröschen-Adaption in leicht düsterem Ambiente

Vor sieben Jahren besuchte Kaelith ihre schwangere Schwester und half bei der Geburt. Deshalb war sie nicht im Königsschloss, als ein Fluch sämtliche Bewohner in einen dauerhaften Schlaf versetzte und den gesamten Schlossberg mit dornigen Ranken überzog, die bisher kein Schwert durchdringen konnte. Seit diesem Tag lebt Kaelith mit Schuldgefühlen, denn sowohl ihre Eltern als auch ihre beste Freundin schlafen unter den Dornen. Als eine Wahrsagerin behauptet, nur sie sei in der Lage den Feenfluch zu brechen, macht sich Kaelith unverzüglich auf den Weg in die schimmernden Wälder. Der Magier Thorn begleitet sie, da er die Gefahren des Feenreichs kennt und sie beschützen soll. Doch kann sie dem undurchsichtigen Mann wirklich trauen?

"Feenfluch – Dein Wunsch soll erfüllt werden ..." von Christian Handel ist eine spannende Adaption der Dornröschen-Geschichte, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Anders als beim Original ist es hier ein Dienstmädchen aus dem Königsschloss, das sich dem Fluch der Dornenhecke stellt und mir ist die Protagonistin schnell ans Herz gewachsen. Ihre Stärke liegt nicht in märchenhafter Tapferkeit, seit einem traumatischen Erlebnis in der Kindheit leidet Kaelith z.B. unter Platzangst und ich denke, anfangs sind es eher die Schuldgefühle, die sie dazu bringen, ihre Loyalität zur Prinzessin und ihren Eltern unter Beweis zu stellen. Durch diese menschlichen Schwächen wirkte sie auf mich besonders authentisch und lebensecht, so das ich emotional immer an ihrer Seite war.

Den Schreibstil habe ich genau so fesselnd empfunden, wie ich es bereits aus einigen anderen Büchern des Autors kenne, die Spannung hielt sich während der gesamten Handlung auf einem angenehmen Niveau, so dass ich den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen mochte. Sowohl den Hintergrund als auch sämtliche Figuren fand ich umfassend und greifbar dargestellt, die etwas düstere Atmosphäre passte meiner Meinung nach perfekt dazu. Insgesamt kann ich von einem märchenhaft schönen Leseerlebnis sprechen, das auf jeden Fall Lust macht, weitere Geschichten von Christian Handel zu entdecken und das ich gern weiter empfehle.

Fazit: Diese Dornröschen-Adaption glänzt mit leicht düsterer Atmosphäre und fantasievoll beschriebenen Figuren. Mich hat die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und fasziniert, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Bewertung vom 28.12.2025
Woywod, Torsten

Mathilde und Marie (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Entschleunigung in jeder einzelnen Leseminute

Als die Studentin Marie aus der Hektik ihres Lebens in Paris ausbricht und ohne bestimmtes Ziel in einen Zug steigt, ahnt sie noch nicht, wie sehr dieser Aufbruch ihr Leben verändert. Denn hier trifft sie die Isländerin Jónína, die sie zu sich nach Hause in das Dörfchen Redu einlädt. Schon bald nach ihrer Ankunft stellt Marie fest, dass die Zeit in dem kleinen Ort in den belgischen Ardennen anscheinend langsamer verläuft, fernab von großen Metropolen und ohne dauerhaften Zugang zum Internet. Im ganzen Dorf gibt es nur einen Fernseher, dafür aber dreizehn Buchhandlungen, hier fühlt sich Marie vom ersten Tag an wohl. Und je länger sie in Redu lebt, umso mehr trägt sie auch selbst zum Erblühen der Gemeinschaft bei, selbst ihre mürrische Nachbarin Mathilde kann sich dem Zauber der liebenswürdigen Französin nicht entziehen.

"Mathilde und Marie" von Torsten Woywod ist eine ruhig erzählte Geschichte, die auf jeder einzelnen Seite zum Entschleunigen einlädt. Das zauberhafte Dörfchen Redu, von dem ich erst im Nachwort des Autors erfahren habe, dass es wirklich existiert, hat mich genau so begeistert, wie die liebenswerten Figuren. Nicht nur die im Titel genannten Frauen, auch Jónína, der zurückhaltende Bäcker Thomas und einige weitere Bewohner Redus haben sich still und leise in mein Herz geschlichen, so dass ich emotional immer an ihrer Seite war.

Den gemächlichen Schreibstil mochte ich sehr, in jeder Leseminute hatte ich den Eindruck, dass der Alltagsstress mehr und mehr von mir abfiel. Neben den zwischenmenschlichen Begegnungen trug auch die Beschreibung der idyllischen Umgebung zu meiner persönlichen Entspannung bei, Maries Wissensdurst bezüglich der heimischen Flora und Fauna und Mathildes Erinnerungen an ihre Kindheit ließen den Hintergrund in meinen Augen noch plastischer erscheinen. Im gesamten Buch war für mich spürbar, wie sehr der Autor selbst diese Gegend schätzt, seine Darstellung hat in mir die Lust geweckt, einmal selbst dieses Bücherdörfchen in Belgien zu besuchen. Wer sich auf das geruhsame Erzähltempo einlassen kann, den erwartet ein wunderbar entschleunigtes Lesevergnügen, das ich gern weiter empfehle.

Fazit: Der geruhsame Schreibstil, die liebenswerten Figuren und der idyllische Hintergrund vereinigen sich zu einem herrlich entschleunigenden Leseerlebnis, das mich entspannt und begeistert zurück gelassen hat.

Bewertung vom 21.12.2025
Suchanek, Andreas

Dragons in Secret - Lazarus erwacht


ausgezeichnet

Fesselnde Fortsetzung der fantasievollen Drachenwandler-Reihe

Obwohl in der Drachengesellschaft nicht bekannt ist, welcher Familie Ashley wirklich entstammt, bleibt ihr wenig Zeit, sich an die neue Existenzform zu gewöhnen. In ihrem Hort häufen sich die Spuren des Mannes, der sie während ihrer ersten Lebensjahre begleitet hat, so dass Ashley und ihre Freunde sich auf die Suche nach ihm begeben, ohne zu ahnen, ob der Unbekannte überhaupt noch am Leben ist. Nach wie vor sind ihnen die Jäger dabei dicht auf den Fersen, die nicht nur besser organisiert sind, als sich die Drachen vorstellen konnten, sondern auch über viel geheimes Wissen verfügen, das Caleb, Jacob und Grayson in den Archiven ihrer Familien zu finden hoffen.

"Dragons in Secret - Lazarus erwacht" von Andreas Suchanek ist der zweite Band einer spannenden Urban-Fantasy-Reihe, der mich sogar noch mehr gefesselt und begeistert hat, als sein Vorgänger. Zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst Teil 1 gelesen zu haben, da die Ereignisse hier unmittelbar weiter geführt werden. Ashley und ihre Freunde waren mir bereits mit dem Reihenauftakt ans Herz gewachsen und ich habe mich gefreut, erneut in ihre Welt eintauchen zu können. Das fehlende Hintergrundwissen zu den Drachenfamilien und der Gesellschaft der Jäger, die ihnen seit Jahrhunderten auf der Spur sind, wurde in diesem Buch durch kleine Rückblenden in die Vergangenheit nach und nach etwas ergänzt, was mich ganz besonders fasziniert hat.

Der mitreißende Schreibstil hatte mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen, auch die Spannung habe ich durchgehend auf einem angenehm hohen Niveau empfunden. Während sich für mich im ersten Band das Gesamtbild um die geheime Drachengesellschaft noch ein wenig zerstückelt angefühlt hatte, gab der Autor in dieser Fortsetzung das eine oder andere Geheimnis preis, so dass zwar immer noch genügend Potential zum mit raten blieb, ich aber den Eindruck hatte, endlich wirklich in der Geschichte angekommen zu sein. Dadurch ließ dieses Lesevergnügen meiner Meinung nach keine Wünsche offen, da sich die Reihe weiter fort setzt, endete der Roman erwartungsgemäß auf einen Cliffhanger, der mich gespannt auf den nächsten Teil warten lässt. Für diesen fantasievollen zweiten Band spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Meine (kleinen) Kritikpunkte zum ersten Band wurden in dieser Fortsetzung komplett aufgelöst, ich habe jede einzelne Leseminute geliebt und empfehle das Buch begeistert weiter.

Bewertung vom 18.12.2025
Asher, Ivy; Kennedy, Raven

Rabid (eBook, ePUB)


sehr gut

Fantasievoll geschriebene Wolfswandler-Geschichte

Schon seit Jahren geht Seneca den Avancen ihres Rudelanführers aus dem Weg, doch nun steht die Zeremonie bevor, die sie mit einem Wolfsgeist vereinen wird, so dass sie endlich in ihre Tiergestalt wechseln kann. Doch das Ritual verläuft nicht wie geplant, Seneca kann die Wölfin in sich nicht kontrollieren, aggressiv und ungezähmt greift diese den aufdringlichen Alpha an. Zur Strafe wird sie nicht nur aus dem Rudel verbannt, Alpha Burke setzt sie auch noch gefesselt im Revier des Ruin-Falls-Rudels aus, dem der Ruf vorauseilt, grausam und blutrünstig zu sein. Besonders deren Alpha Tyran soll eine mörderische Bestie sein - doch genau der erhebt Anspruch auf Seneca und die Wölfin in ihr ist mehr als begeistert davon.

"Rabid" von Ivy Asher und Raven Kennedy ist ein fantasievoll geschriebener Einzelband, der mich praktisch von der ersten Zeile an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte wird in der ersten Person aus Senecas Perspektive erzählt, dennoch hat es eine Weile gedauert, ehe ich das Gefühl bekam, die Protagonistin etwas besser zu kennen. Denn die Autorinnen werfen ihre Leser ohne großes Vorgeplänkel direkt in das Geschehen hinein, das mit der Beerdigung von Senecas Mutter beginnt. In ihrer Trauer erinnert sich die junge Frau zwar wehmütig an deren liebevolles Wesen, doch anschließend überschlagen sich die Ereignisse regelrecht, erst nach und nach blitzen kleine Abschnitte der Vergangenheit auf, so dass ich das Bild von Alpha Burke und Senecas Alltag im Rudel nur langsam vervollständigen konnte.

Den Schreibstil habe ich genau so fesselnd empfunden, wie es bei der "The Darkest Gold" - Reihe von Raven Kennedy der Fall war, die Handlung ist meiner Meinung nach gleichermaßen spannend und von expliziter Erotik geprägt. Dabei steht die unterschiedlich starke Dominanz der Wolfspersönlichkeiten deutlich im Vordergrund, wie ich es von einem Gestaltwandler-Buch nicht anders erwartet hätte. Darauf sollte man sich einlassen können, um Freude an dem Leseerlebnis zu haben, nicht nur Kampf und Unterwerfung vor der Paarbindung, auch Gewalt (besonders im Leben von Senecas altem Rudel) spielt eine recht große Rolle. Dabei hatte ich den Eindruck, dass die Charakterentwicklung zwischenzeitlich etwas auf der Strecke blieb, dennoch habe ich mich insgesamt gut unterhalten gefühlt. Für mich hat dieser Roman gehalten, was der Klappentext versprach, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Gewalt und Spice sind die Hauptthemen in dieser fantasievoll geschriebenen Gestaltwandler-Geschichte, dennoch hat mich das spannende Leseerlebnis gefesselt und fasziniert, so dass ich es gern weiter empfehle.

Bewertung vom 03.12.2025
White, Andrew Joseph

The Spirit Bares Its Teeth (eBook, ePUB)


sehr gut

Spannend und düster, mit nahezu brutaler Detailgenauigkeit

London 1883 Seit vor etwa sechzig Jahren der Schleier zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich der Geister dünner geworden ist, werden Kinder mit violetten Augen geboren, die die Gabe besitzen, mit Geistern in Kontakt zu treten. Der sechzehnjährige Silas Bell ist eines dieser Kinder, doch er ist trans und wird von seinen Mitmenschen als Frau gelesen - die in der Gesellschaft der Speaker (eine Art Loge von Geisterkundigen) als psychisch labil betrachtet werden. Nur Männern ist die Arbeit als Medium gestattet, der Wert violettäugiger Frauen besteht in dieser Gesellschaft lediglich darin, Nachwuchs zu produzieren. Auch Silas soll schnellstmöglich verheiratet und geschwängert werden, nach einem Versuch, diesem Zwang zu entkommen, wird er in das Braxton-Sanatorium eingewiesen, da er angeblich an der Schleierkrankheit leidet. Hier offenbart sich ihm nicht nur die Grausamkeit des Systems, er wird auch von den Geistern vermisster Patientinnen um Hilfe gebeten.

"The Spirit Bares Its Teeth" von Andrew Joseph White ist eine düstere Fantasy-Geschichte, die mit nahezu brutaler Detailgenauigkeit erzählt wird. Bereits seit seiner Kindheit träumt Silas davon, Chirurg zu werden, seine diesbezüglichen praktischen Übungen und auch die eine oder andere Hilfe, die er im Lauf der Handlung an verschiedenen Menschen leistet, sind äußerst plastisch beschrieben, für dieses Leseerlebnis sollte man starke Nerven (und einen starken Magen) haben. Der Autor schreibt zu Beginn einen Brief an seine Leser, den man als Triggerwarnung ansehen und unbedingt beachten sollte. Dennoch hat mich das Buch schnell fasziniert und durchgehend gefesselt - das letzte Drittel hat mich sogar einige Stunden Nachtschlaf gekostet, weil ich es bis zum Schluss nicht mehr zur Seite legen konnte.

Mit Silas habe ich von Anfang an mit gefühlt, von klein auf war er in den Augen seiner Eltern "falsch" und sie haben im Lauf der Jahre eine Vielzahl von Hauslehrern engagiert, die ihn zu einer brave Tochter und zukünftigen Ehefrau umerziehen sollten. Wer sich für Geschichte interessiert, der weiß, dass dieses Verhalten im viktorianischen Zeitalter üblich war, der Autor streift nur einen kleinen Teil der Grausamkeiten, der damals Menschen, die nicht ins gesellschaftliche Raster passten, angetan wurde. Zusammen mit dem Fantasyaspekt entwickelt sich daraus ein Buch, das mich zwar wütend und traurig gemacht aber dennoch tief in seinen Bann gezogen hat, mein Mutterherz blutete dabei für Silas, Daphne und die Mädchen in Braxton. Dieses Leseerlebnis wird sicherlich noch eine Weile in mir nachhallen und obwohl ich den Roman durchaus empfehle, rate ich zu einer Leseprobe vor dem Kauf.

Fazit: Der Klappentext lässt nur wenig davon ahnen, welcher Horror die Leser erwartet, das Leid, das Silas und den Schülerinnen in Braxton zugefügt wird, hat mich emotional erschüttert. Dennoch war ich von der Geschichte sehr gefesselt und empfehle das Buch (unter Beachtung der Triggerwarnung, siehe "Ein Brief des Autors") gern weiter.