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Benutzername: Christian
Wohnort: Neuenrade
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Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 118 Bewertungen
Bewertung vom 21.03.2021
Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben / Magic Cleaning Bd.2
Kondo, Marie

Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben / Magic Cleaning Bd.2


ausgezeichnet

Darum geht’s

„Das wahre Leben beginnt nach dem Aufräumen.“ - Kondo: Magic Cleaning #2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben, 2014

Feste soll man feiern, wie sie fallen – Und das Aufräumfest gehört dazu. Magic Cleaning #2 ist genauso unterhaltsam und lehrreich, wie Magic Cleaning #1. Das Buch motiviert zum Aufräumen und Ordnung halten. Du willst deine Wohnung aufräumen, um dich in ihr wohlzufühlen? Dann ist dieses Buch etwas für dich.

Umsetzung

In diesem Buch berichtet Marie Kondo sowohl aus ihrem Alltag als Aufräum-Coach, als auch von Momenten mit ihrer Familie. Die Erzählungen machen den Text persönlich und lebendig, sodass ich Spaß am Lesen habe.

Wenn ich früher an „Wohnung aufräumen“ dachte, sträubten sich meine Nackenhaare. Ich dachte an Spinnweben, an Gegenstände, die ich weg- und wieder zurückräumen musste. Ich fühlte mich schlecht – Wie viel Mist hat sich über die Jahre angesammelt?

„Wichtig ist beim Aufräumen nicht, was man wegwerfen soll, sondern mit welchen Dingen man sich umgeben möchte.“ - Kondo: Magic Cleaning #2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben, 2014

Die Wohnung aufzuräumen ist keine Last. Marie Kondo plädiert für einen positiven und wertschätzenden Umgang mit sich und seiner Umgebung. Ich habe diese Sicht ausprobiert und meine Erfahrung ist, dass sie funktioniert. Anstatt mich über Anschaffungen zu ärgern, freue ich mich über mein umgestaltetes Umfeld.

Manche Vorschläge waren mir zu Anfang suspekt. Ich rate dir, dich trotzdem darauf einzulassen. Wertschätzung, auch für Gegenstände, scheint mir zur japanischen Kultur zu gehören. Diesen Blickwinkel einzunehmen bedeutet für mich neue Erfahrungen zu sammeln.

„Tatsächlich gibt es in Japan einen Schrein, wo man Puppen mit einer Zeremonie zur Besänftigung ihrer Seele entsorgt.“ - Marie Kondo: Magic Cleaning #2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben, 2014

Ich wollte das Buch ständig aus der Hand legen, um auszumisten, aufzuräumen und zu putzen. Diese Energie hatte ich während des Lesens und ich habe sie jetzt immer noch. Neben Tipps und Tricks gibt es Motivation.

Dieses Buch ist ein Ratgeber zum Thema „Wohnung aufräumen und Ordnung halten“, mit vielen Anleitungen. Im ersten Band erklärt Marie Kondo, wie sie Kleidung zusammenlegt. In diesem geht sie nochmals detailliert darauf ein. Sie zeigt, wie sie unterschiedliche Kleidungsstücke faltet und den Stauraum in Schränken optimal nutzt. Zahlreiche Illustrationen ergänzen die Anleitungen, das finde ich gut.

Manches habe ich ausprobiert und sage: Die KonMarie-Methode funktioniert. Beispiel gefällig? Meine Schubladen für Socken und Unterwäsche waren randvoll, sie quollen über. Es war mir kaum möglich nur das Wäschestück herauszunehmen, das ich anziehen wollte. Jetzt genügen ein kurzer Blick und ein Griff, schon habe ich das gewünschte Wäschestück in der Hand. Gleichzeitig habe ich Platz in den Schubladen.

Und hier die Kurzzusammenfassung
+ Motivierend
+ Praktische Anleitungen, die funktionieren
+ Positive Einstellung
+ Nachhaltiges Wohlfühlgefühl

Meine Meinung

Der erste Band von Magic Cleaning motiviert mich beim Aufräumen und auch Magic Cleaning #2 erfüllt meine Erwartungen. Manchmal kann ich mir nicht vorstellen wie Marie Kondo sie Kleidung faltet und einräumt. Jetzt erklärt sie wie man dies macht und ergänzt die Texte mit Bildern. Sie blickt positiv auf das Aufräumen und dieser aufmunternde Ton steckt an. Dieses Buch inspiriert mich über das Aufräumen hinaus.

Bewertung vom 21.03.2021
Mädchen in all ihren Farben
Miman

Mädchen in all ihren Farben


gut

Umsetzung

Die Geschichten sind abwechslungsreich. Mal geht es um die Angst, dass die Liebe zerbricht. Ein anderes Mal fragt sich ein Mädchen wann es erwachsen wird und die Liebe findet. Kein Text gleicht den anderen.

Miman erzählt gefühlvolle Geschichten. Sie drücken Ängste und Unsicherheiten, aber auch Hoffnung und Mut aus. Mal geschieht dies mit einem humorvollen Unterton, mal müssen die Hauptfiguren ihre Sorgen aushalten.

„Dabei nehme ich das Wort „Paar“ doch erst seit Kurzem in den Mund.
Sogar Küsse sind mir noch peinlich.
Das ist alles noch zu früh.
Das kommt erst noch.“
- Miman: Mädchen in all ihren Farben, 2019, S. 165

Miman meldet sich zu Wort. Am Ende des Bandes gibt die Mangaka Einblicke in die Entstehung der Kurzgeschichtensammlung und welche Gedanken sie sich zu den einzelnen Geschichten gemacht hat.

Ich mag Yuri Manga mit detaillierten Bildern. Leider wirken zwei der Geschichten eher wie Skizzen. An diesen hatte ich weniger Freude. Andererseits zeigen sie, wie sich Miman als Mangaka weiterentwickelt hat. Die Zeichnungen des Yuri Manga „Café Liebe“, dem aktuellen Projekt von Miman, sind wunderschön.

Und hier die Kurzzusammenfassung
+ abwechslungsreiche Geschichten
+ gefühlvoll erzählt
+ ausführliche Kommentare der Mangaka zu ihren Geschichten
- teils skizzenhafte Zeichnungen

Meine Meinung

Bei diesem Yuri Manga von Miman bin ich zwiegespalten. Er enthält Geschichten, die super illustriert und schön erzählt sind. Für Abwechslung und große Gefühle wird gesorgt. Allerdings enthält der Band auch Geschichten, die skizzenhaft wirken, was mir nicht so gefällt. Ein Plus ist auf jeden Fall, dass Miman am Ende auf zwei Doppelseiten etwas über die Entstehung des Bandes und die einzelnen Geschichten erzählt.

Bewertung vom 21.03.2021
I married my best friend to shut my parents up
Kodama, Naoko

I married my best friend to shut my parents up


sehr gut

Darum geht‘s

Machis Eltern wollen ihre Tochter unbedingt verheiraten und bombardieren sie mit Heiratsvorschlägen. Machis Freundin Hana hat eine Idee: Wenn sie beide heiraten, hat Machi endlich Ruhe vor ihren Eltern. Gesagt, getan. Doch Hana hat auch Hintergedanken. Sie ist seit geraumer Zeit in Machi verliebt und wittert die Chance ihr näher zu kommen.

Umsetzung

Hana und Machi sind zwei sehr unterschiedliche Frauen. Während Hana ihr Leben so lebt, wie sie es sich wünscht, wird Machis Leben in vielem von ihren Eltern bestimmt. Ich finde es spannend ihr dabei zuzusehen, wie sie sich weiterentwickelt.

Ich liebe Naoko Kodamas Zeichenstil. Die Bilder kann ich mir immer wieder ansehen.

Lustige Szenen gibt es noch und nöcher. Mit „Netsuzou Trap –NTR-„ ist Naoko Kodama eine spannende Dark Story gelungen. In „I married my best friend to shut my parents up“ zeigt sie, dass sie auch schöne Light Stories zeichnen kann.

Zwei Dinge haben mir nicht gefallen. Zum einen enthalten die Texte einige Rechtschreibfehler. Zum anderen handelt das letzte Kapitel von zwei Figuren, die gar nichts mit der Hauptgeschichte zu haben. Dieses Kapitel hätte Naoko Kodama besser dazu genutzt, um die Geschichte voranzutreiben, da manche Entwicklungen dann doch überstürzt wirken.

Das Wichtigste in Kürze
+ tolle Illustrationen
+ lustig geschrieben
+ sympathische Hauptfigur
- einige Schreibfehler
- das letzte Kapitel passt nicht zur Geschichte

Meine Meinung

Mit Geschichten von Naoko Kodama macht man nichts verkehrt. Ich finde ihren Zeichenstil wunderschön und in dieser Geschichte verbindet sie Romantik und Witz zu einer schönen Geschichte. Hana und Machi, die beiden Hauptfiguren, sind sehr unterschiedlich und ergänzen sich gut. Besonders Machis Entwicklung hin zu einer eigenständigen Frau finde ich gelungen. Nervig sind nur etliche Rechtschreibfehler und ein Zusatzkapitel, das gar nichts mit der Haupthandlung zu tun hat.

Bewertung vom 21.03.2021
Café Liebe 06
Miman

Café Liebe 06


sehr gut

„Watashi no yuri wa oshigoto desu!” Band 6 habe ich letztes Jahr in Japan bestellt. Per online Übersetzung habe ich das Wichtigste erfahren. Und endlich durfte ich den Band auf Deutsch lesen. Nach der Lektüre bin ich sicher: Hime hat ein Geheimnis. Aber warum vertraut sie ihrem Schwesterherz nicht?

Darum geht es

Nach dem Streit mit Hime ist Mitsuki im Regen nach Hause gerannt. Sie hat sich erkältet und meldet sich am nächsten Tag krank – Ihre Geburtstagsfeier fällt aus. Hime besucht ihr Schwesterherz. Sie will sicher gehen, dass es Mitsuki gut geht. Doch sie hat auch ein wichtiges Anliegen: Hime will endlich wissen, was Mitsuki wirklich für sie empfindet.

Achtung Spoiler: Bei meiner Buchbesprechung gehe ich davon aus, dass ihr die vorhergehenden Bände gelesen habt.

Aufmachung des Buches

Der Manga erscheint im Taschenbuchformat. Die ersten Seiten sind farbig bedruckt. Am Ende jedes Bandes meldet sich die Autorin zu Wort und gibt Einblicke in die Entstehung der Geschichte und ihren Alltag als Mangaka.

Umsetzung

Wie im letzten Kapitel des 5. Bands lernt man auch wieder einiges über Mitsuki. Doch andere Geheimnisse tun sich auf. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Hime ein Geheimnis hat, über das sie nicht sprechen will. Was kann das nur sein?

Das hin und her zwischen Hime und Mitsuki geht grandios weiter. Ich hoffe, dass Mitsukis Gefühle ihre kleine Schwester irgendwann erreichen.

Die Erzählung zwischen Hime und Mitsuki ist super emotional. Miman versteht es richtig gut diese Momente in Bildern einzufangen, egal ob die beiden gerade wütend, verzweifelt oder erleichtert sind.

Einen Stern muss ich leider abziehen. Anstelle von „Schwarm“ wird das englische Wort „crush“ benutzt. Das ist besonders deshalb ärgerlich, weil „crush“ phonetisch gesehen ein hartes Wort ist. Und es wird in Szenen benutzt, in denen Mitsuki verträumt und verliebt dreinschaut. Es passt überhaupt nicht zum Kontext. Hier vermisse ich sprachliches Feingefühl.

Das Wichtigste in Kürze
+ Interessante Figuren
+ Gegensätzliche Charaktere
+ Opulente Bilder
+ emotionaler Höhepunkt zwischen Hime und Mitsuki
+ Spannender Cliffhanger am Ende

Meine Meinung

„Hime-chan, was machst du da?“ Ehrlich, das Mädchen bringt mich zur Verzweiflung. Dieser Band ist fast ausschließlich Hime und Mitsuki gewidmet. Es wird emotional. Doch auch wenn nun einige Wahrheiten ans Licht kommen, tun sich andere Geheimnisse auf. Hime erscheint mir nicht ehrlich und der Cliffhanger ist fies. Auf Band 7 zu warten wird eine Qual.

Bewertung vom 21.03.2021
So geht's leichter: Coach dich schlank!
Milner, Julia

So geht's leichter: Coach dich schlank!


sehr gut

Darum geht‘s

Diäten funktionieren langfristig nicht. Warum sonst veröffentlichen Zeitschriften alle paar Monate eine neue Trend-Diät? Und wenn eine Diät erfolgreich war, kommt allzu oft der Jojo-Effekt. Warum? Das eigene Essverhalten hat sich nicht nachhaltig verändert.

„So geht’s leichter. Coach dich schlank!“ will keine neue Diät vorstellen, sondern verfolgt einen anderen Ansatz. Es will eine nachhaltige Veränderung der eigenen Ernährungs-gewohnheiten erreichen. Leser sollen hinterfragen warum sie in bestimmten Situationen (ungesund) essen und Alternativen finden. Eine Ernährungsumstellung ist nur erfolgreich, wenn sie den eigenen Bedürfnissen entspricht. Deshalb gibt es keinen festgelegten Essensplan. Dieses Buch bietet eine Anleitung, mit der jeder Mensch individuelle Ernährungsgewohnheiten entwickelt. Jeder soll sich wohlfühlen.
Umsetzung

„ […]die Gewichtsreduzierung ist eine Änderung des Lebensstils und kein zeitlich begrenztes Programm.“ - Dr. Julia Milner: So geht’s leichter. Coach dich schlank!, 2011

Diäten funktionieren nur für einen kurzen Zeitraum – auch ich habe kurzfristig einige Erfolge gehabt. Doch sobald ich zu meinen alten Gewohnheiten zurückgekehrt bin, stieg mein Gewicht wieder. Dieser Ratgeber will Tipps geben, wie man sich dauerhaft gesünder und kalorienärmer ernährt und trotzdem den eigenen Bedürfnissen treu bleibt.

„welchen Gründen – außer dem Abnehmen – lohnt es sich für mich, meine Ernährung umzustellen?“ – Dr. Julia Milner: So geht’s leichter. Coach dich schlank!, 2011

Abnehmen ist kein Selbstzweck. Wenn ich weiß warum ich abnehmen will, dann habe ich eine Motivation, um dranzubleiben und ein Ziel, das ich erreichen möchte.

Deshalb muss jeder für sich einige sehr persönliche Fragen beantworten. Esse ich aus Frust? Soll abnehmen mein Selbstbewusstsein stärken? Gehört ausgiebiges Essen zu geselligen Abenden?

Der Ratgeber ist voller Fragen und Tabellen zur Selbstreflexion.

Zuerst kläre ich warum ich mich falsch ernähre und warum ich das ändern möchte. Erst danach ändere ich etwas.

„Sie selbst die Verantwortung für Ihre Gesundheit und geben Sie diese nicht an andere, z.B. die Diätindustrie ab.“ - Dr. Julia Milner: So geht’s leichter. Coach dich schlank!, 2011

Der Ratgeber stellt aber auch klar: erfolgreich ist nur, wer bereit ist etwas zu verändern und Verantwortung für sich zu übernehmen.

Eine ausgiebige Tabelle über Nahrungsmittel und Kalorien gibt es nicht. Das Buch beschränkt sich auf grobe Übersichten. Es wird explizit auf Zeitschriften und das Internet verwiesen. Der Grund ist einfach: Jeder hat andere Ernährungsgewohnheiten. So liegt es am Leser nach denjenigen Lebensmitteln zu schauen, die er besonders gerne zu sich nimmt.

Es gibt viele Möglichkeiten, um abzunehmen. Ungesunde Lebensmittel kann man reduzieren oder austauschen. Portionen können kleiner ausfallen oder aber größer, wenn es sich z.B. um Gemüse und Wasser handelt. Dr. Julia Milner hat hier viele hilfreiche Ideen.

Es gibt etliche Ernährungstypen. Manche Menschen naschen gerne, andere essen lieber kleine Portionen, dafür aber öfter, und, und, und. Die Autorin stellt einige Ernährungstypen vor, denn sie alle haben sowohl Vorteile, als auch Nachteile. Für die einzelnen Typen gibt es eine individuelle Abnehmstrategie.

Und hier die Kurzzusammenfassung
+ Anleitung für individuelle Abnehmpläne
+ keine kurzfristige Diät, sondern eine nachhaltige Ernährungsumstellung
+ Es wird auf diverse Ernährungstypen eingegangen
+ Viele Tipps und Denkanstöße

Meine Meinung

Ich werde die Ratschläge in diesem Buch ausprobieren. Mich überzeugt der Ansatz, dass es nicht um eine kurzfristige Diät gehen soll, sondern darum, das Gewicht auch langfristig zu halten. Die Tabellen und Reflexionsfragen kann jeder für sich ausfüllen/beantworten, sodass jeder Leser einen individuellen Abnehmplan erhält.

Bewertung vom 21.03.2021
Die Sketchnote Starthilfe
Wehr, Tanja

Die Sketchnote Starthilfe


sehr gut

Darum geht‘s

Sketchnotes machen Spaß – wenn man sich traut zu zeichnen. Die Visualisierung rückt besonders im beruflichen Kontext in den Vordergrund, doch es gibt genügend Einsatzmöglichkeiten für die Freizeit.

Umsetzung

Es gibt viele einfache Strich-für-Strich Anleitungen.

Die Zeichnungen sind verschiedenen Themen zugeordnet. Die Autorin verweist immer wieder auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für Sketchnotes. Jedes Symbole kann mehrere Bedeutungen haben.

Zum Buch gibt es verschiedenen Downloads. Es handelt sich nicht um vorgefertigte Symbole, sondern um linierte Blätter, mit denen man die vorgestellten Schriftarten üben kann oder auch andere Blätter, passend zu den Kreativitätsaufgaben.

„Die Sketchnote Starthilfe“ ist ein Übungsbuch. Es gibt allerlei Anleitungen für Kreativitätsübungen. Auch enthält es diverse Übungen, die man je nach verfügbarer Zeit in 5 bis 30 Minuten durchführen kann. Das Buch enthält vieles zu Grundlagen. Aber andere Bücher, wie „Sketchnotes im Alltag“ oder „Sketchnotes kann jeder“ finde ich umfangreicher.

Am Ende des Buches ist eine Literaturliste angefügt. Die meisten Titel sind englischsprachig.

Tanja Wehr verweist an verschiedenen Stellen auf ihre Webseite, auf der man diverse Produktbesprechungen einsehen kann. Ebenso soll es immer wieder Inspirationen, sowie Tipps & Tricks geben. Derzeit wird die Seite umgebaut, sodass ich dies leider nicht prüfen konnte.

Und hier die Kurzzusammenfassung
+ Übungsbuch
+ niedrige Hürde für den Einstieg
+ diverse Übungen
+ etliche Strich-für-Strich Anleitungen

Meine Meinung

Dieses Buch ist ein interessantes Übungsbuch und auf Einsteiger abgestimmt. Wie der Titel sagt, handelt es sich um eine Starthilfe, um ins Tun zu kommen. Neben einfachen Anleitzungen enthält es Übungen, die innerhalb von 5 bis 30 Minuten durchgeführt werden können. Profis finden hier meiner Meinung nach keine neuen Anregungen, doch für Anfänger bietet es einen Einstieg mit niedrigen Hürden.

Bewertung vom 21.03.2021
Japanische Geistergeschichten
Hearn, Lafcadio

Japanische Geistergeschichten


sehr gut

„aber etwas wie ein nicht loszuwerdender, ererbter, jahrtausendalter Aberglaube lauert versteckt in fast allen Menschenseelen […]“ - Hearn: Japanische Geistergeschichten, 2013

Dieses Buch ist eine Sammlung von 16 Geistergeschichten aus Japan.

Umsetzung

„ […] aber eine dumpfe Erinnerung an die Furcht, die wir einst in grauer Vorzeit empfunden haben mögen, schlummert in unserer Seele […]“ - Hearn: Japanische Geistergeschichten, 2013

Die Geschichten selbst erinnern mich an Märchen. Auch wenn sie zum Teil über rachsüchtige Geister berichten, so fand ich sie nicht gruselig. Dennoch sind sie für Kinder ungeeignet.

Die Geschichten sind vielfältig. Mal geht es um einen rachsüchtigen Wassergeist, dann wieder um die Seele eines Verstorbenen oder Dämonen.

„Vor langer Zeit lebte im Koishi-Kawa-Quartier von Yedo ein Hatamoto, namens Suzuki, dessen Yashiki an der Sandbank des Yedogawa lag, nicht weit von der Brücke, die Nakano-hashi heißt.“ - Hearn: Japanische Geistergeschichten, 2013

Auf die Sprache muss man sich einlassen. Die Geschichten sind Jahrhunderte alt und auch die Übersetzung hat um die 100 Jahre auf dem Buckel. Die Ausdrucksformen sind andere, doch die Geschichten lassen sich gut lesen.

Manche Geschichten regen zum Nachdenken an. Warum kann ein streng gläubiger Priester von Dämonen getäuscht werden, während ein ungebildeter Jäger den Zauber durchschaut? Manches Mal wirkt es auf mich, als hätten die Geschichten eine tiefere Botschaft.

Das Wichtigste in Kürze
+ abwechslungsreiche Geschichten
+ Einblick in die japanische Kultur
+ Geschichten erinnern an Märchen

Meine Meinung

Wer sich für Japan interessiert, sollte dieses Buch lesen. Die Texte erinnern mich an Märchen. Auch wenn man den Geschichten ihr Alter anmerkt, habe ich sie gerne gelesen. Eine Gänsehaut sollte aber niemand erwarten. Für Kinder sind die Texte ungeeignet.

Bewertung vom 21.03.2021
Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert / Magic Cleaning Bd.1
Kondo, Marie

Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert / Magic Cleaning Bd.1


ausgezeichnet

Darum geht‘s

„Nur wir selbst können entscheiden, in welcher Umgebung wir glücklich sind.“ - Kondo: Magic Cleaning, 2013

In diesem Buch dreht sich alles ums Ausmisten, Aufräumen und glücklich werden. Ein ordentliches Zuhause, ein Heim, in das man immer wieder gern zurückkommt, gibt uns die Kraft, die wir für unsere täglichen Aufgaben brauchen.

Umsetzung

Das Buch will seinen Lesern die KonMarie-Methode näherbringen. Diese Methode wurde von Marie Kondo entwickelt, um in einem Rutsch, in kurzer Zeit, perfekt aufzuräumen. Das ist der Anspruch der Autorin.
Marie Kondo würzt die Theorie mit Anekdoten aus ihrer Praxis. Mal erzählt sie aus ihrer Jugend und ihren Versuchen im elterlichen Heim für Ordnung zu sorgen. Mal erzählt sie Kurioses aus ihrer Berufspraxis. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die ein oder andere Situation ausgesehen haben muss.

„Ich empfehle Ihnen, vor allem Ihren Eltern – und insbesondere Ihrer Mutter – auf gar keinen Fall zu zeigen, wovon Sie sich trennen.“ - Kondo: Magic Cleaning, 2013

Wovon soll man sich trennen? Wo fängt man an, wo hört man auf? Die KonMarie-Methode ist logisch aufgebaut und beginnt bei den Dingen, bei denen man sich leicht entscheiden kann. Am schwierigsten ist es, sich von Erinnerungsstücken zu trennen. Deshalb kommt diese Kategorie ganz zum Schluss.

„Die Geste ist viel wichtiger als die Sache selbst. Deshalb dürfen Sie solchen Ballast ruhigen Gewissens entsorgen.“ - Kondo: Magic Cleaning, 2013

Ich mag den Erzählstil von Marie Kondo. Das Lesen hat mir Spaß gemacht. Manchmal finde ich ihre Methoden merkwürdig. Sie bedankt sich zum Beispiel bei den Dingen, bevor sie diese wegwirft. Ich denke das hat mit der japanischen Kultur und Ihrer Leidenschaft fürs Aufräumen zu tun. Für sie ist es enorm wichtig das eigene Umfeld in jeder Hinsicht positiv zu gestalten.

Niemand nimmt uns das Aufräumen ab. Und niemand weiß besser als wir, in welcher Umgebung wir uns wohlfühlen. Deshalb hilft es nichts dieses Buch zu lesen und dann bei anderen auszumisten/aufzuräumen. Denn nach einiger Zeit wird sich das alte Chaos wieder ausbreiten. Der zentrale Gedanke ist, dass wir uns darauf konzentrieren, was uns glücklich macht und danach entscheiden, mit welchen Dingen wir uns umgeben wollen.

„«In uns hineinhorchen, nachdenken und dann eigenverantwortlich handeln» – das ist der Ablauf, den wir im Zuge des Ausmistens und Aufräumens immer und immer wieder praktiziert haben.“ - Kondo: Magic Cleaning, 2013

Beim Lesen habe ich direkt Lust bekommen auszumisten.

Und hier die Kurzzusammenfassung

+ konkrete, praxisbewährte Tipps
+ angenehm zu lesen
+ motivierend

Meine Meinung

Ich habe beim Lesen des Buches Lust aufs Aufräumen bekommen. Stellenweise musste ich mich zum Weiterlesen zwingen, hätte ich doch lieber einen Müllsack in die Hand genommen und ausgemistet. Die Lektüre motiviert! Es handelt sich auch nicht um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Aufräumen. Man bekommt eine Anleitung an die Hand, an der man sich entlanghangeln kann, um aufzuräumen und die Ordnung zu behalten. Wer sich mit dem Aufräumen schwertut, sollte die KonMarie-Methode ausprobieren.

Bewertung vom 21.03.2021
Das Gerücht
Kara, Lesley

Das Gerücht


gut

Darum geht‘s

Joanna ist mit ihrem Sohn Alfie in ein kleines Küstendorf gezogen. Durch Zufall hört sie, dass die berüchtigte Kindermörderin Sally McGowan in eben diesem kleinen Ort leben könnte. Eine unbedachte Äußerung heizt die Gerüchteküche an und schon bald ist jeder verdächtig.

Umsetzung

»Nur aus Interesse«, werfe ich ein, »hat eine von Ihnen schon mal von Sally McGowan gehört?« - Kara: Das Gerücht, 2020

Eine unbedachte Äußerung kann zu einer Kettenreaktion führen. Wie schnell dies geht und welche Ausmaße Verdächtigungen, Angst und Argwohn annehmen können, wird eindrucksvoll und realistisch geschildert.

Die Geschichte wird von Joanna aus der Ich-Perspektive erzählt. Sie ist deshalb gut gewählt, weil Joanna von diversen Entwicklungen betroffen ist. Auf der einen Seite gehört sie zu den tratschenden Müttern, allerdings ist es ihr unangenehm und sie versucht die Gerüchte herunterzuspielen. Dann macht sie sich große Sorgen um Alfie, der keinen Anschluss in der Schule zu finden scheint. Und mit Michael, Alfies Vater, bahnt sich eine Romanze an. Sie ist eine sehr widersprüchliche Figur und ich fand es spannend, sie durch die Geschichte zu begleiten.

Obwohl es sich um einen Thriller handelt, war die Spannung eher auf niedrigem Niveau. Interessant fand ich die Geschichte trotzdem. Sie entwickelt sich langsam weg vom beschaulichen Kleinstadtleben hin zu einer Paranoia, in der jeder jeden verdächtigt.

„Ich fange langsam an, jeden Einzelnen, den ich kenne, zu verdächtigen. Es ist aberwitzig.“ - Kara: Das Gerücht, 2020

Der Text selbst ist abwechslungsreich, denn er wird immer wieder durch kleine Einschübe unterbrochen. Mal liest Joanna Onlineartikel, die als solche optisch abgesetzt werden und auch Sally McGowans Gedanken werden immer wieder eingeschoben. Während die Dorfbewohner sicher sind, dass sie böse ist, zeigen ihre Gedanken eher eine innere Zerrissenheit.

„Alle wichtigen Augenblicke in unserem Leben sind bestimmt von der Wahl, die wir im Bruchteil einer Sekunde treffen. Eine Wahl, die uns für immer prägen kann.“ - Kara: Das Gerücht, 2020

Was mich ehrlich gesagt stört ist der Bruch im letzten Viertel der Geschichte. Die Identität von McGowan wird aufgedeckt, aber die Gedankenkette dorthin fand ich eher verwirrend. Und plötzlich ist Alfie in Gefahr. War das Tempo bisher eher gemächlich, überschlagen sich urplötzlich die Ereignisse bis zum Ende der Geschichte hin. Ich wurde aus meinem Leserhythmus herausgerissen.

Und hier die Kurzzusammenfassung
+ überzeugende Charaktere
+ abwechslungsreicher Text
- die Spannung hielt sich in Grenzen

Meine Meinung

Die Geschichte ist lesenswert, aber nicht überragend. Die Spannung, wie ich sie mit Thrillern verbinde, fand ich in diesem Buch nicht. Trotzdem war der schleichende Stimmungsumschwung im Dorf sehr gut dargestellt. Die Figuren konnten mich alle überzeugen. Lediglich die Wendungen zum Ende hin und das plötzliche Anziehen des Tempos haben mich aus meinem Leserhythmus gebracht.

Bewertung vom 02.01.2021
Sketchnotes!
Mills, Emily

Sketchnotes!


sehr gut

Darum geht‘s

Übung macht den Meister. In diesem Buch gibt die amerikanische Sketchnoterin Emily Mills Einblicke in ihre Arbeit, Tipps und Tricks zum Erstellen von Sketchnotes und zahlreiche Übungen, um es selbst auszuprobieren.

Umsetzung

„Sketchnotes! Die Kunst der visuellen Notizen“ ist ein Arbeitsbuch. Wer ausführliche Grundlagen zur Visualisierung sucht, den bringt „Sketchnotes kann jeder“ (ebenfalls vom Rheinwerk Verlag) weiter. Grundlagen werden hier eher nur kurz angesprochen.

Emily Mills fertigt u.a. Sketchnotes bei Vorträgen an. Wer selbst live bei Reden visualisieren möchte, erhält hier sehr viel Hilfe. Etliche Tipps und Übungen beziehen sich auf diese Situation. Nebenher gewährt sie ihren Lesern Einblicke in ihre Arbeit.

Ich finde es schwer, Hände zu zeichnen. Besonders gut haben mir die Erklärungen nebst Bildern gefallen, die „Licht ins Dunkel“ bringen. Gewinnbringend finde ich auch das Kapitel zum Aufwerten von Zeichnungen. Stück für Stück werden den Bildern Details hinzugefügt, die sie interessanter und (noch) einprägsamer machen.

"Setzen Sie auf Erkennbarkeit anstatt auf Realismus." - Emily Mills: Sketchnotes! Die Kunst der visuellen Notizen, 2020

Sketchnotes sollen in erster Linie Informationen transportieren. Und damit sie das besonders gut machen, sollten sie nicht perfekt sein. Deshalb gibt es immer wieder Tipps für den Alltag, mit denen Zeichner ihren Perfektionismus ablegen sollen. Wie wäre es z.B. die Personen als Comicfiguren anzulegen?

Verschiedene Anregungen und Möglichkeiten sind für mich neu. Zum Beispiel stellt Emily Mills vor, wie man Gesichter auf „alt“ trimmen kann. Oder sie gibt Linkshändern ein paar Tipps, damit ihre Sketchnotes gelingen.

Immer wieder zeigt die Autorin, wie einfach das Zeichnen sein kann. Für Figuren z.B. reicht es vollkommen aus eine Gesichtsform für Männer und eine für Frauen zu beherrschen. Denn durch das Hinzufügen von Augen, Nase, Mund, Frisur und Accessoires erkennt man die identische Kopfform nicht mehr.

Die Texte werden mit Infokästchen und Anekdoten aus dem Alltag der Autorin ergänzt. Auf der Verlagsseite kann man sich ebenfalls Zusatzmaterial und weitere Übungen herunterladen.

Während die Sachbücher zu Sketchnotes mehr dazu aufrufen regelmäßig zu zeichnen, geht dieses Buch weiter. Die Autorin wünscht sich, dass die entstehenden Sketchnotes eben nicht in der Schublade verschwinden, sondern geteilt werden. Ihrer Meinung nach ist das der beste Weg, um (positives) Feedback zu erhalten und motiviert dranzubleiben.

Persönlich gestört haben mich die freien Flächen und insgesamt 14 leere Seiten. Diese sind alle bewusst gesetzt worden. Nachdem man einen Abschnitt gelesen hat, soll man direkt loszeichnen. Ich persönlich lege mir aber lieber Papier und Stifte zurecht, anstatt im Buch zu zeichnen. Darüber hinaus kann man die Flächen kein 2. Mal nutzen (außer man benutzt einen Bleistift). Wenn ich die Übungen später wiederholen möchte, um zu sehen, was mir Neues einfällt oder um mir meine Fortschritte bewusst zu machen, komme ich also nicht um neues Papier herum.

Den Tipps für Linkshänder sind Fotos beigefügt, allerdings wird der Stift auf diesen mit einer rechten Hand gehalten.

Und hier die Kurzzusammenfassung

+ viele praxistaugliche Tipps
+ reichlich Anregungen zum Üben
+ nützliches Zusatzmaterial
- etliche leere Seiten
- vergleichsweise teuer

Meine Meinung

Dieses Arbeitsbuch lädt zum Mitmachen ein. Es ist voller Praxistipps und zahlreicher Übungen, mit denen man sofort loslegen und selbst zeichnen kann. Die verschiedenen Aspekte des Visualisierens werden nur leicht angeschnitten – Es vermittelt kaum Grundlagen. Ein Schwerpunkt dieses Buches ist das Visualisieren bei Live-Vorträgen, was für mich persönlich weniger interessant war. Andere Kapitel wiederum, wie das Zeichnen von Händen oder die Aufwertung von Zeichnungen, waren sehr interessant.