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The Bush Tragedy is the first important consideration of the George W. Bush presidency and its profound impact on the state of the world. Drawing on extensive research and interviews with figures inside and out of the administration, Jacob Weisberg has crafted a portrait of George W. Bush that is balanced, insightful, and wide ranging.

Produktbeschreibung
The Bush Tragedy is the first important consideration of the George W. Bush presidency and its profound impact on the state of the world. Drawing on extensive research and interviews with figures inside and out of the administration, Jacob Weisberg has crafted a portrait of George W. Bush that is balanced, insightful, and wide ranging.
Autorenporträt
Jacob Weisberg is the editor in chief of Slate. He previously worked for The New Republic and was a contributing writer for The New York Times Magazine, a contributing editor to Vanity Fair, and a columnist for the Financial Times. Weisberg is the inventor of the Bushisms series. He is also the author, with Robert Rubin, of In an Uncertain World. Weisberg's first book, In Defense of Government, was published in 1996.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 27.06.2008

Bush hasst es, belehrt zu werden
Psychogramm des 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten

Für viele Autoren, die sich mit der Karriere des George W. Bush befasst haben, schien schon vor Jahren festzustehen, dass der 43. Präsident als einer der glanzlosesten in die Geschichte eingehen werde - als eine gescheiterte Figur, die die Vereinigten Staaten nach der "goldenen" Clinton-Ära auf politische und ökonomische Abwege geführt habe. Die Rezessionsgefahr, die ausufernde Staatsverschuldung, der Ansehensverlust in der ganzen Welt, die instabile Lage im Mittleren Osten und - gewissermaßen als Ursache all dessen - der unglückliche Krieg im Irak: Tatsächlich spricht vieles dafür, dass George Walker Bush jegliches Ansehen sogar in weiten Teilen der eigenen Partei verspielt haben wird, wenn er in wenigen Monaten das Weiße Haus verlassen muss.

Für einen Staatsmann, der mit dem Willen angetreten war, sein Land in ein "neues amerikanisches Jahrhundert" zu führen, dürfte diese Aussicht zumindest unbefriedigend sein. Jacob Weisberg aber erkennt darin eine Tragödie shakespeareschen Ausmaßes. "The Bush Tragedy" heißt das Buch des Chefredakteurs des amerikanischen Online-Magazins "Slate", der sich auch als Sammler und Herausgeber von "Bushismen", wie die berühmt-berüchtigten sprachlichen Volten des Präsidenten genannt werden, einen Namen gemacht hat. Die Tragik hat gewissermaßen eine politische und eine private Komponente. Zum einen habe Bush mit seinem Ansatz, Amerikas Vormachtstellung in der Welt könne im 21. Jahrhundert nicht mehr bloß mit den Mitteln der Diplomatie gesichert werden, sein Land letztlich geschwächt. Und zum anderen sei es ihm nicht gelungen, die Präsidentschaft seines Vaters George Herbert Walker Bush in den Schatten zu stellen - ganz im Gegenteil.

Die Rivalität zwischen Vater und Sohn, besser gesagt das Sich-Beweisen-Müssen des Jüngeren gegenüber dem Älteren, ist Weisberg zufolge eine der Hauptantriebsfedern für George W. Bushs Karriere, die zunächst alles andere als hoffnungsvoll aussah: Weder als Geschäftsmann noch als Sportler, geschweige denn auf akademischem Terrain konnte er dem Familienpatriarchen auch nur annähernd das Wasser reichen, weshalb ursprünglich Jeb - der sieben Jahre jüngere Bruder von "Little George" (so der Rufname) - dafür vorgesehen war, irgendwann den Vorsitz im Bush-Clan zu übernehmen. Dieser Konflikt ist oft beschrieben worden, Weisberg allerdings tut sich durch besonderen Detailreichtum hervor, wenn er etwa die Befürchtungen der Eltern schildert, George W.s durchaus erfolgreicher Griff nach dem Gouverneursposten in Texas könne womöglich Jebs Werdegang schaden, der seinerseits in Florida politische Ambitionen verfolgte.

Der trotzige Wille, alles ganz anders zu machen als der elitäre, aber gleichzeitig besonnene, abwägende und diplomatisch versierte Vater, zeigt sich einerseits in George W. Bushs explizit antiintellektueller Pose, wenn dieser beim Fototermin auch schon mal die cowboygestiefelten Füße auf den Schreibtisch legt. Andererseits aber - und das ist weit weniger harmlos - neigt er dazu, sogar die weitreichendsten Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu fällen und sich hinterher auch nicht mehr umstimmen zu lassen. Weisberg beschreibt Bush als einen im Grunde verunsicherten Mann, der es hasst, belehrt zu werden. Zu Karl Rove, dem Strippenzieher und Wahlkampfplaner, hatte er offenbar bei weitem kein so inniges Verhältnis wie oft kolportiert, sondern trat ihm gegenüber meist herrisch bis an die Grenzen der Demütigung auf. Und selbst Vizepräsident Dick Cheney, der in der Presse immer wieder als eigentlicher Machthaber im Weißen Haus eingestuft wird, würde sich hüten, dem Präsidenten Anweisungen oder auch nur ungebetene Ratschläge zu erteilen. Die beiden verstanden sich allerdings wie sonst niemand darauf (für Cheney gilt das nach wie vor), Bush sanft zu manipulieren und ihm dabei den Eindruck zu vermitteln, er sei zu jedem Zeitpunkt Herr des Verfahrens.

Trotz des manchmal etwas bemüht wirkenden Vergleichs mit Shakespeares Heinrich IV. ist Jacob Weisberg ein schlüssiges Psychogramm des 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten gelungen, das auch noch weitgehend frei ist von Ressentiments - was für einen Autor aus dem eher linken politischen Spektrum Amerikas längst keine Selbstverständlichkeit ist. Besonders aufschlussreich sind Weisbergs Recherchen im Hinblick auf George W. Bushs spätes Bekenntnis zu Gott und seine gewissermaßen inhaltsleere Religiosität, aber auch die Ausführungen über die historischen Vorbilder des Präsidenten, unter denen Winston Churchill einen ganz besonderen Platz einnimmt.

ALEXANDER MARGUIER

Jacob Weisberg: The Bush Tragedy. Verlag

Random House, New York 2008. 270 S., 26,- $.

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