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Das Leben könnte so schön sein. Wenn unser schlechtes Gewissen nicht wäre, das große unbekannte Wesen hinter uns, unser ständiger Begleiter: Wenn wir an einem Bettler vorbeigehen oder Nutella aufs Brot streichen, wenn wir vor der Mülltonne stehen oder bei Rot über die Ampel gehen. Du musst kein schlechtes Gewissen haben? Von wegen. Wir sollen und wollen uns ständig schuldig fühlen, wissen aber nicht mehr so ganz warum - und vor allem: vor wem. Anleitung zum Unschuldigsein ist die Reise in unser inneres Absurdistan, in dem uns die Gewissensbisse täglich lustvoll quälen.

Produktbeschreibung
Das Leben könnte so schön sein. Wenn unser schlechtes Gewissen nicht wäre, das große unbekannte Wesen hinter uns, unser ständiger Begleiter: Wenn wir an einem Bettler vorbeigehen oder Nutella aufs Brot streichen, wenn wir vor der Mülltonne stehen oder bei Rot über die Ampel gehen. Du musst kein schlechtes Gewissen haben? Von wegen. Wir sollen und wollen uns ständig schuldig fühlen, wissen aber nicht mehr so ganz warum - und vor allem: vor wem. Anleitung zum Unschuldigsein ist die Reise in unser inneres Absurdistan, in dem uns die Gewissensbisse täglich lustvoll quälen.
Autorenporträt
Florian Illies, geboren 1971 in Schlitz bei Fulda. Bis Dezember 2002 Leitung des Feuilletons der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" und davor die Berliner Seiten der "FAZ". Derzeit freier Autor in Berlin. 1999 Auszeichnung mit dem "Ernst-Robert-Curtius Förderpreis für Essayistik" und 2014 mit dem "Ludwig-Börne-Preis".
Rezensionen
Mea culpa
Das Leben könnte so schön sein. Aber leider hindert uns unser permanent schlechtes Gewissen daran, unbeschwert und zufrieden mit sich selbst zu leben. Ausgelöst wird dieses große unbekannte Wesen, laut Florian Illies, im Grunde schon durch absolut banale Dinge: Z.B. wenn wir eine Bananenschale in den Papierkorb werfen und einen Joghurtbecher, ohne ihn abzuwaschen, in die gelbe Tonne stecken. Wenn wir bei Rot über die Ampel gehen, wenn wir dem Kellner zu wenig Trinkgeld geben oder einen Tramper am Straßenrand stehen lassen. Egal wo bzw. womit wir uns gerade aufhalten, es gibt eigentlich immer einen Grund für uns, ein schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle zu haben. Und wenn man dieses schlechte Gewissen ernst nimmt, wird man damit beginnen, nicht nur für das eigene Handeln Schuld zu empfinden. Bald wird man damit anfangen, für andere ein schlechtes Gewissen zu entwickeln, v.a. wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob die betreffenden das ausreichend tun.
Woher kommt dieses schlechte Gewissen?
Nach Freud ist das Schuldgefühl das wichtigste Problem der Kulturentwicklung: Demnach liegt die Regulation sozialen Verhaltens in den Händen des Über-Ichs (des Gewissens) - dieses bedient sich dabei der Mittel des Schuldgefühls.
Da es in unserem modernen Leben, im Leben der "Generation Golf", kein verbindliches, allgemein anerkanntes moralisches System für Gut und Böse gibt, nach dem wir uns aber so sehr sehnen, bauen wir uns immer neue Gedankendschungel auf, in denen wir uns dann selbst kaum noch zurecht finden. Ja manchmal wissen wir selbst nicht mehr so genau, warum wir gerade ein schlechtes Gewissen haben. Wenn es da doch ein perfektes Regelsystem gäbe, das uns sagt, was wann zu tun ist...
Eine Reise in unser inneres Absurdistan
Wenn Generation Golf das Tagebuch einer vergangenen Kindheit und Jugend war, dann ist Anleitung zum Unschuldigsein die Reise in unser inneres Absurdistan, in dem uns perfide Gewissensbisse täglich lustvoll quälen (und das offensichtlich ohne schlechtes Gewissen!). Florian Illies Buch zeigt auf sehr makabere Weise mit viel schwarzem Humor Wege zurück in die Unschuld. Dabei wirft er immer wieder bestehende Tabus über Bord. Doch ein schlechtes Gewissen hat er sicherlich nicht dabei. (Wibke Garbarukow)
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