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Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen, Note: 1 (12 auf der dänischen Skala), Syddansk Universitet (University of Southern Denmark) (Institut for Litteratur, Kultur og Medier), Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit über ausgewählte Aspekte von Goethes Faust ist eine Auseinandersetzung mit zwei wesensfremden Formen des Strebens: Das faustisch-revolutionäre Prinzip des rastlosen Strebens begegnet dem ruhigen, evolutionären Homunculus-Prinzip. In einer Diskussion, die sich von Psychologie und Alchemie über religiöse Mysterien und…mehr

Produktbeschreibung
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen, Note: 1 (12 auf der dänischen Skala), Syddansk Universitet (University of Southern Denmark) (Institut for Litteratur, Kultur og Medier), Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit über ausgewählte Aspekte von Goethes Faust ist eine Auseinandersetzung mit zwei wesensfremden Formen des Strebens: Das faustisch-revolutionäre Prinzip des rastlosen Strebens begegnet dem ruhigen, evolutionären Homunculus-Prinzip. In einer Diskussion, die sich von Psychologie und Alchemie über religiöse Mysterien und Literaturgeschichte bis hin zu den Anfängen der modernen Naturwissenschaft bewegt, entwickelt der Text sich mehr und mehr zu einem Plädoyer für die Langsamkeit. Nicht in dem Explosiven oder Revolutionären, sondern in dem steten und ruhigen Fließen der Evolution findet der Mensch zur wahren Quelle der Erkenntnis. Goethes Faust wird als „Menschheitsdrama“ charakterisiert. Es handelt sich um einen derart lebendigen und modernen Text mit einem so unerschöpflichen, universellen Inhalt, dass es bei der Ausarbeitung dieser Abhandlung nicht einfach war, Anspielungen auf die Gesellschaft des frühen 21. Jahrhunderts gänzlich zu vermeiden. Wie ein Palimpsest lassen sich daher einige Passagen im dritten Kapitel als eine allegorische Kritik der hiesigen Gesellschaft lesen. Schließlich leben wir in einer Zeit, wo die humanistische Bildung von Politikern und Meinungsbildern beinahe täglich systematisch lächerlich gemacht wird; dabei strebt der geistig heimatlos gewordene Mensch in bisher nie gesehenem Umfang nach schnellem Ruhm und leichtverdientem Geld, wobei er gewissenlos wirtschaftliche Krisen von weltweitem Ausmaß heraufbeschwört. In einer solchen Zeit des Umbruchs und der Unsicherheit wird Homunculus zum geistigen und kulturellen Wegweiser in die Zukunft. Es wird Zeit, dass der Mensch sich von seinen selbsterschaffenen Chaosdämonen befreit und sich wieder auf seine Herkunft, seine Kultur und seine Bildung besinnt – denn ohne kulturelle Wurzeln gibt es keine tragbare Zukunft. In der Ruhe liegt die Kraft der Götter; nur wer wie Nietzsche zum Freund des Lento wird und sich die nötige Zeit und Ruhe gönnt, um Bildung und Erfahrung in sich aufzunehmen, wird erleben, wie aufschlussreich und bereichernd die Erkenntnissuche sein kann. Sich wie Faust blindlings einem Dämon anzuvertrauen, um den nötigen Erfahrungsprozess zu überspringen, ist fatal – denn nur wer weder seine humanistische Bildung noch seine Menschlichkeit dem himmelsstürmenden Streben opfert, darf am Ende hoffen, an das gewünschte Ziel zu gelangen.