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Mit Lust und Liebe, mit List und Tücke bringt Peter von Matt Gedichte und Leser zusammen. Einer der intelligentesten und witzigsten Interpreten der kleinen Form erschließt uns in diesem Buch sechzig lyrische Fundstücke oder Klassiker. Elegant nähert er sich der Lyrik, und jedes Mal lockt er den Leser auf eine Fährte für eigene Gedanken: zu den Schönheiten der Natur, zu Politik und Gesellschaft, zu Vergänglichkeit und Tod, zur Liebe in ihren tausend Formen. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart reicht die Liste der vorgestellten Gedichte: ein Konzentrat deutscher Dichtung, voller Wertschätzung für Berühmtes und mit offenen Augen für Entdeckungen auf den Seitenwegen.
Peter von Matt (Luzern 1937 - Zürich 2025) war bis 2002 Professor für Germanistik an der Universität Zürich. Er war Mitglied verschiedener Akademien und des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste. 2014 wurde er mit dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen zuletzt: Das Kalb von der Gotthardpost. Zur Literatur und Politik der Schweiz (2012), Sieben Küsse. Glück und Unglück in der Literatur (2017) und Übeltäter, trockne Schleicher, Lichtgestalten. Die Möglichkeiten der Literatur (2023).
Produktdetails
- Verlag: Hanser
- Artikelnr. des Verlages: 505/23298
- 8. Aufl.
- Seitenzahl: 224
- Erscheinungstermin: 4. Februar 2009
- Deutsch
- Abmessung: 193mm x 142mm x 25mm
- Gewicht: 344g
- ISBN-13: 9783446232983
- ISBN-10: 3446232982
- Artikelnr.: 25617395
Herstellerkennzeichnung
Carl Hanser Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
info@hanser.de
"Pointierte, erhellende, in einem vorbildlichen Deutsch vorgetragene Ausführungen." Günter Ott, Augsburger Allgemeine Zeitung, 10.03.09 "Ein Buch voller Überraschungen." Urs Allemann, Tages-Anzeiger, 25.03.09 "Ein reines Lektürevergnügen." Die Welt, 21.03.09 "Die Deutungen neben den Gedichten werden selbst zu kleinen Meisterwerken." Leipziger Volkszeitung, 04.06.09 "Ein Lieblingsbuch. Wird dreimal zu Weihnachten verschenkt." TZ, 04.12.09
Sie waren der Schrecken in der Schulzeit: Gedichtinterpretationen. Im Literaturunterricht waren sie das am meisten gefürchtete Aufsatzthema. Was will der Autor uns mit dem Gedicht sagen? Analysieren Sie die Aussage des Gedichtes genauer! Werten Sie das Gedicht vom heutigen Standpunkt aus! …
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Sie waren der Schrecken in der Schulzeit: Gedichtinterpretationen. Im Literaturunterricht waren sie das am meisten gefürchtete Aufsatzthema. Was will der Autor uns mit dem Gedicht sagen? Analysieren Sie die Aussage des Gedichtes genauer! Werten Sie das Gedicht vom heutigen Standpunkt aus! … O Graus, wie zermarterten wir uns die Köpfe damit. Nicht, dass uns Goethes „Osterspaziergang“ oder Schillers „Der Taucher“ missfielen - aber interpretieren, kommentieren und analysieren?! Nein danke, nie wieder Gedichtinterpretationen!
Aber nun doch wieder … und zwar mit Freude. Der Literaturprofessor und mehrfach ausgezeichnete Autor zahlreicher Bücher Peter von Matt (Jg. 1937) stellt in „Wörterleuchten“ sechzig Gedichte vor, vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Lyrik und präsentiert so an wenigen Beispielen das breite und volle Spektrum deutscher Dichtung. Vorgestellt und erläutert werden natürlich Klassiker wie Goethe, Schiller, Hölderlin, Heine oder Brecht, aber auch kaum bekannte Lyriker mit interessanten Versen finden Beachtung.
Zunächst wird der Leser mit dem jeweiligen Gedicht vertraut gemacht. Dem Originaltext folgt dann eine kurze und prägnante Interpretation, die auf die lyrische Sprache und die Besonderheiten des Textes eingeht. Daneben werden auch literaturgeschichtliche und historische Hintergründe beleuchtet, ja sogar Mehrdeutigkeiten und versteckte Geheimnisse aufgespürt.
Peter von Matt entpuppt sich als ein Meister der kleinen Form. Glänzend geschrieben, nicht hochwissenschaftlich, sondern einfallsreich und oftmals neue, unbekannte Gesichtspunkte erwähnend, sind die Texte eine wunderbare Lyrikeinladung. Dabei findet der Autor auch zu eigenen Gedanken über die Schönheit der Sprache, über die Natur, die Liebe und den Tod.
Es ist ein wahres Vergnügen, diese Gedichtdeutungen (klingt viel besser als Gedichtinterpretationen) zu lesen, denn sie bringen die Gedichte gewissermaßen zum Leuchten. Die meisten Texte des vorliegenden Bandes entstanden für die bereits 1974 durch Marcel Reich-Ranicki begründete „Frankfurter Anthologie“. Diese Reihe deutschsprachiger Gedichte mit Interpretationen erscheint seither wöchentlich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Seit 1998 wird jährlich der Preis der Frankfurter Anthologie an einen ihrer Interpreten verliehen. Peter von Matt war der erste Preisträger.
Fazit: Ein unterhaltsames und anregendes Buch, dass den Leser wieder zum Gedichtband greifen lässt und ihn anregt, zu eigenen Deutung und Auslegungen zu finden. Ein Plädoyer für die Poesie!
Zum Schluss eine persönliche Bemerkung: Mein Lieblingsgedicht war und ist Schillers Ballade „Die Kraniche des Ibykus“ (23 Strophen!). Nach fast fünfzig Jahren kann ich sie noch auswendig. Es lebe die Lyrik!
Manfred Orlick
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Antworten 2 von 2 finden diese Rezension hilfreich
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