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Aus dem Vorwort: Mit dem vorliegenden ersten Band von "Wissenschaftstheorie als Rekonstruktion der Wissenschaftsgeschichte", dem in kürze ein zweiter folgt, wird - umfangreicher als ursprünglich geplant - dem systematischen Grundkonzept einer Theorie der Wissenschaftsentwicklung eine Reihe von Fallstudien an die Seite gestellt. Diese Fallstudien sind eine Auswahl aus einer seit dem Jahre 1972 an der Universität Wien unter demselben Titel abgehaltenen Vorlesungsreihe. Die vorläufige Beschränkung auf die klassische Mechanik hat ihren Grund einerseits darin, daß ich bereits im Jahre 1974 eine…mehr

Produktbeschreibung
Aus dem Vorwort: Mit dem vorliegenden ersten Band von "Wissenschaftstheorie als Rekonstruktion der Wissenschaftsgeschichte", dem in kürze ein zweiter folgt, wird - umfangreicher als ursprünglich geplant - dem systematischen Grundkonzept einer Theorie der Wissenschaftsentwicklung eine Reihe von Fallstudien an die Seite gestellt. Diese Fallstudien sind eine Auswahl aus einer seit dem Jahre 1972 an der Universität Wien unter demselben Titel abgehaltenen Vorlesungsreihe. Die vorläufige Beschränkung auf die klassische Mechanik hat ihren Grund einerseits darin, daß ich bereits im Jahre 1974 eine ähnlich geartete Untersuchung über die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Biologie unter dem Titel "System, Klassifikation, Evolution" veröffentlicht habe; andererseits in der systematischen Konzeption, daß Fallstudien nur dann einen Sinn haben, wenn sie nicht aus dem entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhang eines bestimmten Wissensgebietes herausgerissen werden. Nur in diesem historisch vorgegebenen Rahmen können sie zum Nachweis der Adäquatheit eines wissenschaftstheoretischen Strukturmodells dienen. Rekonstruktion bedeutet dann in diesem Zusammenhang nichts anderes, als daß der zu untersuchende konkret-historische wissenschaftliche Erkenntnisprozeß logisch in seine Elemente zerlegt und nach dem Leitbild des Systemmodells wieder zusammengesetzt wird. Erst dadurch ergibt sich die Möglichkeit einer strukturell bewertenden Interpretation des Prozesses als eines Ablaufs in dem zugrunde gelegten Bezugssystem. Diese Rekonstruktion des Gesamtablaufs des erfahrungswissenschaftlichen Erkenntnisprozesses enthält dann notwendigerweise auch die klassischen Standards der statischen Strukturen axiomatisch-deduktiver Systeme als stabilisierender Faktoren. Das bedeutet, daß es in dem vorgeschlagenen Modell nicht um den Gegensatz von statischer und dynamischer Wissenschaftstheorie geht, sondern um ein einheitliches Konzept, das beide Aspekte miteinander verbindet. Wobei allerdings sowohl dem Umfang als auch der Bedeutung der zu lösenden wissenschaftstheoretischen Probleme nach der dynamischen Betrachtungsweise die Priorität zukommt. Die normative Funktion dieses wissenschaftstheoretischen Modells besteht ausschließlich darin, in einer historischen Situation ein möglichst klares Bild von den Bedingungen des Entwicklungszustandes einer Wissenschaft zu liefern. Hinter diesem Konzept steht daher die konkrete Vorstellung von den Bedingungen der "Fortsetzbarkeit" von wissenschaftlichen Hypothesen und Theorien, deren Entwicklungsstruktur in idealtypischer Weise auf der Systemebene des wissenschaftstheoretischen Modells darstellbar ist. Das der vorliegenden Sammlung von Fallstudien zugrunde gelegte Modell ist als ein Abstraktionsprodukt einer geschichtlichen Entwicklung anzusehen, insofern ja auch die normativen erkenntnistheoretisch-logischen Grundlagen eine geschichtliche Entwicklung aufweisen, die der gesamten Wissenschaftsgeschichte deswegen parallel verläuft, weil sie nicht außerhalb der Wissenschaftsgeschichte, sondern in ihr selbst stattgefunden hat. Aus dem Inhalt von Band 1: Metrisierung, Hypothesenbildung, Theoriendynamik - Die Logik der Prozesse als Grundlage der Rekonstruktion der Wissenschaftsgeschichte - Der systematische Rahmen: Die klassische Mechanik - Newton und die Cheopspyramide: Der Ursprung und die Entwicklung des physikalischen Maßsystems - Epizykel und Exzenter: Die Hypothese als Entwicklungsform der Wissenschaft - Copernicus und die ägyptische Hypothese: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen - Keplers Planetengesetze: Die Theorienbildung durch Konstruktion von Gesetzeshypothesen