35,00 €
inkl. MwSt.
Versandkostenfrei*
Sofort lieferbar
payback
0 °P sammeln
  • Gebundenes Buch

Speicherstadt und Containerterminal – der lange Weg Hamburgs zum Welthafen.
Der Hamburger Hafen ist heute einer der größten Container-Umschlagplätze der Welt. Als 1816 das erste Dampfboot die Elbe hinauffuhr, konnte das noch keiner ahnen. Oliver Driesen beschreibt die aufregende Geschichte des Aufstiegs der Hansestadt zum Welthafen einer globalen Wirtschaft.
Der Hafen der Stadt Hamburg ist heute einer der größten Containerhäfen der Welt. Innovation, Erfolg und Expansion spiegeln sich in seiner Geschichte ebenso wie Krisen, Kriege und Katastrophen. Oliver Driesen schickt den Leser auf
…mehr

Produktbeschreibung
Speicherstadt und Containerterminal – der lange Weg Hamburgs zum Welthafen.

Der Hamburger Hafen ist heute einer der größten Container-Umschlagplätze der Welt. Als 1816 das erste Dampfboot die Elbe hinauffuhr, konnte das noch keiner ahnen. Oliver Driesen beschreibt die aufregende Geschichte des Aufstiegs der Hansestadt zum Welthafen einer globalen Wirtschaft.
Der Hafen der Stadt Hamburg ist heute einer der größten Containerhäfen der Welt. Innovation, Erfolg und Expansion spiegeln sich in seiner Geschichte ebenso wie Krisen, Kriege und Katastrophen. Oliver Driesen schickt den Leser auf eine dramatische Zeitreise vom Bau des ersten Hafenbeckens und der Speicherstadt über die Industrialisierung und das Trauma der Nazizeit bis hin zum Container, der alles veränderte. Mittendrin: die Hamburger Hafen und Logistik AG, die wie kaum ein anderes Unternehmen für die Geschichte des Hamburger Hafens steht. Das Buch des Hamburger Wirtschaftsjournalisten macht mit vielen Porträts und Interviews anschaulich, wie die Hafenstadt ihren Beitrag zur Globalisierung leistet.
Autorenporträt
Oliver Driesen war Wirtschaftsredakteur bei der »Woche« und bei »brand eins«, bevor er die Textagentur Zeilensturm gründete. Er ist Chefredakteur des Unternehmensmagazins »concepts BY HOCHTIEF«, Autor von »Der Feuermacher«, der Biographie des Baden-Badener Stahlbarons Willy Korf, sowie »Schwarz wie Schlacke – Rot wie Glut«, einer Chronik des Unternehmens Georgsmarienhütte.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.07.2010

Eine ganze Welt im Fluss
Die spannende Geschichte der Hamburger Speicherstadt

Zum gemeinsamen 125. Geburtstag von Hamburger Hafen und Logistik AG und Speicherstadt hat Oliver Driesen ein Jubiläumsbuch mit dem stolzen Titel "Welt im Fluss" geschrieben. Die HHLA ist Nachfolgerin der Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft, die am 7. März 1885 gemeinsam von Senat, Norddeutscher Bank und einigen Kaufleuten zur Realisierung und Verwaltung der Hamburger Speicherstadt gegründet wurde. Die auf Tausenden von Eichenpfählen errichtete, anderthalb Kilometer lange Strecke prächtiger Rotklinker-Gebäude mit Giebeln, Erkern und Türmchen gilt als beispiellose Initiative früher Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft und als musterhafte norddeutsche Backsteinarchitektur.

Zustande gekommen ist der heute denkmalgeschützte, riesige Lagerhauskomplex auf den ehemaligen Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm als Folge des Zollanschlussabkommens von 1881 mit dem Deutschen Reich. Darin wurde der Hansestadt ein Großteil ihres Hafens als Freihafen genehmigt, damit ihre Kaufleute weiterhin Importgüter zollfrei und kostengünstig lagern, veredeln und verarbeiten konnten. Für die neuen Räumlichkeiten auf dem Freihafengelände wurden 20 000 Menschen zwangsumgesiedelt und 1000 hafennahe Wohnhäuser abgerissen.

Beim Zollbeitritt 1888 waren bereits zwei Drittel der neuen Speicherstadt fertig, hinter Zollzaun und Graben bestens mit Eisenbahnen, Straßen und Fleeten vernetzt. Das damals größte Hafenlogistikzentrum verfügte über moderne hydraulische Kräne, Aufzüge und Seilwinden sowie Stromversorgung aus einem eigenen Kraftwerk. Seine Topausstattung machte den Hamburger Hafen im Kaiserreich zum drittgrößten der Welt nach New York und London.

Die ursprünglich gehandelten Kolonialwaren Kaffee, Tee und Kakao, Tabak, Gewürze und Kautschuk füllen schon lange nicht mehr die pittoresken neugotischen Lagerhäuser der Speicherstadt, und statt der alten Sackkarre gibt es seit geraumer Zeit Gabelstapler sowie immer raffiniertere Ladefahrzeuge. Vor allem aber machten wachsender Containerumschlag und automatisierte Lagerverwaltungssysteme den überkommenen Betrieb in den letzten Jahrzehnten zum Anachronismus.

Im Jahre 2004 wurde die funktionsentleerte Speicherstadt mit Ausnahme einiger Teppichlager zollrechtliches Inland und dem spektakulären Neubaugebiet der Hafen-City zugeschlagen. Inzwischen beherbergt das traditionsreiche nordöstliche Hafenviertel nicht nur Museen, Theater und Szene-Lokale, sondern auch immer mehr "New Economy" und neue Medien.

Die Entwicklung des Hamburger Hafenbetriebs in den letzten 125 Jahren lässt sich wechselseitig an der Unternehmensgeschichte der HHLA ablesen. Oliver Driesen, gelernter Volkswirt und von Beruf Wirtschaftsjournalist, beschreibt in seiner Chronik nicht nur Innovation, Wachstum und Expansion, sondern auch Krisen, Kriege und Katastrophen.

Erzählt wird vom dreitägigen "Großen Brand" im Mai 1842 in der Innenstadt, bei dem 51 Menschen starben und Zehntausende obdachlos wurden, ebenso vom Tod in den Cholera-Jahren 1830 bis 1910, speziell von der schrecklichen Epidemie 1892, der in nur sechs Wochen 10 000 Einwohner zum Opfer fielen. Vergleichsweise ausführlicher sind die beiden desolaten Weltkriege behandelt. Ohne Beschönigung beschreibt der Autor Hafenbetrieb und HHLA-Entwicklung zu Zeiten des Nationalsozialismus - mit Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit und Judendeportation unter willfährigen Erfüllungsgehilfen.

1945 lag der Hafen total in Trümmern. Niemand hätte sich damals vorstellen können, dass sich die Hansestadt wenige Jahrzehnte später zu einem der größten globalen Container-Umschlagplätze der Welt entwickeln würde. Auf den Weg in die Moderne führten gleichwohl kluge, frühe Entscheidungen. Dazu gehörte, den Hafen als offenen Tidehafen auszubauen, die Infrastruktur des Hinterlandes zu erschließen und tiefenwassernahen Lagerraum bereitzuhalten. Der definitive Einstieg ins Container-Zeitalter aber begann 1966 mit dem Ausbauplan für den Burchardkai als Containerterminal. Die Riesenbühne der geisterhaften, flinken Ent- und Belade-Ameisen auf zehn Meter hohen Stelzen ist heute der größte der drei HHLA-Terminals und wird erneut modernisiert.

Das Ende der Ost-West-Trennung verhalf dem Hamburger Hafen und der HHLA im Kontext europäischer und globaler Geschichte endgültig zum Boom. 2008 stieg der Containerumschlag in der Elbstadt auf fast 10 Millionen Standardcontainer. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der umgeschlagenen Boxen infolge der weltweiten Wirtschaftskrise auf 7 Millionen. Kapazität ist für die dreifache Menge, so HHLA-Chef Klaus Dieter Peters. Hoffnung wird nun auf die konjunkturelle Erholung gesetzt. Die Globalisierung gilt auch für künftige Entwicklungen als treibende Kraft.

Driesens Buch ist gut recherchiert, spannend und flockig geschrieben, im Magazinstil opulent bebildert und mit Porträts, Interviews und einem Hafen-Glossar angereichert. Auf einer Zeitreise zum Ausklappen lässt sich im Schnelldurchgang die Seehandels-Historie des Hamburger Hafens nachexerzieren, seit Kaiser Barbarossa 1189 den Hamburgern die Handelszölle erließ.

Kein Zweifel, die Geschichte der 125 Jahre Hamburger Hafen und Logistik AG ist hübsch verpackt und ebenso ansehnlich wie das traditionelle Stammhaus in der Speicherstadt, in dem der seit 2007 teilprivatisierte, börsennotierte Konzern bis heute residiert. Mit dieser Chronik hat sich der Jubilar, mit 55 Tochterunternehmen und 4215 Beschäftigten eines der führenden Hafenunternehmen der Welt und noch immer von Hamburg aus gesteuert, ein gelungenes Geburtstagsgeschenk gemacht.

ULLA FÖLSING

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr