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An eerie, Venice-set novel from the bestselling Booker Prize-winning author.
John Banville
Produktdetails
- Verlag: Faber & Faber
- Main
- Seitenzahl: 368
- Erscheinungstermin: 25. September 2025
- Englisch
- Abmessung: 219mm x 135mm x 40mm
- Gewicht: 476g
- ISBN-13: 9780571386635
- ISBN-10: 0571386636
- Artikelnr.: 74172232
Herstellerkennzeichnung
Libri GmbH
Europaallee 1
36244 Bad Hersfeld
gpsr@libri.de
Broschiertes Buch
„Abenddämmerung, ein verlassenes Zimmer, ein Stückchen schwarzer Seide auf einem Marmortisch, darunter dunkelndes Wasser. Dieses Bild, menschenleer, düster und still, tauchte seit Monaten in meinen Träumen auf, oft an zwei, drei aufeinanderfolgenden Nächten, immer …
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„Abenddämmerung, ein verlassenes Zimmer, ein Stückchen schwarzer Seide auf einem Marmortisch, darunter dunkelndes Wasser. Dieses Bild, menschenleer, düster und still, tauchte seit Monaten in meinen Träumen auf, oft an zwei, drei aufeinanderfolgenden Nächten, immer dieselbe Szenerie, mehr oder weniger, mehr als weniger. Was bedeutete das, wofür stand dieser Traum?“
John Banvilles Roman „Die Schatten der Gondeln“ beginnt und endet mit einer Traumsequenz, die durch ihre Rätselhaftigkeit besticht und passend in die Geschichte einführt – genau darum geht es, um ungelöste Rätsel, um Träume und Stimmungen, eine düstere Atmosphäre.
Es beginnt mit einer Hochzeitsreise nach Venedig, eigentlich das Klischee für den perfekten ersten Urlaub zu zweit, eine Reise in die Stadt der Sehnsüchte, die unvergessen bleiben soll – unvergessen auch hier, aber aus anderen Gründen. Die Zeit ist unpassend, es ist Winter, nasskalt, ungemütlich, die Unterkunft im riesigen Palazzo unwirtlich, unübersichtlich und nicht einladend. Das junge Paar – Evelyn Dolman, ein erfolgloser Schriftsteller von Reiseberichten, aber mit großen Ambitionen und Laura Rensselaer, verwöhnte Tochter eines reichen Geschäftsmannes – beginnen ihre Flitterwochen, wollen das neue Jahrhundert in Venedig begrüßen und dort für mehrere Monate bleiben. Allerdings steht die Hochzeit unter einem ungünstigen Stern, was sich schnell bemerkbar macht.
Dolman erzählt selbst aus der Retrospektive, was ihm widerfahren ist, er bewertet, urteilt, berichtet, stellt in Frage und wir folgen seinem Blick und seiner Urteilskraft, müssen aber im Laufe des Romans erkennen, dass er kein zuverlässiger Erzähler ist und auch seine Motive nicht immer edel und selbstlos sind.
Man hat das Gefühl, in die Schauerromantik E. A. Poes oder E. T. A. Hoffmanns versetzt zu sein, Doppelgängern zu begegnen, in der Lagunenstadt in den wabernden Nebeln verloren zu gehen, nichts ist greifbar oder überprüfbar, Fährten werden gelegt, Geheimnisse angedeutet, Sehnsüchte, Begehren, verbotene Liebe, Fieberwahn, Krankheit, Fäulnis, Verrat tauchen auf, uneindeutiges Personal spielt eine Rolle: ein dunkler Graf, geheimnisvolle Zwillinge, eine bildschöne Bedienstete, eine verschwundene Ehefrau, eine habgierige Schwester und weitere zwielichtige Gestalten.
Ich bin begeistert von dieser Sprachgewalt, atmosphärischen Dichte, bestechenden Metaphern, schillernd und verwirrend zieht der Roman die Leserin in seinen Bann. Das Venedig des Romans ist ein Ort des Schreckens, der Fremde, des Verfalls und voller Lust beschreibt Banville immer wieder die düstere Umgebung, den furchteinflößenden Palazzo, alles von Schlamm und Ungeziefer überzogen und man versteht Dolmans Sehnsucht nach seinem bekannten und überschaubaren London, wo ihn keine sprachlichen oder kulturellen Barrieren von seinen Mitmenschen trennen.
Der Roman besticht und verschafft pures Lesevergnügen, it’s hilarious, wir tauchen in die fremde Welt und in die vergangene Zeit ein, leiden mit dem Protagonisten und verachten ihn wieder, hoffen und bangen und sind froh, die Lektüre am sicheren, warmen Ort genießen zu dürfen.
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