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Frank Maria Reifenberg
Broschiertes Buch
Unsichtbare Blicke
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«Du bist ein Schwein», flüsterte ich. «Kannst du mich auch hören?»
«Nein», antwortete er. Dann begann er, sich zu entschuldigen, es schönzureden; dass er auf mich aufgepasst hätte, nicht mehr, nur aufgepasst. Ich starrte auf den Bildschirm, in die winzige Kamera. Sollte er so viele Bilder von mir machen, wie er wollte. Sollte er die Tränen sehen. Und die Wut. Und die Verachtung. «Wer bist du?», schrie ich. Immer wieder. Wer bist du. Wer. Wer. Wer. Bist. Du.
«Nein», antwortete er. Dann begann er, sich zu entschuldigen, es schönzureden; dass er auf mich aufgepasst hätte, nicht mehr, nur aufgepasst. Ich starrte auf den Bildschirm, in die winzige Kamera. Sollte er so viele Bilder von mir machen, wie er wollte. Sollte er die Tränen sehen. Und die Wut. Und die Verachtung. «Wer bist du?», schrie ich. Immer wieder. Wer bist du. Wer. Wer. Wer. Bist. Du.
Frank M. Reifenberg, im Westerwald aufgewachsen, seit 20 Jahren Wahlkölner, nach dem Abitur Ausbildung zum Buchhändler, danach Texter in Public-Relations-Agenturen, später mit eigener Agentur, zum Jahrtausendwechsel noch einmal von vorne begonnen: Ausbildung an der Internationalen Filmschule Köln. Schreibt seit über zehn Jahren Drehbücher und Konzepte für Film und Fernsehen, Romane und Erzählungen oder auch mal das Libretto für eine Jugendoper, wenn man ihn - wie die Bayerische Staatsoper - darum bittet.
Produktdetails
- rororo Rotfuchs 21617
- Verlag: Rowohlt TB.
- 1. Auflage
- Seitenzahl: 400
- Altersempfehlung: ab 16 Jahren
- Erscheinungstermin: 21. Februar 2012
- Deutsch
- Abmessung: 210mm x 125mm
- Gewicht: 440g
- ISBN-13: 9783499216176
- ISBN-10: 3499216175
- Artikelnr.: 33388734
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Klappentext:
«Du bist ein Schwein», flüsterte ich. «Kannst du mich auch hören?» «Nein», antwortete er. Dann begann er, sich zu entschuldigen, es schönzureden; dass er auf mich aufgepasst hätte, nicht mehr, nur aufgepasst. Ich starrte auf den …
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Klappentext:
«Du bist ein Schwein», flüsterte ich. «Kannst du mich auch hören?» «Nein», antwortete er. Dann begann er, sich zu entschuldigen, es schönzureden; dass er auf mich aufgepasst hätte, nicht mehr, nur aufgepasst. Ich starrte auf den Bildschirm, in die winzige Kamera. Sollte er so viele Bilder von mir machen, wie er wollte. Sollte er die Tränen sehen. Und die Wut. Und die Verachtung. «Wer bist du?», schrie ich. Immer wieder. Wer bist du. Wer. Wer. Wer. Bist. Du.
Meine Meinung:
Zunächst möchte ich auf das Cover des Buches eingehen. Meine Entscheidung für das Buch ist nämlich genau deswegen positiv ausgefallen. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hat das Cover meine Fantasie angeregt. Es wirkt bedrohlich und es fallen einem spontan sicher mehrere Assoziationen dazu ein.
Die Grundidee des Buches (jemand hackt sich über deine Webcam ein und beobachtet dich) hat mir sehr gut gefallen und und wurde vom Autor auf eine sehr reale Art und Weise umgesetzt.
Die Geschichte ist sowohl in der Ich- als auch in der Er-Perspekt geschrieben und wechselt so zwischen den verschiedenen Handlungssträngen hin und her. Die Ich-Perspektive wird von der Protagonistin Josie übernommen. So kann sich der Leser sofort in ihre Situation hinein versetzen und spührt die Bedrohung hautnah.
Der Anfang war für mich zunächst etwas verwirrend, da mit jedem Kapitel zwischen den Perspektiven gewechselt wird und es dann auch noch teilweise Rückblenden gibt um die Hintergründe der Geschichte nachvollziehen zu können. Das Ende ist dann aber in sich stimmig und rund.
Insgesamt war das Buch aber durchgängig dynamisch und spannend. Einen kleinen Abzug gibt es, weil bei mir persönlich der Wind etwas aus den Segeln genommen wird, wenn ab einem bestimmten Punkt klar ist, bei wem es sich um den Täter handelt.
Wer einen durchgängig spannenden Thriller mit einem Geheimnis aus der Vergangenheit lesen möchte und darüber hinaus vom Autor auf eine ausgeklügelte Katz-und-Maus-Jagd geschickt werden will, ist hier genau richtig. Auch für Jugendliche ist der Roman durchaus lesenswert, da die Protagonistin 17 Jahre alt ist und man sich so in ihre Probleme bestens hinein versetzen kann.
Bewertung: 4,5 / 5 Sterne
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„Das Übel kommt nicht von der Technik, sondern von denen, die sie missbrauchen.“
Jacques-Yves Cousteau
Josie wurde eines von diesen Missbrauch-Opfern und wird im Internet in Zukunft wohl bedeutend vorsichtig sein, wenn es um den sorglosen Umgang mit Chat-Bekanntschaften und …
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„Das Übel kommt nicht von der Technik, sondern von denen, die sie missbrauchen.“
Jacques-Yves Cousteau
Josie wurde eines von diesen Missbrauch-Opfern und wird im Internet in Zukunft wohl bedeutend vorsichtig sein, wenn es um den sorglosen Umgang mit Chat-Bekanntschaften und den Einsatz ihrer Webcam geht.
Ihr Vater ist Mitglied einer Glaubensgemeinschaft, deren Ansichten er auch Zuhause rigoros umsetzt. Seine Tochter versucht mit aller Kraft sich ein bisschen Freiraum zu erarbeiten und flüchtet nach ihrer Arbeit im Pflegeheim vor ihren Laptop zu Geronimo. Mit diesem Bekannten kann sie über all ihre Probleme sprechen und fühlt sich bei ihm geborgen. Als dann aber der süße Italiener Felix in ihr Leben tritt, will sie ihm zu Liebe den Kontakt zu dem Unbekannten abbrechen, doch der geht in die Offensive und zeitgleich tauchen sehr intime Bilder der Jugendlichen auf, die nur ein geschickter Computer-Hacker auf illegale Weise erschleichen konnte. Will er Josie erpressen oder steckt noch mehr dahinter?
Vor 34 Jahren hatte ein Junge dagegen ganz andere Probleme. Die Flucht seiner Familie aus der DDR verlief problematisch und der kleiner Sohn „Tommi“ muss nun elternlos in einem Heim untergebracht werden. Dort durchlebt er die schlimmsten Jahre seines Lebens und wird gemobbt, misshandelt und ohne Liebe großgezogen. Wie viel verkraftet eine unschuldige Kinderseele und wie hoch ist die Hemmschwelle, um in der Gegenwart selbst zum Monster zu werden? Zwei tote Mädchen pflastern schon seinen Weg..
Die Idee von Frank Reifenberg, Kinder mit Hilfe eines fiktiven Falls an die Problematik von Internet-Kriminalität zu führen, ist gut und wichtig. Leider werden die technischen Hintergründe nur am Rande behandelt und viel schlauer war ich als bekennender Technik-Loser hinterher auch nicht. Natürlich hätte eine intensive Durchleuchtung der Thematik den Rahmen des Thriller gesprengt, doch ein paar Tricks und Tipps zur Prävention mehr wären meiner Meinung nach passend gewesen.
Leider durchschaut man die Zusammenhänge der Handlung ziemlich schnell, wodurch schon nach ¼ der Seiten die Auflösung relativ klar war. Danach ist die Spannung natürlich etwas gedämpft und kommt auch nicht mehr richtig in Gang. Durch insgesamt vier verschiedene Perspektiven versucht der Autor zwar noch ein bisschen Schwung in die Geschehnisse zu bringen, doch dabei entscheidet er sich für die langatmigste Position, die der leitenden Ermittlerin Stella, als die ausführlichste Sichtweise. Über sie erfahren wir am meisten, allerdings mehr über ihr Privatleben und den Zwist im Präsidium, wodurch wiederum die Erzählweise etwas zäh wird und der Fall, insbesondere durch von ihr verordnete freie Wochenenden (trotz lebensbedrohlicher Situation des Mädchens) stagniert.
Insgesamt fehlt mir eindeutig die Tempo-Komponente und eine Portion Spannung in dem Thriller. Bücher aus meinem Lieblingsgenre verschlinge ich sonst ohne Probleme an einem freien Lese-Tag, doch bei „Unsichtbare Blicke“ habe ich für die Abschnitte sehr lange gebraucht und hätte statt dem Fokus auf Stellas eher langweiligen Arbeitsalltag lieber mehr von den Machenschaften solcher Hacker oder auch der Vergangenheit des Heimkinds Tommi als Zeitzeugen der DDR und ihrem totalitären Staat erfahren, was zusätzlich noch die Geschichtskenntnisse der Leser aufgefrischt hätte.
An dem Schreibstil lag die ungewöhnliche Lese-Dauer nicht, denn da hat der Autor sich optimal auf die Zielgruppe eingelassen – geradlinig und klar.
Es waren mir definitiv zu wenig Thriller-Elemente eingebaut, denn die entscheidenden Stellen, wie die Entführung oder die Leiden der gefangenen Mädchen waren mir einfach nicht genügend beschrieben. Es erinnert mehr an einen Roman, die vor den Folgen von Unachtsamkeit im Internet spircht, als an dramatische Lesestunden. Vielleicht hat das Buch auf das Publikum aber einen Lern-Effekt. :-)
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