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Dieses Buch ist ein Buch für die Praxis.Ausbildungsbeauftragte finden hier Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Umgang mit Auszubildenden im Betrieb. Dabei werden Kernthemen vom Ausbildungsstart bis zum Ausbildungsende in konkreten Beispielen in den Blick genommen und besprochen.Für alle, die täglich mit Auszubildenden arbeiten, wird das Buch ein wertvoller Begleiter sein. Dafür sorgen praktische Anregungen, Tipps und Informationen rund um die Planung und Gestaltung einer zeitgemäßen, betrieblichen Ausbildung. Dank ihnen gewinnen Ausbildungsbeauftragte Zeit, Sicherheit und…mehr

Produktbeschreibung
Dieses Buch ist ein Buch für die Praxis.Ausbildungsbeauftragte finden hier Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Umgang mit Auszubildenden im Betrieb. Dabei werden Kernthemen vom Ausbildungsstart bis zum Ausbildungsende in konkreten Beispielen in den Blick genommen und besprochen.Für alle, die täglich mit Auszubildenden arbeiten, wird das Buch ein wertvoller Begleiter sein. Dafür sorgen praktische Anregungen, Tipps und Informationen rund um die Planung und Gestaltung einer zeitgemäßen, betrieblichen Ausbildung. Dank ihnen gewinnen Ausbildungsbeauftragte Zeit, Sicherheit und Führungskompetenz und ersparen sich gleichzeitig Stress, Enttäuschungen und Demotivation.
Autorenporträt
Dr. Anna K. Flamm studierte kath. Theologie, Germanistik und Lateinische Philologie für das Lehramt an Gymnasien in Freiburg, Hongkong und Wien. Bereits während ihres Studiums engagierte sie sich vielseitig in der Bildungsarbeit für junge Erwachsene und vertiefte so die pädagogischen Inhalte ihres Studiums. Zusätzlich sammelte sie jahrelang Erfahrungen im Journalismus. Die Leitung eines Projektes mit Mentoringprogramm an der Schnittstelle von Studium und Arbeitswelt und zahlreiche Weiterbildungen in den Bereichen Kommunikation, Führung und Management schärften ihren Blick für gelungene Interaktionen in der Ausbildung. Intensive Studien der Philosophie und Betriebswirtschaftslehre motivierten sie schließlich zu einer wissenschaftlich fundierten Auseinandersetzung mit erfolgreichen Ausbildungskonzepten. Ihr Wissen gibt sie nun gerne ansprechend, modern und kurzweilig als zertifizierte Berufsbildnerin und Autorin weiter.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 23.04.2024

Die tiefe Kluft zwischen Fronterlebnis und Leben
Ein Nachkriegsroman als Kriegsstudie, neu entdeckt nach fast hundert Jahren: Peter Flamms "Ich?"

Dieser Debütroman eines jüdischen Autors aus dem Jahr 1926 ist eine faszinierende Wiederentdeckung. Die Kritik sprach damals von einem "Buchvulkan", eher "hingeglüht" als geschrieben. Der Autor Peter Flamm, der im Hauptberuf Arzt war, verfasste noch weitere Romane und Theaterstücke; er lieferte Beiträge für das frühe Radio der Weimarer Republik. 1933 aber war seine kurze Autorenkarriere zu Ende. Er floh zunächst nach Paris, emigrierte dann weiter nach New York und ließ sich dort als Psychiater nieder. Zu seinen Patienten gehörte William Faulkner.

Ein starkes psychologisches Interesse kennzeichnet auch seinen Roman. Das erzählende "Ich" wird bereits im Titel infrage gestellt (mittels eines Fragezeichens), darüber hinaus geht es um die Erschütterung aller vermeintlich festen Fundamente durch den Ersten Weltkrieg. Mit den bedeutenden Kriegsbüchern von Remarque, Jünger oder Céline teilt der Roman das zentrale Motiv jener tiefen, unüberbrückbaren Kluft zwischen dem Fronterlebnis und dem zivilen Leben. Nur dass Peter Flamm dabei zu den Mitteln des Surrealen greift. Sein Icherzähler ist der Frankfurter Bäcker und Soldat Wilhelm Bettuch, der nach dem großen Menschenschlachten die Rückkehr zum friedlichen Brotbacken gewiss befremdlich genug gefunden hätte. Flamm steigert dieses Befremden, indem er seine Figur in die Zivilexistenz eines anderen hineingleiten lässt.

Am Ende des Krieges stolpert Bettuch verstört durch eine zerschossene Landschaft voller Gefallener. Er greift nach dem Ausweis eines Toten und - als wäre mit dem Dokument ein Zauber verbunden - eignet sich im selben Moment das Leben dieses Mannes an. Er fährt mit dem Zug nach Berlin, und obwohl er dort noch nie war, findet er mit schlafwandlerischer Sicherheit den Weg zu einer Villa, in welcher sein neues Ich als Arzt Hans Stern gelebt und praktiziert hat. Er wird von dessen Frau, die vor Angst und Ungewissheit schon ganz verzweifelt war, in die Arme geschlossen. Auch ein alter Freund - ein Staatsanwalt, der schon gehofft hatte, bei der Witwe des Verschollenen zum Zug zu kommen - begrüßt den Wiedergekehrten mit kerniger Herzlichkeit. Nur einer wittert den Fremden: "Zwei Hundeaugen sprühen grüne Flammen, ein schwarzer, zottiger Leib, wilder zottiger Kopf, weiße blanke Zähne, verbissen, verhakt in mein Fleisch . . ." Das ist als Umkehrung der berühmten Szene aus der "Odyssee" zu lesen, wo der alte Hund der Einzige ist, der den heimgekehrten Herrn erkennt.

Ist es ein Traum, eine Halluzination? Flamms Stil macht Tempo, und die Ereignisse vollziehen sich mit einer Schnelligkeit, bei der dem Erzähler keine Zeit bleibt, das, was ihm widerfährt, zu bedenken. Er wird mitgerissen vom Strudel und lebt - halb noch seinem alten Bettuch-Bewusstsein verhaftet - wie auf Autopilot das Leben des Mannes weiter, der im Schlamm von Verdun begraben liegt. Prompt ploppt in ihm das Gefühl der Liebe zu der Ehefrau auf, die er, als hätte er es immer gewusst, Grete nennt und mit der er einen kleinen Sohn hat, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten sei. Befremdet blickt er einige Tage später auf seine Bäcker-Hände, die geschickt Chirurgenarbeit verrichten.

In den Schützengräben des Ersten Weltkriegs wurde das Konzept des Individuums löchrig wie ein durchschossener Kübel. In der Blutmühle wurde der Einzelne zum Exemplar. Von "Depersonalisation" hat die Psychologie gesprochen. Um die Realität solcher Prozesse zu vermitteln, greift Peter Flamm zur Phantastik. Deshalb hat sein Roman trotz der ähnlichen Motive auch wenig zu tun mit berühmten Betrugsfällen wie der mehrfach verfilmten Geschichte des Martin Guerre aus dem sechzehnten Jahrhundert, wo ein Mann als vermeintlicher Kriegsheimkehrer ein ganzes Dorf geschickt über seine falsche Identität täuschen konnte.

In der zweiten Hälfte wird "Ich?" dann zum Albtraumspiel im Schleudergang. Eine frühere Geliebte des Arztes fordert ihre Rechte, und der Icherzähler wird als medizinischer Sachverständiger zu einem grotesken Mordprozess geladen. Der Staatsanwalt, sein falscher Freund, firmiert dabei als bösartiger Widersacher; die Angeklagte ist Bettuchs eigene Schwester, die nach seinem Verschwinden in Not geraten ist und mit der sich nun die Lebenswelt des Bäckers saugend zurückmeldet. "Es kommt mir alles bekannt vor und doch unendlich fremd", lautet ein Stoßseufzer des Erzählers.

Flamm, der eigentlich Erich Mosse hieß, wurde 1891 ins jüdische Bildungsbürgertum hineingeboren. Sein Vater war der erste jüdische Oberlandesgerichtsrat, sein Onkel Rudolf Mosse gründete das "Berliner Tageblatt". 1959 hielt Peter Flamm auf dem Frankfurter PEN-Kongress eine Rede, die am Ende dieses Buches abgedruckt ist. Er blickt darin auf die Jahre vor 1933 zurück und beschreibt nicht ohne Bitterkeit den Patriotismus unter den assimilierten Juden, der den Holocaust nicht verhindern konnte: "Ich bin als Jude geboren, aber ich fühlte mich mehr deutsch als manch andere Deutsche. Mein bewunderter Bruder fiel im Ersten Weltkrieg als Leutnant vor Verdun. Er hatte sich an der Spitze seiner Kompanie für eine hoffnungslose Patrouille gemeldet, während keiner seiner Mitdeutschen mit ihm gehen wollte." Auch dadurch erklären sich Dringlichkeit und Intensität dieses Romans. Seine Flamme ist genährt von einem großen Schmerz: über den toten Bruder. WOLFGANG SCHNEIDER

Peter Flamm:

"Ich?" Roman.

Verlag S. Fischer,

Frankfurt am Main 2023. 160 S., geb., 22,- Euro.

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