Gustave Flaubert
Buch mit Leinen-Einband
Lehrjahre der Männlichkeit
Geschichte einer Jugend. Roman
Herausgegeben: Edl, Elisabeth;Übersetzung: Edl, Elisabeth
Versandkostenfrei!
Sofort lieferbar
Weitere Ausgaben:
PAYBACK Punkte
0 °P sammeln!
Die lang erwartete Neuübersetzung von Gustave Flauberts epochalem, ungeheuer modernen Roman Gesellschaftsgeschichte und Liebesgeschichte, vielfältig, böse, melancholisch. Die "Éducation sentimentale" wurde nach "Madame Bovary" Flauberts zweites Meisterwerk: Frédéric Moreau ist achtzehn, und es wird ernst. Auf einem Seine-Dampfer verliebt er sich sofort und lebenslänglich. Doch Madame Arnoux ist verheiratet! Der Held tröstet sich mit Rosanette und stolpert in die 48er Revolution, die eine ganze Gesellschaft aus der Bahn wirft. Flaubert folgt ihm zu den verwirrenden Frauen und den langwe...
Die lang erwartete Neuübersetzung von Gustave Flauberts epochalem, ungeheuer modernen Roman Gesellschaftsgeschichte und Liebesgeschichte, vielfältig, böse, melancholisch. Die "Éducation sentimentale" wurde nach "Madame Bovary" Flauberts zweites Meisterwerk: Frédéric Moreau ist achtzehn, und es wird ernst. Auf einem Seine-Dampfer verliebt er sich sofort und lebenslänglich. Doch Madame Arnoux ist verheiratet! Der Held tröstet sich mit Rosanette und stolpert in die 48er Revolution, die eine ganze Gesellschaft aus der Bahn wirft. Flaubert folgt ihm zu den verwirrenden Frauen und den langweiligen Männern, bis hin zu dem berühmten, illusionslosen Schluss: Ja, wenn das Männlichkeit sein soll ... In der Neuübersetzung von Elisabeth Edl ist Flauberts epochaler Roman noch einmal ganz anders zu entdecken.
Gustave Flaubert wurde am 12. Dezember 1821 in Rouen (Normandie) geboren und starb 1880 im Alter von 59 Jahren in Croisset. Schon seit seiner Jugend schrieb er Erzählungen und Romane. Aufgrund seiner hohen Ansprüche an sich selbst veröffentlichte er jedoch keines seiner Manuskripte. Sein erstes publiziertes Werk wurde der Roman Madame Bovary, der 1856 im Feuilleton der Revue de Paris erschien und der ihm einen Prozess wegen Verstoßes gegen die Sitten eintrug. Sein schönstes Buch ist für viele seiner Verehrer Drei Geschichten, zugleich sein letztes vollendetes Werk. Zunächst unverstanden, aber noch einflussreicher auf die Entwicklung der europäischen Literatur war der große Roman "L'Éducation sentimentale. Histoire d'un jeune homme" (1869), der als Lehrjahre der Männlichkeit (Geschichte einer Jugend. Roman, 2020) in der Neuübersetzung von Elisabeth Edl erschien. Gustave Flaubert ist einer der besten Stilisten der französischen Literatur und ein Klassiker des Romans; zusammen mit Stendhal und Balzac bildet er das Dreigestirn der großen Erzähler Frankreichs. Bei Hanser erschien zuletzt die Neuübersetzung Memoiren eines Irren (Roman, 2021).
Produktdetails
- Verlag: Hanser
- Originaltitel: Éducation sentimentale
- Artikelnr. des Verlages: 505/26769
- 2. Aufl.
- Seitenzahl: 800
- Erscheinungstermin: 21. September 2020
- Deutsch
- Abmessung: 193mm x 126mm x 30mm
- Gewicht: 477g
- ISBN-13: 9783446267695
- ISBN-10: 3446267697
- Artikelnr.: 59012941
Herstellerkennzeichnung
Carl Hanser Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
info@hanser.de
"Über Flauberts anderen Romanen thront neben 'Madame Bovary' die 'Éducation sentimentale' ('Lehrjahre der Männlichkeit'), Flauberts moralische Geschichte über die Männer seiner Generation; sein epochal-kunstvoller Groß- und Desillusionierungsroman mit den vielen beeindruckenden szenischen Tableaus und nicht zuletzt der autobiografischen Grundierung." Gerrit Bartels, Tagesspiegel, 10.12.21 "Funkelnd, frisch und zugleich subtil ... Der Roman, ist wie die Übersetzung, ein absolutes Meisterwerk." Gert Scobel, ZDFkultur 'Dein Buch', 08.10.21 "Eine grandiose Neuübersetzung." Maxim Biller, Süddeutsche Zeitung, 29.12.20 "Eine tolle Neuübersetzung von Elisabeth Edl." Jan Küveler, Die Welt, 29.11.20 "Luxusproblem der Lektüre: Die Anmerkungen machen
Mehr anzeigen
dem Roman Konkurrenz. Beides nicht zu übertreffen." Ursula März, Die Zeit, 19.11.20 "Elisabeth Edl hat sich der Genauigkeit und dem Rhythmus von Flauberts Prosa aufs Schönste angeschmiegt. ... Ganz zu schweigen von ihrem großartigen Anmerkungsteil, der nicht nur politische Zeithintergründe liefert und eine Vielzahl realer historischer Figuren erklärt, sondern selbst eine Art Flaubert-Wörterbuch ist, eine Werkschau im Kleinen." Gerrit Bartels, Tagesspiegel, 13.11.20 "Flauberts Klassiker bietet einen grandiosen Einblick in die Zeit des 19. Jahrhunderts. ... Elisabeth Edls Neuübersetzung ist nun dichter am Original als alle bisherigen. Sie hat sich Flauberts Ethos der Genauigkeit auf die Fahnen geschrieben. Und das ist ein Gewinn." Wolfgang Schneider, Deutschlandfunk Kultur, 28.10.20 "Edls Nachworte könnte man als Einführungsbände jeweils auskoppeln, so reich und fundiert sind sie." Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung, 29.10.20 "Eine großartige Übersetzung von Elisabeth Edl. ... Man bemerkt die Sprachkunst in der Übersetzung ... Ein Genuss." Thedel von Wallmoden, NDR Kultur, 12.10.20 "Elisabeth Edl hat auf großartige Weise übersetzt. Es ist ihr gelungen, diesen ganz und gar in der Wirklichkeit des 19. Jahrhunderts verankerten Roman zu einem vollkommen gegenwärtigen Buch zu machen." Ernst Osterkamp, Die Welt, 24.10.20 "Dieser Flaubert wird auf Jahrzehnte der unsere sein. ... Ihre Sensibilität für die Musikalität von Flauberts Sprache, der ja seine Sätze laut deklamierte, sie über die Kehle gleiten ließ, stellt Elisabeth Edl besonders in der berühmten Passage unter Beweis, da Frédéric und die Cocotte Rosanette im Wald von Fontainebleau spazieren ... Hier ist man Flauberts Traum vom Buch über nichts, das nur Musik wäre, nahe." Jürgen Ritte, Süddeutsche Zeitung, 19.10.20 "Schon rein äußerlich eine prachtvolle neue deutsche Ausgabe. ... Gedruckt und ausgestattet wie zu Zeiten, als es noch einen Unterschied zwischen Hard- und Paperbacks gegeben hat: wunderbares Papier, Leinen, zwei verschiedenfarbene Lesebändchen, ein ausführliches, kenntnisreiches Nachwort, verlässliche und ausführliche Anmerkungen." Stephan Wackwitz, Die Tageszeitung, 13.10.20 "Elisabeth Edl hat 'L'Éducation sentimentale' in ein makelloses Deutsch übersetzt." Elmar Krekeler, Die Welt, 10.10.20 "Das ist die gelungenste Klassiker-Ausgabe, die es seit Schönes 'Faust' und Birus' 'Divan' hierzulande zu kaufen gibt. Das 70-seitige Nachwort ist eine brillante Monografie für sich. 150 Seiten umfassende Anmerkungen mit traumhaft gut gemachten Hinweisen zu Text und Textgeschichte ... Erstmals liegt eine Übersetzung vor, die dem Präzisions- und Rhythmus-Fanatiker Flaubert vollauf gerecht wird." Andreas Isenschmid, Die Zeit, 08.10.20 "Die 'Lehrjahre' gehören zu den wenigen Romanen, die wahrhaft die Totalität einer Epoche darstellen." Andreas Isenschmid, Die Zeit, 08.10.20 "Es ist Flauberts Stil, der uns direkt ins Geschehen zieht, es sind die bis in Detail durchkomponierten Satzverläufe, eine Vielfalt der Register.... So frisch, federnd und plastisch liest sich die 'Education' bei Elisabeth Edl, dass man beim Wiederlesen des Buches nach drei Dekaden glaubt, das Buch zum ersten Mal zu verstehen." Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung, 03.10.20 "Elisabeth Edls Übersetzung liest sich, als wäre der Roman auf Deutsch geschrieben worden. ... In dieser Form, in dieser Fassung ist der Roman für unsere Gegenwart wiedergewonnen." Georg Oswald, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.20
Schließen
Und das soll Männlichkeit sein?
Unter dem Titel «Lehrjahre der Männlichkeit» mit dem Untertitel «Geschichte einer Jugend» ist 2020 der letzte Roman von Gustave Flaubert in einer Neuübersetzung erschienen, ein epochales Werk, das als Vorläufer des …
Mehr
Und das soll Männlichkeit sein?
Unter dem Titel «Lehrjahre der Männlichkeit» mit dem Untertitel «Geschichte einer Jugend» ist 2020 der letzte Roman von Gustave Flaubert in einer Neuübersetzung erschienen, ein epochales Werk, das als Vorläufer des ‹Modernen Romans› angesehen wird. Anders als bei «Madame Bovary» galt dieses Werk damals aber als misslungen, die zeitgenössischen Rezensionen waren bis auf wenige Ausnahmen allesamt vernichtend. Seine mit ihm eng befreundete Kollegin George Sand hat das neuartige Konzept dieses Entwicklungs-Romans als einzige Rezensentin wirklich verstanden, umfassend kommentiert und ihn seinem Rang entsprechend gewürdigt.
Zeitlich in den 1840er Jahren angesiedelt, beschreibt der im selben Jahr wie sein Protagonist geborene Autor die französische Gesellschaft dieser Epoche in Paris. Frédéric Moreau verlässt sein Elternhaus in der Provinz, um Jura zu studieren und in der mondänen Metropole sein Glück zu versuchen. Er findet schnell Anschluss an verschiedene Gesellschaftskreise, die ihm nützlich sein sollen bei seiner Karriere. Frédéric verkehrt in der Bohème, begeistert sich für journalistisch unangepasste, systemkritische und revolutionäre Bestrebungen. Er sucht und findet andererseits aber auch Kontakt zu etablierten, großbürgerlichen Kreisen, von denen er sich Protektion erhofft und deren Wohlstand ihm als einzig erstrebenswertes Lebensziel vorschwebt. Den von ihm erträumten politischen Idealen steht diametral die reale Gewissenlosigkeit der Kaufleute, Bankiers und Politiker beim ewigen ‹Tanz ums goldene Kalb› entgegen, was ihn zu einem permanenten Zickzack-Kurs in seinen Unternehmungen zwingt. Gleiches gilt für seine naiv schwärmerischen Beziehungen zu Frauen, die zwischen ‹himmelhoch jauchzend› und ‹zu Tode betrübt› changieren als ewiges Wechselbad seiner Gefühle.
Der dreiteilig aufgebaute Roman beginnt mit dem Bestreben des defätistischen Helden nach einer Karriere als Politiker, nachdem er sich vergeblich als Schriftsteller, Maler oder Musiker zu etablieren versucht hat. Als er den undurchsichtigen Kunsthändler Arnoux kennen lernt, entbrennt er in schwärmerischer Liebe zu dessen schöner Frau, der er sich aber nicht zu erklären traut, weil sie ihm gegenüber sehr distanziert bleibt. In seiner Hoffnungslosigkeit flüchtet er zurück in sein Elternhaus, hält es aber da nicht lange aus und kehrt zurück nach Paris. Denn er hat von seinem Onkel ein beträchtliches Vermögen geerbt, das ihm finanziell ein sorgenfreies Leben ermöglicht, wenn er vernünftig damit umgeht. Was ihm aber schwer fällt, einerseits, weil er den Luxus liebt, andererseits, weil er seine Freunde großherzig unterstützt. Im zweiten Teil schildert Flaubert detailliert und sehr anschaulich die politischen Unruhen und dem Umsturz von 1848. Sein lange unterbrochener Kontakt zu Madame Arnoux lebt wieder auf, sie wird seine Vertraute, bleibt aber unerreichbar und verarmt nach einem verlorenen Prozess. In Rosanette, Mätresse verschiedener reicher Männer, findet er zeitweilig eine Geliebte, und als sie schwanger wird, planen sie sogar zu heiraten. Aber ihre unbedarfte Art stört ihn mit der Zeit doch, und als das Kind früh stirbt, bricht er mit ihr. Wenig später verliebt er sich in die Frau eines befreundeten Bankiers und hat eine Affäre mit ihr, die neue Perspektiven eröffnet, als ihr Mann stirbt und sie sich steinreich wähnt mit der zu erwartenden Erbschaft, - die aber ausbleibt, seine uneheliche Tochter erbt alles! Auch diese Liaison, die in eine Ehe münden sollte, zerbricht kläglich.
Dieser eindeutig ironisch gemeinte, elf Jahre umspannende Roman von einem hoffungsvollen jungen Mann, der sich die Hörner abläuft und sich im Erwachsenenalter als Philister wieder findet, endet überraschend in einer ergreifenden Schlussszene. «Und das soll Männlichkeit sein»? fragt sich der Leser in Hinblick auf den Titel verblüfft. Den 579 Buchseiten folgt in der vorliegenden, mustergültigen Ausgabe ein Anhang von fast hundert Seiten mit einem 68seitigen, äußerst hilfreichen Nachwort der genialen Übersetzerin, welches dieses grandiose Werk zu einem ergiebigen literarischen Studienobjekt erweitert im Kanon der Jahrhundert-Romane.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Andere Kunden interessierten sich für
