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Joachim Ringelnatz
Buch mit Leinen-Einband
Gedichte, Prosa, Bilder
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Als Komödianten und artistischen Wortkobold liebt man ihn - doch Ringelnatz' Werk hält auch viele Überraschungen bereit: In den 1920er und frühen 1930er Jahren feierte er als Maler Erfolge; Ringelnatz' Prosa enthält - wie die ernsthafte Lyrik - illusionslose Kommentare zu seiner Zeit, die von Krieg, Inflation und zuletzt dem Nationalsozialismus bestimmt war. Die Sammlung zeigt die Breite des Werks: mit einer Auswahl aus Lyrik und Prosa und zahlreichen farbigen Reproduktionen der Gemälde.
Joachim Ringelnatz, 1883 in Wurzen bei Leipzig geboren, zeigte als Hans Bötticher, der sich später Joachim Ringelnatz nannte, schon früh Spürsinn fürs Abenteuerliche und Skurrile. Nach der Schulzeit fuhr er vier Jahre lang zur See, war im Ersten Weltkrieg Kommandant eines Minensuchbootes. 1920 tauchte er in der Münchner Boheme auf und rezitierte im 'Simpl'. Dort entdeckte ihn Hans von Wolzogen für seine Berliner Kleinkunstbühne 'Schall und Rauch'. Entscheidenden Erfolg errang Ringelnatz mit den 'Turngedichten' und den Liedern vom Seemann 'Kuttel Daddeldu'. Als reisender Artist trug er überall seine Verse vor und wurde zu einem Klassiker des deutschen Humors. 1933 Auftrittsverbot und Beschlagnahme seiner Bücher. Völlig mittellos geworden, starb er 1934.
Produktdetails
- Reihe Reclam
- Verlag: Reclam, Ditzingen
- Seitenzahl: 301
- Deutsch
- Abmessung: 160mm
- Gewicht: 268g
- ISBN-13: 9783150500491
- ISBN-10: 3150500494
- Artikelnr.: 13323520
Herstellerkennzeichnung
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Für einen Leser, der sich einen ersten Überblick über das Gesamtwerk Ringelnatz' verschaffen will, empfiehlt sich der sorgfältig ausgestattete, preiswerte Reclam-Band "Gedichte, Prosa, Bilder", der auch den meist übersehenen Erzähler und den begabten Maler vorstellt und ein informatives Nachwort erhält. 'Westfälische Nachrichten' Der Reclam-Band eignet sich zu einer "ersten Bekanntschaft" mit dem Dichter. Vor allem auch deshalb, weil er nicht nur den sattsam bekannten "witzigen" Ringelnatz ins Blickfeld rückt, sondern auch lange vernachlässigte Texte von Joachim Ringelnatz. Warum das so war, darüber gibt auch das eingehende Nachwort der beiden Göttinger Wissenschaftler Auskunft. Dieses sollte lesen, wer sich ein erstes und schon komplexes
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Bild von Ringelnatz verschaffen will. Dort nämlich erfährt er dann unter anderem auch eine Menge Wissenswertes und Interessantes über den Maler Joachim Ringelnatz. Gedicht- und Prosaauswahl des Bandes zeugen einmal mehr von der profunden Kenntnis der beiden Herausgeber. 'Nordsee-Zeitung' Ringelnatz ist den meisten sicher durch seine Nonsensverse bekannt. Doch der "artistische Wortkobold" und begeisterte Komödiant hat seine Gedanken in ganz verschiedene literarische und künstlerische Form gebracht. So bietet das vorliegende wunderbare Bändchen neben bekannten Werken auch Beispiele aus dem eher vernachlässigten Teil seines Schaffens, Lyrisches, Prosaisches und außerdem farbige Reproduktionen seiner beeindruckenden Gemälde. (...) Das ausführliche und aufschlussreiche Nachwort bringt dem Leser das abwechslungsreiche und durchaus schwierige Leben des Hans Bötticher näher. 'Pädagogisches Forum' Man liest sie immer wieder mit Begeisterung, diese heiter-skurrilen, oft grotesk-übermütigen, manchmal aber sehr ernst und nachdenklich stimmenden Poeme. Sie verlieren nichts von ihrem Zauber. Überaus empfehlenswert. 'Öffentliche Bibliotheken in Bayern'
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Auf die Welt kam er als Hans Bötticher, doch bekannt wurde er als Joachim Ringelnatz. Voller Staunen blickte der Spießbürgerschreck auf die Menschen und Dinge. Er war der Poet der „Turnergedichte“ und der Schöpfer des immer betrunkenen Seemann Kuttel …
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Auf die Welt kam er als Hans Bötticher, doch bekannt wurde er als Joachim Ringelnatz. Voller Staunen blickte der Spießbürgerschreck auf die Menschen und Dinge. Er war der Poet der „Turnergedichte“ und der Schöpfer des immer betrunkenen Seemann Kuttel Daddeldu.
Klar, diese lustigen Reimereien kennt jeder. Dass Ringelnatz jedoch mehr war als ein harmloser Unterhaltungskünstler, beweist auch der neue Reclam-Auswahlband. Sein Werk zeigt viele andere Facetten und so wird der Komödiant und artistische Wortkünstler vom frühen Dichter Bötticher bis zum späteren Maler und Kabarettisten Ringelnatz vorgestellt.
Den Anfang machen einige seiner frühen Gedichte, u.a. aus der bekannten Sammlung „Schnupftabakdose“ (1912). Danach lernt der Leser Ringelnatz als Prosaschriftsteller kennen mit Novellen aus dem Band „Ein jeder lebt’s“ (1913) oder mit „Totentanz“ (1922) aus seinen „Marine-Kriegsgeschichten“ (1922). Es folgen einige Kostproben aus seinen „Turngedichten“ (1923) und Gedichte vom traurigen Seemann Kuttel Daddeldu, der anschließend seinen Kindern noch das Märchen von Rotkäppchen erzählt.
Weiterhin präsentieren die 300 Seiten längere Auszüge aus seinem kurzen Großstadtroman „…liner Roman“ und aus seiner Grotesken-Sammlung „Nervosipopel“, in denen Ringelnatz dadaistische Elemente und die Montagetechnik verwendete. Aus den 1930er Jah-ren findet der Leser ebenfalls zahlreiche ausgewählte Lyrik- und Prosabeispiele, so aus dem „Kinder-Verwirr-Buch“, das auch heute noch wohl eher Eltern als Kinder verwirrt.
Lange war in Vergessenheit geraten, dass Ringelnatz auch als Maler eine weithin bekannte Größe war, dabei hatte er schon seit frühester Jugend gezeichnet. Der Reclamband bringt 16 farbige Reproduktionen seiner wichtigsten Gemälde, die sich durch Ideenreichtum, Experimentierfreude und Phantasie auszeichnen. Komplettiert wird die Sammlung durch ein Nachwort der beiden Herausgeber/innen Frank Möbus und Friederike Schmidt-Möbus.
Die wirklich gelungene Reclam-Auswahl zeigt Ringelnatz heiter, lustig, ernst, traurig oder nachdenklich. Sie ist besonders für junge Leser eine willkommene Gelegenheit, den begnadeten Komödianten zu entdecken. Wer vom ganzen Ringelnatz die einzelnen Ringelnätzchen kennenlernen möchte, der liegt mit dieser Neuerscheinung genau richtig.
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