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Birgit und Paul gehen nach dem Studium in eine brandenburgische Kleinstadt. Sie lieben sich, bekommen ein Kind, und alles könnte ein nicht endender Traum sein. Aber während Paul versucht, Birgit auch tagsüber auf Händen zu tragen, träumt Birgit von ganz realen Dingen: zum Beispiel von einem Urlaub am Balaton. Eine Liebesgeschichte, die in den späten 1970ern beginnt, mit dem Mauerfall und neuen Aufstiegschancen für Paul einen Höhenflug erlebt und wenige Jahre später jäh zerbricht.Birgit zieht nach Bonn, Paul verliebt sich in Sandra. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.
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König, RitaRita König (_1962) ist diplomierte Betriebswirtin und lebt in Rathenow. Für ihre literarische Arbeit erhielt sie zahlreiche Aufenthaltsstipendien, wie zum Beispiel im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Bisher veröffentlichte sie ihre Erzählungen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Beim Der Kleine Buch Verlag / Lauinger Verlag debutierte sie mit "Rot ist schön". Mehr Informationen zur Autorin und ihrem Debutroman finden Sie unter www.rita-koenig.de und www.rot-ist-schoen.de .
Produktdetails
- Verlag: Auinger / Lauinger
- Erstauflage
- Seitenzahl: 352
- Erscheinungstermin: Oktober 2018
- Deutsch
- Abmessung: 207mm x 137mm x 25mm
- Gewicht: 355g
- ISBN-13: 9783765091322
- ISBN-10: 3765091324
- Artikelnr.: 50264873
Herstellerkennzeichnung
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Höhen und Tiefen einer Familie zur Wendezeit
Was bedeutet Glück? - Familie? Wohlstand? Freiheit?
Autorin Rita König beleuchtet in ihrem Roman "Fast schon ein ganzes Leben" die Lebensumstände des jungen Ehepaares Paul und Birgit, deren Familiengründung - sie …
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Höhen und Tiefen einer Familie zur Wendezeit
Was bedeutet Glück? - Familie? Wohlstand? Freiheit?
Autorin Rita König beleuchtet in ihrem Roman "Fast schon ein ganzes Leben" die Lebensumstände des jungen Ehepaares Paul und Birgit, deren Familiengründung - sie bekommen einen Sohn - noch zu Zeiten der DDR stattfindet. Mit dem Fall der Berliner Mauer beginnt eine Epoche des Umbruchs. Plötzlich kann das Paar reisen, Westprodukte kaufen, sich endlich seine Sehnsüchte erfüllen. Alles scheint auf einmal möglich und die Euphorie überkommt Birgit und Paul wie ein Rausch. Besonders für Birgit erfüllt sich ihr größter Traum - schon immer hatte sie von "mehr" geträumt: mehr Perspektive, mehr Freiheit. Doch die Wiedervereinigung Deutschlands bringt auch unvorhergesehene Tiefen und Schicksalsschläge mit sich und es stellt sich die Frage: Ist das Gras auf der anderen Seite wirklich immer grüner?
Bekanntlich heißt es ja: Gegensätze ziehen sich an - kann das auch für die Grundvorstellung vom Glück gelten? Paul und Birgit könnten unterschiedlicher nicht sein. Beide Hauptfiguren polarisieren stark. Wirklich identifizieren konnte ich mich mit keinem von beiden (oder eine emotionale Bindung aufbauen), jedoch waren die Handlungen des Einen eher nachvollziehbar für mich. Mit dem anderen Hauptcharakter habe ich mich allerdings nur schwer anfreunden können - Birgit wäre niemand, den ich im realen Leben gerne kennenlernen würde. Zwar werden ihre Motive nach und nach verdeutlicht, aber sie wirkt auf mich insgesamt kalt, abweisend und egoistisch.
Das Cover finde ich richtig gut gelungen - es trifft die unterschiedlichen Ansichten des jungen Paares auf den Punkt: so nah sie einander sind, so verschieden sind ihre Blickrichtungen, ihre Hoffnungen, ihre Wünsche...und vor allem, ihre charakterlichen Eigenschaften. Leider spiegeln die angenehmen warmen Farben sich nicht in der Stimmung der Geschichte wider, die größtenteils eher unterkühlt wirkt.
Der Sprachstil ist unverblümt und nüchtern, treibt aber die Handlung voran, welche eine Zeitspanne von mehreren Jahren abdeckt. Insgesamt ist das Werk in drei größere Leseabschnitte, die jeweils mehrere Kapitel umfassen, unterteilt. Für meinen Geschmack sind die Übergänge zwischen den Perspektivenwechseln ein klein wenig zu sprunghaft gesetzt; erzählt wird in der 3. Person, wobei die Hauptfiguren Paul und Birgit im Mittelpunkt stehen; einzig für den Nebencharakter Sandra erfolgt die Erzählung in 1. Person.
Viele eingeflochtene DDR-Details wie Liedtexte ostdeutscher Musikgruppen oder Produktbezeichnungen typischer Alltagsgegenstände und Waren erwecken einen authentischen Eindruck; speziell "Kenner" der DDR werden Vieles wiedererkennen. Für Menschen ohne DDR-Bezug könnte es sich teilweise schwer lesen. Ebenso beinhaltet das Buch einige geschichtliche Fakten, insbesondere zum politischen Hintergrund des Alltags in der DDR sowie in den Jahren "danach".
Fazit: Wie im wahren Leben liegen Tragik und Freude nah beieinander. Ich verstehe dieses Buch eher als einen gesellschaftskritischen Roman, nicht als eine Liebesgeschichte. Für Fans von Wohlfühlliteratur ist das Werk nicht geeignet, da es doch trotz diverser Wendungen in der Handlung letztendlich einen recht schwermütigen Eindruck hinterlässt. Interessant könnte das Buch für Menschen mit DDR-Hintergrund sein.
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Fast wie im richtigen Leben
Sie blickt gen Westen, er gen Osten. Das Cover von „Fast schon ein ganzes Leben“ verdeutlicht sehr gut das, womit sich Rita König in ihrem Roman beschäftigt: dem Lebensweg von Birgit und Paul, den sie zunächst jahrelang gemeinsam gehen, …
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Fast wie im richtigen Leben
Sie blickt gen Westen, er gen Osten. Das Cover von „Fast schon ein ganzes Leben“ verdeutlicht sehr gut das, womit sich Rita König in ihrem Roman beschäftigt: dem Lebensweg von Birgit und Paul, den sie zunächst jahrelang gemeinsam gehen, bevor es beide in unterschiedliche Richtungen treibt. Die Autorin beschreibt gekonnt und mit geschickter Verknappung, wie die beiden zusammenfinden, zusammenleben, sich langsam entfremden, auseinandergehen und letztendlich doch wieder annähern. Rita König skizziert in einer sachlich-nüchternen, dennoch bildhaften Sprache und erstaunlich frei von Wertung das, was ihre beiden Protagonisten umtreibt – gemeinsam und jeden für sich alleine. Der Mauerfall erschüttert nicht nur die Ordnung der brandenburgischen Kleinstadt, in der die beiden leben, sondern auch nach und nach den Familienzusammenhalt. Zu verschieden sind die Pläne und Wünsche für die Zukunft: während die „große“ Mauer fällt, scheint sich die interfamiliäre, die sich schon in den Jahren vorher erahnen lässt, erst richtig aufzubauen. So unterschiedlich die Sichten sind, sind sie dennoch beide nachvollziehbar. Und das ist vermutlich die größte Stärke des Romans. Einerseits entstehen immer wieder Beklemmungsgefühle und Birgits Sehnsucht nach der „weiten Welt“ kann erahnt werden. Andererseits kann man mit Paul mitfühlen – in seinem fast schon naiven Versuch, Birgit alle Wünsche zu erfüllen, um das kleine Familienglück und einen Ort von Geborgenheit zu wahren. Vielleicht ist auch das die Quintessenz der Geschichte: Jeder hat – berechtigterweise – seine eigene Sicht und seine eigene Wahrheit. Es ist ein großes Glück, wenn zwei sich finden, die diese teilen, aber eben ohne Garantie auf Lebenszeit. Fast wie im richtigen Leben …
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