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Wie ein Interface zu den Abstraktionen des Intelligiblen stellen diagrammatische Darstellungen eine Flächigkeit optischer Konsistenz und Übersichtlichkeit her. Durch sie kann Abstraktes sinnlich erfahrbar und neues Wissen abgeleitet werden. Doch was sind die Bedingungen der Möglichkeit dieser Kopplung von Sinnlichkeit und Verstand, die sich in der operativen Ikonizität diagrammatischer Zeichen zeigt? Diese Studie stellt die These auf, dass nicht so sehr Bildlichkeit und Visualisierung von Struktur, sondern die Räumlichkeit des Leibes bzw. dessen Sensomotorik, durch die wir unserer Umwelt…mehr

Produktbeschreibung
Wie ein Interface zu den Abstraktionen des Intelligiblen stellen diagrammatische Darstellungen eine Flächigkeit optischer Konsistenz und Übersichtlichkeit her. Durch sie kann Abstraktes sinnlich erfahrbar und neues Wissen abgeleitet werden. Doch was sind die Bedingungen der Möglichkeit dieser Kopplung von Sinnlichkeit und Verstand, die sich in der operativen Ikonizität diagrammatischer Zeichen zeigt? Diese Studie stellt die These auf, dass nicht so sehr Bildlichkeit und Visualisierung von Struktur, sondern die Räumlichkeit des Leibes bzw. dessen Sensomotorik, durch die wir unserer Umwelt Bedeutung verleihen, in diagrammatischen Darstellungen am Werk sind: Projiziert auf eine meist zweidimensionale Fläche entfalten räumliche Kategorien wie innen/außen, oben/unten, links/rechts usw. ihre Orientierungsfunktionen in diagrammatischen Darstellungen und machen sie zu leistungsfähigen Denkdingen für sinnlich gekoppelte Gedankenexperimente. Solch eine Erweiterung der Diagrammatologie rückt sie näher an die Phänomenologie, die kognitive Semantik oder an aktuelle Debatten in den Kognitionswissenschaften um die Möglichkeit eines Embodied, Enacted oder Extended Mind. Damit bewegt sich diese Studie auch in Bereichen der Science and Technology Studies, die sich mit einem Instrumentalismus und Visualismus in den Wissenschaften auseinandersetzen und die diagrammatische Darstellungen für Fragen der Epistemologie und einer erweiterten Hermeneutik aufschließen. Die Studie wendet sich schließlich einem besonderen Fall diagrammatischer Theorie und Praxis zu: Vile m Flussers Begriff des technischen Bildes, der, so die hier vorgetragene These, in direkter Verbindung steht mit seiner eigenen Tätigkeit eines diagrammatischen Skizzierens. Eine Tätigkeit, die durch eine Vielzahl von Skizzen im Nachlass des Prager Kulturphilosophen und Phänomenologen dokumentiert ist und die von einer diagrammatischen Einbildungskraft zeugt. Mit der Ausformulierung des zuvor entwickelten erweiterten Diagrammatikbegriffs entlang dieser Fallstudie wird zugleich eine noch nicht erforschte Dimension von Flussers Werk erschlossen.
Autorenporträt
Daniel Irrgang ist Medienwissenschaftler und Post-Doc in der Forschungsgruppe ¿Ungleichheit und digitale Souveränität¿ am Weizenbaum-Institut in Berlin, die der Universität der Künste (UdK) Berlin zugeordnet ist. Zwischen 2013 und 2016 war er wissenschaftlicher Leiter des Vilém Flusser Archivs an der UdK Berlin und von 2016 bis 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent des Rektors an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe. Daniel Irrgang ist Affiliated Researcher am Center Art as Forum der Universität Kopenhagen (Marie Sk¿odowska-Curie Fellowship).